kumente auf andere Weise entwendet wurden. Der Kriegsrnimster beauftragte den Generalstabschef Pendezec, eine Untersuchung über die Spionageaffäre einzuleiten, um festzustellen, wen die Schuld treffe, und insbesondere zu ermitteln, ob nicht gegen die Bauunternehmer eine Klage erhoben werden könnte, welche die gestohlenen Pläne in ihren Händen gehabt haben; diese Bauunternehmer könnten wegen Verrates oder wegen Nachlässigkeit verfolgt werden.
Paris, 17. Mai. Die „Humanste" veröffentlicht den Wortlaut der päpstlichen Protestnote gegen die R o m -- reise des Präsidenten Loubet. Es heißt in derselben u. a.: Die Oberhäupter der katholischen Staaten haben die Pflicht dem obersten Hirten der Kirche gegenüber größere Rücksicht obwalten zu lassen, als die Souveräne nichtkatholischer Staaten, und dies im .Hinblicke auf seine Würde, seine Unabhängigkeit und seine unverjährlichen Rechte. Diese Pflicht, welche bisher von allen beobachtet wurde, unbekümmert um Gründe der Politik, der Allianz und der Verwandtschaft, liegt umsomehr dem ersten Beamten der französischen Republik ob, welche durch traditionelle Beziehungen mit dem römischen Pontifikate verbunden ist und kraft des Konkordates besondere Vorrechte besitzt. Wenn demnach das Oberhaupt einer katholischen Nation dem Papste eine schwere Beleidigung zufügt, indem es nach Rom, dem päpstlichen Sitze, kommt, um demjenigen eine Huldigung darzubringen, welcher gegen alles Recht die Freiheit und Unabhängigkeit des Papstes verhindert, so wäre diese Beleidigung um so größer von feiten des Herrn Loubet, und wenn trotz alledem der päpstliche Nuntius in Paris geblieben ist, so ist dies lediglich auf sehr ernste und besondere Gründe zurückzuführen. Damit durch eine so schmerzliche Tatsache nicht ein Präzedens geschaffen werden könne, sieht sich der Heilige Stuhl veranlaßt, die formell st e und ausführ- lichste Einsprache zu erheben. — Jaurös erörtert diese Protestnote und erklärt, dieselbe bilde eine doppelte, hochmütige Herausforderung Frankreichs und Italiens. Der Papst habe nicht gezögert, vor den Regierungen die französische Republik und deren Präsidenten anzuklagen. Seit der Versendung dieser Note sei der Abbruch der diplomatischen Beziehungen zwischen demPap st turne undFrank- r e i ch in Wirklichkeit vollzogen.
100
Telephonischer Kursbericht.
Reicheanleihe
37e%
Konsole
über
Verwandten, Freunden und Bekannten die schmerzliche Mitteilung, dass unser innigst geliebter Gatte, Vater und Grossvater
Herr Rflax Leszinski
Giessen, den 16, Mai 1904,
Die trauernden Hinterbliebenen
4462
4458
Die Beerdigung findet Mittwoch den 18. d. Mts. in der Stille statt.
126.60
46.10
43 80
89.65
101.60
89.80
99.80
100.90
100.20
98.90
102.55
59.70
58.50
239.00
189.70
195.00
Mill. 285
50,2
22,1
29,4
Hessen Oberhessen
3V,0/ o 3% 3Vg°/n 37,%
heute nachmittag 3 Uhr nach schwerem, mit Geduld getragenem Leiden sanft entschlafen ist.
Die Beerdigung findet Mittwoch den 18. d. Mts., nachmittags 4 Uhr, von der Kapelle des neuen Friedhofes aus statt.
Gießen, den 16. Mai 1904
Gießen, Plockstraße 1, 17. Mai 1904>
Todes-Anzeige.
Statt jeder besonderen Anzeige.
4% Oesterr. Goldrente .
4l/s % Oesterr. Silberrente
4% Ungar. Goldrente .
4°/i) Italien. Rente . .
4V, % Portngieser , .
8°/ Portugiesen. . . .
1% C. Türken . . .
Türkenlose
4% Grieoh. Monopol.-Anl. 4l/„ % äusser« Arir«ntin«r
17. Mai.
26.45
86.20
106.50
103 00
199.30
183.80
136.50
151.50
152.50
136.50
13.60
Im Namen der trauernden Familie:
Katharina Schaab, geb. Becker.
Gießener landwirtschaftlicher Wetterdienst
BoranSfichtliche Witterung in Hessen für Mittwoch den 18. Mai 1904: Zeitweise windig, zeitweise trüb, kühler, Regenfalle, zunächst mit heftigen Gewittern. (Siehe gestrige Voraussage.) 8 } Näheres durch die Gießener Wetterkarte.
