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17/06/1904 Erstes Blatt
 
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Freitag 17. Juni 1904

154. Jahrgang

Erstes Blatt.

Aie yeuLige Yurnmer umfaßt 10 Seiten

1 u

ian.

Feind in diesem Gefecht Die japanische Artillerie zeitweise das Feuer ein.

unter japanischer Flagge marschierte, wurde dadurch irregeführt und stellte

Schulstratze 7.

Adresse für Depeschen: «rrzetger Gießen.

Fernsprechanlchlußytr.dl.

Die Hauptmacht ging längs der Eisenbahn vor, eine weitere Kolonne avancierte von Tsuchiatu aus. Um 9 Uhr morgens traf die den linken Flügel bildende Kolonne von Tunglungkau ein, mittags die Kavallerie von Chachiatong. Der Feind war so in der Nähe von Telissu eingeschlossen, wurde nach heftigem Gefecht um 3 Uhr nachmittags schließlich geworfen und zog sich nach Norden zurück. Die j a p a n i s ch e n V e r- l u st e werden, soweit bekannt, auf weniger als 1000 Mann geschätzt. Die Japaner erbeuteten russische Fahnen und 14 Schnellfeuergeschütze und nahmen gegen 300 Mann gefangen, darunter den Kommandeur des 4. Scharfschützen­regiments. Der Feind liest über 500 Tote und Verwundete auf dem Schlachtfeld zurück. Japanische Patrouillen sahen, wie der

Akis Htaöt und Land.

Gießen, den 17. Juni 1904.

Zu Ehren des Professors Dr. Pfaunenstiek findet Mittwoch, den 2 2. Juni ein Fackelzug mit darauf folgendem Kommers im Neuen Saalbau statt. Dev Fackelzug stellt sich in Oswalds Garten auf und nimmt seinen Weg durch Neustadt, Marktstraße, Marktplatz, MäuS- burg, Seltersweg, Fcankfklrterstraße nach der Wohnung deL Herrn Professors.

* Klärbecken-Anlage für die Kanalisation.. Die Arbeiten für die Herstellung der Klärbeckenanlagen, also des Schlußstückes unsexer Entwässerung, werden in dem nächsten Tagen zur Submsssion ausgeschrieben. Es handelt sich dabei um 18 800 Kubikmeter Erdbewegung, 4000 Kubik­meter Zementtraßbeton, 3500 Quadratmeter Wandverkleidung mit glasierten Plättchen, 1200 Quadratmeter Spundwände rc.- Offerten für diese Arbeiten müssen schon bis 9. Juli beim Tiefbauamt eingereicht sein, bei welcher Behörde am Nach­mittag 3 Uhr die Eröffnung der Submission öffentlich erfolgt

** Zum Gordon-Bennet-Rennen passierten, wie man uns mitteilt, gestern genau 43 Autos, von Norddeutsch­land kommend, unsere Stadt. Die Fahrzeuge fuhren sämtlich' vom Walltor aus die Ost- und Südanlage durch zur Frcmk- furterstraße hinaus, beachteten also die am Walltor und am Selterstor für die Fahrer gegebenen Hinweise. In den Sportblättern ist übrigens für die Automobilisten die Mit­teilung enthalten gewesen, daß Gießen kanalisiert wird und' daher das Pflaster der Innenstadt sich in so schlechtem Zu-' stand befindet, daß jeder Fahrer gilt hin würde, die Anlagen- zu bemitzen, wenn er Gießen passierte.

e* Polizei.Konferenz. Die nächste Konferenz- der Polizeiamts-Vorsteher des Großherzogtums wird am 19. Sep­tember in Gießen abgehalten werden.

Impfungen. Gestern abend wurde wieder eine größere Anzahl ausländischer Arbeiter durch das Kreis­gesundheitsamt geimpft.

** Ueberfahren. Gestern nachmittag ging das Pferd mit dem Wagen eines hiesigen Dienstmanns in der Klinik- straße durch. Die Ehefrau, welche das Fuhrwerk lenkte, ge-

erhielt Verstärkungen. Am 15. Juni besetzten die Russen, die in der Stärke von 21/2 Divisionen in der Nähe von T e l i s s" standen, eine Stellung zwischen Tafangschan und Ehengtsuchan. Die Japaner eröffneten bei dec Morgendämmerung den Angriff.

