Ausgabe 
16.8.1904 Zweites Blatt
 
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General-Anzeiger, Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Stehen

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Zur Geburt des russischen Thronfolgers

Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schere UnwersitätSdruckerei. R. Lange, Dießen,

Redaktion. Expedition ».Druckerei: Schulstr.K.

Tel, Nr. 6L Telegr^-Adr. r Anzeiger Gießen.

Die englische Thronrede.

In der Thronrede, die Bei dem Schlüsse der Tagung des englischen Parlaments gehalten wurde, sprach. König Eduard sein Bedauern aus, daß die Feind se ligkeiten zwischen Rußland und Japan noch andauern und fuhr fort:

Aus Stadt und Land.

Gießen, den 16. August 1-04.

Personalien. DaS Ehrenzeichen für Mitglied« freiwilliger Feuerwehren wurde verliehen dem Mitglied« bet freiwilligen Feuerwehr zu Pfungstadt, Philipp Opper.

** Der gestrige starkeSturmhatan den Obstbäumen nicht geringen Schaden angerichtet. Massenhaft sind die durch die lange Dürre entkräfteten Fruchte zu Boden gerissen worden. Dieses Fallobst wird indes nicht unbenutzt liegen gelassen, sondern gur Bereitung von Gelee verkauft.

Sozialdemokratischer Parieibericht.

Der Vorstand der sozialdemokratischen Partei Deutsch­lands veröffentlicht den Anfang des Berichts, den er dem Bremer Parteitage vorlegt. Wir entnehmen diesem Berichte folgende Angaben:

Bei den L a n d L a g s w a h l e n, die im Berichtsjahre stattfanden, gelang es den Genossen, in Baden, Sachsen- Weimar und Sachsen-Meiningen ihren Besitzstand zu be­haupten. In den Königreichen Sachsen und Preußen wurde trotz der gewaltigsten Anstrengungen kein Sozialdemokrat gewählt. In Sachsen-Altenburg haben die Genossen einen Sitz, in Sachsen»-Koburg-iGotha drei Mandate verloren. Einen Gewinn haben sie nur in Hamburg zu verzeichnen, wo statt des einen bisherigen Vertreters deren zwölf in die Bürgerschaft gewählt wurden.

Aus. dem AbsatzParteipresse" sei erwähnt, daß die in Gießen als Wochenblatt erscheinendeMitteld. Sonn- tagsztg." ihr lOjähriges Bestehen beging. Tie Gesamtauf­lage der Parteipresse hatte im März bereits die Zahl 600 000 überschritten. DerVorwärts" hat 82 000, dasHamb Echo" 40 000, deliLeipz. Volksztg." 36 000, dasHaller Volksblatt" 17 500, dieChemnitzer Volksstimme" 16 500 Abonnenten. Die UnterhaltungsbeilageReue Welt" hat eine Auflage von 283 000 Stück. In den Druckereien, wo sozialdemokratische Blätter hergestellt wurden, waren an­nähernd 1500 Personen, in den Redaktionen und Expeditio­nen solcher Blätter über 300 Personen beschäftigt. Der ,.,V o r w ä r t s" hat einen Ges amtüberschuß vonüb er 90000 Mark erbracht. Die Gehälter seiner Redakteure betrugen fast 57 000 Mk. DieReue Zeit", das offizielle Wochenblatt der Sozialdemokratie", schließt trotz einer Stei­gerung der Abonnements immer noch mit einem Fehl­beträge in Höhe von 550 Mk. Dagegen brachte das Witz­blatt :Der wahre Jacob" einen Gewinn vonüber 26 000 Mark. Im Einverständnisse mit dem Parteivor- lande hat die Reichstagsfraktion die Stelle eines Frak­tionssekretärs geschaffen und dem Genossen Grunwald über­tragen. Die Ausgabe des Sekretärs besteht in der Samm­lung und Sichtung des Materials für die Reichstagsabgeord­neten und in der Verwaltung des Parteiarchivs. Der übrige Teil deS bisher veröffentlichten Berichts enthält die schiedsgerichtlichen Urteile gegen einige Genossen.

wird uns durch eine Zuschrift aus unserem Leserkreise in Erinnerung gebracht, daß sich mit diesem für Rußland so freudigen Ereginisse offenbar eine bei oder kurz nafH dem

^erichtsfragen sind mit Italien, Spanien l..L geschlossen worden. .Ter Plan für die Reorganisierung der mace- dänischen Gendarmerie verspricht ein befriedigendes Ergebnis. Tie politische Mission nach Tibet begegnete bei ihrem Vor- drmgrn einigem Widerstand: ihr glückliches Eintreffen in Lhaffa gewahrt mir die größte Befriedigung und rechtfertigt das höchste ^ertraucn auf die Offiziere und Mannschaften, welche die lleine Truppe bildeten, die bei dem Unternehmen Verwendung fand Ich glaube zuversichtlich, daß sie Bedingungen vereinbart, welche den Handel erleichtern und der Möglichkeit von Mißhelligkeiten an der nördlichen Grenze des indischen Reiches ein Ende bereiten.

