Bauern', wie Örcrf STanft sagte, wir wollen setzt vor allem bedacht ein. Warum haben b:c .Herren nickt an die Bauern gedacht, als ic__gerade im Kreise des Grafen Kanitz — die Bauern legten, um
ich einen Grundbesitz w schaffend Sie haben früher immer gesagt, ie wollten der Reoiernng den Rücken stärken. Wenn mir lemand ;a§ sagte, würde ick es als eine persönliche Beleidigung auffasse,'. Ick habe einen starken Würfen. (Heiterkeit.) Ich glaube, das werden Sie wohl schon gemerkt haben. ((Erneute Heiterkeit^ Eine Re- gierung, die neck einen Funken Verantwortungsgefühl besitzt, kann nickt die bestehenden Verträge kündigen, ehe sic neue Verträge in der Tasche hat. Das wird nun, wenn cs den Negierungen nitot: ge* lingt, Verträge auf Grundlage der MindcstZölle abzusckucßen. Andere Verträge aber wollen Sic nicht genehmiaen, wir würden alw dann in die Politik des Fortwurstelns hineingeraten. Dieses Forri wurlteln wäre uns allerdings immer noch lieber, als eine Aera der Zollkriege. Ihre Politik werden wir bekämvfen, so lange noch em Atemzug in uns ist. Mit Frankreich kann man Deutschland nickt vergleichen. Deutschland hat einen so starken Bevölkerungszuwackv — von 900 000 Seelen im Jahr —, daß es gute Handelsbeziehungen mit dem Auslande unterhalten mutz, daß es für emc ^aori« kation von Massenartikeln zur Ausfuhr und für die Moglick- keit dieser Ausfuhr selber sorgen mutz, um Arbeitsgelegenycil >m Lande zu schaffen. Ihr- Politik fördert nur die Auswanderung Erst seit den Handelsverträgen har die Auswanderung abgenommen. Auch die Landwirtschaft hat ein wewntlickes Interesse an einem großen Außenhandel Deutschlands, denn nur so findet fte ,m Fn- lande zahlungsfähige Abnehmer. (Beifall links.)
Abg Graf Schwerin Vocroth (kons.): Die Antwort des Staats' .ekretärs hat mich wegen ihres absoluten Mangels an positivem In halt bitter enttäuscht. Rußland liegt gar nichts an der Hohe der Zollsätze, es würde uns ganz gern auch einen Zoll von 7% zugestehen, wenn wir nickt seinen Konkurrenzlandern die -ucei ' begünstigunq etnräumcn. Sehr zu bedauern ist die -Lchwerfalligten mit der d,c Vertragsoerhandlungen bisher geführt find', ^.iefe folllc dock den Regierungen die Frage nahelegen, ob ihre bisherige -~-cn u wirklich die richtige aerrelcn ,st. Nach der bisherigen Behandlung der Dinge mutz es dem Auslande ,o vorkommen, als ob Wir ew größeres Imc^esse an dem Zustandekommen neuer Vertrage habe.r als das Ausland selbst.Die weiteren Bemerkungen des Redners bleiben unverständlich.
