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9?r< 171 Drittes Blatt. 154. Jahrgang
Erscheint tSglich mit Ausnahme des Sonntags. a a V
Die „Gießener Kamilienblatter" werden dem 1 8^1 Ä< | | JpS HB 1 ÄH I
^Anzeiger vterrnal wöchentlich beigelegt. Der El WL, AM Q MW ffl ffl M B Vn ji R.
«hessische Landwirt erscheint monatlich einmal. 1 M ■ ▼ B W*' ▼ W 4
Samstag ‘43. Juli 1904
Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Unwersitätsdruckerei. R. Lange, Greße«,
Redaktion, Expedition u.Druckerei: Schulstr.7.
Tel, 91t. 5L Telegr.-Adr. r Anzeiger Gieße«.
General-Anzeiger, Amts- und Anzeigeblatt für den Ureis Eichen.
Mrteipolitische Wandcungen.
Tie alte bürgerliche Demokratie, die aus dem Jahre 1848 ihre Anschauungen in eine neue Zeit hinübertrug, ist jetzt in Norddeutschland und vornehmlich in der Reichöhauptstadt im Absterben begriffen. Diese radikale demokratische Richtung Hrar spezifisch antihöfisch, dazu entschieden militärfeindlich, sie liebte die kräftigen Worte unter Anlehnung an die Sprache der französischen Revolutionen, wie sie überhaupt dem französischen Radikalismus mancherlei nachahmte. Sie trat ein für „Freiheit und Gleichheit", verachtete die „Fürstcngunst" und labte sich an Georg Herwegh, Hoffmann v. Fallersleben und gleichgesinnten Poeten.
Noch bis vor kurzem waren es zwei Berliner Blätter, die den Geist dieser alten Demokratie ziemlich getreu wiederspiegelten: die „Volksztg." und die „Berliner Ztg.". Beide, wenigstens die „Volksztg.", standen mit einem Fuß im sozialdemokratischen Lager, wie denn auch die ,^8olksztg." seinerzeit auf Grund des Sozialistengesetzes verboten wurde. Sozialdemokratisch in strengem Wortsinne war sie frellich nicht, aber unter Mehrings Redaktion führte sie tatsächlich eine revolutionäre Spracl^, wie in ihren Anfängen, als sie nod) Urwählerzeitung hieß. Allmählich aber drückte die aufkommende Sozialdemokratie beide Blätter an die Wand. Die „Zielbewußten" unter ihren Lesern traten der sozialdemokratischen Partei bei, und ums übrig blieb, war zu wenig, um die beiden Blätter über Wasser zu halten. So kam es, daß die „Volksztg." in den Besitz von Mousse überging, während der kapitallrästige Hr. Ullstein seiner „Berl. Ztg." einen neuen Chef in Hrn. v. Gerlach gab. Ihre antimili- taristisck-e Haltung haben beide Blätter jetzt verlassen. Mosse ist ein ausgesprochener Seemachtsfreund, und Hr. v. Gerlach ist zwar recht oppositionell gesinnt, aber in der Militär- und besonders der Flottenfrage steht er anders, wie auch Naumann.
So nimmt alles in der Welt ein Ende. Die bürgerliche Demokratie Berlins von heute denkt wohl nur selten noch an die Barrikadenhelden von 1848, welche, „die Kugel mitten in der Brust, die Stirne breit gespalten", im Friedrichshain begraben find. Diese ganze Erbschaft an revolutionären Ideen hat die Sozialdemokratie übernommen, während die beaux restcs der bürgerlichen Demokratie hauptsächlich an liberale Handelsverträge, eine ihren: Sinne entsprechende Börsenreform, den Mittellandkanal und ähnliche praktische Dinge denken.
