Ne die ist
klein erwies, jetzt nach WormS zurückverlegt worden. Mink erwarb für feine Zwecke in Worms ein Geschäft mit praktischer maschineller Einrichtung (Kraftbetrieb) und wird dort den nächsten Kursus im März dieses Jahres beginnen.
-t> Gernsheim, 17.'Jan. Auf Veranlassung des Gewerbevereins fand hier eine Versammlung statt, in welcher Landeswohnungsinspektor Gretzschel aus Darmstadt einen informatorischen Vortrag über die hessische Wohnungsgesetzgebung hielt. In der anschließenden Diskussion wurde u. a. auch die Gründung einer gemeinnützigen Baugenossenschaft für Gernsheim angeregt. Die Vorstände deS Gewerbevereins und des katholischen Männervereins beabsichtigen, weitere Schritte in dieser Richtung unter Mitwirkung des hessischen Zentraloercins für Errichtung billiger Wohnungen zu unternehmen. Die hiesigen Wohnungsverhältnisse sind namentlich in den älteren Stadtteilen nicht günstig, eine gemeinnützige Baugenossenschaft würde mithin hier recht segensreich wirken können.
Frankfurt, 16. Jan. Der „Frkf. Ztg." zufolge weilte Direktor Otto Neu mann-Hofer vom Berliner Lessingtheater dieser Tage m Frankfurt, um das Projekt der Erbauung eines neuen, des neuesten Schauspielhauses zu betreiben. Direktor Neumann-Hofer hat Rücksprache mit maßgebenden Persönlichkeiten genommen. Als Platz soll ein Grundstück in der Hochstraße, direkt am Durchbruch nach der Anlage, gegenüber der Börsenstraße, in Aussicht genommen sein.
Hanau, 16. Jan. In der Stadtverordneten-Versamm- mng teilte der Vorsteher mit, daß die Beendigung der Verhandlungen zwischen Preußen und Bayern, bezüglich der Fortführung der Mainkanalisation von Offenbach aufwärts, nahe bevorstcht.
Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Nachbarstaaten. In Schenburg (Hessen-Nassau) erschoß der Förster Carpcntier beim Spielen mit dein Gewehr seine Frau.— Der ledige, 23 Jahre alte Mathias Jung- henn wurde auf der Station Neu-Sachsenhausen, als er in den Packwagen eines aussahrenden Zuges springen wollte, von den Rädern erfaßt und sofort getötet. — Die Fleischerfachschule, die vor 8 Jahren in WormS von Dr. Schneider begründet und nach dessen Tode im Jahre 1898 von seinem Fachlehrer Fleischermeister Johanne« Mink übernommen und in Hamm (Rheinhessen) fortgeführt wurde, <ft, da sich der Ort Hamm für -n derartig»- Institut al» zu
Schauspielhaus.
Dienstag den 19. Januar'): „Ter Großkausmann." Min» woch den 20. Januar: „Tie Verschwörung des Fiesko zii Okiurn." Donnerstag den 21. Januar: „Zapfenstreich." Frei lag den 22. Jannuar: Zu Lessings Geburtskog: „Emilia Galoili." Samstag den 23. Januar: „Tie Verschwörung des Fiesko zii Genna." Sonntag den 24. Januar, nachmittags halb 4 Uhr: „Zapicn- streich." Abends 7 Uhr: Erstes Gastspiel des Fräulein Irene Triesch: „Liebelei.^ Hieraus: „Literatur." Montag den 2ö. Januar: Zweites Gastsviel. des Fräulein Irene Triesch: „M a r i a M a g d a l e n a."
*) Ansang, wenn nicht anders bemerkt, abcrrds um 7 Uhr.
Anm.: Die in Klammern gesetzten Ziffern geben an, wie viel der Todessälle tu der betresjenoen Krarrkheu au* von auswans nach Gießen gebrachte 5tranfe kommen.
