Ausgabe 
22.10.1904 Zweites Blatt
 
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Nr. 249

Zweites Blatt. 154. Jahrgang Samstag 22. Oktober 1904

vrichewt «glich «U «urnahme de- Tomtt-g». 9 AA RotcttionSdruck und Verlag der StWWn

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.An,etger viermal wSchentltch beigelegt Der F M ÖH L K L XJ1 fl M M W_ U, UM K, M, Redaktion, ExpedUlon «.Druckerei: «chulstr.,,

«heMfchtz Laa-Vtrt^ erjchetnt monatlich einmal. w v NlD m v LA W W V* Tel. Nr. 6L Lelepr -Adr.» Anzeiger Gieße»

General-Anzeiger, Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen.

KeKlmntmachMg.

In der Zeit vom 16. bis 22. Oktober 1904 wurden in hiesiger Stadt

gesunden: 1 Peitsche, 1 Rosenkranz, 1 Packet (mit 1 Hemd, 1 Handtuch, 1 WarnS und

2 Taschentücher Inhalt) und 4 eiserne unfertige Wagenkapseln;

verloren: 1 Zehnmarkstück, 1 Pferdeschoner, 1 goldener Siegelring mit blauem Stein und Wappen, 1 schwarzseidener Damenschirm mit Weichsel­griff und 1 Portemonnaie mit 12 Mk. Inhalt.

Entlaufen ist 1 brauner langhaariger Jagdhund.

Die Empfangsberechtigten der gefundenen Gegenstände belieben ihre Ansprüche alsbald bei uns geltend zu machen.

Gießen, den 22. Oktober 1904.

GroMerzoglKßes Polizeiamt Gießen.

_________________Herberg._________________

Delmnntmachung.

Wegen Vornahme von Kanalisationsarbeiten wird die Kaplaneigasse von heute an bis auf weiteres für den Fuhrwerks- und Fahrradverkehr gesperrt.

Gießen, den 22. Oktober 1904.

Großherzogliches Polizeiamt Gießen.

__________________Herberg._________________

Großh. Gewerbeschule Gießen.

Das Wintersemester der unter Oberaufsicht Großherzog­kicher Zentralstelle für die Gewerbe stehenden gewerb­lichen Lehranstalt beginnt

31. Oktober a. e., vormittags V,9 Nhr.

Anmeldungen nimmt entgegen und Auskunft erteilt die Schulleitung.

Gießen, am 21. Oktober 1904.

Der Aufsichtsrat: Die Schulleitung:

Heyligenstaedt. Traber.

Der Kevurlstag der Kaiserin.

Kaiserin Auguste Viktoria, am 22. Oktober 1858 ge­boren, beginnt heute ein neues Lebensjahr. Seit sie an der Seite unseres Kaisers waltet, stellt sie hilfreich und Segen spendend ihre Kraft in den Dienst werktätiger Liebe und be­müht sich, eine Förderin des Guten und Edlen zu sein. Diese hingehende Arbeit im Dienste der Barm Herzigkeit erfüllt das deutsche Volk mit Dank.

In den letzten Monaten war der Fall Mirbach nahe daran, daS bisherige schöne Verhältnis, in dem sich das deutsche Volk zu seiner Kaiserin fühlte, leise zu trüben. Nach dieses übereifrigen Oberhofmeisters Rücktritt aber fühlt sich das Volk noch mehr als bisher zur Kaiserin hingezogen, die ihres Volkes Stimme mehr achtete als ihr ergebener Diener. DaS deutsche Volk hat auch die flammenden, fortreißenden, von innigster Verehrung diktierten Worte wohl verstanden, die der Kaiser vor einigen Monaten zum Preise seiner hohen Gemahlin auf dem Boden ihrer teuren Heimat gesprochen hat. ES hat, ohne seinen eigenen Empfindungen ein anderes Maß zu geben, mit aufrichtiger Freude daraus entnommen, in welcher starken Liebe daS Kaiserpaar miteinander ver­bunden ist.

Die Wünsche deS Volkes für daS Wohlergehen der Kaiserin sind dieselben wie einst. Möge der Kaiserin daS neue Lebens­jahr nur heitere und glückliche Tage bringen!

