Nr. 801
Zweites Blatt
154. Jahrgang
Donnerstag 22. Dezember 1904
Gießener Anzeiger
Redaktion, Expedition u. Druckerei: Schulstr.?.
Lei. Nr. 6L Letegr^Adr. * Anzeiger Gtetz«»
Rotationsdruck und Vertag bet Brüht'ich« UnwersllätSdruckeret. R. Lange, Dietzen.
Dricheint »glich mit Ausnahme des Sonntag-.
Die ^Oietzener LamtliendlStter" werden dem ^Anzeiger viermal wöchentlich beigelegt. Der »hesstsch« lautetet* erscheint monatlich einmal.
General-Anzeiger, Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Eichen.
Volltische Tagesschau.
Die neuen Handelsverträge.
Tte österreich-ungarischen Fachreferentnt für ven Abschluß des neuen Handelsvertrages mit Deutschland sind in Berlin eingetroffen, am 24. ds. früh wollen die Herren wieder in Wien sein. Was die Inkraftsetzung des neuen Zolltiari>fes cmbetrifft, so liegt es in der Absicht des Reichskanzlers, der kaufmännischen Welt etwa ein Jahr Zeit zu lassen, sich auf die neuen Verhältnisse einzurichten. Jedenfalls wird der neue Tarif vor dem 1. J-anuar 1906 nicht in Krnft gesetzt werden. Die Staaten sind mit diesem Plane einverstanden, sodaß die näheren Vereinbarungen über den Dermin der Inkraftsetzung der neuen Handelsverträge keine weiteren Schwierigkeiten bieten dürfte.
Ties hat natürlich die Folge, da die geltenden Verträge /n eine einjährige Kündigungsfrist gebunden sind, daß am 31. Dezember sämtliche bestehenden Verträge zur Kündigung gelangen, also auch der mit Oesterreich-Ungarn. Es kommt unter diesen Umständen nicht darauf an, ob Idie neuen deutsch-österreichischen Verhandlungen noch in diesem Jahre zum Abschluß führen. Der Abschluß kann ebenso gut im Januar erfolgen. Immerhin würde auch in diesem Falle die rasche Verständigung vor- zuziehen sein.
Tie österreich-ungarischen Delegierten hatten bereits eine längere Unterredung mit dem österreichisch-ungarischen Botschafter von Szögyenv-Marich. Die erste Besprechung mit den deutschen Unterhändlern fand gestern nachmittag im auswärtigen Amte beim Staatssekretär Frhrn. v. Richthofen statt.
In einer Audienz des bulgarischen Agenten, General Nikiforow, beim Kaiser überreichte der Agent ein Handschreiben des Fürsten Ferdinand, in welchem der Fürst dem Kaiser den Dank für die Genehmigung der Errichtung der bulgarischen diplomatischen Agentur in Berlin ausspricht und zugleich den Wunsch äußert, daß hiermit die Beziehungen Bulgariens zum Teutschen Reiche sich noch freundschaftlicher gestalten mögen. . Der Fürst hofft auch dementsprechend, daß die in nächster Zeit beginnenden Handelsvertragsverhandlungen zwischen Bulgarien und Deutschland zu einem günstigen Ergebnis führen werden.
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Zum Tode Syvetons.
Frau Syveton hat vor dem Pariser Untersuchungsrichter, der sie in eindringlicher, fast drohender Weise verhörte, eine von der früheren etwas abweichende Darstellung gegeben. Sie teilte mit, sie habe, als sie das Arbeitszimmer ihres Mannes betrat, ihm mit dem Kopf im Gasofen liegend gefunden. Sein Kopf sei bis an die Schultern mit einem Zeitungsblatt verhüllt gewesen. Die Sachverständigen erklärten, diese bisher unbekannten Umstände ließen es erklärlich erscheinen, daß im Blute Svvetons ein so hoher Prozentsatz Kohlenoxyd gefunden wurde.
