Nr. 29V
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Schotyeatze 1. tlbrefle füi DevBchen:
Anzeiger (Stehen. ^emförctbanlchluB 'Jh 61
Erstes Blatt.
154. Jahrgang
Dienstag 20. Dezember 1904
Amts- und Anzeigedlüit für den Kreis Gießen
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©ein flbpretit monatnch7b Pt., otettel» jährlich Mk. 2.20. durch Abhole- il Zwelgstellen monatlich 65 Vt.; durch c>ie Poft 4kir.S.— Viertel- fährt auSfchl. Bestellg. Annahme von Anzeigen füi bte lageflnummer bis vormittags 10 Uhr. Zeitenpreis lokal!2Pl^
«uLwättS 20 Pjg. Veiaativortlich *üi Oen poltl und allgem. 4eil P. Witt ko: für .Stadt und Land" und .(ÄerrchtSiaal*: August Goetz, für den An- Aetqenteil: HnnS Deck.
Z>ie heutige Mrmmcr umfaßt 12 Seiten.
Nolillsche Tagesschau.
Dr. Bachem, 6er bekannte Zentrumsparlamentarier, Besitzer der katholischen „Köln. Volksztg.", Hut dem Bureau des preuß. Abgeordnetenhauses die Mitteilung zugehen lassen, daß er sein Mandat für den Wahlkreis Düsseldorf-Erefeld Stadt niederlege, sein Mandat für Crefeld im Reichstage behält er jedoch.
Wie es heißt, ist der Verzicht in hochgradiger Ner- oosität begründet. Das Abgeordnetenhaus verliert einen vortrefflichen Redner, der durch seine lebhafte, oft humoristisch oder satirisch zugespihte Vortragsweise stets der Aufmerksamkeit sicher war". In „Kulturkamps"-Debatten stand Bachem in früheren Jahren an der Spitze seiner Fraktion: es gab in der Regel eine besonders scharfe Auseinandersetzung zwischen den beiden Rheinländern Dr. Bachem und dem Nationalliberalen v. Eynern. In neuerer Zeit schlug Bachem eine gemilderte Tonart an, man vernahm sogar von ihm Mahnungen zur Versöhnung und zum konfessionellen Frieden. Dr. Spahns Eintritt in das Abgeordnetenhaus schwächt die führende Bedeutung Bachems im Zentrum nnigermaßen an, obwohl Spahn als Redner nicht entfernt Bachem erreicht. Aber Dr. Spahn kann, als ehemaliger Vizepräsident des Reichstags und Vertrauensmann des Grafen Bülow, die größere Autorität für sich in Anspruch nehmen.
Delitzsch nicht gelungen. Verschiedenheit der beiden biblischen Schöpfungsgeschichten wird deutlich auch an der Erzählung von der Entstehung des Weibes. Nach dein zweiten Bericht, in ©enefiS II, wurde zuerst Adam geschaffen, darauf nach langen vergeblichen Versuchen, die nur die Tiere, als mißratene Fräuleins gewissermaßen, zum Resultat hatten, aus Adams „Rippe" (nach anderer Deutung „Seite") die langersehnte Gespielin, das Weib. Der Mensch war also nach dieser Gestalt des Schöpsungsrnythos ursprünglich wohl androgyn gedacht, Mann und Weib zugleich, eine Vor- tellung, die in den Mythen anderer Völker wiederkehrt. Rach dem abweichen Bericht von Genesis 1 ist die Frau nicht nach dem Mann geschaffen, sondern „Gott schuf den Menschen ihn zum Bilde, und er schuf sie ein Männchen und ein Weibchen." Durch eine aus verschiedenen Gründen naheliegende Konjektur darf man im hebräischen Text statt des „sie" des letzten