Ausgabe 
21.10.1904 Zweites Blatt
 
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die Viehmärkte

über

daß

Rhein viel Anregung

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Frisch,

Zwei Ehedramen in Bologna.

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« bto Stopf, schloß die Augen und starb.

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beendet.

Oberbgm. Mecum teilt mit,

Wasserläufe rein zu halten.

Das Baugesuch des Heinrich Winn für die große Mühlgasse, wo er in einem Wohnhaus das obere Stockwerk mit Holzfachwerk aussühren will, wurde genehmigt, ebenso die Baugesuche deS L. Beil für ein Doppclwohnhaus im Schifferbergweg, deS L. Kitz für die Marburgerstraße uni) des Karl NicolauS für die Roonstraße, welch letzter bei seinem Projekt des Baues eines Hinterhauses und eines Vckr- derhauses daS erstgenannte zuerst errichten lassen will, wofür eine besondere Genehmigung erforderlich ist.

DaS Gesuch des Georg Wallenfels um Erlaubnis

man von den

dingungcn zugestimmt.

Wie für ine Stadt soll auch für den Kreis Gießen eine Tesinsektionsordnung geschossen werden. Tabei soll der Kreis in die Bezirke Gießen, Grünberg und Lich eingeteilt werden. Dem Bezirk Gießen sollen die | benachbarten Orte angehören. Ter Oberbürgermeister hat nun, so teilt er mit, Widerspruch dagegen erhoben, daß die städtischen Tesrn.eltoren der Kreisbehörde unterstellt würden. Sie sollen nach wie vor im Interesse der Gesund­heitspflege der Stadt unter der Ttsziplinargcwalt des o ? ?.*/ Oberbgm. Mecum hat daher eine Vereinbarung vorbereitet, wonach die Stadt die Des- insektionen auch für die ländlichen Gemeinden des Bezirks Gießen übernimmt, wodurch 220 Mk. Kosten entstehen. Tie Auslagen sollen von der Kreiskasse zurückerstattet werden; dagegen werden die Gebühren vom Kreisamt eingezogen. Eine Zubuße für die Stadt entsteht nicht, und Oberbgm. iMecum empfiehlt einen Versuch mit der neuen Ordnung bis 1. Okt. nächsten Jahres. Aus eine Anfrage des Stadlv. Heichelheim bemerkt Oberbgm. Mecum, zu den städt. Desinfektionen könnte bei der neuen Ordnung dieselbe Zeit­dauer vorgesehen werden wie seither. Stadtv. Kirch er-! klärt, er sehe dre finanzielle 2agc der Neuregelung noch 1 nicht klar, aber da die neue Ordnung nur probeweise ein geführt werden solle, habe er nichts dagegen.

Für die Teilung einer Klasse der Fortbild­ungsschule werden 200 Mk. bewilligt.

Außerhalb der Tagesordnung wird genehmigt, daß für die Glasüberdachung eines kleinen Hofes bei der Wohnung des Friedhofsaussehers im neuen Friedhof 375 Mk. auSgegeben werden. In Schülers Garten sind große Reparaturen nötig geworden. Das Abfall­rohr der Aborte ist vollständig defekt, wofür -160 Mk. Kosten nötig werden. Für andere Reparaturen werden dazu noch 45 Mk. bewilligt Tas Besitztum bringt jährlich 1945 Mark Miete ein und verlangt jährlich 500 Mk. Aufwend­

ung").

Tie Rechnung der L o b e r - S t i s tu n g für 1903/04 entspricht dem Voranschlag. Nach Erledigung des Voran­schlags der Stiftung für 1U04/05 wurde die öffentliche <5i^ ung geschlossen. - _ -______

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Mou "achmi Anlage Drunter Jöninioi Mche,

unb Stub

In Turin spielt sich zurzeit der große Mord-Prozeß Bonmartini ab. Hauptschuldige und Anstifterin des Ver­brechens ist die Gräfin Linda Bon martini, geborene Murrr aus Bologna, die in ihrer rasenden Leidenichaft für Dr. Secchi den Augenolick nickt erwartest tonnte, um von der lästigen Anwesenheit ihres Mannes befreit zu werden. In einem Verhör entfahren ihr die vielsagenden Worte:Hätte ich Tr. ^eecbi nicht so seyr gttiedl was geschehen ist, wäre nie geschehen/ Um ganz mit Secchi vereint zu teilt, beschließt sie al»so, ihren Gatten zu ermorden; aber noch andere Gründe wirken, laut der Anklageschrist, mit, diesen BescUuß in ihr zu stärken: einmal

beste Knorr iinor für v Knorr sehr ] ^nor Ebe

genüge.

