Nr. 195
Erstes Matt
154. Jahrgang
Samstag 20. August 1904
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-5™ Amis- und Anzeigeblatt für den Ureis Gießen ZWDZ FerniprechanichlußNr 51. _ zeigenteil: HanS Beck.
Ais heutige Plummer umfaßt 12 Seiten.
Acr Krieg zwifHen Japan und Rußland.
Port Arthur.
Tschifu, 19. Aug. (Reuter.) Der zapani sch eMajor, der die Uebergabebedingungen nach Port Arthur überbrachte, wurde vom General Stössel in jeder Beziehung höflich'behandelt. Der General gab jedoch sofort eine ablehnende Antwort. Der Major bat darauf um dreitägigen Waffenstillstand zur Beerdigung der Gefallenen, wurde jedoch abschlägig beschieden. Darauf wurde bei; Kampf am 17. August um 10 Uhr wieder ausgenommen. Hier ein- getrosfene russisch^ Flüchtlinge hegen die Zuversicht, daßs ich die Festung halten werde, und erklären, man erwarte in Port Arthur binnen 14 Tagen die Ankunft von Verstärkungen aus der Armee Kuropatkins. Die von den Japanern auf dem rechten russischen Flügel genommenen Jnnenforts sind die Forts Nummer drei und vier.
London, 19. Aug. „Daily Telegraph" erfährt aus Tschifu vom 18. Aug.: General Stössels Antwort lautete: „So lange noch ein Mann im letzten Fords ist, wird Port Arthur den Kampf fortsetzen." Flüchtlinge aus Port Arthur erzählen: Während des großen Angriffs der Japaner am 15. August explodierten unter ihren Füßen zahlreiche Minen. Eine Batterie reitender Artillerie, zwei Schwadronen Kavallerie und mehrere Regimenter Infanterie seien angeblich vollständig vernichtet worden.
Tschifu, 19. Aug. (Reuter.) Die bisherigen Verluste bei der Belagerung von Porst Arthur, die bei Takushan und im Norden der Stadt einbegriffen, werden insgesamt auf 5000 geschützt. Granaten schlagen fortwährend in Port Arthur ein, meist in der alten Stadt. Es wird behauptet, daß der rechte Flügel der Japaner bis zu dem nicht mehr im Gebrauche befindlichen chinesischen Arsenale, I14 Meilen östlich von der Stadt, v 0 r g e dr ungen fei. Die meisten Gebäude auf der Werft seien schwerbeschädigt.
Tschifu, 19. Aug. (Reuter.) Nach chinesischen Mit- teilungen sollen die Russen die japanische Stellung bei Palungschang, von der aus die Japaner vor Port Arthur die inneren Forts während der letzten Zeit heftig bombardierten, wiedergewonnen haben. Die Japaner sollen sich nach Schuschiyen zerückgezogen haben.
Liaojang, 19. Aug. Ein russischer Offizier, der Port Arthur am 12. August verlassen hat, ist heute hier einge- troffen. Er schildert die Lage in der Festung etwas weniger ungünstig, als man nach! den früher hier eingcgangenen Meldungen annehmen mußte. An Munition und Lebensmitteln herrsche in Port Arthur noch keine Not.
Berlin, 19. Aug. Ebenso wie die Militärattaches der übrigen neutralen Mächte, so sind auch die beiden deutschen in Port Arthur eingeschlossenen Offiziere angewiesen worden, die durch Vas Bombardement schwer gefährdete Festung zu verlassen.
Tokio, 19. Aug. Nach der Seeschlacht von Port Arthur erschienen die russischen Kanonenboote „Giljak" und „Otwaschni" bei ILHangPingao und beschossen die Stellungen der Japaner auf dem Lande. Zwei japanische Schisse griffen die Kanonenboote an; der „Gil- j a k" wurde beschädigt und.ging nach Port Arthur.
P e t e r s b u r g, 19. Aug. Die fortdauernd ungünstigen Nachrichten über die Seeschlacht vom 10. August und die schwere Beschädigung des Wladüvostokgeschwaders, sowie über die Lage in Port Arthur haben hier eine hochgradige Entmutigung verursacht, auf die diesmal auch die Börse reagierte, die allerdings auch durch die neue innere Anleihe verstimmte. Selbst die Presse stimmt sichtlich ihren Ton herab. Die „Now. Wrem." hält es sogar für angezeigt, vorsichtig auf den Fall Port Arthurs vorzubereiten.
