r zuerst Schlage,
Nischen- ober Mantelblätter, wo sie die (Sonipoftetbc anhäufen und daraus die Nährstoffe entnehmen. Ter Vortrag war durch reiches Material dieser schwierig zu kultivierenden Pflanzengruppe aus den Gewächshäusern des botanischen Gartens sowie wohlgelungene Photographien aus den Tropen illustriert.
” Der des Raubmords verdächtige Metzger Hudde hat, wie wir von der hiesigen Staatsanwaltschaft hören, in Gemeinschaft mit einem Unbekannten in der Nacht auf 15. Dezember im katholischen Pfarrhaus in Norath, Kreis St. Goar, einen neuen Einbruch verübt. Beide Einbrecher haben in der Nacht in einer Scheune in Biebern, Kreis Simmern, übernachtet, wo sie gegen 5 Uhr morgens gesehen wurden. Beide sollen von dort nach Frankfurt a. M. gefahren sein. Das neue Signalement Huddcs lautet: Kurz geschorenes Haar, bartlos, schlechtes Aussehen, brauner weicher Fitzhut, dunkler Ueberzieher und Spazierflock; Fingerring mit blauem Stein.
** Der falsche Hudde. Daß auf der Suche nach Verbrechern, namentlich wenn auf deren Festnahme eine hohe Belohnung gesetzt ist, Fehlgriffe vorkommen, hat sich wiederholt bei der Suche nach dem Mörder des Heldenberger Pfarrers herausgeslellt. Auch in unserer Nachbarschaft ist über einen solchen Fall zu berichten. Geht da eines Tages ein mehr durch seine Gelahrtheit und seinen Sinn für Gottes
Zustimmung gegeben, einfach überklettert. Unterdessen siel unferm Viehwärter das Benehmen de§ Fremden auf; eins, zwei, drei verständigt er seine Frau und trägt ihr auf, den Fremden im Auge zu behalten, er wolle unterdessen Stricke holen, denn der Fremde sei kein anderer wie der Mörder Hudde. Die Frau, einesteils entsetzt über die Bekanntschaft mit dem Missetäter, anderseits erfreut über die Aussicht, die „tausig Mork" so leicht mit zu verdienen, willigt ein, und flugs macht sich der Tierhüter in seine Behausung, um die Stricke zu holen. „Den will aich binde, daß ems Laafe vergilt", spricht der Wächter vor sich hin und flugs i|t er mit einem Bund Stricken hinter dem „Hudde" her. Dieser hatte in- zwischen seinen Weg durch ein Gehöft fortgesetzt, dessen Insassen von der Nachricht, Hudde sei da, in Schrecken versetzt wurden. Die handfestesten Männer beteiligten sich nun an der Verfolgung des „Mörders", bis er gestellt wurde. Eben, als der Tierhüter sich an das „Binde" des gefährlichen Gesellen machen wollte, erkennt ein Verfolger in dem vermeintlichen „Mörder" den Herrn als den Rektor X. Tableau! „Gieh Haarn mit deine Schträikk" sagt der Mann zu dem verblüfft dreinschauenden Viehwärter, und deffen Frau fügt kleinlaut hinzu: „Hätt aich gewitzt, das; der do der Herr aus wär, aich hält' sür- nehmer mit em geschwatzt."
-0- Echzell, 15. Dez. Wie verlautet, wollen sich die Gemeinden Echzell, Bisses, Heuchelheim und Gettenau an die geplante gemeinschaftliche Wasserversorgung in Bad Nauheim anschließen. Die Verwirklichung dieses
Kurzem von seinem Truppenteil und ist bis jetzt nicht wieder zurückgekehrt. Die Militärbehörde, die annahm, er halte sich hier bei Bekannten verborgen, benachrichtigte die hiesige Polizei. Ter Deserteur war jedoch nicht hier; dagegen wurde der Polizei ein Brief des Soldaten übergeben, in dein er einem Bekannten mitteilte, er ginge ins Wasser.
Friedberg, 15. Dez. In der letzten Stadverord- netensitzung brachte, so lesen wir in der „Friedb. Ztg.", Stadtverordneter Langsdorf die vom Bürgermeister der Nachbargemeinde Bad-Nauheim in einer öffentlichen Versammlung des Verkehrsvereins dort in Bezug auf Friedberg gemachten Aeutzerungen zur Sprache. Unter anderem^ soll der Bürgermeister den Ausdruck gebraucht haben: „Die Stadt mit den Türmen ist unser grützter Feind, laßt uns das Pulver trocken halten und'die Schwerter schärfen." Angesichts solcher Aeutzerungen fordert Langsdorf auf, offiziell dagegen Protest zu erheben.