Ein Gesuch der Firma Stein u. Meyer um Erlaub­nis zum Anbringen einer Gaslaterne am Hause Walltor­straße 24 wird genehmigt.

Der Ausbau der VerbindungSstraße zwischen Frankfurterstraße (Wenzel'schen Grundstück) und dem Bahnübergang ist bereits von der Versammlung genehmigt worden. Die Vorgärten sollen fallen und die Straße ver- brettert werden. Dafür sind nun 5400 Mk. vorgesehen gegen früher 4500 Mk. Der Mehrbetrag wird von der Versamm­lung genehmigt. Bei der Gelegenheit empfiehlt Stadto. Kirch die Verbreiterung deS Wetzlarerwegs, woraus Oberbürgermeister Mecum bemerkt, er habe schon den stillen Wunsch gehabt, daS ganze Terrain auf der rechten Seite des Wetzlarerwegs von der Bahn zu gewinnen und warte nur eine Gelegen­heit ab.

Tic Einsprüche 1. des Wilh. Plank und 2. des Karl Becker 11 gegen den Fluchtlinienplan für die große Mühl­gasse werden von per ^Versammlung aus Antrag der Bau- deputation abgewiesen.

Für den Ausbau der Stephan st raße zwischen Bismarck- und Bleichstraße werden 10 000 Mk. in den nächsten Voranschlag eingestellt.

Für den Ausbau der Kepler st raße wird geneh­migt, daß der Voranschlag 4000 Mk. dafür vorsieht; 2000 Mark werden an Straßen bei trägen einkommen.

Für Befestigung der Bürgersteige in der! Bismarck st raße werden in den Voranschlag für 1905' 5000 Mk. eingestellt. Aber erst nachdem die Hausanschlüsse fertig sind, soll mit den Arbeiten begonnen werden. An Straßenkostenbeiträgen sind 700 Mk. zu erwarten. Ob man die Bürgersteige asphaltiert oder in einer anderen Weise befestigt, bleibt Vorbehalten.

Für die Umpflasterung der Mäusburg wie V Z. auch der Marktstraße wird die Genehmigung erteilt. Noch bevor der Weihnachtsverkehr beginnt, sollen die Um- pflasterungen fertig fein. Stadtv. Bruck empfiehlt auch die Umpslasterung der Stelle des Marktplatzes zwischen Engel- apotheke und Kirchenplatz, worauf Oberbgm. Mecum ent­gegnet, man möge in Anbetracht der Kosten nicht zu viel auf einmal vornehmen.

Der weitere Punkt der Tagesordnung betrifft die Kana- Lisation, speziell die Vergebung von Pflaster-

zur Anbringung eines 1 Nieter vom Hause abstehenden Tperburgemreisters stehen. Firmenschildes (50 cm darf es nach den Statuten vor-1 tmrhorp

stehen) wird abgelehnt, da ein 50 cm vorstehendes Schild

vergeben. r,

Tie Beschaffung von Farbe zum Anstrich von,- , Brückcnkonstrttktionen wird der Finna Emil Frschbach Über- MA

Schlachthofbesichtigungen am mitgebracht habe, allein da die Kühlanlagen dort meist nach demselben System eingerichtet gewesen seien, habe man be- schloffen, am Dienstag, den 1. November noch die Schlacht- Höfe in Marburg und Offenbach sich anzusehen.

DaS Tiefbauamt hat konstatiert, daß eine starke Ver­schlammung des Stadt- und Flutgrabens dadurch entstanden sei, daß die Anwohner große Mengen fester Gegen- stände hineingeworfen hätten. Im Anschluß daran sprach der Oberbgm. die öffentliche Bitte aus, daß die Besitzer der be­nachbarten Grundstücke für die Zukunft solche Handlungen vermeiden und darauf bedacht sein möchten, die öffentlichen

einer offenen' Ledcrtaische befand, auf den Fußboden gelegt, um eine Postanweisung zu schreiben. Tiefen Augenblick bermtzte de Dieb, um das Geld aus der Tasche zu nehmen. Ter ^pitzbub ist mit seinem . Raube entkommen.

tragen. .