König Christian von Dänemark wird bei dem jungen Zarewitsch die Patenstelle übernehmen. Der Kronprinz wirb sich im Auftrage seines Vaters zur: Taufe nach Petersburg begeben.

Der neue Großfürst-Thronfolger wird von verschiedenen deutschen Blättern schon beschweifwedelt. Man verheißt, daß er deutschfreundlich werden würde, am Ende ist er es schon jetzt. Dagegen hören wir jetzt, daß Deutschland verraten und ver^kaustgewesen wäre, wenn die russisch^ Krone an den Großfürsten Wladimir und dessen Sohn Cyrill über» gegangen wäre. So lange diese beiden als Erbfolger in Betracht kamen, wurden sie auch als besonders deutsch­freundlich geschildert; jetzt sind sie auf einmal fanatisch antideutsche Panslawisten geworden. Alles zur höheren Ehre des deutschfreundlichen Großfürsten Alexej! DasBerl. Tagebl." bratet sich bei diesem Anlaß noch eine Extrawurst. DieDeutsche Ztg." meint, dasBerl. Tagebl." sehe schon übermorgen den kleinen Cohn als russischen Staatsminister. Aber Blätter der Rechten machen es in anderem Sinne ebenso. Statt vor lauter rosenrotem Optimismus einen Purzelbaum nach dem anderen zu schlagen, wäre eS vev- nunftiger,, sachliche Ruhe zu bewahren.

Es wird gemeldet, der neugeborene Zäsarewitsch solle den Namen Alexis erhalten. Einen solchen Namen tarnt man aber in Rußland nicht. Der Name, um den es sich handelt, heißt Alexej (mit dem Ton auf der letzten Silbe). Die Endung ist also vokalisch: der Genetiv lautet Alexeja. Hiervon die Ableitungen: Alexejewitsch (der Sohn des Alexej) und Dlexejesf (Familie Alexej). Zu dem Vornamen wird in der Regel auch der Vatersname gefügt, sodaß der russische Kronprinz von den ihm näherstehenden Alexej Nika- lajewitsch genannt werden wird. Die Form Alexis stammt von den Franzosen.

Politische Tagesschau.

Der Kampf um die Hibernia.

R. Berlin, 15. Aug.

Der Kampf um die BerawerksgesellschaftHibernia" tobt fort, trotz gelegentlicher Anzeichen, daß ein Friedcns- schluß erwünscht sei. Die Interessen, die sich hier entgegen­stehen, sind zu groß, und es handelt sich um zu kolossale Werte, als daß eine Einigung nur mit dem guten Willen herbeigeführt werden könnte. Vorläufig itrill man in beiden Lagern, bei den Gegnern wie bei den Freunden der Hiber- nia-Verstaatlichung, es auf eine Entscheidung der General­versammlung ankommen lassen. Es scheint, daß mehr und mehr mit dem Unterliegen des Verstaatlichungs­angebots gerechnet wird. Nur so ist es zu erklären, daß heute gleichzeitig mehrere für die Verstaatlichung ein- tretende Preßorgane ein Schreckgespenst auftauchen lassen. Dies Schreckgespenst ist eine Syndikats- undKartell- gesetzgebun g durch das Reich, die, wenn sie wirksam sein soll, selbstverständlich zu weitgehenden Eingriffen in die Privatbetriebe führen würde. Für solchekräftigen" Ein­griffe ist erfahrungsgemäß die Reichstagsmehrheit zu haben, und daran liegt die hauptsächliche Gefahr, die von den Verstaatlichungsgegnern nicht verkannt wird. Uebrigens ist dem preußischen Handelsminister Möller ein unerwarteter Beistand dadurch zuteil geworden, daß derVerband gegen die Stillegung der Ruhrkohlenzechen" den wärmsten Dank auszusprechen beschlossen hat, weil der Staat bestrebt sei, durch die Hiberniaverstaatlichung im Kohlensyndikat Sitz und Stimme zu bekommen.

