zetqenteil: HanS Beck.
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Die heutige Yummer umfaßt 8 Seiten.
Schulstratze 7, ilbreflt für Depeschen: Anzeiger Wietzen« Fernsprechanschluß Nr.ül.
Nr. 5845 erieetttt tLgkich außer Sonntag«.
Dem Gießener Anzeiger werden tm Wechsel mit dem SeMschen Landwirt die Gießener Zamilien- Blätter viermal in der Woche beigelegt.
NotartonSdruck u. Der» tofl der Brüh l'schen Unwers.-Buch-u. Dlein- druckeret. St. ödttge.
Blatt. 154. Jahrgang Dienstag 18. Oktober 1904
GietzenerAnzeigerW
“ «eneral.llnjciger * t™K
Amts- md AnzeigMM für den Kreis Lichen MR
Tode des Königs Keorg von Sachsen.
Aus P i >l l n i h wird' gemeldet:
Die Sektion der Leiche Königs Georg, die Geh. Medrzinalrat Dr. Schmorl im Beisein der Leibärzte Prof. Dr. Fiedler und Dr. Selle vornahm, hatte folgendes Ergebnis: Der König litt an chronischen Entzünd- ungsvorgängen am .Herzen, sowie an Ernährungs- an diesem und in der großen Körperschlagader lUtherom); es stellte sich eine bedeutende Vergrößerung ^5.^H^Ens heraus, die jene Beklemmungen und asthmatischen Erscheinungen hervorrief. Schließlich wurden Stau- ungserschemungen in dem großen und kleinen Kreislauf festgestellt. Die Schwellung der Beine war eine Folge dieser Krankheit.
Während der Dauer der öffentlichen Ausstellung im Hauptsaale des Wasserpalais war eine Ehrenwache von 2 Ossizieren, 2 Unteroffizieren und 20 Mann aus den Ehef- regimentern des Königs vor der Tür an den Kolonnaden aufgestellt. Um 6 Uhr erfolgte die Einsegnung der Leiche in Gegenwart der allerhöchsten und höchsten Herrschaften durch den Beichtvater. Darauf wurde der Sarg von Hoflakaien unter einem Trauerbaldachin auf eine auf dem! Hinterdeck des an der schwarzbehangenen Landungsbrücke liegenden Schiffes errichtete Estrade gebracht. Eine Ehrenwache nahm Mvor links von der Mitteltür des Wasserpalais auf dem Balkon Aufstellung. Auf der großen Freitreppe standen links und rechts Posten und auf der Landungsbrücke Gondoliere mit Fackeln. Auf dem Hinterdeck des Schiffes befand sich eine Pionierabteilung. Pagen nahmen auf beiden Seiten der Leiche Aufstellung. Um halb 7 Uhr erfolgte die Abfahrt des Schiffes.
Als am Montag das Schiff, das die Leiche des Königs von Pillnitz überführte, in Dresden in Sicht kam, begrüßten es das Geläute aller Glocken und Salutschüsse der Artillerie. Gleich darauf erschienen König Friedrich August, Prinz Johann Georg, Erzherzog Karl Franz Josef, Kornprinz Georg, die Prinzen Christian und Ernst Heinrich mit Gefolge an dem Terrassenuser. Nachdem das Schiff angelegt hatte, wurde der Sarg von Unteroffizieren' und den Ehrenträgern, drei Generalen und drei Kammerherren, nach dem Hofleichen- wagen getragen. Dann setzte sich der Zug in Belegung durch die mit Fahnen und Pyramiden geschmückten Straßen nach der katholischen Hofkirche. Ein Zug Gardereiter ritt dem Kondukt voraus; eine Kompagnie vom Leibregiment Nr. 100 schloß den Zug. Der König mit den übrigen Fürstlichkeiten schritt dicht hinter dem Leichenwagen. Als der Zug vor der Kirche anlangte, verstummten die Glocken. Nach den Gebeten verließ die Versammlung die Kirche. Bei der Leiche blieb eine Ehrenwache von Hofbeamten und Militär.
Das „Dr. I." veröffentlicht eine Bekanntmachung, der- zufolge König Friedrich August bei Antritt seiner Regierung in Gegenwart der Staatsminister und der Kammerpräsidenten der letzten Ständeversammlung versprochen hat, die Verfassung des Landes und die Partikularverfassung der Provinz Oberlausitz zu beobachten, aufrechtzuerhalten und zu Geschützen.
