ErfteS Blatt.
154. Jahrgang
Samstag 17. September 1904
Giehener Anzeiger
General-Anzeiger
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Nr. »19
Vrßchelrrt tLgttch aujzer Sonntags.
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Iie Heutige Kummer umfaßt 14 Seiten.
Deutsches Reich.
Berlin, 16. Sept. Der Kaiser traf heute mvrgen 'V2 Uhr über Elbing in Cadinen ein.
— Ciegenüfter der Krakauer Blättevmieldnng von einer vernnächstigen Zusammenkunft des deutschen und russischen Kaisers in Sklernewice erklärt die „Voss. VZtg.", eine Einladung an den Kaiser, Skiernewiee zu besuchen, sei nicht ergangen. Ebensowenig sei von deutscher Seite eine Begegnung der Monarchen angeregt worden. Ueberhaupt sei für düs kaufende Jahr eine Auslandreise des deutschen Kaisers nicht geplant. Auch nach den „Münch. N. ist die Nachricht des Krakauer „Ezas" völlig unbegründet.
— Der „Nordd. Allg. Ztg." zufolge richtete der Präsident des Reichstages Graf v. Balle streut an den Kaiser anläßlich derVer loftung des Kronprinzen folgendes Schreiben:
„Ew. Majestät wollen Aller ynädig st gestatten, daß ich zu der Verlobung des Kronprinzen mit der Herzogin Eecilie zu Mecklenburg meinen alleruntertänigsten Glückwunsch aus vollem und treuem Herzen darbringe. Möge Gottes reichster Segen auf dem Erlauchten Brautpaare ruhen und diese Verbindung zum ewigen, zeitlichen Glück desselben, zur Freude Les Allerdurchlauchtigsten kaiserlichen Elternpaares und zum Heile des Deutschen Reiches gereichen. Es ist zum ersten Male, daß ein Kronprinz des Deutschen Reiches Verlobung feiert; deshalb habe ich geglaubt, obwohl der Reichstag zurzeit nicht versammelt ist, diesen alleruntänigsten Glücllvunsch namens des Reichstages, aber auch im eigenen, aussprechen zu dürfen. Auch bin ich fest überzeugt, daß die übergroße Mehrheit der Mitglieder des Reichstagees sich den hier ausgesprochenen Gefühlen aus vollem Herzen anschließt. Geruhen Ew. Majestät bei dieser Gelegenheit den Ausdruck meiner tiefsten Verehrung und treu gehorsamsten Ergebenheit allergnädigst entgegenzunehmen, mit welcher ich ersterbe als Ew. Majestät alleruntertänigster treugehorsamster Graf Ballestrem, Präsident des Reichstages, Pkawniowitz, 9. September 1904."
Darauf ging vom Kaiser folgende Antwort ein:
„An den Präsidenten Les Reichstages (Grafen von Ballestrem, Plawniowitz bei Rudziniz, Oberschlesien: Schwerin (Schloß), den 15. September. Ich habe mich über die treuen Glück- und Segenswünsche, voelchje Sie zugleich namens des Reichstages, mir anläßlich der Verlobung meines Sohnes, des Kronprinzen, zum Ausdruck gebracht haben, sehr gefreut und spreche Ihnen für Ihre freundliche Aufmerksamkeit meinen wärmsten Dank aus. Wilhelm."
— Die Kaiserin hat durch ihre Oberhofmeisterin der Fürstin Bismarck ihre Teilnahme an der schweren Erkra nkung des Fürsten Herbert aussprechen lassen.
— Der „Nordd. Allg. Ztg." zufolge treffen die. Zeitungsnachrichten nicht zu, Minister Möller beabsichtige eine Reise nach Konstantinopel zu unternehmen. .Der Irrtum ist vielleicht dadurch entstanden, daß allerdings vor Monaten der Handelsminister beabsichtigte, sich einer Reisegesellschaft zum Besuch der griechischen und kleinasiatischen Ausgrabungsstätten anzuschließen. Die Llbsicht wurde aber bereits vor längerer Zeit der Geschäftslage wegen aufgegeben.
