tourbe Tag und Nacht von englischen Kriegst» arrass en als Ehrenwache umkreist. Bei den verschiedenen Gegenbesuchen an Land und auf den englischen Kriegsschiffen wurden dem Kaiser überall warme Huldigungen 'dargebracht.
— In der heutigen Sitzung des Bundesrates würben die Mitteilungen des Rerchstagspräsidenten vom 19. März 1904 über die Beschlüsse des Reichstages zu den Gesetzentwürfen betreffend die vorläufige Regelung des Reichshaushaltes für April und Mai 1904, betr. die vorläufige Regelung des Haushaltes für die Schutzgebiete für April und Mai 1904, betreffend die Feststellung des zweiten Nachtrages zum Reichshaushaltsetat für das Rechnungsjahr 1903 imd betr. die Feststellung des zweiten Nachtrages zum Haushaltsctat für die Schutzgebiete für das Rechnungsjahr 1903 zur Kenntnis genommen. Tie Vorlage betr. die Beschlüsse des Landesausschusses zu den Gesetzentwürfen wegen Feststellung des Landeshaushaltsetats von Elsaß-Lothringen für das Rechnungsjahr 1904 und übei; die Besoldung der Lehrer und Lehrerinnen an öffentlichen Elementarschulen wurden den zuständigen Ausschüssen überwiesen.
— Tie Budgetkommission des Abgeordnetenhauses bewilligte eine Million Mark als erste Rate des Kostenbeitrags für ein königliches Residenzschloß in Posen, jedoch mit der Maßgabe, daß die Gesamtsumme des Staatszuschusses statt auf 5150 000 Mark auf 3 Mill. Mk. zu Lernessen ist.
Breslau, 21. März. Wie der „Gen. Anz." meldet, ist zum erstenmale in Breslau die Stelle eines Schularztes an einen weiblichen Arzt vergeben worden, nämlich an Fräulein Tr. Oppler.
Kaiserslautern, 21. März. Kommerzienrat Oskar Kramer, Besitzer des Eisenhüttenwerkes St. Ingbert, früherer Reichstagsabgeordneter, ist gestorben.
München, 21. März. Tas führende bairische Zentrums-Organ läßt sich aus Rom melden, dort verlaute in eingeweihten Kreisen, daß nunmehr eine Vereinbarung über die Errichtung einer Nuntiatur in Berlin getroffen wurde. Zu gleicher Zeit soll die pr eu ßische Le g a ti o n am päpstlichen Stuhle in den Rang einer ordentlichen Gesandtschaft erhoben und Freiherr von Rothenhahn abberufen werden, an dessen Stelle der derzeitige Münchener Universitätsprofessor Freiherr von Hertling treten werde. (Tie Nachricht ist mit Vorsicht aufzunehmen. T. Red.)
Parlamentarisches.
Berkin, 21. März. I m A b ge or dnereny aus e örachte Tr. Arendt einen Anttag ein, das in Wannsee befindliche Grab des Dichters Heinrich v. Kleist zu erhalten und den Platz von Staatswegen anzukaufen.
Keer und Malte.
München, 21. März. Tas „Verordnungsblatt des Kriegsministeriums" meldet: Ter kommandierende General des dritten Armeekorps Ritter v. Xylander wurde in Genehmigung seines Abschiedsgesuches zur Tispo- sitton gestellt unter Verleihung des Großkreuzes des Verdienstordens der bayerischen Krone. Ferner wurde zur Disposition gestellt Generalleutnant Ritter v. P o s chi n g e r, Inspekteur der Kavallerie, unter Verleihung des Gcoß- weuzes des Militärverdienstordens. Ernannt wurden: zum kommandierenden General des dritten Armeekorps Generalleutnant Frhr. v. Horn, Kommandeur der vierten Tivision, unter Beförderung zum General der Infanterie; zum Kommandeur der 4. Tivision Generalmajor Zwehl, Kommandeur der ersten Jnfanteriebriaade, unter Beförderung zum Generalleutnant; zum Inspekteur der Kavallerie Generalmajor Kreß von Kressenste in, Kommandeur der vierten Kuvalleriebrigade, unter Beförderung zum Generalleutnant. Befördert wurden: zum General der Jnfant. der Generalleutnant und Generaladjutant Frhr. v. Branca; zu Generalleutnants die Generalmajore Ritter v. Endres, Militärbevollmächtigter in Berlin, und der Chef des Jngenieurkorps und der Festtlngen Windisch
Ausland.
