Meiste der Kritik wird ja kaum Gehör finden, denn jeder echte Agrarier behauptet, die Sache ebenso gut zu verstehen, wie der Fachmann. Aber den Schwärmern für das Verbot des Getreideterminhandels dürften dennoch Bemerkungen zu denken geben, wie z. B., daß seit dem Verbot die Termin ab schlüsse im Getreidehairdel größtenteils in Amerika gemacht werden, wodurch gerade das Ausland einen wesentlich verstärkten Einfluß auf die Preisgestaltung im deutschen Getreidehandel gewonnen bat. Tust ein solcher Einfluß weder im allgemeinen wünschenswert noch unserer Landwirtschaft förderlich ist, liegt ans der Hand.
Deutschlands Druck auf die Pforte
Man schreibt uns von besonderer Sette:
Ter deutsche Botschiafter in Konstantmvpek. Fahr, von Marschall, ist kürzlich), vom Sultan in Audienz empfangen worden. Man geht kaum fehl mit der Vermutung, saß die Leitung unserer auswärtigen Angelegenheiten durch den Mund des Botschafters vor einer Fortsetzung der Verschleppungstaktik gewarnt hat, die bezüglich Mazedoniens von der Pforte geübt wird. Deutschlands freundschaftlicher und uneigennütziger Rat hat schon häufig Beherzigung beim Sultan gefunden. Fahr. v. Marschall mit feiner Ruhe und seinem im politischen Dienst bewährten Weitblick ist die geeignetste Persönlichkeit dazu, die ernsten Folgen darzu- legen, die aus der türkischen Zauderpolitik entstehen müssen. Rußlands Geduld scheint bald am Ende angelangt zu sein; so stark ist das Zarenreich noch immer trotz des Krieges in Ostasien, nm der Pforte Ungelegenheiten bereiten zu tonnen. Ta man wahrscheinlich, ui Konstantinopel die russischen Noten nicht tragisch nimmt, so dürste doch nicht ohne Wirkung sein, daß von unbeteiligter, aber zweifellos über die russischen Intentionen ausgezeichnet unterrichteter Seite mit voller Offenheit die Sachlage geschildert wird.
Aus Stadt und Saud.
Gießen, 23. März 1904.
** Personalien. S. K. H. der Großherzoa haben ben von S. D. dem Fürsten zu Solms-Hohensolms-Licb auf die evangelische Pfarrstelle zu Ettingshausen, Dekanat Grünberg, präsentierten Pfarrverwalter Friedrich Nies für diese Stelle bestätigt. — Ter evangelische Pfarrer Hermann Bernbeck zu Nieder-Wöllstadt, Dekanat Rodheim, wurde auf sein Nachsuchen unter Anerkennung seiner langjährigen und treuen Tienste in den Ruhestand versetzt. Dem Pfarrer Gustav Weißgerber zu Tieburg wurde eine evangelische Pfarrstelle an der Stadtgemeinde zu Tarmftadt, Dekanat Tarmstadt, übertragen.
** Babnprojekt Gießen — Brandoberndorf. Gestern fand hier im Cass Ebel eine Besprechung über das Bahnprojekt Gießen—Brandoberndorf statt. Tie Versarnm- lung, die von zahlreichen Interessenten, u. a. vom Oberbürgermeister und dem Präsidenten der Handelskammer, besucht wur, erklärte sich einstimmig für den Bau einer Eisenbahn von Gießen durch das K l e e b a ch t a l nach Brand- oberndors, da diese Linie nicht nur dem siwlichen Teile des Kreises Wetzlar die dringend erforderliche wirtschaftliche Erschließung bringen, sondern auch eine zweckmäßige Ergänzung zu oer von Metzlar aus geplanten Linie durch das Solmsbachtal nach Brandoberndorf—Usingen bilden würde. Es wurde eine Kommission gewählt, welche die erforderlichen Vorarbeiten vornehmen und dann bet der Eisenbahn- Verwaltung die Ausführung der geplanten Linie in Vorschlag bringen soll.