Denkarten «oh and billigst W'Kte Oeh^Dructtrü -----

llalslotlem irif) ini 1901.

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per Krieg zrvisHnk Japan und Rußland

Die heutigen Nachrichten vom Kriegsschauplätze melden von einem großen PyrrhuZ-Siege der Japaner, die einen Verlust von 1000 Mann beklagen, während die Russen nur einen halb so großen Verlust haben. Beide Parteien schie­ben sich aus dem Ausgange der Schlacht Vorteile zu, doch scheinen die Japaner Oberhand gewonnen zu haben. Das russische Wladiwostok-Geschwodor hat ferner ein paar japa­nische Verlust gleichfalls annähernd 1000 Mann beträgt, irische Verlust gleichballs annähernd 1000 Mann beträgt. Sonach haben also die Japaner in den letzten Tagen insgesamt etwa 2000 Mann verloren.

Ueber den Kampf bei Wasangou liegen heute russische und japanische offiziöse Meldungen 'vor. Die russischen Telegramme lauten:

Petersburg, 16. Juni. Wie General Kuropatkin von gestern meldet, wurden auf Sette der Russen ttn Kampf bei Wasangou am 14. Juni 24 Offiziere und 311 Mann getötet und verwundet, und zwar verlor das erste Schützenregiment 12 Offiziere und 200 Mann, die erste Ar- tttlevicbrigade 6 Offiziere und 50 Mann. Die Nacht auf den 15. Juni verlief ruhig. Gegen 2 Uhr morgens hatte die Bor- postenkette auf dem rechten russischen Flügel ein kurzes Schar­mützel. llm V?6 Uhr morgens begann auf dem linken russischen Flügel eine Kanonade. Schon früher, gegen 5 Uhr morgens, bemerkte die Kavallerie auf dem rechten Flügel bedeutende feind- lick>e Strettkräste südlich von Tafanschin. Die japanische In­fanterie eröffnete das Feuer auf die russische Kavallerie, die auf den Höhen zwsschen Tafanschin und Lunkoo sich befand. Der Feind stand am Waldrande, etwa zwei Werst von diesen Höhen entfernt. Gegen 6y2 Uhr morgens machte der Gegner in Stärke von etwa einem Regiment Infanterie und Artillerie aus diesem Walde einen Vorstoß zwischen Tafanschin und Lunkoo. Inzwischen war die Kanonade auf dem linken russi- schen Flügel lebhafter geworden. Nm 61/2 Uhr ging General Stackelberg mit einem Teil der Streitkräfte unter Um­gehung des rechten feindlichen Flügels in der Richtung auf Tasan- wozen und Gouin zum Angriff vor. Ten anderen Tess ferner Truppen schickte er gegen die Front des Gegners. Gegen 10 Uhr morgens entwickelte der Feind gegen den rechten russischen Flügel etwa eine Brigade Infanterie mit einer Batterie und Kavallerie und machte durch Zurückdrängung einer russischen

Nr. 140

täglich außer Sonntags.

Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem Hessischen Landwirt die Gießener Familien- blätter viermal in der Woche beigelegt

Rotationsdruck e. Ver­lag der Brühl'scherr Untverf^Buch-u. 6leh> brudertL R. Lang«.

3 HpVreiieubotien

1= und 650.-

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drei Tage mit Einquartierung belegt. Derartige Vorbereitungen gehören auch bei Monarchenbesuchen zu den Seltenheiten, und sie sind umsomehr bemerkenswert, als gerade König Eduard auf militärisches Gepränge im Allgemeinen keinen erheblichen Wert legt. Es muß also wohl ein besonderer Anlaß vor­handen sein, dem auch König Eduard Rechnung trägt. Für die Illumination der deutschen Kriegsschiffe sind die Abende vom 25. bis 28. Juni festgesetzt worden.

*

Ein Attentat auf den Generalgouverneur von Finland.