Hamburg, 16. Sept. Die „Hamb. Nachr." melden uns Friedrichsruh über das Befinden des Fürsten Bismarck: Der Kranke war heute gegen morgen sehr unruhig. Die Schwachs nahm zu und ist sehr groß. Sein Zu st and ist im höchsten Grade besorgniserregend.
— Kapitän z. S. v. Grumme, bisher Flügeladiutant oes Kaisers, wird in der Hamburg^Amerika^inie die Leitung der nautischen Angelegenheiten übernehmen.
Schwerin, 16. Sept. Der Kronprinz begab sich heute vormittag mit der Herzogin-Brant Eecilie und der Großherzogin Anastasia nach Gelbensande.
— Auf allerhöchsten Befehl des Großherzogs bringt das Staatsministerium eine vrom Kaiser an Seine Königl. Hoheit gerichtetes Schreiben nachstehend zur allgemeinen Kenntnis:
„Durchlauchtigster Freund ! Freundlich rieftet Vetter imd Bruder! Am Schlüsse des vor mir abgehaltenen Manövers, an dem Ew. Königl. Hoheit mit so lebhaftem Interesse teilgenommen haben, freue ich michi Euerer Hoheit meine Befriedigung über die vortreffliche Haltung und den ausgezeichneten Zustand der Truppen des grofr- herzoglichen Kontingents ausdrücken zu können. Zugleich ist es mir ein Bedürfnis, Euerer Hoheit auch bei dieser Gelegenheit meinen wärmsten Dank zu wiederholen für die so herzliche Gastfreundschaft, die ich in Euerer Hoheit Hause geftinden habe, und für den überaus wohltuenden Empfang, der mir allerorten, insonderheit in der Stadt Schwerin, von den Bewohnern bereitet wurde. Ich darf in dem Festschmuck der Ortschlaften, in den jubelnden BegrüßungtM der Bewohner, wie hi dem Erscheinen der zahlreichen Abordnungen von Kriegervereinen am Paradetage den Beweis aufrichtiger Liebe und treuer Ergebenheit erblicken, die mich hoch erfreut und mir den Aufenthalt in Eilerer Hoheit Lande besonders angenehm gemacht hat. Euerer Königl. Hoheit würde ich dankbar sein, wenn Dieselben Ihrem Lande hiervon Kenntnis geben, und hierbei auch meine lebhafte Genugtuung für t»ie entgegenkonvmende Aufnahme der UebmlgeiT' der in
großer Zahl zusammen gezogenen Truppen zum Ausdruck bringen möchten. Ich! verbleibe mit den Gesinnungen unveränderlicher Hochachtung und Freundschaft Euerer Königlichen Hoheit freundwilliger Vetter und Bruder. Wilhelm" ,
Elbing, 16. Sept. Der Kaiser ließ sich heute vormittag von dem Landrat Etzdorf über das große Bran d- unglück in Ze her jVortrag halten und fembte den Landrat nach Zeher zur Feststellung des Umfanges des angerichteten Schadens. Der Kaiser übergab ihm eine Geldbörse zur Linderung der ersten Not.
Dresden, 16. Sep^. Das „D. F." schreibt: Dem Vernehmen nach hat der König aus eigenen Mitteln 1000 Mk. bewilligt, die unter Zuhilfenahme des entsprechenden Betrages aus der Staatskasse einer Anzahl Arbeiter, etwa 50, den Besuch der ständigen Ausstellung für Arbeiterwohlfahrt zu Berlin-Charlottenburg ermöglichen sollen.