Ein russisches Kanonenboot gesunken.
Tokio, 19. Aug. (Reuter.) Ein russisches Kanonenboot vom Typ „Otwaschnr" stieß auf eine Mine und sank in der Höhe von Liaotischan am Donnerstag abend 8 Uhr.
Die beschädigten Nusienkreuzer.
Shanghai, 19. Aug. Die russischen Kreuzer Gros- woi und Askold sind noch nicht soweit ausgebessert, um w '.eder in See stechen zu können. Die Reparatur des ersteren beansprucht noch mindestens 10 Tage und über die des Askold kann man noch keine bestimmte Zeit angeben.
Tsingtau, 18. Aug. (Reuter.) Russische Offiziere erzählen, das letzte Signal des Admirals v. Mthöft vor fernem Tode sei gewesen: „An den Befehl des Kaisers denken, nicht nach Port Arthur zurückkehren."
General Stackelberg abgesetzt.
Petersburg, 19. Aug. General Baron Stackel- berg, der Kommandeur des vierten sibirischen Armeekorps, der Besiegte in der Schlacht von Wafangou, ist auf Kuro- patkins Befehl seiner Stellung enthoben worden.
Die Netschilelny-Assaire.
New York, 19. Äug. Der russische Botschafter Eassinr erklärte den Weltfrieden durch die Retschitelny-Assäre bedroht. Japan such>e die Neutralität Ehinas zu brechen, iuomit der Krieg eine ungeahnte Ausdehnung nehme. Rußland werde jahrelang kämpfen, bis es endlich Sieger bleibe.
E n amerikanische» Schiff von Japanern abgcsangen.
B ajhington, 19. Aug. Staatssekretär Hey erhielt ein Telegramm mit der Mitteilung, daß ein nicht naher bezeichnetes Schiff, welches heute früh in den Hafen von
Tschifu einlaufen wollte, von 7 japanischen Torpedobootszerstörern ab gefangen wurde.
Cyrill und Kuropatkin.
P a r i s, 19. Aug. Nach einer Prjvatmeldung aus Kronstadt wird Großfürst Eyrill an Bord des Admiralschiffes ^,Fürst Sumarow" den Kommandanten der Ostsee- siotte Roschdjeshvensky begleiten. Aus Liaujang wird gemeldet, es verlaute, die russischen Aerzte hätten auf der Abreise Kuropatkins aus dem sumpfigen Liaujang bestanden, weil in der nächsten Umgebung des Oberbefehlshabers Malariafälle vorkamen. Daraufhin habe sich 'Kuropatkin zur Abreise nach M u k d e n entschlossen.
Dotttische Lagesschau.
Zu der Bluttat in DeutschSiidwestasrika
schreibt heute die „Nordd. Allg. Ztg.":
Im Anschluß an den Artitel der „Kol. Zeitschrift" bringen eine Anzahl von Zeitungen Artikel. Pie schwere Anschuldigungen gegen die Gerichtsbarkeit und die Verwaltung des südafrikanischen Schutzgebietes erheben. Die Tatsacl>e, daß gegen einen gewissen Groeneveld von dem Bczirrsgerichtc Keetmanshoop in der ersten Hälfte des Jahres 1903 wegen verschiedener Anschuldigungen auf Freiheils- und Geldstrafen lautende Urteile gefällt worden sind, die von der Berufungsinstanz im Schutzgebiete teils erheblich gemildert, teils gänzlich ausgehoben wurden, wird von den crwähilten Blättern damit in ursachliche Verbindung gebracht, daß Groeneveld über die Ermordung eines Negers, nachdem seine Beschwerde an die Behörde fruchtlos verlaufen war, der Presse Nachricht gegeben hatte, die ebenfalls keine Notiz davon nahm. In Wirklichkeit hat Groeneveld sich mit seiner Anschuldigung gegen einen den Tiitriktschef von Bethanien zeitweilig pertretenden S a n i t ä t s u u t e r 0 f s i z i e r an die deutscl-e Presse gewendet, ehe er an die SchuLgebietsbehörde Anzeige erstattete. Nachdem Groeneveld dem Tiftriktsches nach seiner Rückkehr