Ausgabe 
18.2.1904 Zweites Blatt
 
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Nr. 41

Zweites Blatt.

154. Jahrgang

Donnerstag 18. Februar 1904

Erscheint täglich mit Ausnahme des Sonntags.

DieGießener Zamllienblätter" werden dem ^Anzeiger viermal wöchentlich beigelegt. Der Hessische Landwirt" erscheint monatlich einmal.

Gießener Anzeiger

Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitätsdruckeret. R. Lange, Gießen.

Redaktion, Expedition «.Druckerei: Schulstr.7.

Tel. Nr. 51. Telear.»Adr.: Anzeiger Gießen.

Eeneral-Anzeiger, Amt;- und Anzeigeblatt für den Kreis Elchen.

$He yeulige Mmmer umfaßt 10 Seite«-

Die Anlegung der neuen Grundbücher in Kessen.

Von juristischer Seite wird uns geschrie­ben:

In Kapitel 130 behandelt der Aus schuß bericht der 2. Kammer die Kosten der Anlegung der neuen Grund­bücher. Tie Regierung fordert hier für das Etatsjcchr 1904 den Betrag von 250000 Mk., außerdem aber zur Deckung der Fehlbeträge in den Jahren 1901/02 und 1902/03 noch 62 903 Mk. Zur Begründung der NachsordernnH ist be­merkt, daß es sich bei der Anlegung der Grundbücher um eine Arbeit handele, bei der nach b« Natur der Sache die für die Arbeit erforderlichen Mittel nicht zutreffend im voraus veranschlagt werden könnten, daß es sich folge­richtig hier auch, nidjt um die Ueberschreitung eines Vor­anschlags handele. Ter Ausschuß stimmt der Auffassung der Regierung bei. Tie Gesamtkosten würden sicherlich nicht geringer sein, wenn die Anlegungsarbeit verlangsamt und das jetzt geschulte Personal für die Grundbuchanlegung nicht auch tunlichst ausgenutzt werde. Bis zum Schlüsse des Etatsjahres seien über 300 Grundbücher angelegt, so daß damit bereits etwa Vs aller Gemeinden im Besitze eines neuen Grundbuches seien, wodurch ein Kostenauf­wand von etwa 850000 Mk. erwachsen sein würde. Tie in den vorderen Jahren gegen die Grundbücher überhauvt und ihre beschleunigte Anlegung vorgebrachten Einwend­ungen könnten im Einklang mit der Negierung nicht für beachtenswert gehalten werden. Wollte man insbesondere einer Anregung folgen und bei jedem Grundstücke auch die Nebenläger angeben, so würde mit dem unvermeidlichen Wechsel derselben doch bald die Bezeichnung jeden Wert verlieren, eine einem solchen Wechsel folgende Veränderung der Bezeichnung der Nebenläger würde neben ansehnlicher Arbeit eine bte Uebersichtlichkeit hindernde Ueberiüllung des Grundbuchs ergeben. Bezüglich des Vorwurfs der Be­lästigung des Publikums durcb die persönliche Auflassungs- ertlärung beim Amtsgericht müsse darauf bingewiesen wer­den, daß die hessische Gesetzgebung an den Vorschriften des Reichsrechts nichts andern könne und auch im Be­reiche der Zuständigkeit der hessischen Ausführungsgesetz- geoung sei es nicht empfehlenswert, alle die Fragen wieder aufzurollen, über welche sicy- die gesetzgebenden Faktoren vor kaum mehr als 4 Jahren in mühevoller Arbeit ver­ständigt hatten. Ein Stillstehen auf dem beschrittenen Wege ließe die schwer erträgliche und für unseren Immobiliar­kredit auf die Dauer geradezu gefährliche Dubli-ität unserer Grundbuchgesetzgebung zwecklos fortbestehen.

