Kleine Mitteilungen an« dessen u n d den Nachbarstaaten. Ein paritätischer Krei Sa rbeitS- nach weis. der am 1. Januar 1905 seine Tätigkeit beginnt, wird im Kreise Offenbach-Dieburg, mit Sitz in O ffcn- bach, eingerichtet.
—*"^1 eine Taaeschrvnik. Heftern itmrbc uns aus D a it« ita qetmibtet, daß der Zimmcrerlehrling Wever gefesselt in der Mottlau tot aufgefundcu wurde. Jetzt hat sich berausg^stellt, daß der Bengel nach ziemlich ungeschickter ^elbsffessclmig Selbst mord verübt bat. wahrscheinlich vor uüüberwindlickier Abu ei g ung vor dem Besuch der Fortbildungsschule. — Zwei Angestellte des Bremer „Bulkan" ertranken beim Passieren der Weser in einem Boot. Die Mutter dos einen ft a r b vor Schreck. — Im Eisen bah nzuge Dortmund-Essen e r s ch o tz sich in der zweiten Klaffe ein gut gekleideter sunger Mann. Seit IalTresfrift ift dies der sechste Fall. — In Wald verübte ein Metzgermeifter Selbstmord, indem er den Schlauch deS Gaskochers entfernte und das ausströmen liest. Die Hausbewohner sanden ibn erstickt in seiner Wohnung vor. — In Hamburg überfiel der Italiener Saltnidor die. Prostituierte Iosefine Pürschel und verlebte sie durch D o l ch st i ch e in Kops und Brust schwer. Salvador wurde verhaftet. — In Köln schoß ein von seiner Frau getrennt lebender Mann auf ei ne Witwe, mit der er ein Liebesverhältnis unterhielt, da sie das Verhältnis lösen wollte. Der Schuß ging jedoch fehl, woraus der Mann auf sich selbst zwei Schüsse abgab und sich sehr schwer verletzte. — Das dreijährige K i n d eines Kutschers aus dem Gute Duebzow lPommern^ stürzte in einen von der Mutter auf den Fußboden gestellten Kessel mit heißem Kaffee. Das Kind erlitt derartige Brandwunden, daß es nach kurzer Zeit verstarb. — Tas Schlesien benachbarte russische Grenz- dors W v s k o w ist total Niedergebra u n t. Ueber hundert Wohngebäude wurden vernichtet. 600 Personen sind obdach los. — Nach Blättermeldungen aus K i schinew wurde dort auf dem Bahnglcisc die Leiche des P o l i z e i b e a m t e n Schwarowski gefunden. Ter K o p f war vom Rumpfe getrennt. Wahrscheinlich ist er einem Anschläge zum Svier^gefallen. —
Krrichtsiaal.
Mainz, 15. Dez. Ein unnatürlicher Vater hatte /ich vor der Strafkammer wegen Körperverletzung und Beleidigung in der Person des vorbestraften 27 jährigen Taglöhners Georg Feier aus Nack wegen Mißhandlung seiner Frau und Kinder zu verantworten. Ter Angeklagte heiratete im Mai die Dienstmagd Kraucr, die zw-ei uneheliche Kinder, einen vierjährigen Knaben und ein sechsjähriges Mädchen, mit in die Ehe brachte. Schon vor der Verheiratung wll er den Knaben mißhandelt haben, mangels Beweises wurde aber damals das Verfahren eingestellt. Nach seiner Verheiratung mißhandelte er seine Frau und die Krnder in bestialischer Weise täglick. Ter Frau schlug er die Zähne ein aber ganz besonders hatte er es aus die armen Kinder abgeieben. Diese schlug er schwarz und blau. Beim Mittagstisch mußten sie so rasch essen, daß sie sich übergaben. Drr Unmensch rührte nun die erbrochenen Speisen mit Wasser an und zwang die Kinder, das Zeug auszuessen. Tas Schöffengericht Mzrn verurteilte den Unmenschen zu 8 Monaten Gefängnis; er besaß die Kühnheit, dagegen Berufung ejnzuleg-n. die koßenfäffia v'xmorliN manche.
gegen die angestrengt werden, die mit ihm Wuchergeschäfte abgeschlossen haben.