auf seinen Posten Anz.ige gemacht hatte, ijt sofort das kriegsgerichtliche Verfahren gegen den beschuldigten Unteroffizier eingeleitet worden. Tas Verfahren hat zu der Feststellung geführt, daß der Unteroffizier sich der Mißhandlung des Eingeborenen schuldig gemacht hatte; das Kriegsgericlü hat jedoch aus ärztliches Gutachten den Tatbestand der §§ 226 und 223 a des Reichsftrafgesetzbuches und damit dm ursächlichen Zusammenhang zwischen der Atißhandlung und dem Tod des Eingeborenen verneint. Der Angeklagte, gegen den der als Staats- anivalt fungierende Oberrichter Richter, der als strenger Ver- urteiler foiü^r Verfehlungen bekannt ist, drei Wochen Gefängnis beantragt hatte, .lvucde zu einer Geldstrafe verurteilt. Sobaw hier der Tatbestand bekannt geworden war, hat dias Oberkommando der Sämbtruppen sofortige Aufhebung derKapitulation und die Heimsendung des Unteroffiziers verfügt.
Nach der „Nat.-Ztg." soll sogar nicht einmal bestimmt erwiesen worden fein, .daß der betreffende Eingeborene nicht Selbstmord verübt hat. Infolgedessen verhängte das Gericht nur eine Geldstrafe, Der Staatsanwalt hatte drei Wochen Gefängnis beantragt.
Deutsches Kelch.
Berlin, 19. Aug. Der Kaiser unternahm gestern und heute in Wilhelmshöhe einen Spazierritt und hörte heute den Vortrag des Chefs des Zivrlkabinetts von Lucanus, empfing den Direktorialassistenten an den Kgl. Museen, Dr. K'oloewey, zu einem Vortrag über Ausgrabungen in Babylon und den Oberingenieur Dr. Schumacher zu einem Vortrag über die Palastfahnde in Msch,atta. — Das kaiserliche Hoftager zu Schloß Wilhelmshöhe wird mit dem 24. d. M. aufgehoben werden. Am 25. gedenkt dus Kaiserpaar im Neuen Palais bei Potsdam ein^utreffen.
— Der Kaiser veranstaltet nach Beendigung der Kaisermanöver der Schlachtsiotte eine große Schifssfestlich,keit vor Brunsbüttel, wofür die Reichswerfft das Artillericschiff „Mars" herrichtet.
— Prinz Heinrich von Preußen begibt sich heute abend zum Kaiser n ach Wilh elm s h ö h e. Er totrö von dort als Vertreter des Kaisers zu den Taufseierlichkeiten nach Petersburg reisen.
— Der für Schlesien eütgeführte Notstandstaris für Futtermittel findet vom 20. ab zu den gleichen Bedingungen mrd auf dieselbe Dauer auch für Sendungen nach den auf deutschem Gebiet gelegenen Stationen der sächsischen Staatseisenbahn statt.
— Die fünfte ordentliche Vertreter-.Versamm-^ lung des Rei chsverbandes der nationalliberalen Jugend ist auf den 3. und 4. September nach Leipzig einberufen. Den Beratungen wird ein außerordentlicher Vertredertag vorausgehen, der bezweckt, daß von nun an politisch^ Fragen in öffentlicher Sitzung verhandelt werden sollem Es liegt ein Antrag des Vorstandes vor, wonach die Verhandlungen in Zukrinst in einen nichtöffentlichen und einen öffentlichen Teil zerfallen sollen.
— Eine gewerkve reinliche Tageszeitung beabsichtigen stach einer Notiz in der Münchener Wochenschrift ^Freistatt" die im sog. „Rhein.-Wests. Ausbreitungsver- baltd" vrganisiertell Gewerkvereiusmitglieder in Rheinland und Westfalen zu griiuden, und zwar entlveder mittels einer eigenen Druckerei, wozu 100 000 Mk. aufgebracht werden sollen^, oder stur mit eigenem Verlag, lvas 40 000 Mk. erfordern würde. (Man darf dieser eigetlartigen Grilndung mit allem Interesse entgegensehen.)
