Ausgabe 
17.12.1904 Fünftes Blatt
 
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Nr. SN?

Fünftes BlE

L34. Jahrgang

Erschetul tSgltti) Ausnahme des Sonntags.

DieSiebener §amilienbl3tdrr" werden dem »Anzeiger viermal wöchentlrch beigelegt. Der «Heistlch« Landwirt* erscheint monatlich einmal.

Samstag 17. Ds^ember' 1904

Rotationsdruck und Bertag der Brühl'ich« UnwerütätSdruckeret. tft Lang«. Gieß«.

Reüaktton, Expedition u. Druckerei Schulstr.7.

$eL Nr. 6L Lelegr.-Adr.» Wn$ctgei Gietzen,

General-Anzeiger, Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen.

Votttifche Tagesschau.

Der rote Knigge.

Seit wann haben Sie zum letzten male Ihren Knigge gelesen?" So fragt man wohl ironisch, wenn man bei Je­mand des Europäers übertünchte Höflichkeit vermißt. So können sich auch die Sozialdemokraten unter einander fragen und sich gegenseitig das berühmte Buch über den Umgang mit Menschen zu Weihnachten schenken. Oder es wird von Parteiwegen ein offizieller Neudruck des Werks veranstaltet mit Bemerkungen von Bebel und Kautsky, unter besonderer Berücksichtigung des modernen politischen Verkehrs und des politischen Kainpfes. Warum sollte der Parteivorstand, der so vieles entscheidet und reglementiert, nicht auch einer solchen wichtigen Angelegenheit seine Fürsorge zuwenden?Diese Kampfesweise muß aufhören", dekretierte der Parteivorstand im ©ommer, als die Auseinandersetzungen der Genossen nach dem Dresdener Parteitag gar zu urwüchsig, gar zuherzerfrischend deutlich" wurden. Das ist leicht be­fohlen aber wie es gemacht werden soll, dafür hat der Parteivorstand kein Rezept angegeben. Auf die innere Stimme ist kein Verlaß. Die innere Stimme gebietet dem Genossen, mit so kräftigen Ausdrücken, wie sie zur Verfügung stehen, seine Meinung zu sagen, eine Katze nicht einen Löwen zu nennen und einen Hansnarrn nicht ein interessantes Original. Wie? hat man nicht die vernichtendsten Worte in Bereitschaft gegen denreaktionären Klüngel" der bürgerlichen Parteien? Braucht man mehr als einen Augenblick Besinnung, um zehn Sätze hintereinander zu bilden mit knüppeldicken Offenherzigkeiten an die Adresse dieser Gegner? Darf der Genosse nicht zum Genossen Dummkopf sagen, dann pfeift man auf die ganze Verbrüderung! Das ist ja der Vorzug des vertraulichen Du, das in der Sozialdemokratie noch viel weiter verbreitet ist als in der Freimaurerei, daß keiner aus seinem Herzen eine Mördergrube zu machen braucht. Und schließlich: man bleibt in der Uebung ... Da kommt der Parteivorstand und stört die Gemütlichkichkeit und Ungeniert­heit der gegenseitigen Aussprache durch das Geheiß, diese Kampfesweise müsse aufhören. Also kein rauhes Kriegswort mehr, keinbuben haft",schamlos",feige", nieder­trächtig",erbärmlich", kein bildlicherFußtritt", kein realistischerHinauswurf" mehr! Was bleibt da noch übrig, um mit der gehörigen Klarheit und Unumwunden- heit dem Genossen zu bedeuten, er habe Unrechts

Wie gesagt, der Parteivorstand hat die Pflicht und Schuldigkeit, ein Arsenal von anderen, als ehrenvoll appro­bierten Waffen zu besorgen, wenn die alten wuchtigen Klingen fürder nicht gebraucht werden sollen. Wenn nur die Zukunfts- Verfaffer des roten Knigge, sturmgewohnt und derbe, wie sie sind, über ihrer Aufgabe stehen! Am Ende hilft die offizielle Einführung des Sie und des Titels Herr, statt Genossen, mildere Sitten zu verbreiten? Wir vernahmen einmal ein Grspräch zwischen einem älteren und einem jüngeren, neu eingestellten Bahnarbeiter. Der ältere erklärte seinem Kollegen:Du mußt nicht Sie zu mir sagen, sonst bist Du kein richtiger Genosse." Darauf erwiderte der Belehrte:Ich habe einmal zu Einem D u gesagt, und der hat mich immer verhauen!" In der Antwort lag eine Fülle praktischer Erfahrung. Nun das Gegenstück. Auf einer Sonntags- Landpartie sahen wir eine Gruppe festtäglich gekleideter Arbeiter. Die begrüßten sich, obwohl sie sich offenbar gut kannten, mit der zeremoniösen Feierlichkeit der Edlen von Brabant imLohengrin", die WorteMeine Herren!" fanden eine etwas reichliche Anwendung in diesem Kreise aber wir hatten das Vergnügen, .am späten Abend die Ausflügler wiederzusehen, und obwohl sie sehr aufgeräumter Stimmung waren, blieb der Verkehrston unverändert höflich. Es waren wohl unorganisierte Arbeiter.

