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154. Jahrgang
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Mittwoch 23. März 1804
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£tn Biebener Anzeiger p6m im Wechsel mit Ir hessischen tandwlrl
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Glchener Anzeiger W General-Anzeiger **
v den polti. und allgem.
Amts- Md Anzeigeblatt für den Kreis Gießen ZWZ v zetgenteil: HanS Beck.
Der Krieg zwischen Japan und Iußlaud.
Ein Gefecht bei Port Arthur.
Gin weiteres Telegramm deS Admirals Alexejew im ben Kaiser au 8 Mu Den von heute meldet: Der Kom- i•icnbnnt der Flotte berichtet vom 22. aus Port Arthur: IRR Mitternacht näherten sich zwei feindliche Torpedoboote der äußeren Reeoe, wurden aber durch die OEt: r. toerfer der Batterien entdeckt und mit dem F-euer von t' kn Batterien und drei Kanonenbooten empfangen. Die ».Meiner zogen sich infolgedessen zurück. Um4Uhr rurde ein zweiter Angriff von drei feindlichen Tor- p-kdol'7'oten ebenfalls zurückgewiesen. Bei Tages- c nbruch näherten sich von allen Seiten feindliche Detachements, sechS Panzer, sechs Panzerkreuzer, sechs •Cim^rr zweiter und dritter Klasse und acht Torpedoboote.
71 ii.hr früh begann unser Geschwader die Jnnenreede zu rl kilos en, als erster der Kreuzer „ASkold" mit meiner efclogw. Die feindlicben Panzer näherten sich Liautischan ri nb liierten etwa 100 Schuß auf Port Arthur und etwa 81 it gl,eiche Zahl auf die Umgegend. Unsere Schüsse fielen t’irrtb '->er Entfernung sehr gut ein. Gegen 10 Uhr früh titoi tiine Granate einen japanischen Panzer, der sich ent- sssÄnh Nachdem das Bombardement gegen 11 Uhr vor- tü-pg aufgehört hatte, entfernten sich die feind- LHdu -1 Schiffe, ohne unser 'Geschwader anzu- t!)' i en. — Nach einem weiteren Bericht des Gene-
r: olf Stössel bestand das feindliche Geschwader, das vor Wort Arthur erschien, aus 6 Panzern unb 12 Kreuzern. (fWflin 9 Uhr früh teilte sich das Geschwader. Die Panzer rmud die Torpedoboote nahmen Stellung zwischen Liauti- f'!)f)cn Lind der Golobinabucht, während die Kreuzer in zwei (Stniptrn nach Süden und Südosten von Port Arthur gingen. U!m 9 Uhr 20 Min. eröffnete der „Retwisarr" das Feuer ilä5er liautischan hinweg gegen die feindlichen Panzer, welche cLTitroo: tefen und auf die Stadt zielten. Inzwischen ging bin? russische Geschwader auf die Außenreede und formierte sisÄ ir Linie. Gegen 11 Uhr schwächte sich das Feuer ab. Ii.o? jc panische Geschwader vereinigte sich, dampfte langsam nmifi r iidosten ab und war bis Mittag verschwunden. 5 r rj|[t|| ch e Soldaten wurden während der Beschießung gelötet, 9 verwundet, 1 leicht verletzt.
Endlich schickte General Stössel noch folgendes Tele- gipftoim Um Mitternacht des 22. März erschienen im Lichte dem edrcintocrfer japanische Torpedoboote, welche von un- sexrm s^achtschiffen und Festungsbatterien beschossen wur- >cm. Tas Feuer dauerte 20 Minuten. Um 4 Uhr morgens rrmtlfc der Angriff wiederholt. Um 6 Uhr 30 Min. morgens rhm won Süden vier fei-ndliche Schiffe, darauf das ganze G^Icbwader, bestehend auf elf größeren Schiffen und acH 7crpedobooten. Unser Geschwader ging auf die Reede, ui n dein Feind zu begegnen. Um 9 Uhr feuerten die feind- i M Panzerschiffe auf Liautischan, begaben' sich hierauf ri'nlrr die Berge von Liautischan und nahmen von dort POm Arthur unter Feuer.
Vom Kriegsschauplätze.
