und Gedern besucht.
Auf dem Heimwege vom Markte
lagen werden in Büdingen mit 60 000 Mk. erhoben, wenigsten (Steuern zahlt Bergheim mit 1000 Mk.
Die den
Mainz, 22. Juni.
höchsten Steuerausschlag hat Wippenbach mit 210,758 pCt. und den niedrigsten Himbach mit 21,423 pCt. — In unserem Kreise wird in letzter Zeit viel zur- Hebung der Fischzucht getan. In mehreren Gemeinden ist die Anlegung von Fischteichen beschlossen worden. Diese erhalten vom Staat einen angemessenen Beitrag zu den Kosten. In anerkennenswerter Weise steht hierbei Landwirtschaftslehrer Lintz, ein tüchtiger Fachmann und Kenner der Fischzucht, den Gemeinden mit Rat und Tat zur Seite.
wattiger Schulden ist der Weingroßhändler Fritz Haas, Inhaber der Firma Fritz HaaS u. Co., verschwunden. lieber das Vermögen wurde heute Vormittag der Konkurs verhängt. — In der heutigen Stadtverordnetensitzung wurde zum unbesoldeten Beigeordneten Kommerzienrat Haffner gewählt.
Bingen, 22. Juni. Zahlreiche vom Gordon Bennett-Rennen zurückkehrende Autos durchfuhren unsere Stadt. Unter anderen passierte auch der wohlbeleibte Sieger Th ery, nebst dem Fabrikanten Brasier Bingen. Die Herren nahmen hier Aufenthalt und stiegen in einem Hotel ab. Bei einer Unterredung mit dem Besitzer des Hotels bemerkte Thery, daß zwischen ihm imb Jenatzy eine Differenz nicht bestanden habe und die Mitteilung von der Schlägerei zwischen ihm und Jenatzy von einem Berichterstatter aus der Luft gegriffen sei. — Auch besuchten viele Autler das Niederwalddenkmal. Mit ziemlicher Leichtigkeit fuhren die Fahrzeuge den Berg hinauf; jedoch machte ihnen die nicht ungefährliche Fahrt bergab große Schwierigkeiten. — Die Erregung der Bewohner der hiesigen Gegend, welche fortwährend von diesen Fahrzeugen belästigt werden, ist groß. Die Straße Frankfurt — Köln ist augenblicklich ohne Lebensgefahr kaum passierbar. Alles ruft nach gesetzgeberischen Maßnahmen, um diesem groben Unfug ein Ende zu machen.
** Hanau, 22. Juni. Das Komitee für Errichtung einer Bismarcksäule beschloß einstimmig den Entwurf des Architekten Wilhelm Kreis, der einen Kostenaufwand von 26 000 Mk. erfordert, zur Ausführung bringen zu lassen. Die Grundsteinlegung soll am 4. September erfolgen. Als Standort der Säule wurde Kurort Wilhelmsbad bestimmt.
** Burgsolms, 22. Juni. Hier sind etliche Fälle üyphöser Erkrankungen vorgekommen. Wie früher, so wird auch jetzt wieder dem wenig geeigneten Trinkwasser die Schuld gegeben, und wird nun wohl eure gute Trinkwasserversorgung durch Röhrenleitung nicht länger mehr zu uimgehen sein, zumal bei der rapiden industriellen Entwicklung uinseres Orte? allen sanitären Bedingungen in erster Linie Rechnung getragen werden muß.
bleibt. Am verftoffenen Sonntage wurde die ganze schulpflichtige Jugend m Begleitung ihrer Lehrer ins Schloß gerufen, wo die Kinder Kaffee und Kuchen erhielten, worauf in dem geräumigen Schloßhofe gespielt wurde.
§ Herchenhain, 22. Juni. Unser ^Johanni- markt" fand vom 20.—22. d. M. statt. Der Faselmarkt am Montag war ganz unbederckend; dies ist wohl dem Umstande zuzuschreiben, daß kurz zuvor die großen Prämiierungsmärkte in Schotten und Lauterbach stattsinden und unserem Markte somit großen Abtrag tun. Wie verlautet, wurde nur ein einziger Kaufvertrag abgeschlossen. Der Schweinemarkt (Dienstag) war infolge der günstigen Witterung gut befahren und man konnte einen flotten Handel beobachten. Ferkel, 6—7 Wochen alt, kosteten pro Paar im Durchschnitt 32 Mk., solche im Alter von 10 Wochen 50—55 Mk., Einleger 60 Mk. Fette Schweine waren nicht aufgetrieben. Es wurde so ziemlich alles verkauft. Der heutige Krämermarkt war meist von Kaufleuten au§ Schotten, Lauterbach
Vermischte».
