vermischtes.
• Wohlau, 15« Sept. Bei einer in Klein-Strenz ausgebrochenen Feuersbrunst ist Gemeindevorsteher Algner in den Flammen umgekommen.
Hamburg, 15. Sept. Zwei Zuchthäusler im Zentralgefängnis Fuhlsbüttel gerieten miteinander in Streit, wobei einer derselben getötet wurde.
. * eck, 15. Sept. In Großkrankow explodierte der der Füllung ein Luftballon. Ein Offizier wurde hier- ber am ganzen Körper schwer verbrannt.
München, 15. Sept. Freiherr von Perfall, Kommandeur der 1. Feldartillcrie-Brigade, erkrankte cru ' dem Manöverfelde während der Kritik nach den Manövern der 1. Division derart, daß er abends nach München transportiert werden mußte.
Amberg, 15. Sept. Gestern abend entgleisten bei der Einfahrt in die Station Jrrenlohe vom Güterzug Nr. 2516 die beiden Lokomotiven sowie mehrere Güterwagen. Der Materialschaden ist sehr bedeutend.
* London, 15. Sept. Während der gestrigen Vorstellung im Lyrik-Theater platzte der Wasserbehälter, der oberhalb der Bühne angebracht ist. Das Orchester wurde vollständig unter Wasser gesetzt.
* Dijon, 15. Sept. Gestern stieß in der Nähe von Dijon ein von vier Belgiern besetztes Automobil mit eignem Lastwagen zusammen. Der Führer des letzteren stürzte herab und wurden ihm beide Beine zerschmettert. Die Jnsaffen des Automobils kamen mit dem bloßen Schrecken 5avon, während das Automobil stark beschädigt wurde.
* Fürchterliche Bluttaten. Aus Sofia wird gemeldet, bulgarische Räuber hätten kürzlich in Roudarimo (Macedonien) vier serbischeMänner unddreiFrauen ermordet und gleich darauf auch den Popen Krestitsch in Dremiol, besten Vater sie früher getötet hatten. — An hundert Serben seien neuerdings in der Türkei ermordet worden.
* Ausreißer. Der Rendant Vogt von der Ortskrankenkasse Wald bei Solingen ist nach Unterschlagung von 20 000 Mk. flüchtig. — Wie die „Ne. Fr. Pr." meldet, haben Recherchen ergeben, daß der flüchtige Bankdiener Jenner versucht, über Hamburg nach Amerika zu entkommen. Man rechnet damit, daß es innerhalb 24 Stunden gelingen wird, den Defraudanten in Hamburg zu verhaften.
* Kuhhirt als Kommandeur. Eine unliebsame Unterbrechung erlitt das dieser Tage zwischen Gieboldehausen und Bodensee abgehaltene Manöver der 20. Division. Als mehrere Regimenter eine von feindlicher Seite besetzte Anhöhe erstürmten und der Sieg den Anstürmenden unbestritten zugekommen wäre, wurde plötzlich „Das Ganze haltI* geblasen. Die Kommandeure sahen einander erstaunt an und konnten keine Erklärung für diesen Zwischenfall finden. Man forschte nach, und siehe da — ein Kuhhirt, der sich mit seiner Heerde am nahen Berge befand, hatte das Signal gegeben, das von den Trompetern der verschiedenen Regimenter sofort ausgenommen wurde. Gegen den signalkundigen Kuhhirten ist Strafantrag gestellt.______________________________________________
Kunst und Wissenschaft.
Berlin, 15. Sept. In der heutigen sechsten Sitzung des fünften internationalen Dermatologen-Kongr esses wurde gesprochen über mikroskopische Präparate der Blastomycose; vergleichende Pathologie der Haut; histologische Untersuchungen von Schuppen und Blasendecken der Hautkrankheiten; die radikale Heilung von Nardenstrrkturen; die Hautsinnesorgane bei Wirbeltieren und Menschen. Zahlreiche Demonstrationen erläuterten die Vorträge. Großes Jntereffe erregten die durch Dr. Eckstein- Berlin ausgeführten Paraffinplastiken bei Nasen- und Wangen- deformitaten und Gaumendefekten, die an einer Reihe von Patienten gezeigt wurden.
