; ^genannten Iriftl von 'stiD der Tat
wurde dir Freienwalde, ! tot aufge- *e roat ein Die Polizei lohnung VA
lhardi, k
1 dem Men c tarfürc, g. Lvtz der der Iheotct il- ärger er« mover not»
" L. hot. L ’S 1 !■ »■‘ft > 'S-'5 *4» -V
beÄ datz LT^bfliGin« 00 6efunbcn« Abteilung, Qflibung nabe.
Die Arbeiten T. Tie Lage tzt oer$ronieh. tx Nohrbetried fein
i oerniHt^' den. Ändern« kannte Der'
. Ein
;n auiyc*
r°ld bild-«
)it «i(be fc*
«"55'
8rtS Itoof.
k
i45’or*
, t«y?
.*s«*
tt ?l. »* lt fyrfftatf"' ■t greift f>'r mb, >' f ,Großer ein, die F immer W AO M- bie
«*590. ?pSi „5 s‘aat3. " NO- fn H[q ’ '»> Au-, '!>"rniwz, ■ Rat Dr ■St«»,: 5r'qitr. ”» Seiten
!*» be* ,b,t bei Eliten.
PM- erlag. _ er(tQnqenen W Frucht ' die ^6e§banbe gebrochen mit 10 000 ‘ Der in fat seiner ltr wüheren Men eine ^'"timmung N an ein ^itommung ^'en kann, wenn der Staatsdienste
am weiften tn Verkehr sind, s amlich ein Spiel Buren und Engländer. Kaum hatte der Junge eine Viertelstunde mit den Soldaten gespielt, als die Wärterin feststellte, daß s ä m t- liche Burensoldaten verschwunden waren, und bald erkannte man, daß der Junge diese sämtlich verschluckt hatte. Weder durch Brechmittel noch durch andere Mittel konnte man bisher die Entfernung der verschluckten Soldaten erreichen, so daß abermals eine Operation erforderlich ist. Der Junge befindet sich bisher ganz wohl und zeigt noch immer eine starke Eßlust besonders für scharfe Speisen.
♦ Der „süße Freund" eines Prinzen. Der Titel ,süßer Freund" ist eine ganz besondere Gunst des Münchener Hostheater-Jntendanten, den er nur an Kritiker, Finanzleute, einflußreiche Freunde und hohe und höchste Herrschaften verleiht. Man hat es in München schon mehrfach beobachten können, daß Ernst Ritter v. Poss art den Prinzen Ludwig Ferdinand von Bayern vor dem Hoftheater aus offener Straße mit Umarmung und einem Hofkuß empfing. Derartige „füfie" Vertraulichkeiten zwischen Prinz Ludwig Ferdinand, der bekanntlich im Hoforchester mitgeigt, und Ernst v. Possart fallen in München schon gar nicht mehr auf. Nun aber kursiert, wie die „L. N. N." berichten, in München folgende Geschichte, die von gut unterrichteten Leuten in Umlauf gesetzt wurde. Prinz Ludwig Ferdinand hat sich Arm in Arm mit Ernst v. Possart, Ritter hoher Orden, photographieren lassen; halb Goethe, halb Napoleon, steht der Intendant, ein „Mein süßer Prinz" auf den Lippen, neben dem derben, biederen Prinzen. Diese Photographie kam vor einigen Tagen dem Prinzregenten zu Gesicht, der darüber in heftigen Zorn geriet. Mit einem „Das geht denn doch zu weit" entriß er dem Betreffenden die Photographie und riß sie von oben bis unten entzwei. Prinzregent Luitpold ist eine urwüchsige, echt bajuwarische Natur, der aber trotz seiner Schlichtheit ein stark ausgeprägtes und sicheres Würdegefühl hat.