Wetzlar, 15. Dez. In der heutigen Kreistagssitzung wurde beschlossen, zu den Kosten der Wiederher- stelllung des Wetzlarer Do mes aus Kreismitteln einen Beitrag in Höhe von 12 5 0 0 Mk., zahlbar in 5 Raten zu je 2500 Mk. in den Jahren 1904—1908, zu bewilligen.
Hanau, 17. Dez. Hier wird die Einführung einer progressiven Gewerbesteuer geplant. Die Stadtverordneten wählten Herste eine Kommission, die im Verein mit Vertretern des Magistrats die Angelegenheit beraten wird. — Demnächst soll ein Siechen ha ns erbaut werden, das die Summe von etwa 90000 Mk. erfordert. Aufnahme sollen altersschwache unb hilfsbedürftige aber nicht krankenhausbedürftige Personen finden. — Die Erhebungen des Magistrats über leerstehende Wohnungen in hiesiger Stadt haben ergeben, daß 41/2 Prozent der Wohnungen unvermietet sind. Tie Normalziffer ist 3 Prozent.
Projektes wäre mit Freuden zu begrüßen.
Zell, 14. Dez. Die Witwe des Karl Kalbfleisch von hier, deren Mann im Lause des Jahres einer tückischen Krankheit erlag, hatte gelegentlich des Manöver-Aufenthaltes S. K. H. des Großherzogs in Romrod eine Unterredung mit dem gleichfalls dort weilenden Prinzen von Battenberg, der sich lebhaft für ihre Familiengeschichte interessierte, als er erfuhr, daß die Frau eine geb. Mohr und zwar der letzte Sproß der im „Jägertal" bei Zell einst angesessenen Familie Mohr sei. In der Unterredung machte die Frau auch Mitteilungen über den trostlosen Zustand ihres Mannes. Am anderen Tage wurde ihr vom Bürgermeister ihres Ortes ein vom Großherzog gespendetes namhaftes Geldgeschenk überreicht. Ein Glückwünsch der Witwe zur kürzlich stattgehabten Verlobung unseres Landesfürsten nmibe freundlichst beantwortet. — Der Großvater der Witwe Kalb- fleisch wurde s. Zt., als die Russen zu Anfang des vorigen Jahrhunderts unser Land durchstreiften, von einem Trupp derselben umgebracht. (A. O. Ztg.)
Büdingen, 15. Dez. Ein Glasmacher von hier, der in Colmar in Garnison stand, entfernte sich vor
Frau.
* Der „Frühling" im geplatzten Trikot. . Tie Schreckensnachrichten vom Kriegsschauplätze haben der russischen „goldenen Jugend" die Freude an harmlosem Amüsement, noch nicht vergällt. Ein von mehreren russischen Blättern wiedergegebener Bericht über einen M a s ke n b a l l im Operetten» theater zu Kiew liefert den beruhigenden Beweis, daß man im heiligen Rußland auch in schweren Zeiten zu leben und zu genießen versteht. Der erwähnte Maskenball war zuerst
lehr langweilig. Das änderte sich aber mit einem Schlage, als der „Frühling" im Saale erschien. Der „Frühling" war eine weibliche Gestalt in fleischfarbenem Trikot, das sich schamhaft unter dünner, allzudünner Gaze versteckte. Mit dem „Frühling" kam „Leben in die Bude". Die Vertreter der „goldenen Jugend" stimmten ein Begeisterungsgeheul an. woraus der holde Lenz ergriffen und veranlaßt wurde, sich 'bon der Orchesterbarriere aus dem versammelten Volke zu zeigen. Bei dem Hin und Her war aber die keusche Gazehülle gerissen, und der „Frühling" stand plötzlich 'im prallsitzenden Trikot 'da. Nun kannte der Jubel der „goldenen Jugend" keine Grenzen; man begann mit dem strammen Frühling Fanbgall zu spielen, so daß er aus einem Arm in den anderen flog. Was kommen mußte, kam: es platzte das Trikot und der „Frühling" präsentierte sich in einem Kostüm, das sich von dem der Urmutter Eva nur dadurch unterschied, daß es nicht einmal mit einem Feigenblatt „besetzt" war. „Sie bat ja nicht einmal ein Hemd an"', riefen, vor Vergnügen kreischend, die