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General-Anzeiger, Amts- und Anzeigeblatt für den Ureis Gießen
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Rotationsdruck und Verlag der Brühl'fchen Unweriitätsdruckeret. R. Lange, Dießen.
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VoMische Tagesschau.
Der abenteuerliche Flottenvergroßeruagsplau, der - r.| der Dresdener Hauptversammlung des „Deutschen eilloLtenvereins" erörtert wurde, ist bekanntlich auch . in d< ÄUddgettommission des Reichstages erörtert worden. "■ Das i idit „abenteuerlich" ist von dem sächsischen Gesandten Gras, s,.-ichenthal in der LommissionSsitzung gebraucht worbr nd der Zentrumsabg. Müller-Fulda sprach van Ämtm „neuen Boulanger" mit Bezug auf dem Gentw.i 5t e i m, der in der Dresdener F-lottenvereins-
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Vermischte».
* Selbstmord einer berühmten Verbrecherin. Lilly Miers in London war eine der geschicktesten Ladendiebinnen, und viele Geschäfte im Londoner Messend sind durch sie geschädigt worden. Eine Gefängnisstrafe von 12 Monaten war ihr Lohn für ihre verbrecherische Tätigkeit; sie hat es aber oorgezogen, die Haft durch Selbstmord abzukürzen. Sie war die Tochter eines früher angesehenen Eity-üaufmannes, der jedoch Bankerott anmelden mußte und dann seinem Leben freiwillig ein Ende machte. Lilly trat als Handlungsreisende in eine Mäschefirma ein. Anfangs war sie ehrlich und erfolgreich, aber im September 1UO2 wurde sie ivegen Unregelmäßigkeiten entlassen. Es gelang ihr dann noch, gegen 1OOOO Mr. auf den ..amen der Maschefirma einzukassieren. Nebenbei erhöhte sie ihr Einkommen durch umfangreiche und äußerst geschickt ausge- führte Ladendiebstähle. Sie ging in eleganterer Kleidung in die vornehmsten Geschäfte des Mestends, besonders in Juwelierläden, woselbst sie von den ihr zur Ansicht vorgelegten Gegenständen einiges in ihrem Muff oder ihren! Taschen verschwinden ließ. Schließlich wurde sie verhaftet, als sie einige gestohlene Gegenwände versetzen wollte. Ber der Haussuchung wurden Leinenwaren gesunden, die sie während ihrer Tätigkeit als Reisende veruntreut hatte. Im Jahre 1903 belief sich der Gesamtwert der von ihr gestohlenen Güter auf etwa 20 000 Mk. Jetzt hat sie im londoner Hollvwah-^efängnis ihrem Leben vorzeitig durch Selbstmord ein Ende bereitet.
*EhezwischenNtarquiseundZucbthäusler. Auf dem Standesamt in Riom in Frankreich hat eine wirkliche Marquise, Fräulein Eleonore Eorentin de Kergoel, die 1864 in Eampvs (Brasilien- geboren wurde, einem gegenwärtig im Zuchthause von Riom eine dreizehnmonatliche Strafe verbüßenden rückfälligen Verbrecher, dem 37- jährigen Moise Goudchoux, die Hand zum ewigen Bunde gereicht, ehe dieser nach seinem neuen Bestimmungsorte, dem Bagno von Französisch-Guyana, wohin er gesandt werden soll, abgeschoben wurde. Die Braut ist entschlossen, ihrem Gatten nach dem Bagno zu folgen und in seiner: Gesellschaft ihre Tage zu beschließen.