Bef dem Ausbruche des Krieges erließ ich eine Proklamation, worin ich meine Neutralität erllärte und allen Untertanen die genaue Beobachtung derselben zur Pflicht machte. Wichtige Frage bezüglich der Behandlung des neutralen Handels durch die Kriegführenden haben sich in Verbindung mit dem Krieg er­hoben. Tie Streitfragen, die sich ergaben, und die von größter Wichtigkeit für mein Reich sind, werden, wie ich vertraue, freund­schaftlich geregelt werden, ohne Schädigung der ausgedehnten Handelsintereffen des Landes. Tie Regierung wird tatkräftig meine Untertanen unterstützen bei der Ausübung von Rechten, die als den Neutralen zustehend, vom Völkerrecht anerkannt iretBcu. Tie Beziehungen zu den auswärtigen Mächten sind an- dauernd zufried nullend Jb stattete dem n i g pon Däne­mark in Kopenhagen und Kaiser Wilhelm in Kiel B e - -^u che ab; meine Aufnahme war in beiden Fällen sehr herzlich. > er König erklärt foboirn, daß er sich zur Einführung allgemeiner Wahlen für den gesetzgebenden Rat in Transvaal ent- chlossen habe, schließlich heißt es in der Thronrede: Tie Ver­träge, welche zwischen der Regierung und der französischen Republik zur Lösung einer Reihe von Fragen, die die Interessen beider Länder und von anderen Teilen der Welt berühren, ab­geschlossen worden sind, werden dadurch, daß sie die Bande der Freundschaft wesentlich verstärken, jetzt glücklich meine Untertanen und die französischen Bürger einander näher v^vyunut unmvui cmc vrr vvrr rurz nati)t oem

bringen. Verträge bezüglich gewisser Kategorien von Schieds-1 Eheschlusse ldes russischen Kaiserpaares vielbesprochene

und Deutschland ab- Wahrsagung erfüllt hat. Man erzählte sich damals rniUM-mm Spr ttinrp» __ es mag auch ber der Geburt der ersten Prinzessin gewesen sein daß ein altes Ziaeunerweib der Kaiserin von Ruß­land prophezeit habe, sie werde in ihrer Ehe erst vier Töchtern und bann erst einem Sohne das Leben schenken. Auffallend ist immerhin, daß hier die Rechnung einmal gesttmmt hat. Doch jeder Vernünftige wird als den aus- gleichenden Faktor den Zufall bezeichnen.

Der russische Kaiser erließ ein Manifest über die Thronfolgeordnung. In dem Falte des Ablebens des Kaisers vor der Mündigkeit des Thronfolgers soN das Oberhaupt des Staates, Großfürst Michael Mexandrowitsch sein und in diesem Falle die Vormundschaft der Kaiserin Alexandra Feodorowna anvertraut werden.

, ^4- Jahrgang . Dienstag 1«. A>,«u» 1904

DieGießener LamlllenblStter" werden dem llif

.Anzeiger viermal wöchentlich beigelegt. Der NW ® S ET WM If |l( 3 OB U

hessisch* Landwirt" erscheint monatlich einmal. 8 | > V'' V DA D H-

Kie München, yie Berlin.

Herr Hans Rosenhagen, früherer Handlungsgehilfe und jetziger Kunstrezensent des »Tag", gefällt sich seit ein paar Jahren in der üblen Pose, Berlin als ein deutsches Paris, als das Zentrum deutscher Kultur falsch zu stempeln. In dem täglichen charakter- und farblosen bunten Sammelsurium des Herrn August Scherl in Berlin wirft er »Tag* für »Tag^ Steine auf die Städte und Lande südlich vom Main und namentlich auf München. Kühn behauptet er immer aufs neue, Münchens Ruf als Kunststadt sei heute unbegründet, gehe als solche rapide zurück und sei ein klägliches Bierdor im Verhältnis zu der wunderbar aufblühenden Kunststad Berlin. Darauf wird ihm in der neuesten (33.) Nummer der Münchenerftreiftatt* (Süddeutsche Wochenschrift für Politik, Litteratur und Kunst, Preis pro Heft 25 Pfg.) die gebührende Abfertigung zuteil. Die Schristleitung dieses vor- tlefstichen Blattes schreibt in einem offenen Briefe an Herrn Rosenhagen u. a. folgendes:

