Ausgabe 
20.6.1904 Zweites Blatt
 
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'.gelang c5 den anwesenden Mitgliedern des Deutschen Automobilklubs, die beiden von einander zu trennen.

Depeschenwechsel zwischen dem Kaiser und Loubet.

Nach Beendigung des Automobilrennens um den Go r- don Bennett-Preis richtete der Kaiser an den Präsidenten Loubet folgendes Telegramm:

Ich beeile mich. Ihnen zu dem Siege Glück &u wünschen, den die französische Industrie so­eben davongetragen hat und dessen Zeuge ich zu meiner Freude gewesen bin. Der dem Sieger vom Publikum bereitere Empfang beweist, wie sehr ein durch Intelligenz und mutiges Streben auf einem Ge­biet von beioerseitigem Interesse errungener Erfolg da­zu dient, Gefühle, frei von Rivalität, zu er­zeugen.

Loubet erwiderrr:

Ich bin Eurer Majestät ganz besonders für das lie­benswürdige Telegramm und für die Gesinnung dank­bar, aus der es hervorgegangen ist. Der Erfolg der französischen Industrie tonnte nicht besser gewürdigt werden, als von der deutschen Industrie, die vollkommen würdig war, ihn zu erlangen.

Man meldet heute aus Paris: Das Telegramm des Kaisers hat hier allgemein einen guten Eindruck gemacht. Man sieht darin eine Kundgebung der Sy mpat h t e des Kaisers für Frankreich und seine Freude oaruber, sich mit Frankreich auf einem anderen als dem Kriegsschau- vlatze zu begegnen. Schon jetzt wird behauptet, daß bei dem nächsten in Frankreich stattsindenden Gordon Bennett- Rennen der französische Automobilklub das Beispiel des deutschen Automobilklubs nachahmen und den deutschen Kaiser zur Teilnahme an dem Rennen ein- I ab en werde.

Noch eine Kundgebung des Kaisers.

Der Kaiser hat an den Oberpräsidenten v. Wind- cheim das folgende Telegramm gesandt:

Ich habe bei dem Automobilrennen um den Gordon Bennett-Preis, dessen Verlauf ich von historischer Stätte der Saalburg aus verfolgen konnte, mit Befriedigung das lebhafte Interesse des Publikums an dieser für eine aufstrebende Industrie so wichtigen Veranstaltung wahrgenommen. und mich besonders über die musterhafte Haltung der zusammengeströmten Men­schenmenge gefreut Dieses taktvolle Benehmen der Zu­schauer auf der Rennstrecke haben neben den sicherheits­polizeilichen Maßnahmen wesentlich dazu beigetragen, dem festlichen Tage einen ungetrübten und glänzen­den Verlauf zu sichern. Ich wünsche meinen Dank hier­für zur allgemeinen Kenntnis zu bringen und beauf­trage Sie, diesen Erlaß alsbald zu veröffentlichen. Homburg v. d. H., 18. Juni 1904. (gez.) Wilhelm.'

Der Kaiser und die Fabrikanten.

Das Kaiserpaar hatte zu Samstag Monsieur Brasier, den Konstrukteur des Siegeswagens, zum Frühstück nach deut Schloß eingeladen. Der Kaiser schenkte ihm sein Bild mit Unterschrift und beglückwünschte chn zu dem Erfolg.

Direktor Deimler, der Fabrikant der Mereedes- Wagen. wurde aus Samstag abend zum Kaiser in Hom­burg gebeten.

Brasier erzählte, daß der Siegeswagen genau 83 Pserdekräfte hatte und bereits jüngst 2600 Kilometer von Paris nach Monaco hin und zurück geleistet habe. Der Wagen ist für 50 000 Franes zu hoben. Brasier konnte bereits Bestellungen auf acht seiner Wagen entgegen­nehmen. Er lobte die deutschen Wagen, wunderte sich aber, daß Jenatzy in erster Runde nicht schneller fuhr. Bei einer weniger schwierigen Strecke hätte Thory wahr­scheinlich mit größerem Vorsprung gesiegt. Durchschnitt­lich braucht übrigens jeder Wagen 160 Liter Benzin.