Tas Blatt „Humanitö" veröffentlicht ein Interview mit dem bekannten Chemiker Berthelot über Erstickung durch Kohlengas. Er erklärt, daß der Tod leicht durch ausströmendes Gas hervorgerufen werden könnte. Er meint, es sei nicht ausgeschlossen, daß Syveton eine Dosis irgend eines Betäubungsmittels gereicht worden sei oder daß er selber ein solches genommen habe. Es könne aber weder Chloroform noch Aether gewesen sein, da die Anwendung dieser Mittel infolge ihres scharfen Geruches nicht geheim geblieben wäre. Dagegen wäre es möglich, daß Opium angewendet worden ist, was durch weitere Analysen fest- gestellt werden könne. Hiermit ist man augenblicklich beschäftigt.
Kerner verhörte der Untersuchungsrichter auch die Pförtnerin des Hauses Syvetons über die Szenen nach dem plötzlichen Tode. Bei Dr. Barnay fand darauf ein Familienrat statt, in dem der Wortlaut der Klage festgesetzt wurde, die vom Vater Syvetons gegen Unbekannt eingebracht worden ist.
Das Ehepaar Menard sowie die Advokaten Potel und Roilham haben gegen verschiedene nationalistische Blätter, die betreffs des Todes Syvetons schwere Verdächtigungen gegen sie ausgestreut haben, Ehreübeleidigungsprozesse angestrengt. *
Ter wahre Mörder Plehwes lebt?
Bekanntlich hat kürzlich in Petersburg die Verurteilung des Mörders des Ministers v. Plehwe stattgefunden. Kurz vorher aber war wiederholt behauptet worden, der wahre Mörder fet entflohen und die noch in Hast Befindlichen seien vorgeschobene P^sonen. Jett behauptet ein Korrespondent des Londoner Sensa- tinnsblattes „Daily Expreß", in Zürich ein Interview nut dem t a t- sächlichen Mörder Plebwes. Sassanow, gehabt zu haben. Dieser habe ihm Einzelheiten über das Attentat gegen den Minister mitgeteilt. Danach war er, als er die Bombe gegen den Wagen des Ministers geschleudert hatte, selber perletzt worden und in Ohnmacht gefallen. Im Gefängnis erst ser er wieder zu sich gekommen. Seine Eltern, deren einziger Sohn er war, .seien durch Agenten Plehwes ermordet worden Nachdem er ruiniert worden, sei sein einziger Gedanke gewesen. Rache zu nehm en- aus diesem Grunde sei er in eine terroristische Gesellschaft em- getreten, wo man ityn bezeichnete, den Minister, zu ermorden. Im Gefängnis sei er am 6. August von e i n e m O f f i * zser und einem Gefangenaufseher abgeholt und in einem Wagen fort gebracht worden. Er habe ae- ataribt, das; er zur Murteilung dem Richter zugestihrt werde, aber bald habe er gesehen, daß er es mit Freu n den zu tun hatte, welche fich verkleideten, um ihm zur. Flucht zu helfen. Er bat den Interviewer, den Bericht, nicht sofort zu veröffentlichcu, damit er Zeit habe, die Schweiz zu, verlassen. Er habe diese Mitteilungen zu dem Zwecke gemacht, die unschuldigen Mitverhafteten zu retten.,
Graf Bülow und die Sozialdemokratie.
R. Berlin, 21. Dezember.
Die Reichstagsreden des Grafen Bülow gegen die Sozialdemokratie haben dem Kanzler einen Angriff der — „Anii- sozialoemokr. Eorc." eingetragen. Graf Bülow läßt sich gegen diese Kritik, die ähnlich wie die des nationatliberalen Abg. Dr. Paafche gegen 511 weitgehende Beachtung der sozial
demokratischen Redner sich wendet, in einem offenbar inspirierten Artikel verteidigen. Es handele sich hier geradezu um einen Versuch, dem Reichskanzler in seinem Kampfe gegen die parlamentarische Vertretung der Sozialdemokratie in den Rücken zu fallen. Bei dem Verfasser der „Antisozialdem. Corr." scheine das politische Gedächtnis weniger stark zu sein als das kritische Bedürfnis. Er würde sich sonst der gar nicht weit hinter uns liegenden Zeiten erinnern, als man es allgemein als einen bitteren Mangel empfand, daß die sozialdemokratischen Tiraden unbeantwortet aus dem Saale des Reichstags ins Land hinausgingen und niemand am Tische der Regierung aufstand,'um fie in ihrer ganzen Hohlheit ins Licht zu stellen. Der Vorwurf ist allerdings oft genug erhoben worden und freimütig genug wird seine Berechtigung in einer offiziösen Darlegung anerkannt. Rur fragt es sich, ob jetzt nicht zu viel geschieht, während früher zu viel versäumt wurde. Unbestreitbar ist, daß durch die Gefechte zwischen Regierung und Sozialdemokratie die bürgerlichen Parteien vernachlässigt werden, und Tatsache ist ferner, daß die äußerste Linke sich sehr befriedigt zeigt über die Einschätzung ihrer Bedeutung und schon daraus einen „Erfolg" herleitet.