Wir können uns den Ausführungen des Ausschusses ,tur anschliehen. Auch wir sind der Ansicht, daß aus dem mit der Anlegung beschrittenen Wege mit tunlichster Be­schleunigung fortgefahren werde, um möglichst bald das ganze Land dem Bereiwe der Reichsimmobiliargesetzgeb- uug unterstellt zu sehen. Tie geforderten Summen er­scheinen ja jedem, der die Verhältnisse nicht kennt, als sehr hohe, man wolle aber nur erwägen, daß der weit­aus größte Teil des Betrages durch die aushilfsweise Heranziehung von etwa 50 Gerichtsassessoren zu den Amts­gerichten und die Bestellung von Anlegungsgerichtsschrei- bern und Schreibgehilsen geboten ist. Taß die Anleg­ung der Grundbücher von den Amtsgerichten nebenher besorgt werde, ist nur ganz ausnahmsweise möglich, für die in der Anlegung befindlichen Gemarkungen würde es aber geradezu unhaltbar sein, unter Umständen jahrelang in einem gewissen Schwebezustand belassen zu werden und es würde sich der Zustand, wie er sich jetzt ja nicht ganz vermeiden läßt, daß Verträge über Eigenschaften bezüg-

B erlin, des Reichstags beraten. Eine

Lariam.ntanjches.

17. Febr. In der Budget-Kommission wurde heute der Militär-Etat weiter­längere Diskussion entspann sich über die

nach altem Rscht und Form den Ortsberichten, bezüglich des anderen Teils vor den Amtsgerichten nach neuem

gen, Ober-Bessingen.

Bad-Nauheim: Nieder-Mörlen, S einfurt, Wissels­heim. n

Nidda: Eichelsdorf, Michelnau, Ober-Schmitten, Unter-Schmitten, Wallernhausen.

Ortenberg: Beltmuth, Bergheim, Bobenhausen, Eckartsborn, Hirzenhain, Konradsdorf, Selters, Ufenbont, Wippenbach.

Schlitz: Btzrnshausen, Ober-Wegfurth, Pfordt, Queck, Rimbach, Sandlofs, Uuter-S<l)warz, Unter-Wegfurth.

Schotten: Busenborn, Eichelsachsen, Einertshausen, Kaulstoß, Rainrod.

Ulrichstein: Kestrich Kölzenhain, Ober-Seiberten­rod, Stumpertenrod, Unter>2eibertenrod, Windhausen. '

Vilbel: Tortelweil, Kloppenheim, Rieder-Erlenbach Nieder-Eschibach, Petterweil, Okarben, Rendel.

In nahezu 70 Gemarkungen ist das Anlegungsverfahren im Gange, darunter auch in den Städten Laubach Lauter­bach und Lich

Recht zu errichten sind, nicht nur auf Jahre, sondern Jahrzehnte hinaus hinausziehen. Jeder Zwtschenzustand ist vom Uebel und gleicht einer Krankheit, die man suchen muß, möglichst rasch ;u überwinden.

Menn bei der am 8. Februar 1904 in Frankfurt statt­gehabten Versammlung hessischer Bürgermeister auf An­trag des Abgeordneten Köhler-Langsdorf einstimmig die Resolution angenommen wurde, daß die Versammlung die neue Gesetzgebung betr. Grundbuch-, Notariats- und Stempelsteuerwesen als äußerst schädigend besonders für die aickerbautreibende Bevölkerung des Landes hält und die Regierung auffordert, unverzüglich eine Revision dieser Gesetzgebung herbeizuführen, so halten wir diesen Beschluß hinsichtlich des Grundbuchs und auch hinsichtlich des No­tariats für durchaus deplaziert und wohl zum Teil auf mangelndes Verständnis für die guten Seiten der neuen Einrichtungen zurückzuführen. Taß hessische Bürgermeister etwa die neue Grundbuchgesetzgebung um deswillen als höchst schädigend bezeichnen können, daß infolge derselben ihre seitherigen Bezüge als Ortsgerichtsvorsteher in Weg­fall kommen, darf doch nicht angenommen werden. Tas ist ausgeschlossen, sonderbar ist es aber, wennder rede­gewandte Langsdorfer" bei seinen Ausführungen in fast demselben Atemzuge es als wünschenswert erklärt, daß den Bürgermeistern Arbeiten, die nur im Staatsinteresse «en, vergütet werden, z. D. die Hilfsarbeiten für

:aatsanwaltschaft, wenn wir auch gegen diese Be­strebung als einer durchaus berechtigten nichts einwenden wollen. Man sollte doch erst abwarten, bis die neue Grundbuchsanlegung erst einmal durchgesührt ist und sich eingelebt hat, ehe man sich schon ein Urteil gegen sie er­lauben will und gar wie ein Stier gegen das rote Tuch anläuft. .

