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18.11.1904 Erstes Blatt
 
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Erstes Blatt

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Gietzener Anzeiger

General-Anzeiger &

Amts- und Anzeigeblait für den Kreis Gießen

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zeraenleU fron« Beck.

154. Jahrgang

.Gerichktzsaal^ August Goetz, tür den A

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etie«iut teeti» außer SonntagL.

Dem Gießener Anzeiger werden tm Wechsel mit dem Keifischen Landwirt die Gleßcntt ZamUten» llälttr viermal in der Woche betgelegt

Notaitzon«druck u. Ver­lag bei Brühl ichen 1lnweri.-Buch-n. Stein- bowlecet, 9t Lang«» Nedaktton. ®rr*bllh»t und Trttanth

OcholsteaKe t übrefie Mr Deveschenr «uzeiger Gtetze«.

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Beraniwörtlich den voltt und allstem. Teil P TUtitfo, für «Stadt und Land" und

Ale Keniige Kummer umfaßt 10 Selten.

Bekanntmachung.

Unter dem Schweinebestand des Gg. Hch. Grieb VIT. zu Holzheim ist ein Fall von Rotlaufseuche festgestellt worden.

Gehöftsperre ist verhängt.

Gießen, den 17. November 1904.

Großher-v" ' r r ;^»nt Gießen.

I. V!: Hechler.

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Der Krieg.

Port Arthur

Petersburg, 17. Nov. Der Korrespondent derBir- schewjia Wicdomostt" in Mukd-en meldet seinem Blatte unterm 16. Nov.: Ein aus Tientsin hier angekommener Fremder erzählt, die Blokade von Port Arthur sei in letzter Seit viel weniger wir ksam als vorher. Die Schiffe liefen ohne Schwierigkeit von Port Arthur aus und kämen dort an. Das erkläre sich daraus, daß Adtniral Togo einen Teil seiner Flotte nach Japan geschickt hat, wo die Schiffe Reparaturen vornehmen sollten, um dem baltischen Geschwader eutgeaeugehen zu können. Eine Torvedobootsflottille habe Befehl erhalten, nach Einnahme möglichst vieler Kohlen nach einem unbekannten Bestimmungsort abzngehen. Man nehme an. daß ein Teil derselben dem baltischen Geschwader entaeaenfahre. Der Korrespondent des gleichen Blattes in Tschifu meldet unterm 16. November, daß der Komman­dant des dort vor Anker siegenden amerikanischen Kreuzers dem ..Rastoropnv" seinen Schuh angeboten habe. Der Kom­mandant desRastorovny" habe das Anerbieten aber in höflicher Form ab gelehnt.

Petersburg, 17. Nov. Stössel meldet unterm 28. Oktober: Seit dem 25. Oktober beschießen d i e Ja­paner heftig unsere Forts und Befestigungen an der Nord­ostfront. Am 26. Oktober machten sie einen Angriff gegen die Befestiaung und gegen eines der Forts an der Nordost­front. Doch wurden durch unser Schrapnellfeuer ihre Re­serven zersprengt und so der Angriff abgeschla­gen. Auf unserer Seite sind ein Offizier und gegen 7 0 Mann gefallen; acht Offiztier'e und etwa« 400 Mann wurden verwundet. Stössel meldet unterm 30. Oktober: Das Bombardement dauerte nach Absendung des Telegramms vom 28. Oktober mit großer heftiakeit fort.

Petersburg, 17. Nov. In dem Glückwunschtele­gramm anläßlich des Jahrestages der Thronbesteigung am 3. Nov. an den Kaiser erwähnt Stössel, daß die in den Testen neun Tagen von den Japanern unternommenen Sturmangriffe alle zurückgeschlagen worden seien. Stössel drückt ferner seine Freude aus, daß es den Japanern nicht gelungen ist. die Festung am Jahrestag der Thronbesteigung, der gleichzeitig der Geburtstag des Kaisers von Japan ist, ihrem Schwure gemäß zm nehmen.