Satzes wohl „ihn" lesen: Gott schuf den Menschen ihn zum Bilde, und er schuf ihn männlich und weiblich zugleich. Wir hätten hier also ursprünglich dieselbe androgyne Vorstellung wie in dem ersterwähnten Bericht. So nichtbar auch die Vergleichung mit den Seböpfungsmytheu anderer Völker sein mag, so wird doch bei weitem der wesentlichste Teil der wissenschaftlichen Erkenntnisse auf unserem Gebiet aus dem philologisch exakten Studium der heimischen Urkunden gewonnen werden. Das vornehmste Erbauungsbuch der Menschheit ist auch im Sinne der modernen historischen Forschung und im besonderen der Volkskunde eine Ur
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Von einem sozialdemokratischen Konsumverein werden dem „Berl. Tagebl." aus Sorau erbauliche Geschichten mitgeteilt. Der Sorauer Konsumverein hat kürzlich für dieses Jahr eine Dividende von 10y2 P r o z. verteilt. Dieses Faktum gab der sozialdemokratischen „Märk Volksst." Veranlassung zu sch werenVor würfen gegen die Verwaltungsgruudsätze des Vereins. Zum 1. Dezember d. I. war dem Lagerhalter der Filiale Kunzendors gekündigt worden, weil bei der Inventur seines Lagers sich ein Fehlbetrag von 1 5 8 M k. ergeben hatte. Der Lagerhalter beteuerte, an dem Manko völlig unschuldig zu sein, und bat dringend, ihn wenigstens. so lange in seiner Stellung zu belassen, bis er ein anderes Brot gefunden. Diese Bitte, wie auch die weitere, eine Nachinventur vorzunehmen, wurden glatt abgelehnt. Der Mann wurde auf die Straße gesetzt, nachdem man ihm den Mankobetrag von 158 Mk. von seiner hinterlegten Kaution abgezogen hatte. Ein aus „Genossen" gebildetes Schiedsgericht zur sachgemäßen Untersuchung des Falles wurde von den sozialistischen Vorstandsmitgliedern nicht anerkannt. Ter Lagerhalter hatte fünf Jahre dem Vereine gedient. Sein Lohn betrug 13 Mark pro Woche bei emer Arbeitszeit von früh 7 Uhr bis abends 9 Uhr. Eine To cht er unterstützte den Vater täglich fünf bis sechs Stunden und erhielt dafiir 3 Mark wöchentlich, sodaß beide Personen einen Wochenlohn von 16 Mark hatten, wovon noch die Beiträge für die Kranken- und Invalidenversicherung abgingen. Trotz seines hohen Gewinnes gewährt der Sorauer Konsumverein überhaupt keine M a n k o »g e l d e r. Dafür weist er aber, wie die „Märk. Volksstimme" ganz besonders hervorhebt, seine Angestellten an, die Emballage (Tüten- und Packpapier) mitzuwiegen und die Differenz zwischen Netto- und Bruttogewicht als Privatverdienst in die Tusche zu steckeu, verleitet also ldie Angestellten direkt zum Betrüge Ms ein Aufsichtsratsmitglred auf drese un- moralische Tendenz hingewiesen wurde «rsolgte der Bescheide „Tas ist in Sorau o ubttcT).!" Tre Verwaltung des Sorauer Konsumvereins geht aber noch werter. Sie verlangt, dast die Lagerhalter noch U e 6 c r | d) u fj e erzielen, und je höher ein lieberschuß ist, desto mehr wachst dcks Ansehen des Lagerhalters ber der Verwaltung.
Aus Srtiwi Md Land.
Gießen, 20. Dezember 1904.
