Siktm Fulda— Lauterbach—Alsfeld —Mücke uni) umge lehrt Ä _
b yerNsprechverbältnifse: Den Wünsche« derIntcr essenten entsprechend bat die Handelskammer eine VIu$» dehuung M FernspreNmetzeS verschiedener Orte ihre- Be- zirkes sonne bie Verbesserung bestehender Fern sprecht) erbt ndn na en m Vorschlag gebracht.
c) Dem Kaiser!. Patentamt in Berlin wurde ein Gutachten über die Freizeicheneigenschast eine- Warles cri'tfltiit.
d) In mehreren Fällen waren AuSkünjte über Firmen zu erteilen und Erkundigungen bei 5konsulaten im Auslande ein-ujiehen.
e) ^aä>dem das Großh. Ministerium de- Innern die Erhebung der Handels kammerbeiträge durch die Bezirkskassen genehmigt hat, sendet im Gegensaa -u den sruh.ren Jahren die Erhebung der Beiträge nurnochdurch die jeweiligen Bezirkskassen statt.
2. Entwurf einer Mab* undGewichtSordnung
Bon dem Großh. Miniiterium des Innern ist die Handelskammer aujgejordert tvorben, sich zu dem Entwürfe einer Maß» ui<» GewiaKsordnung gutachtlich zu äuumi. Der Eiumurs stehl u. o. vor:
o) Dee Ausdehnung der Eickwflicht auf Bier- und Obstnxin- süsser, btc allerdings jetzt auch schon m den meisten Fällen geeicht wurden:
b) Einführung einer obligatorischen Nacheichung in ein* oder mehrlährigen Ztvischcn räumen;
d Berstaarlichung des Eichwcsens:
d) Freizügigkeit der Mähe und rpcwichte innerhalb deS ganzen &utld£n Reiches.
Die Hammer erkannte die Vorzüge an, die der Entwurf gegenüber dem seitherigen Zunande cnt.,ült, beschloß aber daraus binzuunrken, dah die Eichämter nid>t nur in der bisherigen Iaht erbauen, sondern angesichts der Erweiterung der Eich- Pflicht, auch in Vcinercn Orten eingerichtet werden. Bezüglich der ElLpsticht der Bierfässer beschloß die Kammer, den Wünjchen der Brauereien ihres Bezirkes entsprechend, die Angabe der Zehnrel-Ltter bei Fässern über 50 Liter Inhall bei der Eichung wegfallen zu lassen. Endlich erklärte sich die Kammer für eine möglichst niedrige Bemessung der Eichgebühren, insbesondere für kleinere Bierfäßer.
3. Einheitliche Regelung der Sonntagsruhe in Landelsgewerbe.
Bon dem H»roßh. Krcisamt zu Büdingen ist die einheitliche Akegelling der Sonntagsruhe für bic benachbarten Kreise als im Imeresse sämtlicher BeteUigtcn liegend angeregt worden Lor- geschlagen wurde die Zulassung der Ausübung des Gewerbe- berneds in den offenen Verkaufsstellen an den gewöhnlichen Sonn- und Festtagen von 7 llhr vorm. bis 2 Uhr nachm., abzüglich der für den Bor- und NaännittagSgottcSdienst frei* zuhält enden d«i Stunden, wobei jedoch für das Nahrungsmittelgewerbe eine Zusatzstunde am Nachmittage eingelegt werden sollte.
Die vondelskammer beschloß, sich in einem Gutachten an das Großh. Kreisamt Gießen gegen den Vorschlag des Großh. Areisantts zu Bübingen auszuiprechen, da von Tetailgeschästcn verschiedener Orte des Kreises Gießen und des Handelskammer- bezirkks schwerwiegende Bedenken gegen die einheitliche Festsetzung der Sonntagsruhe geltend gentadx worden sind. Tic ein- beitlid* Regelung für b:e Provinz Lberhessen kann für die One m der Nähe der preußischen Grenze, wozu besonders die Stadl Gießen gehört, nicht die erhofften Vorteile haben, da in den preußischen Städten der Nachbarschaft dann doch wieder andere Verkaufszeiten bestehen. .Eine einheitliche Regelung der Sonntagsruhe kann nur für das ganze Reich in Betracht kommen, doch wird man auch hier auf großen Widerstand bei den Inter- efienten stoßen, wie schon eine Umfrage des Perbandes der süb-
und sildwcstdeutsckxrn Detaillistenvereine in Fr. ksurt a. M. ergeben Init, da die Verhältnisse in vielen Orten durchaus verschieden sind und demgemäß auch eine verschiedenartige Behandlung erfolgen muß.