(Hm Telegramm des Statthalters Alexe- . c'n? an den Zaren aus Mukden vom 22. März besagt: (i/rrcra!: Mischtschenko berichtet, daß am 17. März russische Pw ttcuiillen bei Annäherung an An d schu auf dem linken llf'Jeih:8 Tschintschanghang gegenüber der Stadt feind- l i ahe (i r d w e r k e bemerken. In Joengpjoeng ist der Feind i cid uiicht erschienen. Man glaubt, daß sich in Andschu eii i'tjuunische Division und in Pjoengjang der übrige Teil de »rnflittt japanischen Armee befindet. Als wir den Bericht übuA dile Ankunft zweier feindlicher Schwadronen in Pakts, 'icinN erhielten, schickten wir dahin 200 Reiter, um den . 'n mm Ueberschreiten des Paktschoenggang zu verhindern. UnH'e Reiter bemerkten auf dem linken Ufer drei Schwa- welche sich bei Ankunft unseres Detachements ohne Ges[i'ch nach Andschu zurückzogen. Tie Schwadronen der bestehen aus 190 Pferden. Nach einer Meldung vol'nlS'. d. M. besetzten an diesem Tage 300 japa - n i i'säe Reiter Joengpjoeng. Material für Feld- brvJit'r. ist südlich und nördlich von Andschu bereitgestellt.
s'ch Informationen beim Generalstab hat die russische Iniü'" tl'ntur ihre Kontrakte für die Verpflegung der rn ssischen Armee hauptsächlich mit vier der Verwaltung 'Siir- mandschurischen Bahn und der russisch-chinesischen odÄ niahestehenden Personen abgeschlossen, die mit den C-1 n und wirtschaftlichen Verhältnissen der Mandschurei fc'i "V’rtraut sind. Die Abschlüsse sind, da sie sehr recht- zertÄz erfolgten, zu günstigen Preisen für die Krone gemacht wo Tib.n. Vieh und Getreide soll nach den Angaben anc trvselben Quelle ganz ausreichend vorhanden sein. Au'? allen größeren Stationen der mandschurischen Bahn sinkt [sspße Proviantlager angelegt worden.
See bisherige russische Gesandte in Tokio, Baron R o fi'!n„ ist in Petersburg eingetroffen. Er erzählte: Seit ~ r • entfachten Studenten und kleine Be- i nn li bde Kriegslust im japanischen Volke. Tie Zivi.L'w im Kabinett suchten anfangs zu beschwichtigen, ber:' i e:gsminister und der Marineminister wußten jedoch ihres umlegen und die Hofpartei zu überreden, daß ein frieipsi^ees Einlenken dem Volkswillen entgegen sei. Mitte IarllM war der Krieg schon beschlossene Sache.
Das Christentum in Japan.
der letzten japanischen Missionsstatistik betrug im S'tifra 1!X)2 die Gesamtzahl der eingeborenen Christen in Ivp::m rmnb 130 000 Seelen. Davon waren 46 634 Pro- feftefto. 26 680 griechische uub 55 824 römische Katholiken. Das' fitib keine großen Zahlen im Vergleich zu der auf 46 91'1 ir'5.eiiii berechneten Bewohnerschaft des Jnsclreichs. Aber das: ZiWltat gewinnt an Bedeutung, wenn man erfährt, da>'; ‘ ai vor 30 Jahren die Strafgesetze gegen die Christen auffi^fobom und die Tekrete gegen die „böse Sekte" von
den öffentlichen Anschlagebrettern entfernt wurden. Cs ist bezeichnend für die japanischen Verhältnisfe, daß die gebildeten Schichten des Volks am ersten in Beziehungen zur christlichen Religion getreten sind. Die ländliche Bevölkerung hält sich fast ganz fern, dagegen soll die Hauptstadt Tokio nicht weniger als 14—15000 Christen unter ihren Bewohnern zählen. Aus den Gemeinden der verschiedenen Missionsgesellschaften sind bereits die Inhaber folgender angesehener Aemter hervorgegangen: ein Kabt- nettsminister (Graf Aoki); ein Präsident und ein anderes Mitglied des Reichsgerichts; zwei Präsidenten im Unter* Hause des Parlaments; zwei oder drei Vize-Staatsminister usw. Im ersten Reichstag saßen zwölf Christen. Im Heer sollen 