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23.6.1904 Erstes Blatt
 
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Erstes Blatt.

Donnerstag 23. Juni 1904

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Äet. Trotz aller Auf- nachte derJzumi

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154. Jahrgang

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Sotfadje, daß auch bei dieser Gelegenheit ihre Leute sich hel­denhaft benommen haben. Major Hoshino, einer der Ueberlebcnden von dem untergegangenen TransportschiffSado Maru", wurde vom Mikado empfangen, der sich den Untergang der Transportschiffe mit allen Einzelheiten erzählen ließ und über alle möglichen Details Fragen stellte. Der Major berichtete, datz, .als die Offiziere sahen, daß die Schiffe dem Untergang geweiht seien, sic die Mannschaft auf den Tod vorbereitetem UnterBan?,ai"-Rusen für den Kaiser ging die Mannschaft unter. Als der Mikado diesen Bericht hörte, war er zu Tränen gerührt.

Neber die Deruichtuug der japanischen Transportschiffe

Mai 1904. linkt. 1600mann' . 37,8 xn: 22,68-/oo.

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Lebensjahr: U^x

Neue Heldentaten der Skrydlowschen Flotte.

Petersburg, 22. Juni. Ein Telegramm des Ad- mirals Skrydlowan den Kaiser vorn 21. Juni lautet: Die am 15. Juni nach der japanischen Küste entsandte Torp.'pvabteilung uni- r Kapitän Minogratski ist heute nach Wladiwostok zumUlgekehrt. Die Torpedoboote waren bis vor den Hafen Esaschi auf der Insel Hokkaido go ahren, konnten aber roege-n Nebels rricht anlaufen. Die Torpedoboote bemächtigten sich mehrerer Han--

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werden mit Interesse ausgenommen werden. (Frauen-Rundschau, Berlin SW., Tempelhofer Ufa: 29.)

* Multatulis "Ideen und Skrzzen" (Otto Hendel in Halle, ^Bibliothek der Gesamtliteratur des Jn- und Auslandes"). Unter den neuesten Publikationen dieser Bibliothek befindet sich als Nr. 177880 ein Bändchen, dem der Literaturfreund wegen der Originalität und Tiefe der Gedanken Verbreitung wünscht. Schon die interesianten, von Leiden durchfurchten Züge, welche das Bild des Versaffers zeigen, sagen uns, selbst wenn wir den NamenMultatuli" gar nicht kennen würden, daß wir eine bedeutende Persönlich­keit vor uns haben. Unter dem Pseudonym Multatuli (zu deutsch: Ich habe vieles erlitten) schrieb der Holländer Eduard Douwes Detter (geb. 1820, gest. 1887). Er trat frühzeitig in den holländisch-indischen Kolonialdienst und brachte es zu der hohen Stellung eures Assistent-Residenten. Mit rück­sichtsloser Offenheit, die ihm nicht nur seine -rngesehene Stellung kostete, sondern zahllose Anklagen und Verfolgungen eintrug, deckte er die Schäden und Mißwirtschaft der holländffchen Kolonialregierung, speziell auf der paradiesisch schönen und reichen Insel Java auf und kämpfte in seinen Schriften gegen die Duldung einer schamlosen Ausbeutung der eingeborenen Bevölkerung. Aber auch menschliches Streben nach Glück mit allen Erfolgen und Enttäuschungen, das ge­heimste Denken, Empfinden und Wollen beobachtet Multatuli mit scharfem Blick und weiß uns darüber in noch schärferen Worten zu berichten. Der BandIdeen und Skizzen" ent­hält eine Auswahl aus seinen Werken und ist wohl geeignet, uns mit der anziehenden Persönlichkeit bekannt zu ' machen und uns ein Bild von ihrem geistigen Wesen., zu entwerfen