— Dem Paketfahrtdampser „Silvi a", der am Samstag vormittag halb 11 Uhr mit einem Transport von Mannschaften und Pferden für Deutsch-Süd- westasrrka den Hambilrger Hafen verläßt, folgt voraussichtlich am 30. d. M. noch ein weiterer Transport mit der „A lexandra Wo er mann". Dieser Dampfer wird etwa 150 Mann an Bord nehmen.
Dresden, 19. Aug. Der Staatsmiuister v. M e tz s ch hielt im landwirtschaftlichen Bereim.' zu Reichenbach im
Vogtlande eine Rede, worin er betonte, daß es stets seine oberste Pflicht gewesen sei, Industrie und Landwirtschaft in gleicher Weise und nach gleichen Grundsätzen zum gedeihlichen Ziele zu bringen. Er verwies ferner d awuf, daß die Interessen aller am Wirtschaftsleben Beteiligten nur auf einer Mittellinie ausreichend gewahrt werden könnten, und bezeichnete als wichtigsten Faktor auf l a n d w i r t s ch a f t l i ch e m Gebiete die S e l b st- hilfe. (Wegen dieser seiner letzten Ausführungen ist die „Deutsche Tagesztg." sehr unzuftieden. Sie hält dem Minister vor, daß, da früher die Industrie bevorzugt sei, die ausgleichende Gerechtigkeit nunmehr für die Landwirtschaft ein höheres Maß von Wohlwollen verlange.)'
Keer unO Atolle.
*v. Rosenberg, Oberlt. im 2. Großh. Feld-Art.-Regt. Nr. 61 und v. Gilsa, Lt. im 1. Großh. Feld-Arst-Negt. Nr. 25 (Großh. Art.-Korps), schieden aus dem Heere aus und wurden in der Schsttztruppe für Südweftafrika nnge- stellt.
Die Begnadigung eines Duellanten. Der Oberleumant Balduin Hagen vom 8. bayr. Infanterie- Regiment, der wegen Zwerkampses mit tötlichen Waffen von: Kriegsgerichst zu zwei Monaten Feftstngshaft verurteilt wurde, ist nach Verbüßung von nur sechs Wochen dieser Strafe begnadigt und zugleich zum 17. bayr. Jnfan- terie-Regiment nach Gennersheim versetzt worden.
AuslanS.
Wien, 19. Aug. Zu der Meldung des „Daily Expreß",- daß als Ergebnis der Mar^enbader Monarchenentrevue ein Schiedsvertrag zwischen England und Oesterreich abgeschlossen wurde, bemerkt die „N. Fr. Pr.". daß an dieser Meldung nur so viel richtig sei, daß vom englischen Kabinett an das Wiener Auswärtige Amt die Anregung zum Abschluß eines solchen Vertrages ergangen sei und daß man sich gegenwärtig im Auswärtigen Amt eifrig mit dieser Angelegen- Veit beschäftige.
P eterSburg,. 19. Aug. Der Polizei ist es gelungen, die Persönlichkeit des Aiürders des Ministers des Innern v. Plehwe fest zu st ellen. Es ist ein gewisser S a s a n 0 w , ein früherer Student der Moskauer Universität, Sohn eines Holzhändlers aus dem Gouvernement Saratow. Die bisherige Untersuchung stellte auch die Mitschuld Sikorskis fe)t, welcher am Attentatstage ein geheimnisvolles Kästchen in dic Newa verfenUe. Dagegen scheint ein dritter Verhafteter namens Braunstein, obgleich politisch stark kompromittiert, nicht am Attentat beteiligt gewesen zu sein. Da die Untersuchung noch keineswegs abgesclstossen ist, läßt sich noch nichts näheres mitteilen.
Algier, 19. Aug. Das Blatt „Dian" veröffentlicht ein Telegramm aus Marma, .nach toelchem Raid Amada vom Stamme Bonibuzaggu 83 Berittene, welche der Prätendent v 0 n Nt a r 0 k k 0 zu ihm mit der Bitte gesandt hatte, ihm seine Tochter zur Ehe zu geben,.nachts v e r r ä t'e rischerweise niedermachte. Unter den Getöteten besindet sich der Schwiegervater und Vezier des Prätendenten dessen Partei so der Auflösung nahegebracht ist. Amada flüchtete nach Lidi-Melonk unter dem Schutze eines anderen Stammes.
