Ausgabe 
17.5.1904 Zweites Blatt
 
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NESTLE'5 Kinde-j lt-J *mehlfl

geschlichen und Kreuzer sei retten können.

stätigung.)

Unübertroffen für Baut- u relntpllcge, Rein, «IM. spar»a«. C. Naumann, Seifen- u. Parffimeriefabrik, Offenbach a.M.

auf diesen einen Torpedo abgeschofsen. Der gesunken. Der Offizier habe sich ans Ufer (Die Nachricht ist bisher ohne offiziöse Be-

Port Arthur und Dalny.

Tschifu, 16. Mai. Ein kombinierter Land- und Seeangriff auf Port Arthur wird zwischen dem 20. und 26. Mai erwartet. Die Japaner hoffen, Dalny in einigen Tagen zu besetzen und nach Zerstörung der Minen in der Talienwanbucht dort weitere Truppen zu landen und mit dem Angriff auf Port Arthur zu beginnen. Ein japanischer Offizier erklärt, sie wären bereit, 2000 Mann bei diesem Angriffe zu verlieren. Unterrichtete Chinesen sagen, die Einfahrt von Port Arthur sei nicht gesperrt.

Petersburg, 16. Mai. Wie hier behauptet wird, haben sich in den letzten von Mulden nach Port Arthur ab­gegangenen Zügen außer großen Quantitäten Munition auch Teile eines Unterseebootes befunden.

Petersburg, 16. Mai. Das Blatt Roßkaje Polwo berichtet aus Port Arthur, ein russischer Offizier habe sich auf einem Boote an einen japanischen Kreuzest heran-

Die Japaner auf Askold.

Wie au§ Tokio berichtet wird, soll die japanische Flotte von der Insel Askold Besitz ergriffen haben.

Wie Du mir, so ich Dir.

Petersburg, 16. Mai. Der Gouverneur von Fudschu überfiel am 14. Mai die russischen Kohlen­gruben bei Port Adam und raubte sie aus. Er ließ die arbeitenden Chinesen zur Hinrichtung gefangen nehmen, brannte a lle Kohlenvorräte nieder und ließ die russischen Arbeiter nackt abziehen. Die Japaner, die Tags zuvor die Gruben passiert hatten, hatten sie nicht angerührt, da sie Privateigentum sind.

Söul, 16. Mai. (Reuter.) Eine Privatdepesche aus Pingjang meldet: Eine etwa 300 Mann starke russische Abteilung begab sich nach den englischen Bergwerken in Unsan und bemächtigte sich des Eigentums der japanischen und chinesischen Angestellten. Eng­lisches Eigentum sei nicht angerührt worden. Einige Japaner hätten sich gerettet, andere sollen gefangen sein.

Die Chunchuseu.

Petersburg, 16. Mai. Ein Telegramm des General­leutnants Sacharow an den Generalstab vom 15. Mai lautet: Am 14. ds. wurden auf die Nachricht vom Er­scheinen von Chunchusen in den Dörfern etwa 16 Werst west­lich von Liaujang Freiwilligen-Abteilungen, eine zu Fuß, eine berittene, sowie eine Kompagnie Infanterie ausgesandt. In den Dörfern wurden keine Chunchusen vorgefunden. Die

Bewohner machten ausweichende Aussagen. Auf dem Rück-1 den Mann nicht angerührt! Bors.: Wer Ihre Stiefel wege entdeckten die Russen im Dorfe Chantaidny, 12 Werst sind voll Blut, Ihre Hose ist blutig, Ihre Finger fikrden westlich von Liaujang, eine bedeutende Chunchusenbande. Die sich an Lichtensteins Hemdkragen, Sie haben ihm den Re- beiden Freiwilligen-Abteilungen griffen die Chunchusen an, ^alver beliefert. Sie haben den Gewichtsstein gekauft, und di- den Dorfrand besetzten, und warfen sie nach heftigem nod)fcugnen?-«roj: 34 tarn nut fagen

F-u°r zurück Die Chunchusen ließen 20 Tote, viele G°- h^-n g-sa^'s fti ta ÄÄ

wehre und Patronen zurück. Auf russticher Seite wurden I kein Mensch mehr glaubt. Groß: Es ist auch zwei Mann getötet, drei verwundet. Die Japaner be- unbegreiflich.