Brasier hat Tyery 1O0OOO Franes zum Geschenk gemacht. Die Geschicklichkeit, mit der Thery steuerte, war geradezu unheimlich. Er nahm die Kurven jo haarscharf nach innen, daß einem ganz schwindelig werden mußte. Und gerade in dieser Künst, die Kurven zu nehmen, war er Jen atz y weit überlegen. Trotzdem sind beide an Klasse gleichwertig, Jenatzy hätte, falls er gesiegt hoben würde, 200 000 Mark von Mercedes erhalten und meinte vor dem Rennen:Entweder siegen oder sterben!" Nun, er hat nicht gesiegt und ist nicht gestorben.

Thery fuhr am Samstag abend mit zwei Begleitern in einem Abteil erster Klasse nach Paris.

All einer Sammlung für ein der siegreichen Auto­firma zu widmendes ^unstobjekt beteiligen sich alle her­vorragenden französischen Autohäuser.

Der Protest Rougiers gegen Jenatzy wurde zurückgewiesen. In deutschen Kreisen mißt man dem (hfolge Brasiers, als einer kleinen Firma, keine besondere Wirkung zu. Die Kosten, die der Deutsche Automobilklub gehabt, werden auf 300 000 Mark geschätzt. Demgegenüber stnd die Einnahmen klein gewesen.

Des Kaisers Roß.

In einer der Pausen, die das Gordon Bennett-Rennen den Zuschauern zur Betratchung der höchst interessanten Gesellschaft und Umgebung ließ, sah ich, so schreibt ein Mannheimer derN. Bad. Landesztg.", zufällig das Pferd, auf dem der Kaiser zur Saalburg geritten war. Ein schönes, starkes Tier, das mir wegen einer besonderen Zier, die es auszeichuete, auffiel: Das Pferd trug nämlich auf Stirn und Brust eine Nachbildung des Schwarzen Adlerordens So erklärte mir das Schmuckstück der Lakai, der das Tier führte. Das kaiserliche Pferd trage immer dies Zierstück, auf dem übrigens auch die Devise des Schwarzen Adlerordens, des höchsten preußischen Or­dens, zu lesen stand: Suum cuique (Jedem das Seine).

Unfälle.

Hotelbesitzer M ü h l i n g aus Berlin, Besitzer des Hotel de Rome, welcher am Donnerstag nachmittag mit dem Automobil des Berliner Hotelbesitzers Uhl bei Dorn­holzhausen verunglückte, ist heute an den Verletz­ungen (Bruch der Wirbelsäule) im hiesigen Krankenhause gestorben. Uhl, der bei dem Unfall einen Armbruch erlitt, befindet sich auf dem Wege der Besserung und liegt in einem Wiesbadener Hotel. Der Chauffeur und eine dritte Person kamen mit dem Schrecken davon.

Der mit dein Boron Leitenbeiger verunglückte Chauffeur ist int Hospital zu Usingen ebenfalls gestorben. Me ferner berichtet wird, befindet sich dieBaroninLeiten- b er ger ans Wien auf dem Wege der Besserung.

Der verstorbene Boron Friedrich Leitenderger hatte sich neben einer schweren Gehi. nerfchütternng und einer Verletzung des linken Kniegelenks auch eine schwere innere Blutung zugezogen, die von den Nieren oder der Blase ansging. Noch in der Nacht schr.tt Professor Rehn, der rasch herbeigemsen lvorden war, zur Operation, von bet jebodj die Aerzte selbst nur tvemg erhofften. Tat­

sächlich starb Baron Leitenberger während der Operation.

Der Rennwagen Nr. .6 (Hautrast- Belgien) hat am Samstag abend bei Usingen einen Telegraphenarbeiter überfahren. Der Staatsanwalt hat die Festnahme des Führers und die Beschlagnahme des Automobils angeordnet.

Taschendiebe.