Tie Bürgerschaft Berlins überreicht, wie in den letzten Fahren, so auch in diesem, eine Adresse Das Titelbild der Mwesse zeigt eint auf Wolken schwebende, in fclltenreick« Gewänder gehüllte allegorische Figur, die Verkörperung der christlichen Lrebe darstellend, hinter welcher ein in zartestem Tust gehaltenes Kreuz mifwt Tenk Schoße und den Händen der Sgur entfallen Rosen. Es sind himmlische Rosen, welche daS rrdtsche Dvsern verschönen Men. Sie fallen ans die Erbe nieder und bilden so emen farbenprächtigen Vordergrund, in dem girrende Tauben und lnsngc Amoretten ihr Spiel mit goldenen Ringen treiben. Tmrch drefts Bild soll mtf die Verlobung! deÄ ältesten Sohnes der Kaiserin Angewiesen werden. TiesA wechselreuhe Bild in Mgur und Farbe, von goldenem Rokoko eingerahmt, eröffnet eme Per­spektive auf eine in den duftigsten Tönen gehaltene Landschaft, welche uns das Geburtshaus der Kafferin m Dvlzig-Schlesien zeigt. Mit großen Lettern beginnt nun auf diesem TUelolatt die Anrede an die Kaiserin, rvelche in dnN Elluckwunsch der Bürger Berlins .auf dem zweiten, anschlleße^en Blatt chre Fortsetzung findet. Diese in ,<^effilnfe ^^6

ruht in einerrt grün marmorierten Led^ernba^, über d<sen Tieckel sich irn breites, von Perlen eingefaßtes, helles Barch hin­zieht, das die in Leder getriebenen und vergoldeten ZMgnren der Kaiserin schmückt.

parlamentarisches.

R. B. Darmstadt, 21. Ott. Die heutige Sitzrng des Finanzausschusses, der wiederum ^achsnnnist^ Rothe und FinmrMinister Dir. G n a n t h, sowie Geh. Staats­rat Krug von Nidda, die Ministerialräte Brann, Ersen- Hut h u. a. beiwohnten, beschäftigte sich zunächst noch einmal eingehend mit den UmbauMnen für Bad Nau herm und ge­nehmigte alsdann einstimmig den vom Abg. Ulrich zu erstattenönr schriftlichen Bericht über die gestrigen Ausschuß- beschlösse. Darnach fand eine größere Debatte Über bre verengte Neorganisatim: des Instituts der KreisgeoMeter statt: es scheint, daß bet Ausschuß gZrM fern nn-rf>, s^^eder nnhr der früheren Sachlage anzuMwßen. Zu emer deftnittven Ent­scheidung darüber kam eV indessen heute noch Nicht. T«en breitesten Raum der Erörterungen imt den Regierungsvertretern napm der Antrag Schönberger und 22 Genossen em, der von der Regierung die Vorlage eines Gesetzentwurfes vetiangt, wonach die Ueber'nohme sämtlicher Volksschullaften auf den Sta a t erslTlgm soll. Gegen diesen Antrag Umrden von den Regierungs- Vertretern eine Rtihe sehr wesentlicher Mfcxtfen zum Portrag ^bracht, besonders der, daß damit eine recht erhebliche Mehrbelastung des Staatsbudgets -man sprach von einigen Millionen, bedingt sein würde. Auch die Frage,

in welcher Weise die alsdann bei den Gemeinden flüssig werden­den Mittel verwendet werden sollten, dürfe nicht außer Acht gelassen werden. Tie Erörterung über die generellen Puntte dieser sehr bedeuttlngsvollen Angelegenbett soll, in der nächsten Sitzung festgesetzt werden. Ter Ausschuß genehmigte weiter noch den schriftlichen Bericht des' Abg. Justizrat Tr. Gutfleisch über den.Gesetzentnmrs betr. die Schuldverschreibungen und erlcdmte mehrere Vorstellungen um Pensions'erhöHungen usw. im Einverständnis mit der Negierung. Tonn vertagte sich der Aus­schuß auf nächsten Trenstag vormittags 10 Uhr.