In der Sozialdemokratie hat die Vertraulichkeit und Brüderlichkeit, die oft mehr offiziell, als Wunsch ist, die Höflichkeit heruntergebracht. Durch ein Machtwort des Partei­vorstandes kommt sie nicht wieder zu Ehren.

11. Sitzung der Großh. Handelskammer Gießen, für die Kreise Gießen, Alsfeld und Lauterbach.

Protokoll-Auszug.

Gießen, 13. Dezember 1904.

Anwesend die Herren: Kommerzienrat Koch, Vorsitzender, Kom­merzienrat Heichelheim, stellvertr. Vorsitzender, Grünewald, Hoos, Jhring, Nowack, Ramspeck, Rinn, Kommerzienrat Schirmer, Sleinecke, Wallach, Zurbuch, sowie der Syndikus Tr. Knipper und Assessor Tr. Fink. z ,

1. Aus dem Geschäftsbericht ist folgendes mitzuteilen: a. Tie Ergänzungswahlen der Handelskammer haben sämtlich die Bestätigung Großh. Ministeriums des Innern erhalten.

b. Wegen der V erz ö g e rnn g in der Vermittelung telephonischer Gespräche von Gießen mit Frankfurt a. M. während der Vormittagsstunden hat die Handelskammer wiederholt Eingaben an die Postver­waltung gerichtet. Auf eine nochmalige Beschwerde ist ihr mitgeteilt worden, daß die Inbetriebnahme der neuen Leit­ung zwifchcn Frankfurt a. M. und Gießen dadurch ver­zögert werde, daß die Zustimmung der Königs.,Eisenbahn­direktion Frankfurt a. M. zur Führung der Leitung durch den Bahnhof in Gießen noch nicht erlangt werden konnte.

c. Zur Erleichterung des Postverkehrs hat die Kammer eine weitergehende Bekanntgabe der von Gießen abgehenden Züge, in denen Pakete und Briefschaften be­fördert wert en, sowie der Auflieferungsfristen zu den einzelnen Zügen angeregt.

t>. Tie vorgeschlagene Einrichtung des Sprech Verkehrs Alsfeld-Dortmund wird nach Mitteilung der kais. Obcrpostdirektivu Darmstadt voraussichtlich demnächst er­folgen. Tie Einbeziehung von Essen (Rühr'! in den Svrechbercich von Alsfeld ist dagegen bei der Lage dieser Orte im Leitungsnetze nach den jetzigen Bestimmungen nicht zulässig.

e. Für den S o mm e rfa h rpl a n 19 05 hat die Handels­kammer u. (rr. beantragt: Anschluß des Frühzuges 791 Friedberg-Marburg (Gießen ab 5.43 morgens, Marburg on 6.29^ an den 6.24 von Marburg abgehenden Zug 475 Marburg-Warburg:

Anhalten des Spätzuges 531 Gießen-Fulda (Gießen ab 9.16 abmdsl in Rödgen;

Anschluß des et) ent. neuen Zug Paares Köln-Gießen au die Züge der L-nie Gießen-Fulda.

f. Dem Großh, Ministerium ter Finanzen wurde auf sein Er­suchen ein eingehendes Gutachten über die Lage der H o ch o f e n i n d u st r i e imb des Eisenerzbergbaues im Bezirke der Handelskammer mit Nm-licht auf die bean:^ gten Frachtermäßigungen für Kohlen und Koks erstattet.

g. Bei dem Großh. Polizeiamt Gießen hat die Kammer bean­tragt, die Festsetzung der A u s n a h m e t a g e für das Jahr 1905 in derselben Weise wie für das laufende Jahr vorzunehmen.

h. Dem Großh. Landgericht der Provinz Oberhessen wurde ein Sachverständiger für einen Prozeß in Vorschlag gebracht.

