vorcunMen \OTettcii tiijoigc oer eryoyren iceftit) prita^in g, Mürben bnrd) BertvaltungSaus>g<lben nun n: ehr auf andere shreife übertragen n-erden muß.
Air Wirkung mihlungenrr Angriffe.
(Zur Lage am Scha-ho.)
Sein Feldherr unserer Zeit wird völlig Herr des Em bruSs werden können, den vergebliche Angriffe auf ihn und leine Truppe machen. In Suworows Manier, einen miß^ glückten Versuch immer mit denselben Truppen in der gleichen Weise mit dem einfachen Befehl: „Drauf!" zu wiederholen, ist bei heutiger Feuerwirkung ausgeschlossen. Auch ein Führer von so erprobter Energie wie General Kuropatkin kann nicht ein Heer von Hunderttausenden zu immer neuen Angriffen vorreißcn. So erklärt es sich, daß er, obwohl zurzeit trotz der schweren Verluste, die ihm die Oktoberkämpfe gebracht haben, den Japanern immer noch erheblich überlegen, nicht zu neuen Angriffen schreitet.
Auch Grant verzichtete, nachdem er im Mai und in der ersten Hälfte des Juni 1864 bei immer wiederholten Angriffen auf die verschanzten Stellungen Lees von 150 000 Mann der Potomac-Armee 50000 Mann verloren hatte, auf weitere Angriffe und schritt zu einer Umgehung der Kvnsöderierten unter vollständigem Wechsel der Operationsbasis mit Hilfe der Flotte. £orb Roberts übernahm im südafrikanischen Kriege den Oberbefehl, als die englischen Waffen die ersten Mißerfolge in Natal und bei Magers- fonteilt erlitten hatten. Er hegte infolgedessen nur geringes Zutrauen in die Angriffsfähigkeit seiner Infanterie und trachtete im wesentlichen durch weit ausholende Umgehungen zum Ziele zu gelangen. Seine Befehle zum Angriff enthielten später, nachdem auch bei Paardeberg der englische Ansturm abgewiesen war, vielfach den Zusatz: ..Wenn dies ohne große Verluste möglich ift". Gleich zu Anfang die Muren mit vernichtenden Schlägen zu treffen und dadurch den Krieg rasch zu beenden, war mtf diese Weise freilich ausgeschlossen.
Nun haben von Anbeginn die Russen sicherlich weder in dem jetzigen Kriege noch im letzten Balkanfeldzuge Verlustscheu gezeigt, aber auch bei Plewna ließen sie es, nachdem ihre Anariffe zum dritten Mal gescheitert waren, bei einer Blockcwe bewenden, wiewohl sie den Türken Mitte November 1878 allein an Infanterie um das doppelte überlegen waren. Auch dort haben sie volle zwei Monate angesichts des Feindes in Erdhütten ausgedanert. Dieses Verfahren behielt Totleben, der berühmte Verteidiger Se- rvastopols, bei, als er am 5. Oktober 1878 die Leitung der Armee vor Plewna übernahm. Er ließ sich dann in dem einmal gefaßten Entschluß in keiner Weise beirren, wiewohl, nachoem die Truppen ausgeruht und Verstärkungen eingekrpffen waren, sich im russischen Lager mehrfach Stimmen für einen erneuten Sturm erhoben. Sie machten sich in verstärktem Maße geltend, als auf dem kleinasiatischen Kriegsschauplätze in der Nacht vom 17. zum 18. dtovember Kars erstürmt worden war. Die großen Verluste, die General Gurko am 24. Oktober beim Angriff auf (Storni Dllbniak im Nucken der Plewna-Stellnug erlitt, hatten Totleben lediglich in seiner Ansicht bestärkt. Ihm war der Glaube an die Angriffskrast der russischen Fn- fanterie, gegen einen Feind, dessen Stärke er allerdings erheblich überschätzte, abhanden gekommen. In seiner Beharrlichkeit, sich Plewna gegenüber auf die Blockade zu beschränken, fand er stets Rückhalt bei Kaiser Alexander II., der von den Opfern, die die vergeblichen Angriffe gefordert hatten, auf das tiefste erschüttert war.