London, 21. März. Prinz Albrecht von Preußen ist hier heute abend mit Begleitung eingetroffen. Mit demselben Zuge kam auch die Abordnung des Bonner Vereins ehemaliger achtundzwnnziger mit Fahne, die der verstorbene Herzog von Cambridge dem Vereine im Jahre ,1902 geschenkt hat. Die Abordnung des preußischen Infanterie-Regiments 28, dessen Chef der verstorbene Herzog war, war bereits vorher angelangt. Am Abend fand ein Privatgottesdienst für den Herzog von Cambridge statt.
Paris, 21. März. Ter deutsche Botschafter Fürst Radolin gab heute ein Diner, zu dem u. <l geladen waren: Senatspräsident Falliöres, Minister Del- casss, die Botschafter Italiens, Oesterreich-Ungarns und Rußlands, General Florentin, Senator Courcel und der Sohn des Präsidenten der Republik, Advokat Loubet.
Neapel, 21. März. Im deutschen Klub sand gestern abend ein Fest der deutschen Kolonie zu Ehren der Offiziere der eingettoffenen Katt er Yacht Hohenzollern statt. Die Musik der Kaiseryacht Hohenzollern konzertterte. — Der deutsche Botschafter sowie der Militär- und Marine- Attach6 sind hier zur Meldung beim Kaiser eingetroffen.
Schanghai, 21. März. Etwa tausend Opiumschmuggler, geführt von einem gewissen Juon, erregten einen Aufruhr und schlugen die gegen sie vorgehenden Regierungstruppen 70 Meilen südlich von Tffchungttng (Provinz Ztschwan.st Tie Truppen verloren 16 Mann. Der Rest floh. Tie Behörden von Tschungking senden Verstärkungen.
Aus Stadl und Land.
Gießen, den 22. März 1904.
L. U. Professor Otto Zöckler in Greifswald begeht morgen sein bOjähriges Doktorjubiläum. Aus diesem Anlässe hat ihm die philosophische Fakultät der Universität Gießen, unter Ueberreichung eines Glückwunschschreibens, daS Diplom erneuert.
•• Prof. Messer. Der Privatdozent für Philosophie und Pädagogik an der Universität Gießen, Dr. phil.August Messer, ist bekanntlich zum außerordentlichen Profesior ernannt worden. Meffer ist zu Mainz 1867 geboren, besuchte daS dottige Gymnasium, studierte von 1885—1890 zu Heidelberg, Straßburg und Gießen, bestand Herbst 1890 hier die Prüfung für das höhere Lehramt (in den Fächern Latein, Griechisch, Geschichte und Deutsch), empfing seine pädagogische Ausbildung am hiesigen padagog. Seminar unter Schiller, wirkte als Gymnasiallehrer in Bensheim, Offenbach und Gießen und erwarb hier 1898 die philosophische Doktorwürde
auf Grund einer Dissertation: „DaS Verhältnis von Sitten- gefetz und Staatsgesetz bei Thomas HobbeS." 1899 habilitierte er sich hier. Außer mehreren Aufsätzen meist über pädagogische Psychologie sowie philosophischen Arbeiten schrieb Meffer: „Die Reform des Schulwesens im Kurfürstentum Mainz unter Emmerich Joseph 1763—1774" (1897), .Quintilian als Didaktiken und sein Einfluß auf die pädagogisch-didaktische Theorie des Humanismus" (1897), „Die Wirksamkeit der Apperception in den persönlichen Beziehungen deS Schul- lebenS" (1899), „Kritische Untersuchungen über Denken, Sprechen und Sprachunterricht" (1900) ic.
** Hessisch-Thüringisch e Staatslotterie. Bei der heute fortgesetzten Ziehung der 6. Klaffe fiel ein Gewinn von 50 000 Mk. auf Nr. 50893, zwei Gewinne von je 10 000 Mk. auf Nr. 7723 22561, sechs Gewinne von je 5000 Mk auf Nr. 2967 17357 19319 59621 74486 77674, Gewinne von je 3000 Mk. auf Nr. 3283 14272 15919 18320 25212 44596 51680 59923 61269 70096 76680 96307 98563 99976. (Ohne Gewähr.)
Das letzte Benefiz dieser Saison findet Freitag den 25. März statt. Unsere Soubrette Frl. Lembach wird die Kneiselsche Poffe „Papageno", die bei der neulichen Aufführung sich so außerordentlichen Beifalls zu erfreuen hatte und einen geradezu stürmischen Heiterkeitserfotg errang, an ihrem Ehrenabend nochmals zur Aufführung bringen. Besonderen Reiz erhält die Aufführung dadurch, daß Frl. Lembach, die schon so manchmal in dieser Spielzeit durch hübsche Gesangesproben erfreute, verschiedene musikalische Einlagen, die ihr Gelegenheit geben, ihr eigentliches Fachkönnen geltend zu machen, anbringen wird.