— Julius Wolff, der Verfasser des „Wilden Jägers", des „Rattenfängers von Hameln" "und zahlreicher anderen epischen Gedichte, sowie historischer Romane feiert am heutigen Freitag, seinen 70. Geburtstag.
New york, 15. Sept. Beim Bankett des Geographen» tag es verkündete der N o r d p o l f a h r e r Peary, das; der Kiel des neuen Polarschiffes schon gelegt sei unb die Fahrt im nächsten Sommer bestimmt angetreten werde. Das Schiff werde außerordentlich viele Fortschritte gegen die bisherigen Fahrzeuge zeigen, da es bei Druck von Eisfeldern sich hoch hebe, ferner gewaltige Eisbrecher führe, und 1500 Pferdekräfte entwickeln könne.
Mniversttäts-Machrichten.
S.W.K. Der etatmäßige a. o. Professor, für Mineralogie und Kristallographie Dr. Alfred Osann, Direktor des mineralogischen Instituts an der Universität Freiburg i. B., hat den kürzlich an ihn ergangenen ehrenvollen Ruf als Ordinarius an die Universität Gießen abgelehnt.
Landwirtschaft.
Alsfeld, 15. Sept. Am vorigen Montag fand in Windhausen und in den mit diesem Orte zu einem Ortszuchtvereine gehörenden^Orte: Ober- und Nieder-Breidenbach, Grost-Felda, Zeilbach, Strebendorf, Vadenrod, Ober- und Unter-Sorg usw. eine Stallschau deslandw. P rov in zia l v erein s statt, die, wie wir von einew Mitglied der Kommission hören, ein anßer- ordentlich günstiges Ergebnis gehabt hat. Besonders über die Viehzucht in Windhausen sprach sich 'das bett. Mitglied äußerst lobend aus. Von den 13 'hier zur Prämiierung angemeldeten Ställen, Junten nicht weniger als 12 prämiiert werden. Die Stalleinrichtungen und das vorgefundene Zuchtmaterial waren in vorzüglichem Zustande. Die Fortschritte in der Viehzucht sind hier in den letzten drei Jahren geradezu als überraschende zu bezeichnen. Hoffentlich eifert Windhausen die benachbarten Orte ZN gleia^em Vorgehen, an, der klingende Erfolg wird dann auch dort nicht ansbleiben. Die am 14. d. M. im Ortsvereine Nieder-Gemünden abgehaltene Stallschau hat dagegen ein gleiches Ergebnis nicht gezeigt. Nur der Ort Bleidenrod macht hier eine rühmliche Ausnahme.
Kerichlssaal.
Frankfurt, 15. Sept. In Nr. 123 der „Volksstimme" . erschien em Arttkel mit dem Titel: „Die Menschenfreundlichkeit >er Äerzte", m dem dem Kreisarzt und Medizinalrat Dr. Bcin- hauer rn Höchst a. M Menschenfreundlichkeit ab- »gesprochen wurde, Weiler sich weigerte, d-aS erkra ukte Dienstmädchen eines ^Fabrikanten zu behandeln. Wie 7nöge sich der Arzt erst als Vertrauensarzt bei den .Höchster Farb- i verken benehmen, hieß es in dem betreffenden Arttkel. Verant- roortlich für ihn war der Redakteur OÄar Quint. Einen Ver- cgleich lehnte der Arzt ab. Aus der Beweisaufnahme ergibt sich, tZaß in dem einzolnm Fall der Kreisarzt sich geweigert hat, Nie Behandlung des Dieustmädchens zu übernehmen, in der Annahme, er würde daturch in die Tätigkeit des Hausarztes des, Fabrikanten cingreiefn. ,Er erklärte, daß er sich weigerte, die ' Treppen hinaufzuge >en und das Dienstmädchen zu behandeln.