Auf der Saalburg wurde einem Generalleutnant die goldene, mit Brillanten besetzte Uhr gestohlen. Die Frank­furter Kriminalpolizei verhaftete dort auf einmal eine Pariser Taschendiebsgesellschaft von vier Personen, zwei Ntänner und zwei Frauen.

Are Schlußversammlung des internationalen Arauenkongresses.

Berlin, 19. Juni.

Bei ungeheurem Andrange wurde heute nachmittag die Schlußverfammlung des internationalen Frauenkongresses ab­gehalten. Frau Marie Stritt führte den Vorsitz. Charlotte Perkins Gilm an (Vereinigte Staaten) sprach über eine neue Theorie der Frauenfrage. Ihre Rede erregte stürmischen Beifall. Frl. Helene Lange sprach zum Thema: Das Endziel der Frauenbewegui'.g. Sie begann in ihren Ausführungen über die Stellung der Frau im BUttelalter bis zum 19. Jahrhundert, um dann auf das Endziel der Bc- megimg emzugehen. Die soziale Reform muffe nut der Natur des Menschen rechnen und nicht nur mit dem Recht. Die Zeit fei nicht mehr fern, da auch der Tag der Frau sichtbar sei. Die Frau könne sich nur durch eigene Kraft heben, und durch Gesetze vieles verbessern, aber sie müsse an denselben selbst Mitarbeiten. Erst wenn die Frau die Verkörperung ihres eigenen Geschlechts geworden, dann sei die Zeit ge­kommen, wo es kein führendes Geschlecht mehr gebe. Lady Aberdeen dankte für den Empfang, gedachte des Empfanges bei der Kaiserin, beim Grafen Bülow usw. Sie gedachte auch der arbeitsreichen Tage des Kongresses und schloß mit einem Dank an das Berliner Lokalkomitee. Hierauf bat Stadtrat Münsterberg um das Wort. Er betonte, daß er nicht ofsiziell als Vertreter der Stadt spreche, sondern als Freund der Frauen­bewegung. Er schilderte die Wirkung des Frauenkongresses auf die Männer. Ihm sei das Herz voll von dem, was er während dieser Tagung gehört und gesehen. Dieser Fleiß, diese Aus­dauer, das Organisationstalent und die Referate seien staimenswert gewesen. Letztere seien streng sachlich und voll­kommen phrasenlos vorgebracht worden. Durch alle Referate sei ein Ton tiefer Bewegung gegangen; das Recht der Frau, ihre Kräfte auszuleben, habe dieser Kongreß gezeigt. Die beiden Geschlechter seien nicht gleichartig, aber gleichwertig. Die Frau solle nicht die Dienerin, sondern die Gefährtin des Mannes sein. Die Hochachtung vor den Frauen sei die höchste Sittlichkeit. Der Redner begrüßte hierauf die Frauen. als die Mitarbeiterinnen gegen alles Schlechte und Gemeine. Auch diesem Redner wurde durch anhaltendes Beifallklatschen ge­dankt. Frau Marie Stritt erklärt, sie könne nicht umhin, auch ihrerseits herzliche Dankesworte für den so großartig verlaufenen Kongreß auszusprechen. In erster Linie gelte ihr Dank der Kaiserin für den schönen Empfang, der für die Frauenbewegung von höchster symptomatischer Bedeutung sei. Sie dankte auch dem Reichskanzler Grafen Bülow und dessen Gemahlin sowie sämtlichen anderen Per­sönlichkeiten, die Empfänge veranstaltet hatten. Sie dankte auch der Presse für ihre Mitwirkung, Geduld und Nachsicht. Möchte der Samen, so schloß die Rednerin, der hier gesät, aufgehen und tausendfältige Fruchte tragen. Wir stehen noch im Kampfe, der nicht für die gegenwärtige Generation ge­kämpft werde, sondern für die nachkommenden Geschlechter. Frei sein ist nichts, frei werden ist der Himmel

Berlin, 19. Juni. Der Internationale Frauenkongreß hat gestern abend in einem Empfang im Berliner Rathause seinen Abschluß gefunden.