Vor der sozialistischen Aera gehörten die oppositionell gesinnten kleinbürgerlichen Schichten der Berliner Bevölkerung bekanntlich der Fortschrittspartei an. Das hat sich auch gewandelt. Diese Volksklassen sind von der Sozialdemokratie genommen, während der Freisinn wesentlich die wohlhabenden Bürgerkreise umfaßt, die Hausbesitzer, Kaufleute und Fabrikanten. Dadurch hat sich der Gegensatz zwischen dem Freisinn und der Sozialdemokratie verschärft. Die freisinnige Presse polemisiert kräftig gegen die ,Lunker". Im Leben des Berliner Arbeiters spiell der „Junker" keine Rolle, wohl aber der Hauswirt und der Chef. Das erstere ist verständlich, wenn man bedenkt, einen wie großen Teil seines Einkommens — oft ein Viertel! — der Berliner Familienvater an Miete „abladen" muß. Der Grundstückswucher wirkt förmlich revolutionär. Wenn der Mieter so viel zahlen muß, als der Zins für den Bau und die Erhaltung des Wohnhauses unter Hinzurechnung eines entspreck;endcn Vorteiles für den Hausbesitzer beträgt, so ist das selbstverständlich gerecht, er muß aber auch Grundstückspreise verzinsen, die manchmal einfach wahnsinnig sind, und diese Preistreiberei muß doch zuletzt ein Ende mit Schrecken nehmen. Der Grundstückswucher, wie er jetzt wieder bei dem Pommernbankprozeß zutage getreten ist, bedeutet eine fürchterliche Belastung der kleinen Leute durch maßlose Mietsteigerung.
Nun ist der „Hauswirt" in der Regel freisinnig, der „Chef" (Fabrikant, Kaufmann usw.), bei dem der Arbeiter sein Brot hat, ist es in der Regel auch, und daher erklärt es sich, daß die Angrisfsfront der Berliner Sozialdemokratie sich weit mehr gegen den Freisinn kehrt, als gegen die Parteien der Rechten.
Es ist selbstverständlich, daß bei diesem großen Umwandlungs- Prozeß für die bürgerliche Demokratie nach dem 1848er Muster kein Raum übrig geblieben ist. Wenn man aber glauben sollte, daß unter diesen Umständen die besitzenden liberalen Schicksten Neigung verspüren würden, mit den Konservativen zusammen gegen die Sozialdemokratie zu kämpfen, so würde man irregehcn. Das ist heutzutage sogar weniger wie jemals der Fall. Der Liberalismus Norddeutschlands will vor allem die konservative Mehrheit brechen. Diese Bestrebungen sind nicht aussichtslos, lü-enn sie augenblicklich auch noch nicht Aussicht auf Erfolg haben. Gearbeitet wird kräftig, ob's Erfolg hat, muß die Zukunft lehren. Jedenfalls wird man in dieser Sache nichf eher k^ar sehen können, bis die Frage der Handelsverträge entschieden ist.
£iiilDl und Kund.
Gießen, den 23. Juli 1904.
"* Personalien. S. K. H. der Großherzog haben dem Großh. Oldenburgischen Vortragenden Rat im Olden- burgischen Staatsminlsterium, Departement der Finanzen,
Oberfinanzrat Johann Meyer das Ritterkreuz 1. Klasse des Verdienstordens Philipps des Großmütigen verliehen.
**DieGemäldeausstellung amBrand ist morgen, Sonntag, zum letzten mal geöffnet. Vom nächsten Montag bis 1. Oktober ist sie geschlossen. Die Ausstellung ist morgen von 11 bis 3 Uhr ununterbrochen geöffnet.
* * Die Alpensängergesellschaft „D'Zugspitz- ler" gibt nächsten Sonntag nachmittags 4 Uhr und abends 8 Uhr 2 Konzerte im Neuen Saalbau.
* * Biebertalbahn. Sonntag, den 24. Juli, verkehren aus Anlaß der Heuchelheimer Kirchweihe von nachmittags 2 Uhr 20Min. bis abends 10 Uhr 20 Min. zwischen Gießen und Heuchelheim folgende Bedarfssonderzüge. Ab Gießen, Heuchelheim an: 220 ab, 230 an; 401 ab, 410 an; 451 ab, 501 an; 600 ab, 610 an; 706 ab; 716 an; 716 ab, 726 an (756 Bieber an); 830 ab, 840 an; 950 ab, 1000 an (1030 Bieber an); 1001 ab, 1011 an. Auf der Rückfahrt von Heuchelheim nach Gießen verkehren folgende Züge: 233 ab, 243 an; 424 ab, 434 an; 508 ab, 519 an; 640 ab, 65o an; 7öö ab, 740 an; 910 ab, 920 an; 1020 ab, 1030 an.