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Der Botschafter anf Reisen.
Der deutsche Botschafter in Washington, Frhr. Spech von Stern bürg, der erst vor wenigen Wochen in Deutsch- land weilte, ist wiederum in seiner Heimat eingetroffcn. Im diplomatischen Dienst sind die häufigen Urlaubsreifen etwas Ungewöhnliches, selbst die Vertreter des Reichs in europäischen Staaten kommen viel seltener nach der Reichshauptstadt als Frhr. von Sternburg. Es ist deshalb nicht verwunderlich, wenn in Washington das Gerücht umgeht, es werde binnen Kurzem ein Botschafterwechsel stattsinden, und der kommende Mann sei der bisherige Gesandte in Peking, Frhr. Mumm von Schwarzenstein, bekanntlich ein Angehöriger der bekannten Frankfurter Bankiersfamilie. Ob diese Kombination zutrifft, muß sich ja bald Herausstellen. Es sei jedenfalls nicht unerwähnt, daß wie verlautet, Privatangelegenheiten dem Frhr. von Sternburg ein längeres Verweilen in oder unweit von seiner sächsischen Heimat naheliegen. Es kommt also möglicherweise in Rücksicht hierauf, ein Verse tzun gs ges uch m Frage, zumal durch den Fortbestand der Präsidentschaft Roosevelt, Gewähr gegeben ist für die Dauer der guten amerikanisch-deutschen Beziehungen.
Aus Sitbwpftafnfca
General v. Trotha meldet au§ Windhuk vom 20. Dez.: Lengerke brach! am 12. Dezember mit der 8. Kompagnie und der 8. Batterie von Kcetmannshoop nach Koes auf. Tie 3. Ersatzkompagnie und ein Zug der Gcbirgsbatterie wurden zur Sicherung von Keetmannshoop und Bersaba zurückgelassen. — Am 15. Dezember schlug Lengerke die Veldschoendrager bei Koes, die nach allen Richtungen entflohen. Vom Feinde wurden 22 Tote gefunden und 300 Stück Großvieh und eine entsprechende Anzahl Kleinvieh erbeutet.
Am Typhus gestorben:
AmTyphus gestorben : Unteroffizier August Hinz. Verunglückt: Reiter August Heinrich, durch Ueber- sahren von Wagen bei Sandhub verstorben. Vermißt: Reiter Willy.Geyer, seit dem 7. Dezember bei Ow'kokorero.
Neuer Truppentransport.
Gegenüber Meldungen über umfangreiche neneTruppen- transporte nach Südwestaftika teilt die „N. Pol. Korresp." mit, daß am 23. Dezember in das Anfitandsgebiet abgehen: Der Stab einer neuen Kolonnenabteilung zu drei Kolonnen und die Verstärkung einer bereits im Schutzgebiete befindlichen Kolonnenabteilung, im ganzen etwa 29 Offiziere und Beamte, 6 80 Mannschaften, etwa 100 Pferde und Hegen achtzig Fahrzeuge. He drei Kolonnen sind als zwar Proviantkolonnen und eine Fuhrparkkolonne ausgestellt. Im Laufe des Januar folgt bet Rest dieser Kolonnenabteilung nach, außerdem noch ein Pferdedepot, 2 Kompagnien sowie Sanitätspersonal und Funkentelegraphisten zur Ergänzung der bereits drüben befindlichen Abteilung. Ob eine zweite Scheinwerferabteil- ung formiert werden soll, steht noch nicht fest.
Eine Untersuchung gegen Lentwein?