Spirlplan der vrrrmigtea Frankfurter Ktadtthcater.
Opernhaus.
Dienstag den 19. Jan»,ar'): „Don Juan." Mittwoch den 20. Januar, abends halb 8 Uhr: ^Abajune, der Wassermann." Donnerstag den 21. Januar: „Margarethe." Freitag den 22. Jan. geschlossen. Samstag den 23. Januar, nachmittags halb 4 Uhr: „Prinzessin Goldhaar". Abends 7 Uhr: „Ter Troubadour." Azncena: Frl. Luise Marck vom Stadttheaier in Königsberg a. G. Sonntag den 24. Januar, nachniittags halb 4 Uhr: „Prinzessin Goldhaar." Abends 7 Uhr: „Wilhelm Test." Monlag den 2ö. Januar: „Tas süße Mädel." TienStag beit 26. Januar: „Der Prophet." Fides: Frl. L. Marck vom Stadtth. in Königsberg a. G.
Wöü,kiiUjllt IkbrrWiin Tottsjstt mttrZiliittuklM
1. Woche. Vom 1. bis 7. Januar 1904.
Einwohnerzahl: angenommen zu 26 900 intkl. 1600 Mann Militär.) Sterblichkeitsziffer: 11,60
nach Abzug von 0 Orrs'remden: 7,75 / n.
Kinder
Gerichts saal.
Oldenburg, 16. Jan. Ter I u u iz m i n i st e r R u h st r ar wurde vom Amtsgericht wegen Beleidigung des Redakteurs Bi erm alt n zu 20 Mk. Geldstrafe verurteilt. (Biermann hat bekanntlich im Ries-Prozeß eine längere Frechcils- träfe wegen Beletdigmig des Juslizmimsters erhalle>t. D. "Red.)
* Die Duellafsäre in Pirna. Wie w-ir nnt- geteilt hatten, haben in Pirna zwischen einem Oberleutnant und mehreren anderen Offtzierru Zweickirnpfe stattgefunden. Tie Gegner der Oberleutnants wurden meh-r oder minder verletzt, lieber die Borge schlichte die,er traurigen Angelegenheit schreibt man noch folgendes: Oberleutnant Krohn vom Feldartillerie-Reguuent Nr. 64 in Pirna, ein begabter, tüchtiger und allgemein beliebter Offizier, verheiratete sich vor einigen Jahren mit einer Töchter des Geh. Medizinalrates W. Er erfüllte, zumal da er sehr vermögend ist, der von ihm herzlich geliebten Frau jeden Wunsch; u. a. kaufte er ihr ein Iieitpserd, ließ ihr Reituuterriü)t erteilen und gestattete ihr viel gescllschaftllche Vergnügungen und Unterhaltung. Ter Ehe entsproß ein Kind, um das sich die Mutter jedoch nicht viei gekümmert haben soll. Oberleutleutnant K. vertraute seiner Gemahlin vollkommen, und allerlei ungünstige Gerüchte über deren Lebenswandel, die chon int vorigen Sommer entstanden, drangen nicht bis zu hm. Auch war er durchs seinen Dienst sehr beschäftigt, den er sehr ernst nahm, umsomehr, als er in nächster Zeit die Kriegsakademie beziehen sollte. Kurz vor Weihnachten reifte die ganze Familie zu den Eltern des Offiziers nach Lübeck, von wo dieser am 3. d. M. nach Pirna zurückkehrte, währetid eine Gemahlin bei den Verwandten blieb. Bald nach seiner Heimkehr wurde nun der nichtsahnende Gatte von Vorgesetzten in kameradschaftlicher Weife von dem tnterrichtet, was man besonders in den teilen der Oftiziersdamen Usher beobachtet hatte. Weitere Nachforschungen führten zur Auffindung von Briefschaften der Frau, aus denen ihre Schuld sowie die Namen dreier Verführer klar hervorgingen. Außerdem wurde bekannt, daß die Dame nicht nur einen zärtlichen Briefwechsel hinter dem Rücken ihres Ehegatten unterhalten, sondern ihren Liebhabern auch Ge- chenke gemacht hatte. Oberleutnant K. forderte bald nach dieser Entdeckung von Oberleutnant G vom Artillerieregiment Nr. 64 eine Erklärung; dann folgten Verhandlungen vor dem Ehrenrate des Regiments und weiterhin vom 7. Januar ab unter scharfen Bedingungen im Graupaer Forste und im vJitefer Holze innerhalb einer Woche die Zweikämpfe, aus