behalten. Kapitän Hemphill erklärt ,er
c
r
Brooklyner SchiffSdaulwf dersetzt wvrden. Als er fein Sdnff verlieft, nahm er die Punschdowle mit, und hat seither erklärt, >ie Bowle gehöre nicht bem Schiff, sondern den Ossizieren der „Kearsar^re", und er sei der Hüter derselben, weil er der rann- älteste Offizier des Schiffes gewesen sei. Das ist. aber', wie die Amerikaner behmlpten, eine willkürliche, durch mchtS zu recht- ertigende Auffassung. Wenn die Punschdowle allen Ossizieren der „Koarsarge" gemeinschaftlich gehört, wo bleiben dann btc übrigen, falls Kapitän Hemphill daS Schaustück für sich, bean- prucht? Sollte aber das Gesenk des Kaisers ein persönliches gewesen sein, so müftte es im Staatsdepartement deponiert werden, bis der Kongreß dem Empfänger die Erlaubnis gibt, es
angewiesen. Ihnen keine Waren mehr zu verabfolgen." - 2. „Mit Bedauern las ich die Nachricht von bem Unfall, de
künstliches Gebitz war nicht in Ordnung, und eines Nachts verschluckte er im Schlaf einen Teil davon. Glücklicherwei'e geriet derselbe aber nicht in die Luftröhre, denn sonst wäre der Mann sicher erstickt, sondern in die Speiseröhre und von da in den Magen. Dort liegt der Gebißteil nun fest, und wenn er nicht von selber abgeht, was man hofft, muß er durch eine Operation entfernt werden, die immer bedenklich sein wird. Dieser Fall mahnt wieder, daß man mit künstlichen Gebissen nicht vorsichtig genug umgehen kann.
* Der Marktpreis einer Leiche. An allen Orten, wo Medizin studiert wird, haben Leichen und Leichentei e ihren Marktpreis, aber es ist begreiflich und erfreulich, daß dceS Geschäft sich nur lokal abspielt, nicht etwa zu einem
»io Erlaubnis gibt, es zu
,. r habe 'die Bowle mit Ge
nehmigung W Staats- und Marined.-partements in feine Obhut genommen. Ter Staatssekretär erwiderte jedoch auf eine An- rage, das Staatsdepartement wisse von gar nichts, und der stellvertretende Marinesekretär iwr felir brummig, als er befragt nmrbo. Er erklärte, die ganze Geschichte ginge überhaupt niemand etwas an, solange die Offiziere nicht gegen Kapitän .Hemphill Beschwerde ein gereicht hätten, nnb das sei nicht der Fall. ,
* Die Mörderin des Lan dra t s Dr. Schmidt.
Gießener landwirtschaftlicher Wetterdienst.
Voraussichtliche Witterung in Hessen für Sonntag, den 93. Oktober 1904: Meist trüb, windig, allenthalben Regenfälle, tagsüber kühler.
Näheres durch die Gjeftener Wetterkarte.
* Kleine Tageschronik. Bei Angerburg (Ostpr.) 40 Gerdaucn-Angerburg den Bäcker- trat augenblicklich ein. Man vermutet
Neueste Wrldnnaen.
Oriainaldrasftmeldnnaen des Gießener -InzeigcrS.
Berlin, 22. Okt. Von einem neuen Heilverfahren gegen die Schwindsucht berichtet Geh. SanitätSrut Dr. Küster in der heute erschienenen Nummer der .Berliner klin. Wochenschrift"'
London, 22. Okt. Hiesige Blätter veröffentlichen allen Ernstes an9 Kapstadt daS Märchen, die deutsche Regierung habe den früheren Burenführern Dewet, Botha und anderen den Vorschlag gemacht, zur Unterwerfung
eigentlichen Handel Veranlaffung gibt. In England allerdings scheint man mit dem echt praktischen Sinn, der die Bewohner deS Landes auszeichnet, auch hierin einigermaßen efte Geschäftsregeln geschaffen zu haben. So setzte eine eng* liche Zeitschrift ihre Leser davon in Kenntnis, daß man nach Dublin fahren müsse, wenn man eine Leiche am billigsten i'ausen wolle. Hier hat man nur 41 Mk. dafür zu zahlen, o daß sich also mancher Student diesen Privatluxus leisten kann. In London kostet er schon über 100 Mk. und in Cambridge mindestens 120 Mk. In Oxford sind die Leichen so teuer, daß sieh immer mehrere Studenten zusammentun müssen, um die dafür geforderten 550 Mk. aufzubringen. In Paris gibt es überhaupt keine festen Preise dafür. Die Sta- stik scheut bekanntlich vor keinem Thema zurück, so hat sich denn einer ihrer Vertreter darauf eingelassen, seststellen zu wollen, von welchen Einflüffen diese Preisschwankungen ab* hängig find. Es hat aber weder in den Bedingungen des KlimaS, noch in denen der Volksdichte einen Anhaltspunkt finden können, und somit ist die Statistik um em merkwürdiges Kapital ärmer geblieben.
