Freitag ÄA. Aarrnar 1904
1S4. Jahrgang
Zweites Blatt
Nr. 18
Are Heutige Mrmmcr umfaßt 12 Seiten.
3um Iuffland in Deutsch-Südwestafrika.
a
die Beschämung, daß sie in der Dlllleilung der Begebenheiten weit Vorauseick.
Wie von privater Seite aus Kiel gemeldet wird, ist der Major v. Glasenapp wegen Untauglichkeit zum Tropendienst vom Kommando des mobilen See- Bataillons ent'bunden. Sein Nachfolger ist noch nicht bestimmt. , t,
Wie der „Kons." erfährt, ist am Samstag, als dre bedrohlichen Nachrichten aus Teutsch-Südwestafrika eintrafen, der Generaldirektor Ball in telegraphisch von Hamburg nach Berlin berufen worden und ist sogleich mit Extrazug ab gereist. Am Dienstag wurde Dallin abermals nach Berlin berufen. In beiden Fällen handelte es sich um die Teilnahme cm Konferenzen wegen Organisation der Truppentransporte.
Sitzung des Frovmzial-Ausschuffes.
(Schluß.)
In Sachen Reklamation gegen die Bürgermeisterwahl zu Vockenrod; hier: dre Kosten des BeanstandLngsver- fahrens, verhandelte man als 3. Punkt der Tagesordnung.
Bei der am 31. Mai 1902 vorgenommeneu Bürgermeisterwahl für die Gemeinde Vockenrod erhielten von 44 abgegebenen giltigen Stimmen Ferdinand Kreuter und Heinriche Josef Stork je 22 Stimmen. ,
Der zum Wahtkommisfär ernannte Großh. Betgeordnete Schlitt ließ hieraus das Los entscheiden.
Die Entscheidung fiel zu Gunsten des H. I. Stork aus, woraufhin in der Gemeinde bekannt gemacht wurde, daß Stork gewählt sei, und Reklamationen gegen die Wahl bis zum 4. Juni einschließlich vorzubringen seien. Innerhalb dieser Frist wurde seitens einer Anzahl Ortsbürger Einwendung gegen die Wahl erhoben.
Von dem Großh. Kreisamt Alsfeld wurden dre Akten hierauf dem Kreisausschusse vorgelcgt. Aus der Entscheidung des letzteren ist zu schließen, daß von Großh. Kreisamt beabsichtigt war, die Giltigkeit der Wahl von Amtswegen zu beanstanden. „ c
Das Urteil des Kreisausschusses gab der amtlichen Beanstandung statt, ohne auf den Inhalt der Reklamation näher einzugehen. In der Begründung wird angegeben, daß die Wahl ungiltig sei, weil die zwingende gesetzliche Vorschrift des Art. 32 der Landgemeindeordnung verletzt worden sei. Denn es hätte nach diesem Art. 32 Abs. 2, nachdem bei der ersten Wahl eine absolute Majorität nrcht erzielt worden wär, eine zweite engere Wahl stattsinden
I Für die Entscheidung kamen in Betracht die Art. 32, 31 und 23 Abs. 5 der Landgemeindeordnung.
Nach Art. 32 soll eine zwecke Wahl uattfinden, wenn bei der ersten Wahl eine absolute Majorität nicht erreicht
müssen.
Gegen diese Entscheidung wurde feckens des Rechtsanwalts Rosenberg, als Vertreter des H. I. Stork, fristgerecht Rekurs an den Provinzialausschuß verfolgt und beantragt, der Provinzialausschuß wolle unter Au>Hebung der Entscheidung des Meisausschusses die am 31. Mai 1902 vorgeuommene Wahl des Heinrich Joses Swrk zum Bürgermeister der Gemeinde Bockenrod für ailtig erklären.
Zur Begründung seines Antrages brachte der Antragsteller vor, der Art. 32 Abs. 2 setze zu seiner Anwendbar- leck voraus, daß mehr als zwei Kandioaten vorhanden seren. Bei der vorliegenden Wahl seien überhaupt nur auf zwei Kandidaten Stimmen entfallen, und wäre es unpraktisch, hier im Falle der Stimmengleichheit erst noch eine zweite Wahl anzuberaiimeu, anstatt gleich nach Art. 23 Abs. 5, der nach Art. 31 auch auf die Bürgernreifterwahl Anwendung finde, das Los entscheiden zu chssen.
Der Provinzialausschuh schloß sich diesen Gründen un
Gießener Stadttheater.