Aus Helsingfors meldet vom 16. Juni W. B.:

Generalgouverneur Bobrikow wurde heute vormittag int Senate von einem Senatsbeamten durch Revolverschüsse schwer verwundet. Der Täter hat sicherschossen. Bobrikow ist von zwei Kugeln getroffen worden, die eine Dräng' in den Unterleib und verursachte eine schwere Verletzung. Der Mordanschlag geschah auf der Senats treppe.

Reuters Bureau meldet aus Petersburg: Der Anschlag wurde von dem Sohne des Senawrs Schaumann verübt. Durchs die beiden Schüsse erlitt der Generalgouverneur außer einet, schweren Verwundung im Unterleib, bei der der Magen getroffen wurde, eine leichte Verletzung am Halse.

Eugen Schaumann war zuletzt Beamter der Unterrichts-: Verwaltung Finlands, früher Senatsbeantter. Die erste Kugel' traf den Hals des Generalgouverneurs und verursachte eine leichte Verletzung, die zweite traf einen Orden, den der General trug- und streifte diesen leicht, die dritte traf den Unterleib. Der: Gouverneur wurde, nachdem ihm von einem Arzte die erste Hilfe zuteil geworden, nach feiner Wohnung gebracht, wo die herbei- gemfenen Acrzte eine sofortige Operation für nötig erachteten. Bobrikow wurde, nachdem er das Abendmahl genommen, inA chirurgische Hospital geschafft, wo die Operatton erfolgreich ijorgenommen wurde. Die Aerzte machten den Kaiserschnitt und entfernten die Kugel nebst viel geronnenem Blut. Die Telle der Eingeweide, die von der Kugel getroffen waren, wurden entfernt

Das Großfürstentum Finland besitzt bekanntlich durch eine ihm vor etwa einem Jahrhundert von dem Zaren! Alexander I. gewährte Verfassung, die sich an die Schwedens- anlehnt, formell innere Selbständigkeit, von der jedoch im neuerer Zeit durch die russische Gewaltpolitik em Stück nach dem anderen abgebrochen wird. Die Empörung der Finnen über diese rücksichtslose Russisiziernng ihres Vaterlandes istj in stetigem Wachsen begriffen und nun hat sie sich durch eirp Attentat gegen den ihnen von Petersburg aufoktropirten ve!t* haßten Diktator Lust gemacht. Der Attentäter hatte sich dazu! just die Stätte ausersehen, die von der finnischen Bevölkerung längst mit größtem Mißtrauen betrachtet wurde, das Hans des Senates, dessen Angehörige in russischer Liebedienerei baSl Möglichste leisten.

Der Erfolg der Bluttat aber wird natürlich fein, daß, von dem russischen Willkürregiment die Zügel noch straffer angezogen werden und daß den Finnen nun wohl auch noch' der letzte winzige Nest ihrer Verfaflungsrechte genommen: wird. Der alte lateinische SpruchQuod medicamenta non sanant, ferrum sanat; quod ferrum non sanat, ignis sanat, kehrt sich so in sein Gegenteil. Das Schwert des Schwächeren wird durch das Feuer des Stärkeren vernichtet und die Knute über den Häuptern der Geknechteten ver­wandelt sich, nach blutiger Auflehnung, zur zerfleischenden' Geißel.

Das Wladiwostok-Geschwader vernichtete zwei japanische Transportschiffe. Die japanischen Meldungen darüber lauten:

Tokio, 16. Juni. (Reuter.) Das japanische Transport­schiffHiuornaru", das nach Meji zurückgekehrt ist, berichtet, daß es vorgestern vormittag 11 Uhr, 20 Meilen westlich der Jkiinsel, dem Wladiwostok-Geschwader begegnet sei.Hiuornaru" kehrte sofort um und signalisierte eine Warnung an die Trans­portschiffeKauazawarnciru" undJturimaru". Es entkam mit diesen. Zwei andere Transportschiffe, nämlichNtta- chimaru" undSadomaru" von etwa je 6000 Tons Gehalt, wur­den zwei Messen westlich von den Russen gesehen und schnell umzingelt Das Geschick derselben ist nickst bekannt. Der Verlust an Menschen ist wahrscheinlich schwer.