• • Der Katalog der öffentlichen Lesehalle, der am 1. März d. Js. abgeschlossen wurde, 112 Seiten umfaßt und für 20 Pfg. zu kaufen ist, ist unS heute überreicht worden.
* * Vortrag. Vor kurzem wurde in diesem Blatte hinge- wicsen auf ein beachtenswertes Schriftchen: „Die Reform der Gemeindesteuern im Gcoßherzogtum Hessen. Herausgegeben von dem Vorstände des Bodenreform Vereins in Darmstadt." Diese auch für die Einführung in die jetzt brennende Frage empfehlenswerte Schrift gewinnt neues Interesse, seitdem sich die hessische Regierung mit ihrem Entwurf eines Gemeindesteuergesetzes in wesentlichen Punkten mit ihr auf gleichen Boden gestellt hat. Es wird daher von vielen Seiten freudig begrüßt werden, daß Professor Dr. Staudinger aus Darmstadt, Mitverfasser der Schrift, einen öffentlichen Vortrag über das neue Gemeindesteuergesetz zugesagt hat. Genaueres über Zeit und Ort des Vortrages, der voraussichtlich schon Freitag im Caf6 Ebel stattsindet, wird im Anzeigenteil noch mitgeteilt werden.
* * Ein Meteor wurde, wie man uns schreibt, gestern abend 8 0 Uhr beobachtet. Er bewegte sich in der Richtung von Osten nach Westen, war ungefähr 5" sichtbar und löste sich schließlich in verschiedene Teile auf. Der Kopf hatte eine bläuliche Färbung, während der ungefähr 2 Meter lang erscheinende Schweif eine gelbliche Farbe zeigte.
• * (Sin wahres FrühlingS weiter herrscht seit einigen Tagen und zahlreiche Frühlingsboten sind zu bemerken. Maikäfer und Schmetterlinge findet man bereits, Lerchen trillern im Feld und zahlreiche Störche bemerkt man auf den Wiesen. In den Gärten beginnt man zu graben und zu säen, Flieder, Stachelbeeren und Johannisbeeren treiben Blätter. An geschützten Orten beginnt schon daS Veilchen zu blühen. Es scheint ein zeitiges Frühjahr bevorzustehen, und wenn auch heute die Sonne nicht mehr heiter lacht und Regenwetter eingetreten ist, so kann doch morgen schon der Himmel wieder blau sein. Hoffentlich tritt kein empfindlicher Rückschlag im Wetter ein.
* ' lieber das 40. Stiftungsfest des Bauer- schen Gesangvereins ist noch nachzutragen, daß der Kriegeroerein ein Lied, „Kaiser Karl in der JohanniSnacht" von Hegar, gestiftet hat und daß am Samstag der Dirigent des Bauer'schen Gesangvereins, Polster, durch einen prächtigen Lorbeerkranz ausgezeichnet wurde.
- Darmstadt, 21. März. Die Abreise des Groß- Herzogs nach Italien ist auf Mittwoch abend für den direkten Frankfurt—Baseler Schnellzug 11.52 angesetzt. Vorher besucht der Großherzog den parlamentarischen Abend beim Staatsminister Dr. Rothe. Die Fahrt geht zunächst nach Florenz, doch soll der Fürst die Absicht haben, auch dem Sultan in Konstantinopel einen Besuch abzustatten.
Mainz, 21. März. Nachdem vom Kriegsministerium und dem Neichsschatzamt der Vertragsentwurf mit der Stadt wegen des nordwestlichen Festungsoeländes die Genehmigung erhalten hat, ist vom Kaiser durch ein Telegramm aus Gibraltar die Auflassungsordre ergangen. Das Telegramm hat folgenden Wortlaut: Auf den mir gehaltenen Vortrag bestimme ich, es werde aufgelaffen: 1. Die Stadtumwallung von Kastel mit den Lünetten Frankfurt und Wiesbaden. 2. Die Nordwestfront von Mainz von dem unteren Nhein- anschluß bis zum Mombacher Tor. Das Kriegsministerium hat hierfür das weitere zu veranlassen, gez. Wilhelm «LR. Gegengez. von Einem, Kriegsminister.