Das militärische Urteil wird gleichwohl dahin lauten, daß hier bei Totleben das Gefühl gesteigerter Verantwort- Üchkeit eine übertriebene Vorsicht gezeigt hat. Moralisch konnte der Stillstand vor Plewna die Truppe nur ungünstig beeinflussen ebenso wie sie jetzt in ihren Erdhöhlen am Scha-Ho schwerlich an Offensivgeist gewinnen wird. Solch hinhaltendes Verfahren, wie es vom 13. September 1877 ab vor Plewna angewendet wurde und wie es jetzt ählich, wenn auch unter anderen Umständen, in der Mandschurei auf beiden Seiten in die Erscheinung tritt, kann bei der Natur des Kriegsschauplatzes als erklärlich gelten, es kann durch die Umstände erzwungen fein, aber ?s wird daneben stets von Schwächen der Unterführer ober der Truppe, sowie von voransgegangenen Fehlern, ei es der Organisation der Streitkräfte oder ihrer Ver- Dendung zeugen. Man muß sagen: Kriegführen im Ngentlichen Änne ist solches Verfahren jedenfalls nicht, .o wenig auch ein aus der Ferne abgegebenes absprechen- ^es Urteil über Feldherrn angebracht erscheint, die unter >em Druck schwerster Verantwortung und widrigen Um- tänben vor den Augen der ganzen Welt zu handeln be- nifen sind.
Die Handlungsweise der Russen sowohl wie der Ja- laner mag angesichts der bestehenden Verhältnisse begreif* ich erscheinen, vorbildlich für künftige europäische Kriege »ft # sie jedenfalls nicht. Auch auf einem europäischen Kriegsschauplatz ist gewiß die Möglichkeit nicht ausge- chlossen, daß sich für Teile der Gesamtfronten ein Stellingskrieg entspinnt, für die Entscheidung aber werden !lach wie vor die Beweglichkeit und Angriffsfähigkeit der truppen und vor altem das geistige Schaffen nnb die Kühnheit der Führung den Ausschlag geben.
Aus Stadt und Land.
Gießen, 17. Dezember 1904.
* Se. K. Hoh. der Großherzog hat sich gestern lachmittag per Automobil in Begleitung der Prinzessin Eleonore und ihres Bruders, Grafen Solms, von Lich pieber zurück nach Darmstadt begeben. In Frankfurt nachten die Herrschaften verschiedene Weihnachtsein- 'äufe. Prinzessin Eleonore reifte abends wieder nach Lich zurück; sie traf mit dem Achtuhrzug von Frankfurt in Gießen ein, wo sie mittels Wagens weiterreifte.
•• Ein „Verwandtschaftsverhältnis" teilt man unS als „Kuriosum" mit. Ein „allerdings recht entfernter Vetter" I. D. der Prinzessin Eleonore, der Braut S. K. H. des Großherzogs, Prinz Alexander zu Solms- •Braunfels, ift seit 1891 der Gatte der — durch einen Akt des Chefs des Solmsschen Hauses für ebenbürtig erklärten r- Freiin Esperance von Erlanger, einer Angehörigen der bekannten Frankfurter Freiherrnfamilie. — Dazu ift zu bemerken, daß die „Verwandtschaft" zwischen den fürft* ichen Familien zu Lich und zu Braunfels aus dem 1 5. Jahr- hundert herrührt. Stammvater des Braunfelser Bernhardi- jrf)tn Stamme® ist der 1459 verstorbene Graf Bernhard, Stammvater deS Licher Iohcmnjchen Stammes der 1457 -erstorbene Graf Johann.
•• Die Weihnachtsarbeiten der Alieeschule ind heute und morgen von 11 bis abends 6 Uhr im SchulgebÜde am OSwaldSgarten für jedermann ausgestellt. Es sind nur Schülerinnenarbeiten, wovon besonders die Stickereien, Tiefbrandmalereien und Schnitzereien Interesse erregen.