* * Das kaltgestellte Schwein. In der Gegend von Frankfurt a. 9)L hat ein biederer Landwirt große Heiterkeit erregt, als er in einem Wirtshaus das zum Kirchweihschmaus bestimmte fette Schwein ablieferte. Er hatte nämlich, um seine kostbare Fracht gegen die Gefahren der furchtbaren Hitze zu schützen, dem Tier einen Eisbeutel auf den Kopf gelegt. Tas Schwein befand sich denn auch äußerst wohl und hätte anscheinend auch einen noch viel weiteren Transport überstanden.
i. Klein-Linden, 22. Juli. Sein 50 jähriges Jubiläumsfest begeht am 31. Juli der hiesige Po saune nchor und evangelische Missionsverein. Der Verein ift einer der ältesten, wenn nicht der älteste Posaunenchor in ganz Hessen und wurde 1854 von mehreren christlichen Männern ins Leben gerufen. Sämtliche Posaunenchöre der hessischen und preußischen Umgegend, auch der Gießener, haben ihr Erscheinen bereits zugesagt. Die gesamte Geistlichkeit des Dekanats hat Einladung zum Feste erhalten; auch höhere Geistliche Hessens werden erwartet. Im Fest- gottesdienst, der-nachmittags 2 Uhr beginnt, predigt Pfarrer Kappesser aus Pfiffllgheim bei Worms. Bei der Nachfeier halten Ansprachen: Pfarrer Weber-Lich, Pfarrer Koch-Lützel- linden und Profeffor Dr. Wurster, der Direktor des Predigerseminars zu Friedberg. Festgottesdienst und Nachfeier finden im Freien im Elchwäldchen an der Lützellinderstraße statt.
Worms, 22. Juli. Am 20. Juli hat in Lampertheim eine GerneinderatSsitzung unter dem Vorsitz des Kreisrats Eckstein aus Bensheun stattgefunden; es war der erste Termin im Enteignungsverfahren in der Angelegenheit des neuen städt. Wasserwerks. Nachdem der gesetzliche Sühneversuch zwischen den Parteien wegen der von der Stadt Worms für übertrieben gehaltenen Forderung der Gemeinde Lampertheim gescheitert war, wurde über die Enteignung selbst und über die von der Stadt Worms zu zahlende Entschädigung verhandelt. Die Lokalkommission entschied sich dahin, daß dem Anträge der Stadt Worms zu entsprechen sei und demgemäß: 1. Die Enteignung des Lampertheimer Weges als statthaft und 2. die angebotene einmalige Entschädigung von 100 Mk. als ausreichend angesehen werden müsse. Die Angelegenheit wird nunmehr in einigen Wochen den Provinzialausschuß beschäftigen. (W. Ztg.)
Frankfurt, 22. Juli. Im Hause Eckenheimer Landstraße 103 wohnt eine Arbeiterfamilie, die zwei Kinder im Alter von vier und zwei Jahren hat. Um Brot für die Kleinen zu erwerben, muffen beide Eltern früh aus dem Haus und die Kinder bleiben ohne Aussicht. Unglücklicherweise blieben heute Streichhölzer auf dem Tisch liegen. Der vierjährige Knabe spielte mit den brennenden Hölzchen und setzte die Kleider seines kleinen Schwesterchens in Brand. Als man zu den Kindern drang, war das Kind an beiden Armen und am Oberleib sehr schwer verbrannt. Durch die Rettungswache wurde es in das Dr. Christsche Kinderhospital verbracht. An seinem Aufkommen wird gezweifelt. (Kl. Pr.)
Gingesandt.
(Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden ArtikÄ übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.)
Oberhessifche Nebenbahnen.
Nachdem die Teilstrecke Grebenhain-Gedern der Nebenbahn von Lauterbach seit Sommer vorigen Jahres endlich baulich m Angriff genommen worden ist, trotz der enormen Schwierigkeiten und Kosten, aber auf Drängen der hessischen Staatsregierung hin, so dürfte es von der hessisch-preußischen Eisenbäbn- gemeinschaft eben kaum zu erwarten sein, daß sie jetzt sc^m wieder an ein ähnliches schwieriges Projekt unterstützend herantritt. Mn einfacher Blick auf die Generalstabskarte zeigt, daß das ins Auge gefaßte Gelände von Alsfeld nach Schotten ein sehr toupiertes ist, das technisch unzählige größere und kleinere Schwierigkeiten in sich birgt. In finanzieller Beziehung würde sich aber auch nicht die geringste Bahnrente auf Jahre hinaus erhoffen oder gar erzielen lassen. Dazu ist der betreffende Bezirk zu dünn bevölkert; dann würden nur ganz unbedeutende Orte von der Bahn berührt, und endlich geht gerade in dieser Rickstuirg wenig oder gar kein Verkehr und statt einer kurzen Verbindung mit Gießen würde ein Umweg über Dörfer geschaffen. Soll aber eine Bahn Segen bringend für die Allgemein^it wirken, so muß sie den Spuren des Verkehrs folgen, wie sich dieser eben im Laufe der Jahrzehnte aus den Bedürfnissen heraus entwickelt hat. Vielleicht, wenn es später einmal dazu kommen sollte, daß man auf den Staatsstraßen elektrischen Straßen- bahnbetnev von Staatswegen einführt, dann hatte es einen Wert, .eine derartige Verbindung mit den einzelnen Kreisstädten Alsfeld und Schotten anzuftreben. Vor der Hand wäre es aber ganz verkehrt, das zu tun, .weil dabei das näher Liegende leiden müßte, .^ebe Stadt, jeder Ort, hat heutzutage diejenigen Ver- lehrsverhüllnisse, die er verdient.
