Jffle die nächste Sitzung Zordming: ?lnlrag auf - zum 29. November, — Ich bemerke zu dem Minderung herrscht über Als auch ich diese f hingeivicscn, datz dem üher einzuberufcn, auch und daß er von diesem besondere Vorlagen er- rum handeln sollte, daß jsen luerden.
8u der Gesamt« Mn die Stimmen der «og. Eemler endgültig r und zweiter Beugen des Gesetzes über
K^?tz°^°hl fi, ?-l«daßsiE 6er^n j0([.et Stauen '1. die von De >e Regier T°bb
Jcn Anb 9nnnn6e füt
W ^AEgeben, Redner i ,^^!chlihte ?'sS :n auch !einr?reSQm- WM
7 ««Ä£ K.LL J1“1 'N das Geien S Personen, Meä erirfrt^"' auf Rnrrag jjjt zuge.asien tverden ukurrenzklaM handelt NSnchisiveder ■ Tn bKlngt ist. £ic nen durch Personen £fe Antrag, der die Sle'ch,teile. Unter leh- tS cm Spezialistentum
bis zu einem ZeivÄ: ‘cter Entfernung. Cii schosst beslinM, Midi eines römischen $ni]> wobei die Platte troi er Loser äußerle sm Mdung der romi|ffic es Saalburgtasletö ae- Herslellung von W' n' höheren Spulen c .rabestelleomm^ man auf einen* Nährend der gai^ in in heiterster Ltm . den einzelnen Hern ’ als am Wgange d ihn herantrat, W '• scheinend sehr »r
KU * v-°* «»ö h, dem 5- ®- ■J ..
S--B Rr’tjjmt » »
9 W“1“;
S &***{'? Sen Mrs und i-, ^ente l-»u°g/ml-«.,:;
i El »w*
Der ^u
°«d Ä nden- ö
.. <?eutsch^i/
r lM>^ 2 es,Llßi) 5 Schirk E zecdl fei«*y "’ti: ‘•MR
anderer Wagen, und ztvar her eines englischen Lords, beim Nehmen einer scharfen Kurve um und ein Arzt mußte am Kopfe des Gentleman einen Verband anlegen. Edlere Tcite sind nicht verletzt! meldete man. In den ersten Nachmittagsstunden war das Wiegegeschäft beendet. Mehrere Wagen waren schwerer als 1000 Kilo, das offizielle Gewichen nd so mußten die Mechaniker und Chasseure tüchtig klovfen, feilen und schrauben, um überflüssige Teile zu beseitigen. Aber keiner schied aus. Hieraus wurden die Plomben angelegt und nun — Schicksal gehe deinen. Gang!
Nm 2 Uhr nachmittags bestiegen dann die Rennkom- missare ihre Motore, um die Generalprobe für das Nennen abzunehmen. Von 100 zu 100 Metern stand ein Infanterist, und als man den IbOOsten gezählt hatte, trat der Zivilwachmann in die Erscheinung. 141 Kilometer Weges sind auf diese Weise von der Saalburg über Wehrheim, Usingen, Weilburg, Limburg, Idstein, Oberursel, Homburg und von dort nach der Saalburg zurück geschützt. Tnrch rauschende, grüne Wälder, saftige Wiesen und zwischen blühenden Gärten hindurch fführt der Weg, mit prächtigen Aussichten nach dem Taunus und seinen reizenden Villenstädten, doch wer achtet heute und morgen darauf? Vorwärts, darauf los, die Hände am Steuer und den Fuß an der Bremse, in wahnsinnigem Tenrpo, Bergauf, bergab, beut Ziele, der Saalburg, entgegen, so geht die wilde Hatz und wer will sagen, wie sie endet?----
Der morgige Start erfolgt in nachstehender Reihenfolge: Jenatzy, Edge, Warden, Cagno, Thäry, Hautvast, De Caters, Girling, Werner, Storero, Salleron, Äugiöres, Opel, Jarrott, Brann, Lancia, Rougier, Crawhez.
Außer Bildhauer G ö tz ist auch Geh. Baurat Jacobi zum Professor ernannt worden.