denen der Beleidigte, der als ausgezeichneter Pistolenschütze bekannt ist, unversehrt heroorging, während seine Gegner schwer verwundet wurden. Oberleutnant K., der ebenso wie sein Sckpviegervater allgemein bedauert wird, hat in dieser schlimmen Zeit mit lleberwindung seiner seelischen Leiden Tag für Tag Dienst getan. Tas Schcidungsverfahren ist bereils im " Gange. Frau K. steht in den 20er Jahren und ist durchaus keine Schönheit. Man sagt, daß noch weitere Duelle bevorstehen. DaS Scblimmpe steht aber kost: eine Anzahl von Offizieren hat einem Kameraden die Ehre des Hauses gestohlen, hat daS HauS dessen Gastfreund- chaft sie genossen, ausS schändlichste enlweiht. Dar ist ein Vorwurf, so traurigschwer, daß jedem wirklichen Pater- land-freund fchtvül zu Mute wird. Forbach mit seinen ents-tzlichen Enthüllungen, dann daS stolze W*r' im Reiche
Germanen zur Rönre rzeit. Der Vortragende wies zunächst darauf hin, wie sehr die Lokalforschung die historischen Kommissionen unterstützen kann in dem Bestreben, unsere früheste Vergangenheit aufzuhellen. Gerade in der Umgegend von Gießen sind durch die Ausgrabungen des Oberhessischen GeschuhtsVereins höchst wertvolle Aufschlüsse über die frühgermanische Zeit gewonnen worden. Das Gießener Museum birgt in seinen unscheinbaren Fundstücken wichtige Urkunden zur frühgermanischen Geschichte. Zahlreiche Spuren frühgermanischer Dörfer verschiedenen Alters sind hier in der Gegend entdeckt worden. Von besonderer Bedeutung sind die reichen Gräberfunde an der Rödgener Straße. Der Kaiser Domitian, der den römischen Grenzwall hier in der Nähe errichtet hat, verstand es, sich mit der einheimischen Bevölkerung freundlich zu stellen, und deshalb ließen sich die Germanen so nahe cm der römischen Grenze nieder. Ein reaer Verkehr zwischen Germanen und Römern begann; die Chatten nahmen vieles von der römischen Kultur an, davon wissen die Gräberfunde an der Rödgener Straße zu reden. Damit steht eine Bemerkung eines römischen Schriftstellers im Einklang, wonach gerade die Chatten viel von der römischen Kriegskunst angenommen haben. Schließlich werfen die Ausgrabungen auch Licht auf die frühen Wanderungen der Germanen. Wie die Germanen und Germaninnen ausgesehen, wie sie sich gekleidet haben, das zeigte daun der Vortragende an einer Reihe von vorzüglichen Lichtbildern, die großes Interesse erregten. Aus den ersten Bildern war zlu sehen, wie die Römer die Germanen abbilüeten auf ihren Siegessäulen, Münzen, Bronzen u. dgl. Man konnte deutlich beobachten, wie Die Kleidung der Germanen, die anfänglich den Oberkörper frei ließen, allmählich reicher wird. Das größte Interesse erregten die Bilder, die die allgermanischen Leichelr- funde in den norddeutschen Mooren darstellten; das Bild einer gut erhaltenen altgermanisechen Hose war besonders interejsant. Das Bild eines germanischen Kriegers aus dem 5. und 6. Jahrhundert, das man auf Grund von zahlreichen Gräberfunden mit wissenschaftlicher Genauigkeit gezeichnet hat, beschloß die Reihe der vorgeführten Lichtbiwer; der Krieger jener Zeit ist von römischer Kultur schon stark beeinflußt. — Ter Vortragende hat ein sehr anschauliches Bild der Germanen zur Römerzeit entworfen; er hat gezeigt, wie die Altertumsforschung arbeitet und was *”* geleistet hat und leisten will. Seine Aufforderung an Gießener, auch weiter mitzuhelsen bei dieser AÄeit, sicher auf fruchtbaren Boden gefallen.