2. E n t w u r f e i n e r M a ß - u n d G e w i ch t s o r d n u n g.

Bei der Beratung dieses Entwurfes in der Kommission des T-entsch-en Handelstages, bctr. Kleinhand"l, war von einer Seite die amtliche Eichung von Bierfäßern bekämpft worden. Ta von anderen Seiten die Ausdehnung der Eichung auf Fässer für Branntwein imb Essig befürwortet wurde, so hatte der Deutsche Handelstag die Handelskammern um eine Auskunft hierüber ersucht. Tie Kammer beschloß, dem Deutschen Ha.ndelstage entsprech-end ihrem früheren Berichte an das Großh. Ministerium des Innern mitzuteilen, daß von den Brauereien ihres Bezirks gegen eine staatliche Eiche der Bierfässer nickts eingewendet würde, voraus­gesetzt, daß den Brauereien gestattet würde, auch dann unter amtlicher Kontrolle selbst zu eichen. Sollte dagegen die private Eiche nicht gestattet werden, dann würde von den hiesigen Brauereien besürrwrtet, ümi einem Eichzwanoe für Bierfässer ab- znsehen und es dem Ermessen der einzelnen Brauereien zu über­lassen, ob sie eichen wollen oder nicht.

Ferner beschloß die Kammer, fiu)t gegen die Ausdehnung des Eichzwanges auf Fässer für Branntwein im allgemeinen auszu­sprechen, da der Großhandel die Gewic-tsermittelung der Be­rechnung zu Grunde legt. Auch für Essigfässer kann die Ein­führung des Eichzwanges nicht empfohlen werden, da Essig immer mehr nach Gewicht, auf größere Entfernungen einschließlich Fastage, gehandelt wird und überdies die Eichgebühren nicht ohne Einfluß auf die Preisbildung des 9frtife:§ bleiben würden. Dagegen beschloß die Kammer, die Ausdehnung der staatlichen Eiche auf Fässer für Trinl'branntwein zu befürworten. Doch ist für solche Fässer eine ziemlich lange, etwa fünfjährige Frist für die Nacheiche zu gestatten.

3. Reform des Wechselprotestes. Tie Bestimmung des Art. 87 der Wechselordnung, daß jeder Wechselprotest durch einen Notar oder Gerichtsbeamten ausgenommen werden muß und die umständlichen Formalitäten, die mit dem Protest verbunden sind, entsprechen in keiner Weise den Anforderungen des modernen Verkehrs. Auswärtige Staaten haben daber auch schon längst wesentliche Vereinfachungen des Weci.selfwotestes zur Durchführung gebracht. Zur Reform des Wechselprotestes m Deutschland haben die Aeltestcn feer Kaufmannschaft von Berlin in einer an den Reichskanzler gerichteten Eingabe folgende Aenderungen in Vor­schlag gebracht:

1. Vereinfachung des bisherigen Brotestverfahrms durch Vor­nahme eines entsprech"nden Vermerkes auf dem Wechsel selbst oder auf einer Allonge.

2. Zulassung des Postvrotcstes an Stelle des Protestes durch einen Notar oder Gerichtsbeamten.

3. Zulassung des Privatprotestes bei Jnlandswechfeln an Stelle des Protestes durch einen Notar, Gerichts- oder Post­beamten.

Tie Handelskammer beschloß, diese Vorschläge zu unterstützen, da die Neformbedürftigkeit des jetzigen Wechselprotestes auch von der hiesigen Geschäftswelt anerkannt wird.

4. Verzögerung derNechtsprechungdurchNeber- bürdnng des Oberlandesgerichts Tarmstadt.

Infolge der Ueberbürdung des Oberlandesgerichts Darmstadt wird die Erledigung von Prozessen bv h weite Hinausschiebung der Termine in außerordentlichem Maße verzögert. Unter dieser Verzögerung der Rechtsprechung leidet nickt nur das Rechtsleben, sondern alle Erwerösstände werden biird) die Verspätung der Rechtshilfe benachteiligt. Da die Ueberbürdung tus Oberlaudes­gerichts nicht vorübergehend und durch außergewöhnliche Arbeits- Überhäufung bedingt ist, sondern, wie die Statistik und die Er- fahrung lehren, schon seit Jahren besteht, so hielt die Kammer die Errichtung eines neuen Senats beim Oberlandesgericht für dringend erforderlich und beschloß in diesem Sinne eine Eingabe an das Großb. Ministerium der Justiz zu richten.