Europäische Damcnpolitit.
Aus verschiedenen Zentren der europäisc!)en Politik hört man Klagen über Beteiligung hoher Damen an politischen Jntriguen. In Berlin steht es in Vieser Beziehung wohl mit am besten. Es fehlt hier Ztvar auch nicht an Damen mit stark entwicküten Politischen dteigungen. Die Witlve eines hohen MUitärs und die Gemahlin eines inattwen Staatsministers sind aus diesem Grunde bekannt, aber .sie haben wenig Einfluß Die Kaiserin hat nur em sehr geringes Interesse für die Politik, aber dafür ein desto lebhafteres kirchliches Interesse. Früher ist das am Berliner Hof betanntlich auch ganz anders gewesen. Die Königin Luise hat sehr eifrig an der großen Polittk sich beteiligt; Königin Elisabeth wurde vielfach als Nrittelpuntt einer Nebenregierung angesehen, und auch die Kaiserinnen Augusta und Friedrich besä)äftigten sich sehr eifrig mit polüischen Dingen. Der Kaiserin Augusta wurden katholische und sianzösische Neigungen nachgesagt. .Die spatere Geschichtssorschung ivird die Wahrheit wohl aujdeckeu. Jedenfalls ist die Politik, welche ihre Schwiegertochter, .die „Engländerin", trieb, weit ernsthafter gewesen. ,Darum war sie auch vielen so verhaßt. Prinz Karl soll sie Zeit seines Lebens „die siemde Frau" genannt haben. BiSmarck hat in seinem Memoirenwerk dargelegt, .daß die damalige Kronprinzessin in der KonflcktSzeit ihren Gemahl in die Opposition gegen seinen königlichen Vater hineingezogen habe; er glaubte auch, daß sie die Entivickelung her Geschehnisse' vor Paris im Jahre 18/0 zu lenken suchte und in die holsteinische, ößreichische und russische Frage sich einmisckste. Auch in den im vorigen Jahre veröffentlichten Briefen an seine Gattin auS den Kriegsjahren 1870/71 spricht er von der „höfischen Unter» rockspolitik", .die daran schuld sei, daß die große deutsche Arnwe vor Paris stillsitze, als „ob i!)r, ivie Thor, ein weiblich Geivand die Knie uimvalle.^
In den letzten Jahren sind in Cnropa nun drei Fürstinnen gestorben, welche als die ht'rvorragendsten Vertreterinnen der europäischen Damenpolitik gelten, nämlich die Königin Viktoria, die Kaiserin Friebrich und die Königin Luise von Dänemark. ES gibt jetzt nur twch eine fürstliche Dame, die als politischer Faktor in Rechnung gezogen wird; das ist nickst etwa „Ons Wilhelmintje", .die nicht als eifrige Politikerin gilt, .sondern die Zarin M a r i a F e 0 d 0 r v w n a. Sie gift als^ die eigentliche Regentin Rußlrnlds, wie die kaiserliä>c Tante Tsuhßi als die C.hinaS.
Die Dametft.wlitik auf ben Thronen ist also zurzeit lvenig vertreten; dagegen hört man aus diplomatisch'n AVrctien^ dau in der hohen Aristokratie neuerdings der polittsche Spori unter den Damen sehr beliebt geworden sei. Auch von den Frauen hoher Staatsbeamten des Auslairdes -- beide ^dahniehin ungen beziehen sich auf das Ausland — hätten sich noch nie so viele an der Politik beteiligt, .wie heutzutage. .Cnmge Namen wurden scholl seit langen Jahren genannt; über die Tatiglen der Frau v. Nowikow z. B. hat wohl Idwn jeber Le,er etwas gehört. „ . UJ x ,
BiSmarck bat im Prlvatge,prach oft genug geklagt, daß „U n t e r r 0 ck d l p l 0 nl a t i e und T e c 10 i \ c n b 01 i t i f" am schwierigsten zu » kämpfen seien. Die Männer hatte er saft