tag: „Ein zweites Forvach gibt es nicyt" und wenigeWochen daraufPirna! Einer der im Tuell verwundeten Leutnants soll seiner Verletzung erlegen sein. Das meldeten wir bereits. 9ieu aber ist eine Meldung der ,^!pzg. N. Nachr.", daß von Oberleutnant Krohn neun Kameraden vor die Pistole gefordert worden sind. Beim achten Pistolenduell erhielt Krohn einen Schuß durch das rechte Ohr. Bon ihm wurden mehrere Leutnants verwundet. Ter Leutnant Neumann wurde in die Brust geschossen und liegt schwer krank in seiner Wohnung, während der jüngste Leutnant des 2lrtUlerieregiments, Ger lach, einen Schuß in die Schultern erhielt. Tie Ehefrau, die das ganze Unheil angestiftet, reiste »unter Zurücklassung ihres Sohnes von chren Schwiegereltern, die sie aus dem Hause wiesen, nach Berlin, von lvo sie durch ihren Vater, einen hochange- sehenen Arzt der Heilanstalt Sonnenstein, in das Elternhaus zurückgebracht wurde. Tas letzte Duell soll, sobald es der Zustand des Oberleutnants erlaubt, sofort zum Austrag gelangen. Das Dr.s^ener Kriegsgericht dürste sich sehr bald mit der Aü Hella euheit beschäftigen. Mehrere Leutnants sollen sich in angeheiterter Stimmung bei einem Tiner über die junge Fran des Oberleutnants unterhalten haben. Ein alteret Stabsoffizier hörte die verdächtigen Bemerkungen und forderte Aufklärung. Er verständigte dann Krohn von der Dache. Die Duelle haben am Spitzberg bei Großootta, im Gottleubatal, in der Herrenleite bei Posta, im Graupaer Wald und in einem Walde bei Bodenbach stattgefunden. BekäN:'.täch liegen in Pirna die Artillerieregimenter Nr. 64 und 28.
• Lysol. Nach ministerieller Mitteilung sind, wie die „Neue Pol. Korresp? schreibt, seit dem Jahre 1899 wieder- holt Falle zur Kenntnis der Behörden gelangt, in welchen durch den Gebrauch von Lysol Schädigungen und Unglücksfälle vorgekommen sind. Außer den auf Verwechselung und unvorsichtiger Aufbewahrung des Lysols beruhenden Vergift tungen sind seit dem genannten Jahre 2 Morde, 11 Selbstmorde und 8 Selbstmordversuche durch Lysol herbeigeführt. Mit Rücksicht hierauf sind die Polizeibehörden ersucht worden, die Bevölkerung in zweckentsprechender Weise auf die mit dem Gebrauch von Lysol verknüpften Gefahren aufmerksam zu machen und insbesondere die Hebammen, welche sich dieses Desinfektionsmittels mit Vorliebe zu bedienen pflegen, sowie die Desinfektoren und Heilgehilfen anzuweisen, daß sie in jedem Gebrauchsfalle die Beteiligten über die giftigen Eigenschaften des Lysols und der gleichartigen Cresol-Ceifenlösung aufklären und vor unvorsichtigem Gebrauche oder Aufbewahren warnen.