Theodora.
Schauspiel in 4 Akten von Johan Bojer. (Buchausgabe: Deutsche Perlagsanstalt in Stuttgart.)
Seit Ibsen unö Björnson, den heute noch lebenden rübretideii (Leistern der norwegischen Poesie, übt drese ernen starken Einfluß auf die W-elttiterarur aus. Doch die nordische Literatur ist trotzdem .Hei matsliteratur geblieben, eine Literatur, die ihre eigenen Menschen schildert, ihre eigenen Gedanlen und Gefühle und Stimmungen. Der nordischen Literatur bleibt stets etwas eigen, was sie von der o^r ganzen anderen Welt unterscheidet. Dort oben un Lande der Mitternackstsfonne denkt man anders, fühlt man anders, ist man an.ders gesccknmt als bei uns in deutschen ^ändert oder in Frankreich oder in Italien. .......
Die Lin demannsche ^heaterges e l l schaff, die uils int vorigen Jahre des Italieners d'Annunzw schwüle Tragödie „Tie tote Stadt"', vor zwet Jahren in ljuei meip.erhaften Vorstellungen Ibsens „Hedda und „RoAmersholm" bescherte, machte uns gestern mck dem Erst- lingswerte des jüngsten dramatischen Dichters Norweg^is, mck „Theodor a" von Johan Bojer, bekannt, äxxö bittere Geschick ihrer Mutter und ihrer ebenso un- Eich verheirateten Schwester machte sie zu ^neni n Eiaenmenschen. Und sie verlangt von sich Höchstes, ztveite Sonja Kowalewska, studierte sie, mit außerordentlichen Berstandesgaben bedacht, Mathemattt und tst nun die reiüiiic Hoffnung der Universität der Landeshauptstadt Nicht sowohl Ehrgeiz, als vielmehr heiße Liebe zu Mer Wissenschaft, die sie als ihr sj^radies, als ihre Religion auffaßt, läßt sie all die mannigfachen ^chwterig- k3ten überwinden, die sich, ihr cki den Weg stellen, und ^ie ist dran! und dran, sich „eine felbständtgo Seele auf- LcLen" der nichts zur vollen Freiheit und R docken Glücke fehlt. Aber ihr Kopf und un: Herz sino >"nd- jiche Gerichtshöfe", die sie „hin und her zerren * Auch das Weib iv in ihr lebendig. Ihre Sehnsucht getst dahin, ^ut e Kin; U N keinen Preis Gattin, nur Mutter, - wie das MJa ‘. bereit Weibes Traum vor ihr schon war. ^te bünktsichzu sehr als durchaus sMstand^as SndwwllUM, a.K daß sie einem Manne sich zu eigen geben, in der Liebe zu
ihm und gar in den Reinlichen Hausstandssorgen ausgehen tonnte. Daß gerade Muttersorgen unendlich viel Kleui- liches mck sich bringen, ahnt das unscyu.dsvolle Fräulein Theodora nicht. So macht sie Jörgen Grundt zum Vater ihres illegitimen Kindes, Jörgen, mck dem sie als Kurdin ihrem Krähwinkel Schlittschuhe lief und dem sie immer einige Schritte vorausrannte, Schritte, die er auch später im Leben nickst eingeholt hat. Er ist aber dvch ein hoffnungsvoller Arzt, Begründer und Leiter eines viel gerühmten >sana- toriums "für Trinker geworden. Obwohl Jörgen in hin- gebender Liebe zu ckst um sie wirbt, so heißt sie ihn doch zu seinen Patienten weck oben in den Bergen zuruckkehren. In einer Ehe müßten, nrie sie meint, ihre eigenen Lebens- instirckte ersticken. Sie fürchtet innerhalb einer Familie, m der man bisher die Wurzeln aller Kraft des Menschengeschlechtes zu erblicken pflegte, sowohl für das Ku.d ihres Sckotze^ als für das ihres Geistes, die große mathematisck-e Arbeit die sie schreibt. Daß dabei der Dämon in iyt die Lebens- mstintte des Vaters ihres Kindes wie auch die ihres eigenen Vaters vernichtet, eines tüchtigen Beamten, der immer ängstlich bedackst gewesen ist auf den unbefleckten Ruf seines Namens und der sich sein Leben lang vergeblich um die Liebe eines Wesens bemüht hat, das vermag sie nutzem Mute eines starrsinnigen Elfarakters zu ertragen. Toch was jeder Halbwegs Vernünftige ihr hätte vorai.Asagen können, das kommt der grundgesck-ecken Mathematikerin nicht in den Sinn: die fchwere Doppellast, die sw sich aufbürdete, die Pflege ihres Kindes, das )ie selber nährt, v.nd die große wiisensüm-fstche Abdankung 8^plittern sie, macken beide marode, ja sogar mehr als dem Dichter selber bewußt geworden zu sein scheint. Das arme Kind liegt nämlich noch als einjährig Unfreiwilliger m der Wiege und wird noch von Mama gestillt, was allen sonstigen Mutterersahrungen bekanntlich zuwiderläust. Die Szene, in der man diese Wunderdinge erfährt, war freilich von der Regie klüglich gesumsten worden. .