** Hessische Vereinigung für Volkskunde. Am gestrigen Abend sprach in der hessischen Vernnigimg für Volkskunde Professor Dr. Schwally über „Bibel und Babel". Delitzsch's Broschüren, die soviel Lärm gemocht hätten brächten dem Knndigen wenig nette Forschungs- erqebnisse, und dies wenige Neue sei falsch. Er, Redner, wolle aus dec Fülle der Fragen nur einen Gegenstand von höchster Bedeutung herausgreifen, die biblischen Schöpfungs- bmchte Es gibt deren zwei, sich vielfach widersprechende. Der eine davon, in 1. Mose Kap. 1, läßt wiederum zwei verschiedene ineinander verarbeitete Ausfassungswehen erkennen : nach der einen schafft Gottes Wort unmittelbar, noch der anderen bildet die Materie aus sich heraus, nur auf Gottes Geheiß Die Materie ist in jedem Falle von Anfang an un» abhängig von der Gottheit gedacht. „In, Anfang, als Gott Himmel und Erde schuf, da war di- Erde cm Chaos . . . Finsternis lagerte über „Tehom", wie es im Hebräischen heißt. Dies seltsame Wort, das ein weiblicher Eigenname sein muß, findet seine Erklärung nur in der „Tiamat" des babylonischen Schöpfungsmythos. Hier ist die Tiamat em Fabelwesen, das vom Gotte Marduk überwunden und in itüci Teile gespalten wird, aus denen Himmel und Erde her- voraehen. DaS sprachlich mit dem assyrischen Tiamat gleich- rnsetzende hebräische Tehom ist der einzige Bestandteil des luvliichen Schöpsungßberichtß, der mit Sicherheit nach Babylon weist. Der Bericht in Genesis I mag aus babylonischer Vorlage beruhen, aber diese Vorlage zu finden ist bisher trotz
künde ersten Ranges.
**Tie silberne Staats medaille erhielt der oberhessische tObstbauverein für seine erfolgreichen Ausstellungen. Der Oberlehrer W a m s e r in Butzbach erhielt lt. Regierungsblatt die bronzene Staatsmedaille aus dem gleichen Anlaß.
** Aus dem Bureau des Stadttheaters. Es sei auch an dieser Stelle auf die heutige Abonnements- Vorstellung von Hauptmanns „Biberpelz" hingewiejen. Herr de Giorgi wird den Wehrhahn spielen, und Frau Jenny, deren Leistungen noch vom Büller'schcn Gastspiel vor einigen Jahren her im besten Andenken steht, die Mutter Wolsch.
•* Christbäume. Im Hofe der Großb. Bürgermeisterei wurden heute früh um 8 Uhr ca. 200 Christ bäume aus den städtischen Waldungen verkauft, die binnen einer Stunde vergriffen waren.
♦* Zum Raubmord in 5) e l d e n b e r g e n. Die vor einigen Tagen in vielen Blättern verbreitete Meldung von der Verhaftung eines Gesellen, Namens Best, des Metzgermeisters Silberling in Meppen wegen Verdachts, den Raubmord in Heldenbergen begangen zu haben, ist nach einer Mitteilung, die uns von der hiesigen Staatsanwaltschaft zugeht, falsch. Best wurde allerdings steckbrieflich wegen Diebstahls vom hiesigen Amtsanwalt verfolgen nd deshalb verhaftet.
** Weihnachtsausstellung der Handarbeits- schule von Fräulein Land mann. Die Weihnachts- ausstcllung der Handarbeitsschule von Frl. Landmann fand auch in diesetn Jahre einen äußerst zahlreichen Besuch. Ein großes Zimmer war in geschackvoller Weise ausgestattet mit den verschiedenen Erzeugnissen aus dem Gebiet der Weißzeug-, Stick-, Klöppel- und Spitzenarbeiten. Man sah die exakte Ausführung aller auSgelegten Arbeiten von den einfachsten bis zu den schwierigsten. In einem anderen Saale prangten die Arbeiten der verschiedenen Schnitzarten, gothischer Flachschnitt, Blumenschnitzereien, einfacher Korbschnitt, plastischer Korbschnitt u. s. rv» Daneben sah man Tiefbrandarbeiten, ferner einen Sessel in Lederarbeit, mit Schnitzereien reichlich versehen. Auch die neuaufgekommene Cornetmalerei war verschiedentlich vertreten. Allgemeine und ivohlverdiente Bewunderung fand ein Spiegel, dessen Rahmen von Fräulein Landmann selbst entworfen und ausgeführt war und der bereits auf einer größeren Ausstellung in Leipzig preisgekrönt wurde. Vielen Wünschen entsprechend, soll diese Kunstleistung im Schaufenster der Reib er'sehen Möbelhandlung ausgestellt werden.
