Ausgabe 
21.9.1904 Zweites Blatt
 
Einzelbild herunterladen

Zahlreiche Weideschläge geteilte und fast aus allen Seiten vom Walde umschlossene Gelände zu besuchen. Die Weideschläge werden belebt von 84 Stück ein-, zwei- und dreijährigen Fohlen und 14 Rindern. Die jungen Tiere sollen in Gesell­schaft sich auf guten Weideplätzen in Luft und Sonne tummeln, damit sich Knochen, Hufe, Muskeln und Sehnen und nicht zum wenigsten die Atmungsorgane naturgemäß entwickeln können. So wird der Gesamtorganismus gestärkt und wider­standsfähig gemacht. Die Ernährung soll ausreichend sein, aber sie soll auch nicht zu reichlich sein. Jungviehweiden können und sollen nicht Mastanstalten werden. Wie schon cmgederllet, ist die ca. 40 Hektar große Weide in eine Reihe von eingezäunten Schlägen ungeteilt, die abwechselnd den Tieren als Weide eingeräumt werden. Ist der eine Schlag genügend abgeweidet, so sinden die Tiere auf dem andern wieder einen reichlich gedeckten Tisch. Den Tieren ist es möglich gemacht, von jedem Weideschlag aus die immer ge­öffneten Luftigen und sauberen Ställe zu erreichen. Scheint die Sonne zu heiß, werden die Tiere von den Fliegen zu -sehr belästigt, so suchen sie die Ställe aus. Weniger oft scheucht sie Wind, Schnee oder Regen in den Stall, selbst im tiefen Winter eine immer wachsende Zahl von Landwirten läßt auch die Tiere im Winter auf dieser Jungviehweide suchen die Tiere das im Herbst verschmähte jetzt abgestorbene Gras auf oder nagen die ersten zarten Graöspitzen ab, die cm paar warme Februartage herausgetrieben haben, und wenn ein schneidiger Nordwind die Schneestocken noch so munter durch die Lust wirbeln läßt.

ES har sich gezeigt, daß gerade Fohlen, welche auch im Winter auf der Weide geblieben waren, sich am Widerstands- iähigsteu erwiesen gegen die Krankheiten der Fohlen. Alle die jungen Tiere, die nicht selten den ganzen Winter in übertrieben warmen Ställen standen, weisen alle die zahl­reichen Fehler aus, die mangelnde Bewegung, schlechte Lust bei den Pferden schon in stüher Jugend erzeugen. Tas sind in erster Lmie Fehler in der Stellung der Beine, schlechte Husbildung, schlechte und daher empfindliche Atmungsorgane. Nur in den Ställen werden beim Pferde in der frühen Jugend die Krüppel erzeugt.

Die Leiter der Jungviehweide hatten die Freude, von oen Fohlenbesitzern und den Herren des Vorstandes des Landespferdezuchtvereins und allen den Kritikern, die sonst noch anwesend waren, zu hören, daß die Einrichtungen der Weide gut seien, daß die Fohlen in einem guten Ernahrungs- zustande sich befänden und daß die Pflege der Tiere über­haupt nichts zu wünschen übrig lasse. Diese günstige Kritik war in diesem Jahre um so schwerer, als die heißen und sehr trockenen Monate Juli und August auch die Vegetation der Futterkrauter auf der Fohlenweide Thiergarten mehr oder Weniger zum Stillstand brachten und darunter die Ernährung der Tiere litt, trotz des Mehraufwandes von Heu, Hafer und anderen Kraftsuttermitteln, für den der landwirtschaftliche Provinzialoerem rechtzeitig gesorgt hatte. Das Werdegeld,

welches der Fohlenbesitzer zu zahlen hat, ist so geringfügig, daß eS geradezu unbegreiflich ist, wie es Landwirte gibt, die ihren jungen Tieren die Vorteile deS Werdeganges vor- enthalten.