M, 'd Mine Schiffe fordere. Da diese Äeußerung in Zu- iannaenljang mit der S chung des Gesamtvorstandes des 2 e:rchM Flottenvereins in Dresden am 16. April 1904 gebKtchd wurde, so unterliegt es keinem Zweifel, daß un.titr am Offizier a. D., welchen Herr Müller-Fulda so Mmackvoll als neuen Boulanger bezeichnet, nur derrrhcrichterstatter des Präsidiums über den Punkt V dercrlag.sordnung „Die Aufgaben des Deutschen Flot- en M-'3erennS für die nächste Zukunft, Generalmajor a. D. ict in gesneint sein kann. General Keim ist Mitglied des ßrtÄund und hat selbstverständlich nicht jür seine PeMqm, sondern im Auftrage des Pr äsrdiums mi.Äiii ^voller Uebereinstimmung mit bem» s e l l^ii. nach eingehender vorheriger Beratung den An- tra-qß emzebracht und erläutert. Dieser Antrag ist so- danE ncch lebhafter Diskussion einstimmig angelt o . nnuin worden. Hieraus geht hervor, daß sinnent- sprcLitztitd sämtliche Mitglieder des Präsidiums wie des ’■) ^cr.wi-.rstandes des Deutschen Flotten-Vereins nach An- sich:bl dcs Herrn Müller-Fulda als „Boulangers" anzu- iche^Lwücen. Wir hören jedoch, daß General Keim >ie§ Angelegenheit zu seiner persönlichen gemußt hat."
G ^mrimajor a. D. Keim versendet nun folgende Gr» crurM ssS Reichstagsabg. Müller-Fulda:
|spreche mein Bedauern aus, die Person des ^erirm Generalmajors Keim in Verbindung mit General oudilmgc" gebracht zu haben; es lag mir durchaus fern, , ein rrHaueral Keim Eigenschaften zuzuschreiben, wie man - i Deutschland General Boulanger zuzuschreiben, psle -ich ging von der irrigen Voraussetzung aus, mß : ;erri General Kaim in der Versammlung zu Dresden f” j «ne Person gesprochen habe, tvährend ich jetzt er» fahrin dcj ß er im Namen des Gesamtpräsidiums des Deu/.Mm Flottenvereins den Antrag gestellt und be- grüiTMt al, daß dessen Umfang bezüglich der Kosten audpm: hinter der von der Presse gebrachten Ziffer zurüüLleiat. gez. Müller-Fulda."
Al W: N lüller-Fulda hatte am Mittwoch im Reichstage micer inlxrrem gesagt, Generalmajor Keim habe 794 Mill im n Mart für neue Schiffe gefordert. Aus ÜB!:; Iinzwischen uns zugegangenen stenographischen Bericht .!!! e. die Sitzung des Gesamtvorstandes des Flotten- verein.L:chst hervor, daß der Verein als erstrebenswertes^ Ziel dlt.". riigstellung eines dritten Doppelgeschwa-
Bauerlicher Gemeinfinn.
Eine beachtenswerte und nachahmenswerte Bewegung auf ' landwirtschaftlichem Gebiete, die eine Besserung bäuerlicher Grundverhältnisse anstrebt, setzt in Schleswig-Holstein em. Die Bewohner des Dorfes Schuby, Kreis Schleswig, besitzen Ländereien, die sich wegen ihrer Lage, ihrer schlechten Zugänge und Bewässerung sehr unvorteilhaft bewirtschaften lassen. Die Besitzer haben jetzt in lobenswerter Betätigung des Gemeinsinns beschlossen, die zerstreut liegenden Felder zusammenzulegen, zeitweilig in einer Hand zu vereinigen und durch einen tüchtigen Landwirt bewirtschaften zu lassen. Dieser Verwalter wird das Dorfland zweckmäßig mit Wegen und Gräben versehen und zunächst auf gemeinsame Rechnung bewirtschaften. Sobald die großen Verbesserungen des Gebietes — es handelt sich um eine Fläche von 1600 Morgen — beendet sind, erhält jeder Bauer für das eingeworfene Land eine geschlossene, leicht erreichbare, gut bewässere Fläche, die ihm künftig mit geringeren Kosten größere Erträge bringen wird.
Zur japanischen Kriegführung.