5. Urheberrecht an Kat a l o g e n u n d P r e i sli sten.

Bezüglich der Strafbarkeit des Nachdruckes industrieller Preis­listen und Kataolge herrscht gegenwärtig in der Rechtsprechiu.ng eine große Unsicherheit Der Deutsche .Handelstag hatte auf Ver­anlassung der Handelskammer Hannover zur weiteren Verfolgung dieser Angelegenheit die Handelskammern um Mitteilung ihrer Erfahrungen und Wünsche auf diesem Gebiete ersucht. Tie Han­delskammer war der Ansicht, daß der jetzige Zustand der Recbts- unsicherheit ernste Schädigungen im Gefolge hat und beschloß, das Vorgehen der Handelskammer zu Hannover zu unterstützen.

6. Erfordernis der Genehmigung bei Be- triebsvcränderungen.

Die in § 25 der Gewerbeordnung vorgesehene Genehmigungs- Pflicht wesentlicher Veränderungen in dem Betriebe der nach § 16 genehmigungspflichtigen Anlagen hat nach Mitteilung der Handelskammer Sorau in Preußen zu vielen Härten für die Unternehmer geführt, da der Begriff derwesentlichen" Ver­änderung verschiedene Auslegungen erfährt. Um diesen Miß­ständen zu begegnen, ist der Vorschlag gemacht worden, den § 25 der Gewerbeordnung mit folgendem Zusatz auszustatteu:Ver­änderungen des Betriebes oder detz Betriebsstätte, die weder auf die Umgebung, noch auf die beschäftigten Arbeiter einen Einfluß ausüben, verschieden von demjenigen, welcher in der Konzession vorgesehen ist, sind nicht genehmigungspflichtig." Tie Kammer beschloß, die Anregung der Handelskammer Sorau zu unterstützen, da auch aus dem hiesigen Bezirk derartige Beschwerden vorliegen.

7. Beseitigung der S p i r i t u s n o t durch F r ei - gäbe des Maisbreunens. Tie außergewöhnliche Knappheit der Spiritusbestände und die Befürchtung großer Schädigungen für die den Spiritus verarbeitenden imb verwertenden Industrien haben die Handelskammern Hanau und Nordhausen veranlaßt, den Reichskanzler zu bitten, den Erlaß eines Notgesetzes in die SBcgejit leiten, um für das laufende Betriebsjahr das Brennen von Mais ohne Benachteiligung für das Kontingent zu gestatteu. Ta unter der Spiritusnot und den hoben Spirituspreiseu auch die Triulbrauntweiu- und Essigindustrie sowie eine Reih? anderer Industriezweige des Kammerbezirks schwer zu leiden haben, so beschloß die Kammer, den Antrag der Handelskammern Hanau und Nvrdüausen zu unterstützen.

8. Erweiterung der Zollniederlagen des H a u v t st e u e r a m t s G i e ß e n. 1

c. -^E^rlageraume Hauptsteueramts Gießen sind für

tne Bedunnnse der Industrie und des Handels vollständig un­zureichend Handeskammer Mt daher die Erbauung einer neuen ^wllwederlage mit Gleisanichluß fW dringend erforderlich.

em geeigneter Bauplatz in der^ des Hauptsteueramts, ^wa hinter dem ehemaligen Liebigschen Laboratorium auf dem für diesen Zweck nicht zur Verfügung g-stellt werden kmnen, dann ist nach Ansicht der Kammer eine r bcr ^samten Niederlageräume in die Nähe des Güter- v ahn Hosts zu erstreben und die neue Anlage mit Gleisanschluß zu v-rwhew um die Mißstände, die sich jetzt aus der getrennten > age von Zollstbnvv-'n und Zollniederlage ergeben, zu beseitigen ^ce.Kammer beschloß, in diesem Sinne eine Eingabe an das Großh. Mmistermm der Finanzen zu richten.