vornehmen Damen, die sich im Saale befanden. Es ertönten zwei Pfiffe, und ein Moralist begann, nachdem er durch sein Augenglas bte göttliche Nacktheit des „Frühling" eing^end studiert hatte, seiner.sittlichen Entrüstung durch energisches Zischen Ausdruck zu verleihen, aber das korvbantische Beifallsgeheul der anderen übertönten bte schwaci 'n Protestkundgebungen. Nun nahmen bic Vertreter der ..goldenen Jugend" den „Frühling" in eine ihrer Logen und brachten es bahnt, daß er die Larve vom Gesicht nahm. Em allgemeines „Ah!" des Erstaunens und Entzückens: der „Frühling" war eine in ganz Kiew bekannte „dreifache Hausbesitzerin! Lächelnd saß die Sck'öne mit splitternackter Brust an der Logen- brüssiing und ließ sich von deut Publikum bewundern. Und als sie „unisono" aufgefordert wurde, sich noch 'einmal von der Bühne aus bewunden zu lassett, schritt sie, ohne ein Wort zu sagen, hinunter in den Saal und ltand bald auf den Brettern, bic die halbe und die ganze Welt bedeuten. Ein prächtiger Monna Vanna-Mantel hüllte die üppigen Glieder em; bald aber fiel auch diese letzte Hülle, und die dreifache Hausbeittzertn stand — es ist unglaublich, aber wahr! — so da, rote sie Gott geschaffen bat. Mit tosendem Händeklatschen wurde ihr. einstimmig der erste Maskenpreis zuerkannt. Es gibt noch Preisrtchter in Rußland!
Mann zu behandeln, wie sie es etwa einem Hunde gegenüber täten. Vor der Heirat ließen sie ihn hinter sich herlaufen, sie mitten ihm zu, die kleinsten Pakete zu tragen, und zu den Füßen der Angebeteten zu sitzen. Nach "der Heirat töten sie ihn förmlich mit Liebkosungen und hängen an seinem Halse in einer Weise, die selbst einen Kater zur Verzweiflung treiben konnte. Es ist die Frau, die die. Eigenschaften des Hundes besitzt, nämlich das Vermögen, vieles zu erdulden, liebevoll und hingebungsvoll zu sein Vielleicht erklärt dieses, warum die Frau den Kater nicht versteht. Ein Hund liebt seinen Herrn, ein Kater liebt sein Heim. Eine Frau liebt den Geliebten, ein Mann liebt die Umgebung einer Fran, die sein Heim gemütlich herzurichten weiß. Tie stärkste Liebe eines Mannes hat die Anstrengungen, die aus dem Anhören von Gardinenpredigten und dem Verzehren angebrannter Suppen erwachsen, nicht zu ertragen vermocht. Ein Mann mag gleich einer Katze gestreichelt werden, aber er verträgt keine schroffen Zurechtweisungen. Die kluge Frau sucht ihre persönliche Erscheinung unauffällig zu heben, denn dem Manne geht es wie dem Kater: Dieser läuft nach einem hübschen bunten Ball, jener nach einer nett gekleideten und anziehenden
freie Natur wie seiner Person nach bekannter Herr aus einer Nachbarstadt über Feld und stößt auf den Wächter einer Viehweide. Er läßt sich mit diesem in ein kurzes Gespräch ein und erkundigt sich schließlich nach dem nächsten Weg zu einem Torfe. „Ter Weg do enuff is korz, aber dreckig, der annerc is ebbes länger aber nett so dreckig", beschreibt der Tierniärter dem nach feinem Urteil „geringen" Mann. Der Gelehrte wählt den kurzen und „dreckigen" Weg, steht aber plötzlich vor einem Zaun, den er, nachdem der Wächter seine
Ans Stadl imo Limd.
Gießen, den 17. Dezember 1904.
«Briefe und Mitteilungen, welche für die Redaktion bestimmt nei-iehe man, um Verzögerungen zu vermeiden, lediglich nut der Aufschrift „Redaktion" (ohne Namen eines RedartionsnntgliedeS), Anzeigen u. dql. bitten wir dagegen ausschließlich an die „GeschastS* stelle" -u senden. — Sprechstunden der Redaktion: 1-—1 Uhr U * 1 mittags, Uhr abends.