München, 16. Sept. Kaiser Franz Josef hat im Anschlüsse an den Empfang einer Ofsiziersabordnung des 7. bayerischen Artiller ieregiments, die von dem Prinz- regenten Luitpold mit der Neberreichung eines silbernen Tafelaufsatzes für das 10. östreichischje Korpsartillerieregiment betraut worden war, folgendes Telegramm an den Prinzregenten gerichtet:
„Seit einem halben Jahrhundert erfreut sich das Korpsartillerieregiment Nr. 10 der hohen Auszeichnung, Deinen erhabenen Namen zu führen. Dessen eingedenk begeht es nunmehr ein selten schönes, in den Armalen seiner Geschichte bleibende Erinnerung findendes Fest In gütiger Fürsorge hast Du diesen Anlaß wahrgenom- men, um dem Regimente nicht nur eine prächtige von mir eben bewunderte Spende zu widmen, sondern auch feinen Angehörigen vielfach weise Huld beweise zukommen zu lassen. Empfange hierfür meinen wärmsten und aufrichtigsten Dank, welchem ich von ganzem Herzen den innigsten Wunsch anfüge, daß dem Regimente noch lange das Glück beschieden sei, in Dir seinen erlauchten Inhaber zu verehren. Franz Josef."
Der Prinzregent erwiderte:
„Empfange für Dein so warmes, gütiges Telegramm meinen aufrichtigsten herzlichsten Dank. Als hohe Ehre und Auszeichnung hafte ich es empfunden, als Du mich vor 50 Jahren zum Inhaber des Artillerieregiments Nr. 10 ernanntest Mit Stolz bat es mich die lange Reihe von Jahren stets erfüllt, Inhaber dieses prächtigen Regiments zu sein. Es gereichte mir desbalb zur lebhaften Genugtuung, als ich erfuhr, daß mein Regiment sich anschickte, den Tag, an welchem ich vor 50 Jahren zu seinem Inhaber ernannt wurde, festlich zu begehen. Ich glaubte, Dir meinen wiederholten Dank für die mir seinerzeit erwiesene hohe Ehre nicht besser zum Ausdruck bringen zu können, als indem ich an diesen festlichen Tagen verdienter Offiziere und Unteroffiziere meines Regiments gedenke und dem Regiment selbst ein Angebinde überreichen lasse. Daß letzteres Deinen Beifall gefunden hat, ist mir eine besondere Freude. Luitpold."
Kirche und Schule.
Berlin, 16. Sept. Wie das ,93. %? hört, wurde Professor Lntz-Korodi, der früher in Siebenbürgen tätig war, zum Oberlehrer am hiesigen KönigSstädischen Realgymnasium ernannt Professor Korodi ist bekanntlich vor einiger Zeit in seiner Heimat infolge seines Eintretens für die Deutschen in Ungarn in Acht und Bann getan und vor Gericht gestellt worden. Er hat sich dann ständig in Berlin niedergelasien.
— Der Hamburger Korrespondent der,Fr?f. Ztg/ hatte eine Unterredung mit dem aus Südwestafrika eingetroffenen Farmer und Händler Groeneveld. Groeneveld wird in Berlin eine Audienz beim Reichskanzler nachsuchen, um seine Beschwerden und Entschädigungsansprüche zu begründen. Die Lage in Südwestafrika sieht Groeneveld außerordentlich ernst an. Falls die Regierung wirk- lich, wie eS bestimmt hieß, am 15. September von den Eingeborenenstämmen die Abgabe der Waffen verlangt habe, so sei es sicher, daß auch die Bondelzwarts, Bethanier, Veldschoendrager, Berseba, die Gibeoner unter Hendrik Witboi, die GokhaS und Hoachanas l oSsch la g en werden. Daß ganze Unheil kommt daher, daß die deutsche Verwaltung den Eingeborenen Schießwafsen verkauft habe, die Engländer hätten sich stets davor gehütet. Groeneveld bestätigte auch die Informationen der „Hamb. R. R/ über Gerichts- und Ge- sängniS-Verhältniffe in Bethanien und KeetmannShoop.
Ausland.
Amsterdam 16. Sept- Aus Medang wird gemeldet: Holländische Truppen eroberten nach leichtem Widerstande Lingga und Liuggadjoelos auf der Bataff^-Hoch^ne Die Holländer hatten 17 Leichtverwundete, der Femd hinterließ 17 Tote und 50 Gewehre.