Todes-Anzeige.
Heute Vormittag lli/2 Uhr verschied sanft nach langjährigen, mit Geduld getragenen Leiden im 75. Lebensjahre
Von dem am 16. Mai erfolgten Hinscheiden unseres Mitgliedes und Kameradeii
TcleWchlimister Max Leszinski setzen wir die Kameraden geziemend in Kenntnis.
Die Beerdigung findet Mirtwoch, den 18. d. Alts., nachmittags 4 Uhr, von der Kapelle des neuen Friedhofs aus statt. 4440
Zusammenkunft V* Stunde vorher am Friedhoss- portate. Der Vorstand.
chfcnsteisch, gesalzen, 40 Pfg. (Magnum bonum) bei [02695
4463 I Sier, Dammstraße 46.
größer ist, als das der Deutschen Bank nach der Absorbierung der Berliner Bank: ja, keine Bank Europas arbeitet mit einem Zeichen Kapital, wie diese Interessengemeinschaft. An zweiter Stelle steht der Kredit Lyonnais, der über ein Aktienkapital von 250 Mill. Frcs. verfügt. Die Kapitalien der deutschen Großbanken stellen wir nachstehend nach dem „B. T." wie folgt auf: (Die Reserven der Interessengemeinschaft Dresden-Schaaffhausen find nur schätzungsweise angegeben):
Kapital Reserven.
Die Beerdigung findet Donnerstag den 19. d. Mts., vormittags 10 Uhr, von der Kapelle des neuen Friedhofs aus statt.
ungen der ^wesoener Vereins durchgeführt ein Kapital verfügen.
Herr Dr. philos.
Friedrich Schaab
früher Oberlehrer am Gymnasium zu Höchst a. M.
Dresden-Schaaffhausensche Jnteressengernemschaft
Deutsche Bank Diskonto - Gesellschaft
Darmstädter Bank
Berliner Handelsgesellschaft Nationalbank Kommerz- und Diskontobank Mitteldeutsche Kreditbank
Märkte.
Statt besonderer Anzeige.
Gestern Abend verschied sanft nach langem, schwerem Leiden unsere gute Mutter, Schwiegermutter und Großmutter freu Louise FrieM U we.
Für die vielen Beweise herzlicher Anteilnahme bei dem Verluste unseres lieben
Willi
sagen wir allen, besonders Herrn Lehrer Fritzel und den Schulkameraden des Entschlafenen, innigen Dank. 444- Iamilie Kartig.
Hesßjche Bereinigung für Wkskllick.
Unter Hinweis ans Nr. 3 unserer „Geschäftlichen Mitteilungen" ersucheii wir unsere Mitglieder, ihre Jahresbeiträge gegen Empfang der Quittung an unseren Rechner, Herrn Kaufmann Mettenheimer, Gießen, Kreuzplatz 3, zu zahlen. 4404
Im Namen der tieftrauernden Hinterbliebenen:
Leszmski. geb. Schweikher.
4441
3°/n Mexikaner . . . 4Ve'Vn Chinesen . . . Electric. Schuckert . . Nordd. Lloyd . . Kreditaktien .... Diskonto-Kommandit. . Darmstädter Bank . Dresdener Bank . . . Berliner Handelsges. Oesterr. Staatsbahn . . Lombarden .... Gotthardbahn .... Laurahütte Bochum Harpener
Tendenz: behauptet.
und deren Umgebung, ein Vertreter des Großherzogs, der frühere und der jetzige Provinzialdirektor, Vertreter des Gießener Regiments sowie deS Bezirkskommandos, die Gelst- lichkeit des Solmser Landes im Ornat, Vertreter des Kreises Wetzlar, der Generalsuperintendent von Kassel u. a. m. teilnahmen. Der Leichenzug, die Regimentsmusik des Gießener Infanterie-Regiments voraus, die glänzenden Uniformen der Gardeoffiziere, die spalierstehenden Vereine und Schulen, alles zusammen bot trotz des traurigen Anlaffes ein glänzendes Bild. Während in der Kirche Stiftspfarrer Weber die Leichenrede hielt, sprach auf dem Friedhof Stiftsdechant Klingelhöffer die Einsegnungsworte bei der Beisetzung. In der Kirche hatte der Kirchengesangverein die Feier verschönt; an der offenen Gruft sang der Cäcilienverein das tröstliche „Auferstehn". Nachdem der in Purpur gehüllte Sarg, der fast unter der Fülle der prächtigsten Kränze verschwand, beigesetzt war, bewegte sich der ganze Leichenzug in derselben Ordnung zurück nach dem Schlöffe zu.
b. Bad-Nauheim, 16. Mai. Die gestrige Mittell- una von einer mörderischen Tat rn Bad-Nauherm ist insofern nicht richtig, als das Opfer der Tat nicht tot, sondern schwer verletzt wurde. Es handelt sich nicht um einen Raubmord, sondern um einen Wirtshauv- streit, der sich auf der Straße fortzetzte und zu einer Schlägerei führte, bei der ein Beteiligter von zwei anderen schwer verletzt wurde. Der Schweruerletzte ist der jährige Karl Jensch aus Leipzig. Die beiden Tater sind verhaftet-Darmstadt, 17. Mai. (Drahtbericht.) Bei Reichenbach i. O. ist ein bedeutendes Kupfererzlager entdeckt worden. .