* Rom, 22. Juni. . Eine furchtbare Schreckenszene hat gestern abend die Bevölkerung von Bordigheras ii Aufregung versetzt. In der dortigen Kaserne erschoß ein plötzlich wahnsinnig gewordener Karabinieri einen Kameraden, richtete darauf das Gewehr aus dem Fenster rauf die Straße und tötete zwei Zivilisten und ein 1.5 jähriges Mädchen. Hierauf verbarrikadierte sich der Masendc im Zimmer und wurde erst nach einer regelrechten Belagerung, nachdem er noch zwei Soldaten durch Gewehr- sohüsse verletzt hatte, erschossen, als er aus dem in Nammen gesetzten Wachthause fliehen wollte.
* Rom, 22. Juni. Der reiche Florentiner Modigliani, boer in einem Automobil in scharfem Tempo das, Städtchen Campibisenzio passierte, wurde von der Menge ^gehalten, mit großen Steinen beworfen und am Mopse verletzt. Ein zu Hilfe gerufener Polizeikommissar mhielt ebenfalls schwere Kopfwunden. Nur mit, üMßerster Mühe fonmen die Automobilinsaffen der Lynchjustiz entzogen werden.
Mit Hinterlassung ge-
hätte sich beinahe ein großes Unglück ereignet. Zwei Brüder aus K. führten einen 1 Jahr alten Bullen nach Hause. Unterhalb Sichenhausen wurde das Tier wild, warf den einen Führer zu Boden und bearbeitete ihn mit den Füßen und Hörnern. Sofort sprangen in der Nähe beschäf- tigte Männer herbei und befreiten den zu Boden Gestreckten aus seiner mißlichen Lage.
>< Nieder-Ohmen, 22. Juni. Das zweijährige Kind eine§ hiesigen Ortsbürgers, der unweit der durch das Dorf fließenden Ohm wohnt, siel in einem unbewachten Augenblick in das Wasser und ertrank. Vor dem Wasserrechen der Mühle fand man die kleine Leiche.
G. Büdingen, 21. Juni. Nachdem erst im vorigen Jahre eine bedeutende Betriebsreduzierung der hiesigen Glasfabrik stattgefunden hat und infolgedessen eine große Anzahl von Arbeitern entlasten werden mußte, ist vor kurzem einem großen Teil der Arbeiter eröffnet worden, sich nach einer anderen Arbeitsgelegenheit umzusehen, da sie in absehbarer Zeit ihrer Entlastung gewärtig fein müßten. Im Interesse unserer Stadt sind diese Betriebseinschränkungen sehr zu beklagen.
T Bübingen, 22. Juni. Im Rechnungsjahr 1904 sollen in dsn 75 Gemeinden unseres Kreises 482 345 Mark Gemeindesteuern erhoben werden. Die meisten Um-
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• Wien, 22. Juni. Das in Grub bei Meyerling plötzlich verstorbene Kind der Bäuerin Harter wurde exhumiert. In dem Körper wurden Schwefel- und Phosphorspuren gefunden. Die Mutter wurde verhaftet. Sechs früher in höchst verdächtiger Weise verstorbene Kinder werden ebenfalls exhumiert.
* Wien, 22. Juni. Während der furchtbaren Gewitter, die weite Gegenden Niederösterreichs und Böhmens heimsuchten, wurden bei Straschnitz in Mähren fünf Feldarbeiter vom Blitz erschlagen.