** In der Gemälde-AuSstellung am Brand sind voll heute an wieder eine Anzahl Bilder neu ausgestellt, u. a. „Enten im Schatten" von A. Koester-Klausen, „Bei Dachail" von O. Le ti-München, „Die Havel" vonH.Lisht- Charlottenburg. Von Marie Becker-Darmstadt fiub fünf Porträts ausgestellt. Kommende Woche gelangt ein Teil der eit 8 Tagen ausgestellten Gemälde zur Weitersendung.
** Ein Damenorchester hat lt. Inserat gestern im Cafö Ebel einige Gastvorstellungen begonnen. Die aus 5 Damen und 2 Herren sich zusammensehende „Familie Beck" erfreute gestern bereits eine dankbare Zuhörerschaft mit ihren musikalischen Vorträgen. Heute und morgen abend von 8 Uhr an werden die Vorstellungen fortgesetzt, die sich gestern schon sehr gut eingeführt haben. Daß Damenorchester verdient besonders auch am Sonntag von Familien besucht zu werden.
Mainz, 15. Dez. Von der Mainzer Bevölkerung gibt der soeben erschienene städtische Rechenschaftsbericht interessante Einzelheiten. Die Bev ölkerungs ziffer Ende des Jahres 1903 kann auf rund 89500 Personen angenommen werden. Die Zahl der Eheschließungen steht mit 757 nur um eine hinter dem Vorjahr 3111*1'1 cf. Geburten waren 2496 zu verzeichnen. Unter den Eben befinden sich eine zwischen einem Israeliten und einer Christin. Insgesamt sind im Jahre 1903 in Mainz 1642 Personen gestorben gegen 1694 im Vorjahr. 853 der Verstorbenen waren männlichen, 789 weiblichen Geschlechts. — In den verschiedentlich ausgearbeiteten Projekten zur Verbesserung der Garderobe- verhältnisse im Stadttheater wurde bereits in überzeugendster Weise nachgewiesen, daß eine solche nicht anders als durch einen größeren Umbau sich bewerkstestigen läßt. Mit Verfügung der Bürgermeisterei vom 11. Juli 1903 wurde daS Hochbauamt mit der Ausarbeitung eines Projekts 311m Umbau des StadttheaterS zwecks Verbessenmg der Garderobeverhältnisse und Vermehrung der Feuersicherheit beauftragt. Die Gesamtkosten des Umbaues sind 31t 360000 Mk. veranschlagt. Das Projekt hat mittlerweile bereits die Genehmigung des VauausschusseS sowohl, als der Theaterdeputation gefunden. Der städtische Zuschuß zum Theater betrug im letzten Jahr 111 935 Mk. 61 Pfg. Die Betriebsergebnisse deS Thcaterunternehmens waren alisweiL- lich der Angaben der städtischen Kontrolleure folgende: Spielzeit 1903/04 Einnahme 222 188 Mk. 30 Psg., Ausgabe 199 354 Mk. 67 Pfg., mithin Ueberschuß 22 883 Mk. 63 Psg. Darin sind die Einnahmen aus den Auffühnmgen an auswärtigen Bühnen nicht mitenthalten. (M. Tgbl.)
Vermochtet*
• Frauenduelle. Man schreibt auS Paris: Seitdem die hiesigen Militäraufreglingen den Streit der Parteien wild cntfeffelt haben, vergeht kaum ein Tag, an dem nicht ein oder mehrere Duelle mit viel Aufmerksamkeit — aber selten mit Besorgnis — verfolgt werden. Ein Duell ist in Frankreich nichts Gefährliches; e§ ist gar nicht darauf verrechnet, einen tätlichen Ausgang zu gehmen, und die Angehörigen sind auch immer über das Schicksal der Kämpfenden völlig beruhigt. Um so mehr Aussehen erregte kürzlich hier die Erzählung von zwei Amerikanerinnen, die sich duelliert hatten, und zwar so außgiebig, daß eine von ihnen gefallen war. Frau Richards und Frau Demers, bFc sich schon feit langer Zeit anfeinbeten, hatten einen besonbers heftigen Streit, bei dessen Ende sie sich entschlossen, die Sache im Duell auszugleichen. In einer der abgelegenen Straßen der Stadt Cheyenne trafen sie mit ihren Zeuginnen zusammen, und nachdem einige Kugeln gewechselt worden waren, siel Frau Demers, tätlich verwundet. Sie erlag ihrer Verletzung einige Stunden später. Hier in Paris wirb das von vielen sehr anerkennenswert gefunben, die anderen aber zucken nur die Achseln und machen den Vorschlag, die Ucberlcbenbc als wahnsinnig unter Aufsicht zu nehmen.