"Aus dern Aufsatze einer höheren Tochter. „Wir nahmen sodann im Wiesenbache ein Bad und trugen so teils zur Verschönerung der Landschaft, teils zur freudigen Verwunderung deS Rindviehs bei."
Familien Nachrichten.
Aufgebote: förofcb. foauS- und Staatsarchivar Dr. Dieterich in Darmstadt mit Frl. Emilie Naumann, Tochter des Universitäts- Professors Geh. Hofrat Dr. Naumann zu Gießen.
Gestorben: Fräulein Elise Friß, Darmstadt.
Sie beim Automobilfahren betroffen hat, und fordere Sie hiermit auf, das durch unrechtmäßige Benutzung zu Schaden gekommene Fahrzeug mir sofort wieder repariert zur Verfügung zu stellen, widrigenfalls ich die Sache gerichtlich anhängig machen werde." — 3. „Der Tod Ihrer Frau Großmutter hat auf mich einen tiefen Eindruck gemacht, und ich drücke Ihnen mitfühlend im Geiste die Hand, wobei ich zugleich die Hoffnung ausspreche, daß Sie die Wohnung in dem zur Erbschaftsmaffe gehörigen Hause sofort räumen werden, um einen unangenehmen Prozeß zu vermeiden."
* Das Gebiß verschluckt. AuS Sternberg (Kreis
Vcrmifdytei«
• Antwerpen, 21.Okt. Die „Congo-Revue" berichtet, baß im Kaffaf-Gebiet Goldlager entdeckt worden sind.
* Wien, 21. Okt. Prinzessin Luise von Ko bürg schlug heute dem Oberhofmarschallamte als Psychiater zur Untersuchung ihres Geisteszustandes Magnaux von der AcadLmie Modicine, Gerichtspsychiater Garnier und als dirimistischen Experten Profeffor Tofsrois vor.
— 11 m die Bowle des Kaisers. Ter in den Verein.
lieber die Persönlichkeit der Frau Hallstein geb. Hin- uers, die den Landrat Tr. Schmidt-Scharff erschossen bat, werden jetzt folgende Einzelheiten bekannt. Frau H. scheint eine bewegte Vergangenheit hinter sich zu haben. Sie "tammt aus Hamburg und war dort auch ansässig, hat ich aber am 8. September d. I. persönlich nach Frankfurt a. M. abgemeldet. Ob sie tatsächlich nach dort gereist, konnte nicht festgestellt werden. Frcm H. ist 1869 geboren; sie hat demnach das Attentat auf den Laudrat Dr. Schmids an ihrem Geburtstage verübt und ist zugleich mit diesem aus dem Leben geschieden. Als junges Mädchen hatte Frau H. die Plätterei erlernt und übte dieses Gewerbe mehrere Jahre hindurch aus, bis sie im Jahre 1888 ein außereheliches Kind zur Welt brachte. Am 5. Oktober 1895 verheiratete sie sich mit dem zurzeit noch in Hamburg lebenden Schneider I. Hollstein. Tie Ehe war jedoch nicht von langer Dauer. Tenn schon am 4. Februar 1896, also nach vier Monaten, trennten sich die Gatten. Nach allem, was man von Frau H. hört, soll sie eilte etwas überspannte Person gewesen sein, lieber die näheren Beziehungen, die ie zu dem Landrat gehabt hat, ist» bis jetzt nichts ermittelt worden; die Affäre dürfte auch fortan in Dunkel gehüllt 5leiben, da die einzigen Personen, die näheren Ausschluß geben könnten, aus Mein Leben geschieden sind.