155 christliche Offiziere sein; auch einige hervorragende Stellen in der Marine sind mit Christen besetzt. Aus den Universitäten und an den höheren Regierungs- fchulen findet man unter Lehrern und Lernenden die Christen in unverhältnismäßig großer Zahl. Dasselbe gilt von den Studierenden, die auf Kosten der Regierung ins Ausland gesandt werden. Drei ber großen Tageszeitungen Tokios stehen unter Leitung christlicher Männer. Von den Wohltätigkeitsanstalten, die aus christliche Initiative zurückzuführen sind, sei nur das treffliche Waisenhaus in Okayama erwähnt. „Dieses Hervorleuchten von Christen", lesen wir in Munzinaers Buch „Japan und die Japcmer", dem wir diese Angaben entnehmen, „ist nicht auf Rechnung des Zufalls zu setzen. Sie haben auf das Leben des japanischen Volkes einen tiefen Gndruck gemacht. Der Einsluß, den man ihnen zugestanden hat, is! ein Tribut, den man der Religion, die sie zu dem machte, was sie sind, unbewußt entrichtet."
Chinas Vorbereitung.
Gin eigentümliches Licvt auf die von China in aller Form und wiederholt gegebene Versicherung, strikte Neutralität im russisch-japanischen Ktnege beobachten zu wollen, wirft das vom Pekinger Auswärtigen Amt an die ausländischen Regierungen gerichtete Ersuchen, die Frist zur Bezahlung der Kriegskosten-Entschädigung zu verlängern, damit China in diesem Jahr die zu zahlenden Summen zur eigenen Verfügung habe. Es ist kaum anzunehmen, daß die Mächte, abgesehen vielleicht von England, auf diesen Wunsch eingehen. Aus Berlin, Paris, Petersburg ist bestimmt ein rundes Nein zu erwarten. Tenn be/ Zweck der Geldan- sammlungen kann doch nur der sein, China im gegebenen Augenblick das Eingreifen in den Krieg, zu Gunsten Japans, zu ermöglichen. Ter Einwand, daß China in den Stand gesetzt fein müsse, nötigenfalls die Respektierung seiner Neutralität zu erzwingen, ist bezeichnenderweise von Japan der Pekinger Regierung an die Hand gegeben worden. Wer glaubt im Ernst, daß Japans „dringendes" Ersuchen an China, neutral zu blewen und ihm nicht *ur Hilfe zu kommen, auftichtig gemeint fei? Natürlich, solange Javan China nicht braucht, solange es mit dem russischen Gegner allein fertig zu werden meint, ist Chinas Neutralität wünschenswert. Ter Grund ist einfach genug: Japan will möglichst allein die Früchte seines etwaigen Sieges ernten. Teilhaber an der Beute soll China nur bann sein, wenn alle Stricke reißen, wenn Japan in die Gefahr kommt, geschlagen zu werden. Mit China besteht also gewissermaßen eine Rückversicherung für den äußersten Fall. Tritt der ein, dann finden sich die Gelben gegen die Weißen zusammen. Es ist kein Geheimnis, daß am Pekinger Hof eine einflußreiche Kriegspartei be- tcht, die nur mit Mühe durch das Machtwort der Kai- erin-Witwe zurückgehalten wird. Es können aber auch apanische Siege den Chinesen derart zu Kopfe steigen, )aß die Bevölkerung mit unwiderstehlicher Kraft den An- chluß an Japan verlangt, um Rußland endgiltig zu vertreiben und anderen Mächten jede Neigung zu ähnlichen Aneignungen, wie derjenigen der Mandschurei, zu benehmen. In jedem Falle ist es ein bedenkliches Anzeichen, daß China die Kriegs-Entschädigungszahlung hinauszuschieben trachtet.
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Tie Zarin wird jedem Soldaten in Ostasien ein persönliches Geschenk verabreichen lassen, bestehend aus einem Kleidungsstück unb einigen Süßigkeiten. Tie Kosten hierfür sollen aus der Privatschaiulle der Zarin bestritten werden.