Berlin. 21. Oft Tie Kanalkommission des preuß. Abgeordnetenhauses! begann die Beratung der Vorlage betr. die Herstellung des' Großschiffahrtsweges Berlin-Stettin. Mi­nister v. Budde betonte, daß die vor der Vertagung gestellten Fragen, soweit es angängig sei, beantwortet seien. In der Türre des vergangenen Sommers hätten die Kanäle nicht versagt; durch das Einstellen der Schiffahrt auf den Strömen sei ein großer wirtschaftlicher Schaden entstanden. Es hätte sich dabei heraus­gestellt, daß die Ersparnisse durch die Maflerstraßen teilweise überraschend seien. Tie geforderten Notftandstarife aus den Eisen­bahnen hätten unmöglich bewilligt werden können; das hätte eine heillose Konfusion in das ganze Erwerbsleben gebracht. Vielfach sei der Staat für den individuellen Schaden verantwortlich ge­macht worden, während nach der Reichsverfassung nur der Not­stand in dem ganzen Lande in Fvage komme. Durch eine Herab­setzung der Ersenbahntarife würde man gerade der Schiffahrt die Frachten weggenommen haben und es würde ein starker Wagen­mangel bei der Eisenbahn verursacht worden sein. Tie Fracht­ermäßigung für Futtermittel beruht auf dem Notstand in Schlesien, welcher einen panikartigen Viehv-erkauf herbeizuführen drohte; das hätte für Jahre gewirkt nicht nur für die Viehbesitzer, sondern hinsichtlich der Fleisch- und Milchpreise für die Allgemeinheit. Ter Zweck der Tarifermäßigung war die Erhaltung des Vieh­standes, nicht die Abwehr der Verteuerung der Futtermittel. Tie Masferstarßen hätten einerseits die Billigkeit für sich, andererseits kämen ihre Langsamkeit und Unsicherheit in Frage. T'en hier­durch entstehenden Schaden müßten die Wafferstraßeninteressenten tragen. Man könne die Eisenbahnen und Wasserstraßen nicht über einen Kamm scheren. Tier Minister gab dann einen Rück­blick auf das Hochwasser im Jahre 1903 und die Türre im Jahre 1904 uno hckb die allgemeine Bedeutung der Waffer- straßenvorlagen hervor, wobei die Sonderwünsche schweigen müßten. Alsdann wurde die Verhandlung der DenkschriftBe­schreibung der geplanten GroßschisfahrtÄvege" begonnen. Bei der Besprechung des Schleuseneinsturzes Meppen führt ein Regierungs­kommissar auS: Er beruhe anscheinend auf der Bildung unter­irdischer Quellen. sei jetzt ein provisorischer Zustand durch bte Herstellung einer kleinen 'Schleppzugschleuse geschaffen. Be­züglich der Anlegung eines Hebewerks bei Liepe erklärt die Re­gierung, jedenfalls würde eine Schleusentreppe genügen. Bei der Besprechung der Nr. 2 der DenkschriftWirtschaftliche Ve- deutung", macht ein Regierungskommifsar zahlenmäßige Angaben über den Rückgang des Stettiner Handels im Vergleich zu den anderen deutschen Seehäfen. Tie Tiskussivn wandte sich dann dem Einfluß des geplanten Großschiffahrtsweaes auf Schlesien zu. Minister v. Budde bekämpfte die schlesischen Bedenken: es stände keine nennenswerte Schädigung Schlesiens in Aussicht. TT handele sich wesentlich darum, schon jetzt das vorhandene Ein­fallstor Hambirrg für die englische Koble und sonstige Frack-ten zu gunsten Stettins zu versckstoben. Ein Kommissionsmitglied meinte, wenn die Annahme des Ministers richtig ist, daß Schlesien keinen Schaden durch den Kanal erleide, sei es' auch ganz un­gefährlich, in das Gesetz eine Bestimmung einer etwaigen Ent­schädigung aufzunehmen. Beraten wurde alsdann Nr. 3 der TenkschriftWürdigimg in finanzieller Hinsicht", und Nr. 4, die sogenannteOstlinie". 5)ievauf wurde die Beratung der Oder­regulierung auf die Tagesordnung der nächsten Sitzung am 27. Oktober gesetzt.

Wien, 21. Ott. Im N ie d erö stre i chifchen Landtag brachten die Abgg. Geßmann und Genossen den Drinalichkeits^ antrag ein, der Landtag möge beschließen, der Regierung auS