Es erfolgte danach die Genchmrgung von Rech­nungen, darunter die für die Tiensttleider der Tiefbau­arbeiter und für Reparaturen der städt. Lastwagen.

In der Verlängerung der Liebigsttaße werden zur Ver­kehrserleichterung Teile eines Grundstückes von der Witwe Gg. Konr. Simon, der Quadratmeter zu 1.12 Mk., an getauft. 53 'weitere Quadratmeter werden von der Stadt gepachtet, wobei der Pachtzins jährlich 1.20 Mk. geträgt.

Ferner soll Gelände zur Verbreiterung der Gr o ßen Müh lg ässe, der Quadratmeter zu 6 Mk., erworben werden. ,

Ter Ueberlassung der städt. Wiesen hinter den Eichen an den Eisverern wird zu den seither üblichen Be-

rufimg an den Landtag könne man sich nach dessen Besetzung wohl nichts versprechen.

Stadtv. Kirch teilt mit, daß die Viehmarttmtereffenten beschloßen hätten, eine Deputation zu bilden, die in Darm­stadt den Wünschen der Viehhändler Geltung verschaffen solle. Oberbgm. Mecum bemerkt, ihm sei dies bereits bekannt geworden, und Stadtv. Haubach äußert seine Zu­stimmung zu dem Vorhaben einer solchen Deputation und meint, Oberbgm. Mecum werde wohl seine Mitwirkung bei der Deputation nicht versagen, was dieser sogleich mit seiner Zusage sicher stellt. Es wurde auch noch der Vorschlag ge­macht, unseren Landtagsabgeordneten zu veranlassen, dem Minister unsere Viehmarktlage in einer persönlichen Rück­sprache darzulegen, ohne den Landtag selbst in Anspruch zu nehmen. Somit mar die Debatte über

vermischtes.

Paris, 20. Okt. Rechtsanwalt Dr. Stimmer ist gestern nach Wien abgereist. Die ärztliche Untersuchung der Prinzessin Luise findet Ende dieser Woche statt. Dre Aerzte werden erst nach wiederholter Prüfung ihr Urteil über den Geisteszustand der Prinzessin abgeben.

* Kleine Tageschronik. In Bergholzzell ge­rieten zwei Knaben miteinander in Streit ex jüngere einen ^tein, warf ihn nach dem 12jahrrgen Renkenbuch um traf diesen so unglücklich in das Genick, das er sofort starb,

^n Brüssel macken zwei Mordtaten viel nufsehen. Zn btt Nacht wurde eine 60jährige Protistuierte ermordet. Man sah den Mörder unvollständig gekleidet aus dem Hause flüchten. Man nahm schort die Verfolgung aus und stellte fest, daß er in einer benachbarten Straße m eine nnerp^ getreten war, ein Glas Bier verlangt und sich rnzwrschen aus dem Hofe die blutbefleckten Hände gewichen hatte seitdem hat sich seine Spur verloren. Ferner fand man un Brüsseler Boron Molenbeck im Zimmer emes ^verheirateten 29iahrigen Rangiermeisters, der bei ferner Mutter wohnte, ^ Leiche erner

luuflen Frau mit durchschnittenem Halse. Ter Mörder, der in Leber Hand ein Rasiermesser hielt und ebenfalls mürbe

wunde am Halse trug, gab noch Abenszerchen von sich und tuutbe ins Hospital geschasst. ^0*04^

mordete die Frau eines fliegen des Mdr^rs und Mutttr von vier Kindern war. - In e z^a 1 ng (Belgxen) wurde on -sozialistische Deputierte emeetd ö e r b a f t e t »wen Nichtregelung einer Verurtestung zu drei.^ken (^ldstr<ste, hülstick) ein Tag Haft. - T^ Fabrikbesiber Curtius aus ^1 bürg ist tvährend seines Aufenthaltes in Zürich m en ftuhl d)aa)t gestürzt und den Verlevungcn crl gen --^n Ljölflben wurde auf dem Bahnhose eine 3®^