Lust, 1 aÄ hall: ich
M gut." Er betonte dabei immer, daß dies Sache des Haus^
(tryteS fei Ans der Verhandlung ergab sich weiter, daß Mästzi- Evat Dr. Beinhauer int Irrtum war, als er annahm, daß der Fabrikant, der ihn für sein seiner Ansicht nach schwer erkranktes Dienstmädchen rufen ließ, schon einen Hausarzt habe. Wie andererseits wiw-ermu ent Irrtum bei dem Fabrikanten darin lag, daß dieser annahm, er müffe ein West des Kreisarztes haben, damit sem krankes' Dienstmädchen im Krankenhaus ausgenommen würde. Besonders hob der Medizinalrat noch hervor, daß es ganz in feinem Ermessen üege, zu behandeln, wen er. wolle. Wogegen der Angeklagte erklärte, er habe in dem Artikel nur von Mangel an Menschenfreundlichkeit, nicht aber von Michtw-Sstigkeit ge- sprach,en. Uebrigens hat sich noch ein Arzt geweigert, das Mädchen zu behandeln, sodaß es'erst am v ierteN Tag mr ch seiner Erkrankung in ärztliche Behandlung kam. Das Gericht kam zu der Ueberzeugung, daß der Angellagte im wesentlichen den Beweis 'der angetteten habe. Der Arzt
hatte sich geweigert, zu dem Dienstmädchen zu gehen; auf das Motiv konnnt es nicht an. Infolgedessen war auf Grund des § 186 keine Verurteilung möglich, aber auch nicht auf Grund des § 185, da die Kritik nicht über das erlaubte Maß hinausging, und deshalb erfolgte F r e i s pr e ch> u n g.
Kiel, 15. Sept. Das Marine-Kriegsgericht verurteilte den Oberleutnant Donner vom Schulschiff Mars .wegen Zweikampfs mit dem Rechtsanwalt Dr. Niemeyer-Essen zu drei Monaten Festungshaft. Es fand seinerzeit zwei- mallger Kngelwechsel mit glatten Pistolen statt. Das Duell verlief unblutig.
Breslau, 15. Sept. Der Bezirks-Ausschuß verhandelte heute die Klage des ^Kronprinzen gegen den Kreis-Ausschuß zu Oels wegen der Heranziehung zu Kreisabgaben. Der Kronprinz soll für sein Oelser Lehensgut bei einem angenommenen Einkommen von 126800 Mark 500 Mark Steuern zahlen. Der Kronprinz hatte grundsätzlich in Abrede gestellt, zur Zahlung von Steuern verpflichtet zu sein, während der Kreis-Ausschuß behauptete, daß nur der Landesherr, nicht aber Mitglieder des königlichen Hauses Steuerfreiheit genießen. Der gleichen Ansicht war auch der Bezirksausschuß, der nach kurzer Beratung zu Gunsten des Kreisausschusses entschied. Der Kronprinz wurde also mit seiner Klage abgewiesen.
Arbeiterbewegung.
London, 15. Sept. Die streikenden Baumwoll- a r b e i t e r von Afbton imter Lyne terrorisieren den ganzen Distrikt von Ashton bis Odham. Man befürchtet, daß die Aufruhrakte verlesen werden und Militär mit Waffengewalt einschreiten muß. Als gestern abend ein Zug mit Richt-Gewerksvereinlern Parkbridge passierte, hielten ihn die wütenden Streiker an, bewarfen den Zug mit Steinen, zertrümmerten alle Scheiben, mißhandelten die Jnsaffen und warfen den Frauen Pfeffer ins Gesicht. Die Fabrikdirektoren wurden in Ashton verfolgt und mit Steinen beworfen. Große Polizeiverftärkungen wurden gestern abend noch herbeigezogen.
Neueste Meldungen.
Berlin, 16. Sept. In der Charlottenburge Gemeindeschule in der Dankelmannstraße ereignete sich, ein Unfall. In der Physrksinnde hantierte der Lehrer- mit einer Flasche, die Säure enthielt. Die Flasche explodierte und der Inhalt traf einen 11jährigen Schüler derart, daß er stark verbrannt wurde. Der Lehrer erlitt nur leichte Brandwunden an der Hand.
Halle a. d. S., 16. Sept. Hier vergiftete sich der Student der Medizin Hellmuth, der Sohn eines' höheren Negierungsbeamten in Erfurt. Unglückliche Familien- verhältniffe sollen die Veranlassung zum Selbstmorde gewesen sein.