Anlaß Verbots des Ständchens imt) des Fackelzugs zu Ehren deS Bürgermeisters Tr. Lueger die schärfste Mißbillig­ung auö^usprechen. Im Verlaufe der Tebatte spricht Seitz gegen die Tringlichkeit und wird von der Majorität wiederholt unter­brochen. Redner besihäftigte sich mit der Tätigkeit des' Bürger­meisters Lueger und sagte, wer dessen Tätigkeit in den letzten Jahren verfolgte, durste dem psychiatrischen Gutachten, welches dieÄrbeiterztg." nach der Beleidigung des Prole­tariats durch den AusdruckLumpen" ausgesprochen hatte, znstimmen. (Stürmische Pfuirufe.) T'er Landtagsmarschall erteilt Seitz einen Ordnungsimf und entzieht ihm schließlich das Wort. Statthalter Graf Kielmanns^gg verweist auf das wieder­holte Verbot von FackelMen und ähnlicher Veranstaltungen, wenn der Reichstag oder Landtag tagten. TEN Arbeitern sei so wieder­holt untersEt worden, in geschlossenem Zuge mit einer Fahne oder einer Standarte durch die Straßen zu ziehen. T>er Statt­halter protestiert dagegen, daß die Regierung einer Partei zuliebe das Verbot erlaffen habe. Im weiteren Verlaufe der Tebattc ruft Abg. Bielohlawek dem ?lbg. Völll zu:Armengelder- defraudant".'tkl erwidert: ^Nächstcn-S komme ich mit einem Revolver ur:d schieße eie nieder." (Andauernder großer Lärm und Aufregung. Der LandtagSmarschall ruft Bielohlawek zur Ordnung und rmterbricht die Sitzung zur Kon­stituierung eines Mißbilligungsanssckmsses in der Affäre Bielohla- wek-Völkl. Tas Haus nahm den Tringlichkeitsantrag Geßmann, der Regierung seine Mißbilligung anszusprechen, mit den Stimmen der CHMlich-Sozialen an.

Uolitische Tagesschau.

Diegroße" Neichsfinanzreform.

R. Berlin, 21. Okt.

Daß die sog» kleine Reichsfinanzreform des Freiherrn v. Stengel für deren Durchsetzung beim Reichstag der Schatz­sekretär mit einem hohen Orden ausgezeichnet wurde, nur den ersten Schntt zurreinlichen Scheidung" der Reichs­finanzen und denen der Bundes st aaten bedeutet, ist stets von der Regiernng betont worden. Es kann daher nicht überraschen, daß, nach der Nationall. Korresp., letzthin die in Berlin anwesenden Vertreter der Brmdesstaaten den Wunsch nach einergroßzügigen" Reform zu erkennen ge­geben haben. Ob diese Ausgestaltung möglich ist, hängt vom guten Willen deS Zentrums ab. Das Zentrum half die kleine Finanzreform in den Hafen bringen. Es spielten da­bei auch persönliche Rücksichten auf den auS Bayern kommenden Nachfolger deS Frhrn. v. Thielmann mit; der bayerische Flügel de§ Zentrums wollte Frhrn. v. Stengel nicht bei der ersten Aufgabe im Stich lasten. Aber es ist die Frage, ob die Unterstützung auch auf sehr viel weitergehende Pläne sich erstreckt. Mtt der großen NeichSfinanzreform ist nämlich eines

untrennbar verbunden, das stets von vornherein abfchreckrrck, wirke: die Ausstattung des Reiches mtt neuen Steuerns um eben das Reich finanziell so sicher zu stellen, daß es mtti seinen Ansprüchen nicht den Bundesstaaten zur Last fällte Für diesen Zweck reicht die vorbereitete Brausten er; erhö hung nicht auS; da müßten, zumal bei den wachsenden) Ausgaben des Reiches, noch andere Steuern hinzukommen^ die zu Buch schlagen. Für ein Steuerbouqnet herrscht aden wenig Stimmung. Die Regierung wird von Glück sagen können, wenn sie nur die Brausteuererhöhung herein bekommt^ Nach alledem erscheint die große NeichSfinanzreform als ein Ziel, das zwar aufs innigste zu wünschen, jedoch, wie diö parlamentarischen Verhältniffe nun einmal liegen, nicht so bald erreichbar ist.

Landwirtschaft und Industrie.

Eine originelle Form! der Ardeitsteikltng hckt ftB in den hochindustriellen Betzirken der Essener Gegend zwischen Landwirten und Jkndustriecrrbeitern hercnrsgebMet/, Die Landwirtschaft geht dort an Umfang durch die fortwLH-' renbert Ankäufe der Industrie wie der Bauspekwlation; ständig zurück; namentlich aber fehlen der Landwirtschaft: Arbeitskräfte, sodaß sie sich fast ausschließlich auf die Arbeit der FaMtlienmitgliever angewiesen sieht oder auswärtige Arbeiter heran^iehen muß. Ter Arbeitsersparnis halbÄ verkaufen nun die Landwirte vielfach die von ihnen! an- gebauten Kartoffeln vor der Ernte par^ellenweise an Zechen- arbeiter und diese ernten sie dann! in tihrer freien Zeit selbst. Diese Einrichtung erweist sich als gleich Vorteilhaft für die Landwirte, die dadurch der Sorge um Erntearbeite^ enthoben werden, wie für die Arbeiter, die auf diese Weist) billiger in den Besitz der Mntervorräte kommen und ttre wie ihrer Familienmitglieder freie Arbeitszeit vortrefflich) ausnützen können. Das Beispiel wäre 'nachahmenswert

Die Kereros am WatttSerg.