* • Die dringliche Anfrage des Abg. Noack, betreffend die Aufhebung des § 2 des Jesuitengesetze« lautet:
Nach den in der Presse veröffentlichten Mitteilungen soll bei der Abstimmung im Bundesrat über Aushebuua des § 2 des Jesuitengesetzes sich die Großh. Regierung der A b st i m m u n g enthalten haben. Ich beehre mich, an die Großh. Regle- rung die Anträge zu stellen, ob diese Mitteilung sich bewahrheitet, und welche G r ü n d e für die Haltung der Regierung in dieser Frage maßgebend waren.
• * Besitzwechsel. Rentner Aug. Montanu8 verkaufte sein am Großen Stemweg . gelegenes 1000 Quadratmeter großes Baugelände ä Meter 20 Mk. an Weißbind-r- meister Konrad Dörr.
* * Ueber den Meteor, der auch in Gießen gesehen worden ist, schreibt die ,H. L. Ztg." in Marburg: Ein Meteor von seltener Großartigkeit ging gestern abend über die Gegend südlich der Stadt. Er tauchte kurz nach eingetretener Dunkelheit am östlichen Himmel auf und strich, die , Gegend erhellend, einen teils hell teils rötlich aufflammenden Schweif hinter sich herziehend, in west-süd-westlicher Richtung und in absteigender Bahn am Himmel dahin, bis er nahe über dem Horizont erlosch. Der Meteor glich einem großen Feuerball, der eine unregelmäßige Form hatte, und verursachte während seines Auftretens ein sausendes Geräusch, offenbar herrührend von dem Widerstand, den die Luft dem aufglühenden Körper auf seiner Bahn leistete. Beim Erlöschen hatte man, vom Waidenhäuser Tore aus gesehen, den Eindruck, als geschehe dies in der Gegend der Kläranlage. Die Erscheinung dauerte 10—12 Sekunden und ist jedenfalls auch an anderen Orten beobachtet roorben."
** Zur Berufswahl. Scan schreibt uns: Wie alljährlich, wird auch bei dem diesjährigen Schulschlusse wieder eine große Anzahl junger Leute nach erlangter Berechtigung zum Einjährigen-Dienst die Schule verlassen, um sich dem mittleren F inanz dien st e zu widmen. Die Zahl derer, die sich alljährlich zum Finanzexamen 1. Kategorie drängen, wächst nun beständig in solchem Maße, daß der mit den Verhältnissen Vertraute mit Schrecken auf das künftige Los aller dreser hoffnungsvollen jungen Männer, die doch sicherlich auf andere Weise dem Vaterlande die besten Dienste leisten tonnten, blicken muß. Stellen wir uns vor, daß aus früheren Examensjahren noch an 300 Aspiranten vor- Händen sind, die sehnlichst auf Anstellung warten, ja großenteils noch ohne jede Verwendung sind, daß ferner ixe Zahl bet jährlich im Staats- ober Gemeindedienst erforderlichen Finanzbeamten günstigsten Falles 15 bis 20 beträgt und daß sich schließlich die Anzahl der Aspiranten von Jahr $u Jahr um nahezu 50 vermehrt, so eröffnet sich ein Ausblick auf recht ungünstige Verhältnisse. Bis bie jüngsten und letzten der bermaligen Anwärter zur Anstellung gelangen tonnen, muß, wie em einfaches Rechenexempel ergibt, weit über ein Jahrzehnt vergehen, und die Reihe der Jahre des Wartens und der Ungewißheit wird mit jedem Jahr größer. Tie Folgerung davon wird man ;u ziehen wissen.
Bad-Nauheim, 22. März. Dem Teilhaber der Firma Gebrüder Siesmayer, König!. Preuß. Gartenbaudircktor und Großh. Hess. Hofgarteningenieur Philipp Siesmayer, wurde in Anerkennung seiner Verdienste um den Kurpark Bad-Nauheim von S. K. Hoh. dem Großherzog das Ritterkreuz des Verdienstordens Philipps des Großmütigen verliehen.