* Gebackene Kinder. lieber eine „Heilmethode" berichten russische Blätter aus dem Bugulminsker Kreise im Gouvernement Jaroslaw. Unter den Kindern der im Kreise wohnenden Bauern herrscht eine e igenartige Krankheit, die man das „hündische Altern" nennt. Tie kleinen Kinder sind außerordentlich schwach und schlecht entwickelt, ihre Haut ist faltig, wie bei alten Leuten, sie schreien nicht, wie andere Kinder, sondern wimmern nur leise — kurz, sie machen einen sehr traurigen Eindruck. Tas kranke Kind wird nun in folgender Weise „geheilt": Eine kluge Frau bindet es mit einem Tuch auf die Brotschausel vor dem Backofen, aus dem eben das fertiggebadene Brot genommen wurde. Darauf fragt die Mutter des Kindes von draußen durch das Fenster: „Was machst Tu da?" — „Ich treibe die Krankheit aus", erwidert die kluge Frau. — „Tue das, backe die Krankheit weg!" Tas Munderweib schiebt nun den schwach stöhnenden Säug- lina tief in den heißen Ofen und läßt ihn etwa zehn Sekunden lang brüt. Tann wiederholt sich die Frage der Mutter durch das Fenster, worauf mit dem Kinde die Prozedur des Backens noch einmal vorgenommen wird. So geht es unter Umständen vier- bis fünfmal, bis das Kind keinen Laut mehr voll sich gibt. Man wickelt es dann in irgend eine Hülle — die Kur hat ein Ende genommen, das Kind auch:
Aus Stad! und Sani.
Gießen, den 18. Januar 1904.
•* Personalien. S. K. H. der Großherzog habendem Former Wilhelm Stein, in Diensten der Firma Julius Römheld, Eisengießerei, Eisenbau und Maschinenfabrik in Mainz, das Allgemeine Ehrenzeichen mit der Inschrift „Für treue Arbeit" verliehen. — Das Ehrenzeichen für Mitglieder fteiwilliger Feuerwehren wurde verliehen durch Allerhöchste Entschließung S. K. H. des Großherzogs dem Mttgliede der freiwilligen Feuerwehr zu Bürgel Konrad Mangelmann.
** Dammrutschungen. Amtlich wird uns mit» geteilt: Am 16. d. Mts., abends 6 Uhr 40 Min., fand zwischen den Stationen Gießen und Lollar in der Nähe des Haltepunktes Badenburg eine nicht unbedeutende Böschungsrutschung im Feldeinschnitt bei km 128,2 ftatt unmittelbar bei bezw. nach Passieren des von Londorf—Lollar kommenden Zuges 1039. Das Fa hrgleis wurde verschüttet, die Maschine deS Zuges entgleiste; die Reisenden des liegen gebliebenen Zuges wurden von dem auf das zweite Gleis geleiteten Schnellzug 72 aufgenommen. Der Hilfszug mit den nötigen Mannschaften traf nach 7 Uhr an der Unfallstelle ein, die Auftäumungsarbeiten dauerten bis kurz nach 12 Uhr nachts, zu welcher Zeit der zweigleisige Betrieb wieder auf genommen werden konnte. Weder Reisende noch Personal sind verletzt worden, der Materialschaden ist gering, dagegen verursachen die Auf- und Wegräumungsarbeiten der abgerutschten Massen erhebliche Kosten.
** Im Oberhessischen Geschichtsverein hielt am Donnerstag, den 14. Januar, in der großen Aula der Universität Professor Dr. K. Schumacher aus Mainz vor einer großen Zuhörerschaft einen mit lebhaftem Beifall aufgenommenen Vortrag über Chatten und andere
VermilchUs.