Kleine SOtitteilungen aus Hessen und den Nachbarstaaten. Der Fabrikarbeiter Laut in Darm - stadt unterhielt mit der Tochter des Laternenanzünders Mink ein Liebesverhältnis, das aber von der Braut gelöst werden sollte. Deswegen überfiel Laut nachts den Vater und das Mädchen in deren Wohnung und verwundete beide durch Mefferstiche. Die Verletzten wurden in das Krankenhaus eingeliefert, dürften aber wohl mit dem Leben davonkommen. Der Täter ist flüchtig. — In Bechtheim wurde ein nationalliberaler Verein gegründet. ES traten ihm gleich 51 Mitglieder bei. Einige 40 Herren auS Worms waren zu der Gründung herübergekommen. — Dem Lehrer Ferd. Schmoll zu Fronhausen ist vorläufig vom 1. April biö zum 1. April 1905, zum Besuch einer Universität Urlaub erteilt worden. Die Vertretung ist Frl. Gettrud Mücke aus Schlesien übertragen worden.
' Innsbruck, 21. März. Großes Aufsehen erregt hier ein Mordanschlag eines 'zugereisten Italieners auf den deutschen Konsul Gerock. Der Attentäter ermattete den Konsul in dessen Wohnhaus. Er kannte ihn jedoch nicht und trat an den pensionierten Oberst Gratzig,
der in seine in demselben Hause belegene Wohnung zurück kehtte, mit der Frage heran, ob er der Konsul sei. Da c daS Meffer in der Hand hielt und sich auffallerd geberdet wollte der Oberst ihn festnehmen laffen. Derselbe ergri jedoch die Flucht, wurde aber eingeholt. Er gab an, ein 46 Jahre alter Schuhmacher namens Cararo aus Strigm-, zu sein. Er hätte die Absicht gehabt, den deutschen Konsul zu ermorden. Heber die Ursachen seines Plane? verweigett er jede Auskunft.
»Moskau, 21. März. Der Tenor der hiesigen Oper, Koschitz, hat aus Schmerz über den Verlust seiner Stimme sich mit einem Rasiermesser die Kehle durch geschnitten.
jtunft und Wissenschaft.
Berlin, 21. März. Laut Mitteilung deS Hobnarschallamte». des Prinzen Friedrich Leopold von Preußen an mehrere Berliner Zeitungen wird der Prinz die GrabstätteHeinrichz von K l e i st am kleinen Wannsee der deutschenNation zum Geschenk machen.
Berlin, 22. März. Tie „Voß. Ztg." teilt mit, in der Frage eines neuen Overnhauses, daß die Immediateingabe eines Berliner Architekten wegen Ausschreibung zum Wettbewerb abschlägig beschieden worden sei.
— Laut amtlicher Bekanntmachung der bayerischen Regierung rourbe der preußische Hofkapellmeister Felix Weingartner, Edler von M ü n z b e r g zu München in erblicher Weise in die bayerische Adels matrikel eingetragen.
E h r i st i a n i a, 21. März. Anläßlich seine? 7 0. GeburtS» tages erhielt Henrik Ibsen Gratulationen aus allen Gegen- den der Welt. Der alte Dichter befindet sich auf dem Wege der Befferrma, aber jede fernere Produktion Ibsens muh fetzt als definitiv abgeschlossen betrachtet werden. Sein Zustand erlaubt ihm, persönlich einige Gratulanten zu empfangen. Er wrach gegenüber dem Direktor des Nationaltheaters Björn Björnson. den, Sohne des groben Dichters, seine Freude über die vor.üaliche Aufführung der „Wildente" im Nationaltbeater aus.
(Berichts saat.
Rosenberg (Westpr.), 21. März. Der Hauptlehrer Otto Borchert aus Lessen wurde von der Strafkammer wegen Sittlichkeitsverbrechen in 12 Fällen, begangen an Schulmädchen, zu 8 Jahren Zuchthaus und 9 Jahren Ehrverlust verurteilt. Borchert ist 41 Jahre alt und verheiratet. Er hat die Straftaten in seiner früheren Stelle in Haidemühle im Kreise Stuhm begangen.
