Ausgabe 
20.9.1904 Zweites Blatt
 
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schon feit Monaten and) SübweftaftMl we-g ist, er weiß von dem migenblicftidyen Zustande dort tveuigcr als wir hier, octtbem ist auch eine berittene Truppe von Infanterie und Artillerie von Lüderitzbuckü aus ins Innere eingedrungen, sie wird ihren Eindruck auf die unrul-igen Elemente der Bevölkerung nicht verfehlt haben Der streit Gronrefelb mit den Behörden liegt überhaupt weit über ein Jahr zurück.

B erlin, 19. .Sept. (Amtlich.) Reiter Gustav Foerster, geb. den 19. Dezember 1882 in Obertzerwigsdorf (Kreis Zittau) fist am 18. September im Lazarett in Okahandia am Typhus ',gestorbe n________________________________________________________________

Komische Tagesschau.

Zur Welseufrage.

Den zahlreichen mehr oder minder phantastisch auS- geschmückten Meldungen über angebliche Unterhandlungen in derWelfenfrage^ mit dem Ziel einer Aussöhnung zwischen Berlin und Gmunden macht dieNordd. Allg. Ztg." durch eine resolute Feststellung ein Ende. Sie schreibt:

Unter mancherlei Ausstreuungen, die neuerdings in der sogen. Welsenirage durch die Blätter gegangen sind, fand die Be­hauptung, es seien zwischen Berlin und Gmunden Verhandlungen auf der Grundlage der Abtretung hannoverscher Landestelle an das melftsche Haus im Gange, unverdiente Beachtung. Wir weisen deshalb diese Behauptung zurück und fügen noch hinzu, daß in der sogen. Welfensrage überhaupt keine Verhandlungen ge­führt sind oder geführt werden, weder mit, geschweige denn ohne Kenntnis amtlicher Stellen.

Dies hätte auch wohl eher halbamtlich gesagt werden können, zu der Zeit, als die ersten Gerüchte auftauchten. UebuigenS dementiert dieNordd. Allg. Ztg." nicht, was die ,9L Fr. Presse* behauptet, daß zwar nicht gegenwärtig, aber früher Friedensverhandlungen erfolgt seien, die nur aus persönlichen oder formellen Gründen nicht zum Abschluß gelangten.

Krrche und Schule.

S.W.K. Heidelberg, 19. Sept. Die 57. Haupt­versammlung des Evangelischen Vereins der Gustav Adolf-Stiftung hat heute mit einem Be­grüßungsabend in der Stadthalle, dem nachmittags eine geschäftliche Sitzung des Zentralvorstandes vorauSgegangen war, seinen Anfang genommen. Bis jetzt sind etwa 1000 Teilnehmerkarten ausgegeben. Auf dem BegrüßungSabend, der sich in lebhafter Einzelunterhaltung bewegte, wurden noch keine Reden gehalten.

Aks KIM und Land.

Gießen, den 20. September 1904.

** Stadttheater. Die Wintersaison 1904/05 wird m Dienstag den 4. Oktober ihren Anfang nehmen. Prospekte und nähere Mitteilungen erscheinen im Lause der Woche.

** Vorn Manöver des 18. Armeekorps. Das Divi- sions'manöver der 25. hessischen Division ist am 19. d. M. nach dem vorangcgnngenen Ruhetage bis in die unmittelbare Nahe