Nach den Bekanntmachungen der Amtsgerichte smd in Oberhessen jetzt bereits in 129 Gemarkungen die neuen Grundbücher angelegt. Wir geben nachstehend eine Zu­sammenstellung derselben nach Amtsgerichtsbezirken ge­ordnet :

Alsfeld: Altenburg, Angenrod, Arnshain, Eifa, Ermenrod, Fischbach, Heidelbach Hopfgarten, Rainrod, Renzendorf.

A l t e n st a d t: Bönstadt, Oberau, Rodenbach, Rommel­hausen, Staden, Stammheim.

Büdingen: Tudenrod, Michelau, Pferdsbach, Rinder­bügen. _ _ .

Butzbach: Hausen und Oes, Langenharn mit Ziegen- berg, Kirch-Göns, Oberhörgern, Oppershofen, Pohl- Gäns. , ,

Friedberg: Assenheim, Bauernherm, Bruchen­

brücken, Ilbenstadt, Nieder-Wöllstadt, Ossenheim, Wickstadt.

Gießen: Albach, Annerod, Burkhardsfelden, Rödgen, Lausen, Reiskirchen.

Grünberg: Lehnheim, Nieder-Ohmen, Reinhards- hain, Ruppertenrod, Stangenrod, Weickartshain.

Her o stein : Altenschlirf, Eichelhatn, Heisters, Nieder- Moos, Rixfeld, Schlechtenwegen, Steinfurt, Wünschen- Moos, Zahmen.

Homberg: Meidenrod, Burg-Gemünden, Gonters­hausen, Haarhausen, Höingen, Maulbach, Rülfenrod.

Hungen: Feldhcim, Inheiden, Langd, Nonnenrod, Steinheim, Trais-Horloff, Utphe.

Laubach: Ettingshausen, Gonterskirchen, Larden­bach mit Stockhäuser Hof, Klein-EickM, Münster, Röthges, öiuppertsburg, Villingen, Wetterfeld.

Lauterbach: Blitzenrod, Dirlammen, Eisenbach, Heb-

lich eines Teils der von ihnen betroffenen Grundstücke I los, Landenhausen, Rimlos, Sassen, Schadges, Stockhausen, jr- -** <*-*-** Sickendorf, Udenhausen.

Lich: Birklar, Eberstadt, Muschenheim, Nieder-Vessin-

Sonntagsarbeit in den Krupp'schen Werken, welche mit beschleunigter Lieferung von Material für die deutsche Armee begründet wurde. Es wurde eine Resolution angenommen, welche die Sonntagsarbeit nur unter ausdrück­licher Bewilligung seitens des Kriegsministeriums oder des Reichskanzleramtes gestattet. Die Zulagen für Unter- Offiziere in Elsaß-Lothringen werden bewilligt, nachdem der Kriegsminister eaklärt hatte, daß im Interesse des Unter­offiziermaterials diese Zulagen vorläufig notwendig seien. Für eine Kaserne in Mainz wurden weitere 43 000 Mk. be­willigt. Schließlich wurden von der Forderung von 10 Millionen zu weiteren Beschaffungen für Zwecke der Fußartillerie 2 Millionen gestrichen. Am Frei­tag soll der Etat für Ostasien beraten werden.

Die Wahlprüfungs-Kommission des Reichs­tages beschloß über die Wahl der Abgg. v. Brockhausen und Münch-Ferber neue Beweis-Erhebungen.

Berlin, 17. Febr. Das preuß. Abgeordneten­haus setzte die zweite Beratung des Etats der Handels- und Gewerbe-Verwaltung fort. Der Rest der Einnahmen wird debattelos erledigt. Bei dem Titel Ausgaben bringen die Abgg. Funk und Oeser einen Antrag, betr. Abänderung des Gewerbesteuer-Gesetzes vom 14. Juni 1891, ein, durch welchen unter progressiver Gestaltung der Steuer die beiden unteren Steuerklassen erleichtert werden sollen, ferner ein Antrag Fuchs (Zentr.) auf Vorlegung eines Gesetzentwurfs noch in dieser Session zwecks Abänderung des Gesetzes über die Besteuerung der Warenhäuser. Beide Anträge gehen an die verstärkte Handels-Kommission. Dem Abgeordneten­hause ging ein Gesetzentwurf zu, betr. Neuerrichtung eines Oberlandesgerichts in Düsseldorf.

Keer und Atolle.

DaSMilitärwochenblatt" meldet: Generalleutnant, Generaladjutant und Kommandeur der ersten Gardedioision, v. Moltke, wurde unter Versetzung in den Generalstab der

Feuilleton.

