Ausgabe 
19.7.1904 Erstes Blatt
 
Einzelbild herunterladen

uHdyftg Ein imb baSfeDbc Schiss kann nicht das eine HRal aW frntbe!«frf>iff, bas andere Mal als Kriegsschiff figu­rieren Mit bcr Krieg-flagge batte bet ^Smolensk" bie Dardanellen nicht passieren dürfen. Mo in jedem Falle tft von russischer Seite eine Täuschung über b e n Charakter de - Schiffe- verübt worben. Tie v^off. Ätg.N nimmt mitmatzgedenben Kreisen" an, baß bet Kapuän bes ^Smolensk" enttmder im Uevereifer seine Jnftrukttorren überschritten ober sie falsch verstauben bat, und baß die russische Regierung selbst von der Maßregel ebenso überrascht war wie die mrsrige. Ta- ist eine sehr wohlwollende Auffassung, die russische Regierung für pein­lich berührt von demMißverständnis" zu halten. Wäre da- die russische Regierung, so hätte sie unverzüglich und womöglich noch vor dem deutschen Protest au- eigener Ini­tiative Aufklärung und event. Ofenugtunng zusagen müssen. Aber bisher ist nicht einmal eine Antwort erfolgt aus das telegraphische Ersuchen der deutschen R ick-postvcrwaltting, für die umgehende Herausgabe und Weiterbeförderung der Brieffach? und Kisten Sorge zu tragen. In Petersburg nimmt man Beschwerden des Auslandes gewohnheitsmäßig nicht tragisch: mau glaubt der Würde de- Zarenreich- etwas au vergeben, auf Reklamationen Zu^ um Zug zu antworten. Ein Gegenstück, ein wahrhaft klassisches, hat ja der Kö­nigsberger Geheimbundprozeß, dieser an merk­würdigen Üeberraschungen reiche Prozeß, geliefert: russi­sche Gerichtsbehörden nahmen von den An­fragen deutscher Gerichtsbehörden^ in einer Saache. die doch hauptsächlich auf russische Strafanträge begründet ist, überhaupt keine Notiz. TaS kann Unhöflichkeit, kann aber auch Nachlässigkeit sein: immerhin ist es eine Lehre, in Zukunft minder eilig Kränk­ungen des Zaren durch deutsche Staatsbürger zu ahnden, gn dem Fall der Postb.'schlagnabme aber muß Deutsch­landmit dem Kürassier stiefel" auftreten, e- muß von Rußland unnachsichtig Genugtuung und Schadloshalt­ung verlang em

Nach Petersburger Meldungen brachten der deutsche und der englische Botschafter gesondert ihre Beschwerden gegen die llebergriffc der russischen Frei­willigen flotte vor. Die Blätter warnen Rußland vor Re» preffalien. da England mit der Weigerung, den ruffifcficn Kriegsschiffen das Kohlenfassen zu gestatten, antworten Tratte.

Weitere Beschlagnahmungen.

London. 18. Juli Der Kapitän bes brtifcfvn Damvfer- .Saüxna" meldet via Aden, daß brr russische Kreuzer ..Petersburg"' ihm am 15. 5)uli 20 Meilen von Je del- Zukur auf Heber See die Schifisvaviere untersucht und das Sckiff als Prise erklärte. Der britische Kapi­tän protestierte und nnirdr darauf an Bord derPetersburg" genommen und erst nach vierstündigem Aufenthalt und nachdem er die amtliche Berückeruna abgegeben bette, daß dieWaipara" keine Waffen und Munition an Bord führe, entlassen.

Tokio, 18. Juli. Reuter.) Ein japanischer Tor­pedobootszerstörer beschlagnahmte ein? Dschunke, welche die Post von Port Arthur nach Tschifu brngen sollte. Briefe, die sich aus veeres- und Marineangelegenheiten von Port Arthur bcrogen, wurden einbehalten- die Briefe, die sich nickt mit militärischen Angelegenb-ism beschäftigten, mrrben nach Petersburg aufgegeben mit dem Ersuchen, sie den Adressaten zu übermitteln.