etzten Kuandiansian wieder. Stafforst erklärte: Groß lügt, um mich zu be-

Lonbon2°lbÄai.^Die'^Tim-?°'°°eröfftntlicht einen ,2.F Glaubwürdigkeit _des Stafforst zu erhärten, Brief ihres Korrespondenten, worin d.eser den Grund angab, £&

warum er keine drahtlosen Depeschen mehr abfenbet ®teL lb|, $am, wiri) her

ganze Falt noch einmal durchge- russische Regierung habe auf die Absendung drahtloser Wochen, wobei Stafforst auch erwähnt, daß ihm Groß Depeschen die Todesstrafe verhängt, und em ähnlicher Befehl eine Geschichte von einem Fräulein in der Palmengarten­sei von der japanischen Regierung erfolgt. straße erzählt habe als Gelegenheit für einen Diebstahl,

Brechdurchfall Diarrhoe Darmkafarrm Vorrätig in Apotheken, Drogerien, Co]_oniaiv/.

AMTLICH GLXNZEND BEGUTACHTET:

SALUTARIS©

TOILETTE-FETT-SEIFE

die körperliche Beschaffenheit Ihres Bruders? Zeuge: Ich habe heute früh zum ersten Male die beiden Hallunken gesehen und habe mir sofort gesagt: Es ist ganz un­möglich, daß Stafforst allein meinen Bruder umgebracht hat. Er hätte den Stafforst beiseite geschleudert, das Fenster aufgerissen und um Hilfe gerufen. Ich bin fest überzeugt, daß Groß dem Stafforst zu Hilfe kam und meinen armen Bruder zu Tode gemartert hat. Bors.: Woraus schließen Sie das? Zeuge: Mein Bruder war kräftiger als ich, und in der Todesangst hätte auch ich es mit Stafforst allein ausgenommen. Der Zeuge macht seine Aussagen mit tränenerstickter Stimme und wird nach seiner Vernehmung entlassen.

Weitere Zeugen werden zur Illustrierung des Cha­rakters des Groß vernommen. Er wird als fleißiger Ar­beiter. aber als unheimlicher Mensch geschildert. Jeder­mann, der mit ihm in Berührung kam, hatte das Gefühl, daß der Mensch kein reines Gewissen habe. Sowohl der ' wie der Ausläufer Lichten-

Verbäcktiae in Rußland. nicht für einen Mord. Groß behauptet umgekehrt, der

<8, n k* ic ot Tj.fr q-f ar Stafforst habe ihm die Geschichte erzählt. Vors.: Sie

Kronstadt 16 Xetear.-agentixr.) Wern erzählt, Sta? forst habe die Brillantknopfe des

wurden an Bord des englischen Damp fer3®iim-1«xcfjtenfteiTt Weggenomnien, Groß: Ja, es ist ein Knops ros", der von Cardiff kam, Uver Trener und em Maschrmst unb bk Kravattennadek - Vors: Es ist

festgenommen, ebenso heute an Bord eines deut- überhaupt kein Knopf weggekommen. Sic haben es schen Dampfers eine verdächtige Persow Tue Verhaf- ! in der Zeckung gelesen - Groß: Nein, ich hake ihn selbst teten, welche au^ Judochina zu stammen - Vors.: Haben Sie nicht Ihrer Braut erzählt,

augenscheinlich Japaner; s,e legen em ungebuhtliches Be- ^ bekämen am 1 März 10 000 W? - Groß: We es tragen an den £og. so ist, im Tanzsaal erzählt man immer etwas mehr.

,Russische Kanonen. IVors.: Befanden Sie sich nicht in schlechten Verhältnissen?

Essen a. Ruhr, 16. Mai. In den Kruppschenl^^ß: Nein. Der Vorsitzende stellt fest, daß Groß am Werken ist infolge des japanischen Krieges der Bau hott 14 Januar eine Uhr versetzt, und daß er seine Wohnung Geschützen fortdauernd sehr lebhaft. In Feldkanonen sind J 0$ne die Miete mit 42 Mk. zu zahlen. Dafür große Aufträge vorhanden. I hinterließ er einen Zettel, er mache eine Erbschaft. Groß

----------- g weiß für alles eine Ausredtei und behauptet, er habe sich Der frankfurter Raubmord als Möbelträger 300 Mk. gespart. Von seiner Braut hat

&er 500 Mark für Möbel bekommen: am 26. oder 2. Fe- vor oem Klywurgerilyr. bruar hat er ihr 300 Mark zurückgegeben und bei der

sc. Fr an kfürt a. M., 16. Mai. Verhaftung hatte er nur 183 Mark bei sich. Von dem