• Mit dem Brautstaat in denTod. Die Ehefrau des Lokomotivführers H. Hoffmann in S a g a n wurde non ihrem Mann bei deffen Rückkehr vom Dienst im vollen Brautstaat im Bette liegend ausgesunden; sie hatte sich mittels Lysol vergiftet. Die Eheleute, welche erst seit acht Tagen verheiratet sind, waren am Abend zuvor von der Hochzeitsreise z.urückgekehrt. Schwermut und Heimweh werden als Motiv der bedauerlichen Tat genannt; Frau Hoffmann war eine geborene Berlinerin.
• Fräulein „Ap otheker". Nachdem nunmehr auch Damen zum Apothekerberuf zugelassen sind, trat eine Altonaer Dame am 1. d. Mts. in die dortige „Hirsch- und Krankenhaus-Apotheke" als Elevin ein. Von den wenigen Damen, die sich bis jetzt dem genannten Berufe widmeten, ist dies die erste „lateinische Köchin", welche in Hamburg-Altona tätig ist. Kleine Tageschronik. In der ungarischen Stadt Preßburg fand zwischen Oberleutnant Heim und Leutnant v. Kopsch ein Duell unter den schwersten Bedingungen wegen Familien-Angelegenheiten statt. Beim dritten llUgelwechftl wurde Leutnant Kopsch im Oberschenkel ver- w u n d e t, worauf bad1 Duell mit dem Säbel fortgesetzt wurde. Durch einen Hieb über die Hand wurde Kopsch schließlich kampfunfähig gemacht. — Bei der 6. Kompagnie des 2. preuß. Garde-Regts. z. F. in Berlin war der Unteroffizier Philippi, der im 6. Jahre diente, seit anderthalb Jahren Kammer-Unteroffizier. Am Freitag nachmittag bemerkten Kameraden und Untergebene sein verstörtes' Benehmen. .Am ?lbend fand man seine Leiche. Er hatte sich aufgehängt. Augenblicklich findet eine Untersuchung darüber statt, ob die Kammer-Verwaltung in Ordnung ist.
Kerichlssaal.
th. Gießen, 16. Okt. Wegen einer merkwürdigen Art des Gesundbetens hatt sich am Freitag der Bäckergeselle Heinrich N. von Melsungen vor unserer Strafkammer zu verantworten. Er hatte bei einem Meister in Gießen eine Vertrauensstellung inne und benutzte die Abwesenheit der Frau Meisterin, reiche krank in der Klinik lag, um sich unter dem Deckmantel der Frömmigkeit (er gab vor, die kranke Mutter damit gesund zm beten) sittlich an des Meisters noch nicht 14 Jahre alten Töchterchen zu vergehen. T»ec Gerichtshof erkannte wegen Vergehens aus § 176 Abs. 3 auf eine Gefängnisstrafe von 1 Jahr 6 Monate und Ehrverlust auf die Tauer von 5 Jahren. Die hohe Strafe wurde damit begründet, daß der Angeklagte, obschon er bisher unbestraft war, unter dem Teckmantä der Frömmigkett gehandelt habe.