Der Kaiser begibt sich $n den am Mittwoch abend stattfindenden Beisetzungsfeierlichkeiten nach Dresden. Der Kaiser empfing am Montag den sächsischen Generalmajor v. Altrock, der ein Handschreiben des Königs Friedrich August überreichte. Das preuß. „Armeeverordnungsblatt" veröffentlicht einen Armeebefehl des Kaisers vom 16. Oktober, nach welchem sämtliche Offiziere der Armee und der Marine Trauer auf 14 Tage anzulegen haben. Bei dem Ulanen-Regiment Nr. 16 währt die Trauer drei Wochen.
Tie Schiffe in der Heimat tragen die Gaffelflagge am Halbstock. Am Tage der Beisetzung ist ein Trauersalut von 21 Schuß zu feuern.
Der Papst sandte dem neuen König von Sachsen ein Glückwunschtelegramm, worin es heißt, er, der Papst, bete zu Gott, daß bald Frieden in die Familie des Königs zu rück kehr en möge.
Im ungarischen Abgeordnetenhause gedachte der Präsident des verstorbenen Königs mit folgenden Worten: Ich muß dem geehrten Hause einen Trauerfall mitteilen, welcher wohl nicht unmittelbar uns, sondern in erster Reihe das deutsche Volk, am allernächsten aber das sächsische Volk berührt. König Georg von Sachsen ist nach kurzer Regierung aus der Reibe der Lebenden geschieden. Er war ein fürsorglicher, gewissenhafter Fürst, der die Interessen seines Volkes und seines Landes im Herzen trug. Uns berührt sein Ableben schmerzlich, weil er immer ein aufrichtiger und guter Freund unseres erhabenen Königs gewesen ist, dem er Mit wahrer Freundschaft und Anhänglichkeit zugetan war. Ich glaube,, das geehrte vaus nimmt von seinem Ableben mit Beileid Kenntnis. Zustimmung.) Ich stelle dies als Beschluß des Hauses fest.
VoliMche Tagesschau.
Ruffische Werte.
R. Berlin, 17. Oktober.
Die russischen Werte erfuhren an der heutigen Berliner Börse keine empfindlicheEinbuße. Die Kursrückgänge «nachten bis zu einem Prozent aus. Von einer bestürzenden Wirkling der Ereignisse auf das Publikum, soweit eS diese Werte besitzt, kann also ^nni Glück nicht die Rede sein. Allerdings ist zu berücksichtigen, daß die russische Finanzpolitik von jeher Wcrt auf Inschutznahme der russischen An- lleihen an der Börse gelegt Hat, sodaß selbst größere Ver- kläufe rasche Aufnahme finden. Sonst würde doch wohl der
Verlauf des Krieges die Ruffenwerte stärker in Mitleidenschaft ziehen.
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Zum Lippeschen Regentschastsstreit
fort bet schaumburgifch-lippesche Kammerherr und Rechtslehrer T'r- Kekulo von Stradonitz Gelegenheit genommen, folgendes Telegramm an den Vizepräsidenten des lippeschen Landtags, Hoffmann in Salzuflen, zu richten:
Als besondere Gefahr wird diesseits angesehen, wenn Er- filchen an den Bundesrat beschlossen wird, Höchstes Gericht durch Reichsgesetz mit der Entscheidung zu betrauen. Dieser Weg würde bedeuten, daß R e i ch s t a g m i t z u r e d e n hat. Reichs- tag, könnte dann beschließen, ganzer streit sei bereits durch >Laneds^gericht endgiltig erledigt, und dieses Reichsgesetz sei unnötig. Außerdem läge in diesem Beschluß eine Nichtachtung gegen Bundesrat, da dieser sich für zuständig erklärt hat. al o auch ohne Reichsgesetz und ohne Reichstag ein Höchstes Gericht gewählt werden könne.