Die d-eut)che Frau, die deutsche Kultnr und die deutsche Flotte ist ein Thema, das der auch in Hessen bekannte Redakteur derM. N. N." Georg Fuchs im neuesten Heft derFrauen-Rundschau"" behandelt. Die belletristische Beilage der Frauen-Rundschau enthalt, abgesehen von einer längeren Erzählung von Max Grad und einer reiz­vollen Reiseschilderung derFürstin zu E r b a ch-S ch ö n b e r g, einen aftuellen Beitrag über die Frau in Korea aus der Feder des Dr. M. Walther. Im Sprechsaal wehrt sich in einem längeren offenen Brief unter dem TitelEntlobungs-Tra- gödieu" die Wiener Journalistin Luise Hall gegen Angriffe, die ihr ihre kürzlich erschienene BroschüreBrennende Fragen" eingetragen hat. Man mag über das heutige Verlobungs- wesen, dem Lupe Hall energisch den Krieg erklärt, denken

enge dein britischen DampferAll an ton", der er­klärte, sich auf Fahrt von Mororan nach Singapore zu befinden und 6500 Tonnen Kohlen an Bord zu haben. Da Zweifel an der Neutralität der Fracht aufstiegen, wurde )ie Entsendung des Dampfers unter dem Kommando eines Leutnants, dem Seesoldaten beigegeben waren, nach Wla- di'wosto. veranlaßt, wo er vor V r i s en g r r i b t gestellt werden soll. Auf dem Dampfer befand sich ein ge­bildeter Japaner, der offenbar nicht zu der Besatzung gehörte. Außerdem wurden während der übrigen Kreuz- cchrt keine Schiffe gesehen.

entgegenkommendster Weise entsprochen: Sachsen, Elsaß-Loth- rntgen, Bremen, Lübeck, Oldenburg, Braunschweig, Sachsen-Mei­ningen, Mellenburg-Schwerin, Anhall, Lippe-Detmold, Schaum­burg-Lippe, Reust j. L., Reust ä. L., Sachsen-Altenburg, Sachsen- Coburg-Gotha, Mellenburg-Strelrtz, Waldeck-Pyrmont. In einigen Bundesstaaten schweben noch die Verhandlungen. Im ganzen wurden bis jetzt über 400 000 Merkkarten bestellt und werden in diesen Tagen zur Verteilung kommen. In ebenso vielen Familien werden also diese Karten zum Nachdenken, hoffentlich in recht vielen zur Besertigimg schädlicher Sitten veranlassen.

Ein Meister der Wellliteratur, wie Dostojewski, be­darf keiner Empfehlung, und es hieße Eulen nach Athen tragen, wollte man eine Schöpfung, wie den groß angelegtenRatz- ko lnikofst^ loben. So soll auch nur an dieser Stelle darauf hingewiesen werden, daß Kürschners Bücherschatz (Hermann Hlllger Verlag, Berlin W. 9) die gewaltige Schöpfung in seine Sammlung, aufgenommen hat und sie dort soeben als Doppelbändchen Nr. 397, 398 erschienen ist. Auch in dieser neuen Uebertragung dürfte der ,I!askolnikoff", dieses bedeutendste Werk Dostojewskis, vielfach gelesen werden und sich zu den allen neue Bewunderer gewinnen.

Bekanntmachung.

Bei der unterzeichneten Behörde ist die Stelle Schreibgehilfen alsbald zu besetzen.

Geeignete Bewerber wollen sich binnen 8 Tagen Angabe ihrer Gehaltsansprüche schriftlich melden.

Gießen, den 23. Juni 1904.

Großherzoglirbes Polizeiamt Gießen.

Herberg.

Kekanntmachung.

Wegen Vornahme von Kanalisationsarbeiten wird Nordanlage zwischen Neustadt und Steinstraße Freitag, den 2 4. lf. Mts. an bis auf weiteres für Fuhrwerks- und Fahrradverkehr gesperrt.

Gießen, den 20. Juni 1904.

Großherzoglickes Volizeiamt Gießen.

Herberg.

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Deutsches Reich.