Tokio, 16. Juni. (Reuter.) Die TransportschiffeNita- chirnaru" . undSodornaru" sind, wie jetzt bekannt wird, durch das Wladiwostok-Geschwader zum S i n k e n gebracht worden. 397 Ueberlebende des ersteren Schiffes sind in Moje, 153 des zweiten Schiffes in Ko kur a angefonraten.

Tokio, 16. Juni. (Reuter.) Ueberlebende von dem Trans­portdampferSadomaru" undNttachimaru" erklären, die Schiffe seien durch Torpedos zum Sinken gebracht Worben.

Tokio, 16. Juni. (Reuter.) Nach den Aussagen der Ueber» lebenden von den gesunkenen TransportschiffenNttachimaru" undSadomaru" trafen sie Mittwoch um 11 Uhr morgen» auf der Höhe der Jmel Jkissstma mit den russischen Kriegsschiffen jufammen. Die Russen zwangen die japanischen Schiffe durch Schüsse zum Halten, feuerten bann einige Torpedos ab und brachten die Schiffe dadurch zum ©infen. Der Kapitän des Sadomaru" und mehrere andere wurden gefangen; über 100 entkamen in Booten und lanbeten bei Kokura. Nach einer hier eingegangenen Nachricht sind verschiedene Ueberlebende des Nttachimaru" nördlich nach Shimvneseki vertrieben und dort gerettet worden. Der Trans portbampser ,^J d a u m i m a r u" wird noch vermißt Es heißt,Nitachimaru" undSadomaru" hätten 1400 Mann, viele Pferde und eine Menge Vorräte an Bord; wenn dies wahr wäre, so betrüge der Verlust weni­ger als 1000 Mann. Ein Detachement von Kurokis Armee nahm am Sonntag Huaijen und vertrieb eine Llbteilung von 300 Russen und 300 berittene chinesische Banditen, welche sich in der Richtung nach Tahoho zurückzogen. Die Russen ließen 3 Tote und 2 Verwundete vom 15. osssibirischen Regiment zu­rück; die anderen Verluste sind unbekannt Die Japaner hatten keine Verluste.

Nähtische Tagesschau.

Zum Empfang König Eduards.

Man schreibt uns aus Berlin, 16. Juni:

Nach den Vorbereitungen zu schließen, die zum Empfang König Eduards getroffen werden, kommt der Monarchen­begegnung eine besondere Bedeutung zu. Sie liegt vielleicht weniger auf politischem als auf persönlichem Gebiet, und daß ungewöhnliche Maß von Ehrungen könnte wohl gebeutet werben im Sinne der Freude über die Lösung einer gewissen Spannung. Die Tatsache, daß König Eduard sich von einem Kriegsschiffgeschwader be- gletten läßt, wird deutscherseits beantwortet durch die Mobilmachung fast einer ganzen Division. Den Nordostfeekanal enttang wird Infanterie Spalier bilden und zwar an beiden Ufern. Ebendort sollen Kavallerie-Abteilungen neben den Schiffen hertraben. Zur Durchführung dieses Ehrendienstes wttd die Umgebung des Nordostseekanals auf

Kavallerieabteilung den Versuch, über Lunkoo den rechten Flügel der russischen Stellung zu umgehen. Um dies zu verhindern, schob Stackelberg um IO1/? Uhr seine Reserve von Sissan vor. Die gesamte Streitmacht der Japaner, die inzwischen bedeutende Verstärkungen herangezogen hatte, bettug um diese Zett mehr als drei Divisionen.

Mukden, 16. Juni. (Ruff. Tel. Agentur.) Um einen Teil der feindlichen Streitkräfte von Port Arthur abzuziehen, wurde eine russische Kolonne von Taschttschiao südwärts vorgeschickt. Sie hatte am 14. und 15. Juni bei Wasangou mit überlegenen japanischen Streitkräften zu kämpfen. Die Japaner hatten sehr große Verluste. Das Ergebnis des Kampfes ist eine Besserung der russischen Position.