Vom Ende des 2. Aktes ab kann inan Bock's ^,iama überhaupt nicht mehr ganz ernst nehmen. Vom Erhabenen zum Lächerlichen ist eben nur ein kurzer Lckfritt. gönnte man bisher mck einem Weibe wie Theodora iallfuhlen, fo hat das mm ein Ende: sie, die der Dichter uns fo sympathisch, so meuschlicb als möglich zu schildern sich 6e- stckchr indem er das Recht der F-rau mif sich felbst, auf
Man schreibt uns aus Berlin, 21. Januar:
Tie Nachrichten über den Aufstand in Teutsch-Südwest- aftika sind in üirlid; von Inter es fe für die gesamte Oesfent- lichkeit. Tie „Boss- lenkt mit Recht die Aufmerksamkeit darauih'.n, daß eine einzelne Zeitung, die „Köln. Ztg.", entweder durch das Auswärtige Amr oder dessen Lolonialabteilung in den Stand gesetzt worden sei, wichtige Mitteilungen, wie z. B. von dem Eintreffen des „Habicht" in Karidck, früher zu veröffemtichen, als dies dem übrigen Teil, bev P.nsft möglich war. Tie deutsche Prbsse und ihre Leser dürften verlangen, daß sie, wo es ^ich um das Geschick vieler Hunderte Don deutschen Ansiedlern und von Angehörigen der deutschen Schutztruppe handelt, alle gleichzeitig über den Verlaus der Ereignisse unterrichtet werden. Tie „Voss. Ztg." hätte bei dieser Gelegenheit lioch hinzufügen können, daß auch sonst die offiziöse Berichterstattung zu wünschen läjjt. Ein Berliner Blatt war gestern, Mittwoch, abend in oer Lage, durch Privat- telegran.im den Wortlaut der Ansprache des Prinzen Heinrich in Kiel an die nach Südwestasrika gehenden Marinemann- fchasten gii bt-ingen. Heute erst enthält die „Nordd. Allg. Ztg." diesen Wortlaut, und auch nicht als eigenen Bericht, sondern auf Grund von „Blüttermeldungen". Außerordentlich genau und rasch pflegen die Schilderungen des offiziösen Tr.rhtes zu sein, sobald irgendwo eine Veranstaltung mehr höfischen Charakters stattgefunden hat. In solchen Fällen aber, bei Ereignissen, an denen die gesamte Oefseutlichteit Interesse nimmt, wo kleine, geschickt abgefaßte Stimmungsbilder, statt mancher steifen, nur das rein Tatsächliche berücksichtigenden Tepesche am Platze wäre, pcrsagt der offiziöse Apparat. Ohne die anschauliaien Berichte der Privatkorrespondenten würde man sich kein Bild machen können von der Situation vor der Ausreise des Expeditionskorps. Jedensalls aber muß gefordert werden, daß fortan die aus Südwestaftika an «Mcklicher Stelle eintrefsenden Meldungen unverzüglich der gesamten Presse, ohne irgend welche Bevorzugung, zugänglich gemacht werden. Hierfür kann nur die Vermittlung des Wolfsscheu Bureaus in Betracht kommen. Mitteilungen im ,Mvtchsanz." oder in der „Nordd. Allg. >Ztg." müssen erst weckergegeben werden, und das bringt ftir die außerhalb Verlms erscheinenden Zeitungen eine Verzögerung von einem Tag und mehr mck sich. An Privat- meldungen liegt heute abend eine bemerkenswerte des ^ok.°Anz." vor. Danach ist bei dem in Berlin wohnenden Major a. T. Francois ein Telegramm eingefroren, daß es den Familiei'.mitgliedern Francois gelungen ist, ebenso wie voraus sichtlich, den meisten Farmeru, Windhuk noch recht- zeckig zu erreichen. Auch dies Telegramm, von dem doch wohl auzunehmen ist, daß es der Empfänger alsbald dem Auswäriigen Amt zugestellt hat, wird also zuerst von einer einzelnen Zeitung bekanntgegebeu, und nicht alsbald zur allgemeinen Kenntnis gebracht. Wie man sich erinnern wird, war es mit der Nachrichtenübermittlung während der Wirren in China ähnlich unbeftiedigend bestellt. Tie vom Flockenverein mck bedeutenden Kosten ins Leben gerufene „Nachrichten-Expedition" hüllte sich in ein höchst programmwidriges langes Schweigen, und ohne die vorzüglich organisierte, obschon häufig tendenziöse englische Berimierstattung häcke man so gut wie nichts von den Vorgängen erfahren. Wck stehen fetzt am Anfang der Ereignisse, soweit Dcutsch--Süoivesiasrika m Betracht kommt. Hoffentlich bereitet die englifche Presse diesmal nicht wieder I wesentlichen em.
