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16.8.1904 Erstes Blatt
 
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fRotattonflbrud u. Der» laq bei B r ü h l'ichen Unweff.-Buck-u. Stein» brudere*. BL Lange.

Redaktton. Ervedttüm und ^wtferei:

Gchulyeatz» V« tlbrefie für Devescharr

Anzeiger Gtetzeru Fernsprc-chantchlutzNr 51.

<IMte9 Blatt. 154. Jahrgang Dienstag 16. August 1904

Gießener Anzeiger I

General-Anzeiger v

Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Sichen WK

gwe«imuiiibi,.jwmMW^^^»TiniwmriTiiimiii zeigenteil: Hans Beck.

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Zis yenlige Kummer umfaßt 10 Seiten

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eben nichts anderes übrig, wollte sie sich im Fnnenhasten von Port Arthur nicht einfach in Grund schießen lassen.

Die Gesamtverlnste des Kreuzers Zeffarewitsch belaufen sich nitf 15 Tote und 40Verwundete. Das Geschoß, welches Admiral Witt Höft tötete, traf diesen so unglücklich, daß von ihm nur ein Bein aufgefun- wurde. Die Offiziere desZessarewiffch" glauben, daß die Verluste der Japaner sehr bedeutend ge­wesen seien, da sie die Verfolgung bald einstellten.

Bei Port Arthur.

und nur private Briefe, wie der

Petersburg >15. Aug. Ein Telegramm des Statthalters Älexeiew an den Kaiser vom 13. August lautet: Einem Gericht aus Port Arthur vvm 10. Aug. zufolge, griffen bic Japaner in der Nacht auf den 9. August nach "15 stündi­gem Kampfe mit ungeheuren Streitkräften Takuschan und Sraogu,chan an, nachdem sie vom Morgen des 8. August bis 9 Uhr abends ein starkes Feuer auf diese Berge Hinterhalten hatten. Die Japaner rückten nicht weiter vor. In der Nacht auf den 10. August machten sie während eines starken Regens Angriffe aus die Ostfront .die aber überall zu- ruckgewiescn wurden. Gleichzeitig wurde ein Angriff au: her ganzen Front vom Wolfsberge bis Takuschan unternommen. Ter Feind wurde jedoch 'überall zurückgeworfen. Die Festung wird seit drei Tagen beschossen.

r $ & u r ff '15- Aug. Die russische Tel.-Agentur meldet aus Mulden vom 15. August: Am 14. August fand ein An ff r i f f .a u f Port Arthur statt, bei welchem die I a p a n e auf allen Positionen zurückgeschlagen wurden und großeVer luste hatten. Tie Verteidigung leitete General Stössel. Der Zustand und der Geist der Truppen ist vorzüglich. Vorräte sind reichlich in der Festung vorhanden. Ter Mut und die Kalt­blütigkeit des Chefs der Garnison flößt den Truppen die Ge­wißheit auf den Sieg ein.

Ten Verdacht eines geplanten genieinsamen Handelns der Japaner und der Chinesen bestätigen die Worte des Testaments des chinesischen Staatsmannes Lihungtschang, das für den Fall eines lapanisck^russiseln'n Krieges folgende Stellen hat: Er bv handelt die Frage über den Besitz der Mandschmei nach dem Boxeraufstande von 1901 brfüriv-ovtet die Abtretung dieses Landes an Rußland und fährt weiter fort:

Sitzt nämlich Rußland in der Mandschurei, so wird sich auch bald Japan Koreas bemächtigen an der mandschurisch koreanischen Gr nze, wäiireud sieb Japans und Rns'landd Inter essen gegenüberstehen. Vricht aber der Atrien zwischen Rußland und Japan aus und merken |uir, bah Japan unterliegen wird, so helfen wir mit allen Kräften den Russen, um Japan zu

Kriefl zwischen Japan und Rußland.

Die Entwaffnung der russischen Schiffe in Tsingtau.