London, 16. Sept. In Carlisle brannte das Theater ab. Der Schaden beträgt etwa 100000 Mk.
Wien, 16. Sept. Lieber die Affäre der Prinzessin Luise verlautet hier, es sei in Paris ein im Auftrage des Prinzen Philipp abgefaßter Brief Dr. Bachrachs eingetroffen, der den Empfang der von Stimmer gesandten Vorschläge der. Vrinzessin bestättgt, der die Einwilligung dazu kund giebt, in Unterhandlungen zu treten. Gestern hatte der Kurator der, Prinzessin, Feistmantel, über die Vermittelungsvorschläge die erste Unterredung mit Dr. Bachrach.
Hallifax, 16. Sept. Eine furchtbare Feuersbrunst ist hier ausgebrochen. Augenblicklich stehen 10 große Lagerhäuser in Flammen, ebenso die Geschästsgebäude verschiedener Schiffahrts-Gesellschaften. Der Schaden übersteigt bereits 11 Millionen Francs.
Bombay, 16. Sept. Eine Expedition ist im Geheimen nach Persien abgegangen. Aehnlich der Expedition nach Tibet heißt es von ihr, daß sie einen rein wissenschaftlichen und handelspolitischen Charakter tragen soll und bezwecke, die Beziehungen zwischen Indien und dem südlichen und östlichen Persien besser zu gestalten. Andererseits verlautet jedoch, daß die Mission auch von politischer Tragweite sei. Aus diesem Grunde sei sie von einer starken Abteilung indischer Soldaten begleitet. Es liege auf der Hand, daß England den günsttgen Augenblick, wo Rußland mit Japan m Streit liege, dazu benutze, um den Einfluß der Russen im persischen Reich zu untergraben.
St. Louis, 16. Sept. Der bisherige Ausstellungs» besuch beträgt 10 Millionen Köpfe.
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Kandel ttnb WerLeyr. Volkswirtschaft.
Deutsche Petroleumiudu stri e. Vereinigten Deutschen Pettvleumwerke erzielen in letzter Zeit fortgesetzt steigende Auffchlüsse. ,Die Produktion der letzten drei Wcchen stieg von 74 auf 100 und dann auf 120 Faß pro Woche. Man nimmt an, daß man auf eine ergiebigere Ader stoßen wird.
Türken lose. Von Paris aus wird wieder mehr Leben und Bewegung in das Türkenlosegeschäft zu bringen gesucht. Wahrend bisher bei Zeitkäufen die Aufgabe der Nummern nur in seltenen Fällen erfolgte, sodaß in der Regel die Verlosung^ chancen den Vermittlern, bezw. .dem alten Besitzer der Lose, nicht aber dem Käufer zu Gute kamen, soll ietzt unter den Mitgliedern der Pariser Kulisse (ein ähnlicher Weg dürfte vielleicht auch in Frankfurt a. M. eingeschlagen werden) eine Vereinbarung dahin versucht werden, daß künftig die Mitteilung der Nummern an den ZeitkSufen allgemein zu erfahren habe.
Rumänische Petroleumindustrie. Die Petroleiim- gesellschast „Aurora" wird ihr Aktienkapital vermehren. Statutengemäß sind 6 Mill. Frcs. vorgesehen, von denen bis jetzt 3Vs Mill. Frcs. eingezahlt sind Nun soll das Gesellschasts- kapital vervollständigt und diese dann in bre Lage veiffetzt werden, ihrem Geschäft die durch die 'Verhältnisse gebotene größere Ausdehnung zu geben.
Kirchliche Nachrichten.
Evangelische Gemeinde.
16. Sonntag nach Trinitatis, den 18. Septzember:, Hottesdienst.
I« der Stadtkirche.
Vormittags 8 Uhr: Pfarrer D. Schlosser.
Letzte ChMenlehre für dieNeukonftrmrerten aus.der Matthäus- gemeinbe.
Vormittags 91/« Uhr: Pfarrer Schwabe.
Beichte unb heiliges Abendmahl für Matthäus- unb Markus- getnetnbe. Anmeldung vorher bei dem Pfarrer jeder Gemeinde erbeten.