Berlin, 22. Juni. Der Kaiser ist heute früh an Bord der YachtHohenzollern", von Cuxhaven kommend, im Brunsbütteler Hafen eingetroffen. Um 10 Uhr 50 Minuten fuhr der Monarch nach Kiel weiter. Die ganze Flotille folgte hinterher. Nachdem dieHohenzollern"' am Nachmittag in Kiel an der Boje festgemacht hatte, meldeten sich die in Kiel anwesenden Inhaber von Jmmediatstellen der Marine und der Kommandant von Kiel. Um 51/, Uhv erschien der Kaiser in Admiralitätsuniform mit Gefolge auf der Terrasse der Marineakademie und übergab die dort auf- gestellten, von den Künstlern August und Fritz Krauß ge­schaffenen Büsten der Befehlshaber der 1848er Flotte, des Admira ls Prinzen Adalbert und des Admirals Bro mmy, dsm Inspekteur des Bildungswesens, Vizeadmiral v. Arnim. Der Kaffer besichtigte die Büsten eingehend und sprach sich über die Ausführung sehr anerkennend aus. So­dann unterhielt sich der Kaiser länger mit beiden Künstlern und überreichte jedem persönlich eine Auszeichnung: August Krauß den Roten Adlerorden vierter Klasse, seinem jüngeren Bruder Fritz den Kronenorden vierter Klasse. Um 6 Uhr wohnte der Kaiser der Enthüllung deS Denkmals für Friedrich Krupp bei. Der Kaiser unterhielt sich mit den Mitgliedern der Familie Krupp und dem Bildhauer Haver- kamp und legte dann selbst einen Kranz aus weißen Rosen am Denkmal nieder. Um 7 Uhr begab sich der Kaiser nach dem Bahnhofe, um die Kaiserin, die von Ploen kam, abzft holen. Der Kaiser empfing den Oberpräsidenten von Schleswig- Holstein Freiherrn Wilmowski.

Die deutsche Kolonie in Malta hat zur Er­innerung an den Besuch Kaiser Wilhelms auf der Insel ein Prachtalbum herstellen lassen. Die auf zwei Perga­mentblättern kalligraphisch ausgeführte Widmung hat, wie die Allg. Ztg." aus Malta berichtet, folgenden WortlautrDiese Erinnerungsbtätter sollen den Ausdruck unvergeßlicher Freude übermitteln, welche Seine Majestät der Deuffche Kaiser und König von Preußen Wilhelm II. hervorrief, anläßlich Seines hohen vom 9. bis 12. Slpril 1904 währenden Besuches auf der Insel Malta. Gewidmet als ein Zeichen der allerunter- änigsten Ehrfurcht von der deutschen Kolonie, welcher sich! in engem Vereine die englischen Untertanen deutscher Nation anschließen m ihrer Gesinnung als Deutsche, sowie die Be- wohner Maltas, deren sehnsüchtiger Wunsch eS ist, damit ihre aufrichtige Verehrung und begeisterte Huldigung zu be­zeigen."

Der vom Kaiser der aktivem Schlachtflotte

brid) der Me, Bremen, ist geM..

Zer Krieg zwischen Japan und Außland.

Neue schwere russische Niederlagen?

Lo n d 0 n, 22. Juni. Nack Washingtoner und Petersburger Meldungen erlitt Kuropatkin die blutigste Niederlage des bisherigen Krieges. Er wurde von den bei Hai- tsck>eng vereinigten Armeen .Kurokis, Noltzus und Okus ge­schlagen. Liaujang ist genommen, Stackelberg abgeschnitten.

Diese Meldung ist bisher unbestätigt und mit größter Vorsicht aufzunehmen.

Andere, ebenso unsichere Meldungen lauten:

London, 22. Juni. In Tschifu erhalten sich, wie Daill; Expreß" von dort telegraphiert wird, die Gerüchte, wonach General Kuroki die russische Stellung süd­lich von Liaujang angegriffen habe. Der erste >iampf soll mit einer nach Süden marschierenden ruffischen Brigade begonnen haben. Die Japaner rückten ihre Linien in Dreieckform bis zur Mündung des Motienlin-Paffes vor. Die Russen hatten daher zwei Fronten vor sich, deren Zentrum durch enorme Artilleriemassen gedeckt war.

Tokio, 22. Juni. (Amtlich.) Eine Abteilung der Liautung-Armee besetzte gestern nachmittag Hsiung- t a 0 , 25 Meilen südwestlich von Kaiping.

London, 22. Juni. DieDaily Mail" meldet aus Niu- tschwang vom gestrigen Tage: Als am Sonntag ent russisches Korps von 1000 Mann unter dem in Niutschwang komman- t'^renben General Kondratowitsch durch den Hohlweg von Wa­sa n g 0 u, 10 englische Meilen südöstlich von Kaitschou, mar­schierte, wurde das Korps von ,im Hinterhalt liegen­der ja panischer Artillerie überrascht. Die russi­schen Verluste betragen 200 Mann. General Kondrato­witsch zog sich in guter Ordnung zurück auf eine befestigte Stell­ung. Die Verwundeten trafen in der russischen Niederlassung bei Niutschwang ein.