London, 18. Juli. Nack hier vorliegenden Meldungen freust ein großer javanischer Kreuzer in der Malaka- st r a ß e, um die im Roten Meere befindlichen russischen Kreuzer, die große Lohlenladungen mit sich führen, a b- i u f a n g e il ,

London, 18. Juli. Die Peninsular and Oriental Line erklärt es für unrichtig, baß ihr von den Russen im Roten Meer beschlagnahmter Dampser ^Mafacca" Dassen und Munition rürJapan an Bord hatte. Der Damv'er sei ein Schiff, das mit dem Anlaufen von Zwischenhäfen einen regel­mäßigen Dienst mit Reisenden und Labung von London nach China und Japan mache. Er befördere, wie alle Dampfer der Linie, <5üter b:r englischen Regierung und habe auch auf seiner diesmaligen Reue einen "solchen nach Hangkong bestimmten Regierungstransvort an Bord.

Alis £xhiDi und Land.

Gießen, den 19. Juli 1904.

** Gießen vor 130 Jahren. Wie es in unserer Stadt vor 130 Iabren aussah, zeigt eine Schilderung, bie der Rationalist Bahrdt in seiner Lebensbeschreibung von Gießen entwirft. Er schreibt:

^Gießen ist ein kleines Städtchen, in welchem man kein Tutzend recht schöner und moderner bdii{er findet. Auf den Gasten ist Schmutz. Tie Misthaufen hegen vor den Häusern. Keine Straße ist gerade. Tie Vaste finb fast überall hoher als die Hauser, daher die Stadt m ihren Wällen rein ver­gaben liegt und der Mangel einer freien Zirkulation der Luft viel Gestank und ungesunde Dünste verursacht. So schlecht übrigens der Crt ist, so viel Vorzüge besitzt er für feine Bewohner. Ter erste Vorzug besteht in der Wohlfeilheit. Ich bezahlte das Pfund Kalbfleisch mit zwei bis dritthalb Krruzern mck trank einen genießbaren Rheinwein für drei bis vier Batzens

Was wurde wohl heute der würdige Dahrdt von unserer Stadt sagen? Würde er sie im Verhältnis zu den übrigen deutschen Städten wesentlich sauberer sinden? Und würde er heute wohl noch den »Vorzug der Wohlfeilheit- Gießen nach- rühmen können? Heute kostet ein Pfund Kalbfleisch ca. 70 Pfg. und ohne Knochen sogar 1.60 Mk. Einen Liter Wein schlürft man heute zum Preise von 1.40 Mk. Ein Batzen entspricht etwa liy, Pfg. Reichswährung und man rechnete ihn zu 4 Kreuzer.

- Von der Landesuniversität. Dem Rewyorker Augenarzt Dr. I. H. Knapp bis 1868 Professor an der Universität Heidelberg wurde zur fünfzigsten Wiederkehr seiner Promotion bei der hiesigen medizinischen Fakultät daS Diplom erneuert. Der Jubilar, auf einer Europareise begriffen, hat es am 16. ds. hier selbst entgegen nehmen können.

~ 25jähriges Dienstjubiläum feierte gestern der Schuhmann Lang von hier.

- Große militärische Hebungen fanden oer- ff offene Woche in den Kreisen Gießen und Friedberg, sowie nördlich der Linie Hanan-Offenbach-Frankfurt-Hächst statt. LS handelte sich um Vorposten-. Patrouillen und Ausi flärnngsfelddienst zwischen den vom UebungSplatz Senne bei Paderborn heimkehrenden Husaren Nr. 13 Mainz und Ulanen Nr. 6 Hanau einerseits und den Infanterie-Regimentern Nr. 116 Gießen, Nr. 168 Butzbach-Offenbach, Nr. 80 Hom- btrrg, Nr. 89 Frankfurt imb Nr. 166 Hanau andererseits. Am Sonntag waren die beiden Kavallerie-Regimenter nördlich der Smir G«eßen-Gr. Duseck-Grünberg einquartiert. Montag frui) fiel o<m 117em die Aufgabe zu, sämtliche Drücken der mäo Wcejeck zwischen Wetzlar und Gr. Buseck zu jperren