* Don Juan in der Klemme. Luigi Volteggio aus Montenegro d'Asti ist der Ton Juan dieses italienischen Städtchens, der Schrecken der Ehemänner und die Sehnsucht der Damen, die in ihm das non plus ultra der Eleganz in der Kleidung und beim Tanzen erblicken. Eines der Opfer seiner Unwiderstehlichkeit war eine hübsche Blondine, mit derer gern tanzte. Als er eines schönen Abends vor dem Halise der Angebeteten promenierte, sah er die Tür halb angelehnt und beschloß, die günstige Gelegenheit 31t benutzen, zum Liebchen zu schleichpn. Er trat in das Haus ein, schloß hinter sich das Tor, zog sich die Schuhe aus, um jedes Geräusch zu ücrpicibcn und huschte mit den Schuhen in der Hand derjenigen Tür des Korridors zu, hinter der sie, wie er vermutete, fein mußte. Leise öffnete er die Tür. Aus einem Bette hörte er tiefe regelmäßige Atemzüge! Eildlich! Er trat einen Schritt in das Zimmer, da erhob sich au§ dem Bett lang und langsam eine weiße Gestalt mit einem mächtigen schwarzen Schnauzbart und waif sich plötzlich mit einem wilden Gebrüll auf den Eindringling. Der 9(crmfte mußte die Stiefel fallen lassen, uni sich seines Angreifers zu erwehren. Schließlich gelang es ihm, sich auch loSzureißen, die Stiefel wieder an sich zu nehmen un,d datz Weite zu suchen. Schmähliches Verhängnis! 9U6 Don Inan in einer sicheren Ecke die Stiefel wieder anlegen wollte, sah er zu seinem Entsetzen, daß es die des anderen waren und feine eigenen die Anklage auf ihn richten würben. Und so geschah es auch. Da niemandes Schuhe in der Stadt eleganter und zierlicher roaren, wurde Don Juan als ihr jetzt höchst unglücklicher Besitzer entdeckt und wegen Hausfriedensbruches angeklagt. Der Gerichtshof von Asti war aber gnädig mit ihm, betrachtete seine Liebesleidenschaft, die durch den Genuß von Spirituosen erhöht war, und sein einwandfreies Vorleben als Milderungsgrund und verurteilte ihn zu zwei Monaten Gefängnis, indem er gleichzeitig von dem Recht der bedingten Verurteilung Gebrauch machte, d. h. Don Juan braucht nach aem neuen ' italienischen Gesetz die Strafe nicht anzutreten, wenn er sich zwei Jahre lang gut geführt hat.
Universität Gießen.
Zweites Verzeichnis der neu eingeschriebenen Studierenden, ft. Theologische Fakultät.
H. Plattner, Stolzenburg, Stephanftr. 80.
b. Iuristiscbe Fakultät.
R. Machenheimer, Schornsheim, Goethestr. 48.
R. Schlamp, Nierstein, Bleichstr. 14.
c. Medizinische Fakultät.
F. Allendori. Med., Gießen. Franksurterstr. 7.
E. Bonzel, Med., Olpe, föohnannftr. 4.
P. Elze, Tierhlk., ErmeSleben. Bleichstr. 13.
K. Emden, Med., Schaaken, Ebelstr. 28.
.£). FerniS, Aled., Isselburg, Ludwigstr. 31.
K. Franzke, Tierhlk., Schreibendorf, Bahnhosstr. 38.
L. HaSbach, Med., Gießen, Moltkestr. 2 a.
Ö. Hölzinger, Med., Langenau, Liebigstr. 68.