Tr. Kekul6 v. Stradonitz steht nicht nur dem Fürsten von Schaumburg, sondern auch Berliner Hofkreisen sehr nahe. Er spracht in seinem Telegramm nicht von seiner persönlichen Auffassung, sondern auch von der der höchsten Berliner und Schaumburger Kreise, berichtigen Kreise also, die die Rechtsgiltigkeit der R^entschaft dos Fürsten Leopold zur Lippe bestreiten. Er sagt nicht: „Ich betrachte es als eine besondere Gefahr", sondern ,/diesseits wird es als eine besondere Gefahr angesehen" usw. Damit stempelt er sein Telegramm zu einer Kundgebung, die, wenn sie auch nicht von einer amtlichen Stelle ausgeht, doch als der Niederschlag der Auffassung amtlicher Berliner und sch aumburgischer Kreise anzusehen ist. Tie scbaumbur- gische Richtung, die in dieser Campagne des Thronstreites vom Unglück hart verfolgt wird, erfährt durch dieses Telegramm eine seltsame Beleuchtung.
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Bismarck und der Streit um Lippe.
Maximilian Harden schreibt in der „Zukunft":
„Vor vierzehn Jahren, ehe die Prinzessin Viktoria sich dem Prinzen zu Schaumburg vermählte, ist die Zusage geheischt und gegeben worden, Adolf solle, wenn die schaumburgische Linie siege, Fürst zur Lippe werden. Nur unter dieser Bedingung wurde der Ehebund geschlossen: und Waldemars unauffindbarer Erlaß, der Adolf zum Regenten ausersah, ist denn auch nur um vier Wochen älter als diese Ehe. Um Adolf handelt sichs. Daran hat auch Bismarck nie gezweifelt. Er las den Artikel noch, in dem ich hier erzählte:
„Für das' Thronfolgerecht des Bieste-selders hatte sich, aus politischen Gründen, in Privatunterhaltungen auch Fürst Bismarck ausgesprochen; man müsse, meinte er, selbst wenn die Rechtslage weniger klar wäre, als sie in Wirklichkeit sei (er fand sie damals also klar), schon um die für die R e i ch s e i n - heit wichtige Stimmung der Bundesfürsten nicht leichtfertig zu verbittern, auch den Schein meiden, als könne der Schwager des Kaisers mit besonders zärtlicher Rücksicht behandelt werden."
Mit Recht hat der Geheimrat Kahl, der tapfere, kluge und treue Freund des Grafen Ernst, sich auf die Tatsache berufen, bah der erste Kanzler ein „sachlich überzeugter Anhänger des Biesterfelder Rechtes gewesen fet" Ich hörte ihn oft darüber sprechen. _ Er hatte die Akten des Rechtsstreites studiert und kein Hindernis gefunden, das den Viesterfeldcrn, Vater und Sohn den Wog zum Thron sperren konnte. Daß sie gekränkt wurden, verdroß ihn. Am 7. Oktober 1895 hatte er auf eine schriftliche Anfrage geantwortet:
„Nach meiner staatsrechtlichen Ueberzeugung halte ich die Erbansprüche des Grafen Ernst zur Lippe für wohlbegründet und würde für sie auch aus politischen, nicht nur aus rechtlichen Gründen eintreten, wenn ich im Amt wäre."
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Die Wahrheit über bett Missionarmord in Neupvmmern.
D. E. K. Die ersten Berichte über den Missionarmord in Neupommern meldeten, daß P. Nascher den jungen Papua To Maria, als dessen Opfer er gefallen ist, durch ihm zudiktierte körperl iche Züchtigung zur Rache gereizt habe. So schrieb u. a. der klerikale „Els. Kur.": „Ein von den Missionaren herangebildeter junger Mann wollte seine Frau wegschicken und eine andere heiraten. Ter Missionsobere P. Nasck)er verbvt ihm das streng; der Papua nahm aber doch die z-weite, von ihm ausgesuchte Frau zu sich Und kam eines Tages mit ihr zur Mission und wollte mit ihr verheiratet sein. Auf Befragen erklärte er dem Missionar, er habe seine erste Frau getötet und wolle nun diese heiraten, sie gefalle ihm besser. Der Pater ließ nun den royen kaltblütigen M ö r d e r der armen jungen Frau durchpeitschen und dieser ging davon, holte sich ein paar Spießgesellen und massakriertie die Misfion."
Ein Bericht der „Köln. Volksztg." bestätigt, daß P. Nascher als erster dem Racheakt eines p'apuanischen Missionszöglings zum Ovfer gefallen ist, nachdem durch die Behandlung, welche ihm von P. Rascher widerfuhr, „bei ihm das Maß voll geworden war."