DieNorddeutsche" meldet: Nachdem sich heraus- gesteNt hat, daß die im Hafen von Tsingtau befindlichen russischen Kriegsschiffe ni cht in der Lage sind, sich innerhalb einer angemessenen Frist fee fähig zu machen, ist Weisung ergangen, diese Schiffe zu en t- w a ffn en.

Diese Weisung ist sofort befolgt worden. Auf 'Anord- nnng des Gouverneurs von Kiautschou, Kapitäns z. S. Truppet, sind das Linienschiff Zeffarewitsch', ein Torpedo­bootszerstörer und zwei Torpedoboote desarmiert worden. Sie haben in Gegenwart des Gouverneurs die Kriegsflagge niedergeholt.

Denn in einer Reuter-Depesche aus Tschifu davon die Rede ist, daß außer dem Zessarewiffch' drei russische Kreuzer in Tsingtau desarmiert worden seien, so dürfte hier ein Irrtum des Berichterstatters vorliegen. Außer dem Novik", der nach 24 Stunden den Hafen wieder verließ, i kein anderer russischer Kreuzer in Tsingtau eingelaufen Nach dieser Enffcheidung werden nun wohl auch unsere hämischsten Beurteiler die korrekte Haltung der deutschen Regierung in dieser Situation nicht mehr zu bemängeln wagen. Obwohl von vornherein betont wurde, daß Deuffch- land streng nach den Geboten der Neutralität verfahren werde, beeilten sich argwöhnische Leute, die Maßnahmen des Gouverneurs von Kiauffchou zu bekrittln, noch ehe diese kaynten.

Auch in Japan werden sich die Gemüter hoffentlich bald wieder beruhigen. Die meisten japanischen Zeitungen erörtern daS Einlaufen russischer Schiffe in Kiauffchou: Sie kritisieren das Verhalten Deutschlands als neutraler Macht in sehr unfreundlichem und argwöhni­schem Tone, auch fehlt es nicht an Drohungen an Deuffchlands Adresse. Daß die japanischen Blatter in dieser ernsten Zeit die Vorgänge in Kiauffchou mrt ganz beson- derem Interesse verfolgen, ist ihr gutes ReK».; aber-mit An­griffen gegen Deutschland sollten sie doch so lange zurück­halten, als sie nicht vor vollendeten Tatsachen stehen. Sir werden jetzt zugeben müssen, daß sie vorschnell geurteilt haben.

Mit Vorsicht sind auch Meldungen englischer Blätter aufzunehmen. Bon den in Tsingtau ankernden russischen Schiffen verließen einer Daily-Mail-Depesche aus Tschifu «ufolge die drei Torvedoboot-Zerstörer über Nacht den Hafen Jur Unterbrechung der 24-Stundenfrist und kehrten mor­gens zurück.Daily Telegraph" meldet aus Tschifu: Der aus Tsingtau dort eingettoffene DampferDagmar" be­richte, der ^Zessarewitschf" sei fast völlig wrack, die Zerstörer dagegen seien nur wenig beschädigt. Die Schiffe würden unter deutscher Aufficht desarmiert, neben dem ..Zessarewiffch" liege gefechtsklar ein deuffcher Kreuzer, um rhn gegen einen möglichen japanischen Angriff zu schützen. Fünf japanische Kriegsschiffe liegen vor dem Hafeneingang.

Unglaubwürdig klingt auch eine andere Meldung auS Tschifu, wonach derZessarewiffch" tiefet in den Hafen hineinbefahren sei infolge der Aufforderung der Japaner, daß btc Russen auS dem Hafen herauskommen und kämpfen sollten. Die Japaner werden wissen, daß sie in Tsingtau die Neuttalitätsgesetze nicht ungestraft würden verletzen können. Vor Tsingtau und in der Mautschou-Bucht weilen das Flaggschiff des zweiten Admirals, Kontteadmirals von Hvlhendorff, der große Kreuzer ,^>ansa" urrd das Schwester- schiff, die,,Hertha", sowie die KanonenbooteTiger" und Luchs" und die TorpedobooteS 90" undTaku". Seit Samstag weilt auch das GeschwaderflaggschiffFürst Bis­marck" mit dem Chef, Vizeadmiral v. Prittwitz und Gaffron an Bord, der kleine KreuzerGeie^ und Sonntag traf die Thetis" ein.