Ein neues wunderbares Mineral? Professor M a r ck w a l d hat in Wien einen Vortrag über die auffallenden Eiqenschaiten eines Körpers gehalten, den er aus der seit der Ent­deckung deS Radium berühmt gewordenen Pechblende von Joachims- thal in Böhmen ausgeschieden und Radtotellurtum genannt hat. Dieser Stoss scheint die zuerst am Radium bemerkte StrahlungS- sähigkeit in ganz besonders hohem Grade zu besitzen. Die Elektri­sierung der Luft in der unmittelbaren Nachbarschaft einer winzigen Menge von Radiotellur ist eine so starke, daß sie eine elektrische Glocke in Tätigkeit zu setzen vermag, indem ein elektrischer Strom sich durch die sonst nichtleitende Lust hindurch sortsetzt. Um die Be­deutung dieser Tatsachen recht zu verstehen, muß man vor allen Dingen im Auge behalten, daß bei diese»» Experimenten nicht mehr als ein paar Hunderstel Milligramm zur Verwendung tarnen. Vom Radium unterscheidet sich das Radiotellur schon äußer­lich dadurch, daß es auch in den kräftigsten Präparaten nid)£ selbst leuchtet. Gleich de»n Radium muß es zu den äußerst seltenen Stoffen gerechnet werden. Bei der Verarbeitung vor» 2 Tonnen (40 Zent­nern) Pechblende war die Ausbeute von Radiotellur noch nicht ganz 4 Milligramm. Die Ansicht Professor MarckwaldS, das Radio­tellur set ein ganz neues Element, wtrd übrigens von anberer Sette bestritten. Frau Curie, die (Snlbecferin des Polonium, be­hauptet, daß das Radiotellur derselbe Stoff sei, da es wenigstens dieielbe Slrahlenart abgebe. Professor Marckivald hat auch fest- gestellt, daß die Strahlung des neuen Stoffes kräftig genug sei, um dui einem Schirm von phosphoreszierendem Schwefelzink ein Leuchten hervorzubringen, das für eine Zuhörerschaft von mehreren ()unbert Kopien sichtbar sei. In» Gegensatz zum Polonium soll die Wtrkfamkett des Nadiotellur auch sich dauernd erhalten. Vorläufig haben sich auch andere bedeutende Radiumforscher auf die Seite von Fra», Curie gestellt und gegen die Schaffung des neuen Namens Einspruch erhöbe»».

Tas System Telefllnken der drahtlosen Telegraphie. Professor Braun, dessen große Ver­dienste um die drahtlose Telegraphie bekannt sind, hatte in einem zu Straßburg am 23. Januar vor. Jahres gehaltenen Vorrrage anyedeutet, daß epochemachende Neuer­ungen auf diesem Gebiete demnächst zu erwarten seien. Er machte damals die Mitteilung, daß es ihm gelungen fei, unbegrenzte Energie-Mengen in Form elektrischer Wellen n Den Raum zu senden, so daß Entfernungen für draht- chse Telegraphie überhaupt nicht mehr bestünden. Vor kurzem hat Professor Braun in einem zweiten Vortrage ;u Straßburg erläutert, auf welche Weise dieses ausführ­

bar ist. Tas Problem ist dadurch gelöst, daß es Professor Braun jetzt gelungen ist, eine beliebige Anzahl elektrischer Schwingungsrreise miteinander so zu verbinden, daß alle genau gleichzeitig (bis auf höchstens 0,000 000 001 Sekunde) mit gleicher Schwingungsperiode einsetzen. Dadurch läßt sich die Energie beliebig vieler Kreise ausnutzen. Die Braunsche Erfindung wird bereits von der Gesellschaft für drahtlose Telegraphie in Berlin unter der Bezeichnung System Telesunken in die Praxis übergeführt. Ter jetzige Fortschritt ist von ähnlicher Bedeutung, wie der, welcher im Jahre 1900 durch die Einführung der abgestimmten Schaltungsweisen gegenüber den bis dahin üblichen nicht abgestimmten und minderwertigen Anordnungen erzielt wurde. Tie neuen Erfindungen sind dazu angetan, bei allen von der genannten Gesellschjaft eingerichteten Sta­tionen durch Einfügung bestimmter Abänderungen ent­weder den Sicherheitsloeffizienten zu verdoppeln, oder unter Beibehaltung des bisherigen die größte Reichweite auf das zweifache zu bringen. Nirbt eine vereinzelte Verbesserung, sondern eine durchgreifende Veränderung der Schaltungs­weisen und Konstruktionen fast sämtlicher Apparate Hai diese Leistungserhöhung gezeitigt. Tie Grenze der über­haupt mit diesen Verbesserungen erreichbaren Entfern­ungen konnte noch nicht sestgestellt werden, aber man darf sie, infolge der vermehrten Empfindlichkeit des Emp­fängers und der Möglichkeit, die Geber-Energien auf das Vielfache zu steigern, als sehr weit gesteckt erachten. Durch die Arbeiten Professor Brauns und Professor Slabys, die, in dem System Telesunken vereinigt, in die Praxis ge­treten sind, ist dieses deutsche System allen anderen Systemen der drahtlosen Telegraphie weit überlegen.