Dcnllches Keich.
Berlin, 22. März. Man meldet aus Po r t M a h o n: Ter Kaiser traf heute vormittag an Bord des „König Albers ein. Nachdem der deutsche Konsul und die spanischen Behörden sich gemeldet hatten, begab sich der Kaiser unter Salut an Land, um am Grabe des hier verstorbenen Kapitänleutnants von Bunsen einen Kranz niederzulegen. Tie Abfahrt erfolgte heute nachmittag fünf Uhr. Als ber „König Albert" durch die langgestreckte Einfahrt zwischen den alten spanischen Befestigungen hindurch den inneren £afen verließ, feuerte spanischer Kreuzer Salut, den der „Friedrich Karl" erwiderte. Tie Bevölkerung war in Scharen an den Ufern versammelt und umschwärmte die deutschen Schiffe in Booten. Ueber diesen wenig bekannten Hafen sind dem „Leuchtturm" folgende Mitteilungen zugegangen: Mahon bietet absolut nichts für den Vergnügungsreisenden. In Mahon ist ein leeres Arsenal vorhanden, sowie ein recht mangelhaftes Trockendock, ferner [ehr praktische Humm erreservoirs, und eine kleine Insel mit einem Tempelboden aus der römischen Zeit, ber in Mosaik hergestellt ist. Die Stabt ist reinlich, aber langweilig nnb hat als einzige allerdings sehr interessante Anziehungskraft in seiner Hauptkirche eine kolossale Orgel, wohl eine der schönsten der Welt, welche zu Anfang oes 18 Jahrhunderts durch -men Schiffbruch nach diesem ent
legenen Orte verschlagen wurde. Tie gesamte Insel isk ein flacher, öder Felsen, bewachsen mit Kapernsträuchern und Mais, ohne jedwede landschaftliche Schönheit, belebt: von unzähligen Schaf- und Ziegenherden. Ter Export von Menorca-Käse, der dem Parmesan ähnlich ist, betrug) im Jahre 1903 über 300000 Mark. Wirtschaftlich fei diese, Insel in Teutschland zwar noch gar nicht bekannt, aber sie könne eine außerordentliche Bedeutung gewinnen.
— Am heutigen Geburtstage Kaiser Wilhelms I. bildete das Charlottenburger Mausoleum das Ziel zahlreicher Verehrer des Verewigten. Eine große Anzahl von Kränzen wurde niedergelegt, so von dem badischen Großherroqspaar, dem Erbgroßherzog und feinet Gemahlin. Im Auftrage des Kaisers legte um 12 Uhr General v. Hahnke einen Kranz von Lorbeer und weißen Rosen nieder.
— Tie „National-Ztg." meldet: Der Staatssekretär des Innern Graf Posadowsky ersuchte die Bundesregierungen unter Hinweis auf die in Nordamerika beobachteten Erftankungen von Arbeitern in Betrieben zur Gewinnung oder Verarbeitung von Rohpetroleum, die diesbezilgl. Erhebungen in den einzelnen Staatsgebieten zu veranstalten. Außerdem wurde den Bu-ndesreaierungen anheimgegeben, den Gewerbeaufsichtsbeamten die besondere Beobachtung der Betriebe bezeichneter Art aufzutragen.
— Gr a f Pückle r sprach gestern nach längerer Pause wieder vor einer Berliner Volksversammlung. Gr sprach ausfallend gemäßigt und forderte zur Bekämpfung des jüdischen Einslu sses nur mit den Waffen deS Geistes auf, Redakteur Kammer begrüßte die Ausweisung der russischen Studenten Mandel stamm und Silber- farb als den Beginn einer antisemitischen Erkenntnis in Negierungskreisen.