* Die Kaiserin hatte, bekanntlich wahrend des Internationalen Frauenkongresses dessen Vorstand zu längerer Audienz empfangen. Die Vertreterin Dänemark«, Frau Charlotte Norrie, hat nun, einem dänischen Blatte einen interessanten Bericht Über den Empfang gesandt, worin es u. a. heißt: „Nachdem die Kaiserin sich mrt der alten Miß Anthony lange unterhalten hatte, wandte sie sich an die Vertreterin Schwedens, Frau Professor Anna Retzius. Tie Kaiserin betonte besonders das starke Interesse d e s K a i s e r s für die nordischen Länder und bedauerte, daß sie von den skandinavischen Sprachen nur die dänische beherrsche. Tarauf wandte sie sich an mich und sprach zunächst dänisch, ging aber bald zum Deutschen übet und fragte, aus welchem Gebiete chic dänischen Frauen besonders tätig seien. Ich antwortete: „Auf fast allen Gebieten. Wir suchen besonders die Ausbildung der Frauen zu fördern, da die meiften Stellungen uns offen stehen. Nur geist- liche unb juristische Aemter können wir nicht belleiden, doch sind viele Frauen in der Armee als Krankenpflegerinnen angestellt." — „So ist es auch in Deutschland" x sagte die Kaiserin. „Es ist ja auch von größter Wichtigkeit, daß die Soldaten, wenn sie ausziehen, um fürs Vaterland zu kämpfen, .gut gepflegt werden. Die dänischen Krankenpflegerinnen werden wohl auch in den Spitälern ausgebildet, so wie bei uns?" — „Ja, und wir haben in Dänemark vorzügliche Hospitäler." „Das hat der Kaiser mir auch gesagt, vor allem erzählte er mir vom Lichtheilinstitut Finsens und von den jungen Mädchen, die den Kranken dort halfen. Das muß eine schwere Arbeit sein. Aber dafür haben sie denn auch .bie große Freude, die Kranken geheilt zu sehen." — Daun äußerte bie Kaiserin ihre und des Kaisers große Sympathie für den greifen dänischen König und sprach ihr Bedauern aus, daß die Hochzeitsfestlichreiten in Gmunden durch den Todesfall gestört wurden. Nachdem die Kaiserin sich anderthalb Stunden hindurch mit etwa 20 Damen unterhalten hatte, zog sie sich zurück. Frau Kommerzienrat Heyl erzählte uns später, die Kaiserin habe geäußert, sie habe nie angenehmere Stunden als diese verbracht. Jedenfalls waren auch wir alle barüber einig, daß die Liebenswürdigkeit der Kaiserin ein großer Ansporn für uns fein werde, unsere Arbeit fortzusetzen".
* Der Gefangene feiner Geschwifter. Ein der Brüsseler Polizei zugegangener Pries meldete, daß .der sehr geachtete K o m m u n a l r a t ^B uck r e y in seiner Besitzung zu Hal, die er gemeinsam mit seiner Schwester bewohnt, seit Jahrzehnten seinen jüngeren, totgegtaubten Bruder gefangen halte. Die Behörden hielten die Anzeige für ein Märchen, da die Buckrey's fick besonderen Ansehens erfreuten. .Als man sich aber endlich dennoch zu einer Untersuchung entschloß, bestätigten sich .bie Angaben. Seit bem Jahre 1868 hielten die Buckrey's ihren Stuber in einen Keller eingekerkert. Der gegenwärtig 56 jährige Mann hatte seit 36 Jahren bas Tageslicht nicht gesehen. Sein Haupt ist völlig kahl, Bart unb Schnurrbart haben eine abnorme Länge erreicht. Infolge feiner langen Einsamkeit war er nicht imstande, ein Wort zu sprechen, unb machte den Einbruck eines Tieres. Die Ursache bes unmenschlichen Vorgehens bet Geschwister Buckrey wat Habgier, ba sie sich bas Vermögen ihres Bruders angeeignet Jjattcm^
Nniversttäts-Vachrichten.
Berlin, 23. Juni. Ter langjährige Tirektor der inneren Abteilung des Krankenhauses am Urban Albert Fränkel legte nach 25 jähriger Tätigkeit seine Privatdozentur an der Universität nieder.
Aenchtssaal.