4. Mangel an Kupfermünzen.
Der Deutsche Handelslag batte der Kammer von einem Schreiben der vandelskamincr zu Stuttgart Kenntnis genebelt, ui dem von einem Mangel an Kupfermünzen in dem Bezirk jener Kammer berichtet und vorgesu,lagen wird, eine größere Menge dieser Münzen zu prägen und auSzugeben.
Die Kammer befchloß, dem Deutschen Dand^lstage mitzuteilen, daß nach ihren Erkundigungen im diesigen Bezirke sich bis jetzt kein Mangel an Kupscrgeto bemerkbar gemacht hat.
5. Eklegentlich der Berichterstattung für den Jahresbericht der Handelskammer sind von mehreren Firmen der Handelskammer Klagen über ungünstige Vcrlchrsverhältnisse usw. zu- geganaen, die zum Teil schon ihre Erledigung gefunden haben, zum Teil noch ivcüer verfolgt werden sollen. Die Kammer befchloß iits besondere
a) für eine Verbesserung der Vostdeförderung von Ehringshausen iOberhef'sen) nach Gii u und
b) jur die £>cbung der obcrlMiqd^n Basaltindustrie, namentlich durch Gcnmhrung billiger AuSnahmetarife u. a., ein» zutreten.
6. Eingänge.
a) Deutsaur L aifdelStag, Anträge von Mitgliedern zum 93 er- einszollgesetz vom 1. Juli 1869.
b) Handelskammer TrcSd^n, Eniju-eidung deS Königl. Ober- vcnvaltungsgerichtS über die Landwerksmäßigkeit eines Bange schuf ts und über die LplioiiSbcreclst.gung deS in das L»aub.lsrcgister eingetragenen Inhabers b.c.Cj Baugcfck-ästS
c) Bon zuverlässiger Seite sind der Handelskammer Mitteilungen zugegangen über das Inkasso von Forderungen in ben Niederlanden, den Handel mit land Wirts ä)aftlic1)en Maschinen und Geräten in Rußland, die WirtschaftSverbält* Nisse im Süden Rußlands, den Bau einer elektrischen Straßenbahn und einer Stahlbrücke in Shanghai, bas Tabakmonopol in Japan, die Einfuhr von Glas« flaschcn und Trinkgläsern nach Australasien, den Absatz von Tomvarcn nach Australien, den amerikanischen T a d a k t r u st und ben Tabakinarkt in Birginien , Winke für die Ausfuhr von Zellswsf und Pavier nach den Vereinigten Staaten von Amerika, über die nach Südainenka entsandte mexilamfjx vandelskonimission, ben direkten Bezug von Alpakanwlle aus Arequipa ^Peru), btc Bevorzugung russischer Gummischuhe in Ehlle, btc Verpackung der für 6 bi le bestimmten optischen Instrumente, die nord- amcr.Liniiüx Konkurrenz bei der Einfuhr landwirtschaftlicher Geräte in Chile, über Chile als Absatzgebiet für Maschinen, Instrumente, Werkzeuge und Apparate, über Drogen und Chemikalien auf dem chilenischen Markte, Aber Argentinien alS Absatzgebiet landwirtsckraftlichtr Maschinen und Geräte.
Die Eingänge können während der üblichen Geschäftszeit im Bureau der Handelskammer eingeschen werden.
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Das ZiahikSlkü vcs tKuttkmpler-Hrvcns unO v,r 2. Pcullchc Abfluunttutag.
l Fortsetzung.)