Die eigentliche Versammlung des Landespserdezucht- vereinS fand nach der Besichtigung der Stadt im Hotel zur Traube in Hungen stat. Die Vorsitzenden deS gen. Vereins waren am Erscheinen leider verhindert gewesen, vom Vor­stand war nur Rittmeister Nägelö, der Sekretär, erschienen. Den Vorsitz führte Oekonomierat Hoffmann-Hofgüll als Aus­schußmitglied des Landespserdezuchtoereins. Er begrüßte bei der Eröffnung den Vertreter der Provinzialdirektion, Kreisamtmann Hechler-Gießen, den Beigeordneten der Stadt Hungen, den Präsi­denten des landwirtschaftlichen Provinzialvereins, Oekonomierat Schiente, die in kurzen Worten für die Begrüßung ihren Dank aussprachen. Dann erteilte der Vorsitzende dem Tierarzt Walter-Lich das Wort, welcher in seinem Vortrage alle die Vorzüge schilderte, die eine große Fohlenweide für die jungen Tiere und deren Besitzer im Gefolge hat. Dem Vor­tragenden wurde der Dank der Versammlung ausgesprochen, und die lebhafte Diskussion, welche sich an den Vortrag knüpfte, bewies das Interesse, welches auch der Vortrag wie die Besichtigung der Fohlenweide wachgerufen hatten.

Die Fohlenweide im Tiergarten bei Hungen kann bis 140 Fohlen ausnehmen. Bis jetzt ist die Höchstzahl mit 84 Stück erreicht. So lange diese gut eingerichtete und als gut anerkannte Fohlenweide noch nicht überfüllt ist, erscheint die Einrichtung weiterer Fohlenweiden m der Provinz Ober- heffen als ein unberechtigter Wunsch. Auch aus den ent­ferntesten Teilen der Provinz können die Fohlen auf die Weide im Tiergarten gebracht werden. Das kostet dem Be­sitzer, der das Fohlen selbst bringt, höchstens einen Arbeitstag und ca. 35 Mk. Weidegeld. Dafür tauscht er ein, daß sich das Fohlen auf der Weide zu einem vollwertigen Gebrauchs­tier entwickeln kann, daß er sich um Pflege und Ernährung und ärztliche Behandlung des Tieres vom 1. Juni bis 1. Oktober nicht zu kümmern braucht. Wer den Vorteil der Benutzung der Fohlenweide immer noch nicht einsieht, dem ist nicht zu helfen.

Kandel und I"Kcyr. KoUiswittschaft.

Berlin, 20. Sept. Ter Auhsicixsrat der Darmstadter Bank besti)loß, der auf den 26. Oktober einzuberufenden Ge­neralversammlung eine Erhöhung des Aktienkapitals um 2 2 Millionen vorzwschlagcn. Von den neuen Aktien werden 8 <"75 000 Mk. von den Teilhabern der Firma Robert Warschauer u. Eo. zum Kurse von 120 gezeict/net. Der Erlös dient als Gegenwert der am 1. Januar 1905 auf die Darmstädter Bank übergehenden Aktien nach Abzug der Passiven der Firma Warjck-auer. Die Firma Warsä-auer wird als offene Handels­gesellschaft von den bisherigen drei Inhabern weitergeführt. Die ceiUidKU 13 225 000 Mk. junge Aktien dienen zur Verstärkung der Betriebsmittel und sollen einem Konsortium zu 120 plus Spesen überlassen werden, welches sic -en alten Aktionären zu 125 Mk. anzubieten hat, wobei auf je 10 alte eine neue Aktie entfallt. Durch Oie Transaktion mit Warschauer wird für die

Darmstädter Bank ein jährlicher Ueber schuß über vier^ Prozent hinaus von zirka 1 Mill. Mark erwartet.' In ber heutigen Aufsichtsratssitzung wurde der Semestcrabschluß vovgclegt, welcher durchaus zufriedenstellende Resultate ergab.

Fiskus undKohlcnsyndikat. In der letzten Zechen- besitzerversammlung bestätigte der Vorsitzende auf eine Anfrage auS der Versammlung, daß die Vollmacht zu den Verhandlungen über den Eiillrill des Fiskus tjur zu Verhandlungen im Rahmen des Syndilatsvertrages ermächtigen solle, und iveitcr, daß irgend ivelche Bedingungen wegen Eintritts des Fiskus ins Syndikat noch nicht skizziert seien. Ta die Versammlung auf dieser Grund­lage die Vollmacht einstiinmig genehmigte, bleibt nur noch das Einverständnis der nicht vertretenen Zechen zur ^lufnahme der Verhandlungen des Syndikats mit dem Fiskus, einzuhvlen.

Jetzt haben sie beide genug. Da nur die Dres­dener Bank die absolute Mehrheit in Hibcrniaaktien besitzt, läßt auch die gegnerische Gruppe mit ihren Ankäufen seljr nach. Infolgedessen gingen die Aktien an der vorgestrigen Börse bis 270 zurück und scheinen sich fürs erste auf diesem Kurs hallen zu wollen. Gestern wurde gar teilt Kurs gemacht. Vor­läufig ist ja an ein rapides Znrückgehen der 5turse nicht zu denken, aber es wird auch wieder eine Zell kommen, vielleicht noch in diesem Jahre, wo man Kurse sehen wird, die denen ähneln, die vor der Zeit notiert wurden, als man von Verstaat- lichung von Bergwertsgesellschaften sprach.