GießenS gerückt. .Am 18. d. Bt. tag die 49. Brigade in Grün- berg, Mücke u nd llnitgegend, der Stab in Grünberg, die 50. Brigade m Homberg,Burg-Gemündeu und Umgegend, der Stab in Hom­berg. .Am 19. ix SUL früh rückten die Truppen um 5 llhr aus; die 49. Brigade batte ihren Sammelplatz bei Bettershain, die 50. Brigade bei Wettershain-Rüddingsyaiu um 7 Uhr, die 168er hatten bereits vorher Vorposten bezogen. Bald entwickette sich das Borpostangefecht in der ^tähe von Lumda am Bilsberg und Wagnersberg, das L'ianooer zog sich baint an der Lumda entlang über Gellshaujen, Odenhausen, Heilberg und Kesselbach. Bei Londorf sand dann das Hauptgefecht statt. Die 50. Brigade hatte sich an den Steinbrüchen auf deu Höhen nördlich der Lumda bei 9tordeck-Winnen festgesetzt, die 117er hatten den rechten, die 118er den Unken Flügel, die 168er die Raserve, die 61er Ar- tiUme beschoß den Gegner von einer Anhöhe bei Allertshausen aus. Gegen 12 Uhr wurde das Gefecht abgebrochen, nachdem die 50. Brigade Londorf gestürmt und den Gegner nach Süden zurück- gedvangt hatte. Der Großherzog, Prinz und Prinzessin Andreas von Griechenland wohnten zum drittenmale dem Manöver bei; gegen 8V4 Uhr trafen die hohen Gäste per Bahn von Schloß Romrob über Grünberg in Londorf ein und begaben sich zu Pferd und Wagen inS Gefecht; von der Höhe bei Nordeck aus beobachteten sie die Bewegungen der Truppen. Spater fuhren sie per Bahn nach Romrod zurück. IÜe Truppen^ hatten Montags keinen so anürengenden Tag wie Freitag und oamstag. Tas Gefecht findet heute ,Dienstag, seinen Abschluß. Gestern abend bezogen von der 49. Brigade Biwack: das ganze Regiment 115, das 3. Bat. 116er, die L, 2., .4., .5. Eskadron 23er Dragoner und eine Pionierkompagnie in der Gegend Winnerod, Bersrod, Beuern, von der 50. Brigade das ganze Regiment 117, das 3. Bat. 118er und 1., 2., 4., 5. Eskadron 24er Dragoner; die übrigen Truppen­teile der 49. Brigade wurden einquartiert: 116er 1. Bat. in Albach (Reg.-Stab), Steinbach, 2. Bat. Großcn-Buseck, Alten- Buseck, 118er Reg.-Stab in Reiskirchen, L Bat. Saasen, Hatten­rod, 2. Bat. Reiskirchen, Burkhardsfelden, 61er Artillerie Reg.- Stab in Gwßen-Bnq'eck, die Batterien in Steinbach, Grünberg, Queckbom. Bon der 50. .Brigade bezogen Quartier die Unter- offizierschule Biebrich in Treis-Lumda, die 25er Artillerie in Nordeck, Rüddingshausen, Allendorf, das 1. Bat. ,118er und Reg.- Stab in Allendorf, 2. Bat. in Rüddingshausen. Der Divisions­kommandeur Freiherr von Gall ist im Rabenauschen Schloß zu Großen-Bufeck abgestiegen. Eine Pionierabteilung Nr. 21 nahm am heutigen Gefecht wieder teil und schlug eine Brücke über die Lumda, am Samstag baute sie eine Brücke über die Ohm bei Burg-Gemünden. Die 30 Mann starke Telegraphenabteilung vom 3. Bataillon in Koblenz legte cheute Kabel von Londorf nach Großen-Buseck und Grünberg. Morgen, Dienstag, ist der letzte Tag im Ävisionsmanöver: bei Bersrod-Beuern wird das Ge- fecÄ beginnen und sich nach Gießen-Annervd-Steinbach hinziehen und dort enden. Der Kreis Gießen zwischen Lollar, Gießen, Lon­dorf, Grünberg, Laubach^ Lich erhält große Einquartierungen. Nach Gießen kommen: die 116er (Kaserne), 2. und 3. Bat. 118er, Telle der 25er Artillerie, 2. Bat. 115er, das ganze Regi­ment 168er, und Telle ber 61er Artillerie. Der Tivisionsstab, die beiden Artillerie- und Kavallerie-Brigadestäbe kommen ebenfalls nach Gießen.

** S)er Schwindler, welcher s. Zt. unter fingiertem Namen und ohne im Besitz von Mitteln zu sein, das ehe­malige Hotel Seipp hier kaufte, befindet sich, nachdem er an verschiedenen anderen Gerichten wegen Betrügereien mit 6 Jahren Zuchthaus bestraft worden ist, seit einigen Wochen in unserem Provinzial-Arresthaus, um nun auch in Gießen vor der Strafkammer seine Strafe für die hier verübten Ver­gehungen zu erhallen. Die Verhandlung gegen den Be­

schuldigten Kempf findet m vierzehn Lagen oder dret Wochen statt.