* Was Präsident Roosevelt mit seinem Gehalt anfä> gf. Während eine jede Präsidentenwahl in den Verengten Staaten dem Lande Millionen kostet, bezieht der glnck- sich'gewählte oberste Beamte des Staates für feine Dienste nur ein Gehalt von 200 000 Mark. Für das Land der Millionäre will diese Summe etwas kärglich erscheinen. Daneben hat er allerdings noch einen der schönsten Paläste der Welt zur Benutzung und dazu Licht, Heizung, Glas, Porzellan, Silber, Linnen usw. für den Haushalt frei. Als Bediente stellt das Land ihm einen Haushofmeister, einen Kammerdiener, einen Reitknecht, vier. Lakaien und für die Präsidentin eine Kammerzofe. Wenn Roosevelt jedoch noch einen Kutscher oder einen anderen Diener für seine persönliche Bedienung halten will, so muß er die Kosten dafür von seinem Gehalt tragen. Da die Korrespondenz des Präsidenten ziemlich umfangreich ist, scheint es nur berechtigt, daß aurf) feine Rechnung für Schreibwaren vom Staate beglichen wird. Zu diesem Posten gehören auch alte Abgaben für den Ankauf von Buchern, die Bezahlung der Telegramme und, was sich in der Liste der Vureauansgaben etwas merkwürdig ausnimmt, die llnterpaltung der Ställe. Natürlich stellt die Regierung auch einen Sekretär und ein kleines Heer offizieller Schreiber. Dagegen muß alles, was zur Beköstigung des Präsidenten und seiner Familie gehört, von ihm selbst bezahlt werden. Staatsdiners werden wenigstens sechsmal jährlich gegeben, und da jedes 4000 Mark 'ostet, so kann man sich leicht ausrechnen, daß dieser Posten allem -.4 000 Mark jährlich erfordert. Damit der Präsident aber nicht m Versuchung komme, bei solchen feierlichen Gelegenheiten etwa am Blumenschmuck zu sparen, oder die Anzahl der Mujiker herabzusetzen, werden Blumen und Musik von der Negierung geliefert. Auch alle Wagen und Pferde, die für die Beamten des Weißen .Hauses bei großen offiziellen Gelegenheiten gebraucht werden, zahlt der Staat, aber bei einem Ritt über Land oder bei einem inoffiziellen Besuch muß der Präsident seine eigenen Pferde und Wagen haben. Wenn Roosevelt jedoch em Pferd für sich ober ein Pony für die Kinder einmal gekauft und bezahlt bat, so braucht er sich um die weiteren Unkosten nicht mehr zu tümmern; Hafer und Korn sind für beliebig viele Pferde freu Ms Präsident der Vereinigten Staaten ist Roosevelt auch Oberbefehlshaber des Heeres und der Marine, und genießt deshalb mit l em er Frau und seiner Familie das Vorrecht freier ärztlicher Behandlung, das er mit jedem Offizier teilt. Außerdem, steht Roosevelt eine erstklassige Jacht zur Verfügung, wenn er eme Ausfahrt machen will. Sollte er aber einmal eine Jachtgesellschaft arrangieren wollen, so werden ihm die Offiziere und Matrosen ireigcjMit, aber die Erfrischungen muß er wieder selbst bezahlen. Tie Jacht des Präsidenten war ursprünglich für Mrs. ^gden Goelet siir 3 200 000 Mark gebaut und wurde nachher für 1800 000 Mark an die Regierung der Vereinigten Staaten, verkauft. Während des spanisch-amerikanischen Krieges diente sie als Depelchenboot. Wenn der Präsident eine längere Reise über Land machen will, so sorgt die Negierung nicht siir freie Beförderung. Aber jebe Eisenbahngesellschast in Amerika drängt sich 'zu der Ehre, dem Präsidenten den schönsten und prächtigsten Luruszug aiff ihrer Strecke zur Verfügung zu stellen, denn diese Ehre, den -Schnellzug des Präsidenten" zu befördern, wird als eine große Reklame für die betreffende Eisenbahngesettschaft angesehen. Die Regierung bezahlt die Kosten für die Leibwache des Präsidenten, die Tag und Nacht seine Person bewacht und ihn nie verläßt. Reitet der Präsident einmal aus, so folgen sie ihm auf schnellen Pferden; macht er eine Eisenbahnfahrt, so sind sie mit im Zuge; wohnt er mit seiner Familie einem Picknick bei, so sind sie unter den B-nnnen verborgen, und badet er hi der Oyster Bay, so halten sie sorgsam am Ufer Wache.