Tokio, 17. Nov. Die Nachricht von der Vernichtung bes russischen Torpedobootszerstörers in Tschifu wird hier mtt Befriediguna ausgenommen, weil dadurch den Reisen wieder ein Mittel zur Verteidigung von Port Ar­thur g e r a u b t ist. Hier verlautet, daß das aanze russische Geschwader während des Schnellt,rmes einen Ausbruch aus dem Hafen versuchte, ab^r zur Rückkehr gezwungen wurde.

London, 17. Nov. Ein" Shanghaier Drabtuna de^ .Dailv Telegraph" besagt: Die russischen Behörden wollen Kenntnis von einem Komplott ^ur Ermordung Stöss els erlanat haben Acht iapanische Abenteurer sollen sich als Ehi- n-'stu verkleidet nach Port Arthur in einer Dschunke begeben haben. Stöss"l aber, der von ihrem Vorhaben verständigt worden war, traf Maßregeln für d'" w**-hw Verschwörer.

Vom Kriegsschauplatz.

London, 17. Nov. Der Korrespondent des Reuter- scheu Bureaus bei der russischen Westarmee meldet über Mukden von heute: Seit vier Tagen wurde kein Kanonen­schuß und kein Flintenschuß abgegeben. Die Japaner konzentrieren sich vor dem linken Flügel unserer rechten Armee und vor unserem Zentrum, die Russen verstärken ihre Stellungen bedeutend.

Mukden, 17. Nov. (Nuss. Telsgr.-Ag.) Es verlautet: 30 000 Javaner landeten in Niutschwang und 30 000 in Pitsewo. Man erwartet, daß die Japaner die rechte russische Flanke zu umzingeln suchen, um die russische Armee von Tieling a b z u s chu e i d e n. Das Gerücht vom Tode General Kurokis tritt fortgesetzt von neuem aus.

Petersburg, 17. Nov. Kuropatkin meldet unter dem 16. d. M.: 2bm 15. November machten abends die Javaner einen Angriff gegen unsere Stellung beim Dorfe Linchinpu, wurden aber zur ückgesch lagen. Um 11 Uhr abends eröffnete der Feind wieder ein Gewehrfeuer, das gegen N/s Stunden dauerte. Auf unserer Seite wurden vier Mann verwundet. Am 15. November legten sich unsere Freiwilligen vor. Sonnenaufgang in einen Hinterhalt. Von 32 Javanern wurde ein Teil getötet und ein Teil gefangen genommen. Tie Russen mamt-n drei Gefangene.

Japanisches.

Tokio, 17. Nov. (Durch Kabel.) Die allgemeine Stimmung (st w"gen her erneuten Zollverpfändung sehr gedrückt. Tie japanischen .Peilungen beginnen von neuem eine Deutschen- h c r, e Die , Asahi" undMail" behaupten, ein geheimer d e -.i t f rf) * r u f f i f * e r Vertrag bestehe trotz Dementi.

Demonstrationen in Rußland.

Galizische Polenblätter melden aus Warschau: Am Sonn­tag fonii hier ein" polttis 'sozialistische T-einonstration gegen den Kri'g statt. Ti" Polizei wurde mit R e v o l v e r s ch ü s s e n empfangen, wobei mehrere Polizisten getötet wurden. Nach

eingetroffener Verstärkung machte die Polizei von den Feuer­waffen Gebrauch. Von beiden Seiten wurde ohne Unterlaß ge­schossen. . Es entwickelte sich ein regelrechter Straßenkamvs. Kavallerie nötigte schließlich die Demonstranten zum Rückzug. Insgesamt wurden 14 Personen getötet, gegen tausend ver­haftet Auf der Straße floß das Blut förmlich in Strömen,

Die Dogsterbankaffare.