Die als offiziös zu betrachtende „Marine-Rundschau" bezeichnet es in einer Erörterung des Angriffs auf Port Arthur als auffallend, daß die Japaner die von ihnen erkannte Verwirrung beim Feinde nicht weiter ausgenützt haben. Ihres Führers beraubt, hätten sich die Russen in so fataler Lage befunden, daß vielleicht sogar ein Torpedoboots-Angriff bei hellem Tage Chancen gehabt haben würde. Ein entschlossenes Gerecht aus wirksame Entfernung hätte möglicherweise zu einer vollständigen Erledigung des Gegners geführt. Nach dieser Auffassung können die Russen bei allem Unglück noch von Glück sagen. Weshalb die Japaner nicht die „vollständige Erledigung" des Gegners betrieben — der Ausdruck ist charakteristisch für die geringe Bewertung der den Russen noch zur Verfügung stehenden Seestreitkräfte — dafür werden zwei Möglichkeiten angenommen: entweder die ja- panrschen Minen sind so unregelmäßig gelegt worden, daß der japanische Admiral nicht wagen konnte, näher heranzugehen, ohne selbst Gefahr zu lausen, auf eine solche zu stoßen, oder die Japaner wollen jeden Einsatz von Schiffsmaterial vermeiden, weil sie keine Reserve in dieser Beziehung haben, während die Russen eine solche immer noch in den Schiffen der Ostseeflotte besitzen. . . . Die Japaner haben immer nur mit kleinen Mitteln ohne großes Risiko Erfolge zu sammeln gesucht. Man muß zu- aeben, daß diese von der Klugheit und Vorsicht gebotene Taktik bisher sich außerordentlich bewährt hat. Auch im Spiel pflegen die kaltblütigen Spieler, die nie über einen Sn Einsatz hinausgehen, die auf die Dauer vom Glück igten zu sein. Gerade den Japanern war diese Zurückhaltung von vornherein nicht zugetraut worden. Es .hieß , sie seien brillante Draufgänger, aber nicht geeignet, l in zähem Abwarten die beste Gelegenheit zu erspähen.
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ders, wenn irgend angängig, bis zum Jahre 1913 fordert. Eine genaue Aufstellung ergibt, daß außer der von der Regierung bis zum Jahre 1905 zurückgestellten Kreuzervorlage insgesamt 250 Millionen Mark mehr aufzubringen wären, als das Flottengesetz vom Jahre 1900 in seinem finanziellen Gesamteffekt vorsieht. Diese Mehrbelastung würde sich auf die Jahre 1904—1913 verteilen. Hieraus geht hervor, daß die jährliche Mehrbelastung sich auf 27,5 Millionen Mark belaufen würde; dazu teyne, daß die bereits bewilligten Ersatzbauten des Zeitraumes von 1913—1917 bis 1912 beendet werden.
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(Äene fammlung nicht nur die Fertigstellung der- jeuigi jr. Flottenbauten, die nach dem Flottengesetz vom Jahr $190) bis zum Jahre 1917 vorgesehen waren, bis zum JahrIM, sondern bis zu diesem Jahre auch noch weitere lllimieuschiffe gefordert hatte. In den „Mitteilungen |beg fall'jjen Flottenvereins" las man darauf folgendes: „ n der Sitzung der Budgetkommissioil des Deut- sc.^ :,i chstags vom 20. April hat, wie diesseits nach Se Mtoni eines Mitgliedes dieser Kommission festge- ftcl'JL norden ist, der Abg. Müller-Fulda (Zentr.) ge- äu'W, i cs sei auch ein neuer Boulanger in Sachsen erf afkr; in einem Offizier a. D., der für 794 Millionen
Drittes Blatt. 154. Jahrgang Samstag 33. April 1904
Di? e/iii{jener Somilienbiatter“ werden dem I 0 B ä I/uj L E ti S g Kr ki
-Ai hy;K viermal wöchentlich beigelegt. Der H jE fl 1 ^L, Ä, B B D RKI S,
^he iiit.sLandwirl" erscheint monaUich einmal. ~ WB ™ e