Abg. Kämpf sfreis. Vp.s: So verständlich der Wunsch der Graf Kanitz ,'md Genossen ist, so begreiflich ist es, daß die Regierung es ablchnt, eine so ungeheure Verantwortung auf sich zu laden und das Brot und FIcisck durch Jnkrafttretenlafsen der hohm Satze des neuen Tariks fo in5 Ungeheuerliche zu verteuern. Auch die Landwirtschaft würde schlecht dabei fahren, wenn wir schlechte Handelsbenehungen zum Auslande bekommen. Denn nur eine kaufkräftige industrielle Bevölkerung vermag die Landw'rtsckaft am Leben iu'erhalten. Die Ervortindustrie muß unter allen Umstan< den auf ihrer Höhe gehalten werden. Es gibt nur eine Alternative: entweder wir exportieren Waren oder wir exportieren
Mensckenl Die Geschickte der englischen Kornzölle scheint sviwloS .in uns vorübergegangen zu fein. iRus: Chamberlain!) Genau ''iefetben Reden hören wir setzt hier, wie sie seiner Zeit ui England gehalten wurden. Und dock hat England seine Blüte erst nach Aufhebung der Kornzölle erlangt'. Daß unsere Handelsvertragsverhandlungen bis jetzt zu nichts geführt haben, ist kein Wunder: hat man sie dock mit Drohungen begonnen! In dieser Art erledigt man nicht Geschäfte im großen Still
Staatssekretär Graf Posadowsky: Der Verlauf der Bc- svrechung dieser Interpellation hat mich wieder davon überzeugt, wie bedenklich es ist, während des Ganges internationaler Verhandlungen solche Fragen zu erörtern. Wenn hier erklärt wird, unser neuer Zolltarif könne nickt in Kraft treten, io kann da? die Stellung der deutschen Regierung in ihrer Verhandlung nicht stärken. (Zu- irimmuna rechts.) Abgesehen davon ist cs überhaupt ein Irrtum, in einem derartigen autonomen Zolltarife ein ungeeignetes Instrument für den Abschluß von Handelsverträgen zu sehen. Wenn daS Der Fall '.st, so dürfte das ja auch für eine ganze Reihe von anderen Ländern gelten. Die Schwei- bat z. B. in ihren autonomen Tarifen ■»um Teil noch viel höhere Sätze als wir und sie will doch auch Handelsverträge abschließen. Ja, meine Herren, wenn die Staaten so edel wären, wie eS manche Mitglieder dieses hohen Hauses sind, dann würden wir mit den Veriräaen längst fertig fein. Duck in anderen Staaten halt man die Politik für richtig, sick nicht sofort gaui auSaugeben, sondern nach und nach auf dem Wege des Komvro- misfes zu einer Einigung zu gelangen. Daß wir zu einer solchen (Einigung kommen, das hoffe ick und glaube ich, vor allem dann, wenn Sie alles tun, um die Stellung der Regierungen stärken. Herr Graf Schwerin hat eine gewisse Ungeduld darüber geäußert, daß man noch so gar nichts über den Stand der Verhandlungen erfahre. Ja, was würdet' Sie von einem Vertreter beS Deutschen Reiches halten, wenn er während der Verhandlungen hier irgend welche sachlichen Mitteilungen über dieselben machte. Dann würden wir doch das Vertrauen aller anderen Regierungen verlieren. Wir verlaßen uns ,a auch auf diese, daß sie dritten Regierungen gegenüber keinerlei Mitteilungen machen. Herr Graf Schwerin hat schon jetzt eine Aenderung de? Zolltarifs angeregt. Ick glaube, die Herren, die von einer solchen sprechen, macken sick wohl die Situation nickt ganz klar. Der alte Zolltarif dotiert vom Jahre 1880: nur ganz wenige Aenderungen sind im Laufe der ganzen Bismarckschen Wirtschafts Politik an ihm gemacht worden. Der neue Zolltarif datiert von der Nackt vom 13. zum 14. Dezember 1902. Nachdem er kaum vor einem Jahre verabschiedet, kann dock unmöglich setzt schon die Rede davon sein, daß man Aenderungen an ihm vornimmt. Sie wissen, unter welchen Schwierigkeiten der Tarif zu stände kam. Wir könnten unmöglich einen bestimmten Termin angeben, wann er n Kraft tritt. Der natürliche Ablauf der Periode war der 31. Dezember 1903. Heute schreiben wir den 18. Januar 1904. HnS deshalb schon eine mora, eine Verzögerung vorzuwerfen, baS geht doch nicht gut an. Mit der Schnelligkeit ist cs dabei nickt gemacht Hier handelt es sick um die Zähigkeit. Ick muß aber den Vorwur' zurückweisen, daß wir in dieser Beziehung auch mir das Geringste
versäumt haben. Wenn Sic dem Lande und Ihren Wählern einen Dienst erweisen wollen, so bnburch, daß Sic ihnen klar macken, vaß es bei einem so schwierigen Werk, sick nicht um Tage, Wochen ober Monate handeln kann. (Beifall.)