Stadt zur Kunststadt mackst, sind zarte ^no tief siegende Tinge; daS ist einmal künstlerische Tradition, der Geist der Bevölkerung und die gesellsckwftliche Sitte; kommt noa) eine reiche, umgebende Natur, die Gegenwart hervorragender, 1 k ^Obbung beeinflussender Künstler, die Gunst des Staates 5?rJfcen'_ Wird eS die Stadt sogar ertragen können, wicht die Käufer der in ihr entstandenen Werke innerhalb ihrer ./Lauern zu l-aben. Es scheint uns doch, als wäre München immer wach in dieser glücklichen Lage. Man muß nur einmal al^ Kurlstler oder als künstlerisch empfind ndcr Mensch versucht haben, ®iabt Deutschlands zu leben, um zu wissen, MAchE" 5?t all seiner aus derGemütlichkeit" des baye- Untätigkeit der Regierung und der Rück- u "wigleit der politischen Bewegung sich ergebenden Schatten- enten bedeutet. Keme Stadt Deutschlands ist so reich an fünfl l°rMcr Begabung auf allen Gebieten als München. . ."

DieFreistatt^ hat zweifellos Recht, wenn sie kurz hcarauf fort fährt:

Kunststadt und wird nie eine sein. ' ^f?aditionslose tzkpräge der Stadt, ihr kapitalistischer M(o Q?Lb!S verstandesmäßige Art ihrer Bttvohner werden aus Otybiiibcrn, daß das Leben dort einen anderen An- s * Mn! r n ä k redens nach grösstmöglichem Gewinn

höfischen und gctellschastlichen Ehren. Berlin repräsentiert unb neubcittfaK. Geschickte, bie p-liliscke nnb noch ?*;?, S8. 9rilffc k"ll<-nb- btc wirtschaftliche. Tasitr Men wir der 'r,in'.i; nber dak> sie baS Zentrum unserer deutschen stti'r darstelle und b'*r Mittelpunkt ihres künstlerischen Lebens , das^ müssen wrr uns gefälligst verbitten.

Wilhelm Hol.a nier, der hessische Poet, auch ein tarbcdec der .Freistatt", hat in einem sehr hübschen hristchcn, betitelt /Die SiegeSallee" (Leipzig, Eugen

Diederichs, 60 Pfg.), schon anno 1902 Berlin als Kunststadt so scharf als treffend gekennzeichnet und des Grobherzogs Ernst Ludwig Maeenatentiim in Darmstadt dem des preußischen Königs hell gegenüber gestellt. Doch da§ kleine Darmstadt steht, trotz seines feinsinnigen Fürsten Huld, doch immer gegen München im Schatten, daß heute mehr denn je an der Spitze der süddeutschen Lwuptstädte marschiert. Stuttgart war noch vor wenigen Jahrzehnten die Metro­pole des süddeutschen Buchhandels und durch die Deutsche Verlagsanstalt und die Union entsendet sie noch heute die beliebtesten deutschen Familwnblätter in die Welt, soweit die deutsche Zunge klingt. Doch die Stuttgarter belletristischem Journale haben, ebenso fast ausnahmslos die Berliner Familienzeitschriften, weder künstlerischen noch kulturellen Wert und Ehrgeiz. Schlecht und recht sind sie auf daS fade Unter» haltungsbedürfnis kleinbürgerlicher Familien zugeschnitten und unterstützen leidige Sensationslüsternheit. Die bayerische Hauptstadt dagegen, das einst so glücklich rückständige München, die Stadt nie endender KarnevalSsreuden, Bock» frühschoppen und Kellerfyste, hat in den letzten Jahren auch literarisch und jourttasistisch Stuttgart weit überflügelt. München ist die Geburtsstätte der besten satirischen Wochen­schriften Deutschlands, derJugend" und desSimpli­eissim us", die beide den alten ehrlichenKladderadatsch" in Berlin längst völlig an die Wand gedrückt haben, die in liberaler Opposition und kulturkämpferischer Schneidigkeit und Schärfe nirgends in Deutschland ihres gleichen haben, die illustrativ Künstler allerersten Ranges zu ständigen Mitürbeitern zählen. Die bälierische bayerische Derbheit wird freilich leider imSimplicissimuS" absichtsvoll auf eine oft verstimmende Spitze getrieben. In München erscheint (bei Georg D. W. Call- wey) der ausgezeichneteKun st wart", der wie keine deutsche Zeitschrift unaltSgesetzt Hervorragendes leistet in der Vertiefung und Veredelung des Kunstgefühls, der mit merkwürdig sicherer Hand im weiten Gesilde der Kunstbetätigung vom Weizen die Spreu sondert und während seiner 17jähngen ersprrey- lichen Wirlsamkeit Unvergleichliches getan hat zur Hebung des Kunstverständnisses. Die neuenSüd deut scheu Monatshes te" mrd namentlich die bereits oben er wähnteFr eista tt" vertreten politisch und künstlerisch einen ruhigen, besonnenen, wahrhaft liberalen, dem Pseudo Liberalismus der bayerischen Kammer heftig entfremdeten 'ortschrittlichen Stanndpunkt, der sich der Naumannschen Richtring so sehr nähert, daß beide den Begründer des Nativ nalsvzialismuü zu ihrem Mitarbeiter zählen.Die Ku n ft", Monatshefte für freie und allgewandte Kunst (Ver- lagsanstalt F. Bruckmanu A.-G. in München, vierteljährlich I