R. B. Darmstadt, 15. Okt. Das' Kriegsgericht der 2-5. Division beschäftigte sich heute mit einer Anzahl von Soldatenmißhandlungen, die noch in das Jahr 1901 zurück- reichen; ihre Aufdeckung erfolgte erst im Sommer d. I. gelegentlich anderweitiger militärischer Untersuchungen. Ter frühere Unteroffizier Schmidt von der 4. Komp, be§! Jnf.-Regts. Nr. 115 (Leibgarde), jetzt Schutzmann in Offenbach, war an- geklagt, in der Zeit vom Rekruteneintritt 1901 bis zum Januar 1'902 den Schneider Meisinger aus Mümlingen, der seiner Kor- piorallchaft zugchörte, fortgesetzt mißhandelt zu haben. In der Jnstruktionsstunde soll er ihn an den Ohren gezerrt, ins Gesicht geschlagen, ins Kinn gekniffen, aus die Brust getreten und ihn einmal so auf den Mund geschlagen haben, daß es blutete; dann soll er ihn vor .die Front gestellt und gesagt haben: Ta seht euiä) mal dort ba§ Blutmaul an, wer hat dich denn geschlagen? Beim Antreten an der Dorfahrt hat Schmidt den Gardisten Meisinger auf die Fußspitzen getreten, ihn geschüttelt und gestoßen und beim Marsch mußte er mehrmals in der Woche im schnellsten Laus 5—6mal im Kreise um die Mteilung Herumeilen, sodaß ihm der Atem ausging. T>er schlimmste Fall war folgender. Meisinger sollte im Ofen Feuer machen. Ta aber kein Holz da war, kaufte er sich für sein Geld in der Kantine solches und versuchte das Feuer zu schüren. Als Schmidt aber sah, daß das Feuer doch nicht brannte, gab er dem M. einen 'm heftigen Stoß, daß dieser zwischen Tür und Ofen zur Erde iill. M. schrieb darauf an seine Eltern einen Brief, worin er sich über diese Mißhandlungen beklagte und bemerkte, er würde sich einen Strick kaufen und sich aus dem Wege schaffen. Als dcmauf der Vater beim Feldwebel Beschwerde führte und auch dem Schmidt zur Rede stellte, wurde M. in eine andere Korporal- scibaft versetzt. M. hat dann seine zwei Jahre abgedient, wurde albet bald darnach lungenkrank und starb im Sommer d. I. an bet Lungenschwindsucht. Durch die heutige Beweisaufnahme wurden von den damals derselben Korporalschaft angehörenden Garbisten die Mißhandlungen größtenteils bestätigt, dabei aber auch betont, daß M. sehr schwerfällig und beschränkt gewesen sei, Schmidt dmgegen sehr hitzig. Der öffentliche Anlläger stellte zunächst fest, W zwischen den Mißhandlungen und dem Mleben des M. absolut kein Zusammenhang bestehe. Die Mißhandlungen aber be- :e chnete er als ganz gewöhnliche und gemeine, der Angeklagte hanbe den M. monatelang systematisch auch bann mißhandelt, wenn kenn Grund zur Unzufriedenheit oder Rüge vorlag. Hier müsse biif vollste Stnmge des Gesetzes nach § 122 und 55 eintreten nNd er beantrage deshalb eine Gesamtstrafe von 5 Monaten Ge- smgnis und Degradation. Der H/erichtshof ging über das bean- trargte Strafmaß noch hinaus und verurteilte den Angeklagten zu 6 Monaten G e f .'i n a n i» und Degradation, lehnte dagegen bin beantragte sofortige Festnahme ab, da ein Fluchtverdacht nicht timtiegc.
Koblenz, 16. Ott. Der praktische Arzt Dr. Freiherr von Oesele ist am 14. Dezember v. I. vom hiesigen Landgerichte wegen fahrlässiger Körperverletzung zu einer Gefängnisstrafe von sechs Wochen verurteilt worden. Erhalte ein 20 jähriges' unbescholtenes Dienstmädchen bei mehrfachen Untersuchungen so ungewöhnlich behandelt, daß sie in den Zustand einer akuten Gemütsstörung versetzt wurde, der sich so verschlimmerte, daß das Mädchen sogar mit Selbstmordgedanken umging. Die Revision des Angeklagten, welcher Verkennung des.Begriffes der Körperverletzung sowie Beschränkung der Verteidigung rügte, wurde gestern vom Reichsgericht als unbegründet verworfen.
Sport.
Frankfurt a. M., 16. Okt. Bei dem heutigen Rennen um den Frankfurter Gold-Pokal erhielt Frhr. von Oppenheims „Real Scotch" den ersten Preis (Frankfurter Gold-Pokal und 10 000 Mk.), den 2. Preis Gabinius aus dem Gestüt des Römerhofs (2500 Mk.), den 3. Preis Herrn Weinbergs „Veda" (1500 Mk.) und den 4. Preis „Eisenbraut" aus dem Kgl. Hauptgestüt Grabitz (1000 Mk.).