* Köln, 17. Jan. Das Wasser deS Rheines steigt fortgesetzt stark. Die Wupper überflutet weite Strecken. Das Hochwasier hat zahlreiche Betriebe zum Ein- stellen der Arbeit gezwungen. — Ein Mädchen erwürgte vormittags ihr neugeborenes Kind und verbrannte den Leichnam auf einem starken Herdfeuer. Hausbewohner requirierten die Polizei, welche die Festnahme des Mädchens bewirkte.
* Duisburg, 17. Jan. Heute morgen ist auf dem Hofe deS GerichtsgefängnisieS der Bergmann Wengust au5 Asberg durch den Scharfrichter Engelhardt hingerichtet worden. Wengust war wegen Ermordung seiner Brau: und deren Eltern zum Tode verurteilt worden.
* Essen, 17. Jan. (Amtlich.) Gestern morgen erfaßte die Lokomotive des Personenzuges Nr. 653 au der Strecke Saarn — Kettwig bei dem Nummerstein 8, 5 und 7 einen dem Arbeiterstande angehörigen Mann namens Johann Walierhof bei dem Versuche, den Personenzug durch Auflegen von Steinen auf das Gleis zur Entgleisung zu bringen. Das Gleis war auf ungefähr 80 Meter mit Steinen bedeckt. Der Zug hat keinen Schaden erlitten.
* Kaiserslautern, 17. Jan. Hier sind bei einem Zimme rbrande vier Kinder emes Fahrikarbeiters ums Leben gekommen.
• Paris, 17. Jan. Ein zwischen den Abgg. Sem bat und Bouchard stattgehabtes Duell verlief bei zweimaligem Kugelwechsel resultatlos.
'Madrid, 17. Jan. Als gestern eine Anzahl von Bewohnern aus Quintos über den Ebro setzen wollte, schlug das Ponton um. Neun Frauen und Kinder und ein Mann sind ertrunken.
' Wien, 16. Jan. Der gestern wegen Depotunterschlagung verhaftete Bankier August Körner wurde infolge Erkrankung und Fehlens des Fluchtverdachts aus der Haft entlassen. Die Untersuchung wird jedoch weiter geführt.
e Lemberg, 17. Jan. Hier erschoß sich gestern der 17 jährige Schüler der 7. Gymnasialklasie, Casimir ZaleSki, Sohn des verstorbenen Chefs des Handelseisenbahnbureaus. Sieben der Leiche lag ein Zettel, auf dem Zaleski als Ursache des Selbstmordes Lebensüberdruß angab, der dadurch entstanden sei, daß man ihn wegen Zigarettenrauchens vom Gymnasium ausgeschlossen habe.
'Zürich, 18. Jan. An der Straße zwischen Unter» und Oberwetzikon stürzte gestern Nacht infolge einer Gas- Explosion ein Haus ein. Drei Hausbew ohner wurden getötet, einer verletzt. Eine aus vier Personen bestehende Familie fiel aus der Giebelwohnung in ihren Betten herunter, ohne Schaden zu nehmen.
' Vom Sturm. Infolge des Sturmes stürzte auf der Hildener Gewerkschaft bei Düsseldorf eine Giebeuvand ein. Em Maurer wurde getötet, zwei schwer verletzt. — In Worms hat der heftige Sturm von dem zweistöckigen, 30 Meter langen Fabrikgebäude das ganze, etwa 90 Zentner chwere Wellenblechdach mit einem Ruck emporgehoben und zur Erde geschleudert. Bis auf 80 Nieter Entfernung wurden Fenster zerstört und Niauern und Dächer beschädigt. Menschen ind nicht verunglückt.
Es starben an: Zusammen:
Lunqenmberkrlkose 1 (1)
Mllranuberkulose 1
Masern 1
Bronchitis 1
Krebs 1 (1)
Altersschwäche 1
Erwachsene: im vom
1. Lebensjahr: 2.—15. Jahr
KD — — 1
- — 1
1 — —
1(D -
1 — —
Summe
6 (2)
4 VZ) 2