. Zur heutigen Mittagstafel bei den Majestäten war Prinz Friedrich Leopold geladen. Am Nachmittag machten die Majestäten eine Spazierfahrt nach der Goldgrube. Zur Mend- tafel waren geladen: Prinz Heinrich von Preußen, r?r;n; Friedrich Leopold, die Erbprinzessin von Sachseu-Meiuii.gen und Prinz Friedrich Karl von Hessen mit Gemahlin.
Unfälle.
Donnerstag abend zwischen 6 und 7 Uhr ereignete sich auf der Chaussee zwischen der Saalburg und Homburg in der Nähe von Dornholzhausen an der sogen. Karlsbrücke ein ziemlich schwerer Automobil Unfall. Ein Motorwagen, der dem Berliner Hotelier Uhl gehört, und der außer diesem noch von einem anderen Insassen besetzt war, kam in großer Geschwindigkeit von der Saalburg herunter, foimte die Kurve an der Brücke nicht richtig nehmen imb wurde ins Feld geschleudert. Beide Insassen wurden ziemlich erheblich verletzt.
Usingen, 16. Juni. Kurz vor Gräfenwiesbach hat ein schwerer Automobilunfall stattgefundetr. Der östrcichische Kavallerieoffizier Baron v. Leidenberger, der das Automobil selbst steuerte, hatte die Bremse bei entern steilen Wegabsturz zu schnell angezogen, das Auwtnobil überschlug sich und alle Insassen wurden hcrausgeschleud ert und angeblich schwer verletzt. Der Baron soll das Rückgrat gebrochen haben, seine Frau innere Verletzungen und der dritte Insasse ebenfalls schwere Verletzungen davongetragen haben. Die Verunglückten wurden ins Krankenhaus gebracht.
Wächtersbach, 16. Juni. Auf der Fahrt nach Homburg fuhr gestern bei Wirtheim ein Automobil gegen einen Telegraphenbaum, wodurch die Insassen herausgeschleu-- dert, aber nur leicht verletzt wurden.
Der Beginn des Rennens.
Saalburg, 17. Juni. (7.25 Uhr früh.) Das Wetter ist prachtvoll. Schon mit grauendem Morgen beginnt reges Leben. Extrazüge treffen von allen Richtungen in Hombnrg ein. Per Automobil, per Wagen, mittels der elektrischen Bahn und zu Fuß streben Scharen der Saalburg zu, wo sich Start und Ziel befinden. Schon vor 6 Uhr ist der Rennwagen Jenatzys, der als erster startet, am Platze. Die Tribünen beginnen sich zu füllen. Die Mitglieder des Komitees treffen die letzten Anordnungen. Polizei, verstärkt durch Frankfurter Mannschaften, sowie Feuerwehr versehen den Absperrungsdienst. Es herrscht musterhafte Ordnung. Der Kaiser traf 6.15 Uhr zu Pferde ein, bald darauf die Kaiserin zu Wagen. Die Majestäten wurden vom Herzog von Rotibor empfangen und in die Kaiserloge geleitet. Hier trafen ferner ein Prinz Heinrich, Prinz Friedrich Leopold, die Erbprinzessin von Meiningen und Prinz und Prinzessin Friedrich Carl von Hessen. Der Kaiser und die K a i s e r i n beobachteten mit großem Interesse den Start und unterhielten sich lebhaft mit dem Minister des Innern, dem Oberpräsidenten, den Mitgliedern des Rennkomitees sowie mit den Damen und Herren der Umgebung. Ter Kaiser trägt die Uniform des Leibgardehusarenregimentes, die Kaiserin weiße Toilette. Pünktlich um 7 Uhr begann, durch Trompetenfanfaren angezeigt, das Rennen. Jenatzy passierte, mit der rechten Hand salutierend, um 7 Uhr, die Kaisertribüne in scharfem Tempo. Es folgten Edge um 7 Uhr 7 Min, Warden um 7 Uhr 14 Min.
Hitzung der Stadtverordneten.
Gießen, 16. Juni.
Anwesend Oberbgm. Mecum, Beig. Curschmann, die Stadtverordneten Brück, Emmelius, Euler, Faber, Dr. Gutfleisch, Heichelheim, Helsrich, Jann, Jughardt, Keller, Kirch, Krumm, Leib, Löber, Loos, Orbig, Petri, Dr. Schäfer, Schaffstädt, Schiele, Schwall und Wallenfels.