— Die „Nationalztg." schreibt: Bezüglich der preuß. Wahlrechtsreform wurde innerhalb der national- liberalen Fraktion des Abgeordnetenhauses der Antrag formuliert, daß die anderweitige Feststellung der Wahlbezirke für das Abgeordnetenhaus unter Berücksichtigung der inzwischen eingetretenen erheblichen Vermehrung der Bevölkerung herbeigeführt werde, daß die Gesamtzahl der Abgeordneten und der Wahlorte neu bestimmt wird unb daß die Abteilungen derart gebildet werden, daß von der Gesamtsumme der Steuerbeträge aller Urwähler stuf Zwölftel auf die erste, vier Zwölftel auf die zweite und drei Zwölftel auf die dritte Abteilung entfallen; für die Wahlhandlung sowohl bei der Wahlmänner- wie bei der Abgeorbnetenwahi sind neue, dem Verfahren bei der Stadtverordnetenwahl in den östlichen Provinzen entsprechende Bestimmungen zu treffen.
Kiel, 22. März. Die Ausweisung des österreichischen Arztes Dr. Fröhlich-Wien erfolgte, weil der Aus- gewiesene sozialdemokratische Agitation trieb. Dr. Fröh-c lich ist ein eifriger Parteigänger der Sozialdemokrat^ und veranlaßte durch feine aufreizenden Reden die Auflösung einer Versammlung in Breslau. Die dortige ßte» gierung verfügte daraufhin feine Ausweisung. Der Agp tator, der die Alkoholftage zu gunften ber sozialbemokrw tischen Bewegung auszunutzen verstand, entging bisher dadurch der Ausweisung, daß er bald in diesem, bald ini jenem Orte auftauchte unb ber Polizei unb ihrem AuA weisungsbefehl ein Schnippchen schlug. So hielt er feine Agitationsrede in über 50 deutschen Ortschaften mit starker sozialbemokratifcher Wählerschaft. Von Hamburg aus teilte Dr. Fröhlich „mit sozialbemokraüschem Gruß" ben Kieler Gsuossen mit, daß er in Kiel feine Ausweisung erwarte, Tie hiesige Versammlung wurde denn auch für den bevorstehenden Sensationsakt ausgebeutet und die „klassenbe- wußte Arbeiterschaft zum ftammenben Protest" gegen baS: Vorgehen ber kulturgegnerischen Negierung veranlaßt.
Oldenburg, 22. März. Zum Zwecke ber schnellen; Verabschiedung des Erb folge gesetze s, das in zwei verschiedenen Landtagen genehmigt werden muß, toirb demnächst ber bis 1906 gewählte Landtag aufgelöst. Die' Neuwahlen finden im Sommer statt.
Braunschweig, 22. März. Eine politisch bedeutungsvolle Meldung. ist der „Braunschtv. Landesztg." von durchaus glaubwürdiger Seite zugegangen. Danach war der Kaiser, als er zum Geburtstage des Königs von Dänemark in Kopenhagen ein traf und vernahm, daß der Herzog von Cumberland kurz vorher die Mckreise angetreteü hatte, sehr indigniert unb äußerte zu feiner Umgebung* „Nun lause ich dem Herzog aber nicht mehr nach!" Zeuge dieser Aeußerung war ein hoher Regierungsbeamter. Wie das genannte Blatt weiter meldet, hat in der Tat die Absicht bestanden, eine Vermählung des deutschen Kronprinzen mit einer Tochter des Herzogs von Cumberland herbeizufiihren. Diese Absicht ist aber gescheitert, weil eine von Hannover lerschienene Abordnung ben Herzog gegen eine solche Verbinbung einzunehmen gewußt habe.
Marienberg, 22. März. Bei der Reichstagsersatzwahl im Wahlkreise Marienberg-Zschopau, «'Sachen 20) wurden im ganzen 20 608 Stimmen «abgegeben, für Pin kau (Svz.) 10277, für Zimmermann (deutsch- sozial) 59 9 8, für Schanz (Tonf.) 4325. Es Hat sonnt Stichwahl zwischen Pinkau unb Zimmermann stattzufinben.
Koburg, 22. März. Eirre Konferenz sämtlicher thüringischen Staatsminister ist auf ben 12. April hier einberufen. Gutem Vernehmen nach handelt es sich um die BeschLuß- fass'-V-g über einen engeren Zusammenschluß der thüringischen Staaten in Bundesratsfragen.
Wiesbaden, 22. März. Der König der Vel- gi er ist heute nachmittag aus Brüssel hier eingetroffen und hat im Hotel Wilhelma längeren Kuraufenthalt ge^ nommen.