Zehntel seiner Menge, über Mücke nach Gießen und Frankfurt, also ist zunächst nur eine Nebenbahn in dieser direkten Richtung anzustreben, wenn der Staat auch eine gewisse Bürgschaft für eine genügende Rentabilität erhalten soll.
Dies aLed trifft aber in vollstem Maße zu bei dem Nebenbahnprojett : „M ucke — Ulrichstein — Rixfel d". Sch.
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Es sind mir in letzter Zeit verschiedene Nachahmungen meiner Ni arte bekannt geworden und habe ich bereits gegen 2 Fabrikanten, welche mein geschütztes Warenzeichen nachgeahmt haben, durch meinen Anwalt Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft stellen lassen.
Ich warne hiermit vor Nachahmungen oben abgebildeter Schutzmarke betreffend: Llpotheker
Richard Brandt^sche Schweizerpillen.
Ich werde mein mir geschütztes Eigentum mit aller Energie im Interesse des Publikums und m dem meinen zu verteidigen wissen.
Apotheker Richard Brandts Rachf. Apotheker Friedrich Mcrckltug.
Schaffhausen im Mai 1904. 5940
Aus der ßhronik der Mnivcrsttätsbibliotl-ek Kietzen.
Gießen, im Juli 1904.
Aus bcn in den „Mitteilungen der Zentralstelle für die Landesliatiflit" veröffentlichten Tabellen seien im folgenden einige wohl auch weiteren Kreisen erwünschte Angaben über die Entwickelung der Universitätsbibliothek Gießen jm Budgetjahre 1903/04 mitgetcilt. .Erfreulicherweise lassen diese Angaben erkennen, haß der außerordentliche Aufscküvung, den die Landesuniversität in den letzten Jahren genommen, auch im abge- laufencn Jahre in der steigenden Benutzung der Univer-sitäts- bibliothck sich deutlich bekundet hat.
Die Zahl der außerhalb der Bibliothek verliehenen Bstcher, oie im Jahre 1886—87 rund 10 740 Bände betragen hatte, war ilach zehn Jahren, im Jahre 1896—1897, etwa auf das Doppelte, auf rund 20 400 Bände, angewachfcn. Im Jahre 1900—1901 stieg sie guf 26 329, int Jahre 1901—1902 auf 28 298, im Jahre 1902 1903 auf 31 295, im Jahre 1903—1904 auf 32 140 Bände. . _
Die Versendung von Bücstern nach auswärts mußte intl viuct- fid/t auf die Bedürfnisse des akademischen Unterrichts in ziemlich engen Grenzen gehalten werden. .Sie belief sich trotzdem im Jahre 19U<) 1901 aus 1396, 1901 1902 aus 1350, 1902- 1903 auf 1624, 1903—1904 auf 1738 Bände.
Erheblick>en Umfang hat der durch die Universitätsbibliothek vermittelte Bezug von Büchern aus auswärtigen Bibliotheken angenommen. Im Jal)re 1903 -1904 sind 632 Bände aus der Holbililiothek in Dariniladt, 611 Bünde aus anderen Bibliotheken Berlin, Göttiuaen, Straßburg, München, Leipzig usw.), außer aliiii aus <in inärtigin A। yivln und Bibliotheken entliehen worden.
