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23/03/1904 Zweites Blatt
 
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General-Anzeiger, Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen

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Redaktion, Expedition «.Druckerei: Schulstr.V. Tel. Nr. 61. Telegr.-Adr.: Anzeiger Dießen.

£feSiebener ZamlllenblStter" werden dem »Anzeiger viermal wöchentlich beigelegt. Der ^esstlche Landwirt erscheint monaüich einmal.

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r Seine llehrzrii n -chn rrenlabnk foeteMte f)t, gestützt acpnlmpi qen, unter tetitnn iir,

|u|d)iiffen.

Äroßh. Oberkonsistorium wird dafür Sorge tragen, m ^Erscheinen der neuen Auflage öffentlich Kenntnis .ztbrll wird.

Institut Boltz, Ä 5ebDelL1iob.Vorbtf.1tf1' t. PriB.-üaimiL

Das

8r°ßh. Ministerium des Innern

(AHrilBBg für SdinlorgrlmmfirilrD)

in »ie Großh. Direktionen der Gymnasien, Real- ßyirinasicn, Lberrealschulen, Realschulen und Schul- selinerseminarien, die Kuratorien der höheren Kochen- und Bürgerschulen, sowie die Grohherzogl.

Kreisschulkommissionen.

Unter Bezugnahme auf unser lith. Ausschreiben vom 13. .'Dezember 1901 (zu Nr. M. d. I. L 35720) benach- licht^qen wir Sie, daß nach Mitteilung Großherzogl. Ober- bnäiioriumS das Gesangbuch mit Noten vergriffen 'und eine Wen Auflage in Vorbereitung ist. DaS Gesangbuch wird in t?r -neuen Auflage besseres Papier und überhaupt beffere Sinti attung aufweisen und in einfachem Einband voraus- id: dich 1 Mk. (Ladenpreis) kosten. Aus technischen Gründen wirb sich sein Erscheinen bis etwa einen Monat nach Beginn dkß v.cuen Schuljahres verzögern.

-Da eS nun aber nicht wünschenswert wäre, wenn ein

Darmstadt, am 12. Marz 1904.

Au Nr. M. d. I. I. 7744.

Bc i r.z Wie oben.

Gisenhuth.

be Beauelair.

ganzer Jahrgang von Schülern sich inzwischen mit anderen «r?^tengesangbüchern versehen würde, empfehlen wir Ihnen, l:t i:i Betracht kommenden Schüler durch Vermittelung der Mrerljenben Klaffenlehrer zu veranlaffen, sich ihr Gesang- diich erst nach Erscheinen des neuen NotengesangbucheS

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Aeutsch-AfriLanilches.

('leneralTcutnant v. Trotha sollte, wie ein Berliner : Elat: zu melden wußte, das Kommando in Teutsch-Süd- ittsicstrika erhalten. Tiefe Meldung ist, wie dieTägl. sUnlsch." erfährt, vollständig haltlos. Oberst Leut- Iteim behält die Oberleitung der Truppen. Auch in der ttmialtung ist eine Aenderuna nicht bevorstehend. Für it? Opfer der Hereros stiftete der Prinzregent von Braun- ||trooig 15 000 Mark.

S?,er nächste Truppentransport für Deutsch--Südwestafrika Stirb am Donnerstag abend mittelst SonderzugeS vom Mnier Buhnhof in Berlin abgehen und Freitag früh in tointhjuTg ein treffen, wo sofort die Einschiffung an Bord M iieick>spostdampferSFeldmarschall" erfolgt.

Willst Du aucy welche gebend ,Ä?a, hier habe ich meine drei Söhne." Nun ließen wir uns im Grase nieder und machten die Verhandlung vollends fertig. Dabei erzählte er, wie lange er schon von unserem Kommen nach Bali gehört und danach getrachtet habe, unS persönlich kennen zu lernen. Heute nun, da er vernommen, daß wir dieses Weges zögen, habe er sich entschlossen, so lange am Wege zu sitzen, bis er uns gesehen hätte. Ungefähr nach einer Stunde marschierten wir nach Bagam weiter, wo wir an jenem Tage blieben. Auch der Bagamking wollte mir sechs Jünglinge mitgeben. Ta sie aber am nächsten Morgen nicht zu rechter Zeit auf den Beinen waren, ^ogen wir ohne sie weiter. Der König versprach sie zwar in sechs Tagen nachzusenden, sie sind aber nicht eingetroffen. Mr haben übrigens auch ohne sie die Schule schon voll."