Vor Eintritt in die Tagesordnung machte Oberbgm. Mecum noch einige Mitteilungen über die Betriebsergebniffe des städtischen Elektrizitätswerks in den Monaten April und Mai dieses Jahres im Vergleich zu April und Mai vorigen Jahres. Danach betrug die nutzbare Abgabe in Kilowattstunden in den beiden Monaten 1904 für Licht 7457 gegenüber 4847 in den Monaten 1903, also ein Plus von 54 pCt.; "für Kraft: 9327 gegenüber 6302, also + 48 pCt.; für die Eisenbahnen 37 256 gegenüber 31 694, also + 18 pCt.; fürStraßenbeleuchtung 473 gegenüber 411, also + 15 pCt.; für Selbstoerbrauch 1204 gegenüber 1756, also — 31 pCt.; zusammen betrug die nutzbare Abgabe in Kilowattstunden im April und Mai 1904 55 717 gegenüber 45 010 in den Monaten des Vorjahres, also ein Plus von 24 pCt. Die nutzbare Abgabe im April und Mai 1904 betrug 84 vCt. der Gesamterzeugung, die sich aus 65 972 Kilowattstunden stellte. Ter Verlust betrug also 16 pCt. der Erzeugung. Die Leistung der Turbinen betrug im April und Mai 1904 98 pCt. der Erzeugung, die der Gasmaschinen 2 pCt.
Darauf sand die Auslosung von Schuldverschreibungen zunächst des 1890er An lehens statt und zwar im Gesamtbetrag von 20 000 Mk., nämlich 4 ä 2000, 6 a 1000, 9 ä 500, 3 ä 300 und 3 ä 200 Mk. Es wurden gezogen L2000M5.: Lit. A. 188,121, 172 und 148; i 1000 Mk.: Lit. B. 134, 11, 98, 289 158 und 26; ä 500 Mk.: Lit. C. 281, 38, 387, 88, 131, 295, 181' 80 und 267; & 300 Mk.: Lit D. 64, 41 und 97; ä 200 Mk.: Lit/ E. 115, 79 und 112.
Die Auslosung von Schuldverschreibungen des 1892 er A n- lehens ergab: h 2000 Mk.: Lit. F. 101, 32, 74; A 1000 Mk.: Lit. G. 2, 45; ä 500 Mk.: Lit. H. 13, 49, 5; ü. 300 Mk: Lit. I. 24; ä 200 Mk.: Lit. K. 29.
Punkt 2 der Tagesordnung betraf D i s p en s g e s u ch e: a. von Birkenstock und Schneider, denen der Dispens wegen eines Backsteinmacherhäuschens auf zunächst 2 Jahre genehmigt wurde; b. von Jakob Hartmann II., der auf der Kreisstraße nach Heuchelheim, kurz vor dem Ort, ein Wohnhaus errichten will. Da der Bürgermeister von Heuchelheim, um sein Dafürhalten gefragt, wegen der Anlegung eines Bebauungsplanes dort dem Gesuch gegenüber sich ablehnend verhalten möchte, wird der Dispens nicht genehmigt, c. von Heinr. Winn für die West
anlage, welches nicht genehmigt wird; ä. von H u h n für die Wetzsteingasse für ein Gebäude mit Fachwerk; dieser Dispens wird genehmigt mit Ausnahme wegen der geplanten Fenster.
Das Gesuch des Heinr. Marx hier, Seltersweg 34, wegen Anbringung einer 87 cm vorspringenden Reklameuhr (50 cm dürfte sie nur vorspringen), wird genehmigt, da Beeinträchtigungen dadurch nicht entstehen.
liebet das Pumpwerk Queckborn haben wir kürzlich berichtet. Es wird in dieser Sitzung beantragt eine neue Quellenfassung; von dem Ergebnis von Bohrversuchen soll es abhängen, ob ein großer oder mehrere kleinere Brunnen anzubringen stnd. Die Versammlung ist damit einverstanden, und Oberbaurat Schmick soll die Oberleitung über die Arbeiten bekommen, während der Bohrmeister Menzel mit der Aufsicht über die Ausführung der Bohrungen betraut werden soll. Die Bohrröhren sollen in den Bohrlöchern zunächst liegen bleiben, nm später etwa notwendig werdende neue Versuche zu erleichtern, und es soll dafür ein Kredit von 1400 Mk. angelegt werden. Es wurde beschlosten, die Bohrungen in eigene Regie zu nehmen und das Bohrzeug, das bei späteren Arbeiten, z. B. bei den Schulbauten, wieder benutzt werden kann, selbst anzuschaffen, wofür ein Kredit von 1000 Mk. zur Verfügung gestellt wurde.
