Freitag 1V. Februar 1904
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Zweites Blatt
Anzeiger
General-Anzeiger, Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Sietzen
Die Heutige Kummer umfaßt 10 Seiten
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154. Jahrgang
RotattonSdnick und Verlag der Brühl'fchen UniversttätSdruckerei. R. Lange, Dießen.
Redaktion, Expedition ».Druckerei: Schulstr.7.
Tel. Nr. 61. Telegr.-Adr.: Anzeiger Dießen.
Erscheint täglich mit Ausnahme des Sonntags.
Die „Siehener KamilienblStter" werden dem „Anzeiger viermal wöchentlich beigelegt. Der ^lsesfijche Landwirt' erscheint monatlich einmal.
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wesen.
Ministerialrat Weber belenchtet die Gebührenordnung der Tierarzte und deren Stellung auf dem Lande.
Nach kltrzer Panse übernimmt Vizepräsident Rein-
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Max Halbe, aus Frankfurt a. M. Ende gegen M M.
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Ehrung kann E" I I * der Boll« und der Ihen^nkhtjtattflndenjj
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überhanpt.
Abg. Müller-^ Darmstadt äußert sich ausführlich über die Bauordnung, die sich in Darmstadt im allgemeinen gut bewährt habe. Wenn eine Revision derselben erfolge, müßten besonders in hygienischer und brandsicherer Hinsicht schärfere Bestimmungen getroffen werden.
Ministerialrat v. Biegeleben sagt eine sorgfältige Sichtung des reichhaltig vorgetragenen Materials zu. Es werde sich daraus ergeben, inwieweit Veränderungen in der Bauordnung notwendig seien. Man möge aber in den Gemeinden nicht auf die Revision derselben warten, sondern ruhig die etwa erforderliäMN Aenderungen in der Sau» polizeivrdnung oder dem Ortsbaustatut vornehmen. Leichten Herzens könne man eine allgemeine Revision des Gesetzes nicht vollziehen; es müsse dabei mit großer Vorsicht zu Werke gegangen werden.
Nach einigen weiteren Bemerkungen der Abgg. Weidner, Schönberger, Ulrich und Adelung schließt die Debatte und das Haus genehmigt das Kapitel in Einnahme mit 4900 und in Ausgabe mit 243 240 Ml. Ohne Debatte wurden dann noch bewilligt: Allgemeine Fonds und Ber» tretungskosten 116000 Mk., Porto, Telegraphie rc. 91000 Mark i anstatt 84000 im Vorjahre), Hausverwaltung 16165 Mark, Regierungs- und Reichsgesetzblatt 11162 Mk., Zentralbauwesen 187 800 Mk. und Nachtrag für Errichtung eures Gewä^shauses der Wein- und Obstbausch^ule zu Oppenheim
Die weitere Beratung wird darauf auf Freitag 9 Uhr vertagt. ,
parlamentarisches.
Berlin, 18. Febr. In der Bud getrommission des Reichstages brachte bei dem Titel, welcher Mittel für die Wasserleitmigsbanken in Saargemünd, Straßburg, St. Avold, Diedenhosen unh Metz foroect, Abg. Groeber (Zentr.) die Wasserverhältnisse in Metz zur Sprache. Generalmajor v. Gallwitz erklärt, im Stadtkreise Metz sei die Zahl der Typhuserkrankungen bis Ende August 1903 aus 24, im Landkreise Metz auf 118 angewachsen. Die Beunruhigung sei also nimt grundlos gewesen. Schon im Jahre 1895 habe der Generalarzt aus die sanitären Gefahren in Metz und Um» gegend auf Gruird der mangelhaften Wasserverhältnisse hur- gewiesen Die Verschlimmerung der Zustände im Jahre 1903 fei gewissenmahen ein Dropsen gewesen, der de« längst
Aie japaniscsi-russtschen ZZezieyungeu von 1750 öis 1903.
Aus Grund japanischer Quellen dargestellt von Kendso Totsuka (Japan), cand. cam., z. Z. Gießen.
(Original-Artikel deS „Gieß. Anz.")
(Nachdruck verboten.)
Seitdem die russtsü^apanischen Verwicklungen durch die Zeitungen überall bekannt geworden sind, richten sich aller Arrgen nach dem fernen Osten. In Zeitungen und Zeitschriften werden Artikel über die javanische Wehrkraft, über die russiscl^ien Land» und Seestreitlräfte u. a. m. veröffentlicht. So ist eS augenblicklich in Cirropa Mode über Ostasicn zu sck-reweu.