A. Friedberg, 22. März. Gestern fand hier die Generalversammlung der Baugenossenschaft .Eigener Herd ist Goldes wert" statt. Aus dem Geschäftsbericht ist zu entnehmen, daß die Genoffenschaft mit Ende 1903 ihr 10. Geschäftsjahr vollendet hat. Es wurden bisher errichtet 20 Häuser zum Verkauf und 1 Mietshaus. Die 21 Häuser bieten 36 Familien mit 209 Köpfen gute und verhältnismäßig billige Wohnungen. Die Hypotheken hat die Jnvaliden- versicherungsanstalt Großherzogtum Hessen der Genossenschaft in entgegenkommendster Weise zu 31/, Prozent zur Verfügung gestellt; in neuerer Zeit hat auch das hiesige Mathildenstift Darlehen zu billigem Zinsfüße gewährt. Die Stadt hat bei dem Bauverein für 8000 Mk. Geschäftsanteile gezeichnet, das Gleiche ist mit Genehmigung des Gr. Ministeriums des Innern vom Vorstand der Ortskrankenkasse geschehen. In diesem Jahre beabsichtigt der Verein einige Mietshäuser mit je drei Wohnungen zu errichten. Um etwas Mustergiltigcs zu schaffen, wurde zur Erlangung von Bauplänen ein Wettbewerb ausgeschrieben. Der mit dem 1. Preis ausgezeichnete Entwurf des Architekten Carlo Zimmer in Darmstadt wurde zur Ausführung bestimmt.__________________________________
vermischte».
• Altona, 22. März. Heute früh wurde im Hofe des hiesigen Gerichtsgefängnisses der Lustmörder Oswald Mailau hingerichtet. Der Mörder legte in" letzter Stunde das Geständnis ab, die Prostituierte Ahlert ermordet zu haben.
* Lüttich, 22. März. Heute morgen wurde neuerdings ein Bomben - Anschlag entdeckt. Ein heimkehrender Minenarbeiter fand vor dem Hause des Polizei- Kommissars Binet eine Bombe gleich derjenigen, die unlängst entdeckt wurde. Ein Fehler am Zündmechamsmus verhinderte zum Glück die Explosion.
* Paris, 22. März. Aus Albi wird berichtet: Gestern wurde vor der Wohnung des früheren Bürgermeisters eine Bombe gefunden. Dieselbe explodierte bei der Untersuchung; 3 Personen wurden schwer verletzt.
* Fünfkirchen, 22. März. Im Kohlenbergwerk Uasas fand eine Explosion schlagender Wetter statt. Die Anzahl der Opfer ist noch nicht bekannt. Bis jetzt sind sechs Leichen geborgen.
* Zu der Pestepidemte in Johannesburg in Südafrika wird gemeldet daß ein wilde Flucht der Europäer stattfindet. Die Regierung verbot die Befördernng von Farbigen per Bahn aus Johannesburg. Die Pest ist die bösartige Lungenpest. Von 45 befallenen Farbigen starben bisher 37, von sieben Europäern nur die Gattin des Dr. Marais. Ihre drei Kinder liegen gefährlich darnieder. Wahrscheinlich wird das ganze Kuli-Viertel, das in entsetzlich schmutzigen Zustand ist, niedergebrannt werden. Der Gemeinderat hat 5000 Pfund Sterling zur Bekämpfung der Seuche bewilligt.
* Ueber ein besonders merkwürdiges Beispiel calabresischer Blutrache wird aus Italien berichtet: „Vor 42 Jahren geriet in dem ealabresischen Dörfchen Sant Onofrio der Bauer Giuseppe Sani mit seinem Nachbarn Giovanni Pulizzo in Streit und am folgenden Tage tötete er ihn durch einen wohlgezielten Flintenschuß. Sani wurde zu 30 Jahren Zuchthaus verurteilt, und da er, während er diese Strafe abbüßte, einen Mitgefangenen ermordete, erhielt er eine Verlängerung von 12 Strafjahren. So verlebte er 42 Jahre seines Lebens im Kerker; nunmehr ist er im Alter von 66 Jahren frei geworden. Er kehrte in fein Heimatsdorf zurück, um als Feldarbeiter fein Dasein zu fristen. Vor kurzem traf er mit Antonio Pulizzo, dem Sohne des Ermordeten, zusammen. Antonio war beim Tode seines Vaters erst drei Jahre alt gewesen. Als er aber zum Manne herangereift war, tat er den feierlichen Schwur, den Tod seines Vaters durch das Blut des Mörders zu sühnen. Als er nun des aus so langer Haft entlassenen Sani ansichtig wurde, stürzte er sich, ohne auch nur einen Augenblick zu zögern, auf ihn und stieß ihm einen scharf geschliffenen Dolch ins Herz. Sani sank tot zusammen und Antonio Pulizzo, der eine Frau und einige Kinder hat, begab sich selbst zum nächsten Posten der Carabiniere, um sich der strafenden Gerechtigkeit auslicfern zu lassen."______________________________________________
Slniverlitüts Nachrichten.