Hungen, 19. Dez. Heute vormittag wurde unser n e u g e w ä h l t e r B ü r g e r m e i st c r Julius Fendt durch Herrn Kreisamtmantl Dr. Kranzbühler in Gegenwart des Gemcinderats und des Beigeordneten ins Amt eingesetzt. Der Herr Kreisamkmann gedachte zuerst des verstorbenen Bürgermeisters Buttron, zu dessen Ehrung sich die Anwesenden von ihren Sitzen erhoben, und dankte dem Beigeordneten Jokel für seine gewissenhafte Amtsverwesung. Sodann hielt er eine allgemeine Ansprache und wandte sich chließlich besonders au Herrn Fendt. Nach der nunmehrigen Eidesabnahmc erwiderte der Bürgermeister noch mit kurzen Worten. (-• P-)
1. Oblrwiddersheim bei Hungen, 19. Dez. Dec Förster Klös von hier zog sich bei einem Dinstgange durch einen Fehltritt einen Beinbruch zu.
Groß-Gerau, 19. Dez. In dem Zuge, der um 2 Uhr 15 Min. von Mainz nach Darmstadt fährt, befand sich heute nachmittag ein Gendarm, der zwei Sträflinge nach Darmstadt transportierte. In der Nähe von Bischofsheim öffnete der eine Sträfling plötzlich die Tür des Abteils und sprang aus dem fahrenden Zuge. Blutig und zerschunden kam er unten an, tuo ihn Streckenarbeiter fest- nahmen und ihn dem Gendarmen, der mittlerweile den Zug hatte halten lassen, wieder Übergaben.
HB. Darmstadt, 16. Dez. Wie unS von der hiesigen
Handelskammer mitgeteilt wird, machte das Kaiserliche Postamt II zu Darmstadt darauf aufmerksam, daß mehrere Postverwaltuugen des Auslandes in neuerer Zeit Fr eim arken in He ftfo rm zur Erleichterung des WertzeichenbezugS aus- gegeben hätten. Diese kleinen 8 zu 4V2 Zentimeter messenden Heftchen können leicht in der Tasche oder im Potemonnaie untergebracht werden. Die Handelskammer beschloß, sich dahin zu äußern, daß nach ihrer Ansicht die Einführung derartiger Markenheftchen sowohl dem großen Publikum, wie der Kaufmannschaft zugute kommen würde, jedoch habe auch die Post selbst im Hinblick auf die dadurch entstehende vereinfachte MarkenauSgabe ein wesentliches Interesse an dieser Angelegenheit, sodaß die Freimarkenheftchen ohne Kostenaufschlag verkauft werden möchten. Zweckmäßiger Weise möchten im Interesse der Kaufmannschaft diese Heftchen nur Freimarken von je einer Sorte, also z. B. nur 5 Pfg.- oder nur 10 Pfg.- Marken enthalten. Das Interesse des übrigen Publikums dürste jedoch mehr auf die Ausgabe von Markenheftchen mit verschiedenen Markenwerten gerichtet sein. — Eine Besprechung mit dem Fahrplandezernenten der Eisenbahndirektion Mainz hatte die Berbesserung einer Anzahl von Zugverbindungen zum Gegenstand, wie z. B. die sehr mangelhafte Zugverbindung zwischen der hiesigen Gegend und Baden nnb der Pfalz. Nach Mitteilung der Eisenbahndirektion Mainz sollen die auf diesen Punkt sowie auf die weitere Ausgestaltung der Zugverbindungen zwischen Darmstadt und Frankfurt a. M. bezüglichen Anträge der Handelskammer bei Aufstellung des Entwurfs für den nächsten Sommerfahrplan geprüft und, sofern es die Betriebsverhältnisse gestatten, berücksichtigt werden. Es ist auch Hoffnung vorhanden, daß der I -Zug 25, ab Darmstadt 2,44 Uhr nachmittags, für dessen Benutzung jetzt eine Mark Platzgebühr erhoben wird, vom nächsten Sommer ab wieder zu einem Schnellzug umgestaltet wird.