Aus Stadt und Land.

Gießen, den 20. Juni 1904.

** In der Eberstädter Kindesmord-Ange­legenheit, wegen der der Abg. Köhler-Langsdorf die Negierung interpelliert hat, ist es mit der behaupteten Un­bescholtenheit der angeblich unschuldig verhafteten Minna Gör lach nicht weit her, denn sie hat bereits nach Er­mittelungen an Ort und Stelle unter der Wucht des Beweis­materials eingestanden, daß sie geboren hat und daß die auf dem Eberstädter Friedhof gefundene Leiche diejenige ihres Kindes ist.

* Th eaterfa h rten.Unsere Eisenbahnfahrten ver­schlingen zu viel Geld!" schreibt derTheater-Kourier". In Oesterreich gewährt man den Schauspielern auf der Eisen­bahn ermäßigte Preise! Die preußisch-hessische Eisenbahn- Verwaltung hat sich noch nicht bereit finden lassen, den Schauspielern auf der Bahn eine Erleichterung zu gewähren. Unserer Direktion Steingoetter, die im Winter allwöchent­lich mehrmals mit Sack und Pack zwischen Gießen und Marburg, allsommerlich zwischen Nauheim und Marburg (nach neuesten Entschlüssen leider unter Ausschluß von Gießen) verkehrt, käme eine solche Preisermäßigung besonders zu Gute. Vielleicht klopft Herr St. zunächst einmal als Großh. Kur­theaterdirektor ganz bescheiden in Darmstadt an und sichert sich da eine einflußreiche Unterstützung. Dann aber wäre die Genossenschaft deutscher Bühnenangehöriger dazu berufen, sich mit dem preuß. Eisenbahnminister in Verbindung zu setzen und dafür zu sorgen, daß der Verdienst des Schauspielers nicht an den Rädern kleben bleibt. Direktoren wie unser eteingoettec opfern dem Eisenbahn-Verkehr jährlich gewiß mehr als 5 Prozent ihres Einkommens!

Marburg, 19. Juni. An den Reichsoerband gegen die Sozialdemokratie hat nach der konserva­tivenObcrhess. Ztg." ein Akademiker folgenden Brief geschrieben:

«/Ich muß die unerhörte Zumutung eines Beitritts zu dieser schmählichen und Deutschland zur Schmach gereichenden Gründung als für einen akademisch Gebildeten beleidigend z u r ü cf m e i j e n. Die Sozialdemokratie steht geistig wie sittlich unendlich hoch über dem Gedänken- Niveau diesesReichsverbandes". Ich bitte . . . >mch nicht weiter mit Zusendungen zu beliebigen."

Gronberg, 18. Ium. Hier fand heute mittag unter entsprechenden Feierlichkeiten in Gegenwart des Kaiser- paares, des Prinzen und der Prinzessin Heinrich, des Groß Herzogs von Hessen, des Prinzen und der Prin­zessin Friedrich Karl von Hessen und der Erbprinzessin Char­lotte von Meiningen die Enthüllung einer Votiv­

tafel der Kaiserin Friedrich statt. Das Kaiserpaar war im Viererzuge von Homburg gekommen, die übrigen Herrschaften von Friedrichshof. Die Weiherede hielt der frühere Landrat Dr. v. Meister, wobei er den edlen, wohl­tätigen Sinn der Kaiserin Viktoria besonders hervorhob. Die Tafel, die außen an der Kirche angebracht ist, stellt in Marmor die Grablegung Christi dar. Oben ist das bronzene Bild der Kaiserin dargestellt. Das Werk rührt her vom Bildhauer Professor Hildebrand in Florenz und ist eine Stiftung hiesiger Bürger.

Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Nachbarstaaten. Der Geh. Baurat Siewert, Mitglied der Eisenbahndirektion in Frankfurt a. M., erhielt das Ritterkreuz 1. Klasse des hessischen Verdienstordens Philipps des Großmütigen. In Frankfurt a. M. geriet am Abend des 18. d. M. auf dem Güterbahnhof ein 20 Jahre alter Rangierer aus Dortelweil zwischen die Puffer eines Nangierzuges und war sofort tot.