Wie das „Berl. Tgbl." erfährt, foll gegen Oberst Leut- wein eine Untersuchung eingeleitet werden. Vor einiger Zeit ging eine Mitteilung durch die Preise, Oberst Leut- Wein haben beim Friedenspalaver in Kalpontein sich den Bondolzwarts gegenüber in einer das Andenken des Leutnants Walter Jobst verunglimpfenden Weise über diesen ausgesprochen, ihn als den Urheber des Ausstandes bezeichnet. Nachträglich hat der Vater Jobsts, ein in Eberswalde woynender Oberstleutnant, sich beim Reichskanzler als den Chef des Oberkommandos der Schutztruppe über Leutweins Kalkionteiner Kundgebung beschwert, und Graf Bülow hat dem Beschwerdeführer die von ihm beantragte Einleitung einer Untersuchung gegen Lentwein in Aussicht gestellt. Bei dieser Uutcrfuch- img soll eine Anzabl vom Overstleutnant Jobst benannter Offiziere und Ansiedler als Zeugen vernommen werden.
5er Krieg.
Aus der Mandschurei.
Petersburg, 21. Dez. Kuropatkin meldet dem Kaiser vom 19. Dezember: In der 9tad)t zum 16. n ahm en Freiwillige auf unserem rechten Flügel eine japanische Schanze. In der folgenden Nacht fanden Freiwillige in der japanischen Schanze ein Schreiben in russischer Sprache, in welchem unsere Soldaten aufgesordert wurden, sich freiwillig in die jupei fiye . f-Mlg.ifi Mi t zu begeben. Inder
Nacht zum 19. vertrieben Freiwillige die JaPanPL aus den Schanzen bei der Eisenbahnbrücke- über den Schaho und zerstörten durch Pyroxylin die Blindagen in den Schanzen, sowie die Gänge von den Schanzen zur Brücke. Hierbei wurden auf unserer Seite sechs Mann verwundet. Dieses Unternehmen, das bezweckte, die Japaner am Ueberschreiten der Brücke zu verhindern, lvurde im Lause dreier Nächte vorbereitet, indem unter heftigem Gewehrseuer mit Hilfe von Sappe und Sandsäcken eine Schanze ausgeführt wurde, um auf na$e Distanz die Brücke beschießen zu können.
Port Arthur
Tokio, 21. Dez. (Amtlich.) Wie von der Armee vor Port Arthur berichtet wird, besteht die Beute der Japaner, welche bei dem Nordfvrt von TunkikwaU- schan gemacht wurde, in vier Schnellseuerkano- nen, von welchen zwei brauchbar sind. Ferner wurden vier brauchbare M a s ch in en ge s ch ü tz e, fünf Feldgeschütze, die noch einer Untersuchung unterzogen werden, außerdem Gewehre, Bomben, Munition, Handgranaten und anderes erbeutet.
Bevorstehender Seekrieg?
London, 21. Dez. Nach Meldungen ans Tokio, welche über Shanghai und Hongkong hierher gelangten, scheint es fest zu stehen, daß eine mächtige japanische Flotte bereits unterwegs ist, um die russische Ostsee flotte auf hoher See zu treffen. Tieie japanische Flotte besteht ausschließlich ans großen modernen Schlachtschiffen und schnellen! gepanzerten Kreuzern, sodaß eine entschiedene Ueber- legenheit über die russische Ostseeflotte vollständig gesichert ist. (?) Die Namen der Schiffe, welche diese Flotte bilden, sind unbekannt geblieben, ebenso der Name des Admirals, welcher dm Oberbefehl führt. Die japanische Flotte, die in südlicher Richtung den Feind sucht, wird von 15 Kohlen- Transportdamvfern begleitet, damit Kohlen auf hoher See ein* genommen werden können.
Petersburg, 21. Dez. . Admiral Birilew, dem bie zweifelhafte Ausgabe geworden ist, eine dritte Eskadre zu bilden, veröffentlicht heute einen Tagesbefehl, in dem er feinen Offizieren ebenso höflich wie energisch den B e fe hl erteilt, in Zukunft den Mund z w h a l t e n und die öffentlrche Mnnun- nicht aufzuregen.
Hüller Angelegenheit.