— Dr. phill Wilhelm Strecker habilitierte sich an der Universität Greissmald. Geboren 1877 zu O f f e n b a ch a. M., studierte er in Heidelberg Chemie.
Submissionen.
24. März. Darmstadt. Großh. Hochbauamt. Vergebung der Arbeiten zn verschiedenen baulichen Herstellungen. Bedingungen gegen Erstattung der Selbstkosten. — 25. Marz. Darmstadt. Gerichtsschreiber Großh. Amtsgericht I, Abt. der staatlichen Gerichtsbarkeit. Lieseriing der Schreibmittel und autographischen Arbeiten pro 1904/06. Bedingungen eb-nda. — 26. Marz. Darmstadt. Gendarmerie-Korps-Berwaltuiig. Lieferung von Schreibmaterialien für 1904 05. Bedingungen daselbst. — 26. März. Gießen. Städt. Tiefbauamt. Herslelluna von Mauer-, Thonrohr- und Zementrohrkanälen mit allen Nebenarbeiten. Bediilgungen 5 Alk. — 26. März. Nieder - Olm. Gerichlsschreiberei Großh. Amtsgerichts. Lieferung der erforderlichen Schreibmaterialien für das Etatsjahr 1904. Bedingungen ebenda. — 28. März. Alzey. (Hess.-Tarmstadt), Großh. Amts- gerichtsschreiberel. Lieferung von Schreibmaterialien pro 1904 05. Bedingungen ebenda. — 28. März. Beerfelden lHessen-Tarm- stadt), Großh. Gerichtsschreiberei, Lieferung der Schreibmaterialien und Buchbinderarbelten usw. Bedingungen liegen aus.
Kandel und Verlieht. VMüivulschast.
Buderuöfche Eisenwerke Wetzlar. Tie ordentliche Haupt- versammlnna, in der 2733 Aktien vertreten waren, genehmigte den vorgelegten Rechnungsabschluß für das Jahr 1903 und beschloß, den Reingewinn nach den Vorschlägen der Verwaltung zu verteilen. Hiernach gelangt eine D i v t d e n d e von 5 Proz. auf das Aktienkapital am 1. April zur Auszahlung.
— Vom Geldmarkt. Es ist zu melden, daß die Sätze am Geldmarkt etwas anziehen, und voraussichtlich noch mehr anziehen dürften. Die biesmalige Ultimoregulierung hängt mit dem Quartalstermin und der Ansammlung großer Beträge für Dividendenauszahlungen zusammen. Es stellt sich daher der Geldsatz schon jetzt teurer, als ui den vorhergegangenen Atonalen. Tie Geldgeber sind in den letzten Tagen überhaupt sehr zurückhaltend geworden und größere Abschlüsse tommen sürs erste gar nicht mehr zu Stande.