Frauenmord gehört aber nicht vor einen geistlichen, sondern vor den weltlichen Richter, um nach giltigem Recht geahndet zu werden und zwar durch eine härtere Strafe als Peitschenhiebe. Die in der katholischen Mission in Neupommern vollzogene Exekution war daher ein Fehler. Der U e b e r g r i f f eines M i s s i o ti a r ö auf das weltliche Gebiet hat sich also hier blutig und schmerzlich gerächt, eine ganze deutsche Kolonie gefährdet und die deutsche Negierung in die Notwendigkeit versetzt, strenge Sühne zu nehmen und für ein Missionarsverfehlen noch mehr Blut fließen zu lassen, als schon geflossen ist.
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Herr NMtrat, der oldenburgische Justizilänister,, hat im vldeiibilrgisckeu Land tag bei Erörterung von Schulanträgen wörtlich folgendes erklärt: „Abg. Tauven faßt es wäre eine hohe und dankbare Auf- gäbe für die Staatsregicrung, die. Volksschule in diese neuen Bahnen zu lenken. Tuzu gehört ein Minister, der nicht bloß das gewöhnliche P f l i cl> t g e f ü h l hat, sondenr einen weit darüber hinanögehcuden Ehrgeiz. Der fehlt mir voll
ständig. Mein streben bewegt sich jetzt nur noch in einer Richtung, die jedem Ehrgeize gerade entgegengesetzt ist, unbeschadet der tiefen Treue und T-aukbarkeit gegen meinen Laudesherrn, der keinen Augenblick au mir gezweifelt hat und der den Schmutz, den die Zeitungen ja in Massen au f t ür nt t en , nur für das ansah, was es eben war, für Schmutz, wie sich das auch in nächster Zeit vor Gericht erweisen wird zur größten Enttäuschung aller derjenigen, die sich mit Behagen diesen Schmutz servieren ließen."
T>as' oldeuburgische Negierungsorgan, der „Generalanzeiger^^ bemerkt zu der Erklärung des Ministers u. a. :
„Man kann aus der Erklärung herauslesen, daß er mehrere* nt-ate seine Entlassung gegeben hat und daß sie ab- a ele hnt worden ist, weil der Großherzog den Schmutz achtlos beiseite geschoben hat. . . . Wohl noch nie ist es vorgekommen, daß ein Minister erklärt hat, er habe für eine große Aufgabe nichts als sein Pflichtgefühl, das dafür aber nicht ausreiche. Wenn ein Minister eine solche Erklärung abgibt, dann muß er Vieles und Bitteres erlebt haben."
§Lr Krieg zwilchen Aapan ob Kußland.
Russische Erfolge.
Telegramme Generals Sacharows an den Generalstab melden vom 16. Oktober, 1 Uhr 40 Mim nachts:
Gestern, nachmittag griffen die Japaner unfern rechten Flügel sthr energisch an. Unsere Versuche, vorzurücken und das Tvrf Liushiupu zu nehmen, waren erfolglos. Unsere Truppen wurden im Zentrum nicht angegriffen, sondern nur von der Artillerie beschossen. Im allgemeinen war es ein verhältnismäßig leichter Tag. Unsere Verluste dürften nicht groß sein.
Bis 8 Uhr 10 Min. früh ist die Nacht zum 17. Oktober ruhig verlaufen. Nach dem gestrigen Sturm auf den „Bergkegel mit dem Baum" nahm der Feind eine starke Stellung ein, die er rasch kunstvoll befestigte. Tie Zahl der feindlichen Truppen ist uns nicht genau bekannt, aber nach der Hartnäckigkeit im Kampf jU schließen, war sie bedeutend. Nachdem die Artillerie den turnt erfolgreich vorbereitet hatte, gingen unsere Truppen -um Angriff über, erobertendieganzeStellung desFein- d e s und rückten bei der Verfolgung ungefähr zwei Werst vor.. Erst heute morgen endigte der Kampf. Tie Japaner verteidigten sich mit großer Hartnäckigkeit, nahmen den Bajonett kam Pf an, wurden aber in großer Zahl niedergemacht. Wir ero b er t en 11 Geschütze und ein Maschine n g e w e h r. Tie Truppen haben sich heldenhaft geschlagen. Die Verluste sind noch nicht festgestellt. Eben findet auf unserer ganzen Linie ein schwacher Artilleriekampf statt. Tie Truppen sind sehr ermüdet, aber gu ten Mutes.
