Erstes Blatt.
Freitag 16. September 1904
154. Jahrgang
Nr. 318
Srlftftnt täglich Mitzer Sonntag».
Dem (Siebener Anzeiger werden im Wechsel mit dem besfifchen Landwirt die Siebener Kamliien- Blätter Dtcrmnl in der Woche beigelegt.
AotaltonSdruck u. Ver> hfl der Brüh l'schen Untvers.-Buch-n. Stein» brudetti. 9t Lang«. Redaktion. Expedition und Druckerei:
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D!e Keutige Kummer umfaßt 10 Seiten-
Ein italienischer HöronerKe.
Wir erhielten heute kurz nach Mitternacht folgendes Telegramm:
Rom, 16. Sept., 12 Nhr 25 Min. Die Königin wurde soeben nm 11 Uhr abends im Schlöffe Raccomgi glücklich von einem Prinzen entbunden, welchem der Namen Humbert Prinz von Piemont gegeben wurde. Das Befinden der Königin und des Neugeborenen ist sehr gut.
Wie jüngst in Rußland, so wird mut mich in Italien das Eintreffen des ersehnten Thronfolgers mit unendlichem Jubel begrüßt werden. Königshaus und Volk gehen in ihren freudigen Stimmungen zusammen, und die Welt beglückwünscht heute die schsöne Gemahlin des italienischen Königs.
Die Aufregung der Italiener, die ihren Kronprinzen langst erhofften, war schon in den lebten Tagen sehr groß. Das Städtchen Nacconigi war zu Mren des kommenden Ereignisses schon vor mehreren Tagen geschmückt. Vom königlichen Schloß bis zum! Bahnhof ist, wie uns aus Rom gemeldet wird, eine lange Reihe elektrischer Lampen ausgestellt worden, und farbige Lampen umsäumen das Rathaus und das Schloß. Jeder Haushaltungsvorstand hat hellfarbige Tücher und Laubgewinde liegen, die z^rr Ausschmückung des Hauses verwandt werden. Die stärnmigen, gebräunten Bewohner Racconigis sind sich ihrer jetzigen Bedeutung voll bewußt. Es wimmelt in dem Städtchen von Kindern. Das erste Wort, das ich beim Betreten des Städtchens hörte", so erzählt unser Berichterstatter, „kam aus dem Munde einer hübschen Bäuerin, die ihr Kind liebkoste und augenscheinlich mit Bezug auf den zukünftigen König sagte: „Er wird auch nicht schöner sein als mein Bambino". Ansichtspostkarten, die das Schloß und die königlichen Gemächer zeigen, sieht man überall, und selbst in den kleinsten Laden findet man ein Bild der Königin. „Möge Gott die Königin segnen", sagte der Wirt eines kleinen Gasthauses. „Dor vierzehn Tagen, als sie hier vorbeifuhr, legten die Steuereinnehmer Beschlag auf mein Letztes. Mein Weib lief dem Wagen nach und erzählte unsere Geschichte, und die Königin schickte ihren Sekretär und ließ das Geld bezahlen, wobei sie sagte: „Solche Sachen sollten in meinem Italien nicht vorkommen." Die Post der Königin hat sich in der letzten Zeit verdreifacht; trotzdem erledigt sie den größten Teil selbst. Sie war sehr gerührt und erfreut, als sie von einem sizilischen Bauer eine Sammlung kleiner alter Silbermünzen erhielt, die zu einem Halsband für das Kind verarbeitet werden sollen Noch größer war ihr Vergnügen, als eines Morgens aus Newyork eine große Kiste an kant, die augenscheinlich nrnfji der Geburt des Kindes ankomMeu sollte und an „Seine Königl. Hoheit den Kronprinzen von Italien" adressiert war. Die Kiste enthielt Kinder- nährmittel, Seifen, Puder usw., und auf dem Grunde lag eine schöne, mit Perlen besetzte silberne Kinderklapper mit der eisernen Krone der Lombardei. Die Königin befahl, daß alles zurückgeschickt würde, aber die Klapper soll sie verlangend angesehen haben: „Ich wünschte, ich könnte sie behalten." Die Vorliebe der Königin für schöne Blumen hat in der letzten Zeit noch zu genommen, und jeden Morgen bringt ihr der König eigenhändig einen großen Strauß.