* Löwe und Tiger. In einem kleinen linksrheinischen Dorf hatte eine Menagerie ihre Zelte aufgeschlagen und zeigte den erstaunten Bewohnern die wildesten Bestien der Erde für einen Groschen. Ein wandernder Handwerksbursche kommt des Weges und bat den Herrn Direktor um Arbeit. „Können Sie gut brüllen? fragte ans diese Bitte der Herr der wilden Tiere. „Brüllen? Ich? Und wie! Wie ein abgeftochcneS Ferkel!" war die Antwort. „Gut. Dann können Sie bei mir sofort Beschäftigung haben. Sie wurden handelseinig. Zu-
Vevmkscbte».
* Eine Kopie des Schlosses Cha rl ot t e nbnrg H auf der Weltausstellung nach St. Louis als schönstes Bau- v"rk tyr deutschen Abt-'ff'mg Bewunderung gesunden. Von dem gouz bffonocren Reiz aber, der das Charlottenburger Schloß wie ein Märchen zauber umspinnt, kann das Abbild in st._ Louis doch bine Vorstellung geben; so läßt man sich denn um w lieber „b"m rctiro" der königlichen Fgmilie mit seinen intimen, Historist, 'N Erinnerungen und seinen reichen lattdst>'asilicbctt >2timm- nna-ceizen einmal vor Augen sichren. Ter Wochemchrist „Welt und 5>aus" (vierteljährlich 2.50 AM ist das in rhrem neuesten ihcste (jei-5 tzest 20 'ßjgj, vortrcssiich gelungen; nnc eine kleine Historie liest sich, was E. Krickelburg da vmn Charlotten- öurger Schlosse zu erzählen weiß, und ein reicher Lchmuck phot"- graphisck'-er Krinstausnahrien gibt dein Text einen um so hoher,n Wert, als im allgemeinen das Photographieren im Charlotten- rrnrrr Schioßpark verboten ist. Ein glänzendes Rciterbildnis des zirnnvrinzen nach dem Gemälde von Hans Kowuatzri lvon b:r Groß.n Berlin.-r stuuftaiisstellimg 1904) schmückt bic erste Snie bes uns vorlieguiben „Welt unb Haus -Hefles. —- Em weiterer illustrierter tifet über bas Ltraßenleben tu I aPan unb zwei Kunstbeilagen erhöhen den Wert dieser Nnmrner Wer lM Winter ilwas besonwrs Schones für bic Abenbstunden haben will, b'-r kaffe sich von .,Welt und Hans" in einer Buchhanblung zunächst einmal gratis eine Probenummer geben.
* Ratschläge e - n er Frau für bie Franc n. Eine englische Wochenscbrist chrcibt: Wenn eine Frau, ine bre Liebe ifrreö Mannes für sic! erkalten sieht, Gegenmittel anzuwettden wünscht, um seine Lilbe wieder zu gewinnen, so möge sic bte Lcbensweis' und Gewohnbmtcn bcs Hauskaters studieren. Wenn sie seine Lieblingswün!chc und seine Abneigungen, seine Fehler und Voi-züge kennt, sc wird sie auch über die Kunst verfugen, einen Mann regieren zu können. Ein Kater ist durchaus kein v.cab^chcuuugswücdiges Tier. Er verdient in gewisser Hinsicht gelsibt zu werben. N cmanb darf indessen den Fehler begehen, von ineni Hande auf umn Kater schließen zu wollen. Der Hund iß ein völlig vei^chied>n geartetes Ti'-r, in dessen Augen Treue und G-horsani zu lesen sind. Ein Hund braucht nur gel'"bt zu werbt n, ein Kater v r.angt dieses, und will außerdem sehr sorg- iultig behandelt sein. Biele Frauen machcn den Fehler, einen
•* Hessische Vereinigung für Volkskunde, Ortsgruppe Gießen. Montag den 19. Dezember 1904. abends , 8V Uhr, findet im unteren Saale des Eafö Ebel der dritte Mitgliederabend statt. 'Prof. Dr. Schwa lly wird einen Vortrag über das intereffanteThema „Bibel und Babel" halten. Gäste sind willkommen.
" Maßnahmen gegen die Tollwut. Wie wir kürzlich mitgeteilt haben, sind in Groß-Rechtenbach zwei Knaben von einem der Tollwut verdächtigen Hunde gebissen worden. Da bis jetzt nicht bat ermittelt werden können, wo der Hund hingelaufen ist, möchte es sich für alle Hundebesitzer empfehlen, ihren Hunden erhöhte Aufmerksamkeit zu widmen, irgendwie verdächtige Tiere sofort einzusperreu und von einem Tierarzte untersuchen zu taffen.