Dem Renterfchen Bureau wird ans Petersburg gemeldet: Erkundigungen sowohl auf der britischen Botschaft als in dem russischen Auswärtigen Amte zeigen, daß der Wortlaut des eng­lisch-russischen Abkommens noch Gegenstand von iln freundschaftlichem Geiste aeföhrten Unterhandlungen ist und daß kein GMN d $it der Befürchtung besteht, daß man nicht zu einer wechselseitig befriedigenden Abmachung gelangen werde. Ter englische Entwurf sei im Prinzip angenom­men Gleichzeitig legt man hier den vvrgeschlagenen ?ll>änder- ungen. des Textes eine beträchtliche Bedeutung bei. Man gibt hier nicht zu, daß die Aenßerung eines Tadels gegen die beteilig­ten russischen Offiziere in Uebeneinstimmung mit dem Geiste der Untersuchung durch die Kommission sei, wie man ihn hier auffaßt In diesem Zusammenhänge mag hervoraehohen werden, daß die von Lord Lansdowne in seiner Guidhallrede gebrauchten Worte hinsichtlich des ..Grades vom Tadel", der die als verantworUich Befundenen treffe, hier in einigen Kreisen als.,Grad der Be­strafung" übertragen wurden Hieraus eraab sich ein Mißver­ständnis und eine große Verstimmung.

Hüll, 17. Nov. Im Verlaufe der vom Handelsamt veran­stalteten Untersuchung über die Vorgänge an der Doggerbank sagte heute der Bootsmann des Fischerbo"tes Gull gleich anderen bisher vernommenen Zeugen aus. daß sich keineiapanischen Fahrzeuge zwischen den Fischerbooten befanden. Der Zeuge hat ein Schiff gesehen, dessen Lichter sämtlich ansqelösckrt waren. Er hielt es zuerst für ein Torpedoboot. Später hätte sich gezeigt, daß es daß M i ss io n s sch i ffAl v ha".war. Ein Tor­pedoboot sei es apnijü nicht oewespn.

Akr Aufstand in Deuisck-Südwestasrika.

General von Trotha

meldet aus Windhuk vom 16. Nov.: Estorfs stieß am Eiseb abwärts mit 150 Gewehren, einem Geschütz und zwei Maschinengewehren vor und gelangte am 11. Nov. bis 45 Kilometer nordöstlich von Epata, wo er gänzlichen Wassermangels wegen umkehren mußte. Mehrere hundert Hereros flohen her seiner Annäherung nach allen Seiten auseinander. Auf der Verfolgung fiel diesseits ein Gefreiter Helm von der 7. Komp. Der Feind verlor 19 Tote und 10 Gewehre. Wilh elmi stieß am 12. und 13. Oktober mit drei Kolonnen aus der Linie Otfodondju-Okunjahi durch das Saudfeld bis zum großen Omuramba vor, wo er gleichfalls kein Wasser antraf. Er traf nur Weiber, Kinder, Greise und einige weggeworfene Gewehre. Die Patrouille Wagner und Boehmer überfiel am 12. Oktober nördlich von Owinaua-Naua nach Westen ziehende Hereros, von denen 12 fielen. Klinger griff am selben Tage eine Hereroschar östlich von Ewave an; diesseits Unteroffizier Graebel verwundet. Aw 11. Oktober hatte der Posten bei Eware ein kleines Gefecht, bei dem sechs Hereros fielen. Am 13. Oktober wurde eine Hereroschar bei Okokadana be­schossen, am 15. Oktober eine solche bei Okombahere durch Klinger, wobei sieben Herero sielen. Der Feind ist an­scheinend bestrebt, mit kleinen Trupps durch unsere Linien durchzuschleichen. Ich suche weiterhin, durch Streifkolonnen und Patrouillen ibn auft-ureiben.

Aus Stadt und Land.

Gießen, 18. sJloocmbcr 1904.

*' Personalien. In den Ruhestand verseht wurde der Weichensteller in der Hess.-Preuß. Eisenbahngemeinschaft Konrad Walter zu Großen-Buseck.