Dagegen melden die Japaner:

Tokio, 16. Juni. (W.-B.) (A mtliche M e l d u n g.) Der kommandierende General der japanischen Armee auf der Halb­insel Siautung berichtet folgendes: Am 14. Juni rückte die japanische Hauptmacht in zwei Kolonnen nordwärts an der Eiseu- oahn entlang vor und vertrieb den Feind aus der Gegend östlich von Wafandian. Um 5 Uhr nachmittags hielt der Feind an der Linie Lungwaugmiao-T afangschan (offenbar das obige Tafanschin) stand. Beim Einbruch der Nacht nahmen die Japaner nach zweistündiger Kanonade die Linie. Tie zweite Kolonne, die den rechten Flügel des Feindes bedrohen und die Flanke und den Rücken der Japaner decken sollte, marschierte östlich von Futschau und rückte auf der Linie von Tengchiakau nach Nachialing vor. Der Feind in der Nähe von Lungwangmiao

@ momÄtch?L^vt«Kl.

Glcheim Anzeigers»

** General-Anzeiger w ** .ää.

V den poltt und aUgem.

Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen MW:

f zeigenteil: HanS Beck.'

Tokio, 16. Juni. (Reuter.) Jrn Kämpft bei Telissu, nordöstlich von Futschou, hatten die Russen 500 Tote, 300 wurden gefangen genommen. Ferner verloren fie 14 Kanonen. Der Verlust der Japaner beträgt 1000 Mann.

Kekmmtmachmlg.

Die nachstehende Bekanntmachung Grvßh. Polizeiamts Darmstadt bringen wir hiermtt zur öffentlichen Kenntnis.

Gießen, den 16. Ium 1904.

Gro'ßherzoglicbes Volizeiamt Gießen. Herberg.

Bekanntmachung.

In der Angelegenhett des an einem hiesigen Einwohner auf der Ludwigshöhe bei Darmstadt begangenen Mordes, bezüglich dessen auf die Ermittelung, bezw. Ergreifung des LäterS von der hiesigen Staatsanwaltschaft eine Belohnung von Fünfhundert Mark ausgesetzt ist, wird folgendes be­kannt gemacht:

Nach den inzwischen gemachten Erhebungen kommt jetzt ein Unbekannter als Täter in Betracht, der wie folgt be­schrieben wird:

Etwa 3040 Jahre alt, zirka 1,70 Meter groß, von untersetzter Statur, blonde Haare, deSgl. mittelstarker Schnurr­bart; war gekleidet mit abgetragenem dunklen Sackrock (braun­schwarz), etwas hellerer Hose, schwarzem weichem Filzhut, grauen Strümpfen, niederen, schweren, benagelten schwarzen Leberschuhen.

Er soll fremden Dialekt (angeblich sächsischen) gesprochen haben, sehr sonnverbrannt gewesen sein und heruntergekommen ausgesehen haben.

Wenn auch eine Beraubung anscheinend nicht statt­gefunden hat, so ist doch nicht ausgeschlossen, daß eine solche beabsichttgt gewesen und nur unterblieben ist, weil der Täter das Herankommen von Leuten befürchtete oder gar wahrnahm.

Die Tat ist mtt einem 7 mm -Revolver ausgeführt.

Man ersucht um fortgesetzte eifrigste Recherchen und so­fortige Mitteilung, falls sachdienliche Wahrnehmungen ge­macht worden sind oder die sonsttgen Ermittlungen zu einem Resultat geführt haben.

Darmstadt, 14. Juni 1904.

Großherzogliches Polizeiamt.

I. 23.: gez. Kraemer.

Betr.: Die Reinhaltung und Wegsamkeit der Straßen und Plätze, sowie die Reinhaltung der Kanäle in der Provinzialhauptstadt Gießen.

Aufforderung.

Bei der gegenwärtig heißen Witterung fordern wir hier­mtt auf Grund des § 3 des Lokal-Reglements rubr. Betreffs vom 10. November 1879 alle Hausbesitzer bezw. deren Stellvertreter auf, morgens zwischen 6 und 8 und nach­mittags zwischen 12 und 2 Uhr das vor ihrem Hause be- legene Banket nebst Floßrinne und die Hälfte der Fahrbahn mit reinem Wasser begießen zu lassen.

Wer es unterläßt, dieser Aufforderung nachzukommen, hat die gesetzliche Strafe zu gewärttgeu.

Gießen, den 16. Juni 1904.

Großherzoglick'es Polizeiarnt Gießen.

Herberg.