I. Horn, Aled., Herbern, Klinikstr. 21.
H. Klee, Tierhlk., Karlsruhe, Ludwigspl. 14.
W. Meese, Tierhlk., Schale, Bleichstr. 8.
K. Ravensberg, Med., Gtocfien, Löberstr. 19.
I. Rhode, Tierhlk., Tilsit, Erednerstr. 37.
A. Schleich, Tierhlk., Schwabach, Lindenplatz 11.
H. Seemann, Tierhlk., Rogasen, Hitlebrandstr. 2.
S. Simonsen, Med., Fedstedt, Goethestr. 33.
Th. Sudhoff, Med., Herdern, Frankfurterstr. 69.
E. Weißer, Tierhlk., St. Georgen, Lindenplatz 11.
M. Wiebeck, Med., Neuhaldensleben, Frankfurterstr. 25.
H. Wiese, Tierhlk., Luckenwalde, Erednerstr. 36.
I. Wunderle, Tierhlk., Augsburg, Westanlage 17.
E. Zorn, Tierhlk., Fürth, Dammstr. 24.
d. P hi l 0 s 0 p h i s ch e F a fit 11 ä t.
R. Andrs, Ehern., Hirschhorn, Griinbergerstr. 10.
H. Anthes, Ehem., Frankfurt a. M., Ludwigstr. 40.
H. Außel, Landw., Münster i. W., Stephanftr. 42.
W. Backhaus, Naturn^ Hagenau, Walltorstr. 35.
K. Bezold, Naturw., Alainz, Vruchstr. 11.
G. Busch, Math., Darmstadt, Bleichstr. 3.
F. Eurlelte, N. Phil., Karlsruhe, Ludwigstr. 26.
O. Deibel, N. Phil., Gießen, Echiffenbergeriveg 16.
P. Engelhard, Naturw., Frankfurt a. M., Weftanlage 39 91. Fricke, Math., Frankfurt a. M., Griinbergerstr. 13.
N. Froelich, Kl. Phil., Gießen, Ludwigstr. 34.
I. Gans, N. Phil., Frankfurt a. M., in Frankfurt a. M.
K. Hahn, Naturw., Gießen, Löberstr. 17.
L. Lich, Math., Darmstadt, Marktplatz 20.
E. Lindenbaum, Ehem., Frankfurt a. M.
V. Lotz, Ehem., Urberach, Bruchstr. 16.
K. Manus, Ehem., Großen-Buseck, Griinbergerstr. 31.
A. Rausch, N. Phil., Friedberg, Griinbergerstr. 8.
?l. Schneider, Naturw., Marxloh, in Wetzlar.
O. Steuernagk, N. Phil., Nainrod, Ludwigstr. 12.
W. Stumpf, Math., Lauterbach, LudwigSpl. 3.
A. Zorn, N. Phil., Darmstadt, Bahnhofstr. 2.
Hlniverfitäts-Machrichlen.
— Der 0. Professor der Geschichte und Literatur an der Technischen Hochschule in Darmstadt Prof. Tr. Otto^.Har- nack erhielt einen Ruf an die Technische Hochschule in Stuttgart.
— In Greifswald ist der Altertümerforscher Professor Tr. Theodor Phl, 78 Jahre alt. gestorben
Wien, 15. Dez. Ter Professor der Altertumswisscnschasten Tr. Emil Scano ist heute infolge eines Herzschlages gestorben.
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Landwirtschaft.