Man glaubt wohl, daß der russisch-japanische Kenfliki trft nach der Vollendung der transsibirischen Eisenbahn entstanden sei. Nein: direkte oder indirekte diplomatische Streitfälle zlvischen diesen beiden Staaten sind seit geraumer Zeit ab und zu aufgetaucht. Um dies zu zeigen, hat der Verfasser gewagt, in einer finden Skizze diese Beziehungen geschichtlich zu verfolgen.
Mitte des 18. Jahrhunderts nisteten sich die Russen heimlich aus der nördlichen Insel Japans — Jesso r- ein, die damalige Regierung trieb sie fort und errichtete aus dieser Jtlscl eine Schutzwache gegen die Russen. Im Jahre 1796 kam eine Anzahl Russen nach ben Kurilen und ließ sich dort nieder, die japanische Regierung befahl dem Feudalherrn Mogami die Vertreibung der Russen über
hart den Vorsitz.
Abg. Fren ay spricht seinen Dank für die regierungseitigen Antworten aus und bespricht dann eingehender das Wesen der Straußwirtschaften, die er im Gegensatz zum Abg. Pennrich irirtyt vermehrt, sondern beschränkt wissen will.
Abg. Penn rich legt nockMals seinen Standpunkt über die Straußwirtfchiasten dar, woraus
Abg. v. Brentano betont, daß er in den vielfach entstandenen Winzervereinen lediglich eine Reaktion argen das in den Kreisen der kleinen Winzer herrschende Elend erblicke. Bezüglich der Straußwirtschaften »veist Redner daraus hin, daß darüber in Hessen ganz andere Bestimmungen beständen, als in Preußen und daß auch hierin Hessen wieder im Nachteil sei. Es werde sich! hier die Einschlagung eines Mitteltveges cmpsehlcn, indem mau die Frist für den Ausschank eigener Gewächse etwas verlängerte.
Ministerialrat Weber kommt auf die Äußerungen des Abg. Orb über die Fabrikkrankenkassen und das Verhältnis der Aerzte zurück.
Ministerialrat Braun verteidigt die Regierung gegen den Vorwurf des Mbg. Pennrich daß dieselbe zu bureau- kratisch verfahre. In Hessen gebe es in der Weinfrage keinen Bureaukraten. Er selber sei ein weinsroher Mann und wie einst in Frankreich König Heinrich jedem Bauer am Sonntag ein Huhn im Topfe, so wünsch^ er jedem Hessen auch seinen Schoppen Wein.
Abg. Schönberger macht noch einige Ausführungen zu der Harrdhabung oes Enteignungsrechts und verlangt, daß den Geineinden in Zukunft nicht mehr das Recht ein» Ämit sei, einfach die Expropriation von Eigentum der ohner zu veranlassen; auch dürsten dem Enteigneten nicht die Kosten des Verfahrens aufgebürdet werden.
Abg. Ulrich bespricht noch einmal das Verhältnis zwischen ben Krankenkassen und den Aer-ten, das in Hessen un ganzen ein gutes sei. Gegen eine Besteuerung deS Bodenzuwachses habe er nichts einzuwenden, es frage sich aber, wie man sie durchführen wolle. Beim Expropria- tionsversahren, dessen Revision überhaupt erwünscht wäre. sollten den Gemeinden die hohen Kosten erspart werden.
Abg. Weidner hebt hervor, daß man bei einer eüetft. Neuregelung des Tierarztverhältnisses nickst so weit gehen und diesen die Privatpraxis verbieten dürfe; das liege nicht im Interesse der Gemeinden. Es empfehle sich auch, die Kosten der Tierärzte bei der Ueberwachung der Vieh- märkte bem Staate aufzuerlegen. Diese Gebühren seien nickst selten höher als das MarkterträgtiiS der Gemeinden
Am Ministertische: Staatsminister Dr. Rothe, Finanzminister Tr. Gnauth, Ministerialräte Brann, Dr. , Eis en Huth, Best und Weber.
In der um 9y4 Uhr eröffneten Sitzung wird die Matsberatung bei Kap. 23, Ministerium fortgesetzt.