das durch nichts zu behindernde Ausleben chrer ganzen Persöickichteck mck guten Gründen zu rechtfertigen unter- uohui, gewinnt es über sich^ nicht nur den ihr bckndlmgs geyorsamen Vater ihres Kindes, sondern auch ihren inzwischen erblckideten greisen Vater, der ganz allein in der Welt dasteht, au, die Straße zu stoßen — um ihrer Marotte willen, wie sie meint zum Besten ihres 5cktides und ihrer Wissenschaft. Ihre Selbsttreue muß liegen, mag's Siegen oder brechen! Das geht aber nicht nur den Zuschauern, die empört sind über diese ganz unnötige Zufpitzung des Konfliktes durch den Fusstritt auf die iindliche Pietät, fondern auch ihrem Kinde über den Spaß; das Leben bei einer solchen Äiutter gefüllt ihm nichi und die ooie Hexe MiNhe- matil erbarmt fich seiner und — frißt es auf. Ter Dichter sagt: Wissenschaft und Mutterschaft vereint zerfrören der Frauen Geist und Leib, machen beide unfähig; das Kind mußte zu Grunde gehen, weil der Körper der '.'Kutter siech wurde unter der geistigen Anstrengung, und die Garheit des Geistes leidet unter den niedrigen Mutterpilichten und Atuttersorgen. Ter Tod des Kindes aber macht die Mutter mürbe. Sie erlebt „das Sckstimmste auf Erden, die Selbstenttäuschung". Sie, die Superkluge u. d doch )o Lebensunkluge, beginnt — sehr spät — einzusehen, das; d.e Physiologisch bestimmten Grenzen der West'natur zu d..ra)örechen ein Ting der Unmöglichkeit ist ui.d bleiben wird, und ift, an der Totenbahre aller ihrer hochfstegenden plane stehend, draus und dran, sich fortan „gonz und gar weiblichen Pflichten zu opfern" (!) und ihren treuen Jörgen als Gattin glücckich zu machen. In Erinnerung au Jb,ens mißverstandene Hedda läßt sie der dichter ihr wertvolles Manuskript, ihre soeben von der mathematischen Fakultät hochgepricsene Arbeit, in den Ofen stecken. Ta aber sicht sie plötzlich aufs neue ihrer armen, einst so hofsiiungsttchnen Nienjchliasteck gau^r Jammer an, und sie eilt von der Seite ihres guu« Jörgen, der um ihretwillen «is einem Säufcrarzte zum Säufer geworden ist, nicht um, wie Ibsens "Nora, ein neues freies Leben zu beginnen, sondern um enttäuscht und gebrochen auf das Leben Verzicht zu leisten. Sie, die vermeintlichi so Starke, fühit sich nickst einmal mehr stark genug, um der Lisbe eines anderen willen ihr Leben zu Ende zu leben. c
Mit Bojers Theodora geht es uns wie mck Swfci
worden ist.
Nach Art. 23 Abs. 5 entscheidet das Los im Falle der Stimmengleichheck, und dieser Art. 23 sock nach Art. 31 auf die Bürgermeisterwahl Anwendung finden.
Alle diese Bestimmungen sind, wie das Provinzialausschußurteck ausführt, un Zu|ammenhang zu betrachten.