* Zu den jüngstenFeierlichkeitenderLandeZ- universität haben wir nach eingezogenen Informationen zu unserem Bericht vom Samstag npch einige Mitteilungen über das der Kenntnis der Oeffentlichkeit entzogene Festessen sowie Einzelheiten über die Anwesenheit von Ehrengästen hinzuzufügen. Unsere Regierung in Darmstadt war bei dem Feste überaus zahlreich vertreten. Bei dein Festakt in der Aula und bei der Einweihung des Bibliotheksneubaues waren die drei Minister, Staatsminister Exz. Dr. Rothe, Iustizminister Exz. Dr. Dittmar und Finanzminister Exz. Dr. Gnauth, ferner Ministerialrat Weber anwesend; der Feier in der Bibliothek wohnten außerdem bei neben dem dritten Präsident der zweiten Kammer, Reinhardt, folgende Herren von der Bauabteilung im Finanzministerium: der Vorsitzende, Ministerialrat Frhr. v. B i e g e l e b e n, Geh. Ober­baurat Hofmann, der bei dem Einweihungsakt neu er­nannte Geh. Oberbaurat Klingel Höfer und der Groß­herzogliche Bauinspektor Knapp. Die drei Minister verließen mit S. K. Hoh. dem Großherzog um 2 Uhr unsere Stadt, während die übrigen vorgenannten Herren am Festessen im Hotel Großherzog teilnahmen. Bei diesem Festmahl fielen, wie mir hören, viel schöne und zum Teil recht launige Worte. Von den Behörden der Stadt nahmen teil Oberbürgermeister M e e u m, die Beigeordneten C u r s ch Mann und Kommerzien­rat H e y l i g e n st a e d t, ferner der Präsident der Großhcrzog- lichen Handelskammer, Kommerzienrat Koch. Provinzialdirektor Dr. Breidert hatte sich in letzter Stunde wegen Unwohlseins entschuldigt. Zahlreiche Toaste wurden ausgebracht. Der Rektor, Geh. Medizinalrat Prof. Dr. VossiuS, toastete auf S. K. H. den Großherzog, der Exrektor auf die Gäste, speziell die Herren vom Großh. Ministerium; Ministerialrat Weber wid­mete seinen Trinkspruch der Landesuniversität, Ministerialrat Frhr. v. Biegeleben sprach namens der Gäste von den staat­lichen Behörden, Oberbürgermeister Mecum namens der an­wesenden Vertreter der städtischen Behörden. Der Bibliotheks­direktor Geh. Hofrat Prof. Dr. Haupt feierte den Erbauer

des Bibliotheksneubaues, Bauinspektor Becker, dieser weihte sein 6llas seinen Mitarbeitern, insbesondere Geh. Hofrat Prof. Dr. Haupt, dann svrachen Geh. Oberbaurat Hofmann und Kammerprästdeut Reinhardt. Der Geh. Regierungsrat Rödiaer (Marburg) tonstete auf den Aufschwung der Gießener Universitätsbibliothek, während der Rektor noch auf das Wohl des Ministerialrats Weber und des Geh. Oberbaurats Hof­mann ein Hoch ausbrachte. Um 9 Uhr verließen die in elften aus Darmstadt gekommenen Herren das Fest, das für alle Teilnehmer sicher in der angenehmsten Erinnerung bleiben wird.