W iftran den Wänden, der Trck^dm

den^/r"d?r^zn Sicfcr verhaftet. B. hatte in einem von ihm oeaen den Redakteur derBolkswacht" angestrengten Prozch wegen Beleidigung unter Eid in Wrede gestellt sich an s-MM LMülern in sittlicher Weise vergangen zu haben. Tn aber mehrere der Sckmlkinder gegen dm Lehrer anKsagten, ging der beklagte Redatteur frei aus und die damalige Verhandlung ührte i-ht r 1 >r Verbaftung des Lel)rcrS. - Bei Kanalarbeiten in Marimin bei Trier entdeckte man zwei römische Sternsar^e von anichnlicher Äröstc, in denen menschliche Gebernc ohne rede Bei aabc lagen, sodaß die Vermutung naheliegt, bau die Skelette aus christlicher Zeit stammen. In Mirn>ter fprelten mehrere Knaben, als ein Bückcrwagen heransrrhr und dort hrelt. ^Crner

der den Nimbus der Mustersrau zerstören konnte, den sie, die Meisterin in dm Kunst der Verstellung^, sick> zu verschasseil »outzte. Tullio, eine ebenso perverse wie impulsive Natur, war Über die angebliche Misthandlung seiner «chwcstcr durch de» Schwager erzürnt (Linda war nämlich auch sJJt elfter in im Lugen und bezichtigte ihren Mann der ärgsten Bruialrtät, wahrend er so zahm war wie ein Lamm). Ter galante Bruder war darum

Steuer und Flamme, seine Schwester von demScheusal zu erlösen, wäre es auch burm Mord. Andererseits ließ sich Tr. Secchi burcbi seine Leidenschaft für Linda, aber auch durch die Furcht vor Tullio bestimmen, beim Linda drohte ihm unverhüllt mit Tullius Vendetta, wenn er zur Beseitigung des Grafen nicht seine Hand böte. So reifte denn Dr. Seecm mit Gräfin Linda Bonmavlini ohne dass der gute Ehemann das gcrrngste davon erfahren hätte ganz unbehelligt nach Darmstadt und beschaffte sich Dort das Eurare (Pseilgift), womit Gras Bon- I martini nachdem man ihn zuvor betäubt fanftigtich ms Jenseits befördert werden sollte. Indessen ließ die Mordbande f pater bin das Gift fallen und bediente sich des T'olches. ^ies die Hauptfiguren der Tragödie. Tie beiden Nebensiguren Rosa Bonetti und Dr. Natdi kommen weniger m Betracht, R^osa, wett sie ein blindes und jeden eigenen Willens bares Werkzeug in der Hand Tullio ÄkurriS mar, Tr. Naldi als gewöhnlicher Akeuchelmörder ,der um ein paar hundert Francs vermuckich feinen eigenen Vater erfcljlagen lMe.

Während der Gerichtsverhandlung hat sich em neuer ge­heimnisvoller und sensationeller Mord m Bo­logna jugelragen. Die Gattin des Hauptmanns Bat­tista, eine kaum dreißigjährige, elegante ^>üd-Jtalienerin, alar­mierte jungst eines Nkorgens die Nachbarschaft durch den <-ck)reckens- ruf, der Bursche ihres Mannes habe sich m ihrer Wohn- nnq erschossen. Er sei mit Getoatt ins Schlafzimmer gedrungen, habe die mit der Toilette Beschäftigte erschießen wollen und sich als ihr zu entkommen gelang dann selbst erschoßen. Tie Sache klang, da man die Leidenschaft des Burschen für feine Herrin kannte (!), soweit ziemlich wahrscheinlich, nur fanden ine ärztlichen Sachverständigen heraus, daß der heivblutige Ofiiziers- bursche sich gar nicht selbst erscl-osien habe, sondern bietmcljr non einem Dritten erschossen worden fei. Auch zeigte cs sich, daß das Leinttrch des Bettes der Dame mit Blut mbat und von Hügeln zerfetzt war, während der angebliche ^elbst- niörber zu Füßen des Bettes lag. Taß der Gatte, der Haupt­mann, nichts von der ganzen Sack-e wußte, ist einmal, toeu Ehemänner von denExtratouren" il)rer Gattinnen überhaupt nichts zu wissen pflegen, sodann weil in diesem speziellen Fall t>cr Hauptmalin gerade in der Kaserne weilte. Juan reimt sich nun die Sache etwa so zusammen: Tie Hauptmannsfrau die mit fiimtlidien Burschen ihres Mannes sehr nett und artig ge- loesen fein soll befand sich im traulichen Zwiegespräch mit der Ordonnanz, als derAndere" der eigentliche Liebhaber, vermutlich jener, der den Toilettenluxus der ^ame bestreittt an Ort und Stelle erschien. Nun Aufeinanderplatzen zwei^ l^fer- iüchtigen und Furckst der Tarne wie desbefferen Liebhabers, DaH der Geliebte zweiter Garnitur in feiner Eifersucht nun alles verraten könnte. Um ihn unsck>ädlich und stumm zu machen, Ware ; bann der füge nannteSelbstmord" erfolgt, den Aerzte nicht glauben wollen. So wenigstens sucht man sich ine Tragödie in Bologna zu erklären. Ter Hauptmann wie serne viel jüngere , Frau sind beide aus Caserta gebürtig und entstammen Mange* l scheuen Professorenfamilien, dioch eins: im Tornister des Bur- eben er hieß Barbieri fand man ein ^chnupstuch und ein Bild der Hauptmannsfrau. Tie Tarne, die übrigens m mter- c cifanten Umftänben ist, wurde n e r b a f_