Eine Ausschußsitzung des landwirtschaftlichen, Vereins für die Provinz Ober Hessen fand gestern! im Hotel Prinz Karl in Gießen ftott. Unsere hessisch.n Abgeordneten, soweit sie Mitglieder des Ausschusses sind — es sind deren vier — fehlten da die 2. Kammer in Darmstadt tagte, ebenso fehlten die beiden Reichstagsabgeordneten, die dem Ausschuß angchören. Trotzdem war der Versammlungsraum gut besetzt. Die Eröffnung der Sitzung durch den Präsidenten erfolgte nm 3 Uhr, und sie konnte dank dem glatten Verlauf der Verhandlungen um 5 Uhr geschlossen werden. Es wurden 41 Mitglieder neu a u s g e n 0 m rn e n . die Rückversicherung unserer W^detierc, die der Provinzialvereiu in Selbswersicherung hat, besprochen, für die Abhaltung einer Landesausstellung in Mainz 1905 ein Beitrag von ca. 7000 Mk. zu gesagt und ein Betrag von 5500 Mk. vorgesehen zur Beschickung der Landesausstellung in Main; mit landwirtschaftlichen Produkten. — Die summarische Uebersicht der Einnahmen und Au § g ab e n im Rechnungsjahr 19 0 3/1 9 0 4 gnb zu Ausstellungen keinen Anlaß. Die Anerkennung des Verbandes der Schweinezüchtcrverelne m der Provinz Oberhessen erfolgte ohne Widerspruch. Die gefchastlicheu Angelegenheiten, soweit sie zur Sprache kamen, boten lern allgemeines Interesse. — Montag, den 19. Dezember nachmittags §1/4 Uhr findet in Hungen die Hauptversammlung des landwirtschaftlichen Vezirksvereins fur den Kreis Gießen statt unter dem Vorsitz von Geheimrat Provinzialdirektor Dr. Breidert. Unter anderem wrrd m Erledigung der Tagesordnung auch über b.c Eröffnung des Alsfe l d e r Getreidelagers gesprochen. Tr. Eisevms wird im allgemeinen die Getreidelagerhaussrage behandeln Es ist den Interessenten in der Provinz dringend Zu empfehlen, die Sitzung zu besuchen.
Eingesandt.
fFür Form und Inhalt l'er unter i-s - Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redakti-m d-m Publikum gegenüber feiner!« Verantwortung.)
Es ist in den letzten Tagen viel Lärm geschlageit worden über eine angebliche Aeußerung des Ober-Post- d i r e k t 0 r s oder eines anderen höheren Postbeamten in Darmstadt, daß „in Gießen ohnehin schon Dreck genug sei". Sogar der Herr Oberbürgermeister hat geglaubt, in öffentlicher Stadtverordnetenversammlung gegen solche Verunglimpsilng der Stadt Gießen Einspruch 'erheben zu müssen. Ich bin der Ansicht, daß die erhobenen Vorwürse an die unrichtige Adresse gerichtet sind. Angenommen, die Aenßerung hat wirklich so niV* lautet, so steht doch fest, daß sie gesprächsweise gefallen ist und nicht für die Oefsenttichk.'it bestimmt war. Sie ist vn'mutlich auch gar nickt so bös, sondern mehr scherzhaft gemeint gewesen., Ich habe schott manchen guten Gießener sich ähnlich äußern hören, sogar am öffentlichen Biertisch. Nicht durch die Bemerkung an fich ist der gute Ruf der Stadt geschädigt worden, sonderit erst durch ilyre Veröffentlichung, nach dazu in einem auswärtigen Blatte. Mau sollte also nicht so sehr gegen den Urheber dieser Aenßerung sich entrüsten, als vielmelw gegen bicienigen, die sie weiterverbreitet und in die Oeffentlichkeit gebracht haben.
Anmerkung der Redakt ion. ,.Nicht so sehr — als vielmehr", sagt der Herr Einsender. Wir meinen indes: „sowohl — a l s au ch". Der Herr Oberpostdirektor hätte sich die Leute auscheu sollen, ehe er die Worte sprach die, veröffentlicht, mit Recht böses Blut machen mußten. Es ist doch ein großer Unterschied, ob ein „guter OÜeßener am Biertisch", oder ob ein M"mn in der Stellung eines Oberpostdirektors in seiner amtlichen Eigenschaft solche Worte Leuten gegenüber äußert, die nichts Eiligeres zu tun haben, als sie an die große Glocke zu hängen. Als die beiden Gießener Herren uns gegenüber jene angcbliclM Worte des Oberpoßdirektors empört erwähnten, da trugen wir gleich erhebliche Zweifel, ob sie überhaupt gesallen seien. Indes mußten wir annehmen, daß die Art der Erwiderung des Ober* postdircktors nicht die rechte gewesen sei, und den bedauernden Worten unseres Oberbürgermeisters wird gewiß jeder Meßener zusttmmen.