* Ter Neunzehnhundortvierer. Die diesjährige Weinernte in der ganzen Welt ist nicht nur der Menge nach ausgezeichnet, sondern verspricht auch ein Jahrgang von au ßerordentlicher Güte zu werden, sodaß der 1904er in den meisten Ländern den guten Jahrgängen des letzten Jahrzehnts des verflossenen Jahrhunderts ebenbürtig fein dürfte. Tas Jahr 1903 brachte in den meisten meiubauenden Ländern mit Ausnahme von Italien, Oesterreich-Ungarn und Algier nur einen halben Ertrag, und die Gute ließ viel zu wünschen übrig. Tas wird durch dieses Jahr wieder ausgeglichen. So produzierte Frankreich im Jahre 1900 über 5000 Mill. Liter, 1903 knapp die Hälfte, Deutschland in 1900 280 Mill. Liter, 1903 dagegen nur 198 Mill., und in den übrigen Ländern war das Verhältnis ebenso. Was nun die diesjährige Ernte anbetrifst, so heißt es in dem Berichte über Deutschland, daß im Rheingau, an der Mosel, in Hessen und der Pfalz die Lese nicht allein sehr reich ausgefallen ist, sondern daß auch aller Wahrscheinlich leit nach ein Wein ch en zu erwarten sei, daS denen von 1893 und der sechs bis sieben guten Jahrgänge des vorigen Jahrhundertsgleich ist. Gleich gute Nachrichten kommen aus Frankreich. In der (Gironde schätzt man den Ertrag um 50 Prozent höher als den vorjährigen, und die Qualität steht tm allgemeinen auf der gleichen Höbe. An Mßdoc ist der Ertrag zwar höher als im vorigen Jahre, aber nicht so reich als in den übrigen Teilen der Gironde. So werden Ehateaux Margaux und Lasitte etwa 800 Oxhoft keltern, Ehateau Leoville etwa 900 und Pontet- Eanet und Ehateau Londenne je etwa 1200. Tie iveißen Bordeauxweine versprechen ausgezeichnet zu werden, ebenso die Burgunderweine, während die Ehampagne einen reichen und vorzüglichen Herbst autzuweisen hat. Ja Algier, wo erst seit 25 Jahren der Weinbau im großen betrieben wird, wird in der Lage sein, gegen 400 Millionen Liter auszuführen, von denen die meisten wohl nach Frankreich gehen merben. Portugal, Spanien und Madeira wissen ebenfalls über einen ausgezeichneten Herbst zu berichten, sodaß Port- lvein, Madeira und Sherry von 1904 zu den besten zählen werden. Nicht ganz so gut ist die Ernte in Italien und Oesterreich-Ungarn ausgefallen, wo die Weinberge unter der Hitze zu leiden hatten.
* Der Beileidsbriefsteller für Ungewandte. Wie wir im dieswöchentlichen Kladderadatsch lesen, ist der „Beileidsbriefsteller für Ungewandte" in neuer Auflage er- schienen und in allen Lebenslagen zu gebrauchen, wo es sich handelt, Worte des Bedauerns auszusprechen. Um seine vielseitige Verwendbarkeit darzuthun, teilt das Blatt folgende
ßunfcbbatvte. Kapitän Hemp yÄeatfarat", ist nun seines t
Osternberg) wird geschrieben: Dem Schützenhausbesitze Tornow ist ein recht bedauerlicher Unfall passiert. Sein
'chiffes „Kearsarge" eine silberne , der damalige Befehlshaber der rmandos enthoben und nach dem
Kunss und Wissenschaft.