— Börse, Publikum und $;aute Banque. Es stellt fiel} immer mehr heraus, wenn sich and) an der Börse em stark übertriebener geltend macht, daß der Markt doch zum größten Teil als
gesund bcjacgnet werden muß. Es ist festgestellt, daß das Publikum in der sehr bewegten Zeit eine große Selbständigkeit und Wider standskrait bewahrte. In den Privalkreisen waren die Vertun weiraus geringer, wie bei der Börse. Auch die Harne Banque hatr Gelegenheit, aus ben Ereignissen Vorteile zu ziehen. Durch Eingreifen während der bösesten Zeit hat sie sich ein großes Veü dienst erworben, daraus werden jedoch gegenwärtig schöne tz» winne, da ein nicht unbeträchtlicher Teil der aufgenonnnkne- Ware mit gutem Nutzen wieder verkauft werden konnte. Ter Vor selbst gilt die Rentenbaisse als ein überwundener Standpunkt. £o wohl hier wie an den fremden Börsen mad)t die Reprise aus bei Rentenmarkt so erhebliche Fortschritte, daß man säst schon di letzten Spuren des Rentenkrack)s getilgt hat. Tie großen spekulative- Engagements einzelner internationaler Faiseure sind anjdjemen durch Käuie des Privatpublikums absorbiert worden, wozu di Pariser Börse das Hauptkontnigent gestellt hat. Wenn somit bi Reprise aus dem Rentenmarkt and) einer gewissen gesunden Unter Inge nicht entbehrt, und zwar umsomehr als der Geldmarkt güii» disponiert bleibt, so ist doch gerade bei Renten Vorsicht geböte, weil fid) hier die politischen Ereignisse auf der Weltbühne ar meisten bemerkbar zu »nadjen pflegen. Man freut sich aiigenblidhc über die Beilegung des türkisch-amerikanischen Konflikts, aber tro- aller Abmachungen kann im Frühjahr wieder der übliche Spekiaft losgehen. Jedenfalls ist die Steigerung m Türkenwerten so haß, erfolgt, daß man nur wünschen kann, der Markt möchte „ich neuerlich durch) unvorhergesehene Ereignisse überrascht tveröeii denn wenn nicht alles trügt, hat bei der Steigerung der Türken- werte wieder einmal eine minderwertige Spekulation mitgeivitfi
Der Gimpelfang mit Serieulosen. Es ist das uiizweiüt- hafte Verdienst der „F. Ztg.", hier immer und immer wieder warnend die Stimme zu erheben. Daß der Gimpel trotzdem „ich weniger rverden, da'ür kann das Blatt und können die anbei-, • Blätter nichts, die die Warnungen im Interesse der guten eau-t nachdrucken. Tie Internationale Vereinigungsbank in Amslerdoni verschickt wieder einmal eines ihrer verlockenden Zirkulare bmq ganz Deutschland Wie solche Angebote der Beteiligung anSerie^ losgeselljchaften nur dazu dienen, die Dummen gehörig zu schrop'ei, geht am besten daraus hervor, daß Köln-Mindener Serienlose zm Preise von 600-650 pro Stück berechnet sind, wahrend sie reguint mit 500 Mk. gekauft werden können. Oesterreichische 60er Serien« lose, die reell ca 400 Mk. kosten, werden mit 550—600 Ulf. Q11, gerechnet. Tie sogenannte „Bank" fordert für ein Hundertstel- Anteil an der Gesellschaft 60 Mk., insgesamt also 6uoo M, während man in hinein reellen Geschält den ganzen Block (ur 3160 Alk. erwerben kann. Bei alledem muß man aber „och gewärtig jein, daß für den Fall, daß wirklich em Los gewinnt, bet „Bankhalter" nicht mehr auszufinden ist.
um bk» Kirchkkbiiqmt in staut iMM.
Evangelische Gemeinde.
Getraute. Lukasgemeinde. Ten 7. März. Tr. Hemrick) Willy Schmidt, Prlvaidozent zu Gießen, und Alane HuUe Albertine Fromme, Tochter des Professors Dr. Karl Fromnie zu Gießen.
Getaufte. Matthäusgemeinde. Den 13. März. Ten Lokomotivheizer i. P. Friedrich Peil eine Tochter, geboren ben 18. Dezember 1903. Denselben. Dem Kutscher Joseph Emil (bkoi; ein Sohn, Wilhelm Emil, geboren den 20. Februar. — Markus- gemeinde. Ten 6. März. Tein Fuhrmann Karl Bornlwgei eine Tochter, Anna Gertrude, geboren den 27. Januar. Ten- selben. Tein Weißbinder und Lackier Heinrich Konrad ein Sol);: Heinrich Wilhelm, geboren den 30. November 1903. — Lukas- gemeinde. Ten 6. Nlärz. Tem Rangierer Christian Emmel eint Tochter, Else Hedwig, geboten den 22. Januar. Denselben. Teir. Schuhmachermeister Johannes Glitsch eine Tochter, Margamht Martha, geboren den 27. Dezember 1903. — I 0 ha 11 ner> gemeinde. Den 6. März. Tem Schneider Heinrid) Klee eint Tod)ter, Karolme, geboren den 4. Dezember 1908. Den 13. März. Dem Bud)biiidermeister Hugo Samt eine Tochter, Marie Aiinr, geboren den 7. Januar. — Al r l i t ä r a e m e i n d e. Den 13. Mn. Dem Sergeanten Bruno Bartel ein Sohn, Kurt Robert peumd', geboren den 22. Januar. Ten 14. März. Dem pauviiiumiii jiaui etücfer em Sohn, Hermann Hubert, geboren ben 10. ßebtuar.