Kunst und Wissenschäft.
— Drr Histo r. Verein für das Groß Herzogtum .Hessen läßt zum 400. Geburtstage Philivvs des Großmütigen durch Bildhauer Tr. Greiner eine 5:7 Zentimeter große Plazette Herstellen.
, — Aus Frankfurt a. M. meldll man: Bei einer von Quincke einstudierteil brillanten Aufführung hatte „T r a u m u - lus" einen vollen äußeren Erfolg. Der anwesende Mit-Autor Jevschke wurde vom zweiten Akte an nach jedem gerufen. Einzelne Szenen des dritten Aktes fand man, wenn auch wirksam, doch zu breit ausgesponnen, das Ganze technisch sehr geschickt, aber nur auf äußere Effekte berechnet. Bauer gab eine hervorragend: Charakterstudie.
— Gerhart Hauptmann an Friedrich Schiller. Der Wiener Konzertverein veranstalt"! am Tage der 100. Wiederkehr des Todestages Friedrich Sckfillers eine große Gedenkfeier und lud zu diesem Zwecke Gerhart Hauptmann ein, für das Fest einen Prolog zu schreiben. Der Dichter sagte zu und so wird am Schillertage, nachdem das Meistersingerspill verklungen fein wird, Gerhart Hauptmanns Lied zu Ehren Schillers tönen, — der moderne deutsche Dramatiker wird den großen Toten preisen. Bei diesem Fest wird auch Ludwig Heß aus Berlin Schubertsche Kompositionen Schiller'scher Gedichte singen, während Ludwig v. Beethovens „Neunte" die Feier beschließt.
— Den Nobelpreis für Physik wird M a r c o n i erhalten.
Handel und Uerlrehr. Volkswirtschaft.
Mannheim, 14. Okt. Der Aufsichtsrat der Diannheimer A k t i e n b r a n e r e i Mannheim, hat in seiner heutigen Sitzung beschlossen, der Generalversammlung nach reichlichen Abschreibungen und etwa Mk. 20 000 (i. V. Mk. 12 590) Vortrag, die Verteilung einer Dividende von 7 Proz., wie im Vorjahr vorzuschlagen. Die Brauerei hat einen Mehrertrag von 1500 Hektolitern erzielt.
Kleine Finanzchronik. Am 26. Oktober sindet eine zweite Gesamtsitzung des Bezirkseisenbahnrates zu Köln statt, in welches über die Erma^ßigung der Fracht für Kohlen und K o n a ch dem Siegerlande beraten werden soll. — Infolge Selbstentzündung ist die der Ver. Königs- und Laurahütte gehörige, auf den Richterschächten befindliche Riesenkohlenhalde in Brand geraten. Bis jetzt, ist es noch nicht gelungen, das Feuer zu löschen. — Tie Deutsche Vereinsban? und die Zweigstelle der Deutschen Bank in Frankfurt beantragen die Zulassung von 15 Mill. Kr. Aktien des Wiener Bankvereins zur Franlfurter Börse.
Reichs bank. Am 27. d. M. wird in Geislingen (Württemberg) eine von der Reichsbankstelle in Ulm abhängige Reichsbanknebenstelle mit Kasseneinrichtung und beschränktem Giroverkehr eröffnet werden.