Abg. Dr. Pansche knat.-lib.s: Die Stellung bet Regierungen ist ganz wesentlich erschwert worben aber nicht durch die Ausführungen von der rechten, jonbern von der linken Seite bes Hauses. (Lhol links.) Sie haben dadurch bic Schwierigkeit der Verhandlungen vergrößert (Lachen links), indem Sic fortwährend unseren neuen Zolltarif ang rissen und sagten, daß auf feiner Basis Handelsverträge unmöglich seien. Wir wollen zum Sckuhe der heimischen Arbeit, ber Industrie und Landwirtschaft höhere Zöllc haben, -nb um diese zu erreichen, muß man alles tun, um die Position der Regierung zu stärken. Meine Freunde haben einmütig für die Erhöhung bet Zöllc gestimmt, und wir stehen auch heute noch auf dem früheren Standpunkte. Wir wollen, daß diese Zölle die Grundlagen für die neuen Hanbelsvertragsverhandlungen bilden. Wir wollen der bedrängten Landwirtschaft zu Hilfe kommen. Die Stimmen, die für die Sozialdemokraten abgegeben find, bilden dock noch nicht die Mehrheit. Tie Mehrheitspartcicn, die für den Zolltarif gestimmt haben, sind fast ungeschwäckl in den neuen Reickstag triebet eingezogen Also baS Volk Hal sich keineswegs von ber Schutzzollpolitik abgewandt. Meine Freunde wünschen aber eine Kontinuität ber Handelsverträge und halten es nickt für zweckmäßig, die alten zu kündigen, ehe wir die neuen haben. Die Interpellation hätte von dem Staatssekretär dahin beantwortet werden sollen, daß falls es nicht gelingt, halb zu günstigen neuen Handelsverträgen zu gelangen, man dann die Kündigung in Erwägung nehmen würde, um schneller zum Ziele zu gelangen.
Abg. Dr. Wolff (Wirtsch. Vergg.) ist durch die Antwort des Staatssekretärs nicht zufriedengestellt. Wir warten noch ber Er- 'üllung von Verfprechungeii, die uns seitens der Regierung schon im Jahre 1895 gegeben wurden. Das würbe ber Landwirtschaft den erforderlichen Schlitz gebracht haben; statt besten hat die Regierung nur Fehler auf Fehler gemacht. Die schleunigste .Kündigung ber Hanbelsverträge ist unbebingt nottoenbig.
Abg v. CzarlinSki (Pole) : Man hat sich unlicbfant über ow Vermehrung der polnischen Bevölkerung ausgesprochen. Abg. Graf Kanitz steht jebodb dieser Vermehrung machtlos gegenüber, unb da? tröstet mich. (Stürmische Heiterkeit.) Protestieren muß ich auch gegen die Verquickung der Interessen ber Landwirtschaft mit der Antipolenpolitik. Wenn man eine Politik im Interesse aller treiben will, so muß man gleiches Reckt allen gewähren unb nicht auf der einen S-itc einem alles geben unb auf ber anderen Seite den an* deren niedertreten
Hierauf wirb ein Vertagungsantrag anze- n o m m c n
Nächste Sitzung: Dienstag 1 Uhr. Tages Ordnung'. Nachtraasetat für Südwestafrika unb Interpellation betr. Uebergrtffe russischer Polizeiagenten.
Schluß 6 Uhr.
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Könitz, 18. Jan. Im Sieger Prozeß wegen tätlicher M i ß Handlung des jüdischen S ch r i i 11 e ti e r S Levy mürbe ber Haupt Angeklagte Halm zu et u cm Jahre Gefängnis unter Zubilligung mildernder Umstände oeuirteilt,
gestellt.
Die vorn R c i cri kagssitzung c rw ä st n bc Seebataillone v trofeii-^h'ruvi " "I _ alten Leute des ers
Zum Kel^ro-Auf. ande.
Berlin, 18. Jan.
Zu einer KonferenzimReichsrnarineamt war Ber Inspekteur der Marine-Infanterie und der Ches des Stabes der Nordsee-Station nach Berlin befohlen. Es wurden die Bestimmungen über den Trupv?ntransport nach Südafrika getroffen. Im ganzen werden 500 Wann mobil gemacht. Der Lloyd hat sich verpflichtet, die Reise der „Darmstadt" nach Swakopmund in 18 Tagen zurücklegen zu lassen.
