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19.3.1904 Erstes Blatt
 
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18. März 1904.

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Lissabon, 19. März. Als der DampferKönig Albert' vor der Siqnalstation Saqre passierte, sandte Kaiser Wilhelm folgendes Telegramm an den König von Portugal: Indem ich soeben Kap VineenS passiere, sende ich Euer Majestät die ehrfurchtsvollsten Grüße.

Nom, 19. März. Papst Pius X. empfing das Kar­dinals-Kollegium. in dessen Namen Oreglia eine Glück- rn-nnsch-Adresse zum heutigen Namenstage des Papstes verlas. In seiner Antwort protestierte der Papst gegen die Verfolgung der Kongregationen in Frankreich und wies darauf hin, daß die französische Negierung es sogar abgelehnt habe, die Protestb'iefe dreier Kardinale gegen jene Politik anzunehmen. Die gestrige Rede pes Papstes rief hier großes Aufsehen hervor und erinn-rte an die heftigen Reden Pius IX. Ein Empfang Loubets im Vatikan scheint nunmehr ganz ausgeschlossen, denn der Vati­kan zeigt offen, daß er einen Bruch mit Frankreich nicht fürchte.

Nom, 19. März. Gestern war die Kammer der 'Zchaupletz heftiger Tumulte. ?lls der Deputierte Santini sein Bedauern über den Unfall des Herzogs von A o st a ausdrückte, fielen von der Preß-Tribüne einige foule Bemerkungen. Cie gaben den Anlaß zu Lärm­igen en. Ministerpräsident Giolitti erhob sich mit dem bemerken, er werde die Sitzung anfheben, wenn nicht die P reß-Tribüne geräumt würde. Da sich die Journalisten weigerten, wurden sie mit Hilfe von Soldaten aus dem Hause entfernt.

Wien, 19. März. Wie verlautet, soll eine Zusam­menkunft Kaiser Franz Josefs, Kaiser Wil- Helms und des Königs von Rumänien in Abazzia ummiltesbar bevorstehen.

Sofia, 19 März. In der Nähe von Burgas fand zwischen der bulgarischen Grenzwache und türkischen Grenz- vvsten, welche unausgesetzt die bulgarischen Grenzbewohner belästigen, ziemlich heftige Kämpfe statt. Die Türken wurden zurückgeschlagen. Große Beunruhigung ruft die Amknnst mehrerer türkischer Schiffe hervor.

Tarnopol 19. März. Im hiesigen Gefängnis brach unter den Sträflingen eine Revolte aus, die einen gefähr­lichen Charakter annahm. Militär mußte energisch ein­schreiten.

Petersburg, 19. März Hier verbreitete sich Gerücht, unter den Offizieren des Generalstabes sei ein Verräter entdeckt worden, der militärische Ge­heimnisse an die Japaner verkauft habe. Es wurde genannt R'ttmeister Jwkow. Der Regierungsbote" bringt die amtliche Verlautbarung, wonach Jwkow aus dem Jpeere ausgestoßen worden ist. Jwkow hatte die Funktionen eines Stabsoffiziers in besonderer Verwendung bei der Haupt-Intendantur. Ueber sein ferneres Schicksal tft bisher nichts bekannt geworden.

Petersburg, 19. März. Das Wladiwostokge- schwader hat sich nach einer hierher gelangten Meldung unter Anwendung von Dynamit eine Fahrrinne durch das Eis des Hafens gesprengt. Man nimmt an, daß das Geschwader nach der Insel Sachalin gegangen ist. Während der Beschießung Wladiwostoks durch die Japaner befand sich das Geschwader im innern Hafen.

Odessa, 19. März. Wegen regierungsfeindlicher De­monstrationen wurden 2 3 0 Stä deuten der hiesigen Uni­versität relegiert, 1OO verha stet und 70 erhielten Zimmenarrest bei Wasser und Brot.

Newyork, 19. März. Die Möglichkeit einer nord­östlichen Durchfahrt der russischen Ostseeflottc wird von der amerikanischen Preffe lebhaft diskutiert. Der Polarreisende Peari bejaht, General Griili verneint die Durch­führbarkeit einer Fahrt durch das Eismeer.

