cruvtJt auf ixutr. cne tut trvoiuixenit mtb vor allem tm üdjMicu gut au-gebild« sind.
Berlin, 20. Juli. okiieralleutnant Frvr v. Scbele, «flouvuneur X> Berliner ^nvaliXiiXus^s, ist beute g<ßorXn
5>ci Höuigsberger ^ochvrrrats-Arosch VIL
Königsberg, 20. Juli.
Der GerictirS-of lehnte in der heutigen Sißung den 'Jliurng -er Verteidig ung ab, den Bürgermeister Petrow-Sofia, den früheren russischen Drago man Zacobsohn und einen SieX?» trur der „Wetjcverna Posta" aU Zeugen zu laden, da der Antrag m HnXlt und Begrmrdung iud>t daraus abziele, zur Auf- tUruitg Xr in Fragt Hebenden Taksad^n XüiUragcn. Selbst ipenu man das von der Verteidigung behauptete Vorgehen von Shißl^tb ati nhibr unterstelle, rönne dies für das Strafmaß im Falle nncr Berurrestung nidjt von Canslust sein.
Verteidiger Liebkne cht versuchte sich gegen den Angriff z« webren, Xr m den Wonen „nicht abziele" liege. Ter Vvr- sttzenX erteilte ihm iedoch das Wort nidjt, weil der Gerichtshof Xe Begründung eingehend geprüft haX um*' fornit die Angelegenheit für ihn erledigt sei. Verteidiger Beine m a n n legte daraus amtliches russifdxs Material vor, aus dem hcriorgeht, da st in Rußland eine Kommission Xr Regierung mir einer Aendcrung deS Strasgesetzbuct-eS besdrästigi sei. west außer mit Oesterreich kein SlaatSvertr ag , auch kein publizierter, bcficbc, nach dem die G e g e n s e i l l g ke i t verbürgt sei. Sachverständiger Professor Reußun, Dollneischer Rost-KönigSberg und Tr. Ballod- Berliu Xstäligen die Richtigkeit der llebersehung.
Zm westeren Verlause Xr Verhandlung gelangte eine Reihe der Xi Xu Angeklagten Vorgefundenen Schristen zur Verlesung. Zn einigen von diesen wird dringend vor Gewalttätigkeiten gewarnt, X diese der Massenagstalron nur hinderlich seien und leinen dluhen brachten. Zn anderen Xi gegen wird der Terror und der politische Mord als unentbehrlich im Befreiungskampse des Proletariats Xjcid>net.
Es wird dann eine angebliche Aeußerung PlcchanossS zitiert, Xe er in einer Genfer Rede getan ßabcii soll ,^Z n jedem Sorialdemokraten srht und muß and) ein Stuck Terrorist, wie Rodespierre, siven. Ich bin selb l Terrorist in meinem Znneni, aber ich ziehe e S vor, daß Rikolaus II. nicht durch eine Kugel stirbt, sondern durch bad Schaf» fot auf Xm Kasanschcn Plahc." Erster Staatsannxilt Tr. Schüße: Tiefe Stelle findet sich genau ebenso in Xr lieber» se-ung XS Konsuls. Verl. Liebknecht: ES ist doch zu bc- achten, daß diese Steste in der Schrift selbst gar nichts vorkvmmt. Der Konsul hat uns nicht gesagt, baß gegen diese Stelle aufs (d>irf)"ie polcmifien und diefes angcblid-e Zitat aus Plcchanon, dessen Richtig lest wir übrigens energisch bestreiten, durch die Ausführungen Radeschdins widerlegt wird. G‘trabe das ist die stärkste Unrichtigkeit in Xr Ueberschung des Konsuls. Zn der Tat wird lestgestestt. Xß der Verfasser fortfährt: „Um die Wahrheit zu sagen, denken wir nicht an irgendwelches Borwcgnebmen, überhaupt Nicht an den Tod RikolauS LL Zm Jahre 1848 gelang es LouiS Phüipp, als das Proletariat die Oberhand gewann, aus Paris in einem Wagen zu entkommen und zwar von demselben Markte, auf welchem sein Vater hin gerichtet wurde, und aus der siegreichen Volksmenge wurde fein einziger Stein nach ibm geworfen. Tas Volk war so hod>» herzig, daß eine Prinzessin das Geschehene sogar für eine höchst erbaulid* Abwechslung tm Hofleben hielt. Cb Nikolaus 1L in Wagen von dem Kasanschcn Markt sortsa hr en wird, oder ob man ihn auf einem Lastwagen mit id)mutiger Dä scye eipcbicren wird, wie man einst die Führer Xr Reaktion zurzeit Xr Revolution sondiachu, ober ob er in Frauen kl eidung entfliehen wird, das
interc-niert uns lehr ivvmg. Die Geschichte lelbst ivirb für den Zaren bad Schafsort LudwigS XVI., oder b e n llnterrvck GuizotS bestimmen, daS i st Sache
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Bert. Schwarz beantragt, X durch bad heute voraelegte anulidK russische Material und auch durch die Auskunft des AuSiXrtigen Amtes dargetan fei, Xß fein Staatsvertrag u n b kein Gesetz in Rußland XsteX, die die Gegenseitigkeit verbürgten, mithin eine Verurteilung wegen Hochverrats ober Beleidigung beS Kaisers v v n Rußland nicht erfolgen könne, den Angeklagten Kugel aus der Haft z u entlassen. Der Ge» richtShos lehnte Xm Anträge des StaatSanwaltS ent- ipredienb Xii Antrag auf Haftentlassung ab, ba die Gründe, welche zur Bcrhaftung KugelS geführt hätten, noch nicht beteiligt seien. Die Verhandlung wurde sodann auf Donnerstag
vertagt.
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Gießen, den 21. Juli 1904.