In der JohanueSkirche.
Vormfttags 8 Uhr: Siehe Stadtkirche.
Vormittags 91/. Uhr: Professor D. E ck.
Sonntag, abends 8 Uhr: Versammlung rmd Bibelbesprechwlg im Konftrmandenfaale der Johanrreskttche. Text: Eph. 3, 13—21.
Katholische Gemeinde.
Holttsdienst.
Samstag, b en 17. September 1904.
Nachmittags um 5 Uhr und abends um 8 Uhr: Gelegenheit zur. hl. Beicht.
Sonntag, den 18. Sevtemb er 1904.
17. Sonntag nach Pfingsten.
Vormittags von 61/t Uhr an: Gelegen bett zur heil. Beicht.
„ um 7 Uhr: Die erste heil. Messe, vor und in derselben Austeilung der heil. Konmumion.
w um 8 Uhr: Die zweite heilige Messe.
„ um 91/a Uhr: Hochamt mit Predigt.
Nachmittags um 2^ Uhr: Sakramentakrsche Bruderschaftsanbacht.
Montag abcnb‘61/? Uhr ist Jubiläums-Andacht mit Segen.
Donnerstag vormrttag um 7 Uhr: Heilige Messe mit Segen.
Israelitische Religiorrsgemeinde.
Hottesdieuit ht der Synagoge (Südavkage).
Samstag den 17. «September 1904:
Vorabend 6.15 Uhr.
Morgens 8.30 Uhr. Nachmittags 4 Uhr.
Sabbathausgang 7.20 Uhr.
Gießener landwirtschaftlicher Wetterdienst.
Voraussichtliche Witterung in Hessen für Samstag, den 17. «September: Meist heiter, doch stellenweise Morgennebel, nacksts noch etwas kälter und stellenweise Nachtftost, tagsüber etwas wärmer.
Näheres durch die Gießener Wetterkatte.
Bom Kriege.
Dienling, 15. «Sept. Die Ereiauisse bei Liau- jang sind in der ausläTidssch-en Presse rn-eist unrichtig dargestellt worden. Das russische Heer ist in Wahrheit von Liaujang noch unbezwungen apmarschiert. Es hätte an deiden Punkten fetgar den «Sieg an fechten könnten, wenn alle Kräfte eingesetzt worden waren. Dies ist freilich nicht geschehen, und so konnten die Japaner das «Schlachtfeld behaupten. Der Abnrarsch Kuropatkins von Liaujang nach Osten ist urusterhaft eingeleitet und durchgeführt worden und hat Kuroki sogar in große Gefahr gebracht, aus der ihn nur die UebererBrng einer russischen Division des 5. KorpZ' und die dadurch erfolgte AbstandnahNre Kuropatkins von weiteren Angriffen gerettet haben Die Japaner haben nicht gewagt, die russische Stellung südlich von Mukden anzugreifen weil chre Verluste allzugroß waren. Sie nranovrieren jetzt scheinbar nach Osten, die Ebene vermeidende Die japanischen Verluste sind weit höher als offiziell zn- gestanden wird. Roch heute snrd die Leichen bei Liaujang nicht alle be erdigt. An 14000 russische Verwundete wurden nach Charbin gebracht. Die Kampfkraft des russischen Heeres' südlich! imfr östlich von Mukden ist aber unerschüttert, und so war Liaujang in Wahrheit kerne ' Entscheidungsschlacht.