Der Bericht eines Herrn in Swakopmund vont 15. Sept, gibt eine lebendige Schilderung des Verfahrens und bet Kampfesweise der Hereros in den Gefechten am WctterbeLges Wir geben daraus folgendes wieder:

Sogar daS zarte Geschlecht kämpft bei den §6». reros aktiv mit, indem die Weiber, heulend wie Betz! sessene, hinter der Front die Männer zum Vorgehen öntz! feuern und mit ihren langen und schweren Kops-KirriS die etwa Zögernden unbarmherzig schlagen! Wer einmal auS, den Kehlen von ein paar Hundert wütender Herero-Weid^ das mit dem Aufftampfen der Miße und taktmäßigeM Klatschen beider Hände begleitete Brüllenmbu!mbukl gehört hat, vergißt eS nicht wieder; und wer einmal bte schwarzen, meist nackten Teufel, schäumenden Mundes stieren Auges, mit wahnsinnigem Schreien, wafsenschwintz gend, heranrasen sah, wird zugeben müssen, daß ihnen ruhig entgegenzusehen etwas ist, was starke Nerven ver­langt. Me gut die Herero wissen, daß eine Truppe wry! unter der Führung umsichtiger, tapferer Offiziere den Sieg erringen kann, erhellt auS der Neigung, gera.de die Offiziere in erster Linie zu feuern; so brmtgen auch am Waterberg die feindlichen Abteilungen unausgesttz^ auf General v. Trotha und seinen Stab ein und nötigten diesen zum persönlichen Eingreifen in bad Gefecht; nicht! minder galt ihr Feuern der Bespannung der Maschinerie- wehre u nd Geschütze, die sie wohl zu erlangen hofften«, wemr- die Zugtiere tot wären.

Kolonialpost.

Aus Lissabon wird derFranks. Ztg.^ gemekdetr tzrev ist daS Gerücht verbrettet, daß die Deutsche Regierung der portugiesischen eine in sehr freundschastlrchem Tone ge­haltene Note zugesandt habe, worin gesagt sei, daß eg Deutschland wegen des Herero-Aufstandes sehr erwünscht wäre, wenn die Unterwerfung der auf dem angrenzendes portugiesischen Gebiet wohnenden Stämme sobald als möglich erfolgen könnte.

I---!

Keer und Alotte.

DaS sächsische Militärverordmmgsblatt veröffentlicht die. Ernennung des Generalleutnants von B r o i z e m, bisher Kommandeur der 23. Division, zum kommandierenden General des XII. Armeekorps. (Dieses Kommando hatte bisher der Kronprinz, jetziger König von Sachsen.)

Ans Stadt und Kazch.

Gießen, den 22. Ottober 1904.

* Die amtliche Handausgabe der Allge^ meinen Bauordnung ist im StaatSverkag erschienen. Sie gibt den seit dem Inkrafttreten der geltenden Bauordnung mehrfach geänderten Text sowohl beS Gesetzes wie der zu­gehörigen Aussührungsbestimmungen in der zur Zett gelten­den Fassllng authentisch wieder und enthält in Form klirzer. Anmerkungen Hinweise darauf, inwiewett die geltenden Vor-i schriften durch Bestimmungen der auf verwandtem Gebiet liegenden Gesetzgebung, beispielsweise durch solche des Kunst­straßengesetzes, des DammbarrgesetzeS, des Denkmalschutz­gesetzes, deS Urkundenstempelgesetzes, der LandeSfeuerlösch- ordnung :c. mittelbar berührt und abgeändert werden. Be-> sonderer Wert ist auf sachgemäße ZlliSgestaltung deS bet; Broschüre beigegebenen Sachregisters gelegt worden. 9)tii dem Erscheinen der Ausgabe wird einem schon seit geraumer Zeit in den Kreisen der Baugewerbetreibenden und Bau» Handwerker empfitnbenen Bedürfnis auf erneute Herausgabe der daS Bmiwesen betreffenden Bestinrnrmigen Rechnung ge­tragen sein. Die Ausgabe umfaßt 112 Druckseiten und ist« durch alle Bilchhandlungen zu beziehen.