Auch zur Beschaffung eines Steinbrechers erteilt die Versammlung ihre Genehmigung. Zur Fundamentierung der neuen Schule werden 700 Kubikmeter Steinzeug nötig, das mit Hilfe eines Steinbrechers von der Stadt selbst besorgt werden kann; auch bei der Neupflasterung der Straße wird sich später der Besitz eines Steinbrechers nützlich erweisen. Ein solcher wird etwa 3000 Mk. kosten. Uebertrüge man die Lieferung des Steinzeuges einem Unternehmer, so würde der Kubikmeter ca. 4 Mk. kosten; mit der Beschaffung eines eigenen Steinbrechers wird man bei ungünstigen Annahmen doch eine Ersparnis von ca. 3 Mk dabei erreichen, also bei den Arbeiten für die neue Schule zusammen etwa 2100 Mk.
Herr Löber war gegen diese Anschaffung, die das Budget mehr belaste als die Inanspruchnahme eines Unternehmers, weil die Aufsicht dabei nicht eine solche sei, wie der Unternehmer sie stelle. Wo zwei Leute vorgesehen seien, würden doch jedenfalls drei hingestellt werden müssen. Oberbgm. Mecum bemerkt darauf, daß er bei seinen Angaben mit ungünstigen Annahmen gerechnet habe; was die Aufsicht anlange, so erweise die Erfahrung,, d-aß sie gar nichts zu wünschen übrig lasse. Stadtv. Petri war zuerst auch nicht für die Anschaffung eingenommen, aber die vom Oberbürgermeister aufgestellte Rechnung habe ihn überzeugt. Wir verfügten über eine Menge Steinmaterial, das wir sonst doch zu billig abgeben müßten. Was die Bemerkungen des Herrn Löber zur Beaufsichtigung anlange, so dürfe man die Wahrnehmungen bei den Arbeiten der Straßenkehrer nicht auf andere Arbeiten ohne weiteres übertragen. Oberbgm. Mecum fügt dazu noch an, daß die Arbeiten der Straßenkehrer doch mehr ober minder eine Entlastung der Armenverwaltung bedeutet; es würden da oft Leute beschäftigt, denen man den Unterhalt erleichtern wolle; ein Vergleich dieser Art sei also unberechtigt. Stadtv. H u b n befürwortete die Neubeschaffung ebenfalls. Er meinte, zu den Arbeiten für die Schule könne man vielleicht auch das Material aus den Steinbrüchen aus der Hardt verwenden, welches sehr gut sei. Das eigene Steinmaterial könne man vielleicht später anders verwerten. Oberbgm. Mecum antwortet darauf, das Material, das die Stadt besitze, sei für die Fundamentierungsarbeiten sehr geeignet, es habe dies fick ja erwiesen, da es Jahrhundertelang in der Erde gelegen habe. Es komme bei den Arbeiten auf ziemlich kleine Steine, nicht größere zusammenhängende Stücke an. Tie Versammlung schloß sich, wie schon erwähnt wurde, dem Antrag an.
Die Beschaffung von Feuerlöschgeräten, nämlich 90 Meter Schläuche für 180 Mk., und außerdem eine Aufwendung von 162 Mk. für Steiggurt wurde genehmigt.
Für die städtischen Straßenkehrer und Taglöhner wurden, weil diese in anderen Städten auch uniformiert seien und sich dies als zweckdienlich erwiese, Dienstkleider beantragt und von der Versammlung genehmigt, nämlich Leinenkittel und Mütze. Im Voranschlag waren ftir solche Zwecke 1850 Mk. vorgesehen.