Paris, 16. Sept. Aus Petersburg wird über Cydt- kuhnen berickM: Seit dem Attentat gegen Plehwe hat die revolutionäre O rg a n 1 f a t r 0 zc^Rußlands ansehnliche Geldmittel erhalten, welche bereite 100000 Rubel übersteigen. Dieselben sollen Verlmudimg zn einem weiteren Attentat finden, welches wieder gegen einen hohen Beamten geplant sei. . . _ .
Zürich 16 Sept. Die internationale Konferenz zur De- kämpsimg des Mädchenhandels nahm heute nach einem Referat deS Majors a. D. Magener eine Resolution an, in iwlfber für alle Länder die schärfsten gesetzgeberischen Maß
nahmen gegen die Zuhälter und ihr Gewerbe verlangt werden.
Wien, 16. Sept An<> Kreisen des Welfenhofes in. Gmunden wird der ,Linzer Tagespost" versichert, daß sogenanntej Friedensverhandlungen zur Lösung der hannoverschen Frage zwischen Berlin und Gmunden gegenwärtig keineswegs' stattfinden. Daß früher ähnliche Verhandlungen erfolgten tmb aus persönlichen und formellen Gründen nicht nun AbscUnß gelangten, soll nicht in Abrede gestellt werden. Es ist leinet wegs^ ausgeschlossen, daß Kaiser Wilhelm, nachdem jetzt sein Sohn mit dem Gmundener Hofe verwandt geworden ist, eine friedliche Regelung der hannoverschen Angelegenheiten herbeizu-^ führen suchen wird. Bei der idealen Denkungsweise Kaiser Wilhelms ist Derartiges sogar mit Bestimmtheit anzunehmen. Erörterungen über den Partialverzicht des Herzogs tion Cu mberland, wie jüngst in der Preffe gepflogen ttmrben,: sind nichts weiter als Kombinationen.
Petersburg, 15. Sept. Laut Berichten hiesiger Blätter sind bei derJudenhetze in Smela vom 4. und 5. September gegen 50 I u d e n mehr oder weniger schwer verwundet worden, von den Ruhestörern keiner, da bei der Ankunst des Militärs alles auseinanderlief. Etwa 250 Juden sind obdachlos. Gegen 100 Läden wurden ansgeraubt. Bisher sind 30 Ruhestörer verhaftet. Die Polizei ist beschäftigt, das geraubte Gut aufzusuchen. In das Handwerkeramt werden ganze Ballen von in jüdischen Häusern unb Laden geraubten Sachen eingebracht. Es heißt, daß auch Arbeiter und Meister von der Station Bobrinskaja an der Plünderung teilnahmeu. Smela gehört dem reichen Grafen Bobrinski und ist einer der reichsten und besteingerichteten Flecken des SüdwestgebietS. Es hat zwei große Zuckerfabriken und etwa 25 000 Einwohner, wovon die Hälfte Juden sind.
Mexiko, 16. Sept. Der Präsident Porfires erhielt zu seinem 24. Geburtstag durch den deutschen Ge-- sandten von Wangenheim das lebensgroße Porträt Kaiser Wilhelms, sowie ein kaiserliches Handschreiben.
Z>er Krieg zwisHeu Japan unv Muhkand.
Aus der Mandschurei.
Mukd'en, 16. Sept. (Remter.) Wie gWcTbet wird, rücken japanische Truppen von Osben her gegen! Mukden vor. Starke russische Streitkräfte stehen bereis ihnen entgegenzutreten.
Lovdon, 16. Sept. Neber Tientsin erfahrt das Reuter- sche Bureau aus Kupantza von gestern: Die Russen halten noch inrmer die große Straße Mukden—- Hsinntin tun besetzt. Sie decken ihren rechten Flügel mit einem vollen Armeekorps oberhalb dey Hunanflusses, Die Japaner landen fortwährend Verstärkungen in Niutschwang imft schlicken Winterausrüst- ungen und Vorräte den Liauftuß aufwärts.