Volltische Tagesschau.
Der Kaiser und die Handelsmarine.
Der Flügeladjutant des Kaisers, Kapitän v. Grumme, tritt demnächst in die Verwaltung der Hamburg-Amerika- Li nie ein. Herr v. Grumme, der erst dieser Tage zum Kapitän zur See befördert worden war, wird nach Beendigung der Herbst- manöver aus dem aktiven Marinedienst ausscheiden So melden Berliner Blätter.
Herr v. Grumme ist der in sehr jungen Jahren geadelte Sohn des Geraer Ghmnasialdirekwrs. Er hat außerordentlich schnell Karriere gemacht. Generaldirektor B a l l i n soll die Bitte um U Überweisung eines höheren Marineoffiziers zur Verwaltung der Hamburg-Amerika-Linie an den Kaiser gerichtet haben, der dieser Bitte sofort entsprochen hat. Dieser neue Beweis vom Interesse des Kaisers für die Entwickelung der deut- schen Handelsschiffahrt wird in politischen Kreisen nicht geringes Aufsehen erregen , Zumal in den Kreisen der Agrarier. Diese pflichten bekanntlich nicht dem Ausspruch bei, daß unsere Zukunft auf dem Wasser liegt, und sie sind dementsprechend nicht eben erbaut von der Pftege der Üeberscepolitik. Ferner dürfte die Sorge neue Nahrung erhalten, daß der vom Kaiser wiederholt anSgezeichnete Generaldirektor der H.-A.--L. Herr Ball in der „kommende Mann" im Reichsdienst sei, wiederum zu Gunsten der Handelspolitik.
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Ein vatioualliberaler Delegirtentag.
_ . R. Berlin, 15. Sept.
Dre Einberufung .eines Delegiertcirtages der nationalliberalen 'Partei sofort nach Erscheinen des Entwurfes zum preußischen .Z chn l u n t e r ha ltu n gsgese tz ist ein guter und willkommen , -it heißender Gedanke. ,Er zeigt, daß die natnmaNiberale Frak- . ion deS preuß. Landtages doch nicht gesonnen ist, Ivie ein Redner n Leipzig befärclitete, die vom JunglibnalismnZ für die Schulrate ausgestellten Richtlinien „einfach zu ignorieren". Auf bem . slgemeinen Delegiertentag soll cm Ausgleich geschaffen wer- , - n zur Beseitigung der Meinungsverschiedenheiten rrn natronal- I iberalen Lager.
Wir Hilten einen Ausgleich für möglich zwischen den „Men" i nd „Jungen" —- aber wir halten nicht für möglich das Finden iner miifl’rcn Linie zwif'l'en den Grundsäten des Schulantrags r Konservativen, des Zentrums, der Nationalliberalen und n i'imgliberaten Grundsätzen. Hier scheiden sich die Wege. Das nt als Leitstern die KonfeffionSfchule an, 'rührend die Inngsibe:alen die Simultan schule in die erste Reihe «eftellt wissen wollen. Wie soll sich da eine Brücke schlagen
Mfcn? Wir möchten den Meister der Vermittelung sehen, der da^ Kunststück fertig brächte, ohne der einen ober der anderen Auffassung Gewalt anzutun. Das Schulkompromiß muß unseres Erackstens bei oem Delegiertentag gewissermaßen als nicht vorhanden gelten: es war ein übereilter Schritt, man spricht mn besten so wenig wie möglich davon. Auf der anderen ^oeite können die junglrberalen Richtlinien nickst beanspruchen maßgebend zu sein. Die Sckmlfrage wird leidenschaftslos und losgelöst von den bisherigen Entschließungen und Beschlüssen zu erörtern sein, das Für und Wider der Meinungen kann zum sachlichen Ausdruck gelangen, und nach dem Ergebnis dieser Beratung bestimmt sich von selbst die Haltung der Nationalliberalen gegenüber dem neuen Sckmlunterhaltimgsgesetz Der Entwurf folgt tatsächlich, wie wir erfahren, aus das geneuiefte dem Schulantrag, d. h. er stellt als Regel die Konfessionsschule auf und als geduldete Ausnahme die Simultanfchule, ganz nach dem Rezept der Konservativen, und tr5 Zentrums. Geringschätzig wird die Opvo- fitioii gegen di se Bestimmungen als„Sturm im Wasserglase" bezeichnet. Es sei, so versichern offiziöse Verteidiger des Ent- nntrfeS", nichts als leichtes Wellengekräusel der Oberfläche, wenn in einzelnen Großstadt- ober Lehrerversammlungen gegen die Konfeffionsschule gelärmt werde." Gemach. Noch ist nicht aller Tage Abend. .Wenn die nationalliberale Partei gemeinsam mit den Freisinnigen sich gegen diesen Entwurf wenden sollte, dann wird sich zeigen, ob die Bewegung nur „WeNengekränsel" ist, und ob die Regierung über dem Widerspruch ohne weiteres zur Tagesordnung überzugehen vermag. Das formte ffe niast bei dem Zedlitz'schen Scbulgesetz- entwurf, und nicht anders wird auch diesmal das Finale sein, das Eine vorausgesetzt, daß der gesamte Liberalismus zusammenhält und dadurch auch auf anderen Gebieten die ,;hm gebührende und nur zuerst vor- entbaltene Beachtung sich erkämpft.