N i m b u s", ein Einakterzyklus von Wagh, weckte bei seiner Erstausführung im Schauspielhause zu Frank­furt a. M. das lebhafte Interesse des ausverkauften Hauses. Namentlich der erste EinakterGanz was anderes" erzielte bei guter Darstellung einen großen Heiterkeitserfolg.

SüddeutscheMonatShefte unter Mitwirkung von Paul Nikolaus Coßmann, Joses Hofmiller, Paul Marsop, Friedrich Naumann, Hans Pfitzner, Hans Thoma heraus­gegeben von Wilhelm Weigand. Das in den nächsten Tagen zur Ausgabe gelangende Märzhest der neuen Zeitschrift wird eröffnet durch Pfarrer Naumann mit einem Aufsatz Die Illusion in der Politik", in welch>em der Ver­

fasser eine Art Philosophie der Politik und zugleich eine Art Selbsterkenntnis bietet. Professor Knapp, der National­ökonom der Straßburger Universität, verösffentlicht eine Rede auf München, die wohl das Schönste ist, was je zum Lobe der bayerischen Hauptstadt gesagt wurde. Major Faller in Frankfurt a.M. behandelt anknüpfend an den Roman das Thema ,^Jena oder Sedan?" und tritt dem Pessimismus entgegen, welcher in der Beurteilung unserer Armee immer mehr um sich zu greifen scheint. Ihm folgt ein geistvoller Priester Alfred Leonpacher, der, bei Jesuiten herangebildet, auf Grund seiner eigenen Erfahr­ungen über den vielgeschmähten Orden berichtet. Dr. trugen Albrecht, dem als Prosektor des Krankenhauses r. d. I. ein seltenes Beobachtungsmaterial zur Verfügung steht, be­handelt den Krebs. Er nimmt Stellung zu der weitver­breiteten Anschauung, daß der Krebs eine Infektionskrank­heit sei und im Zu,ammenhang damit zu den Fragen der Zunahme, der Ansteckung und der Heilung jener furchtbaren Krankheit. Einen überraschenden Beitrag zur Schopenhauer- Literatur bietet Dr. Rudolf Louis; es ist nämlich bis jetzt fast gar nicht beachtet worden, daß einer der hervor­ragendsten Schtiler Schopenhauers, Julius Bahnsen, auch in persönliche Berührung mit seinem Meister gekommen ist. Dieser Spur ist Dr. Louis nachgegangen und es ist ihm ge­lungen, im Nachlaß Bahnsens überDie Stunden bei Scho­penhauer" Aufzeichnungen zu finden, welche er hier zum erstenmale veröffentlicht. Professor Hans Thoma, be­kanntlich seit ein paar Jahren Direktor der Großh. Kunst- Halle in Karlsruhe, fährt fort, aus der beschaulichen Stimm­ung des zu Jahren und allgemeiner Anerkennung gelangten Meisters heraus seinen Lebenslauf und feine künstlerische Entwicklung zu schildern. Der belletristische Teil enthält eine in ihrer Schlichtheit ergreifende Erzählung des Heidel­berger Stadtpsarrers Adolf Schmitthenner und Gedichte eines jungen, aufstrebenden Talentes Wilhelm Zaiß in Heidelberg. Das Jahresabonnement beträgt 12 Mk., das Einzelheft kostet 1,50 Mk. Die Sichdeutschen Monatshefte sind demnach in Anbetracht der Fülle, Reichhaltigkeit und Gediegenheit des Gebotenen die billigste deutsche Monats­schrift.