Ein dem Reichstage zugegangener Nachtragsetat für 1903 ermächtigt den Reichskanzler, 14 9 6 0 0 0 Mark im Wege des Kredits flüssig zu machen zur Bestreitung der Verwalttingsausgabon im südwestafrika - nisch en Schutzgebiete. Die Erläutern n gen führen aus: Zur Niederwerfung des Herero-Aufstandes sei eine sofortige Verstärkung ber unvermeidlich. Vor allem sei eine Dickte'ung der Verbindung zwischen Swakopmund und Windhoek, sowie der Schutz der Eisenbalm zwischen den beiden Orten und eine rasche und energische Unterdrückung bes Ausstandes notwendig. Im ganzen Norden des Schu gebiete? feien nur 400 Manu verfügbar, denen ein an Zahl ganz bedeutend überlegener Gegner gegenüb rsteht. Ein Ablosungstronsport^ von Ho Mann sei uarr Snmk pmunb unterwegs, eine weitere Verstärkung von 500 Mann nebst den zugehörigen Chargen soll nach Swr-kovmund enflandt werben, sodaß die gegen bie Hereros verfügbare Truppe auf 1125 Mann gebracht wirb, bie zur bauernden Unterwerfung und Entwafsnitug der Hereros notwendig sind. Die Verstärkung wirb in zwei Transporten, am 30. Januar und 5. Februar vyu .Hamburg abgehen können. In den Kosten von 1496 000 Mk. sind u. a. entfyabcn zum Ankauf von 7.50 Pferden 500 000 Mk , für sechs Maschinenaewebre '?- Nv ckv^rkanonen
nebst Munition 350000 Mk Der Ank-uf ber Pferbe ist notwendig, weil im Schal'gebiet nur b.riricne Truppen mit Erfolg verwendet werden können. Die Entsendung von Revolvcrkauouen unb Masckineng'wehren ist erforber» lieh, weil bie Truppe mit diesen bei den Geländeverhältnissen bes Schutzgebiets außerordentlich brauchbaren Massen bisher mir ungenügend ausgerüstet ist. Im Er- gänzunqsetat zum Etat des südwestafrikanischen Schutzgebietes pro 1904, ber gle- -sck's dem Rü s aac zu ging werden 1325 200 Mk. in die einmaligen Ausgaben ein-
eloung v n bere-ts an gegeben wo
Wortwechsel in eimm
lich beleidigt wurde. .
* Mailand, 18 Jan. Gebern abend drängte ;ich vor dem Ein lange im Skala Theater ein anständig ge- Heibfie- Mann un'er dem R"'e: ..Hoch der Anarchismus nieder mit dem Militarismus"' an einen Kavallerie Leutnant be“<ri und verwnnbeteihn durchmehrereTolchstiche. D<r Attentäwr, der Man- j-phi ('Pi-7-t. nibf a-n. daß er seil'"M Haß dem Militarismus geger •" Ausdruck geben wollte.
* Bloemfontein, 18. Jan. Der niedrig gelegene Teil der S^dt wurde r.cftern infolge Berstens der Wasserleitung überflutet. Trei^.Hotels und viele Häuser wurden zerstört, ^.ie Anzahl ber Toten, ist noch unbekannt. Hunber.c von Personen sinb obdach^ . s.
♦ Berlin, 18. Jan. Ter .. ml. Rundschau" zufolge hat im (v-rnnematb ein Pistolen i n e l l mischen einem Studenten her Philosophie unb einem Reseren- bar ffatta''h*nbpn. Bern zweiten Kugeln ecksl'l wurde letz
~ ' die Schulter ver
sitzen. Doch soll die zu ertoartenbe Vorlage alle Kautelen gegen einen politischen Mißbrauch ber ben Arbeitern neu zu verleihenden Rechte enthalten.
— Dem preuß. Abgeorbnetenhause gingen die beiden Gesetzentwürfe zu betr. Erhöhung der Richter- gehälter^ sowie bett, die Dienstaufsicht an den Amtsgerichten mit über 15 Richtern.
— Im preuß. Herrenhause verlas heute der Präsident bei Eröffnung der Sitzung ein Telegramm des Kaisers, in welchem dieser feine lebhafte Anteilnahme am Hinscheiden des früheren Reichsgerichtspräsibenten v. Oehlschläget bekundet. Tas Andenken der verstorbenen Mita,liebet des Hauses wurde in der üblichen Weise geehrt. Tas Haus trat btmn in die Besprechung ber Interpellation betreffenb Schutz gegen Schädigungen durch die Autorno bilun fälle ein unb vertagte sich hieraus auf unbestimmte Zeit. Tie nächste Sitzung dürste nicht vor Ende Februar stattfinden.