von Reder. Heinrich MannsDie Jagd nach Liebe". Maria Janitsclfek über namenlose Poesie. Friederike Kernp- ne r. Vom zweiten Kunsterziehungstag. Berliner Theater. Theaterplnäe..Bunte Bühne". Selb st anzeige: Gregoris Cck-auspielersehnsucht". Eugen d'AlbertsTiefland". R. HeubergersOperetten". Pflege des DollSliedes. Kirchen­lieder. Aestethisches Gewissen. Museumsbauten. Das Mo­derne in der Architektur der Neuzeit. Tas Dresdener Stadt­bild in Gefahr.Der Kasten". Schlaftänzerin Madeleine G. Karl StorcksDer Tanz". Notenbeilage: Johann Strauß, Vater, Hofball-Tänze; Richard Heuberger, Zwischenakt-Musik aus dem Baby". Bilderbeilagen: P. Schulye-Naumburg, Regenbogen; Leopold Horowitz, Johann Strauß; Th. Graetz, Mrtsstube; Bernhard Winter, Sonntagsmorgen.

Bernard Shaw: Der Schlachtenlenker. Komödie in einem Akt. (S. Fischer, Verlag, Berlin.) Geh. 1.50 Mk. Shaw ist einer der geistreichsten heutigen Dich­ter in England, der einzige Dramatiker, der in Deutschland im Begriff ist, festen Fuß zu fassen.Der Schlachten­lenker"' ist ein verwegener Akt, zweideutig in seiner Psycho­logie, skeptisch, mit welthistorischem Blick, voll Witz und Sarkasmus. Im Mittelpunkt sdeht Napoleon, bet uns am Anfang seiner großen Laufbahn geschildert wird. In einem italienischen Wirtshaus hat er ein Abenteuer, das das Ge­misch von Kraft und Niedrigkeit seiner gewaltigen Natur enthüllt und ihn ohne die Patina des Ruhms und seiner späteren Größe in dem wilden Hunger seiner Jugend zeigt. Tas Stückchen wurde vor Jahresfrist im Frankfurter Stadttheater zur Aufführung gebracht. Begegnete indes dort voller Verständnislosigkeit. In Berlin fand eS jüngst freundlichere Aufnahme.

Hugo v. Hofmannsthal: Gestern. Drama­tische Studie. (S. Fischer, Verlag, Berlin.) Geh. 1.25 Mk. In dem Augenblicke, wo der Bühnenerfolg seiner Elektra" Hugo v. Hofmannsthals als Künstler in weite Kreise trägt, wird es interessieren, das dramatische Erstlingswerk des Mener Dichters kennen zu lernen. Er schuf es kaum achtzehnjährig. Man muß staunen, was in dieser frühen Arbeit schon alles gekonnt ist. Die Vorzüge, die man heute an ihm rühmt: dekadent-nervöse Feinfühligkeit, sp> ach- schöpferische Kraft, die Fähigkeit, immer neue Töne, Nyth- men und Melodien zu finden für das leiseste Fühlen und Tenken der blutjunge Student hat jene Eigenschaften

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Eingabe an den Reichstag.

R. Berlin, 22. März.

Das Aeltestenkollegium der Berliner Kaufmannschaft hat in einer Eingabe an den Reichstag sich mit Gründlichkeit über die Borsengesetznovelle ausgesprochen. Das

Die Verbindung von Mndhuk nrit den im Felde stehen­den Truppen ist nach wie vor schwierig. Ter Heliograph ist erst 60 Km. von Windhuk in Tätigkeit.