„DaS nächste praktische Ziel der Abstinenz-Bewegung" nannte sich der Vortrag von $x. jur. foermanp M. Popert, Landrichter in Hamburg Der Alkohol führt, niedrig gercdmct, jährlich enoa 180000 Deutsche vor ben Strafrichter. coroeit cs sich ermitteln läßt, wirkt babei bas Bier gefährlicher alS der Branntwein, der Wein
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schlimmer al - daS Bier: Sicher ist das wenigstens für die Berbreclfen gegen die Person. Die DurEnnttszahl diefer Verbrechen für Gesamt-Deutfchland, auf die Jahre 1882 bid 18.13 hereclmet, ist 163 auf 100000 Strafmünbige. 3m 0^)110^0- zentrum Brom berg beträgt biese Zahl schon 317, im Blerzen t r u m München I 5 6, im Weinzentrum Pirm a- sens (Rlieiiipfalz) 604. Die Verarmung unseres ßanZhO durch ben Alkohol ist sehr erheblich .Der Alkohol hat bas Hamburgisclre Armeububget allein im Jahre 1901 um rund 1 Million Mark Wie Idie Volksgesundheit unter Pein Alkohol
leit, ihre persönliche Minderwertigkeit einigermaßen zu verdecken, zwingt der großen Masse ihren Willen auf Sie erreicht das tnii der Waffe des Spottes, dem typisclien Karnvnverkzeug der gemeinen Naturen. Diese Waffe wird so wirksam infolge des ungeheuren Mangel- an Zivilkourage. Derselbe deutsche Mann, des,en körperlicher Mut im Felde gegen drei ükgner nicht versagt, duckt sich nur allzu oft entsetzt vor dem Spottworte des erbärmlichsten Gesellen. Darum also handelt e- sich: Die M a ch t d i e J er geistigen Plebs, die den Trinkzwana erhält, muß in allen Stänbcn gebrochen werben. Den „Mäßigen" fehlt die Zkrast. fcaite unterwerfen sich bte Mäßigen in ihren Taten alle noch grundfätzlich der Öerrsclmft des spottenden Plebejers und solange bekämpfen fte nicht den Trinf^ivang, sondern stützen ihn. Den Kampf gegen die Träger des TnnkzwangeS führt feit ihrer Ge- burtSsrunbe offen, rüctsichtslos und mit Erfolg die Abstinenz. Einmal in der Defensive: An jedem einzelnen Abstinenten, der bei irgend einem gescllsümftlichen Zusammensein sich einfinbei, beißt sich her spottende Plepeier die Zähne auS, wie der Lund an einem ötürf Erlen. .— Dann auch in der Offensive: Der Abstinent wirkt
belastet. Wie die Volksgesundheit unter pem Alkohol leibet, zeigen folgende Zahlen: 60 Prozenl der Idioten stammen von tntnrfüdUigen Eltern ab, 62 Prozent der Epileptiker, 46 Prozent der Verbrcä-er, 60 Prozent bei P r o st i - tuierten, .66 Prozent der Trinker. Ist bic b kann teste Eriche in ung des unmaLig ji Alk h Igen. sses das Delirium tr mens, so sind die häuflgilen Begleiterscl-einungen des AlkoholgenusfeS, ben man im täglichen Leben „mäßig" nennt, diese: Nierenentzündung und Rierenschrumpfuna, Bier Herz und Myokarditis, L e b e r k r a n k h e i t e n und Wassersuckst, Adernver- r a 11 u n g , Fettsucht, Gicht, Harngries und Diabetes. Unter 5700 X!eid)cn, die Bollinger in Münü-en seziert hat, konstatierte er 4 3 Prozent Todesfälle durch Bier Herz. Es ilt eine feststehende Tatsact-e, daß die Xlebcndcmxirtung der Abstinenten um 22 bis 26 Prozent besser ist als diejenige der ganz
Mäßigen.
Setzt man bic mittlere Sterblichkeit gleich 100, so beträgt die Sterblichkeit der Brauer 245, die Sterblichkeit der Wirte unb der Branntwein Händler 275. die Sterblichkeit der Gast Haus be dien steten (Kellner usw.) sogar 397. In dem Bierland Bayern erreichen die Oerzfehler in der Armee mcln als die doppelte Zahl deS gleichen Leidens im preußiMn Leere. In ganz 'Deutsciäanb aber wird darüber g.klagt, dag bei vielen Stuoenten die scluvercn gesundhelllichcn Folgen der akademischen Trinksllten (insbesondere Bierhcrz, Fettsucht und Magonerweitcrung) so unmittelbar auftreten, bau ilyre Webr- fäbigfiit beben diu) geschwächt, wo nicht gar vernichtet wird. '21 n- gciichtS biefer Gefahr ist bet Wert des iät)rlid)cn deutschen AlkoholverbraucheS nunmehr auf 3300 Millionen Mark gestiegen. Also auf mehr als bad breifache unserer jährliä-en Ausgaben für Leer unb Flotte zusammen. Duc lle bes deutschen A lkotz olismuS ist vielmehr der beutsche Trinkzwang. Er muß gebrochen werben. Die Träge rdes TrinkzwangeS sind die „geborenen Plebejer"" jeden Standes. Dieselbe Leute, die unseren sittlichen Fortschritt auf allen Gebieten hemmen. Tieft kleine unb geringwertige Minderheit, die in der allgemeinen Alkoholversumpfung gerade den Zu- Itanb erblickt, ber ihrer Natur entspricht und die einzige Mögllck>-
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