Auch diese letzte Meldung ist, als über England kom­mend, nicht ohne weiteres glaublich.

Vor Port Arthur.

Tokio, 22. Juni. (Reuter.) Die Japaner brachten eine T sch unke auf, welche Port Arthur verlassen hat. Die Mann- schaft berichtet, daß vor einigen Tagen zwei russische Tor- pedobootszerftörer und der (japanische) DampferShin- tanjPing" am Haftneingang auf Minen gestoßen und unter­gegangen seien. 140 Personen seien nrngetommeit

Petersburg, 22. Juni. . Admiral Alexejew übermittelte einen V. richt des Admirals Witthöft, worin dieser mitteilt, daß sämtliche Schiffe der Port Arthur-Flotte wieder ausgebessert sind. Die Panzerschiffe stehen unter dem Befthl des Fürsten Ochtomsky, die Kreuzer und Torpedoboote unter dem Befehl des Admirals Reitzenstein.

Die Tätigkeit des Wladiwostok-Geschwaders hat den Japanern zwar sehr empfindliche Verluste beigebracht, sie können jedoch einen kleinen Trost finden in der

dels- und Transportschiffe und bohrten sie in den Grund, eins wurde nach Wladiwostok gebracht. Die Besichtigung der Schiffspapiere und der Ladung ergaben, daß ein großer Teil der Schisse Fische und Reis nach Saseho und Schimonoseki bestimmt, an Bord hatten.

Japanische Barbarei.

Petersburg, 21. Juni. Die russischen KriegÄkvrrespon- denten berichten immer häufiger von japanischen Grausam­keiten gegen russische Verwundete. Nach der Schlacht bei Wafangou sollen die Japaner russische Verwundete erstochen, gesteinigt und ihnen die Gurgel durch­schnitten haben. An einem Ort hätten sie sieben Verwundete feftgenommen, gebunden, ihnen Speise, Trank und zu rauchen gegeben, bann sie einzeln herausgeführt und ihnen die Gurgel durchschnitten. .Nach einem anderen Korrespondenten sei in der japanischen Armee Befthl ergangen, Kosaken nickst leben zu taffen. Tie Verwundeten sollen ferner einstimmig autogen, daß auf japanischer Seite Freiwillige von hohem Wuchs! und nicht japanischem Typus kämpfen.

und den ganzen Verlauf der gelungenen Attacke der ruffifrfjen Kreuzer. hat dldmttal Skrvdlow einen ausführlichen amtlichen Berickst erstattet, der wie folgt übermittelt wird:

Petersburg, 22. Juni. Ein Telegramm des Ad­mirals Skrydlow vom 21. Juni meldet: Am 12. Juni gmg die aus dem KreuzerRossija", auf welchem der Vizeadmiral Desobrafow seine Flagge gehißt hatte, sowie aus den KreuzernGromoboi" undRjurik" bestehende Kreuzerabteilung in See, um die Operationen gegen die Schiffsverbindungen der japanischen Ar­mee zu unternehmen. In der Nacht auf den 20. Juni kehrte die Abteilung nach Wladiwostok zurück. Am 15. Jun: morgens sichtete das Geschwader in der Nähe der Schimonosekistraße zwei Dampfer, die es zu verfolgen begann. Der großen Entfernung wegen gelang es nicht, die Dampfer einzuholen. Gleichzeitig wurde ein drittes Schiff, derJzumi Maru", gesichtet. Trotz aller Auf­forderungen seitens desGromoboi"" machte derJzumi Maru" nicht Halt, bis er von mehreren Geschossen ge­troffen war. Die Mannschaft begann über Bord zu springen, die übrigen verließen aus Befehl derGro- moE-oiS" den Dampfer in Booten. Die im Wasser schwim­menden Leute wurden an Bord desGromoboi" gebracht. Der ,^Jzumi Maur"" wurde darauf in den Grund ge­bohrt. Darauf wurden derS a d 0 Mar u" und der itchi Maru" gesichtet und von derRossija" und dem Gromoboi" eingeholt.Sado Maru" hatte außer Krregs- material, Telegrapheirarbeiter, Pferde und Pontons, der Hitchi Marn"' mehr als 1000 Mann und Kr'egtzmacerial an Bord.Hitchi Marn"" versuchte trotz mehrerer Warn- ungsschüsse zu entrinnen, bis das Feuer eröffnet wurde. Nach Aussetzung von Booten sank der Dampfer. Von demSado Maru"" fuhren eine bedeutende Anzahl Leute in Schaluppen nach den nahen Inseln Fuschima und Jki- chima. Von der ganzen Mannschaft konnten nur vier Aus­länder und 25 Offiziere von demRjurik"" aufgenommen werden, da die übrigen das Schiff nicht verließen. Der Sado Maru" wurde darauf zum Sinken gebracht. Die ganze Zeit über hatte ein japanischer Kreuzer die Aktion der Mteilung beobachtet. Am folgenden Tag begegnete das Geschwader auf der Fahrt zi enge dem britischen DampferAll>