* Berlin,19. Juni. Einen Mordversuch verübte gestern in spater Abendstunde der Hausdiener Wilhelm -Lchmoll. Er gab auf zwei Kaufleute mehrere Schüsse ab, die den einen, Brieger, am Kops verletzten. Ter Tater ist sesi- genommen. Anscheinend liegt ein Racheakt vor.

* Essen (Ruhr-, 19. Juni. Auf dem Schacht Katharina" wurden drei Bergleute verschüttet. Sie waren sofort tot.

* Unwetter. Wie ans Schierke im Harz berichtet ivirb, vernichtete ein entsetzlicher Orkan gegen 400 Morgen Hoch­wald in bei Richtung Oberschierle-Broclen. Menschenleben sind anscheinend nicht zu Schaden gekommen. Auf dem enne - Lager in Westf. wurde während eines Gewitters ein Fessel­ballon des Luftschifserbataillons in einer Höhe von 450 Metern vom Blitz getroffen, explodierte und verbrannte. Zwei Unter­offiziere und ein Mann, die den Ballon bedient hatten, wurden schwer verletzt. Belgische Blatter berichten über große Verheerungen, welche das Gewitter vom vorigen Freitag ange­richtet hat In verschiedenen Gegenden ist die Ernte vollständig vernichtet. Es jiclen iageltörner im Gewichte von 100 bis 200 Gramm. Das Gewitter dauerte v.er Stunden. An verschie­denen Orten wurden Personen durch Blitzschlag getötet und viele Häuser eingeäschert.

* lieber die Dampfer-Katastrophe in Newyork wird noch gemeldet: Die Untersuchung hat ergeben, daß der Dampfer sich in vollständig unbrauchbarem Zustande befand. Die meisten Rettungsgürtel waren seit 30 Jahren nicht mehr gefüllt worden. Die vorhandene Feuerspritze war nach Aussage der Bemannung niemals geprüft worden. Die Pumpen waren so schlecht, daß, als sie in Gebrauch gesetzt werden sollte, platzten. Die Rettungsboote konnten nicht heruntergelassen werden, da sie mit Eisendrähten befestigt waren. Der Kapitän des Dampfers ist noch immer verhaftet. Die Begräbnisse am 18. d. M. waren überwältigend durch ihre feierliche Stille, fast kein Laut war hörbar trotz der Riesenmenge. Alle Fenster waren verhängt, nur manchmal verriet ein Lichtschein das Trauerhaus. Wenn ein Schrei anzeigt, daß wieder eine Leiche erkannt ist, geht ein Zittern durch die Massen. Viele Trauernde sind wie geläljmt und können die Leichen nicht erkennen. Ein Vater warf sein ganzes Vermögen, Geld und Wertpapiere in den Saig seiner Kinder. Er rief schluchzend, nun brauche er nichts mehr; ein anderer beging Selbstmord. Aehnliche Fälle sind häuftg, doch im allgemeinen herrscht eine dumpfe Resig­nation. Die Bergung der Opfer geht langsam von Hatten. Die Radkästen sind noch voll Leichen. Das Hilfskomitee erhielt inner­halb einer Stmide 10 000 Dollar. .Das Feuer brach an der 86. Straße aus. Unbekannt ist, warum der Kapitän drei Meilen weiter fuhr, vorbei an acht guten Land­ungsstellen. Er hat Lösch versuche anscheinend gar nicht gemacht, wenigstens zeigt dasWrack", daß das Wasser nickst angedreht ist. Trotz des Unglückes passierten überfüllte Dampfer mit Ausslüglcrn die Unfallstelle mit Musik. Selbst vorsichtige Blätter schätzen den Gesamtverlust an Men­schen auf 911. Die Zeugenaussagen ergeben, daß das Schiffs- personal sich beim Ausbruch des Feuers schle unig ft in Sicherheit brachte. Ein Maat beschuldigt besonders den ersten Maschinisten Conkling, Frauen und Kinder beiseite ge­worfen zu haben, weil er auf ein Schleppboot springen wollte. Tie Beamten sagen aus, eine Frau habe während der Katastrophe einem Kinde das Leben geschentt; sie schlug es in ein Tuch und sprang dann mit dem Kinde ins Wasser. Die deutschen Vereine arrangieren eine große Trauerdemonstration. Kaiser Wil­helm hat, wie erst jetzt, vom 18. d. SDL aus Newyork datiert, ofsizws bekannt gegeben wird, an den deutschen Botscyaftcr Speck v. Sternburg ein Telegramm gerichtet, in welchem er seiner tiefen Ergriffen heit über das schreckliche Unglück Auf­druck gibt, welches die lutherische Gemeinde betroffen hat, und den Botschafter beauftragt, der Gemeinde seine innigste IciP nähme auszusprechen. Ter Botschafter hat dem Pastor pcüs diese kaiserliche Kundgebung zugleich mit dem Ausdrucke seines eigenen Beileids übermittelt.