und ver Kavallerie den Uebergang zu verwehren. Mittwoch und Donnerstag manövrierte das 1. und 2. Bat 116 bei KirchgünS gegen die Kavallerie. Friedberg und Umgegend hatte an diesem Tage die Hanauer Ulanen im Cuarticr. Akn Donnerstag und Freitag fanden Gefechtsübungen mit den BOern bei Niedenvüllftadt und Rodheim statt; die 81er hatten zwischen Vilbel und BonameS die Brücken über die Nidda besetzt. Die 116er verwehrten den Ulanen bei Heldenbergen- Windecken den Uebergang über die Nidder. SamStag waren sämtliche Truppen in den Garnisonen eingetroffen. Die Hebungen waren durch die Hitze recht anstrengend.

* Biehhändlcrversammlung. Gestern nbcnb nach 8 Uhr fanden sich im großen Saale deS Caf6 Leib ca. 150 Viehhändler ein, um, wie angckündigt war, die Miß­stände zu besprechen, die z. Zt. ihr O^ewerbe bedrohten. Der Vorsitzende deS Oberhessisch«m ViehhändlervereinS, Lorch, hielt t'in Referat, worin eS sich in erster Li ue inn die be­kannte Polizeiverordnung, betr. daS AuSmelken der Kühe vor dem Auftrieb auf den Markt handelte. Wesentlich neue Momente mürben nicht ins Feld geführt: man führte wieder an, daß diese Verordnung den Mehhandcl schwer schädige imb daß man sich fest zusammenschließen müsse, um die Aufl)ebung der Verfügung zu erwirken. Der Vorsitzende deS nritteldeuffchen Viehhändlervereins, G u t e n ft c i n - Bockenheim, empfahl ein gutes Verhältnis zu den Vcteri- närärzten, die von den Behörden bet gesetzlichen Anord­nungen in erster Linie gefragt würden Herr Lorch de- merkte darauf, hier hätten sich diese Herren voUständig unzugänglich gezeigt, und da der Kreisveterinärarzt Dr. Schmidt der Ansicht gewesen sei, die Kühe seien auch in auSgemolkenem Zustande in ihrer Qualität zu erkennen, so spreche er diesem Herrn hiermit jede Sachkenntnis ab. Er schlage vor, die Händler möchten eine R e s o lu t i o n fassen, den Gießener Viehmarkt tlicht eher wieder mit Vieh zu befahren und zti Einkäufen zu be­suchen, bis die Härte der Polizeibestimmung wieder beseitigt fei Herr Gu tenstein machte den Vorschlag, dabei eine Konventionalstrafe von 100 Mark im Falle der Nichtbcsolgung deö Beschlusses anzu­drohen. Nachdem Herr Lorsch eine Strafe von 25 Mk. als genügend empfohlen hatte, wurde die Resolution mit dem Zusatz Gutenstein (100 Mk. Strafe) angenommen und der

- v t e m b e r als btt i hnet, Don wo ob

eventuell der hiesige Markt nicht mehr befahren werden soll. Bei her Abstimmung hatte sich eine Mehrheit für >icfen Beschluß von den Sitzen erhoben, die indessen, als Listen zum Unterzeichnen cirkulieren sollten, größtenteils Lokal verließ Man gab bei der Beschlußfassung der Erwartung Ausdruck, die Veröffentlichung der Resolution iverbe bie Behörbe veranlassen, bis zum 1. September in her Angelegenheit einzulenken, umsomehr, da so viel kräftige Steuerzahler dabei geschlossen zusammen standen. Zum Schluß erNSrte Herr Lorch, er müsse die Worte, womit er anfangs der Versammlung die anwesenden Ehrenmänner zu einigem Handeln aufgefordert habe, leider zurücknehmen, denn eS habe sich erwiesen, daß die meiftnt der anfangs Anwesenden unehrenhaft gebandelt hakten, indem sie vor­zeitig, ohne den Schluß der Versammlung abzuwarten, btn Saal verlassen hätten. Da heute Viehmarkt ist, wirb die gestrige Versammlung noch mancherlei Nachklänge haben.