6 Mk.), ist neben der altehrwürdigen und wahrhaft distin­guierten, immer noch tonangebenden Leidiger Zeit­schrift für bildende Ku n st" wohl die vornehmste und illustrationstechnisch am höchsten stehende künstlerische Monatsrevue Deutschlands die nur in der Darmstädter Kunst un d Dekoration" in Bezug auf Förderung des Kunstgewerbes eine sehr hervorragende Rivalin besitzt.

Hätte Berlin nicht deS oft paradoxen, aber immer geist­vollen und weit- unb scharfsichtigen Harden in jedem ihrer Teile stets interessante und lesenswerteZukunft" und das in feiner Art einzige, ungemein umsichtige ^Litera­rische E ch o", so verdiente eS als Jvumalstadt neben München überhaupt nitch genannt zu werden, das selbst die deutsche Buchhändlermetropole, Leipzig, auch auf diesem Gebiete weit in den Schatten stellt, wo nur der Kunst­verlag von E. A. Seemann daS Anrecht hat, neben oder richttger noch vor den großen Kunstanstalten Münchens ge­nannt Ku weichen.

So wird man denn wohl zu stimmen dem, waS dieFrei­statt" sagt:

Deutschlands Reichtum ist die Dezentralisation feiner Kultur. WaS alles vom ^or^>en kam, der Naturalismus auf der Bübne w'.d in der bildenden Shnift, zuletzt die mystischen Offenbarungen überreizter moderner Seelen und dazu eine Kritik, undeuffch, marktschreierisch, .alles zersetzend, wir fühlen unS nicht ver- pflichtet, bewundernd icbc neue Leistung der Kunststadt Berlin anzunehinen.

*

_ ^eueste Nummer der Münck^ener WochenschriftFr ei-

statt (33) bnngt in der Politik äußerst interessante Artikel. Pan- taguel ^'handelt behand'lt bieBavaria felix" und spracht bie feste Lruvetticht aus auf die Bildung einer leistungsfähigen, liberal- demo kra tischensüddutl chen, speziell banenschcn Linken. H. Harener lettatt kelt unter der StandarteninschriftHibernia. der weiße öd' > über die Berstaatlichima der BerglverkSgesellschast Hwerma durch Preußen. Rens 'Prövot gibt einen sehr intet eyunten und gel-nltvollen Uel»crblick über die kircklick>c Reform oeloegung in Frankreich ünb die Haltung der Regierung.Aus der Ar bc i terb e wegun g" veröffentlicht Jvdoeu- recht Inter- eyanteS. Lustig lesen sich ein paar fiibclhafteNaturgeschichten" von dem Franzosen JuleS Renard. Dem uerfhubenen recken

"stensänger W i l d e I m Jordan widmet Paul Wlttko einen Nachruf, lieberDekadenz" spnck>t in einem einpointierten Essay Emil Fr-», v. (^IbfattcL Tie Mozart eftspi ele in Münckien besprickn WÄter Riezler. Jedes Heft derFreistatt" kostet 25 Pfg.

Bern, 15. Ang. Unter dem Vorsitz des Professors Studer- Bern nmrbe der 6. internationale Z o o l o g e n k o n g r e \\ mit einer Ansprache des RegierungSrateS (M»nt Bern eröffnet AIS nächster Versammlung art im xvibrc 1907 wurde aus Ein ladttitg von anicnt mij1 r < eite Boston gen»äblt