— Deutsche Kunst und Dekoration. Illustrierte Monatshefte für moderne Malerei, Plastik, Architektur, Wohn- imaöTunft und künstlerische Frauenarbeiten. Herausgegeben und redigiert von Losrat Alexander Koch. (Berlagsanstalt Alexander Koch, Darmstadt.) Tas Oktoberheft, mit dem der 8. Jalirgang beginnt, bietet einen übcrrafäKitb großen Reichtum an Illustrationen und textlichen Beiträgen und beweist dadurch wieder, daß diese unbeliebte und vorzüglich geleitete Zeitschrift immer noch nn erster Stelle steht. Tas Heft enthält etwa 150 mustergültige Abbildungen ans allen Gebieten der Kunst und des Kunsthandwerks, wie Malerei, Plastik, Architektur, Interieurs, Metallarbeiten, Scknnnck, Lederarbeiten, Stickereien, Teppiche, Kunst- verglasungen nsw. Ein großer Teil bed1 Heftes ist der „Wiener Werkitätte", einem von Prof. Josef Hoffmann und Prof. Koloman Moser gegründeten Unternehmen, gewidmet. Tann folgen phan- taftevolle Fed^eichnungen von I. I. Brieslander und Sascha Schneiders Werke auf der TrcSdcner Kunstausstellung mit Tert von Kuno Gras Hardenberg, der es verstellt, diesen so oft mißverstandenen Künstler um crem Empfinden näher zu bringen. Max Klingers leßtes großes plastisches Werk-„Trama" ist in drei aroften prächtigen Aufnahmen gezeigt. Tann folgt eine zarte Komposition „The Moonchild" von Jessie M. .Ktng-GlaS- sowie einige Federzeichnungen derselben Künstlerin. Neuere Wahnhäuser in Karlsruhe mit 13 Abbildungen bieten ein äußerst interessantes Material. Tann folgen Jnnenrüume und Einzelmöbel von Rick. Riemerschmid, Anton Huber, B. v. Hvrnstnn und Prof. H. Meftendorf, sowie Teppiche und Stickereien von Riemersehmid und Earl Kunst. Von O. SckMindrazheim sind bu Entwürfe der reizvollen Motiv-Vcwscchpapiere und von Proi. K. Moser die Entwürft zu Kunstvergtasungen. Zum Schlüsse ist Hans Thoma ein Gruß zum 65. Geburtstag dargebracht, dem ein vmn'^gliches Bortrait des Künstlers beigegeben^ist^^
Staaten entstandene Streit um die vom Kaiser dem amerikanischen Linienschiff „Kearsage" geschenkte und von dem bisherigen 5tvm- numbanten des Schiffes als Privateigentum betrachtete Prachtbowle hat, wie der Berliner Berichterstatter der „Newyorkcr Staatsrtg.^ seinem Blatte kabelt, in gewissen Berliner Kreisen vemliches Auffehen erregt. Es ist allgemeiner Brauch, daß, wenn fürstliche Personen einem KtiegSsck-iffe ein Geschenk machen, dieses Sem Schiffe selbst dediziert wird und nicht einzelnen Personen: e6 muß also dauernd, auch beim Kommandanten-Wechsel, au bem Schiffe bleiben. Mit der kaiserlichen Bowlen-Schenkung ver- Vt "s sich folgendermaßen: Kaiser Wilhelm senkte bekanntlich
<) rzr letzten Revue in Kiel, (Kieler Woche), dem Kapitän und den Offizieren des Panzersck Ä
— Dir NkgimentSkapelle konzertiert morgen nach- ’ mittag 4 V, Uhr im Reuen Saalbau. (Siehe Inserat.)
In der VI. Verbandsversammlung der öffentlichen ArbeitSvermittlungsstelle n der Rhein- und Main g eg end, die heute vormittag hier int Bürgermeistereigebäude stattsand und von ca. 50 Personen, darunter Provinzialdirektor Dr. Breidert, KreiSamtmamt Hechler und Vertreter der Provinzialdirektion Mainz nnb anderer hessischer KreiSamter und auswärtiger Behörden besucht war, machte Beig. Eurschmann als Referent über die Tätigkeit der hiesigen städtischen ArbeitsvermittlungSstelle die Mitteilung, daß die Entstehung eines KreiSarbeitS- nachweiseS für den Kreis Gießen vorbereitet werde und daß das Großh. KreiSatnt mit der Stadt deshalb schon in Verbindung getreten sei.