Beerdigte. Matthäusgemeinde. Den 13.
Mmna Weigel, Tochter des Fabrikarbeiters Kottrad Weigel, IS Jahre alt, starb den 13. März.
Eingesandt.
(Für Form und Jnha-r 1......- utLjer Rubrik stehenden
Artikel übernimmt die Reoattivu dem Publikum gegenüber
keinerlei Verantwortung.)
Gießen, 21. März.
In Nr. 61 des Gieß. Anz." findet fick) unter der Spitzmartl „M 0 n st r e - P r 0 z e s s e" eine längere Abhandlung, welche öar- zutun sucht, warum Prozesse gegen wohlhabende Personen in ihrem Verlaus sich anders zu gestalten pflegen, als sold)e gegen Minderbemittelte. Erstere haben das Recht, Sachverständige und Zeugen, auf eigene Kosten zu laben, letztere natürlich auch, nur ist e§ >h- Pech, daß ihr Beutel dies nicht gestaltet. Wie leicht es heutzuiLg- ist, Sachverständige aufzutrewen, welche eine durchaus von ter üblichen wissenschaftlichen Auffassung abweichende Dlemung Haden, oder wenigstens bekunden, lehren uns ja fast alle solche Moniire'- Prozesse. Angenommen, das Gericht stellt zwei Saä)oer!tantngL und die beklagte Partei vier, welche einen anderen Standpunlll vertreten (andere wird fie sich ja nicht aussuchen-, so wird caa Gericht, das ja nicht alle Spezialwissenschasten beherrschen tann„ schwankend; es kanii auf Grund der sich ,viderspred)enden Ou.-» achten nicht zur Verurteilung kommen. Dies ist der Inhalt ov- Artikels Alonstre-Prozesse, feiner vielen Hüllen entkleidet.
Obwohl der Artikel nur über den Verlauf von Proze!!^ gegen Wohlhabende sprechen will, läßt der vorletzte Absatz auch einen Ausblick auf den Aus gang, die Freisprechung, solchen Prozessen gegen Wohlhabende zu. r „ k
Der Artikel ,S t a a t s a n w ä l t e" in Rr. 45 II des Anz. wollte nicht «mit mangelhafter Begründung Stimmung geg Richter und Staatsanwälte machen und dann von dem anae j erjd)ütterten Vertrauen zur Rechtsprechung reden". ES W j nicht beabsichtigt gewesen, Richter und Staatsanwälte für Dl spräche der Geschworenen verantwortlich zu machen. Denn l* 1' . Artikel „Staatsanwälte" ist nur davon bie Rede, daß der s ■ anwalt jederzeit jeden Menschen in eine Untersuchung> o"w -- kann, ohne daß demselben, wenn ferne Unschuld |id) Oevou irgendwelche Genugtuung wird. Hierbei ist allerdnigs zu erway * daß der Richter dock) die Rechtsbelehrung den Lchotzenui jd)worenen giebt, und daß es wohl nicht die Regel seui dui , ^ der Urteilsspruck; sich weit von der richterlichen Ansicht Es erscheint mir nicht angebracht, objektive Artikel, wie wähnten, mit dem Vorwuri abzulun, sie rooUten '5UI™nrUr,d.aDl(i- • bewährte Institutionen machen, und ich glaube kaum, I । .
Absicht dem Durchschnittsleser aufgedrängt hat. Ter Arn sick) nicht gegen Personen, sondern gegen Mangel des A - die Annahme, daß solche existieren, hat der Artikel „li I zesse" nicht entkräften können. Einsender betrachtet es als h Recht der Preße, auf solche wunde Punkte ben ymget 0 - welche in der Anschauung weiterer Beoölkerungskieiie t sine ira et stadio — fiat jastitia.
ftA gegen Schnupfen I
L . ;:A klinisch erprobt und
ärztlicherseits mehrfach H als geradezu ideales ■
\ Schnupfenmittei
bezeichnet! * -