Berlin, 20. Dez. In einer Versammlung de§ land- wirtschaftlichen Vereins für Teltow wurde vom Geh. Re- gierungSrat Professor Dr. Schutz die Mitteilung gemacht, daß es gelungen ist, ein a u ssi chts v o l les Mittel zur Bekämpfung derTuberkulose zu finden. Es soll sich um eine Schutzimpfung gegen die R i n d e r - T u b e r k u l o s e bandeln. — Aufsehen erregt hier die widerrechtliche Taufe eines Mädchens. Die 6jährige Tochter des hiesigen Rechtsanwalts Dr. Mandelbau,n wurde von ihrer Gouvernante in ein Kl oster gebracht, dort getauft und dann wieder ihren Eltern zugeführt. Die Gouvernante entpuppte sich, als das Kind den Vorfall zu Hause erzählte, als Missionarin.
Mannheim, 20. Dez. Der Staatsanwalt leitete ein Strafverfahren gegen den Reichstags-Abgeordneten DreeSbach wegen Vergehen gegen das VereinSgefetz ein, weil er als Leiter der PernerSstorfer Versainmlung am 26. August angeblich nach erfolgter Auflösung über eine Resolution abstimmen liest.
London, 20. Dez. Die Blätter veröffentlichen einen sensationellen Bericht eines Fischers aus Hüll, wonach ein Agent der russischen Regierung den Versuch gemacht haben soll, mehrere Zeugen deS Hüller Zwischenfalles für sich zu gewinnen, um für Rußland günstige Aussagen zu machen.
Wien, 20. Dez. Die österreichischen und ungarischen Veterinär-Referenten, die gestern Rächt nach Berlin abgereist sind, tragen ganz ansehnliche Konzessionen in der Tasche und man weist hier bereits, daß sie in Berlin nicht mit leeren Händen empfangen werden. Die über den Negierungen stehenden Einflüsse sollen zwischen Posa- dowSkpS Anwesenheit m Wien und den heute ivieder beginnenden Beratungen diesen Umschwung berbeigeführt haben. Auch sei daS Treiben der ungarischen Opposition der deutschen Regierung zu Hilfe gekommen.
Meran, 20. Dez. Frau Karoline von Scheffel, geb. Freiin von Malsen, die Wilwe des Dichters, ist. im Alter von 71 Jahren hier gestorben. Die Beisetzung findet in München statt.
Petersburg, 20. Dez. Dieser Tage sand ein besonderer Rat unter dem Vorsitz des Zaren in ZarSkoje Selo statt, an dem PobjedonoSzew, Ministerpräsident Witte, Justizminister Murawiew^ der Minister des Innern Fürst Swiatopolk Mirski und der Finanzminister Kokowzew teil- nahmen und in der die VerfassungSfrage und die liberale Strömung besprochen wurde. Wie au§ zuverlässiger Quelle verlautet, ist das Ergebnis dieser Sitzung ein negatives gewesen. Pobjedonoszew, Murawiew und Kokowzew waren gegen jedes Rachgeben. Daher wurde
llciicltc Meldung.
Lrigiualdrahtmeldnttgcn des Giesteucr Anzeigers.
Berlin, 20. Dez. Der in eine Wucher-Affäre Verwickelte ist, wie jetzt bekannt wird, der 23jährige ReichS- graf Hugo von Bcnzel-Sternau. Rach Angabe seines Rechtsbeistandes hat er keine Hochstapelei betrieben, sondern ist stark bewuchert worden. Auch ein Strafverfahren soll gegen den Grafen nicht schweben, vielmehr sollen Klagen
beschlossen, den liberalen Strömungen entgegen zu treten und sie zu unterdrücken.
Bom Kriege.