©in von einer Patrouille unter Führung des Land­wehrmannes Kürsten am 24. Januar auf Farm Körsten gefangener Herero, der an der Plünderung der Farmen Frauenstein und Ongeama und an der Ermordung der Besitzer P i l e t und Po'rberg teilgenommen hat, sagte, wie jetzt fest gestellt wurde, aus, daß Vorberg und ein Freund aus Bremen beim Frühstück saßen, als sie von 200 Hereros angegriffen wurden. Beide traten mit Ge­wehren bewaffnet auf die Veranda hinaus und feuerten auf die ebenfalls schießenden Angreifer. Von vielen Kugeln getroffen fiel zuerst der Freund, dann Vorberg selbst zur Erde. Dem sterbenden Farmer wurde der Kopf mit einem aus einer anderen ffarm gestohlenen Küchen­beil abgehackt und auf dem Dachfirst aufgee- vflanzt. Tas Kleinvieh, Hühner und Hunde wurden von den Wilden sofort getötet und verzehrt, während das Rind­vieh fortgetrieben und auf der Farm alles zerstört wurde.

Ten Rheinischen Missionaren in Teutsch-Süd- westafrika ist, soweit sich bis jetzt übersehen läßt, kein Leid geschehen. Tas Missionshaus in Barmen erhielt auf eine telegraphische Anfrage aus Okahandja die Antwort: Missionar Diehl und sämtliche Missionsfamilien sind 'ge­rettet. Vom Missionar Eich in Waterberg und von den Missionaren Kremer und Tetering in Gaub, westlich von Grootfonftin, ist noch nichts bekannt. Tie Missionsstationen sind zum Teil geplündert und die Gemeinden zerstreut." TieBerichte der Rhein. Mission" bemerken dazu noch: Bedroht ist jetzt besonders der Osten mit den Stationen Otjihaenena uno Okazeva und der Norden mit den Nieder­lassungen in Omburo, Dmaniru und Odjozondjupa (Water- berg)." Ein weiterer Gegenstand der Sorge in Missions­kreisen ist das Geschick der Ovambomission. Sowohl die Rheinische wie die Finnische Missionsgesellschaft haben mehrere Stationen an der Nordgrenze von Teutsch-Süd- westafrika. Ta anzunehmen ist, daß die kriegslustigen Ovambo in den Aufstand mit hineingezogen werden, schweben die dortigen Missionsgeschwister in größter Gefahr, zumal da sie noch nicht so mit dem Volke verwachsen sind, wie die Hereromissionare. Tie Finnische Mission hat gerade eine Reisegesellschaft von vier Männern und drei Frauen unter­wegs, a ls die Unruhen ausbrachen. Sie müssen vorläufig in Swakopmund bleiben, um bessere Zeiten abzuwarten.

Wie man in Kamerun Knaben in Pens io n gibt, erzählt der Basler Missionar Ernst von Bali in einem Bericht über seine Reise nach Bamum in Nord-Kamerun. Nachdem er die großartigen Festungsanlagen dieser vom Islam berührten Stadt, deren äußerster Wallgraben 10 bis 12 Stunden Umfang hat, beschrieben, berichtet er über die Heimreise. Ter König schenkte ihm einen schönen Elfen­beinzahn zum Abschied und gab ihm zwei Knaben mit in die Schule. ES sollten auf dem Rückwege noch weitere Ge­nossen zu diesen Jungen von Bamum kommen.Bei Ba­gam", schreibt der Missionar,erlebte ich noch einen inter­essanten Zwischenfall. Als wir um eine Ecke bogen, sahen wir einen Mann unter einem großen Schirme am Wege sitzen. Zu seinen Füßen kauerte eine Anzahl Knaben. Hinter ihm lagen einige Kalabassen, Palmweine und Turrabier im Schatten des Grases' daneben waren zwei Ziegen ange­bunden. Mas soll'8 da geben? fragten wir uns. Als wir naher kamen, sagte ich zu ihm:Vater, was willst Tu hier?"Ich warte auf Euch!" war die Antwort.Auf uns, warum denn?" ,^Jch habe gehört. Tu würdest Knaben nach Bali nehmen unb dort unterrichten."Ja, das ist so. Mer bist Tu denn?"Der Häuptling von Barnenstng."

Jlttetafut und Konst.

Otto Julius Bierbaum, Die Haare der Eiligen Frin gilla und andere Geschichten, llbsc) lagzeichnungn von Th. Th. Heine. Geheftet 1 Mk. Serie g von Albert Langen in München. Ein neuer No- rfmbanb von Otto Julius Dierbaum, wird mit Interesse . cn'.'.snommen. Diese Novellen sind überaus amüsant und , $em in formeller Beziehung kleine Kunstwerke. (Äen weil . Ä lich mit ruhiger Sicherheit so gibt, wie er ist, und edi' anderes vorstellen will, als was er ist, darum ist er d ji'ioi Lichter.