Newyork, 19. März. General Grant ver­weigerte. auf einem Chicagoer Banket den Toast auf den Präsidenten Roosevelt auszubringen, weil er den Präsidenten nicht kenne. Jeder Offizier, der Reden hält, er­fährt von Washington Zurechtweisungen. Das Mißvergnügen des Militärs über Roosevelts Neutralitäts-Erlaß in Sachen des Krieges ist auch sonst deutlich erkennbar.

L. Tokio, 19. März. Der japanische Konsul in Niutschwang, der hierher zurückgekehrt ist, meldet, daß sich der amerikanische Konsul der japanischen Flüchtlinge an­nimmt, die aus der Mandschurei in Niutschwang eintreffen. Er glaubt, daß sich nur noch wenige Javaner in der Mandschurei befinden. Die Russen üben über die in Niut­schwang aufgegebenen Telegramme scharfe Zensur. In der

Stadt geht das Gerücht, eine japanische Armee werde dort landen. Die ausländischen Einwohner reisen nach Tientsin ab. Die britischen und amerikanischen Kriegsschiffe werden Niutschwang verlaßen, sobald der Liaofluß offen ist, was un­gefähr am 20. d. M. der Fall sein dürfte. Die chinesischen Truppen unter General Ma gehen nach Schanhaikwan.

L. Tokio, 19. März. In immer weiteren Kreisen kommt man hier zu der Ansicht, daß bald gegen die Port Arthur-Flotte ein vernichtender Schlag geführt "werden muß, da sonst zu befürchten ist, daß sie in einem pl"tzstchcn Vorstoß versuchen wird, sich mit dem Wladiwostokgeschwader unfc dem unterwegs befindlichen Ostseegeschwader zu ner* einigen, anstatt sich auf einen offenen Kampf einzulassen/ oder untätig zu bleiben.

Telephonischer Kursbericht»

Frnnktnrt a. M., 19. März.

S'/gD/o ReichRanleihe . . 102 15 3^. <io. ... 89.85

Koneols .... 101.95 31/n <io.....89.95

3/o% TTpflRen ... 100.30 311-2% OborhesR-n . . .. 4% Oesterr. Go'drente . 101 30 4' b % Oesterr. Rilberrente 100 30 496 linear. Goldrnnte . . 99.50 4°/ Italien Rente . . . 101.70 4vt% Portn<rie8-T , . . 59.50 xo/ Portugiesen.....58.60

1 % C. Türken ..... Türkenlose ......125.10

4°/q G riech. Monopol -Anl. 43.00 41/, % äussere Argentiner.

9% Mexikaner .... 26 20 4V«7 Chinesen ... 87,10 Electric. Sei nckert . . . 103.50 Nordd Lloyd . . . . 10510

Kreditaktien . , , , 203.40

Diskonto-Kommandit. . . 185.80 Darmstädter Bank . 136 50 Dresdener Bank .... 149.40 Ber iner Handolsge». . . 154 00 Oesterr. Staatebahn . . . 137.00 Lombard er. .....14 30

Gotthardbahn..... 193 00

Lanrahütte...... 230.25

Bochum.......190.60

Harponer ...... 193.80

Tendenz: still.

als

.Unübertroffen bleibt

Gebote auf die diesjährige

Lohernte

brr Gemeinden Dornholzhausen = 69, Ebersgöns 110, Hiroß-Rechtenbach 105, Hochelheim 30, Hörnsheim 7», Niederkleen 120, Oberkleen 600, Reiskirchen 90, Vollnkirchen 120 und Volpertshausen 90 Zentner sind vacschlossen und mit entsprechender Aufschrift versehen, bis zum 26. d. M., vorrn. 10 Uhr, za welcher Zeit Eröffnung .r'iolgt, hierher einzureichen. Verkaufsbedingungcn, Karte 'er Lage pp. der Schläge können hier eingcsehen werden.

Groß-Rechtenbach, 17. März 1904.

Das Bürgermeister-Amt. 2661

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