Woltte man der Ansicht des Kreisausschu.s.s betreten, so hätte die Vorschrift des Art. 23 Abs. 5 keinen Zloech Da in jedem Falle von Stimmengl '.£ die absolute Majorität fehlt. Indem das Gesetz jcooch Art. 23 ohne Ausnahme, mckhin auch den Absatz ö dieses Artikels, für anwendbar erklärt, müsse es von der Ansicht ausgegangeu ein, daß die Vorschrift des Art. 23 Abs. 5 auch zur Äu- veudung kommen solle. Ties könne aber nur geschehen^ wenn man davon ausgehe, der Art. 32 habe den Fall der Stimmengleichl-eit bei npr zwei Kandidaten nicht im Auge, sondern nur den Fall, daß mehr als zwei Kandidaten vorhanden sind und von diesen zwei die gleiche Stimmenzahl erhalten haben.
Diese Auslegung, welche mit dem Wortlaut des Art. 32 nicht im Widerspruch stehe, sei die einzige, welche fich mck Art. 31 vertrage. ES müsse hiernach angenommen werben, daß bei Vorhandensein von nur zwei Kandidaten im Falle der Stimmen gleichheck das Los entscheide und keine zwecke Wahl stakksinde.
Tas Urteil des Provinzialausschusses lautet daher:
Dem Rekurs des Vercketers des Heinrich Josef Stork zu Vockenrod gegen die Entscheidung des KreisausschusseH oes Kreises Alsfeld vom 27. Juni 1902 wird statigegeöen und die angefochtene Entscheidung aufgehoben.
Tie Sache wckd zur Verhandlung und Entscheidung über die gegen die Wahl erhobene Reklamation an den Kreisausschuß des Kreises Alsfeld zurückverwiesen unter Aussetzung der Ditscheidung über die Kosten.
Diese Entscheidung war endglltig.
Alsdann verfolgte der Anwalt Der Ortsbürger von Vockenrod, welche gegen die daselbst am 31. Mai 1902 statt- gesundene Bürgermeisterwahl Reklamation erhoben hatten, namens derselben gegen das Urteil des Kre.s.tusschusses Des Kreises Alsfeld vom 15. Mai 1903, durch welchs diese Reklamatton als unbegründet zurückgewiesen worden war, Rekurs an den Provinzialausschuß. Jedoch wurde das Urteil des Kreisausschusfes nur insoweit angefochten, als dasselbe den Reklamanten die Reisekosten des Anwalts deS zum Bürgermeister gewählten H. Josef Stork zur Last setze. Ter Rekurs wurde damck begründet, daß die Zuziehung eines auswärtigen Anwalls zur ziveckent^pcechnden RechtS- verteidigung nicht notwendig gewesen sei, daß Stork sich des Beistandes eines Alsfelder Anwaltes hätte bedienen können, wodurch keine Reisekosten entstanden wären, und daß daher, auf Grund des Artikels 70 der Kreis- und Provinzialordnung und in analoger Anwendung des § 91 Der Z.-P.-O., Stork die Reisekostzen seines Anwalles, weil sie keine notwendigen Kosten gechesen, selbst tragen müsse.
Tas Kreisamt Alsfeld legte dem ProvinzialauSschuß die Allen mck dem Anjügeu vor, daß der bbreisausschuß die Dem Stork erwachsenen Kosten der anwaltlichen Vertretung einschließlich der Reisekosten deshalb als notwendig angesehen habe, weck die anwaltliche Vertretung gegen die gleichfalls durch einen Anwalt vertretenen Reklamanten für Swrk notwendig gewesen, ihm die Wahl in der Person Des Anwalls fteigeftanden habe und die Bestellung gerade eines Gießener Anwalts dadurch veranlaßt worden sei, daß
Erichein^ tfiglfd? mit Ausnahme des Sonntags. & . . . _ . verantwortlich für ben aO^etnetoust ti8:
t1 M HW U Wtttko; tüt den Hiqelgtnlrt!; d M.
Di .Gletzener LamUienblütler" werden dem U MM WX «kz ffl D @Lz k S 4k vv «SB Br @ ------
Anzeiger viermal wöchentlich beigelegt. Der MW A' ® O 'tfcv «L Rotationsdruck und Verlag b« vrahl^ch«
^hessische Landwirt" erscheint monatlich einmal 0 V W ▼ UmoerMLtSdruckerei (Pietsch fctbcnk •<**.
General-Anzeiger, Amts- und Anzeigeblatt für den Ureis Gießen.