» Promenadenkonzert findet morgen, Sonntag, am halb 12 Uhr in der Südanlage mit folgendem Programm statt: 1. Ouvertüre zur Oper „Stradclla" von Flotow. 2. Venus auf Erden! Walzer von Linckc. 3. Finale aus „LohengrmE DOn Wagner. 4. Armecmarsch 57.
'»Die oberhessische Gesellschaft für Natur- und Heilkunde hielt am 13. d. Mts. im Hörsal bc5 botanischen Instituts eine Sitzung ab, in der Prof. Dr. Hansen über Epiphyten sprach. Unter Epiphyten („Ueberpflanzen)" hat man Pflanzenarten zu verstehen, die auf anderen Pflanzen leben aber aus deren lebenden Teilen durchaus keine Nahrung nehmen, also keine Schmarotzer sind. Während die Verbreitung der Epiphyten unserer gemäßigten Zone, wo Yeh der Kampf ums Dasein und besonders ums Licht im Pflanzenreich auch nur gemäßigt abspielt, mehr eine zufällige ist — 3. B. Algen, Flechten, Moose, die auf Baumrmdcn leben, könnte man hierher rechnen — sind die tropischen Epiphyten, die der Vortrag hauptsächlich behandelt, gezwungen, die lickten Höhen der Baumwipfel aufzusuchen, denn im tiefen Schatten der tropischen Urwälder wären sie vom Lickt und dadurch von ihrem wichtigsten Nahriingsmittel, der Kohlensäure, abgeschnitten. Zu diesen tropischen Ephiphten gehören hauptsächlich Vertreter der Farne, Orchideeii, Araeeen, Brome- liaeeen, Piperaeeen. — Auf die oft gewaltigen Höhen der tropischen Urwaldbäume kommen die Epiphyten dadurch, daß ihr Samen ähnlich wie der einiger unserer Eompositen mit Flugeinrichtungen (Haaren re.) versehen ist und so durch den Wind leicht transportiert werden kann, auch Vögel und Affen sorgen oft für die Verschleppung. Die Eigentümlichkeit ihres Standortes hat bei diesen Pflanzen zu verschiedenen biologischen Anpassungen geführt. Die Wurzeln dienen hauptsächlich zur Festhestung und sind zu K l a m m e r w ii r z e l n umgebildet. Außerdem bilden manche Epiphyten auch N ä h rw u r z e l n, die den Urwald nach allen Richtungen durchziehen, sich verzweigen und jeden Gegenstand umflam» inem. Ost hängen die Wurzeln wie Taue gerade abwärts und verzweigen sich cr|t, wenn sie den Boden erreichen. Eigenartige Stützwurzeln h'cibcn Fwus-Arten, z. B. b icus- reli^iosa, der indische Banyan, aus der Unterseite ihrer Aeste und^ruhen auf diesen Wurzeln wie aus Säulen; ein Banyan kann so mit seinen Wurzelstämmen einen ganzen Hain bilden, unter dem (wie z. B. in der Nähe von Kalkutta) eine große Armee Platz finden soll. — Schwierig ist die Frage der Wasserversorgung für die Epiphyten. Einige z. B. bie Orchibeen (Vanille) haben Luftwurzeln mit einer besonderen zur Wasseraufnahme eingerichteten Wurzelhülle. Tillandsia-Arten können durch eigenartige wie Pumpen wirkende Haare, bie die ganze Oberfläche ber Pflanze bebecken, dir geringste Feuchtigkeit augenblicklich aussaugen. Andere Bromcliaeeen fangen als sogenannte Eisternenpflanzen das Regenwasser in ihren Blatt- rosetten auf. Ein besonders merkwürdiger Fall liegt bei Dischidia vor, wo eine Anzahl Blätter als Urnen ausgebildet sind, in welche die Wurzeln der Pflanze hineinwachsen. — Ihre mineralische Nahrung (bie organische nehmen sie sich als immergrüne Pflanzen aus der Lustkohlenfaure) verschaffen sich einige Epiphyten daburch, baß sie zwischen ihren Wurzeln humose und mineral. Bestandteile sammeln; andere z. B. Asplenum Nidas haben dazu trichterförmig angeordnete Blätter, die Platyeerium - Arten eigentümlich ausgebildete