** Beförderung von Gütern auf der Eisen- bahn. Die Ursache der Verschleppung von Eisenbahnstück-' gutem liegt, wie uns die Eisenbahnbirektion Frankfurt mit­teilt, vielfache darin, daß die Versender die ihnen nach § 58 der Eisenbahn-Vertehrs-Ardnung obliegende Bezeich­nung des Guts unterlassen oder nicht genügend ausführen. Oft ist die Bezeichnung so allgemein gehalten, daß sie kein genügendes Unterscheidungsmerkmal bietet und Verwechs­lungen begünstigt, oder aber sie stimmt mit den Angaben im Frachtbrief nicht genau überein. Wichtig ist, daß das Frachtstück außer mit Zeichen und Nummer usw. auch mit dem Namen der Bestimmungsstation versehen wird, damit es im Falle einer Trennung des Gut- von den Begleit­papieren :u<nter Umgehung besonderer zeitraubender Nach­forschungen sofort seinem Bestimmungsort zugesührt wer­den kann. Die Bezeichnungen werden am zweckmäßigsten auf dem Frachtstück selbst deutlich und dauerhaft angebracht. Läßt die Beschaffenheit des Guts dies nicht zu, so müssen Täfelchen aus Holz, Pappe, Shirting usw. ange­bracht werden. Signierfahnen aus Shirting mit entsprechen­dem Vordruck werden zur käuflichen Abgabe an die Ver- sender bei den Eisenbahn-Güter-^Absertigungsstellen vorrätig gehalten.

** Für die Abgebrannten in Herborn sind bei unserer Geschäftsstelle weiter eingegangen:

Frau Proi. T. 5 Mk., Ungenannt 6 Mk, Pfarrer i. P. L. H. 2 Mk., Ungenannt 50 Pfg^ Ungenannt 2 Mch Ungenannt 5 Mk., Ungenannt 1 Mk., ft. 9JL in Lrch 2 Lik., G. F. 3 Alk., A. G. 2 M., Ungenannt 2 All., aus der Sparbüchse zweier Knaben 2 9JiL Pfr. E. 5 Mk., P. S. 10 Mk., P. P. 3 Nit., ft. 3. 2 Mk., von einem Schiebabend des Vereins r<£ontentia" 10 Mch S. S. 30 Mk^ Ungenannt 2 Lik., von der Gemeine Leihgestern 39 Mk. 30 Pfg^ E. H. 4 Mk., Summa 137 Mk. 80 Pf.; mit den bereits schon quittierten 85 Mk. 50 Pf. zusammen 223 Mk. 30 Pfg^ welche wir dem Komitee in Herborn übersandt haben.

Geschäftsstelle des Gieß. Anz.

-j-Grüningen, 17. Sept. Bei der heutigen Ge­meinderatswahl eroberten die Kandidaten der roten Partei Euler, Fay und Walter den Sieg, nachdem die beiden seitherigen Vertreter Engel und Gilbert wegen hohen Alters eine Wiederwahl abgelehnt hatten. Marsteller, als Feind des Bürgermeisters bekannt, unterlag im Kampfe. Die neue Ge­meinde-Vertretung ist nun mit sechs gegen drei, außer Bürger­meister und Beigeordneten besetzt.

u. Geiß-Nidda, 19. Sept. Gestern veranstalteten die Lehrer der hiesigen Schule für die Schüler (und auch für die Alten". D. Red.) ein großes Jugend fest. Von den Knaben wurden zunächst Ordnungs- und Stabübungen vor­genommen. Alsdann führten die Kinder in verschiedenen Gruppen ihre neu eingeübten Spiele vor. Zuletzt fanden die Wettspiele und die Preisoerteilung statt. Das Jugendfeft wuchs sich zu einem richtigen Volksfest aus. Heute nach­mittag um 2 Uhr fand die Grundsteinlegung zu un­terem neu zu erbauenden Schulhause statt. Anwesend waren der Baumeister, der Kirchen- und der Schulvorstand.

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