Die abnorme Hitze bat glücklich ihr Ende erreicht. Man kann wieder aus 24 Stunden aufatmen. Die Dlutwolke von SamStag und Sonntag, die der verschmachtenden Stadt alles Leben nahm, ist von einem Gewitter vertrieben worden, daS südöstlich von unserer Stadt in der Nacht von Sonntag auf Montag niederging.

Gelandet wurde gestern in der Lahn die Leiche des im Freibad ertrunkenen Spenglergchilsen Karl Zeitzmann au8 Straßburg.

Folgender niedlicher Schulwitz trug sich, rote man uns mitteilt, dieser Tage in einer Abc-Klaffe zu. Karlchen zum Lehrer: »Ach, woS iS mirS so beiß'. Lehrer: ,Ja, mir istS auch mann'. Wilhelm, ein kleiner Streber: .Herr Lehrer, ich blieb da biß 7 Uhr'. Karlchen ängstlich zum Lehrer: .Gelle du net'.

(!) Lütze llinden, 18. Juli. Gestern sand hier daS VerbandSsest deS Kriegerverbandes.Hütten berg' statt. Um l/f2 Uhr beroegte sich ein stattlicher Festzug durch daS sonst so ruhige Dors. Arn Zuge nahmen 18 Vereine teil, darunter der Gardeveretn Gießen. Landwirt Schmidt hielt die BegrüßungS- und Festrede. Der Turn­verein trug durch turnerische Aufführungen zur Verschönerung beS Feste- bei.

1. Reiskirchen, 18. Juli. Gestern ging dem Sohne deS Handelsmanns Stiefel von hier, als er zwei Frauen von BerSrod nach Hause gefahren hatte, auf dem Heimweg daS Pferd durch. Der junge Mann fiel vom Wagen und verletzte sich am Hinterkopfe; der rasch hinzugezogcne Arzt stellte eine Gehirnerschütterung fest.

5 Friedberg, 18. Juli. Die Fleischbeschauer deS Kreises Friedberg hielten gestern in den .Drei Schwertern' eine Versammlung zur Gründung eines KreiSvereinS ab. KreiSamtmann v. Bechtold und Tierarzt Mörler-Butzbach nahmen an der Versammlung teil. Der KreiSverein wurde gegründet, und etwa 60 Fleischbeschauer traten ihm bei. Der Jahresbeitrag beträgt 5 Mk.

n. Nidda, 18. Juli. Ein heute nacht vornberziehendeS Gewitter brachte nur kurzen Regen, den die Sonne bereits wieder aufgesogen hat. Um der Waffemot vorzubeugen, sind, da unsere Leitungen auch die Bahn versorgen, die städtischen Brunnen gründlich gereinigt worden, um im Falle der Not wenigstens das Wasser zum Reinigen und für daS Vieh zu liefern. In den Schulen ist nachmittags konstant ^hitzfrei'.

+ Ilbenstadt, 17. Juli. Heute früh wurde hier die Leiche deS feit vorigen Dienstag vermißten Weichenstellers P. NilgeS aus Bockenheim aus der Nidda, ein wenig ober­halb des Wehretz, getan bet Ob ein HngluckSfall ober Selbstmord oorliegt, läßt sich nicht mit Bestimnrthcit sagen.