London, 21. Dez. Wie das Reutersche Bureau erfährt, hat die russische Regierung nicht die geringste Ke n n t n i s von Versuchen, die von gewissen Leuten gemacht sein sollen, um Zeugen in der Hüller Angelegenheit zu falschen Aussagen dahin lautend 311 Verleiten, daß sich unter den Fischerbooten an der Doggerbank Torpedoboote befanden!, als die baltische Flotte dieselben traf.
Krieger-Chokolade.
Zürich, 21. Dez.Tie japanische Regierung hat bei den schweizerischen Schokoladefabriken bedeutende Bestellungen auf Milckffchokosade mit schleunigster Lieferfrist gemacht. Mehrere Fabriken haben die Aufträge abgelehnt mit der Begründung, schon seit längerer Zeit mit gleichen BestellungenfürRuß^ land ü b e r h ä u f t zu sein.
Aus Stadt und Sand.
Gießen, 22. Dezember 1904.
•• Empfänge. Se. Kgl. Hoheit der Großherzog empfinaen am 21. Dezember u. a. den Medizinalrat Dr. Wießner von Büdingen und in besonderer Audienz den Grafen Georg Reinhard zu Solms-Laubach.
** Schlechte Schulzeugnisse sind gewiß kein er- treuliches Weihnachtsgeschenk, sie sind geeignet, bei Kindern wie bei Eltern die ganze Festfreude zu verderben oder doch mindestens sehr herabzustimmen. In jüngster Zeit ist daher vielfach die Frage erörtert worden, ob auf den höheren Schulen Weihnachtszeugniffe nicht ganz Wegfällen sollen. Die Lehrer legen auf das Weihnachtszeugnis besonderes Gewicht, weil es das letzte vor Ostern ist, und weil es die Eltern über die bevorstehende Versetzung oder Nichtversetzung ihres Sprößlingtz unterrichten soll. Indes bleibt die Frage offen, ob diese Auskunft gerade so kurz vor dem großen Freuden- feste gegeben werden muß. Ein Gymnasiallehrer, der selbst Vater von Kindern ist, schlägt vor, daß die Zeugnisse zu Weihnachten ganz fortfallen und daß anfangs Januar die Eltern der Schüler, deren Versetzung zweifelhaft oder deren Nichtversetzung fast zweifellos sei, besonders aufgeklärt werden. Dieser Wunsch dürfte der Unterstützung wert fein.
** Aus dem Bureau des Stadttheaters. Auf die beiden morgigen Vorstelltlngen, die letzten vor den Feiertagen, sei noch besonders hingewiesen, da sie speziell tiuf die Jugend Rücksicht nehmen. Die Mittagsvorstellung „Bar- süßchen" gemahnt als Weihnachtsmärchen speziell an die bevorstehenden Festtage und appelliert an die jüngste Generation, während die Zuschauer der Abend-Volksvorstellung von „Räuber" sich wohl zu größerem Teile aus der Mitte bet schulfreien reiferen Jugend rekrutieren werden.
** Deutschland zur See. Der Trairm unserer Väte^. ist Wirklichkeit geworden, e§ gibt ein Deutschland zr:r See. Taufende aber, die dtirch Wort und Tat und treue Gesinnung am Bau unserer Flotte mitwirkten, werden ihr Leben lang im Binnelckande festgehalten. Ihnen bietet der Kinematograph im Dierfft des deutschen Flottenvereins Ersatz, indem er in lebenstreuen Bildern die prächtigen Kolosse in voller Fahrt, einzeln und in Geschrvadern vorführt. Am 11. Januar 1905 findet and), vom Krieger- und Veteranenverein „Ludwig zur Svene" in Lollar veranstaltet, eine größere Vorstellung im Saalbau zu Lollar statt und zwar am Tage für Schüler der Umgegend und Lollar, und am Abend für Erwachsene. Heber Eintrittspreise und Beginn der Vorführungen ist das Nähere ersichtlich au5 später folgendem Inserate.
** Eine merkwürdige Kuh. Der Metzger Fleck hier schlachtete eine Kuh, die er von Schuhmachermeister Simon in Wies eck gekauft hatte und bei der Ausschlachtung 70—80 Pfund schwere Nieren aufwies. Daß Durchschnittsgewicht der Stieren einer Kuh beträgt ca. 20 Pfd.