X Naunheim, 21. Oft. Hauptlehrer Gaul blickte in diesen Tagen auf eine 25 jährige Amtstätigkeit am hiesigen Orte zurück und wurde aus diesem Anlaß vielfach beglückwünscht.
bf. Friedberg, 22. Okt. (Drahtbericht.) Der Hausierer Beck von hier ist von dem Automobil deS Herrn Abrie aus Bad Nauheim auf dem Wege dorthin mit seinem Fruchtwagen überfahren und schwer verletzt nach Bad Nauheim gebracht worden.
LL. Darmstadt, 22. Oft. (Eigener Drahtbericht.) Prinz und Prinzessin Heinrich von Preußen kommen Montag vonnittag 311 längerem Aufenthalt nach Schloß Wolfsgarten. Auch der G r 0 ß h e r z 0 g trifft am Montag wieder in Darmstadt ein.
-0- Mainz, 23. Oft. Die im Hollergaßchen wohnende S3jahrige, von ihrem Manne getrennt lebende Näherin Nußkern, geb. Hennes, wurde gestern mittag tot ausgefunden. Die Frau war dem Trünke stark ergeben. Seit zwei Tagen hatten die Mitbewohner deS Hauses nichts von chr gehört. Das veranlaßte eine Frau gestern nachmittag, in daS Mansardenzimmer der N., das unverschloffen war, einzutreten. Sie fand die N. zwischen ihrem Bette und der Wand eingezwängt tot vor, der Verwesungsgeruch war schon außerordentlich. Die Polizei erschien alßbald, ebenso die Staatsanwaltschaft. ES waren erschienen Oberstaatsanwalt Dr. Schmidt und Dr. Güngerich, sowie Polizeikommissar Kramer. Im ganzen Bezirk war unter bem Publikum die Ansicht vertreten, die N., die auch sittlich nicht einwandfrei war, sei ermordet worden, es hieß sogar, der Strick sei noch um den Hals der Leiche gefunden worden. Ter Ehemann der N., ein Bierbrauer, der hin und wieder bei feiner Frau verkehrte, wurde vorläufig in Hast genommen. Bei der 91. wurden in einem Portemonnaie nur noch einige Pfennige oorgefunben; sie verfügte über keine 9Ieichtümer, da sie ihr Geld stets in Alkohol anlegte, dem sie auch jedenfalls zum Opfer gefallen sein dürfte. Die am Spätnachmittag auf dem Friedhose vorgenommene Sektion der Leiche ergab keinerlei Anhaltspunkte, daß die Frau gewaltsam umS Leben gebracht wurde, sie ist eines natürlichen Todes verstorben.
8. Gladenbach, 20. Okt. Die in der Nacht vom Sonntag auf Montag hier verübte blutige Tat hat leider den Tod eines jungen Mannes zur Folge gehabt. Der 18 jährige Sohn des Zimmermeisters Wildhack wurde durch einen Stich in den Unterleib tätlich verwundet, so daß er sofort in die Klinik zu Marburg überführt werden mußte. Dort ist er seinen Wunden erlegen. Der Täter ist der vorbestrafte Taglöhner Johannes Becker von hier. Er wird voraussichtlich vor das nächste Schwurgericht zu Marburg gestellt werden.
Kleine Mitteilungen au? Hessen nnb den Nachbarstaaten. In Frankfurt a. M. erhängte sich der 65 jährige Arbeiter Bindewald in seiner in der Verger- straße Gelegenen Wohnung. — In Groß-Win ternheim starb durch Einatmen von Kohlenorydgas ein Dienstmädchen. Das Gas war von zwei durch das Schlafzimmer des Mädchens führenden Schornsteinen entwichen, an denen sich Emsteigtüren befinden. Diese waren nicht luftdicht. — In Bingen erschoß sich in dem Hofe des Gase Rösch ein Studierender deS Rheinischen Technikums, Victor Walz aus Durlach, im Alter von 20 Jahren. — In Kastel geriet ein kaum der Schule entwachsener Raufbold bei dem Lesen voi Trauben mit seinen nächsten Angehörigen in Streit. Mit einem Dolche versetzte er seiner Schwägerin einen Stich in den Rücken, während er seinem Bruder die Kleider vom Leibe riß. — In Gedern beabsichtigt man eine Molkerei zu errichten. — In Alsfeld hat die israelitische Gemeinde den Bau einer Synagoge beschlossen. — Die Vertretung des vom Amte suspendierten Bürgermeisters Lichtentäler der vereinigten Landbürgermeistereien ist dem Kreissekretär Rudolf Eyinael auS Solingen mit dem Amtssitze in Krofdorf übertragen worden. — Die Bürgermeisterwahl in Hungen findet am Samstag, den 29. Oktober, von vormittags 10 Uhr bis nachmittags 3 Uhr statt. — In Alsfeld stürzte der Maurer Iohs. Greb, ein allgemein beliebter und geachteter 60 jähriger Mann auS Altenburg, von dem Mälzerei-Gebäude an der Romröderstraße ab und fiel mit dem Kopf so unglücklich, daß er in wenigen Minuten seinen Geist aufgab. Der Verstorbene hinterläßt eine Witwe mit mehreren Kindern.