Märkte.
ko. Frankfurt a. M., 17. Okt. (Orig.-Tclegr. des „Gießen Anz.") Amtliche Notierrlngen der heutigen'Fruchtmarktpreise. Weizen Mk. 18.00—00.00, Kurhessischer Mk. 18.00 -00.C0, La Vlata Mk. 18.50—19.50, Kansas Mk. 18.50—19.50, Roggen (hiesiger) Mark 13.75—14.00, Gerste (Wetterauer) Mk. 17.25—17.75, Franken- selderMk.18,00—18,75, Hafer Mk. 14.50—15.50, Mais Mk. 12.25—12.50, Weizenmehl 0 Mk. 26.75—27.25, 2. Qualität Mk. 24.75
bis Mk. 25.25, 3. Qualität Alk. 22.75—23.25, Roagenmehl 0 Mk. 22.00—22.50,1. Qualität Mk. 19.25—20.00, Weizenkleie Mk. 9:75 bis Mk. 10.00, Roggenkleie Mk. 11.00—00.00, Maiskeime Mk. 10.50 bis Mk. 00.00, Franken, Pfälzer, Ried Mk. 00.00—00.00. Alles per 100 Kg. ab hier.
ko. Frankfurt a. M., 17. Okt. (Telegr. Orig.-Bericht des „Gieß. Anz."). Amtliche Notierungen der heutigen Viehmnrkt- preise. Zum Verkaufe standen: 545 Ochsen, 164 aus Oestreich, 49 Bullen, 00 aus Oestreich, 638 Kühe, Fersen, Stiere und Rinder, 0 aus Oestreich, 282 Kälber, 588 Schafe und Hammel, 1909 Schweine, 0 Ziegen, 0 Ziegen-, 0 Schaflämmer. Bezahlt wurde für 100 Pfund Schlachtgewicht: Ochsen 1. Qualität 73—75 Mk., 2. Qual. 68—70 Mk., 3. Qual. 63-66Mk.; Bullen l.Qual. 64 bis 66 Mk., 2. Qual. 60—62 Mk.; Kühe 1. Qual. 68—70 Mk., 2. Qual. 65—67 Mk., 3. Qual. 55-57 Mk, 4. Qual. 46—48 Mk., 5. Qual. 00—00 Mk. Kälber: 1. Qual. 81—85Pfg., Lebendgewicht 48—51 Pf., 2. Qual. 73—77 Pfg., Lebendgewicht 43—46 Pfg., 3. Qual. 00—00 Pfg., Schlachtgewicht 57—61 Pfg., Schafe: l.Qual. 67—69 2. Qual. 58—60 Pfg., 3. Qual. 00—00 Pfg.; Schweine 1. Qual. 60—00 Pfg., Lebendgew. 47 Pfg., 2. Qual. 58—59 Pfg., Lebendgewicht 46—00 Pfg., 3. Qual. 52—55 Pfg., Lebendgewicht 00—00 Pfg. Geschäft bei Hornvieh gut, Ueberstand unbedeutend, bei Kleinvieh mittelmäßig, kein Ueberstand.
Kirchliche Nachrichten.
Evangelische Gemeinde.
Montag, den 17. Oktober, abends 8 Uhr, Bibel st undc im Konfirmandensaal der L u k a s g e m e i n d e, Liebigstraße 56.
Pfarrer Euler.
Gießener landwirtschaftlicher Wetterdienst.
DoranHsichtliche Witterung iu Hessen für Dienstag, den 18. Oktober 1904: Meist trüb, Regen, stärkerer im Norden, geringerer im Süden Hessens, zeitweise starkwindig, nach noch milderer Nacht tagsüber Temveratur nicht verändert.
Näheres durch die Gießener Wetterkarte.
$1 cm?|le Meldungen.
Originaldrahtrneldnngett des Gießener -tnzeigers.
Berlin, 17. Okt. Von dem neuerlichen Lustmord wird noch gemeldet: Die Leiche der Elise Wascher, die nur mit Strümpfen und Schuhen bekleidet war, wies einen 28 Zentimeter langen Schnitt unterhalb des Brustbeines aus, sodaß die Gedärme hervorgedrungen waren. — Als am Sonntag früh der Hausreiniger Friedrich wie alltäglich der Wascher den Kaffee bringen wollte, fand er die Stubentür verschlossen. Als ihm auf energisches Klopfen nicht geöffnet wurde, sprengte er die Tür gewaltsam. Die Plätterin lag unbekleidet tot auf ihrem Bett. Die Haare waren wirr durcheinander, was auf einen Kampf bc5 Opfers mit seinem Mörder schließen läßt. Die Tat muß in aller Stille geschehen sein. Die Polizei wurde sofort alarmiert und bald erschien eine Gerichts-Kommission» die den Tatbestand aufnahm. Bereits am Vormittag wurden verschiedene des Mordes ver
dächtige Personen sesigenommen, mußten jedoch im Laufe deS Tages wieder entlassen werden. Das Polizeipräsidium hat für die Ergreifung des Mörders 1000 Mk. ausgesetzt.