Mukden, 19. T^z. ! Reuter.) Tie Erdhöhlen der Russen in der Mandschurei dehnen sich auf etwa IGO Kilometer aus vom Hunho bis zu den Bergen, die den Fluß von den Quellen des Schahv trennen. Im Zentrum finden fast ununter
brochen Artillericduelle tf-ntt. Tie Gegner sind sich dort so nahe, daß das Eintreffen der Korpskommandanten erkannt wird, was jofort zu einer Kanonade Anlaß gibt. An den äußeren! Flügeln sind die Gegner 8 bis 12 Kilometer von einander ent* fernt. Das dazwischen liegende Terrain wird gelegentlich zu Gefechten benutzt. Auf jeder Seite kommt cs darauf an, den Gegner zu behindern und die Truppen in den Winterquartieren zu belästigen. Tie Stellung ist ungefähr dieselbe wie bei Lianjang. General R en neu kam v hat einen unzugänglichen Distrikt jenseits des Taling-Passes inne. Dennoch kam es dort zu einem fünftägigen Gefechte. Die russischen Truppen sind in vorzüglicher Stimmung.
Tokio, 19. Dez. (Reuter.) Tas Verhalten des Kommandanten Dczo und des Leutnants Nagakara bei dem Angriffe auf die ,.Sewastopol" ruft besondere Bewunderung hervor. Tie Flottille des Kommandanten Pczo war in Reparatur, als der Angriff beschlossen wurde. Es gelang ihm, eines ,seiner Boote berauswbringen Er erreichte aber die Flottenbasis erst in dem Augenblicke, als die Augriffsflottc bereits abgefahren war. Er erhielt die Erlaubnis, sich dem Angriffe anzuschließen und fand trotz des blendenden Schneeßnrmes die „Sewastopol". Er kam so nahe heran, daß er die Russen sprechen hörte und feuerte einen Torpedo ab. Sich u"ch weiter rrfvnth ließ er einen zweiten Torpedo los. Nun traf ihn eine feindliche Olranate und zerriß ihn. Leutnant Ragakora brachte tzrop des furchtbaren Feuers einem anderen Torpedoboote Hilfe. Sein Fahrzeug wurde mehrfach fietrnffcn. aber er vermochte doch die meisten Seute des in Not befindlichen Bootes zu retten. Zu dem Angriffe meldeten sich mehr Freiwillioe, als verwendet werden konnten. Mmiral Togo wird walwick^iiiffch einem jünger«'n Admiral dieBlokade überlassen und nach Tokio z n r ü ck k e hr e n , wo ihm der Mikado einen glänzenden öffentlichen Empfang bereiten wird.
Gießener landwirtschaftlicher Wetterdienst.
Bo'auSsichtliche Wittcruna in Hessen für Mittwoch, den 21. Dezember 1904: Zeitweise heiter, Temperatur wenig verändert, Frost.
Näheres durch die Gießener Wetterkarte.
TeBephomscher Kursberichte
F niikfur< a. 20. Dezember.
IJ’/j% Reicbflanleibe . . 101 70
37 do. ... 89.95 11/0/ XnnRole .... 10] .65 3°'n do.....89.95
Ib-gRon ... 100.00
31 /, % Ob«,rh<'R*fm . . . 98.80 4 % O^sterr. OoMrente . 101 7'0 41 ,,. 9n Oesforr. Silb^rrento 100 40 4?o Unsrar. HoldrenU . . 95.55 4n/ Italien Rente . . . 104.40 41 ,?o PoHngiostr , . . 62.90
0/ Portnr'iesen.....64.85
] % 0. Tilrken .... —.— rilrkenloso .....127.40
Rn/n Mexikaner 4,/<>n/ Chinesen Electric. Sch ackert . Nord<t Lloyd . . Krcditnktien niskonto-Komuiandit l>armst?idtor Bank Dresdener Bank . Ber’inor Handelspee. Ocsterr. Staatsbahn Lombarden . . GnHhardbabn . . T>anrahiltto . . . Bochum ....
4% Griech. Monopol.- Anl. 4' , äuSstii-o Argentinor
47.80 Harpenor
45.10 Schatzscheine .
Tendenz: still.
82 50 . 92.10 . 123.70 . 103 72 . 212 00
192 70 . 173.10 . 158.00 . 164.10 . 139 10 . 17.70
193.00 . 258.75 . 231.90 . 215.30
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