Kommerzienrat Wilh. Gail hat ein Schreiben und den Entwurf eines Vertrages dem Oberbgm. zugehen lassen, worin er sich auf frühere Unterhandlungen wegen einer Stiftung zur Unterhaltung der Grabstätten von Dr. Mahla und Karl Gail und zur Verschönerung des Friedhofs am Nahrungsberg bezieht. Es handelt sich um Kapitalstiftungen des Kommerzienrats Gail im Betrage von 7500 Mk. und 4990 Mk., deren Zinsen zu 4 Proz. zur Hälfte zur Verschönerung des Friedhofs am Nahrungsberg verwandt werden, zur anderen Hälfte zum Kapital geschlagen werden sollen, solange nüwllch die Familie Gail die Unterhaltung der Gräber besorgt. Ist dies nicht mehr der Fall, soll die Hälfte der Zinsen, jedoch nicht über 500 Mk., zur Unterhaltung der Gräber verwandt werden. Kommerzienrat Gail bemerkt in seinem Schreiben, das Oberbgm. Mecum verlas, daß hoffentlich noch mehr Stiftungen zur Verschönerung des Friedhofs angelegt würden. Die Stadtverordneten nahmen die Stiftung mit Dank an und überließen die genaue Abfassung eines Vertrages mit Kommerzienrat Gail der juristischen Kommission.
Tie Unterhaltung des verwahrlosten Erbbegräbnisses eines früheren verdien st vollen Gemeinderates Namens Fillmann auf dem Friedhof am Nahrungsberg durch die Stadt wurde von bet Versammlung genehmigt. Vom Stadtv. Petri wat dazu die Anregung gegeben worden. .Es wird eine einmalige Ausgabe von 125 Mk. dazu nötig und eine dauernde jährliche von 25 Mk. Stadtv. Krumm gab dazu zu betonten, solche Fälle könnten sich vielleicht später wiederholen und die Stadt werde öfter in die Sage kommen, derartige Aufwendungen zu machen, wenn man einmal damit angefangen habe. Oberbgm. Mecum erwidert darauf, daß man sich einer solchen Ehrenpflicht gegenüber einem verdienten Gemeinderate ober Verwaltungsbeamten nicht entziehen könne. Eine bauernde Verpflichtung übernehme man nicht. Stadtv. Keller führt dazu noch aus, daß tatsächlich niemand sonst, etwa von tot Familie tos Verstorbenen, da sei, um das verwahrloste Grab zu unterhalten. Tie Stadtverordnetenversammlung beschloß die Aufwendung tos Geldes für den erwähnten Zweck.
Auch die Unterhaltung der Grabstätte der ersten Leiche, die auf dem neuen Friedhof am Rodtberg unter Beteiligung der Stadtvertretung beerdigt wurde, nämlich einer armen Lauffrau, wurde beschlossen. Zur Aufstellung eines Grabsteins mit entsprechender Auflchrift sollen 160 Mk. ausgegeben werden.
Außerhalb der Tagesordnung wurden 200 Mk. bewilligt zur Wiederherstellung tos Anstrichs der verrosteten Kreuze der Kriegergrabmäler.
Punkt 12 der Tagesordnung, die Aenderung des § 13 tot Friedhofsordnung (Höhe der Grabeinfassungen) betr., wurde von der Tagesordnung abgesetzt.
Das Angebot der Firma Jäger u. Rumpf, die zurzeit die Ausschachtungen an ton Kliniken vornimmt und mit der dort gewonnenen Erde teilweise die tiefer als der Güterbahnhof gelegenen Grundstücke zwischen Eisenbahn und Lahn auffüllen will, sodaß später auf gleicher Höhe Gleise gelegt werden können, wurde angenommen.
Die von Landgerichtspräsitont Kullrnann beantragte Herstellung eines gepflasterten liebergangeS am Justizgebäude wurde gutgeheißen. Nach Beendigung tot Kanalisation wird der llebergang hergestellt.
Bei der Gelegenheit verweist Stadtv. Löber auf die notwendige Reinigung des Schoorgrabens, dessen Zustand jetzt schauderhaft sei. Mit ton vorn Oberbürgermeister in der Sache bereits angeordneten Maßnahmen ist Herr Löber schließlich zufrieden.