R. 8. Darmstadt, 18. Juli. Auf Einladung Sr. K. Hoheit des Großherzogs war gestern und heute der Gesamtvorstanb deS neuen Verbandes von Kunstfreunden in den Ländern am Rhein zur Beratung beisammen. Die Herren besichtigten natürlich auch die Kunst­ausstellung auf der Künstlerkolonie; sie sollen sich über bic bargebotenen Leistungen sehr anerkennenb ausgesprochen haben. Inzwischen beginnen auch bereits bie Vorbereitungen für bie geplante Darmstäbier allgemeine Kunstausstellung nn Jahre 1906. Wie wir hören, ist Pros. Olbrich bereits mit bem Entwurf einer großen Ausstellungshalle von ca. 1200 Quadratmeter Flächeninhalt beschäftigt.

h. Mainz, 18. Juli. Während gestern in der Gegend! von Bingen ein starker Regen nicberging, leidet daS übrige Nheingebiet noch immer unter der furchtbaren Hitze. Der reiche Bestand der Felder und der üppige Behang der Cbft- bäuine droht, wenn nicht sehr bald reichlicher Regen fällt, zu verdorren. Die Hitze fordert in ganz Rheinhessen ziemlich viele Opfer; in Mainz waren in den letzten 24 Stunden allein 5 Hitzschläge zu verzeichnen.

Frankfurt a. M., 18. Juli. Die für die RevifionS- instanz nach Leipzig geschickten Strafakten in der Sache Groß und Stafsorst sind gestern wieder nach Frankfurt an bic Staatsanwaltschaft zurückgckommcn. Den Angeklagten Groß unb Stafforst wirb nunmehr ber Beschluß be6 Reichsgerichts durch einen Beamten in Preungesheim direkt zugestellt, sodaß sie erst in diesem Augenblick Kenntnis von der Venverfung der Revision erhalten. Es fragt sich, welche Schlitte die Angeklagten nunmehr tun werben, ob sie ein Wieberaufnahme- verfahren bei Gericht beantragen ober von sich auS ein Gnadengesuch an den Kaiser richten werben. Der sehr umfangreiche Bericht ber Staatsanwaltschaft an ben Justizminister geht, falls er nicht durch bie eben ermähnten Schritte ber Angeklagten irgenbwic verzögert wirb, in zehn bis vierzehn Tagen ab. In biefem Bericht hat sich bic Staatsanwaltschaft gutachtlich zur BegnabigunqSsragc zu äußern. Nach der Stimmung ber maßgebenben Kreise ist nicht zu zweifeln, baß bie Begnabigung nicht befürwortet wirb. DaS Ministerium, dem neben bem Bericht auch bic Strafakten zugeben, prüft eingehenb bie Sachlage, um bann bem Kaiser Bericht zu erstatten, in besten Hanb liegt, ob er eine Begnadigung eintreten lasten will ober nicht. Die ganze Affäre biivfte sich noch bis zum September hinziehen, ehe sie zur definitiven Erledigung gelangen wirb. (Kl. Pr.) sl Marburg, 18. Juli. Ter ehemalige Unter« Offizier des 116. Regiments in Gießen unb jetzige Stellenanwärter Gustav Amberg von hier sprang gestern in voller Kleidung in die Lahn unb rettete einen jungen Mann vom Tobe beS Ertrinkens. Im vorigen Jahre ertranken an berfelben Stelle zwei junge Männer, nämlich ein Forstlehrling unb ein Jäger, ber biefen retten wollte.

Kleine Mitte t n n « Soffen unb den

Nachbarstaaten. Die Ehefrau des SchuhmachermeifterS Bulle in Mönchhof bei Eaffcl wurde von ihrem Schwager ermordet unb alsbann ausgehängt, um den Anschein zu erwecken, eS liege Selbstmorb vor. Bei ber Beerdigung wurde daß Verbrechen entdeckt und der Täter verhaftet. In Bingen löste sich daS Gesimse eines Fensters im dritten Stockwerk eines Warenhauses imb fiel auf baS vor dem Schaufenster stehende Publikum. Einer Frau wurde der Schädel zertrümmert. Das übrige Publikum blieb unverletzt.

Vermochtet.

e Düsseldorf, 18. Juli. Drei Brüder Gefchwander» übel beleumdete Personen, ermordeten ihren bejahrten Onkel, indem sie ihm eine Unzahl Mesterstiche versetzten und ben Leib förmlich aufschlitzten.