** Der gestrige Missiousvortrag war sehr stark besucht. Und das mit gutem Grund. Es waren sehr mteresiaute Dinge. Hie uns da Fräulein Steiner in fesselndem freiem Bortr^a schlicht, lebendig und anschaulich aus ihrer Arbeit in Sikandra im nördlichen Indien! erzählte und aus ihren mitgebrachten Schätzen zu zeigen wußte. Fräulein St-einer arbeitet im Dienst des Ber­liner Frauenvereins für christliche Belehr­ung des weiblichen Geschlechts im Morgen­land, der seit 1842 besteht und seit 1886 selbständig Missio­narinnen zum Unterricht der Frauen aussendet. IN Indien beißt diese Mission Zenanamission (Zenana ist der Name der indischen Frauenaemächrr). Sie ist in notwendig, weil kein Mann, auch kein Missionar, diese Frauen- aemächer betreten, eher auch nur mit Frauen sprechen dark. Das ist nicht immer so gewesen. Die Frauen erzählen sich noch mit Seufzen, daß sie, ehe der Islam ins Land kam, sich freier bewegen durften. Aber auch sonst ist die Stell­ung der Frau unglaublich acdrückt. Si^ bat gnr kein Ansehen, darf nicht mit dem Manne, selbst nicht mit den Kindern, essen, sie ist noch nicht einmal würdiä, die Lehren der heiligen Religionsbücher zu hören, wird aber für jedes Unglück im Hause verantwortlich gemacht, und wenn der Mann oder Bräutigam, oft noch im Kindesalter, sttrbt, so ist fie der allgemeinen Verachtung preisgegeben. Irgend einer Bildung hält man sie natürlich weder bedürftig, noch würdig. Dieser Not hat sich nun die Mission erbarmt. Ueberall gehen ihre Botinnen den armen Frauen nach. In Sikandra arbeiten fünf Schwestern des morgenländischen Frauenvereins, drei in einem Waisenhaus, zwei in der Zenanamission. Jeden Morgen ziehen sie aus, um in acht Dörfern der Umgegend die Kinder zum Schulunterricht zn sammeln. Die verheirateten Frauen besuchen sie im weiten Umkreis in zirka 100 Ortschaften, unterrichten sie tn den Zenanas und verkündigen Urnen das Evangelium. Meist werden sie freundlich ausgenommen. Doch manchmal werden! sie auch in harten Worten von der Tür gewiesen. Be­sonders sind die Schwiegermütter, die über die Frauen der sämtlich im elterlichen Hause wohnenden Söhne einj unbarmherzig strenges Regiment üben, ihnen oft feindlich gesinnt. Wirkliche Übertritte zum Christentum kommen selten! vor, da dem die ganze Lage der Frauen entgegensteht. Aber vielen wird das Evangelium ein Licht und ein Stab, aN dem sie sich aufrichteu und sich innerlich über den Druck, der auf ihnen lastet, erheben. Von besonderem Interesse für uns Hessen ist es, daß unser Großherzog, als er vor zwei Jahren in Indien war und Nach Sikandra kam, um dort das berühmte Grabmal des Muhammedanerkönigs Mar zu sehen, auch das Waisenhaus besuchte, sich für alles sehr eingehend interessiert und sein großes Wohlgefallen alt der Arbeit bereugt hat.

* Das Ende der Viehmarktsperre. Nach einet zustande gekommenen Verständigung zwischen Behörden und Viehhändlern haben die letztgenannten beschlossen, den Gießener Viehmarkt wie früher zu besuchen.

"Wieder ein gestohlenes Fahrrad. In einer hiesigen Wirtschaft verkaufte gestern abend ein Arbeiter ein Fahrrad für 25 Mk. Heute vormittag stellte es sich heraus, daß das Rad auS einem Hofe gestohlen worden war. Die Person des Täters ist feftgeftcllt und das Rad wurde be­schlagnahmt.

§ Leihgestern, 17. Nov. Der langjährige Bürger­meister Heß hat aus Gesundheitsrücksichten sein Amt niedergelegt. Voraussichtlich werden drei Kandidaten bei der Neuwahl ausgestellt.

fc. Lang-Göns, 17. Nov. Der Brandstifter und Selbstmörder Luh hat der Gemeinde 10 000 Mk. ver- m a ch t. Die Gemeinde will aber das Geld nicht. Luh stammte aus Großen-Linden und war sehr wohlhabend.

h. Heldenbergen, 18. Nov. (Eigener Drahtbericht.) Eine Volksschullehrerin aus Mainz, die am Tage vor der Mord nacht bei Pfarrer Thöbes zu Besuche weilte, giebt au, sie habe an diesem Tage den Pfarrer tm Wortwechsel mit einem fremden Manne in der Stube gesehen und bei ein* tretender Dunkelheit habe sie vor dem Hause ein Geräusch, Knarren der Türe, gehört, aus das sie auch aufmerksam ge­macht hätte. Aber weder die Lehrerin, noch die Haushälterin des Pfarrers wissen etwas über die Persönlichkeit jenes Mannes, nach dem nun gefahndet wird.

(!) Ober-Erlenbach, 17. Nov. Der von hier mit* geteilte Einbruchs versuch fand in Nieder-Erlenbach bei dem protestantischen Pfarrer statt. Daraus erklärt eS sich auch, daß der Einbrecher nicht durch Gendarmen, die hiev stationiert sind, transportiert wurde, sondern durch den Poli* zeidiener von Nieder-Erlenbach.

Kerichtslaat.

~ Eine Soldatenmißhandlung vor der M dinier Strafkammer. Gestern, am 17. d. M., hatten sich, wie uns berichtet wird, vor der zweiten Strafkammer die 25 jöbriqen Maurer Franz Hock ans iebnra, Balmarbeiter Jvlwun Vben-