Wir fügen hinzu, was heute abend die „Nordd. Mg. Ztg." zur Eiuberuffrng deS Delegiertentages schreibt. Das offiziöse Organ bemerkt mit Sarkasmus, ob der Versuch eines Ausgleichs zwischen den Altliberalen und Jungliberalen in der Schulfrage nickst mit dem Strelftn nach der Quadratur des Zirkels einige Aehnlichkeit habe? Das Blatt erteilt ferner dem Delegiertentag den Rat, die augenblicklich in Preußen vorliegenden politischen Fragrn. ohne in unbestimmte Fernen zu schweifen, mit möglichster Schärfe ins Auge zu fassen. Nun, wir hoffen, der Delegiertentag wird den Sckstslentwurf sehr genau betrachten und es an der gewünschten Schärfe nicht fehlen laffen.
Deutsches Deich.
Berlin, 15. Sept. Der Kaiser ist heute von Schwerin nach Sabinen abgereist.
— Der „Staatsanzeiger* veröffentlicht die Derleihnng des Noten NdlerordenS zweiter Klaffe mit Eichenlaub an den Direktor des kaiserlichen statistischen Amts Herzog und den Direktor der königl. Sternwarte Prof. Foerster.
— Der Kaiser hat der Gemeinde Dörbeck im Kreise Elbing zum Kirchturmbau ein Gnadengeschenk von 14 700 Mk. gemacht.
— Das Befinden des Fürsten Herbert Bis-marck in Friedrichsruhe ist unverändert. Die Aerzte hoffen noch, den Kranken am Leben erhalten zu können. Der König von England wandte sich an die Fürstin Bismarck mit der Bitte, daß ihm über den Verlauf der Krankheit fortlaufend auf dem Drahtwege berichtet werde.
— Die „Deutsche Tagesztg." schreibt: „Dem Obersten a. D. Gaedke wurde in einem ehrengerichtlichen Verfahren wegen seiner Beschulung der serbischen Königs- Mörder das Recht auf Tragen der Uniform und des Offiziertitels aberkannt.^ Gaedtke weilt als Berichterstatter seit längerer Zeit auf dem ostasiatischen Kriegsschauplätze rm russischen Hauptquartier.
— Das Interesse des Kronprinzen für das Wohlergehen und Gedeihen des deutschen Bauernstandes wird illustriert durch folgende Nachricht aus Münster: Der Vorstand des Westfälischen Bauern-Vereins (Sitz Münster) hatte dem Kronprinzen zu besten Verlobung ein Glückwunsch- Telegramm gesandt. Darauf sandte der Thronfolger jetzt folgende Antwort:
„Dem starken und kerndeutschenWestfälischen Bauernverein danke ich herzlichst für die fteundlichen Glückwünsche zu meiner Verlobung: Gott erhalte den deutschen Bauern st and!
W i l h e Im , Kronprinz/
— Der Deutsche Reichstag wird, wie die „Germania" zuverlässig erfährt, zum 2 9. November einberufen werden.