Musterbeispiele daraus mit: 1. „Zu meinem größten Schmerze erfahre ich, daß Ihr Herr Onkel geftern verschieden ist, und verfehle nicht, Ihnen mein innigstes Beileid auSzudrücken. Nun machen Sie aber endlich, daß Sie Ihren faulen Wechsel einlösen. Bis dies nicht geschehen ist, sind meine Angestellten
Nniverfltäts-Alachrichten.
— Besch eibme Leute sind die Dorp ater ober vielmehr jetzt Jurjewer Studenten. Tie Mitteilung des üt Tarvat weilenden Ministers für Volksauflläru-ng, daß der Kaiser den studentischen Korporationen das öffentliche C 0 u 1 e u r t r a g e n, das seit 1894 verboten war, wieder gestattet habe, rief, nach dem „Wolfffchen Bureau^, allgemeinen Jubel dervor. Tie Korporationen sandten dem Kaiser ein Ergebenheitstelegramm. Ein von den Studenten bei der Wb reife des Ministers geplanter Fackelzug unterblieb auf Wunsch des Ministers. Tie russisck-en Stu- denten tragen bekanntlich auch Uniform.
Htricktslaal.
Lvck (Ostpr.), 21. Okt. Wegen Gatt en mordest hatte sich vor dem Schwurgericht der Besitzer Johann Offschani aus Krikowen zn verantworten. Er war geständig, seine Ehefrau aus Verzweiflung und Erbitterung über jahrelange schlechte Behandlung durch drei Revolvetzschüsse vorsätzlich getötet zu haben. Tie Geschworenen erkannten auf Toffchlag, billigten aber Offschani, der nach der Tat einen Selbstmordversuch gemacht hat, mildernde Ilmstände zu, worauf ihn der Gerrchtshof zu drei Jahren Qsesänanis verurteilte. ——____
überfuhr her Abendzug meister Wilke. Ter Tod — r
daft Wilke bcij Tw aus den Stbien-'n selbst gffncht bat.
Kisenvahn-Acilung.
— D i e BetriebSergebnise der preußisch- hessischen Eisenbahngemeinschaft beliefen netz nn September ans 138 596 000 Mk., das sind mehr gegen denfelden Monat de? Vorjahres 8 090 000 Mk., oder auf ein K'lomet^ 4143 Mark (4- 196). Davon entfielen ans den Kerfnnen- unb Gepäck- verkehr 39 403 000 Mk. <4- 1 705 000), auf den Güterverkehr 90 973 000 Mk. (+ 5 764 000 Mk.). In der Zeit vomBeginn dev Rechnnngsjabres betrugen die Einnahmen E 305 000 Mk. (4- 37 545 000 Mk.), oder auf ein Kilometer 24 ^74 Mk. (-1- 574 Mkch Davon entstammen dem Personen- und ^^^rkehr 253684000 Mark (4- 11 328 000 Mk.), dem Güterverkehr 508 672 000 Mar-k (4- 23 716 000 Mk.>. _______~
Handel und Verkehr. Volkswirtschaft.
— Bom Norddeutschen Lloyd in Bremen ist eine neue Mittelmeerlinie nach Aegypten ins Leben gerufen worden Fahrten werden von dem Doppelschvaubendampfer
Schleswig" ausgeführt. Tie Reiseroute ist Marseille-Neapel- Älercmdrien und friiTilrf. Ter Dampfer ist für die erste Fahrt am 9 November vnn Mcrvfeille jetzt schon voll besetzt.