* • Empfänge. 6c. Kgl. Hoheit der Groß Herzog empfingen am 20. Juli u. a. den Geh. Kirchenrat Professor D. R ö ft l in, den Gymnasialprofesior Dr. Rüschen von Gießen.
* • Belästigungen von Frauen. Im Hesicler an der Lahn wurde vorgestern eine Frau ou6 Klein-Linden, die dort auf dem Felde arbeitete, von einem Stromer belästigt und schließlich zu Boden geworfen. Auf ihr Hilfegeschrei kam eine andere Frau hinzu, worauf der Unhold sich entfernte. AlS sich der Stromer jedoch nur zwei Frauen gegenübcrsah, machte er einen erneuten Angriff. Die Frauen flohen unter Zurücklassung ihrer Sachen und riefen einige Arbeiter. Unterdessen war der Mensch verschwunden. Derartige Belästigungen gegen Frauen sind dort schon mehr vorgckommen.
Von der Dill, 20. Juli. In den Kreisen des Oberwesterwal deS, der Dill und des Hinterlandes hat das Institut unserer Landeskirche durch daS Eindringen von Sektierern eine unliebsame Störung erhalten. Das erste Auftreten von Sektierern liegt Jahrzehnte zurück und die ersten Verkündiger der neuen Religionsanschauungen sind aus dem benachbarten Siegerlande zu uns herübergekommen. Vertreten sind namentlich Baptisten, Dorbysten und Methodisten, letztere überwiegen der Zahl nach. Sie glauben meist an eine besondere Berufung durch den heiligen Geist, die sogenannte Bekehrung, verwerfen die Lehre der Kinderlaufe, gestehen jedem Mitgliede ihres Bundes das Amt eines Sprechers in Xr Gemeinde zu, feiern das Abendmahl allmonatlich oder gar noch öfters und zeigen in ihrem religiösen Leben außerdem noch eine Reihe von unserer Landeskirche abweichender Gebräuche. Man pflegt die ans der Kirche ausgeschiedenen »Die Frommen* oder auch .Tie Mucker* zu nennen. Ihre Zusammenkünfte halten die Leute meist in Privathäusern, un Sommer auch im Freien. In neuerer Zelt bauen sie hier und da besondere Bethäuser und Kapellen. Evangelisten und Reiscprediger verkündigen unter ihnen datz Wort GotteS. Ter VolkSmund nennt bie letzteren .Speck-
parrer* und zwar aus dem Grunde, well diese Reifeprediger vielfach Familien haben, für die sic auf der Reise Gaben an Naturalien entgegennehmen, darunter eine kleine oder noch lieber eine große Speckseite zum Unterhalte ihrer Familien. Die Sektierer pflegen auch die Musik. Sogenannte Posaunenchöre wirken bei festlichen Gelegenheiten im Gottesdienste nut und tragen nicht wenig zur Erhöhung der Feierlichkeit bei. Auch gemischte Chöre werben eifrig gepflegt. Der Gottesdienst wickelt sich nach einfachstem Ritus ab. Gesang, Gebet, Predigt und Feier deS heiligen Abendmahls bilden seine wesentlichsten Teile. Ihren bürgerlichen Psuchten in Gemeinde und Slaat touuuen die Rlitglieder der Sekten nach besten Kräften nach. Aus diesem Grunde legt man ihrer freien Organisation auch feine Hindernisse in den Weg.
verrnidchtes.
• D i e Waldbrände in den Forsten um Berlin dauern beunruhigender Weise fort. In den letzten Tagen ist besonders stark der Grünewald vom Feuer hcimoesucht worden. Es hat, soweit bisher festgestellt ist, seit Samstag voriger Woche an 6 verschiedenen Stellan gebrannt. — Ein bei Lohne in Hannover auSgebrochener Brand, dem, wie wir schon meldeten, bereits Haide, Moor, fertiggestellter Torf und Forsten zum Opfer gefallen sind, hat just mittags noch größere Ausdehnung angenommen. Alle Lüschversuchc der von der Eisenbahnwerfstätte abgesandten Arbeiterkolonne waren bisher vergeblich. Taü Feuer ist bereits auf den EmS- Vechtelanal Übergesprungen, da die Windrichtung sich geändert hat. Die auSgedörrtcn Altendorfer Gemeinde- forflen sind unrettbar verloren. Die Ausdehnung ist jetzt so groß, daß nur noch anhaltender Regen löschen kann. — In den Wäldern von Gavotte in Südfrankreich sind 400 ha Hochwald durch eine Feuersbrunst zerstört worden. Truppen und Feuerwehr versuchten, der Ausbreitung deS Feuers durch Aufwerfen von Gräben Herr zu werden.
• London, 20. Juli. Zwei weitere Leichen von dem untergegangenen Dampfer Norge sind bei den Orkney- Inseln angeschwemmt worden.
• Paris, 20. Juli. Auf einer belebten Straße feuerte der 70 jährige amerikanische OberstWilson einen Schuß gegen die 24 jährige, in einer vornehmen Familie beschäftigte Gouvernante Murmann aus Baden-Baden. Die Tat geschah, weil sie seine Lieb eSanträge zurückgewiesen hatte. Wilson brachte sich dann selbst eine tätliche Verletzung beu Fräulein Murmann befindet sich in häuslicher Pflege.
• Paris, 20. Juli. Das Blatt Soleil berichtet, daß der Direktor eines großen industriellen Unternehmens, der gleichzeitig Mitglied des Handels- und Jn- dusirie-KomitSS ist, nach Belgien geflüchtet ist.
Ziehung 4. Masse der 4. Hessisch-Thüringischen Ltaatdlotteric findet am 26. Znli do. Jo. statt. Interessenten mögen die Loüerueucrung nicht versäumen. 6235
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