Darmstadt, 22. Juni. .Am 3. Februar hatte die sozialdemokratische „M ainzer Volkszt g." in einem Artikel, der „die Darmstädter Heiligkeit" betitelt war, die Zustände in der hiesigen Herberge zur Heimat scharf beleuchtet. Dem Herbergsvater Emmert wurde vorgeworfen, daß er Gäste und eigene Familienangehörige häufig schlecht behandle, und daß es in und vor bem Hause nicht selten zu häßlichen Szenen komme, die zu öffentlichen Aergetnis Anlaß gäben. Ter Wirt Emmert erhob gegen den verantwortlichen Redakteur bet „Mainzer Volkszeitung" Lanbtagsabg. Abelung, Privatklage wegen Beleidigung. Tie Angelegenheit kam gestern vor dem Schöffengericht zur Verhandlung. Tie ausgedehnte Beweisaufnahme, zu der etwa 25 Zeugen gelabert waren, förderte nt wesentlichen Punkten die Wahrheit des infrunierten Artikels unb auch sonst noch 'allerlei erbauliche Dinge zutage. .Dem angellagten Redakteur Adelung wurde der Schutz des § 193 zugebilligt und das Urteil lautete gegen ihn auf Freisprechung. Tie Kosten des Verfahrens fallen dem Privatkläger Emmert zur Last.
(PI.) Wetzlar, 22. Juni. Der Bergmann Jakob Dietrich von Steindorf, der an eiltet Frau von Aibshamen ein Sittlichkeitsverbrechen auszuüben versuchte, wurde vom Schwurgericht 'in Limburg zu einem Iaht Gefängnis verurteilt. — Ferner wurde gegen den Monteur G. H. Schulz ans Wellersdorf .wegen des Versuchs eines Sittlichkeitsverbrechens, begangen aus dem Wege zwischen hier und Gießen an einer jungen Dame von Wetzlar verhandelt: Urteil: 3y2 Iahte Gefängnis und 5 Jahre Ehrverlust.
Berlin, 22. Juni. Ein Beleidigungsvtozeß, bet gewissermaßen ein Seiten stück zum Prozeß gegen bie „M ainzer Volks stimme" in Sachen ber Kriegsbriefe bes Generals b01t Kreischmann bildet, gelangt vor ber ersten Strafkammer des Landgerichts 1 zur Verhandlung. Vor einiger Zeit erschien in den Schaufenstern der Buchhandlungen ein eigenartig ausgestattetes Buch, dessen Titelseite einen Soldaten oom 36. Regiment zeigte, der in entern französischen Torfe ein paar fette Gänse „requirierte",. unb bas ben Titel „Kriegstagebuch bes Füsiliers Fischer vom 36. Regiment" trug. In diesem in Berlin erschienenen Buche schildert ber frühere Halberstadter Etsenbahnschlosser und jetzige Berliner Hausverwalter Friedrich Fischet, der als Dreijährig-Freiwilliger vom Sommer 1866 bis 1. Juni 1869 im .Magdeburgischen Füsilier-Regiment Nr. 36, und zwar bei ber 6. Kompagnie seine Militärzeit abgedient hat, feilte Erlebnisse im Kriege 1870/71. In dem über 200 Seiten starken Bucke des alten Kriegers finden sich nun von dem Augenblick an, wo sich der Erzähler ber Belagerung von Metz zu- wenbet, zahlreiche Bemerkungen über einen neu eingetretenen Kompagniechef, einen Hauptmann N. erngeftreut, ber im Regiment nickt seht beliebt gewesen zu sein scheint, und von bem allerlei Unschönes erzählt wird. In ber Figur dieses Hauptmanns will sich nun ber jetzige Generalmajor z. D. v. Nicolai in Erfurt miebererfennen, ber damals ber Kompagniechef des Fischer war, und sich durch die Darstellung, hie Fischer von seinem Verhalten gibt, beleidigt gefühlt hat. Zu der heutigen Verhandlung find von bem Angellagten Fischer zahlreiche Beweisanträge gestellt worden, sodaß die Verhandlung vertagt werden mußte.
Kp»rt.
Das 1. Gießener Lawn-Tennis-Tournier beginnt am 2. Juli aus bem Platz gus ber Liebighöhe unb verspricht nach den seitherigen Vorbereitungen einen seht guten Verlauf zu nehmen. .Zahlreiche Meldungen sind bereits erfolgt weitere Reibungen find noch bis Samstag, an welchem Tage Meldeschluß tattfinbet, in Aussicht. Die einzelnen Spiele sind mit sehr hübschen Preisen ausgeftattet und werden demnächst in den Schaufenstern der Firma Montaiius ausgestellt. Um die alljährliche Wiederholung ber Spiele anzuregen, ist für das Hauptspiel ein Wanderpreis, ein silberner Pokal, vorgesehen, ber von bem Gewinnet im folgenden Jahr entweder zu verteidigen ober
dem Tournierausschuß wieder zur Verfügung zu stellen ist. Hoffentlich wird die sportliche Veranstaltung auch mit allen sonstigen günstigen Umständen zu rechnen haben und in Gießmi einen guten Anllana finden.