0- V e hördtiche Beglaubigung zurErlangung öon Arbeiterfahrkarten. Nach den jetzigen Vorschriften muß die Besch-einigung zur Erlangung von Arbeiterkarteu zu er» mäp.igten Preisen von einer Behörde oder Dienststelle des Arbeits­ortes ober des Wohnortes des Arbeiters beglaubigt sein. In einer Eingabe au die Handelskammer wurde darauf hingewiesen, daß dwst Beglaubigung nicht nur recht umständlich, sondern in vielen Fällen auch völlig zwecklos sei, da die Behörde vielfach feine Kenntnis davon habe, ob und wo die betreffenden Arbeiten beschäftigt würden. Es genüge daher für die Erlangung der Arbeiterkarten die Unterschrift des Arbeitgebers und der Firmen­stempel. Tie^ Kammer konnte sich der Berechtigung dieser Aus- führungen nicht verschließen, zumal die Erfahrung lehrt, daß trotz behördlicher Beglaubigung Mißbräuche Vorkommen, und er­klärte sich bereit, bei der Eisenbahnverwaltung die vorgeschlagene Aenderung zu befürworten.

10. E i n g ä n g e. **

a) Statistik der de'>tschen Reichspoft- und Telegraphen­verwaltung für 1903,

b) B-wkehrs^ati^if M Eisenbahndirektionsbezirk Frank­furt a. M. für 1903,

c') Mitteilungen über den 45. Allgemeinen Genossenschaftstag, d) Bericht feer 32. Generalversammlung des B.rbandes Deutscher Müller,

e) Genossenschastskataster für das Großherzogtum Hessen, nach dem Stande vom 1. Januar 1903,

f) S. Schott, Kapitalanlage,

g) Denkschrift des Verbandes Deutscher Eisenwarenhändler zur Bruch-Versicherung von Gußwaren auf dem Eisen­transport,

h) Von zuv'Aässiger Seite sind der Handelskammer Mit­teilungen zugegangen über direkte Geschäftsbeziehungen kleiner deutscher Firmen mit Rußland, eine im November und Dezember ds. Js. in Bordeaux stattfindende Inter­nationale Jndustrieausstellunln die van deutschen Fabri- kanstn und Kaufleuten nach Frankreich gesandten fran­zösischen Preisverzei^nisse usw., die Internationale Aus- st Lung v n k"malerisch ausgeführstn Ankündigungstafeln, illustrierten Postkarten ußv. in Antwerpen, die vom 15. bis 21. Oktober ds. Js. in London veranstaltete Inter­nationale Brauereiausstellung, Winke für den Export nach Südafrika, Braunkohlenbrikettanlagen in Nord- hakuta, den amerikanischen Tabaktrust, deutsche Handels­beziehungen zu Aeguatorialbrasilien, die Konkurrenz auf dem argentinischen Markte und die Hebung der deutschen Eisenmdustrieerzeugnisse nach Australien, ferner über eine zweifelhafte Firma in Belgrad.

Tie Eingänge können während der üblichen Geschäftszeit im Bureau der Handelskammer eingesehen werden.

Im Anschluß an die Sitzung folgten die Mitglieder her Handelskammer einer Einladung des Herrn Fritz Nowack-Gießen zur Besichtigung seines neuen Geschäftshauses. Tie Teilnehmer konnten sich bei dem Rundgauge von der zweckmäßigen Ein­richtung der Geschäftsräume überzeugen. In vier Stockwerken des Gebäudes sind die Waren übersichtlich ausgestellt. Bei der Erbauung des Hames sind die neuesten Errungenschaften der Technik zur Anwendung gekommen. Nach 'dem Rundgang ver­weilten die Besucher noch kurze Zeit bei einer ihnen vom Besitzer freundlichst g^b^tc-nm Erfrischung.

K i r ch l i Ä e W a ch r i ch t e n.

Katholische Gemeinde.

Samstag, den 17. D e z e m b e r 1 9 0 4.

Nachlltittags um 5 Uhr und abends um 8 Uhr: Gelegenheit zur hl. Beicht.

Sonntag, den 18. D e z e m b e r 1 9 0 4.

4. A d v e n t s - So n n t a g.

Vormittags von 6 */, Uhr an: Gelegenheit zur heil. Beicht.

um 7 Uhr: Tie erste heil.Messe, vor'und in derselben Austeilung der heil. Kornnrunion.

um 8 Uhr: Tie zmeite heilige Messe. Militärgottesdienst mit Predigt.

um 9 V2 Uhr: Hochamt mit Predigt.

Nachmittags um 5/2 Uhr: Christenlehre; darauf sakramentalische Brilderschaits-Andacht.

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