Petersburg, 16. Sept. Neber das Verhalten der Kosakendivision Samsonow in der Schlacht bei Liaujang wird gemeldet: General Kuropatkin sandte die sibirischen Kosaken am 31. August in einem Bestand voui 19 Sotnien mit 6 Geschützen nach den Kohlenbergwerk^ von Jentai mit dem Befehl, diese unb^in'gt zu besetzen, um dadurch die linke Flanke der Armee zu sichjern. General Samsonow erfüllte diesen Auftrag. Am 2. «September^ rückten die Japaner von der rechten Flanke die Berghohen heran, wo der russische Flügel bei den Bergwerken» stand, als ein ernster Artilleriekampf begann urid die^ russische Position stark beschoß. In diesem Stadium des> Kampfes bat General «Samsonow den General Orlow, mit seiner Kavallerie eine Attacke aufdie fapa- nische Infanterie zu. reiten, aber Orlow protestiert^ errergisch dir die Stärke des FeindeS noch nicht festgestcllt war. Es erwies sich später auch daß die Kavalleriedivision jedenfalls total vernichtet worden wäre. General Orlow mußte am nächsten Morgen Zurückkehren. Die Japaner drängten nach und nm jeden Preis mußte die linke russische" Flanke verteidigt werden. Das 7. sibirische Kosakenregiment sowie andere zur Verfügung stehende «Sotnien ellten vor/ um eine wichtige Hügelreihe zu besetzen. «Sie durchbrachen die japanische Schützen kette und hielten deren Vorrücken wirklich auf.
Paris, 16. Sept. Das „Echo de Paris" berichtet aus^ Petersburg: In dem Marinerat unter dem Vorsitz deM Zaren wurde die Lage des baltischen Geschwaders besprochen. Auf Drangen des Zaren sollte das Gesckstmider o schnell wie möglüh, nach> dem Kriegsschauplatz abfahren/ Auf Einwendungen des Admirals Rostschttvendski wurde red och die Abfahrt verschoben auf einen günstigeren Mgeu- blick. Wie verlautet, soll das Geschwader nunmebr erst in fünf bis sechs Wochen Rußland verlassen. In Marinekreisen glaubt man, da Admiral Rostscht-. wenski nicht unbedenllübi erkrankt sei, er durch den ALmtral Dirilefs, den Befehlshaber von Kronstadt, er- etzt werden wird.
Telephonischer Kursbericht
Briefkasten der Redaktion.
(Anonyme Anftaqeu bleiben unberücksichtigt.)
K. 500. Nach den Bestimmungen des Bürgl. Ges. BucheS beburfen Minderjährige zum Abschlüsse von Verträgen der Einwilligung ober Genehmigung ihrer gesetzlichen Vertreter (Ettern). Nur bann ist ein solcher Vertrag wirksam. Ev. muß der 93er- käuser den gesetzlichen Vertreter zur Erklärung über die Genehmigung auffordern. Wird sie nicht innerhalb zwei Wochen erklärt, so gilt sie als verweigert. Der Verkäufer ist bis zur Genehmigung zum Widerrufe berechtigt und zwar bei Kenntnis der 9)Hnbcr- jährigkeit nur bann, wenn der Minderjährige die Eiirnnlligung des gesetzt. Vertreters behauptet bat. Wenn der Minderjährige indessen au6 seinem Taschengelde Zahlung leistet, so gilt der Kaufvertrag als von Anfang an wirksam.
3*/a% Reichtum leihe , «.JL02.25 3°/o do. ... 89.50 3*/,% Konsole . . . . 101.90 3°/o do......89.65
8%% Hessen .... 100.20 3*/, 96 Oberhessen . . . 98.70 4% Oesterr. Goldrente . . 101.75
% Oesierr. Silberrenio 100 25
4Sv Ungar. Geldrente . . 100.30 40/3 Italien. Rente . . . 104.10 4i/.J% Portugieser , . . 62.70 3°/« Portugiesen.....61.80
1 % C. Türken
Türkonlose ... 182.00
4% Ürieoh. Monopol.-Aul. 17.90 4%% äussere Argontiner 44.40 |
3«Vo Mexikaner .... 28.30 -tt/gl/g Chinesen .... 90.20 EHcctrio. Sohuckert . . . 119.00 Nordd. Lloyd . . . . 106 90
Kreditaktien 205.30
D iskonto-Kommanu it. . . 191.90 Darmstädter Bank . . . 142.00 Dresdener Bank .... 154.80 Berliner Handels"®». . . 161.60 Oesterr. Staatsbahn . . . 137.80 Lombarden , . . . . 18.60 Ootthar.ibahn ..... 189.50 Laurahiltto...... 250.00
Bochum ....... 207.00 Harpenm-......214.80
Tendenz: lest.