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Kleines Iemsseton.

Schwiegervater, Schwager. Die Sprache eines Volkes ist das große Buch seines Lebens, baß dem kundigen 2cfcr überraschend reichlich dlusknnft gibt über Vergangenem und Werdendes in seiner Geschichte. Ein Beispiel heute aus Oer ältesten Vergangenheit! Die Wörter Schwiegervater, Schwie- .icnnuttcr, Schwager, Schwägerin bezeichnen jetzt ebenso gut Vater, Mutter und Geschwister der einen als der anderen Ehe­hälfte. Ursprünglich gab es dagegen keine Bezeichnung für )en Schwiegersohn und die oben genannten Worte konnte nur ie Frau gebrauchen, um Vater, Mutter und Geschwister ihres 'Mannes zu bezeichnen, nicht auch dieser von den gleichen Ver­wandten seiner F-rgu. Man erkermt daraus, daß die Frmi mit i)ctn Kauf durch ihren Mann, mit der Urtterordmmg unter dessen Gewalt über Leben und Tod vollMwig aus ihrer Sippe LUssckied und sich nur noch zugehörig fühlen durfte zur Ver- iteandtschaft des Mannes. In der altdeutschen Vergangenhell ift diese Beschränkung freilich schon überwunden; so früh bat üie auf die Gleichberechtigung der männlichen und weiblichen Reihe von Mann und Frau gerichtete Bewegung eingesetzt!

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Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen MW

____ __zeigenteil: Hans Beck.

Für Kinder sind geistige Getränke schüd- lüch dies ist die auf genauesten Untersuchungen und Be­obachtungen beruhende Ueberzeugung aller Aerzte. Doch ist die Witte, schon Kinder ahr geistige Gettänke zu gewöhnen, noch so weitverbreitet! Der Deutsche Verein gegen den Mißbrauch geistiger Cftetränfc hat deshalb, um einmal eine Massenaufllärung in die Leihen der Mutter zu tragen, an die in Bettacht kommenden Ministerien der einzelnen Bundesstaaten die Bitte gerichtet, daß raus Anlaß des Impfens den Muttem eine kurz und klar ge- Haltenc Merkkarte (verfaßt von dem um die Bekämpfung des Tllkoholiämus verdienten Regierungsrat Quensel-Köln) verteilt Werden möchte. Die Karte beantwortet auf der Vorderseite in wenigen knappen und bestimmten Sätzen die Frage, warum und wie die geistigen (ftränfe den Kindern schaden, und auf der Uückleite die Frage, was die Frau und Mutter vom Alkohol ....... ------ -----

nwäjcn soll. Dieser Bitte um entsprechende Anordnung haben in wie man will, ihre Ausführungen und prakttschen Ratschläge

Nr. 145

Erlch-in« «Sglich außer Sonntags.

Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem hessischen Landwirt die Gießener Kamilien- Hättet viermal in der Woche beigelegt.

Rotationsdruck u. Ver­lag der Brü h l'schen Unwers.-Buch-u. Stein- druckerei. 9t Lang«. Redaktion, Trpeditton und Druckerei:

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