Die Rechnung der Stadt und des Verwaltungsberichts und tos Stadterweiterungsfonds für 19 0 2/0 3_ ist von der Finanzkommission unter tont Vorsitz tos Stadtv. Schmoll, der darüber berichtet, in vier Sitzungen geprüft und richtig befunden worden.
Auch die Rechnungendas Gas - und Wasserwerks für 19 0 2/03 und tos Elektrizitätswerks für
1901/0 3 sind von den Stadtv. Heichelheim und Huhn geprüft und richtig befunden worden.
Oberbgm. Mecum gibt alsdann einige Revisionsbemerkungen zur R e chnu ng der Stadt für 19 01/02 bekannt, wozu die nachträgliche Genehmigung von Kostenaufwendungen beantragt und bewilligt wurde.
Tie Verlängerun ab er Mass erleitung im Leih» gesternerweg um 22 Meter wurde beschlossen. Die Aktienbrauerei möchte einen Hydranten anlegen und event. Wasser tiott der Stadt entnehmen, wosiir sie jährlich mindestens 30 Mk. zu zahlen sich verpflichtet. Zur Verlängerung der Straßenleitung muffen 330 Mk. aufgewandt werden.
Auch in der Frankfurter st raße werden zur Verlängerung der Wasserleitung 1070 Mk. aufgewandt,( die aus dem bereitstehenden Betrog für Neuanlagen gedeckt werden können.
Gebr. Rosenthal haben ihr Gesuch um Versorgung ihres Fellagers an der Krofdorfer Kreisstraße m i t Wasser und Licht wegen der hohen Kosten, die es mit sich bringen würde, zurückgezogen.
Zur Beschaffung einer vom Stadtv. Euler empfohlenen Uebersichtskarte des Gießener Stadtwaldes itt 200 Exemplaren, wobei die Art der Ausführung noch nicht festgelegt ist, wurde ein Kredit bis 200 Mk. gewährt.
Einige Handabgaben aus dem Stadtwald wurden genehmigt, ebenso die Herstellung von Wegen im Stadt< w a l d beim Schiffenbergerweg.
Ter Wirtschaftsplan des Gießener Stadtwal» des hat, wie Beig. Curschmonn ausflihrte, die landwirtschaftliche Kommission beschäftigt. Der Fällungsetat ist 6500 Meter; da im letzten Jahr 390 Festmeter Windfall sich ergaben, so reduziert sich diese Zahl.
3um Schluß der Tagesordnung wies Oberbgm. Mecum, zurück auf die im Mai von Interessenten der Lahnkanalisation unter dem Vorsitz des Provinzialdirektors Dr. Breidert gepflogenen Verhandlungen und ersuchte die Stadtverordnetenversammlung, dem bei dieser Tagung beschlossenen Gesuch an die Großh. Regierung ebenfalls sich anzuschließen.
Außerhalb der Tagesordnung wurde noch eine kleine Abänderung tos Planes der israelitischen Friedhofs* k a p e l l e gutgeheißen, und nachdem die Stadtverordneten noch; von einigen kleinen Verträgen, Lieferungen und Unterhaltungen' nachträglich Kenntnis erhalten hatten, wurde die öffentliche Sitzung geschlossen.
In der darauf folgenden geheimen Sitzung wurden keine nennenswerten Beschlüsse gefaßt.
Kin Aampferunglück in Amerika.
N e w y o r k, 16. Juni.
Der Umfang der Katastrophe ist noch nicht vollständig zu übersehen. Das Leichenschauamt und der Feuerwehrchef beziffern übereinstimmend den Menschenverlust auf annähernd tausend Personen. Bon ctttetV; an Bord befindlichen Kindern scheinen zwei Drittel umgekommen zu sein und dreHälftederErwaLse- n e n. Fast alle Toten sind, wie die Aerzte erklären, infolge Einatmens von Flammen umgekommen, was beweist, daß das Schiff wie Zunder gebrannt hat und Leute schon tot waren, bevor sie ins Wasser kamen. Augenzeugen, berichten, daß nicht genügend Rettungsgürtel vorhanden^ waren und daß die, welche da waren, unbrauchbar waren. Frauen kämpften um diese Rettungsmittel. Indessen gingen sie ihnen unter der Hand entzwei und es erwies sich dann, daß sie, statt mit festen Korkstücken gefüllt zu sein, lediglich kleine Korkspäne enthielten.