Abg. M o l t h a n bespricht die Ausführung des Wein- > gesetzes in Rheinhessen. CS sei dankbar anzuerkennen, daß rie Großh. Regierung in jeder Waise bestrebt Jet, ihre volle Schuldigkeit zu tun. Dagegen sei cs auffällig, daß in der ganzen Moselgegend bisher noch keine einzige Anklage wegen Vergehchrs gegen die neuen Weingeset^ bestimmungen erhoben worden sei. Gr könnte doch nicht annehmen, daß die dortigen Einwohner lauter Emgel seien (Heiterkeit^ Ganz unerhört sei die Ausbeutung, die man mit dem Prozeß gegen den Weinhändlcr Tr. Schlamp in Nierstein getrieben habe. Im Ausland unb besonders in der amerikanischen Presse, aber auch in Deutschland, namentlich in den weiteren Rhein» und Moselbezirken habe man sich nicht gescheut, die rheinhessische Wenrproduktion zu diskreditieren und tn ihren Interessen schwer zu chädigen. Was ihn, Redner, aber hier speziell veranlasse, ras Wort zu nehmen, sei der Umstand, daß in dem Prozeß Vvn Sachverständigen tu amtlicher Stellung Urteile abgegeben wordeu seien, die er als geradezu horrend und ungesetzlich bezeichnen müsse. VtLhrere derselben hätten o eigentümliche Aussagen über das Verfahren des Dr. Schlamp gemacht, daß derselbe geradezu als ein Märtyrer der Konkurrenz erscheinen mußte; es fehlte nur noch daß man für ihn die Verleihung der goldenen. Medaille für Kunst und Wissenschaft in Anregung brachte (Heiterkeit). Redner richtet schließlich an die Regierung die Anfrage, wie sie sich zu diesetn Verhalten des betr. Sachverständigen stelle und welche Schrllte sie zur Verhütung ähnlicher Tinge zu tun gedenkt.
Abg. Korell schließt sich! hinsichtlich der Versicherungsgesellschaften und der Wohnungsfrage ganz den Ausführungen des Abg. Dr. Schmitt an. Weiter wünscht Redner eine gleichmäßige Regelung der Honora ran spräche der Tierärzte und deren Wohnsitz aus dem Lande. Bei der Empfehlung von Viehversicherungsgesellschaften muffe die grüßte Vorsicht beobachtet werden; vielleicht könnte auch die Stellung von üäuttonen zur Sicherung der Mllglieder beitragen. Sehr bellagt werde der große Unterschied der Tierarzthonorare in den verschiedenen Gemeinden. Redner wünscht noch, daß bezüglich verschiedener Mängel in den Bestimmungen des Körwesens Erwägungen ougcftcllt werden. Ter Fortführung der sozialpolitischen Aufgaben schließt er sich an; man dürfe aber bezüglich der lünd- lichen Wohnungen nicht zu scharf Vorgehen.
Abg. Pennrich beklagt, daß den Winzern in Rüern- hessen nicht genug Gelegenheit zum Ausschank ihrer Weine gegeben sei. Man solle den Strauß wirt schäften neckt so viele Schwierigkeiten bereiten und ihnen namentliche bezüglich der Ausschanksfrist mehr Freiheit gewähren.