ßisenbahn-Zeitung.
Die Betriebseinnahmen der preußisch-hes fischen Eisenbahn gern ein scka'ft beliefen sich im Mai ans 128 497 000 Mark, das sind mehr gegen denselben Monat des Vorjahres 5 437 000 Mark ober auf 1 Kilometer 3886 Mark (mehr 129\ Davon entfielen auf ben Personen- unb Gepäck- Verkehr 43 007 000 Mk. imebr 5 115 000 , auf ben Güterverkehr 78 017 000 Mk. (weniger 11000 Mk.^. In ber Zeit vom Beginn des Reckmungsiobres betrugen die Einnahmen 249 795 000 Mkl (mehr 105 100 000), ober auf 1 Kilometer 7552 Mk. «mehr 248> Davon entstammen dem Personen- und Gepackverkehr 79 120 000 Mark imelyr 6 348000 , dem Güterverkehr 156114 000 Mk. (mehv 3 801 000).
Israelitische Neligionsgesellschast.
Hottesdleng.
©ab bat () feier am 25. Juni 1904.
Freitag abend: 8.00 Uhr.
Samstag vormittags: 8.00 Uhr.
Nachmittags 4 Uhr.
Sabbathausgang 9.40 Uhr.
Wochengottesdienst: morgens 6.30 Uhr, abends 8,oo U(n’.
Gießener landwirtschaftlicher Wetterdienst.
Voraussichtliche Witterung in Hesien für Freitag, den 24. Juni 1904: Meist heiter, bei kälterer Nacht tagsüber wärmer, fortdauernd trocken.
Näheres durch die Gießener Wetteckarte.
Ukneste MeÜuiiuun.
Kiel, 23. Juni. Der Kaiser besichtigte heute vormittag die Werft unb hörte auf der Werft, sowie auf bem Linienschiff „Braunschweig" ben Vortrag bes Staatssekretärs v. Tirpitz.
Stuttgart, 23. Juni. Die Herzogin Wera hat sich heute zum Kurgebrauch nach Marienbad begeben.
Rom, 23. Juni. Ter heutigen Ueb ergäbe bes Goethe-Denkmals an den Bürgermeister von Rom bmfch ben beutschen Botschafter wohnten bie Minister und bas diplomatische Korps bei.
Belgrad, 23. Juni. Wie aus Cettinje gemeldet wird, ist es dem dort weilenden Kabinettssekretär Nenadowitsch gelungen, den Fürsten Nikita von Montenegro zu bewegen, sich dem Abkommen zwischen Serbien und Bulgarien anzuschließen, wodurch der Balkan-Dreibund zur Tatsache geworden wäre.
Belgrad, 23. Juni. Wie verlautet, beabsichtigt die Königin Natalie Kaiser Franz Josef zu ersuchen, er möge bei der serbischen Regierung dafür eintreten, daß die Gebeine des ermordeten Königs ihr ausgeliefert werben, damit sie dieselben an der Seite bes Königs Milan in Kru- schedol beisehen könne.
Johannesburg, 23. Juni. Eine Feuersbrunst brach in dem Schachte ber Grube Salisbury aus, in der Weiße und Schwarze arbeiteten. Die Rettungsarbeiten wurden sofort eingeleitet, find aber sehr schwierig. Ent großer Teil ber (Angeborenen ist umgekommen.
Tokio, 23. Juni. General Knropatkin hat den größten Teil ber sibirischen Schützen sowie Geschütze mit einer Kavallerieabteilung nach Süden gesandt. Die Kavallerie har bereits am Dienstag Datschkiao erreicht. Jn^ Liaujang verblieben nur noch drei Bataillone Infanterie! unb eine Abteilung Kavallerie.
*
Vom Kriege.