Tie Zahl der Entleiher ist von 391 im Sommersemester 1889 auf 544 im Sommerscmester 1899, in den folgenden Semestern auf 553, 580, 611, 626, 656, 708. 791, 879 und im Wintersemester 1902/1903 auf 924 gestiegen. Bon diesen 924 Benutzern gehörten 62 dem akademischen Lehrkörper an, 438 waren Studierende, 218 nicht der Universität Angehörige, ftisgesamt 718 Gießener, 141 sonstige Angehörige des Großberzoglums und 65 Nicht-Hessen. .Die Zahl der sttidentischen Benutzer ist von 417 im Sommersemester 1903 auf 438 im Wintersemester 1903/04 gestiegen. Das Prozentverhältnis der studentischen Benutzer zur Gesamtzahl der Studierenden schwankte in den Jahren 1890 dis 1904 zwischen 31.0 und 40.8: durchschnittlich hat ein Drittel der Studierenden (im Wintersemester 1903/04 40.8 Prozent) aus der Bibliothek Bücher entließen. Von den studentischen Benutzern vertraten, wie es in der Natur der Sache liegt, den Izöchsteu Prozentsatz im Verhältnis zur Gesamtzahl der Studierenden der betreffenden Fächer die ''.iieuphilologeu, klassischen Philologen, Historiker und Theologen (im Wintersemester 1903/04 85, 77, 83, 81 Prozent); ihnen schließen sich die Mathematiker und Naturwissensck>astler an (mit 54 und 61 Prozent); von den übrigen größeren Gruppen folgten als Bibliotheksbenutzer die Chemiker, Forsttvissenschaftler, Mediziner, Juristen und Veterinär Mediziner mit 28, 31.5, 27, 26 und 14 Prozent der Gesamt zahl der diesen Fächern angehörenden Studierenden. Auch dies mal lassen die mitgeteilten Ziffern erkennen, daß sich die Bestellungen der Studierenden nahezu ausschließlich auf die Literatur ihrer Studienfächer richten; leider nur ausnahmsweise gehen die Wünsche über das engere Fachgebiet hinaus auf historische, schömvissensck>aftliclh', philosophische und politische Werke voit allgemeinerem Interesse. Die außerordentliche Beschränkung, die der Bibliothelsverwaltung für ihre Anschaffungen durch das kltapp bemessene Budget auferlegt nstrd, beeinflußt natur
gemäß die Benutzungsziffer in reckst ungünstiger Weise. Dic Zahl der schriftlicheir Bestellungen auf nickst vorhandene Werke ist von 1300 im Jahre 1898 99 auf 3227 im abgelaufenen Jahre gestiegen.
Der gesamte ZmvachS der llnivei-sitätsbibliothek belief sich im Jahre 1903—1904 auf 12 860 katalogisierte Schriften. Von diesen gingen der Bibliothek 115 vom llassisch-philologischen Seminare zu, 367 von der obcrlwssisck)-en Oxsellschasl für Natur- und Heilkunde, 150 von dem oberhessisckien Geschichtsverein, 67 von der Gesellsckmft für Erd- und Völkerkunde, bereit ^ibliv« theken und der Universitätsbibliothek vereinigt sind. Der Tausch verkehr der erstgenannten Gesellschaft erstreckte sich auf 446, derjenige des oderhessisckvn Geschichtsvereins auf 246. derjemge der Gesellschaft für Erd' mtb Völkerkunde auf 61 Anstalten und Vereine. Durch eigenen Tauschverkelw (mit 156 Universitäten, Akademien, Gesellschaften usw.), ferner als Pslickstexemplare^und Gesckieuke erwarb bic Bibliothek 10 784 Schriften, worunter 7896 Schul- und Universitätsfchriften. Gekauft wurdcrr im vergangenen Jahre 1377 Bände. Der gesamte Bestazrd der Bibliothek belief sich am Ende des vergangenen Jahres ans 200 687 Bände, 82 256 Dissertationen und Programme, ca. 1500 Bände Handschriften und ca. 550 Urkunden, die Feuerversicherungsprämie auf 11 Mark.
Größere Zuwendungen, sec es durw Ueberlassung besonders wertvoller Werke oder Handschriften, fei es durch Ueberlassung größerer i>8er kleinerer Buchersammlungen, hatte die Umverfi • lätsbibliothel im Jahre 1903- 1904 u. a. zu darrken der Großh Hofbibliothek in Darmstadt, Herrn Prosessor Dr. Heimburger. Herrn Dr. C. Lange in Nieder Dlm, Herrn 6urt von Münckww in Gießen, den Veranstaltern der akademischen Vorträge (bcn Herren Geh. Hosrat Prof. Lr. Siebeck. Prof. Dr. Bei he, stufte Dr. bei Prof. Dr. wtitternurier, Prof. Dr. Treiwl