Ministerialrat Braun geht zunächst tu längeren Ausführungen aus die Anregungen des Abg. Frenay in Behug aus das neue Wohnungsgesetz ein. In vielen Gemeinden werde dieser Frage leider noch viel zu wenig Aufmerksamkeit zugewendet; es weroe den Gemeindevorftänden schärfer vorgehalten werden müssen, daß sie verpflichtet seien, für die Schaffung entsprechender Wohngelegenheiten Sorge au tragen. Tie Großh. Regierung werde ev. die Gemeinde an diese Pflicht erinnern. Als erfreulich könne er mitteilen, daß in Mainz bereits Verhandlungen mit dem Reichs- siskus eingeleitet worden seien, um ev. die nötigen Terrains für die Anlage von mustergiltigen Arbeiterwohn- ungen unb Musterhäusern zu gewinnen und er könne jetzt mitteilen, baß auch Se. Kgl. Hoheit der Großherzog bie Errichtung solcher Musterwobnungen mit größtem Interesse verfolgt und für diesen Zweck bereits em größeres, gut gelegenes Gelände zur Verfügung stellen will. (Bravo!, Bezüglich des jetzt vielfach angeregten Gedankens, der immer mehr überhand nehmenden Bvdenspekulatron durch eine entsprechende Zuwachssteuer entgegenzutreten, bie vielleicht im Anschluß an das demnächst vorzulegende Gesetz über die Gemeindeumlagenreform bestimmt werden könnte, müsse man doch reast vorsichtig an eine Küfnng eintreten. Mit Bezug aus die Anfrage des Abg. Molthan in Betreff des jüngsten, vielbesprochenen Weinpanschf-Pro- zesfes könne er erwidern, daß ähnliche Klagen über die , urteile der Sachverständigen im Mainzer Prozeß auch an das Reichsamt des Innern nach Berlin gelangt seten. Mau habe dort Gelegenheit genommen, den Mainzer Ober» . staatsanwalt um nähere Auskunft zu ersuchen und dieser . habe erklärt, daß die Gerichte zwar vielfache auf die Gut- ackten der Sachverständigen angewiesen seien, das Matn- zer Landgericht aber feit Mlteheu des neuen Wem» gesetzes sich keineswegs auf diese Gutachten uno bie । von den Chemikern ausgestellten Aiialysen allein ge- , stützt habe. Tas Gericht lege aber nicht mehr auf bie Sachverständigen - Urteile bau alleinigen Wert, , sondern ziehe auch bie anderen Umstände und Beobachit-
die Insel Urup hinaus.
Im Jabre 1811 landeten die Russen wieder auf den 1 Kurilen-Inseln und kämpften mit der dortigen Besatzung. Sie nahmen 4 Mann gefangen, aber nach mehreren Schlachten schickten sie die Gesanaeiien zurück und verließen die Inseln. Im Jahre 1816 schickte Rußland, nach! dem vergeblichen Versuch eines russischen Botschafters im Jahre 1810, einen Gesandten nach Japan, der ein Schretz Leii vorlegte, wonach die bis jetzt getroffenen Gewaltmaßregeln i'icht von der rnfftfchen Regierung anSgingen, sondern erst durch die Barbarei jenes Jnselvolkes ver- ursackck seien. Er bat um die Erlaubnis, daß künftig die russischen Schiffe tn Japan Proviant und ftisches Wasser einnehmen könnten. Die japanische Regierung gab der Botschaft die Waffen, die bei den Schlachten den Russen weggenommen worden waren, zurück und behandelte sie sehr aufmerksam. Seitdem fand keine Verwicklung statt. Im Jahre 1860 hat Japan mit Rußland, wie mit den anderen europäischen Staaten und mit den Vereinigten Staaten dLordamerikas, einen provisorischen Handelsvertrag abgeschlossen (Vertrag von Kanagawa).
Tie Insel Sachalin gehörte eigentlich in ihrem nörb- Uchen Teil Rußland und in ihrem südlichen Tell Japan, tatsächlich waren aber im Innern die Einwohner vermischt. Tie Grenze des Besitztums beider Staaten aus der Insel Sachalin war sehr unbestimmt. In den Jahren 1869 bis 1873 wurden wiederholt betreffend der Grenzfestsetzung Unterhandlungen vorgenommen. Es fand aber keine Vereinbarung statt. IM Mai 1875 wurde abermals zwisckM dem russischen Minister des Aeußern Gortschakow und dem japanischen Gesandten Eno moto die Sache verhandell. Japan gab dann Sachalin an Rußland und erhielt dafür die ganze KurUen-Jnselkette, deren größter Dell Rußland gehört hatte.