ZpielplM der oerrmigteu Frankfurter tztadttheater. Opernhaus.

Dienstag den 21. Juni*):Boccaccio." Mittwoch den 22. Juni:Martha" oderDer Markt zu Richmond." Donners­tag den 23. Ium:Ter Barbier von Sevilla." Freitag den 24. Juni, abends halb 7 Uhr:Zar und Zimmermann." Samstag den 25. Juni:Tie Afrikanerin." Sonntag den 26. Ium: Boccaccio." Montag den 27. Juni, abeiids halb 8 Uhr:Tas Glöckchen des Ereiniten." Dienstag den 28. Juni:Tannhäuser" undDer Sängerkrieg auf Wartburg."

Schauspielhaus.

Dienstag den 21. Juni*):Der blinde Passagier." Mittwoch den 22. Juni:Krieg im Frieden." Donnerstag den 23. Juni: Zyklus klassischer Dramen:Nathan der Weise." Freitag den 24. Juni: Zyklus klass. Dramen:Julius Cäsar." Samstag den 25. Juni:Champerays Leiden." Sonntag den 26. Juni: Zyklus klass. Dramen.Wilhelm TeU." Montag den 27. Ium: Zyklus klassischer Dramen:Minna von Barnhelmri

*) Anfang, ivenn nicht anders bemerft, abends nm 7 Uhr. _

Arbeiterbewegung.

Nizza, 18. Juni. Die Angestellten der Straßenbahn sind heute wegen der Entlassung von vier Kameraden in den Aus­stand getreten. Aus der Place Massena sanden Schlägereien mit der Polizei statt. Bier Berhastungeu ivurden vorgenommen, die Ordnung ist wieder hergestellt.

T r i e ft, 19. Juni. Nachdem die Verhandlungen der Genohen» schäft der Bau- und Maurermeister nut den Arbeitern erfolglos geblieben waren, beschlossen die Arbeiter gestern Abend in einer sehr zahlreich besuchten Versammlung den allgemeinen Maurer' st r e i k. __

handeln Hausfrauen, die sieh anstatt der allein echten

sKaffee-Essenz

Pfeiffer & DHler \ yy Nachahmungen in die Hand drücken lassen.

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fall und Schuppenbildung Obermeyers Herba Seite verwenden die alle diese liebel beseitigt und sicher einen Nachwuchs erzeug. St. 50 Pf. u. 1 All. z. h. l. all. Apoth., Drvg. u. Parsnu ülto

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Die Kämpfe bei gegenüber der kuhi Wladiwostok-Geschw« mura hat sich zwm des Admirals Skryt finden können und habhaft zu werden lemrtn Operation- ru, fischen Schi das tussische Gesch entronnen sein. Bi letcht ein Teil bei der Höhe von Mo wlmura hinlänglick wohl starker Rebel auch noch nicht sich m Wladiwostok ein.

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