Die heutige Morgensitzung wurde durch das Verhör Lichtensteinschen Gelde will er nichts selbst genommen, son­der beiden Angeklagten ausgefüllt. Stafforst, der zu- dem von Stafforst im Geschäft einen Hundertmarkschein erst vernommen wurde, bekannte sich schuldig und er-1und oben am Friedhof 300 Mark bekommen haben. zählte den Vorgang der Bluttat in derselb'en Weise, wie er Bors.: Was haben Sie mit dem Gelde gemacht? Groß: das in der Voruntersuchung getan hät. Friedrich Stafforst Das Geld habe ich noch denselben Abend weggeschafft. macht keinen ungünstigen Eindruck. Sein Gesicht ist stark Vors.: Wohin denn? Groß: Ich hab es in den Main ge-

gerötet. Gr ist sauber gekleidet und fein frisiert Er hält warfen. (Gelächter.) Vors.: Warum haben Sie sich denn

immer noch etwas auf den äußeren Menschen. Seine Ver- zwei Revolver gekauft? Groß: Weil der kleine nicht

nehmung dauert fast eine Stunde. Er erzählt die An- richtig schießt. Bors.: Allerdings, beim anderen, den

sänge seiner Freundschaft mit Groß und anderen Bekannten. Sie am 12. oder 19. Februar gekauft haben, sagten Sre, Er spricht leise, aver fließend; er macht den Eindruck eines er müsse gut schießen. Es war ein Revolver, der über ziemlich intelligenten Menschen. Das tritt besonders da 25 Mark kostete. Damit ist die Vernehmung der Angeklagten zu tage, als er von der Falschmünzerei erzählt, von aal- beendet.

dänischem Strom, SMerbädern und Aehnlichem. Ter Vor- In der Nachmittagssitzung begann dre Beweisaus- sitzende macht die Geschworenen darauf aufmerksam, daß n a h m e. Zunächst wurden die Zeugen vernommen, dre den Stafforst bei Angabe von Straßen und Zeiten auffallendes toten Lichtenstein zuerst sahen. Aus ihren Aussagen sowohl Gedächtnis und auffallende Genauigkeit bekundet habe, wie aus denjenigen einiger Hausgenossen, die über dem Stafforst erzählt die Geschehnisse in einfacher Weise, ziiem- Lichtensteinschen Lokale wohnen, geht hervor, daß zwischen lich gefaßt. Als er geendet und der Vorsitzende ihn fragt, den Mördern und ihrem Opfer ein furchtbarer Kampf statt- ob er denn wisse, daß der Tod die Sühne Für dieses Ver- gefunden hat. Die Mordstätte bot einen grauenhaften An­brechen sei, weint er. Fortwährend hält er ein Taschentuch blick. Die oben wohnenden Leute hörten Schreien, Stam- in den Händen, das er nervös zerknittert. Den Inhalt Pfen und Hilferufe, dachten aber, das komme aus dem seiner heutigen Angaben darf man daher als bekannt vor-1 Zimmer eines im Hause wohnenden Zahnarztes.

aussetzen. Er gibt heute zu, gewußt zu haben, daß auf Oekonomierat Lichtenstein, der Zwillings - dem- was er tue, die Todesstrafe stehe. Der Eindruck, brud er des Ermordeten, war am 26 Februar bis den er macht, ist der eines zerknirschten, reumütigen 10V< Uhr bei ihm im Geschäft gewesen. Als er dann Sünders. ~ gerade bei Tisch saß, kam der Ausläufer Schick und brachte

Aus anderem Holze ist Groß geschnitzt. Er ist unge- die Kunde von dem Mord. Der eZuge fuhr mit seiner brochen und verteidigt die von ihin eingenommene Position! Schwägerin ins Geschäft; die Schwägerin wurde ohnmächtig, mit zäher Hartnäckigkeit. Gesicht und Kopfbildung zeigen er selbst aber besichtigte den TatortEs ist merk- den echten Verbrechertypus. Alles, was Stafforst erzählt, würdig", sagt er,daß diese Gauner in der kurzen Zett alles ist nicht wahr. Im Gegenteil, Stafforst war derjenige, so gründlich durchsucht haben." Vors.: Wie war denn der die Gelegenheit ausbaldowerte. Gr, Groß, dachte nur1 CD'f't~cc- <a*M* *A

an einen Diebstahl und ging überhaupt nur mit, um Staf­forst vor Unbesonnenheiten zu bewahren. Der aber schlug gleich blindlings auf Lichtenstein ein und hatte ihn schon umgebracht, ehe er, Groß, zur Besinnung kam. Gr habe Lichtenstein nicht an,gerührt. Es sei unmöglich, daß sich sein Fingerabdruck am Kragen Lichtensteins finde. Staf­forst habe ihm später von dem geraubten Gelde 400 Mk. gegeben. Die habe er abends in den Main geworfen. Dem Stafforst sei das Hirn Lichtensteins in den Mund gespritzt. Pfui Teufel, schmeckt das Zeug bitter, habe dieser ge­rufen. Dann habe sich Stafforst auf den Toten gekniet, ihm die Augen zugedrückt und gesagt: Anzubinden braucht man den nicht mehr. Der reißt nicht mehr aus! So phantasiert Groß in endlosem Redeschwall. Das Blut an

einen Kleidern sei sein eigenes gewesen, das er bei einer Arbeit als Möbelträger vergossen habe. An seinen Stiefeln sei wohl Lichtensteinsches Blut gewesen, da er , .