London, 16. Sept. Der „Standard" meldet aus Shanghai vom 15. September: In Liaujan g herrscht wieder Ruhe. Der Markt ist geöffnet; japanische Kriegsbanknoten werden gern genommen. Unter der von den Japanern gemachten Beute sind 21 Eisenbahnwagen und große Futter Vorräte. Die Japanern beerdigten 1300 Tote vom rechten Flügel, 800 vom Zentrum und 1000 vom lin ken Flügel der Russen. Zwei russische Divisionen und schwache Kavallerieabteilungen stehen noch südlich des Hunho.
Das Rote Kreuz-Hospital behandelt 12000 Verwundet* aus der Schlacht bei Liaujang. — Seit 6 Wochen geht hef-' tiger Regen nieder und hat namentlich in der Umgebung^ von Mukden alle Wege unpassierbar gemacht.
Gerüchte melden die Neubiloung einer vierten japanischen Armee, die rechts neben Kuroki zur Umgehung des russischen linken Flügels vorrücken soll. Ihre Stärke wird auf drei Divisionen angegeben Die abwartende Haltung der Japaner erklärt sich durch ilyre großen Verluste und den Munitionsmangel. Die Russen erholen sich auffallend seftnell von dem Eindruck der letzten Schlachten. Als Ursache des Rückzuges der Rusien von Liaujang wird jetzt der Verlust der Stellung bei den KohlenMwben von £5entert durch General Orlows Division angegeben. Tie Zahl der Toten und Vermißten sowie der in den Getreidefeldern nicht aufgefundenen beträgt über 5000. Die Japaner verloren wohl mindestens die doppelte Zahl als die Nuffen. . Bei den Chinesen macht sich eine russ en feindliche S t i m m u n g^bemerDär.
London, 16. Sept. Aus Tokio wird depesckxiert: Mm- sckzall Oyama habe den strengsten Befehl erhalten, die Offensive .wieder zu ergreifen, sobald seine Truppen hierzu wied.'r fähig sind und der Zustand der Straßen es erlarrbt. Falls die Russen fidi von Mukden zurückzögen, werde sie Oyama mit allen seinen Armeen verfolgen. Die Vereitelung von Oyamas Plan bei Liaujang ist der Grund zu diesem Befehl, der vom Mikado selbst ausgehen soll. Dre Japaner wollen den diesjährigen Feldzug nicht schließen, ohne rwch einen verzweifelten Versuch zu machen, die russische Armee zu vernichten.
Petersburg, 16. Sept. Die Russ. Delegr.--Agcntur meldet aus Eharbin vom heutigen Tage: Die von den Russen in den Verschanzungen der Forts zurückgelaffenen allgemein bekannten Revolver kugeln ohne Spitze jverdcn irrtümlich für Dum»Dum-»Gescho sse gehalten. Augenscheinlich nimmt der japanische Oberbefehlshaber zu dieser Nebertrcibung seine Zuflucht, um bei beit Japanern, den peinlichen Eindmrck aftzusehwächen, der durck die wahrheitsgetreue Schilderung des letzten Kantpses erwartet wurde, zumal die I a p,a n e r w e de r Ge fan g en e, noch eine nennenswerte Menge Kanonen erfreutet haben und dennoch u n g e fr cu e r c Verlust e erlitten haften. In den lc tz ton Tag en sinrden nach den vorliegenden Meldnn otpfe statt- VAe be
richtet wird, ist die Verstärkung der japanischen V 0 r fr u t auf der Linie Jentai-Bagnowrff" bemerkt worden. Es besteht 6nmnd zu der Einnahme, daß sich das j o pa,n i sche H cor vorbereitet, die Offensive zu ergreifen.
Petersburg. 16. ^is Tschffu wird gemeldet, die 3a) Da tu U-J* u. s.