hat der Kaiser^ anläßlich einer Besichtigung des neuen Reichsbank- sebäudes zu Danzig, das in Ziegelrohbau mit Sandsteinarchitek­turteilen zur, Ausführung gelangt, geäußert, wie sehr viel dauer- haiter und farbenprächtiger der Ziegelbau im Vergleich zu dem immer von neuem wieder Ausbesserungen erforderlichen Putzbau \cl. wäre tatsächlich zu wünschen, daß an Stelle von Putz- faqiaben, die an Protzen mit Talmcketten und Similibrillanlen erinnern, wieder Bauten aus echtem Material treten.

siurb. Unaufhörlich ist die Schwestei des unglücklichen Denkers, FrauElisabethFörfter, beniuhi, für die große Lefsentlichkeit Licht in das Tunket der letzten Lebens­jahre ihres Bruders ^u bringen. Temnächst erscheint der Schlich- band der von ihr versaßten dttetzsche-Biographie, und einige Details daraus hat 1 ungft m breiteren Auszügen dieZ u k u n s t" publiziert. Zu ein^ von Wemiar aus dem Fahre 190U datierten fUlitteilung erzählt Frau Forster^ rote Nietzsche es im allgemeinen gern hörte, 'wenn brantjen der Sturm mächtig brauste,' wie der Kranke aber plötzlich die Hand der neben ihm fitzenden Schwester ergriff unb auSrtef: ,Faß den Wind Weggehen, hebe Schwester t" Worauf sie die schweren Vorhänge zuzog, das Zimmer so hell wie möglich erleuchtete und mit dem Kranken gemütlich zu plaudern anhob ' Tann zeigte er mit einem male ein liebes, fast fröhliches Gesicht $n solchen Stunden war er voll guter Erinnerungen. Wenn zum Beispiel von Richard Wagner die Rede war, vergaß er nie ijin- zuzufügen:Ten habe ich sehr geliebt"... Montag, den 20.August, erkrankte er plötzlich, er schien von einer Lungenentzündung be­fallen. Aber in wenigen Tagen wich die Kranlheit. Da, am 24. gegen Mittag Fran Förster saß ihm gegenüber veränderte sich plötzlich sein ganzer Ausdruck; er sank, von einem Schlag­anfalle betroffen, besinnungslos zurück. In diesem Augenblick er­hob sich ein furchtbares Gewitter, und es schien, so bemerkt Frau Forster in ihrer biographischen Darstellung,als ob dieser hohe unter Donner und Blitz dahingehen sollte". Aber noch ein­mal erhob er sich, kani gegen Abend zur Besinnung und versuchteHt/ ,vtu|v,u ^V|U>UUO VIU ,v_ 0 ..

auch zu sprechen.Elisabelh!" rief er. Tanii schlief er lange, lange, Lcr Wuirfch, mit dem großen Berniögen ihres Mannes nach Be- plötzlich seine herrlichen Augen auf, bewegte und' schloß lieben jchatten und walten und ihren leichtsinnigen Bruder Tullio toW.: uc -hrven, idic einer, der sprechen mochte, dann schüttette (mit ikmi sie eine nahezu ftxmtl)a[t£ Neigung verband") unter* et ben Kopf, schloß die Atigen und starb. »stützen zu. föimcii; fobann die FmM, daß die brol)Ciibe Trennung

ungen.