zufällig in die Blutlache hineingetreten habe. Mobeltransporteur Schrimpf wie der AuÄauser Lcchten-

Vors.: Sie bekennen sich also offenbar nicht schuldig; steins, Schick, hatten sofort Verdacht auf Groß. Um 6 Uhr denn Sie wollten ja den Stafforst von der Tat abhalten, wurde die Verhandlung auf morgen vertagt.

, In der Voruntersuchung haben Sie fünf bis sechsmal eine Es läßt sich, so meint dieFrkf. Ztg. noch nicht ab- . Beteiligung am Verbrechen zugegeben, nachdem Sie vor sehen, wie lange die Verhandlung dauern wird. Es hertzt der Verhaftung des Stafforst versichert hatten:So wahr jetzt, daß man möglicherweise selb,t nut drei Tagen mcyt

' ein Gott im Himmel lebt, bin ich unschuldig." Bei der auskomme und daß erst Jam vierten Tage das Urteil ge- ' Diebstahlsgeschichte in Leipzig haben Sie auch bis zum sprachen werden könne. Das Leugnen von Groß, fälschlich ätzten Augenblick geleugnet, obgleich Sie die gestohlenen Zynismus genannt, wird dre Verhandlung sehr rn dre Lange

Stiefel an den Füßen hatten. Groß: Das war aus sichern_______________________ ,

gewissen Gründen. Ich wollte gewisse Leute nicht Unglück-\ ----------------------

lich machen. Vors.: Sie haben den Stafforst seit 1901 nicht Vermischter.

mehr gesehen. Wober soll Stafforst Kenntnis von Lich- * Köln, 16. Mai. Heute entgleiste zwischen den Sta- tenstein, von seiner Erbschaft usw. gehabt haben? Groß: Aus tionen Brohl und Niederbreisig von dem Luxuszug Wien- der Zeitung. Vors.: Woher wußte er dann schon bei seiner Ostende die Maschine mit den beiden Vorderachsen, weil eiserne ersten Vernehmung in Hamburg, daß Sie eine Braut hatten Schwellen anscheinend in böser Absicht, über Die und am 1. März heiraten wollten? Groß: Das war Schienen gelegt waren. Personen wurden E verletzr nncb nickt fest Vors - Wärum haben Sie denn den Die Strecke r>t wieder fahrbar. Der Materialichaden betragt etwa Stafforst nicht der Ä Webens- Groß: Ich weiß ^Mark^ Die Polizei wurde mit der Einleitung einer Unter- eigentlich selbst nicht, wie mir da oben nach der Tat zu 'ucyun^veamrra^^^ Heute nachmittag, um 5 W

Mute war. entgleiste vor dem hiesigen Taunusbahnhofe eine Loko-

Groß muß dann zuaeben, daß er nach der Tat bei motive. Der Personenverkehr wurde durch Umleitung naw seiner Braut sich gewaschen und nachher das Waschwasser I d^m Rheinbahnhofe aufrechterhalten. Um 6.30 Uhr war ote selbst ausgeschüttet hat. Vors.: Warum haben Sie am | Strecke wieder frei. Der Materialschaden ist unbedeutend^^. Montag Ihren Anzug mit Fleckenwasser gereinigt? Groß: Ich hatte am Montag nichts zu tun. Bors.: Was sagen Sie dazu, daß man trotz der Reinigung noch Blut an Ihrem Anzuge gefunden hat? Groß: kann möglich sein, daß Blut an meinem Anzug ist, und zwar sehr viel Blut. Aber das war mein eigenes Blut, weil man sich bei der Arbeit oft gerissen hat. Vors.: Wenn Ihnen nun nachgewiesen wird, daß auch an Ihren Hosen Blut ist, und daß Sie auf den Knien gelegen haben müssen? Groß: Dafür ist ja der Stafforst da Vors.: Der Stafforst hat es bereits gesagt. Groß: Das soll er mir beweisen. Vors.: Bewiesen wird es durch den Befunb der Hosen. Wenn nun noch bewiesen würde, daß Ihre Hand auch am Kragen des Lichtenstein abgedrückt ist, was würden Sie dann sagen? Groß: Dann würde ich sagen, das sei nicht wahr. So wahr ich hier stehe, ich habe