Emile Zola, Lili und andere Novellen. IL-ick lagzeichnung von Th. Th. Heine. Geheftet 1 Mk. Ser» ] fjh.T>n Albert Langen in München. Auch in diesen Novellen l'ti irt sich Zola: als der große Künstler, als den ihn Ü Welt kennt. In ihrer Art sind diese kleinen Geschichten - rr unbedeutender als seine berühmten großen Romane. . ist immer der Menschenbeobachter und Menschenschil- i torr ersten Ranges, und dabei sind diese kurzen Geschichten hk'! Poesie, die namentlich in der Naturschilderung zum i ®TUcf kommt. Die Ausstattung ist elegant, die lieber» flsfjitjj ersten Ranges.

Der Kun st wart. Rundschau über Dichtung, Thea- i las. LAusik und bildende Künste. Herausgeber Ferdinand r. >acnriii3. Verlag von Georg D. Wt. Callwey in München. ( HMljährlich 3 Mk., das einzelne Heft 60 Pfg.) Wir l k:-h : schon mehrfach empfehlend auf denKunstwort" hin- ( [tief en und dessen Verdienste hervorgehoben um Hebung i jiß Üvinft auf allen ihren Gebieten. Das eben erschienene SOM beweist auf8 neue, daß der Herausgeber ernst be» f M ist, alle Gebiete der Kunst zu beobachten und zu wür- i: j'ijin und durch Noten- und Bilderbeilagen das Interesse t :ic Üe>fer zu erhöhen. DerKUnstwart "gehört wohl jetzt inten beliebtesten Kunstzettschriften, und bei dem ehrlichen 2 Stilen des Herausgebers stets das Beste zu bieten, wird c5 i $ro:ud) wohl gelingen, dos Blatt auf der Höhe zu er- f; 'odifflA die stetige Zunahme seiner Leser zeigt dies. Inhalt d oti zweiten Märzheftes: Heimat schütz. Vom Heraus- g M. Von der Treue. Bon Wolf Bartels. Johann Lder Vater. Bon Richard Sulfo. Sprechsaal: TEn: und für dieneue Frauentracht". Lose 2ltar: Gedichte von Hans Böhm. Rundschau: Heinrich

Politische Tagesschau.

Der preußische Kultusminister.

Aus Berlin, 22. März, wird uns geschrieben:

Bei den kirchenpolitischen Debatten im preußischen M- geordnetenhause ist die Persönlichkeit des preußischen! Kultusministers Dr. Studt, obgleich auch er wiederholt das Mort ergriff, in den Hintergrund getreten. Das liegt einmal daran, daß, wenn der leitende Staatsmann mit programmatischen Erklärungen in die Debatte eingreift, die Darlegungen des Ressortministers mir ergänzenden Cha­rakter tragen und demgemäß in die zweite Linie rücken. Tann alber auch daran, daß neben der Beredsamkeit des Grafen Bülow die Redegabe des Dr. Studt nicht zur Gelt­ung kommt. Der Kultusminister hat schon in normalen Zeitkäufen selten das Ohr des Hauses. Im Parlaments­bericht kehrt bei den Reden des Ministers der Vermerk wieder:Auf der Tribüne schwer verständlich^. Die Be­deutung des parlamentarischen Auftretens dieses Ressort­chefs liegt weniger im Plenum als in der Kommission. Immerhin hat hie Jesuitendebatte auch, und matt darf sagen, besonders für die Stellung des Kultusministers! Bedeutung. Von ihm rührt der die Wendung in der Kirchen­politik einleitende Erlaß über die marianischen Kongrega­tionen her. Selbstverständlich ist der Erlaß nicht ohne daZ' Einverständnis mit dem Ministerpräsidenten ergangen, aber Tr. Studt hat speziell diese Verordnung immer und immer zu rechtfertigen sich bemüht. Es darf also je^t als fest­stehend betrachtet werden, daß der gegenwärtig m Preußett amtierende Kultusminister solange nicht der Reihe derGe­wesenen" sich anschließen wird, als das Kabinett Bülowi existiert. Beide Herren sind gleichermaßen zu Entgegen­kommen gegenüber dem Zentrum bereit. Sie sind sich wohl auch einig über die Grenze, bis zu welcher oas Entgegenkommen geht, um ein Wort des Grafen Bülow zu gebrauchen. Das Zentrum, wenn es auch im preußi­schen Landtag nicht ausschlaggebend ist, kann sich alles in allem schwerlich einen besseren Kultusminister wünschen, als Herrn Studt. In protestantischen Kreisen begegnet man beiläufig der Auffassung, daß die frühere Tätigkeit Dr. Studts als Verwaltungsbeamter in Landesteilen mit vor­wiegend katholischer Bevölkerung ein gewisses Wohlwollett geaeilüber dem Katholizismus bei ihm erzeugt habe, ähn­lich wie das beim Grafen Bulow seiner langjährtgen^ Mrk- samkeit in Rom zugeschrieben wird.