i ' n ’ (c r in ber gestrigen Reichs- M ' 6 i T m a n n g ber beibe n bereits int voften Gange. Die Ma- ff' ganze Matrofen-Detachement. Tie Seebataislrus in Kiel geh n alle
ite" erfahrt ein B*att. daß e;n' Vorlage betreffenb dje Rechtsfähigkeit b cj Berufs vereine noch im Laufe ber ealmwärt g.'n Tagung bem Reichstage zugehen wird. Tie P mdesregierungen, Mischen denen gegenlvärlig noch über die Cinz . eiten ber V'tlage vethanbelt wirb, feien von ber liebet’euer; g butchdtungen tzaß bic Grundsatz'? ber Gercchtigkeit es erfordern, ber Arbeitern bie gleichen Institutionen zu gewähren, wie sie bie Kaufmannschaft und die Handwerker be»
bie Infanteri
-bAn. Bei ben Re
^arlam nfariftficd
Berlin, 18. Jan. Der Reichskanzler tmmitfclbar noch sei. er Rebe ben Rricksta' saal. den Wandelgängen verlautete, war er d' tch bie st afrikanische Jtaae auch noch außerhalb des Hauses in Anspruch genommen — Don „zuständiger
en. ob sich die R kr üen zu
mit, sodaß mir bie Rekm^en zurückbleiben.
gehen bic Mai fielt nach iü lms"' vm, do"t übernimmt Mas-".' v 1 asenavv da? ^'mr-and.ö übet beide
wunder. Veranlassung soll ein
Be liner Waiirant gckr'sen sein, wobei der Kaubidgt tat
Aus und Lund.
Gießen, 19. Januar 1904.
♦* Personalien. S. K. H. ber Großherzvg^ haben ben Lanbrichtet bei dem Landgericht der Drovinz Starkenburg Dr. Fetbinanb Stein zum Landgetickststat bei diesem Gericht, ben Amtsrichter bei bem Amtsgericht Oppenheim Tt. Heinrich Messet unb ben Amtsrichter bei dem Amtsgericht Wald-Michelbach Rudolf Münzet zu Obcramts- tichtetn bei diesen Gerichten ernannt.. — In ben Ruhcstanb würbe versetzt bet Bahnwärter in ber Hess.-Preuß. Eisen- bahngemeinschaft Heinrich Hamel zu Zelb mit Wirkung vorn 1. April 1904 an.
Tarrnstabt, 18 Jmi. Die erste dies ahrtge Schlußprüfung ber ftanbibaten ber evangelischen Theologie hat heute vormittag in ben neuen Amtsräumen bes Oberlrnsiswriums ihren Anfang genommen. Es beteilioten sich baran 12 Examinanben (eine feit Iahten nicht erreichte Zahl), von benen vier aus Starkenburg, sechs aus O b e r h e s s e n unb zwei aus Rheinhessen sinb. (D Ztg.)
Kleine Mitteilungen aus .Hessen und den Nachbarstaaten. In Klein-Linden hat sich ein Detern „Rauch-Klub Böß'-Ktaut" gegründet. — Der in Steinbach im letzten August neu gegründete Radfahrer- Verein zählt jetzt 32 Mitglieder. Sein erstes Mintetver- gnügen^lstilt der Verein demnächst an einem Sonntag. — In G öbelnt od wollte die Fr-^u eines Lmdwitts oben' s ihre Schweine' füttern. Beim .H'nansri-agen des Futters nfiffffil■' sie en-5' nud brnefi sich den Atm.
Verrnischtes.
während ber Mitangeklagte Nachtwächter Vergin freigesprochen wurde.
Zwickau, 16. Jan. Rosa Luxemburg würbe hon ber Strafkammer bes hiesigen Lanbgerichts wegen Bclei- bigung bes beut scheu Kaisers, begangen in einer Kritik ber Breslauer Rebe bes Monarchen zu btei Monaten Gefängnis verurteilt. (Die angenehme Dame Luxemburg ist bekanntlich Rebaciricc bet sozialdemokratischen Lcipz. Volksztg. D R. b. Gieß. Anz>.)