B.B. Darmstadt, 17.Mcn. (Drahtbericht.) Sämtliche oberhessischen Abgordneten sind heute hier zusammengetreten, um über die n e ue Wahlkreis - einteilun g schlüssig zu werden, die bei Annahme des Antrages Gutfleisch im Plenum notwendig werden wurde. Am Donnerstag will dann der Wahlrechtsausschuß die Feststellung der neuen Wahlkreise vornehmen.
9849—1899.
Unseren verehrten Altersgenosten die traurige Mitteilung, daß unser Genosse 4457
Sm Max Leszinski
uns durch den Tod entrissen wurde. — Die Beerdigung findet Mittwoch, beit 18. Mai, nachmittags 4 Uhr, von der Kapelle des neuen Friedhofs aus statt und wird um allseitige Beteiligung gebeten. I. A.: C. Steinhäuser.
Gießen, 17.Mai. Marktbericht. Aus heutigem Wockenmarkt kosteten: Butter pr. Pfd. 1.00—1.15 Mk., Hühnereier 1 St. 5—6 Pfg. 2 Stck. 00—00 Pfg., Gänseeier 00—00 Pfg., Enteneier 7—0 Pfg., Käse vr.Stck. 6—8 Pf.,' Käsematte 2 Stck. 5—6 Pfg. Erbsen vr. Liter 21 Pfg., Linsen pr. Liter 32 Pfg., Taubenvr.Paar0,80-1,00Mk., Hühner pr.St. 1,30—1,40 Mk., Hähne pr. Stück 0,80—1,70 Mk., Enten pr. Stuck 77j—2,20 Mk., Gänse vr. Pid. 00—70 Pfg., Ochsensteisch pr. Pfund 00—80 Pfg., Kuh- und Rindfleisch pr. Pfund 62—68 Pfg., Schweinefleisch pr. Pfund 60—72 Pfg., Schweinefleisch, gesalzen, pr. Pfund 76 Pfg., Kalbfleisch pr. Pfd. 62—74 Pfg., Hammelfleisch pr. Pfund 50—74 Pfg. Kartoffeln pr. 100 Kgr. 6,00—7,00 Mk., Weißkraut per Stück 9—12 Pfg., per Zentner 0.00—0.00 Mk., Zwiebeln pr. Zentner 7,00—10,00 Mk., Milch per Liter 18 Pfg., Aepfel per Zentner 20 bis 25 Mk., in Körben 00—00 Pfg. Nüsse 100 St. 00-00 Pfg. Marktzeit 7—1 Uhr.
Neiiestc Metdintlzen.
Paris, 177Mai. Der „Matin" setzt heute seinen Bericht über die Spionageaffäre fort und veröffentlicht den sehr eingehenden, angeblich von dem Deutschen General stabe herrührenden Fragebogen betreffend die Befestigungen und die A r m i e r u n g e n von C h e r b 0 u r g und B r e st, sowie das Verzeichnis von 42 Plänen von Cherbourg, Brest undToulon, welche an eine ausländische Macht verkauft worden seien. Der französische Marineattachee in London reiste mit diesen Dokumenten sofort nach Paris und übergab sie dem Generalstabschef der Marine, welcher den Ministerpräsidenten Com- bes und das Kriegsministerium verständigte. Im Nachrichtenbureau des Kriegswinisteriums war Pietro Fragola bekannt, da man demselben vor IV2 Jahren in Luzern 7000 Frcs. bezahlt hatte, um die Pläne von Toulon, die er in seinen Händen hatte, zurückzuerlangen. Der Leiter der Sicherheitsbehörde Caverd er- Närte einem Berichterstatter, die E ch t h e i t d e r D 0 k u m e n t e über die Forts und Batterien von Toulon sei leider unzweifelhaft. Dieselben stammen offenbar aus dem Bureau der Genie- verwaltung. Tas Beunruhigendste bei der Angelegenheit sei, daß ein so umfangreiches Bündel von Schriftstücken g e st 0 h l e n werden konnte. Man hoffe festzustellen, ob es sich um einen gewöhnlichen Einbruchsdieb st ahl handele, oder ob die ^o-
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