Gießen, den 22. März 1904.

Z etr.: Neuauflage beS Gesangbuches mit Noten.

Hr Grosch. Kreisschulkommission Gießen

an die Schulvorstände des Kreises.

Mit Bezug auf das im Kreisblatt Nr. 2 von 1902 ab- ruckte Ausschreiben der oberen Schulbehörde vom 18. De- pmbiec 1901 teilen wir Ihnen nachstehend einen weiteren frlafö der genannten Behörde zur Kenntnisnahme und weiterer Btrc nlaffung mit.

Tr. Breidert.

bereits mit seltsamem Stilempsinden zu einer Technik ent­wickelt, der man trotz mancher Zügellosigkeit Anerkennung zollen muß.

Novella d'A ndrea" ist in der Vaterstadt Lud­wig Fuldas im Schauspielhaus in Frankfurt a. M. zum ersten Male gegeben worden und hatte mit Ch ar- lotteBochinder Titelrolle, in einer gut inszenierten Auf­führung bemerkenswerten Erfolg.

Aphorismen. Von AdolsOberländer, dem berühmten Karikaturen-Zeichner derFlieg. Bl.", bringt das Aprilheft der mit ihrem reichen und feinem Inhalt sehr empfehlenswertenSüddeutschen Monatshefte", ein paar hübsche Worte, mit denen der Münchener Maler- Humorist in seinem 59. Lebensjahre auf literarischem Ge­biet debütiert. Es gibt kein Formenrezept für die Schön- he it. Wer sie nicht überall in dem unendlich reichen Formenschatz der Schöpfung herausfinden kann, dem ist nicht zu helfen! Bildende Kunst. Den äußerlichen Flimmer einer Erscheinung kann auch der Photograph geben: erst beim iFrfassen des Seelischen einer Erschein­ung beginnt die Kunst. In der Art, wie wir das Wesen des Humors auffassen, zeigt sich unser Charakter. Tie Erkenntnis Gottes. Ich hab' einen Kanarie, einen recht possierlichen Kerl. Meine Nase itnb meinen Bart liebt er zärtlich meine Fingerspitzen haßt er, vorn Aermel meiner wollenen Joppe ist er entzückt, mein Stroh­hut aber erfüllt ihn mit Entsetzen daß alle diese Dinge zu einer Person gehören, begreift er nicht. Wenn die Weisen das Wesen Gottes LU erklären suchen, muß ich! immer an meinen Kanarie denken.

Braunschweig, 22. März. Der Geschichtsforscher, Stadtarchivar Professor Dr. Ludwig Henselmann, wurde heute mittag auf seinem Bureau^ von einem Schlag- an fall getroffen und war sofort tot.

Das königlicheSchauspielh aus in Berlin wird wegen des Umbaues demnächst bis 1. Januar 1905 geschlossen.

Von HeinzTovote erscheint demnächst im Verlage von F. Fontane u. Co. ein neuer Roman: DonnemannS.

Die schwedische Regierung beschloß, 55 000 Kronen zur Bearbeitung derSammllingen Nordenskjoelds zu bereinigen unter der Bedingung der Staatsüberlastung eine weitere Ver­gütung.

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Zweites Blatt. 154. Jahrgang Mittwoch 23. März 1S04

M|d)etnt täglich mit Ausnahme deS Sonntags. J Rotationsdruck und Verlag der Brühl'scheu

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