Ein weiteres Telegramm des Generals Sacharow vom 16. Ott. meldet, daß der Feind in der Nacht zum 16. Oktober zwei Regimenter im Zentrum der russischen Stellung angriff, die auf dem sogenannten „Bergkegel mit dem Baum", östlich des^ Tvrfes M autsch i n tz, standen^ Tie Regimenter wurden gezwungen, sich hinter den nahen Schahefluß zurückzuziehen. Nachdem sie Unter- üützungen aus der Reserve erhielten, gingen unsere Truppen zum Sturme vor, den die Artillerie vorbereitete. Nach einem hartnäckigen Bajonettkampfe eroberten sie den Bergkegel und verfolgten den Feind bis hinter denselben. Auf dem rechten Flügel fand , ein heftiger Artilleriekampf statt. Am Nachmittag beschossen die lapanischen Batterien unsere SteNungen mit Längsfeuer.
Petersburg, 17. Okt. Der gemeldete erfolgreich« Angriff auf den Hügel bei Nantschintz wurde laut kompetenter Nachricht von den Truppen General Meyerr- d o r f f s ausgeführt.
Russische Privatberichie über die letzte Schlacht.
Der Korrespondent eines Petersburger Blattes telegra* phrert vom 17. ds. aus Mukden: Heute kam hier ein D i v i s i o n s g e n c r a l durch, der am Fuße verwundet war. Seine Division hatte den Auftrag gehabt, die auf felsigen Höhen aus der Ostteite der Schlachtlinie befindlichen Truppen anzugreifen. Nach den Aussagen des Generals war der Angriff äußerst heftig und wurde unter gro ßen Verlusten ausgeführt. Unter dem Hagel von Geschossen wurden die steckn Mhänge erklommen, wobei von je 6 Mann 5 sielen. Die 6. Kompagnie des 23. sibirischen Regiments erreichte den Gipfel und stürzte sich auf die iBerschanz- ungen der Feinde, die sie mit dem Bajonett empfingen. Ein Hauptmann wurde mit Bajonetten aufgespießt und hochgehoben. Der Rest der Kompagnie wurde aufge- rieben, bevor die nachfolgenden Kompagnien ankamen. Das Gemetzel dauert jetzt bereits zehn Tage. Die Rilssen sollen nach Aussagen von heute eingetroffenen Offizieren gestern 24 Kanonen und achtMaschi^cn- gewehre gen ommen haben. Der Kampf wütet auf der ganzen Linie. Während der Nacht hörte man plötzlich eilt heftiges Artilleriefeuer, das dann jedoch wieder verftummte. Es handelte sich nm einen Nachtangriff, der mit Erfolg ausgeführt worden sein foll. Heute ist der Kampf heftiger als gestern. Gut unterrichtete Personen sagen, daß die Russen noch ein oder zwei Tage auf der ganzen Linie gegen den Feind vorgehen wer den.'Dann werde es möglich sein, das Ergebnis der ge^ wattigen Schlacht festzustelleir.
Nach weiteren russismen Privatmeldungen soll der ia p a n i s ch e (General N o d z u schwer verwundet fein. Kuropatkiu leitete am Sonntag die Schlacht persönlich. Einzelnen Melduilgen nach scheint den Japanern am Samstag stellenweise die Munition auSgcgingen zu fein. Infolgedessen begann ein fu r cb t b a r e 5 Mor de n. Das Bajonett feierte seine blutigsten Tie Zahl der russischen Verwundeten wird auf 23 000 angegeben. — Aus M ukdeu tvird berichtet: Wahrend des' ganzen Rückzuges der Russen platzten zahlreiche Granate u über ihren Köpfen, auch in der Nähe KurlMitttns' schlugen mehrere Granaten ein. Tie Divisionskommandeure staben sämtlich ihre Adjutanten verloren. Die Saj- daten kämpfen jetzt aus Eigenliebe, indem sie erftären, daß fte unbedingt die nächste Schlacht gennnnnt.
Nach einer Privat-Meldung aus Wiifben blieb von einigen russischen Kompaguicu kaum ein Tutzeud Soldaten übrig. Wv die Offiziere getötet waren, kommandierten Unter o f f i z i e r e. s7ilv Gegenstück zu dem tapferen VerhMcm der russischen Ariil! ■ wird gemeldet, daß auch die Haltung ber japa ui scheu Artillerie ilbn oilev Lob erhaben war. Alle Entfernungen waren g. h doti iln berechnet. Im allgemeinen haben die Japiuer fast überall die vorteilhaftesten Stellungen