Worms, 17. Okt. Auf der Eisenbahnfahrt von WormS nach Bensheim erschoß sich der Farbenfabrikant Brom er ans Kleinkarlbach. Das Motiv ist unbekannt.
Karlsruhe, 16. Okt. Der Engere Ausschuß bet u at i onal libera len Partei Badens hielt heute nachmittag eine Sitzung ab. Die Beratungen zeigten u. a. eine prinzipielle Geneigtheit der Partei zu einem taktischen Zusammengehen mit den Demokraten und Freisinnigen. Zum Parteisekretär wurde der bisherige Chefredakteur der Konstanzer Ztg. Ziegler gewählt.
Paris, 17. Okt. Einer Brüsseler Privatdepesche zufolge erzählen zurückgekehrte Reisende, daß der Aufstand in Französisch-Congo einen ernsten Umfang angenommen habe. Außer den vier niedergemachten Agenten seien noch zwei andere Weiße ermordet worden. Es bestätigt sich, daß die nach Libenger gesandten Truppen eine Schlappe erlitten haben. Der Gouverneur ücifngt nicht über genug Truppen, um den Aufstand zu erdrücken. — Bei der auf der Seine bei Maison Lafitte stattgehabten Wettfahrt von Motorbooten fenterte daZ Boot „Mercedes 4". Der Maschinist Noel ertrank vor den Augen seiner Frau, die vom Ufer aus der Wettfahrt zusah. Der Sleuermann konnte sich durch Schwimmen retten.
*
Vom Kriege.
London, 17. Okt. Meldungen aus Tokio erhöhe den Eindruck der russischen Niederlage von Jentai. Die Japaner haben danach ihren bisherigen größten Sieg errungen. Die Verluste der Russen seien auf 30 000 Tote und 70 000 Verwundete zu schätzen. Angeblich sind 160 Geschütze erobert. Die Masse den russischen Toten erfordert jetzt Verbrennung. Mukden iftutt* haltbar. Der Rückzug muß auf Tieling und Eharbin erfolgen.
Mukden, 17. Okt. Seit dem 16. früh 7 Uhr ist eine allgemeine Schlacht zwischen dem gesamten Heere Kuro- patkins und den Japanern 20 Km. südlich von Mukden bei Sch ah e pu im Gange. Die Schlacht steht scheinbar günstig für die Russen, die Entscheidung ist aber noch nicht gefallen. Sehr viele .Verwundete werden nach Mukden gebracht. Dies ist der 8. Schlachttag. Die Witterung ist günstig.
Mukden, 17. Okt. Der Kampf dauert auf der rechten Flanke ca. 10 Km. südwestlich von Mukden noch fort. Es ist bereits sicher, daß die Armee sich retten kann..
Petersburg, 17. Okt. Das Armeekorps Saru- bajew-Meyendorff hat heldenhaftes geleistet und behauptete alle Positionen. Von dem Regiment, welches zum Sturm vorging, sollen nur ein Offizier unb einige Mann und auch diese nicht unverwundet zurückgekehrt sein.
London, 17. Okt. Aus Liaujang wird gemeldet, daß Oku den Russen am 15. d. M. beiLingsahipueine weitere Niederlage beibrachte. Port Arthur wird seit dem 12. ununterbrochen b o mb ar di ert. Die Siegesnachrichten aus der Mandschurei erhöhen den Mut der Belagerer. Die Verteidiger sind unermüdlich, aber einige Forts der inneren Peripherie fini> gefallen.