London, 23. Juni. Das Reutersche Bureau meldet; aus Liaujang vom 21. Juni: Nach glaubwürdigen Berichten gehen die Japaner bei Port Arthur gegenwärtig nickt tätig vor. Die Russen find augenscheim» lief) zuversichtlich, daß die Besatzung ber Festung, soweit^ die Lebensmittelversorgung in Betracht kommt, staubt halten kann. Für besonders bedeutsam wirb die Lac^ im Norden angesehen. Kuropatkin scheint überablf zugleich zu sein. Er soll seit der Schlacht von Wa- fangtien die ganze russische Front persönlich besichtigt habertö Die beiden japanischen Armeen drohen, unterstütz^ durch die nördlich stehende Streitmacht, jeden Augenblick ihre Vereinigung dnrchzuführen. Die japanischen Truppen am Golf von Liautung leiden seit denx 16. Juni unter starken Regenfällen, welche die mlli- tärischen Maßnahmen erschweren.
Petersburg, 23. Juni. „Rußkj Invalid" meldet zu den Kämpfen bei Wafangou, die Japaner hätten ein unglaublich entwickeltes S p i o n a g e f h st e m^. Darauf weise der Umstand hin, daß sie wahrend der vier Kriegsmonate bis jetzt ohne berittene .Kundschafterabteil-' uugen ausgekomw.en'seien, was nur bei ausgezeichneter Spionage möglich sei. Die wichtigsten Dienste letsteteu ihnen offenbar die Chinesen, die jede Kampfstellung der Russen den Japanern durch Signale verrieten, ebenso' jede Truppenbewegung, Stärke und Aufenthalt der ern- zelnen Detachements. So hätten die Jvpaner nicht a£tefn bei Wafangou verborgene Geschütze der Russen beschossen^ sondern sogar chren Schlacktenplan geändert: entsprechend dem Vorgehen der Russen. Sie benutzen die Chinesen auch zu strategischen Zwecken, indem sie durch diese Nachrichtety verbreiten lassen, die ihnen dienlich sind. — Nach einem Bericht des Generals Küropatkin betragen die Gesamtverluste des Stacketbergschen Korps in der Schlacht bei Wafangou 28 Offiziere und 648 Mann tot? 75 Offiziere und 1767 Mann verwundet, 12 Offiziere und' 66 Mann vermißt.
Petersburg, 23. Juni. Wie verlautet, befcblagnabm* ten bieRussenan Bord bes „Sabo Matu" eine japanische Kriegskaffe im Betrage von 2 Millionen Den.
Paris, 23. Juni. „Echo be Paris" meldet aus Petersburg: Gerücktweife verlautet, es stehe ein G e f e ch t z w i s ch e n S i u j en u n b H a i t f ch e n g zwischen ben Truppen Kuropatkins unb Kurokis bevor. Die Lage Stackelbergs sei seht kritisch. Eine amlliche Be- stätigung dieser Meldimg ist 'icbock nickt zu erhalten.
Telephonischer Kursbericht
Franktnri a 22. Juni.
3Va°/o Reicheanleihe . . 102 25
BOA do. ... 90.30
8<A% Konsole . . . . 101.85
3% do......90.25
3‘/t% Heesen .... —.—
3’4% Ober Heesen . . . —.— 4% Oesterr. Goldrente . . 100.80 4*/6% Oesterr. SHberrente 99.90 4% Untrer, fioldrente . . 99.70 4Wg Italien Rente . . . 103.80 4%% Portnerioser , . . 61.05 3°, Portugiesen.....60.35
1% C. Türken .... —.— Türkenloeo .....128.20
4% Griech. Monopol.-Anl. 49.50 47s% äussere Argentiner —,—
3°/n Mexikaner .... 26.35 41/oVn Chinesen .... 88.80 Electric. Scbnckött . . . 103.30 Nordd Lloyd . . . . J01 Ofr
Kredit*ktien . . . c . 202 60 Diflkonto-Kornnrandit . 187 50
Darmstädter Baste . . 137,10
Dresdener Bank . . , . JB0.60 Berliner Handetsges. . . 152 85 Oesterr. Staate*«!* .- . . 186.8*. Lombarden .....17.10
GottharJhahn .... J92.00
LauraHitte...... 247.25
Bochum..... ISl^cf
Harpencr ...... ZHLLV
Tendenz: fest