Zlniversttäts-Yuchrichten.

n. Marburg, 20. Sept. Ter o. Professor und Direktor des pharmakologisä-en Instituts an der hiesigen Universität, Geh. Medizinalrat Dr. Hans Horst Meyer, hat einen Ruf an die Wiener Universität aus den nenerrichteten Lel/rstuhl für experi­mentelle Pljarmakologie abgelehnt. Ter Gelehrte stammt auS Insterburg in Ostpreußen. Er steht im 52. Lebensjahre.

Eingesandt.

Warum fahren leine Sprengwagen mehr? Es herrscht ein geradezu lebensgefährlicher Staub in unserer Stadt. Wohl dem, der nichts auf der Straße zu tun hat. Wir aber ,die wir hinaus müssen, die wir unsere Kleinen zur Schule schicken müssen, wir bitten dringend um Hilfe. Unsere und unserer Kinder Lungen haben lange genug alles stumm hinuntergeschluckt. Tie kleine Mühe, den Staub zu beseitigen, steht in keinem Verhältnis zu dem ungeheurenSchaden,der durch das permanente Einatmen ganzer Staubwolken entsteht.

Ein Anwohner der Frankfurter st raße.

Bier! (Sogunc! Gnadauer Bretzel!

schreit der Piccolo auf dem Bahnsteig I ,Hol's bet Kuckuck", brummt ein total erkälteter Herr, wenn der Kerl jetzt statt derachten Gnadauer" dieächten Fay's Sode- ncr" hätte, ich gab ihm dreifachen Lohn dafür! Ich reise sonst nie ohne Fay's Sodener-Mineralpastillen, heut aber hab' ich sie vergessen und nun bin ich dem Einfluß des zugigen Eoupss hilflos preisgegeben. Aber das soll mir eine Warnung sein: Die Fay's Sodener kommen mir nicht niehr ans der Tasche. Für 85 Pfg. überall erhältlich. Vor Nachahinungen wird gemimt. hv16/9

Eme hübsche Herren- oder Damen-

<6% SS ö Ha Bw taschen-Uhr erhält Jedes, welches ------------------ zusammen 400 Umhüllungen von Gwlh.s Spiegelseife, Gioth's gemahlener Kernseife und Gioth's Schwanenseife (Tollettenjeise) an deir Fabrikanten I. Gioch, Hanau einsendet. hv10;4

3

io

<3

CO c **

C m 73 >

s S Cf

er o

4»

Cf Ä

O

<1

*3, S'

o CO

<3*

3 er

D 'CO

o E

ö

3

<5 O

-tz:

6

5

&

o O «SO

(S) -c

(5> o

H; o

L er 2.L 2 ° 2 -r CO s

ä

3

5*09 3 O

s

S- 2

O CO

(3 Q 'S« A *

**'co

£co

.. o

Cb

Cb

ro 2 <-t

o- s

_ftco

2 <s SS

~Z. D D. 2< - S

2^» c.

o or

CO 3 00

@ er ri o = o Sw 2 r9i

- c7 OSO

o o ' s

er s CO

2 -=, Of

3 r"

OÖ9

D

o. St

CD

S

*

® S

s <*

& o

3

S o*

% ~

s ® «r

5 &

s

e = 5

5 ZX. er :r. ~ co

o

2 8

CO TT

43 &

O 'S* ö 2.

2 co 500 zt s. 3 -zn

s

' o

s c

2 e s- 2. ? to

o rr

= -«x rr ®

'S? 63

S CD Cf

c ST

^2 *=± ,

2.

O o 3

: = * c<4

Cf

«c

§ S

Cf

r. /Q

S S

?

«so *

^0©

s §

c-p ? jb

?. 9*

tSO Q

O

,-2 **

** - 557

crrt'? 2

5 Ö ^53? o 2. co

5 3 o co '

2 2 3^

=» 3 « Seo 3 *

'S* CO 5 L.o

o

c

O-'S §

<3 ® o S «

£

'£rl 63 o eo

-5 Es

I d >2.

es 2.: CO s

2 o

§

f!«

* ® ® 5 s

Z §

Or "" =, *

2-^2 =5®

b-M rs Q»

-e

5 «-

Ä