Halle a. b. S., 18. Juli. Der Gutsbesitzer Straube erschoß in vergangener Nacht im Walde bei EiSleben den Arbeiter Ströfer, ben er für einen Rehbock ansah.

* Freiburg i Br., 18. Juli. Gestern würbe beim nahen MoeSwald ein Raubmord verübt. Der Maschinist Karl Wittwer wurde vom Fahrrad heruntergeschossen. Fahrrad. Uhr unb Gelb wurden gestohlen.

Tübingen, 18. Juli. Der Student Leicht vom akademischen Gesangverein .Arion'-Leipzig stürzte beim StiftungSfestauSflug der akademischen Sängerschaft .Zollern' aus ben Lichtenstein vom Hauss-Felsen 50 Meter lief ab und erlitt schwere Verletzungen.

Paris, 18. Juli. Die Polizei verhaftete in Cher­bourg zwei raffinierte Mädchenhändler an Bord eines für Amerika fahrtbereften Dampfers unb nahm ihnen 200 000 Francs ab. Sie nahm auch bie mitfahrenben Mädchen, darunter eine Deutsche, fest.

Venedig, 18. Juli. Drei Ulmer Kaufleute, Heinzenberger, Moor unb Hentschel, trafen in Verona auf ber Etsch in einem Ruberboote ein unb würben, weil sic Pbotographieapparate hatten, a 18 Spione verhaftet, alsbald aber als harmlos fretgelaffen.

Wien, 18. Juli. In NauderS wird der auf Sommemrlaub befindliche bayer. Zollinspektor Burger vermißt. Er dürfte auf einer Bergpartie verunglückt fein. Ter Hauptmann RudzinSky ist gestern au8 dem Schnellzug GänserndorfWien gestürzt und blieb tot liegen.

Wien, 18. Juli. Gestern abend unmittelbar nach der Vorstellung .Venedig in Wien' wurde die Soubrette Gabriele Modi, die schon während der Aufführung ber Operette .An ber schönen, blauen Donau' Spuren von Er­schöpfung infolge ber furchtbaren heißen Temperatur zeigte, vom Hitzschlag getroffen unb mußte nach ihrer Wohnung gebracht werden.

Prinz Arenberg verlangt Satisfaktion! Im Auftrage des Prinzen Arenberg, der sich burch einen Kolonialroman .Tropenkoller' bclcibigt fühlt, fragte Graf Dohna auf Schloß Hartenstein bei Goslar ben Wiener Schriftsteller Wenden, ob er bereit fei, einem Vertreter Aren- bergs Satisfaktion zu geben und feine Zeugen nt neunen. Wenden hat abgelehnt.

* -^uer. In Waldmünchen bet Regensburg äscherte ein Nroßseuer 23 Scheunen und das Mrgerliospital cut; ein Teil der Insassen des Hospitals wnrde binaus- getragen, die übrigen befanden sich in der Kirche Art bem westpreußifckien Orte Granseedorf sind iwei Kuten ntedergebrannt. Ein Kind kam hierbei in den Flam­men um. Fünf Personen erlitten schi«-rr Aerlepnngeu und mußten in das Krankenhaus nach Marienwerder ae- bracht werden. - In M orcSnct (an der bcutirfr belgischen ffironje) wurden 6 Wohnhäuser durch eine Feuersbrunst u-r- stört. - Ein fltof^Mbranb wütete am Sonntag in ben WefHeften Forsten des Prinzen Biron von Enrland. - 3n Sillern (ung. Kvnntat Trrmtsin' entstand in der inneren Stobt Feuer, dem mehrere Webihtbe zum Opfer fielen. Der Braild griff foba.m auf die äußere Stadt über wo zahlreiche.Hauser cingeäschert mürben. Im ungarischen ®orfe Torn e brannten 36 Häuser mit Nebengebäuden nteber. Zwei K-räum und bie Schule wurden i ingeüsclurt.

In L t s s u h w e il bet Arg st in Ostpreußen »er störte Groü- keuer 10 ©cbduic. Ein kranker Bauer tun um. U