Würzburg, 16. Jan. Am 13. November vorigen Jahres abenbs fand im Tanzsaalc ber Gastwirtschaft zur „Fröhlichkeit" in Aschaffenburg zwischen ben F o t st k a n b i - baten Wilhelm Lorenz vom Korps „Arminia" und Amandus Königsbötser vom Korps „Hubcrtia" eine Säbel mensur statt, bei welcher Königsdorfer außer zwei Bluttgen an der Stirne eine 10 Ctm. lange Wunde an der (Älenseite des techiten Vorderarmes erhielt. Tic Ursache des Zweikampfes war K o r r s ü e l c i d i zu n g, fest- geietzt war eine soaen. lei chic Säbelpartie bis zur Abfuhr. Königsdorfers Vetletzungcn sckimen anfangs einen guten Verlaus zu nehmen, am 21. November stellten )ich plötzlich Starrkrampf -Erscheinungen ein, und am andern Tage starb ber Verletzte am Starrkrampf. Heute stauben der Gegner Lorenz, Forstkanbidat aus Schöllkrippen, zuletzt in Aschaffenburg, wegen Zweikampfes.mit töb- lichem Ausgang vor bem Schwurgericht. Neben ihm saßen ber Gasffwirt Kreß, .sowie die Korpsdicner Boreiter und Traut wegen Beihilfe zum Zweikampf auf der Anklagebank. In ber Verhandlung wird behauptet, baß das Pauklokal sehr uns anber war, sodaß eine Infektion der Wunde am Arme schon in diesem stattsinben tonnte. Tie brei Scichver'ttmdigen sr.gm übereinstimmend dahin aus, daß die Wunde am Arm die Einaanaspfortc für die Infektion wnr, ob der Tetanus-Daz'.llus schon im Dauttako'' oscr crff nachher in bie W^nde kam. "ann nicht mit Sicherheit angegeben werden Das Schwutaeticht verneinte bic Schuh)frage wegen Töttma (siehe oben. D. Red.) nnd verurteilte den Fotßkandidaten Wilhelm Lonenz w"gen Zweikampf zu fünf Monaten Festung. Der Gastwirt Kreß, sowie die Korpsdiener Boreiter und Traut wurden frei gesprochen.
Arbciterbewtgnng.
Krimmitschau, 18. Jan. Turch ein soeben aus gegebenes Flugblatt heben die Streikenden den Streik auf unb empfehlen den Arbeitern, morgen ftül) bedingungslos in die Fabriken zurückzukehren.
Berlin, 18. Jan. Tie gestern stattgehabte Versa mm- ung deutscher Industrieller war mi$ allen Teilen Deutschlands guk besucht. Die Vcriamnilung billigte einstimmig die Haltung der Crimmitschauer A r b e i t q e b e r und erklärte sich zu deren i e r u e r c n U n t c r st ü ß u n g bereit. Vom Zeutraloerl'ande deutscher Juduftrieller wurde mitgeteilt, daß der Geldbedar' für die Crimmitschauer Fabrikanten jetzt schon «ans 'Dl o n atc hinaus gesickert sei. Die Bersammlunn. sprach einstimmig ihr Vertrauen zu der bisherigen Führung aus und besckloß einen allgemeinen deutschen Arbeite gebe r-Verband ins Leben zu niff». Mit der Ausführung dickes Beschlusses wurde ein aus 11 Personen bestehendes Ko.nilee betraut.
Eisenbahn Zeitung.
Berlin, 18 Jan. Tie „Nordd. Allnem. Ztqck erklärt die Zeitungsnachrichten, daß die vreunikche Staatseisenbahuvcrmoltung beabsichtige, aus der strecke Kassel — H a u n o o e r l>eisuche mit einer neuen Gattung von Schnellzugs-Lokomotiven nut durchschnittlich 130 Kilometer Geschwindigkeit am.tt« stellen, für n nbeg r ündet, und erfährt, es lei nur in Aus i i ch t genommen, auf der M i l i t ä r e i f e n b a h n Maricn- selde---Zoksen Veriucke zu macken, inwieweit cs anhängig die Fahrqcscbwindiakeit besonders dafür aebanter Lokomotiven acoen die genenwärtig .uiläh:qe Höchstgeschwindigkeit von 100 Kilometer in der Stunde ohne Gcfährdimg des Betriebes zu erhöhen. Tovon, daß die S t a a t s e i s e ii b a l) n v c r w a 11 u n g bereits Stellung gegenüber der Fraac elektrischer Schnellbahnen gc nommen habe, fei nicht bie Rede.