führung der Berufung zu entscheiden. Soll die Be- ! rufung gegen die Urteile der Strafkammern ein- i geführt werden? Ist die Berufungsinstanz bei den Land- i gerichten zu bilden oder bei den Oberlandesgerichten? Ist 1 das Berufungsgericht mit Laien zu besetzen? Wie ist 1 Has ! Verfahren in der Berufungsinstanz auszugestalten? Können für den Fall der Einführung der Berufung (Garantien des Verfahrens, die gegenwärtig in erster Instanz zum Ersatz für die mangelnde Berufung bestehen, wegfallen? Ueber diese Fragen ist die Kommission gehalten, sich zu äußern. Für die erste Lesung steht dann noch aus der Abschnitt Revision, so daß der Köln. Ztg. zufolge anzunehmen ist, daß in der Julitagung die Beratung der ersten Lesung zu Ende geführt werden kann. Es würde dann im Herbst die zweite Lesung beginnen können.

Der Krieg zwischen Japan und Wußland. Ein japanischer Aviso zerstört.

Tokio, 16. Mai. Der japanische AvisoMijopo" stieß gestern in der Kerrbucht auf eine Mine und wurde zerstört. Acht Tote.

Tokio, 16. Mai. DieMijako" ging verloren, als sie behilflich war, die Kerrbucht von russischen Minen zu säubern, wohin Admiral Kataoka gestern mit einer Abteilung de§ dritten Geschwaders gegangen war, um die zwei Torpedo­bootflottillen zu beschützen, die für diese Arbeit ausersehen sind. Fünf Minen waren schon gefunden und zerstört und die Arbeit für diese Tage beendet, als die ^Mijako" auf eine nicht entdeckte Mine stieß, die unter ihrem Bug mit großer Kraft explodierte und den Schiffskörper schrecklich ver­wüstete. Das Schiff hielt sich noch 22 Minuten über Wasser. Zwei Matrosen wurden getötet, sechs ver­wundet. Die übrige Mannschaft wurde gerettet

Kämpfe.

Tokio, 16. Mai. Admiral Kataoka berichtet, daß sich die Russen am 12. Mai vom Robinson-Vor­gebirge zurückgezogen, aber nachher wieder eine paffagere Befestigung auf der Höhe nordöstlich vom Taku- berg errichteten, dort sechs Geschütze aufstellten und die­selben durch Anlagen schützten. Kataokas Geschwader be­schoß die russische Stellung den ganzen Sonntag über, aber die Russen hielten die Stellung hartnäckig. Die japanische Flotille, die den Hafen absuchte, war den ganzen Tag feindlichem Feuer ausgesetzt, ohne ihre Arbeit zu unter- brechen. Sie erlitt keinen Verlust.

London, 16. Mai. Aus Tientsin wird gemeldet: Am ver­gangenen Donnerstag habe in den Bergen von Siouyen ein Gefecht stattgefunden, wobei 1500 Russen getötet resp. verwundet worden seien. Die Japaner hätten die Stadt besetzt. (Die Nachricht ist als englische mit Vorsicht aufzu- nehn^n.) e^^burg,. Mai. Bei Kintschau fand zwischen Kosaken und japanischen Vorposten ein Gefecht statt. Die Ja­paner zogen sich bei Hinterlassung von 85 Toten zurück.

London , 16. Mai. Aus Niutschwang wird telegraphiert: Nach Gerüchten aus chinesischer Quelle fanden gestern in der Gegend von Liaujang schwere Kämpfe statt. General Lenewitsch soll mit großer Truppenmacht von Wladiwostok nach Korea marschieren. Heute morgen um 5 Uhr wurde schweres Geschützfeuer östlich von Niutschwang vernommen.

Die Japaner rücken weiter vor.

Petersburg, 16. Mai. Wie ein Telegramm des Generals Pflug vom 15. Mai meldet, rücken die Japaner nach Angaben vom 12. und 13. Mai von Föngwangt- scheng nach Liaujang unentschlossen vor. Man kann vermuten, daß die Hauptkräfte der Japaner auf Hait- schöng oder Kaitschou marschieren. Eine bedeutende Abteilung wird im Gebiet nordwestlich von Takuschan zu­sammengezogen. Im Küstengebiet herrscht Ruhe.