Mehrere Frauen machten Selb st Mordversuche, nachdem sie in der Morgue die Leichen ihrer Kinder ge-, funden hatten. Charles Schmidling, der seine Mutter unto zwei Schwestern verlor, ist irrsinnig geworden. Die' öffentlichen Schulen in dem von der Katastrophe Be*1 troffen en Distrikt Berichten, daß 316 Kinder beim Schul-! unterricht heute fehlten, die fast sämtlich für den Aus*! flug um Erlaubnis zum Wegbleiben nachgesucht hatten, i Der Sanitätskommissar Darlington erllärt, die Zahl der Toten werde 1200 erreichen. Man findet in der Totem» liste häufig drei Generationen vertreten: Großmutter,' Mutter und die Kleinen. Der Vorrat an kleinen Särgen ist zrt gering, weswegen die Fabriken mit lieber arbeit arbeiten.
Der Besuch der Morgue bot schreckliche Wrblicke. Dort liegen in rvhgezimmerten Fichtensärgen Mütter mit ihren Kindern so fest im Arnt, daß man sie itur mit großer Gewalt wegreißen könnte. Kleine Mädchen haben ihren für den Ausflug hergerichteten Sonntagsstaat an und halten ihre Puppen fest an die Brust gepreßt. Der Korrespondent tot „Frkf. Ztg." sah den Leichnam eines kleinen Knaben, dessen Hände noch einen Zinnsoldaten hielten. Albert Droell wurde an der Leiche seines Sohnes tobsüchtig. Auch Adolph Timms, der seine Gattin und drei Kinder verlor, wurde irrsinnig.
Der Blumenhändler S cb in i d t verübte Selbstmord, weil et Frau und Kind verloren hat.
Bis jetzt sind sechs Verhaftungen vorgenommen. Während die Mannschaft des brennenden Bootes augenscheinlich ihre Pflicht gröblich verletzte oder den Kopf verlor, haben andere Personen sich als Retter ausgezeichnet, so eine Irländerin Mary Mackann, die aX§. Dienerin angestellt war und viermal hinaus- schwamm in die gefährlichen Gewässer, um kleine Kinder zu retten. Eine andere Dienerin, Pauline Petz, eine Deutsche, rettete fünf Kinder. Die Polizei benahm sich auch musterhaft und rettete sehr viele Menschenleben, wobei tin Polizist ertrank. Mehrere von ihnen ruderten nahe an den Dampfer heran, konnten aber nicht weiter, da im Wässer schwimmende Leichen die Ruderarbeit behinderten, worauf sie ins Masset sprangen und ans blenr.ento Schiff schwammen, wo sie Frauen und Kinder holten. Manche Passagiere wollen auch eine Explosion gehört haben.
Präsident Roosevelt telegraphierte Pastor Haas sein Beileid. Letzterer, der schwetkrank geworden ist, hat Frau, Tochter, Schwiegermutter, Schwägerin und, eine,1 Nichte verloren. Der Schuhhändler Fritz Reiß verlor feine Frau und vier Kinder. Frau Döring, die Gattin eines Predigers, verlor zwei Kinder und ward selber schwerverletzt. Der Brauer August Lembeck hat anscheinend seine Frmr und sechs Kinder verloren. Bernhard Miller wurde gerettet, jedoch sind feine Frau und vier Kinder tot In einem einzigen Hause an der 3. Straße werden zehn Beerdige ungen sein.
Während Sympathiedepeschen aus allen Ländern, speziell Frankrei^ch! utfb England, eingelaufen sind, hat "man noch nichts von Deutschland gehört, obwohl der Botschafter Sternburg in der hiesigen Stadt eine Rede, beim Ämdesschützensest gehalten hat, in welcher er der Katastrophe mit keinem Worte gedachte. Er prws Kaiser Mlhelm als Schirmherrn Deutschlands und überreichte dem Schützenverein einen Schützenadler.
* Die Insel Kuba ist von einem schweren Cyklon
heimgesucht worden, bei tont viele Menschen ums Leben
kamen. Allein in Santiago mürben 100 Menschern getötet