Darmstadt, 19. Dez. Ein arger Schwindel hat sich dieser Tage ereignet. Vor einigen Wochen kamen z-wei blutjunge Leute mit wallender Künstlermähne an unb logierten sich in einem der ersten Hotels ein. Sie wollten Darmstadt mit erstklassigen Konzerten beglücken^ so hieß es, und bald las man auch in mächtigen Plakaten^, daß die „neugegründete Konzertdirektiou Karl Waßmann" sechs große Küustlerkonzerte hier veranstalte, für* welche Abonnementskarten, vorzüglich für Weihnachtsgeschenke geeignet, zu billigen Preisen abgegeben würden. Tas erste große Konzert mit einer berühmten auswärtigen Künstlerin sollte bereits am 15. d. M. von statten gehen. Inzwischen, hatte sich aber längst die völlige Mittellosigkeit der beiden Abenteurer ergeben, und als die jungen Herren merkten, daß die Polizeibehörde begann, ihnen eine liebevolle Aufmerksamkeit zuzuweudeu, verschwanden sie plötzlich aus Nimmerwiedersehn. Der Hotelier aber und zahlreiche von den Hochstaplern hereingelegte Geschäftsleute haben das Nachsehen. — Die kürzlich hier verstorbene Hofschau.»-i spielerin Frl. Elise Denkhausen hat ein Vermögen von ca. 80000 Mark hinterlassen. Dabei war ihre Lebensweise eine äußerst sparsame., Ihre Erscheinung aus der Straße war geradezu charakteristisch. Man sah sie niemals anders als im hochgeschürzten Kleid, mit dunklem Regenmantel und Hut, die dem Ansehen nach schon lange Zeit ihre Dienste taten.
Worms, 18. Dez. Der dem hiesigen Jnf.-Regt. Nr. 118 angehörige, nach Weißenburg abkommandierte 27jährige Leutnant <5imon ist, wie wir schon meldeten', bei einem! Rettungsversuch, den er unternahm, in der Saale e r tr uLn feen. Leutnant Simon kam Freitag, vormittag airb em Rad vom Schießen zurück. Als er die etwa 20 Minuten von der Stadt entfernte Nogoschsche Färberei passierte, sah er, wie vorn jenseitigen Ufer eine weibliche Person sich in die Saale stürzte. Ter Offizer sprang vom Rad und eilte an das Ufer. Stiefel, Rock usw. cmsziehenj war das Werk eines Augenblicks. Tie von der Färberei herbeigeeilten Arbeiter warnten ihn vor den an dieser! Stelle gefährlichen Strudeln und der starken Strömung! und wollten ihn zurückhalteu. Aber der Offizier sah keine Gefahr als die, in der das Menschenleben schwebte, und mit den Worten: „Ich kann nicht anders, meine Ehre und meine Pflicht gebieten es!" warf er sich in die Strömung. Ms er etwa 50 Meter weit geschwommen war, erreichte er die bereits mit dems Tode Kämpfende. Er versuchte mehrmals nach ihr zu Haschen, erfaßte sie auch- behielt aber nur einen Teil des Kleid im gsstückes in der Hand. Er schwamm wieder mit letzter Anstrengung auf die Ertrinkende los — da verließen ihn die Kräfte. „Ich! kann nicht mehr!" rief er und ging — tveuige Meter vom Ufer entfernt und vor den Augen derer, die ihn gewarnt, hatten — unter. Das Geschick des jungen Offiziers ist um so trauriger, als Leutnant Simon, der im 27. Lebensjahre steht, erst seit Frühjahr dieses Jahres verheiratet ist.
Frankfurt, 19. Dez. Ein schwerer Unglücksfall ereignete sich am Samstag Mittag in der Bcttfedern - Fabrik von Baum unb Mosbacher, Höchstcrstraße 20. Der Arbeiter Jakob Bender aus Hofheim im Taunus tat einen Fehltritt. Der rechte Arm geriet in die Schleud e r maschine und wurde am Schuller gelenk h e rau § gerisse n. Der junge Mann starb alsbald un Bockenheimer Elisabethen-Kranken- hauS. — Vor der Haltestelle Robrbachstraße sprang am SamStag ein Mädchen von einem Sraßeuba hnwagen, stürzte auf baß Straßenpflaster unb würbe bewußtlos in bas Heiliggeisthospital gebracht, ^llißer einer schweren Gehirn- erschütterung hat das Mädchen erhebliche Verletzungen am Kopf erlitten.