Paris, 17. Okt. Die hiesige Ausgabe des „Newyork Herald" meldet aus Petersburg, daß das Baltische Geschwader gestern nacht eine Kreuzungsfahrt gemacht BaBc rno n a ch Libau zurückgekehrt sei. Der Korresponoent^ des „Matin" gibt als Grund dieser Rückkehr an, die Schiffs^ kommandeure hätten gleich nach ihrer Abfahrt bei den auf hoher See vorgenommenen Schießübungen bemerkt, daß die Richtungsvorrichtungen der Geschütze nicht richtig fun k t i p n i er e n. Es sind sofort 80 Arsenalarbeiter mittels Sonderzuges nach Libau geschickt worden, doch dürsten die Ausbesserungsarbertenmehrere Wochen dauern. Es liegt außer Zweifel, daß eine gewisse Anzahl der Schiffe nicht.so fort nach Ost- asien abfahren können.
Petersburg, 17. Okt. Die geschäftliche und' wittschcfft- liche Lage wird im ganzenReiche immer trauriger. In Petersburg ist die Zahl der völlig mittel- und arbeitslosen erwachsenen Männer auf 30 000 gestiegen. In den Jndustrie-Bezir- ken Russisch-Polens, besonders Warschau und £obs sind über 60 000 Arbeiter ohne Verdienst. Ebenso sieht es in anderen Bezirken aus. Nickt minder traurig sieht es im Staatsschatz aus. Dre Regierimg hat den Beschluß gefaßt, einen Teil des K i r ch e n - V e r m ö g e n s für den Krieg yi verwenden.
Schiffsnachrichten.
Norddeutscher Lloyd.
In Gießen vertreten durch Carl Loos, Kirchenplatz.
Brernen, 11. Off. (Per transatlantischen Telegraphh Der Doppelsckrailben-Postdampser „König Albert", Kapitän C. Polack, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, ist heute 1 Uhr morgens wohlbehalten in Newyork angekoinmen.
Bremen, 11. Okt. <Per transatlantischen Telegraph). Der Doppelschrauben-Scknellpostdamvier „Kronvrinz Wilhelm", Kapitän A. Richter, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, ist heute 3 Uhr inorgeus wohlbehalten in Newyork angekommen.
TeiegdSwnflsehes11 Kursbericht.
F'HFikfnrt a. H., 17. Oktober.
3Va% Roioheanloiho . . 101.60 3"/') «io. ... 89.30 31/,% Konsole .... 101.70 3% do......89.25
3V8% Hessen .... 100.15
3% Oborhessen . . . —.— 4% Oesterr. Goldrcnte . . 101.75 4xls% Oestorr. Rilberrento 100 30 4% Unirar. doldrento . . 100.00 40/*, Italien. Honte . . . 103.60
4''2-v Portugieser . . . 63.00 30/. Portugiesen.....62.40
1 % C. Türken .... —.—
Türkenloso......—.—
4°/o Oriech. Monopol.-Anl. 47.90
41/, % äussere Argentiner 43.30
3% Mexikaner .... 29.70 4%% Chinesen .... 89.80 Electric. Sohuckert ... 119.00 Nordd. Lloyd . . . . 106 30
Kreditaktien..... 209 80
Diskonto-Kommandlt. . . 191.00 Darmstädter Bank . , . 141.00 Dresdener Bank .... 158.40 Berliner Handolsges. . . 159.80 Oesterr. Staatsbahn . . . 138.10 Lombarden ..... 17.60 Gottbardbahn.....189.40
Laurahütte . . ... . . 248.7b Boohum 213.00
Unrponer . . . . . . 213.40 Schatzscheino.....99:75
Tendenz: schwächer.
gesundeu. magert-
bewährteste
Nahrung für 7 e 2$