— Anläßlich der Eröffnung der Treuen Bahnlinie Löwenberg—Siegwsdorf, durch welche das trarrmverlorene schlesische Städtchen Naumbuvg am Queis mit der Außenwelt in etwas nähere Berührung gekommen ist, hatte der dortige Bürgermeister wahrscheinlich von höherer Stelle den Auftrag erhalten, solche um die Eisenbahn verdiente Mitbürger namhaft $n machen, welche etwa „Kreuz-schnrerzen" haben. Und da ist er wohl in Verlegenheit geraten, denn er setzte sich hin und erließ eine Bekanntmachung folgenden Inhalts:
Anträge auf Ordensverleihungen und sonstige Allerhöchste Gn adenerwetsungen ans Anlaß würdiger Ereigniffe wie Jubiläen und bergt, ersuchen wir bis zum 15. Sept. d. I. bet und anzubringen. Nanmburg am Queis, den 1. September 1904. Dte Polizeiverwaltung. Knebe l."
— Die „Pol. Nachr." melden, baß die Nachrichten, nach welchen dem Reichstage eine Vorlage betr. den zehn- kündigen Maximalarbeitstag zugehen tverde, auf Kombination beruhen. Anch die Einbringung einer langjährig vorbereiteten, um fastenden K'rank'enversicherttngs-No- velle sei zweifelhaft.
— In den süddeutschen Handwerker- und Gewerbevercinigungeu herrscht von jeher ein liberalerer Zng als in den z-ünftterlscherr Handtverferorgani-
sationen des Ostens. Das haben auch jetzt wieder die Straßburger Verhandlungen des Verbandes elsaß- lothringischer Gewerbe- und Handwerckervereinigungen, die mit der Hauptversammlung des VerbavdeÄ deutscher Gewerbevereine kombiniert waren, gezeigt. In der Begrüßungsansprache trat der Präsident beS* Verbandes, Reg.- Rat Noack-Darmstadt, mit warmen Worten dafür ein, daß das Handwerk in der frischen Lebenslust freier Gewerbetätigkeit zusammenstehen und eine Politik des Maßhaltens wie bisher verfolgen möge. Der ganze große Verband solle eine Macht des Friedens sein, sich aber nicht unterkriegen lassen, sondern bleiben ein Kulturmittel zur freiheitlichen urch^ fortschrittlichen Entwickelung von Handwerk und Ge-< werbe. In ähnlichem Sinne sprachen Vertreter der Ge-^ Werbevereine von Baden, Württemberg und der Pfalz. Auf denselben Ton war die Rede des Unterstaatssekretärs für Elsaß-Lothringen v. Schraut gestimmt. Er bedauerte, daß das Handwerk vielfach alle Hilfe vom Staate erwarte. Der^ Staat solle alles machen und regeln und jeden zu frieden stellen. Aber auch dieses Extrem^könne nicht bestehen. Die Ansicht, daß der Staat nicht zu viel Topfgucker ei treiben solle, nehme In steigendem Maße breche sich die Meinung Bahn, daß alles darauf anfomme>. frei von Prinzipien- und Systemreiterei praktisch Ä handeln, das unter den gegebenen Verhältnissen zunäcW Erreichbare durchtzuführen, offenbar Mißstände zu beseitigen und reif gewordene Reformen zur Ausführung zu bringen.
Gr e vesmühlen, 15. Sept. Der heutige Manöver- t a g war durch die Mitwirkung der Schilachiftotte sehr interessant Der Kaiser als Führer der roten Partei bead- )ichtigte, auf Berlin zu marschieren, doch wurde er von der Garbe angegriffen. Die Garde beabsichtigte wohl, den linken Flügel anzngreifen, stieß aber in der Nahe von Hoikendorf-Wanderow auf eine so starke ’Hüx tillerie-Position der Kaiser-Partei, daß dieser Versuch schon als gescheitert gelten mußte. Die rote Kavalleriedivision attackierte sodann den rechten Flügel der blauen Partei und brachte die Bewegung der Garde zum Stehen. Als dann der Kaiser selbst mit aller Wucht seine Truppen gegen das Zentrum der Garde zum Sturm führte und es durchbrach, war der Tag entschieden. Tie Manöver nahmen heute ihr Ende.