TaS Kaiserreich Korea leidet schon feit vielen Jckhren unter den beständigen inneren Wrren. Ihre Ursache liegt wesentlich in dem Kampf zwischen der kulturfreundlichen oder europäischen und der antieuropäischen Partei unter den hohen Würdenträgern und Staatsmännern. Ta Japan mit der Zeit fein ganzes Land nach dem Muster der europäischen Einrichtungen verbesserte und die koreanische Regierung ab und zu veranlaßte, das Land der abendländischen Kultur zu öffnen, so kam naturgemäß die kultur- freundliche Partei Japan entgegen, während ihre Gegner aus feiten Chinas standen. Im Jahre 1882 griffen koreanische Soldaten unter Leitung der fultirrfetnt)- licken Partei die japanische Gesandtschaft an. Der Gesandte floh nach Chemnlpo und kehrte von da au einem englischen Dampfer nach seiner Heimat zurück. Ber diesem Aufstand wurden 7 japanische Offiziere, die als Instrukteure in Korea angestellt waren, ermordet. Die japanische Regierung schickte einen Botschafter nach Korea, und nach langen llnterHandlungen sollte Korea als Schadenersatz 500 000 Yen in fünfjähriger Ratenzahlung an Japan entrichten; Japan hat davon nur 100 000 Yen genommen, und den Rest wegen der ungünstigen Finanzlage von Korea chm zurückgegeben (1884). Gelegentlich jener Wirren hatte die chinesische Regierung, die immer Korea als ihren Vasallenstaat betrachtete, ein Geschtvader mit Truppen dorthin geschickt, um die Residenz usw. zu bewachen. Ein chinesisches Kriegsschiff nahm den Hauptführer des Ausstandes nach China mit, um zu verhindern, daß die andere Partei ihn umgriffe. Durch diese Maßnahmen ist der chinesische Einfluß tn Korea ganz erheblich gestiegen. Am 4. Tezember desselben Jahres grrs die jap an freundliche Partei wieder die Gegenpartei an und ermordete 6 Minister; infolgedessen entstanden in ganz Söul die heftigsten Dumulte, an denen auch chinesische Soldaten teilnahmen. Vrele Japaner wurden getötet, das japanische Legationsgebäude verbrannt. Die Sachlage war fo gefährlich, daß der Gesandte wieder nad), Chemulpo flüchten mußte. Nach der Wiederherstellung der Ordnung in Söul wurde die Sache diplomattsch> geregelt (Februar 1885). , ,
Ta chinesische Soldaten diesen Aufstand mllgenracht unb die japanische Bevölkerung mißhandelt hatten, so mußte die japanische Regierung gegen China diplomatisch vorgehen. Damals, wie noch heute, war Japan der Ansicht, daß die Integrität von Korea streng aufrecht erhalten werden muffe, um den japanischen Einfluß auf dem Kon-
ungen voll in Betracht. Die Auswahl der Sachverständigen ei nicht Cachie der Regierung, sondern der StaatSanwalt- ckaft unb der Streit der Sachverständigen Über „analysen- efte Weine" sei bekannt. Im übrigen werde bie Regierung auch in Zukunft beu hessischen Weinbau schützen und unterstützen, auch auf die Konkurrenz der Moselweine ihre Aufmerksamkeit lenken. Die Reaieniug habe aber auch die Erfahrung gemacht, daß sich der Weinbau in Hessen in den letzten Jahren stets vermehrte, die Anbauflächen immer großer giluorbni sind. Man müsse silch doch fragen, ob hier nicht vielleickK des Guten etwaö viel geschehe. 06: es endlich an gezeigt sei, den Straußwirtschasteu noch weitere F-reiheiten einznraunren, bleibe sehr dahingestellt. Der Weinausschank in den Stranßwirtschaften habe ganA bedeutend zugenommen, unb aus den Berichten der Kreisämter gehe hervor, daß eine Vermehrung derselben nicht erwünscht fein könne. Jedenfalls wolle man in dieser Frage vorerst keine Blenderung eintreten lassem
Abg. Orb bespricht noch einmal das Krankenkassen-
I er ein.
den 23. Februar.
Ihrung
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tinent zu behaupten, und als Mittel zu diesem Zweck hielt feine Regierung es für nötig, daß weder von japanischer nochi von chinesischer Seite Soldaten oder Offiziere in Korea blieben. Zu dieser Beratung wurde Marquis Ito nach China geschickt, um mit Li Hung Tschang in Tientsin zu verhandeln (Vertrag von Tientsin 1885). Die wichtigsten Punkte dieses Verttages sind: 1. Um den zukünftigen Zusammenstoß zwischen den Soldaten beider Länder zu verhüten, müssen die beiden Staaten ihre Soldaten und Offiziere von Korea zurückrusen. 2. Weder für bie militärische Instruktion noch für andere Zwecke dürfen die beiden Staaten Soldaten und Offiziere nach Korea schicken. 8. Falls es notwendig sein sollte, Truppen nach Korea zu senden, so verpflichten sich die beiden Staaten, dazu miteinander zuerft Mllteilung zu machen. Sie dürfen sie nicht länger bleiben lassen, als es unbedingt nötig ift
Schluß folgt
Kesstjchcr Landtag.
Darmstadt, 18. Febr.
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