Das Tiefbauamt beantragt wieder Gratifikationen für Arbeiter un Betrag von zus. 2308 Mk., welche Summe dafür genehmigt wird. Tabei stellt Stadtv. Lob er die! Anfrage, wie es mit der Gehaltsaufbesserung der Laternenaufseher stehe; er erhält vom Oberbgm. Mecum die Antwort, daß die Sache noch nicht erledigt sei, da das ganze Laternenwesen demnächst einer Neugestalt­ung unterzogen werden solle. Stadtv. Lober meint darauf, daß man den Leuten, deren Gesuch seit Ostern vorliege, doch wenigstens eine Antwort hätte zu teil werden lassen sollen, lOberbgm. Mecum bemerkt, die Gehälter der Laternen­aufseher seien hier besser als in anderen Städten.

Es werden außerhalb der Tagesordnung ferner 120 Mk. für elektrische Beleuchtung der städt. Bureau­räume im alten Schloß genehmigt.

lieber den Entwurf eines Ortsstatuts für das Kausmannsgericht Gießen berichtet Deigeordneder Eurschmann. ,Vor dem Zu­

standekommen des Entwurfs sind Vertreter der Interessenten gehört worden. Zuerst hatte man auch |bie benachbarten Orte in den Entwurf einschliehen wollen, da aber die Verhandlungen zu lange dauern würden, legte man das Ortsstatut nur für Gießen feft; Es entspricht im wesentlichen dem des Gewerbegerichts. Ta Voraussicht-! üch das Kaufmannsgericht zu Gießen nur selten in I Aktion treten wird, genügte es, daß die Zahl der Beisi^r auf 8 festgesetzt wurde, je 4 Beisitzer für Arbeitgeber und Arbeitnehmer. Ter Vorsitzende des Gewerbegerichts Gießen und fein erster Stellvertreter sind gleichzeitig Vorsitzender und stellvertretender Vorsitzender des Kaufmannsgerichts. Als Zeit für die Wahl der Beisitzer werden die Stunden von 69 Uhr nachmittags festgesetzt. Tie Tätigkeit des Ge­richts beginnt am 1. April 1905.

Daraus werden 2 Wir t s ch af ts g e s u ch e genehmigt: das des Gustav Da Ilm an n für Lindenplatz 1 (Einhorn") und des Friedrich Euler für Woltengasse 1 (Aufersteh-

KiNchtslttut.

Bonn, 20. Okt. DaS Kriegsgericht der 15. Division ver­handelte gestern gegen den M n s k e t i e r R a hm vom Inf.- m- Nr. 28, der sich roegen Fahnenflucht und mehrerer E b r i'i cl) c zu verantworten hatte. Tas Urteil (unlete auf a ) zehn Monate Zuchthaus, Entfernung and dem Heere unb drei Jahre Ehrverlust. ,

i e l,. Ott. Der M a t ro s e L u b n e r der roegen A n arisfS auf einen Vorgesetzten aiigeklagt war, wurde von dein Kriegsgericht zii 6 Jahreii unb b Monaten G^anguis un Entfernung aus der Marine verurteilt. Liibner hatte auf de» «Patrouillenführer, BoorTniansmaat DambrowSki), mtt eruem I Revolver geschossem

arbeiten. Die Versammlmta ist mit der Vergebung auö| der Hand einverstanden. StadtD. Leib erinnert bet dieser Gelegenheit an den Mangel bei den Kanalschachten, deren Deckel öfter in die Höl^e klappten und Unfälle herbeiführen könnten. Oberbgm. Mecum erwidert, er habe bereits an die Lehrschmiede geschrieben unb sie nm em Gutachten zur Mstellung des Akißsiandes gebeten. Die Antwort werde in den nächsten Tagen einlaufen.

Für die Bescha ffung von Sternzeug für dre Hausartschlüsse wird fortan, um die Kosten für Inserate zu ersparen, auf Vorschlag des Tiefbauamtö beschränkte Sub­mission eingeführt. .

Tie Vergebung der Lun gsternlieser ung zur Er bauung eines Geräteschuppens für das Trefbauamt erfolgt I für 336 Mk. an die Firma Jvh. Fuhr in Beuern. Ferner wird die Kl in kste in lie fe run g für dre Mädchenschule an die F-irma Aug. Gabriel (27.50 Mk. pro 1000 Steine)