— Wegen Zweikampfs mit tätlichen Waffen (Säbelmensur) hatten sich in Greifswald der Stud. med. Alfred H. und S t u d. j u r. F r i e d r i ch W. vor der Strai- kammer zu verantworten. Gleichzeitig standen ein Dienstmann und ein Lohndiener wegen Beihülse unter Anklage. Die Paukanten waren im vollen Umfange geständig; dagegen wollten der Dienst- mann und der Lohndiener sich einer strafbaren Handlung nicht bewußt gewesen sein. Insonderheit suchte, sich der Dienstmaun mit der Erklärung zu rechtfertigen, daß er nicht nur als Couleurdienn beim Bandagieren Hülfe zu leisten gehabt habe, sondern daß er auch nach der Dienstmannsordnung keinen Dienst verweigern dürfe. Das Urteil lautete gegen die beiden Studenten aus je drei Monate Festungshast; gegen den kommentkundigeu redegewandten Dienstmann und den Lohndiener wurde wegen Vei- bülfe auf je 25 Tage Festungshaft erkannt.
Kirchliche Nachrichten.
Evangelische Gemeinde.
ÄoHesbfettff.
In der Stadtkirche.
Mittwoch, den 23. März, abends 6 Uhr: 6. P asslonS- a n d a ch t. Pfarrer S diroabe.
Neueste Meldungen.
R. B. Darrnstadt, 22. März. (Eigener Draht- bericht.) In der heutigen Sitzung der Zweiten Kammer ronrben nach mehrstündigen Erörterungen der Vorlage über die Aenderung eines Gesetzes inbetreff bc§ Verfahrens in Forst- und Feldrügesachen im wesentlichen nach den Ausschußanträgen angenommen, mit Ausnahme des Artikels2, in welchem die Regierungsvorlage wieder hergestellt wurde. Dann wurde die Vorlage auf Abänderung deS Artikels 2 27 Abs. 1 des Polizei strafgesetzes (der An- trag des Oberbürgermeisters Mecum-Gießen) ohne Debatte angenommen. Diese Bestimmung tritt sofort in Kraft. Weiter nahm die Kammer die Negierungsoortage betr. Abänderung des Art. 1. über die Gehalte der Doltr. schullehrer dem Ausschußantrag entsprechend an. Schließlich wurde noch die Anfrage deS Abq. Kö hler über den hohen Urkunden stempel von der Regierung dahin beantwortet, daß allerdings bei kleineren Festlichkeiten die Steinpelabgabe von 3 Mark zu hoch sei. Die Regierung habe die Ort-- behörden angewiesen, diese Abgabe in geeigneten Fällen auf 1 Mark herabzusetzen. — Die nächste Sitzung ist morgen um i/?10 Uhr.
München, 22. März. Die „M. N. N." schreiben-. Gestern ging das Gerücht, der Kriegsminister Freiherr von Asch sei zu rück getreten und an seine Stelle der Divisionär in Augsburg, frühere Militär • Bevollmächtigte in Berlin, Generalleutnant Freiherr Reichlin von Meld^cgg zum Kriegsminister ernannt. Wie von zuständiger Seite initgeteilt wird, ist dieses Gerücht ohne tatsächliche Grund' tage und beruht auf Kombinationen. — Gestern nachnüt^g machte in seiner Wohnung ein Privat-Dozent an der hiesigen Universität einen Selbstmordversuch, indcin sich einen Schuß in die Schläfe beibrachte. Er wurde bedenklichem Zustande ins Krankenhaus gebracht. — \'n einem Nebenbach der Isar wurden die Leichen M ädchen von etwa 10 bis 11 Jahren gefunden. Tie Leichen waren gut gekleidet. Sie zeigten keinerlei Vctlc^ ungen. Ob ein Verbrechen oder ein Unglücksfall vorlicg. ist noch nicht bekannt.
L o n d o n, 22. März. Tie Morgenblätter berichten au^ Tokio: Einem dorttgen Blatte zufolge fioll die■ . J
nische Division, welche am 19. dS. auf der .Hal ' Liaotung gelandet ist, einen Angriff auf die Lan befestiaung vonPortArthur gemacht haben, zeitig sollen die Kriegsschiffe der Japaner die Stadt die Befesttgungswerke bombardiert haben. Der Angnsf 1 am 19. abends 10 Uhr begonnen und bis 6 Uf)r gedauert, 16 Schiffe hätten daran teilgenommen. y n paner sollen angeblich Port Artbur besetzt Lj Ein anderes Gefecht zu Lmide soll zwischen Jap^i 1 und Russen beiTschayong-Syong stattgefunden Y • wobei die Russen 600 Tote und $er™u”n;q hatten. (Eine Bestätigung beider Nachrichten, roeldte nu . Glaubwürdigkeit verdienen, ist bisher n.cht l troffen.) — „Daily Chronicle" meldet aus M - * ■ Wie aus guter Quelle berichtet wird, besteht me son von Port Arthur nur aus vier Regrm