Posen, 14. Sept. Ein Deutscher Pfarrertag ist gestern hier zusammen getreten. Fast alle Vereine des Verbandes haben ihre ,Vertreter entsandt, sodaß fast sämtliche deutsche Provinzen vertreten sind. NackMttags um 3 Uhr fand zunächst eine Sitzung des engeren Ausschusses und um 4 Uhr eine solche des erweiterten Vorstandess statt. Um 7 Uhr tagte der Verein „Deutsches Pfarrerblatp^ und um 8 Uhr die Kommission des Blattes „Deutscher: Pfarrerverein". In dieser wurde beschlossen, den „Pfarrer- Verein" reicher auszugestalten und zu einer Kirchenzeitung zu erweitern mit monatlicher Rundschau über alle wichtigeren Vorgänge auf kirchlichem Gebiete. 'Abends um 9 Uhr sand eine freie Versammlung statt.
Kolonialpost.
Siduey, 15. Sept. Die Behauptung, daß die Missio-- n ar e in Neu-Guinecr^hie Eing eborenen durch Prügel^ gereizt hätten, erklärt der Provinzial Linckells für eine Verleumdung.
Hamburg, 15. Sept. .Der Händler Groeneve ld aus Keetmonshoop, dessen Affäre großes Aufsehen erregte, ist hier eingetroffen. ,Er schilderte die Stimmung in Südwestafrika als sehr erregt und gibt der Befürchtung AuÄ>ruck, daß neue Aufstände der Bondelzwarts und Ovambos bevorstände n.
Antwerpen, 15. Sept. Heute mittag ist die zur Unter* suchung über die in englischen Berichten erwähnten Greuel- taten eingesetzte Kommission nach dem Kongostaate a^e- gangen.
Ausland.
Amsterdam, 15. Sept Das „Handelsblad" meldet aus Batavia: Ein Sergeant und zwei Gemeine wurden unter der Anschuldigung verhaftet, Landesverteidigungspläne an eine fremde Macht verkauft zu faben.
Rom, 15. Sept. Die Regierung besckstoß, die Zahl der Armeekorps von 12 auf.10 he ra b z u s e tz e n. Die hierdurch erzielte Ersparnis soll zur Vergrößerung 'der Flotte Verwendung finden.
Venedig, 15. Sept. Die'^Präfcktur stellt eifrige Nachforschungen itotb einem gewissen Umberto Nonicini an. Dersellie ist zwar östreichischer Untertan, aber italienischer Mstammung. Ersteht unter dem Verdacht der Spionage und soll insbesoirdere des öfteren nach Pola gereist sein, um den östrüchischen Behörden Informationen zu übermitteln, welche er in Venedig cingc$ogen hatte.
Zürich, 15. Sept Der internationale Kongreß zur Be-, kämpfung des Mädchenhandels würbe heute hier eröffnet. .
. K rat au , 15. Sept. Wie der „Eza^ au5 Petersburg meldet, begibt sich der Zar demnächst n a ch S ki c r n i e wi c e, wo eine mit Kaiser Wilhelm stattfinden [oft Urspningnch sei auch eine Begegnuna mit Kaiser Franz Josep in Aussicht genommen gewesen, doch sei der Plan fallen gelassen worden, da Kaiser Franz Josef sich wegen seines Iwben Mtcrs einer Anslandsreisc nicht mehr unterziehen wolle. Das Blatt fügt feiner Meldung hinzu, daß man der Entrevne des Zaren mit Kaiser Wilhelm in Petcr-sburg große pol i Hiebe D c- Deutung beimesse. (Dieft Nachricht ist 'bisher unbestätigt D. Red.)
Petersburg, 15. Sept. Graf Lamsdorff gab in einer längeren Besprechung, die Prinz Georg von Griechenland mit ihm hatte die Erkläinng ab, daß trotz allen Wohlwollens, welckn-s ber Zar dem Prinzen entgegenbringe. Rolland derzeit die Bestrebungen der K r e t e n f e r lwtresftnd 91 n s ch f n ß an Griechenland nicht unterstützen könne.
H e l sing s o r s , 1 > < ept. In der U n i v c r \ i tä t ereignete sich am Dienstag bei der Feierlichkeit zur Eröffnung des Se-