Noch ein russischer Kreuzer gesunken?

c Tschifu, 15. Aug. (Reuter.) Nach hier umlaufenden, bis­her von keiner Seite bestätigten Gerüchten soll der russische hreuzerNowil" 40 Meilen von Tsingtau zum Sinken gebracht hm.

Die Niederlage des Wladiwostok-Geschwader?.

Tokio, 15. Aua. (Reuter.) Nach einem Telegramm auS /akeshjfi fraf lintfr dem Befehle des Admirals Kamzmura M nbe japanische Gesclflvader gestern morgen 5 Uhr etwa zwanzig teilen von Ulsan an der koreanischen Küste mit dem Wladr- ^ostok-Geschwader zusammen. Tas Gefecht dauerte biS 10V? Ufa. -llm sah, wie der KreuzerRn rik" sank und dabei für

Augenblicke mit dem Bug in der Lust senkrecht stand.

Mann der Besatzung wurden durch bie Japaner gerettet.

1<* ^Rossija" und derGromoboi" fingen mehrere Male 2^'uer und wurfan b e i d e st a r k b e sch« d i gt. Ein japanisck-es ^Nf wurde von russischen Schüssen getroffen, wodurch zwn ann getötet und sieben verumndet wurden.

Kein Zweifel das Wladiwostok-C'seschwader rst von dem WQbfiffatqtcn Durchbrach der im Hafen von Port Arthur "Wnben russischcu Schilffe unterrichtet gewesen und war f,tPfen entgegen gefahren, zur leichteren B"werfftelligung

Vereinigung beider ^schwader. Wäre eine solche Ver- ül'lgung gelungen, so hätten die Russen einen großen Ei­s' Ü zu verzeichnen gehabt. Denn sie hätte ihnen ennüg- 1t die japanische Seeherrfchaft und damit die Zufuhr- k'd Rückzugslime der Japaner -n erschüttern. Die Ja- irr haben diese Gefahr sehr wohl erkannt und sind auf ' S it gewesen. Mi' der Zurücsiverfung des Wladiwostok ' cbwaders ist die letzte .Hoffnung auf feine Verstärkung i cf) . in elne in der Seeschlacht vom 10. o. M. unversehrt

)( j ort -I thur G rschwai ,

Der Ausbruch der russischen Flotte aus Port Arthur |mt sich als eine Tat der Verzweiflung dar. ES blieb ihr

Liaujang.

Petersburg, 15. Aug. Ter Korrffpvndent derBirshe- wija^ Wjedomosti" meldet aus Siaujang vom 14. August: Hier herrscht vollkommene Ruhe, selbst zwischen den Vorposten finden keine Scharmützel mehr statt. Ter Feind geht augen- fch^iulich überall wei t zurück. Heute erfolgte auf far Esienbahnstrecke zwischen Siauiang und Andjansiau eine Explo­sion. deren Urh ber, wie die Untersuchung ergeben hat, Ja- pauer gewesen sind. Tie Töt " sind jedoch noch nicht auf­gefunden. Tie Eisenbahnlinie ist wieder ausgebessert worden. ES sind von neuem große Regenmengen gefallen.

China- Illoyalität.

To kio, 15. Aug. Tie Japaner sind mit demReschi- telny" nach den Elliots-Jnseln unterwegs. Ter japanische Konsul in Tscküfu erklärte, seine Regierung werde die Schisse nicht herausgeben da ein Torpedorohr sich als noch ar- miett erwiesen habe. Admiral Matussewitsch ist noch am Leben.

Washingto n, 15. Aug. Der amerikanische Gesandte in Peking telegraphhierte am 15. August an das Staats­departement, daß der russische Gesandte eine scharfe Note an die chinesische Regierung sandte, in der er ihr die Mitschuld an der Reschitelny-Affäre vorwirft und den chinesischen kommandierenden Offizier der Feigheit oder des Verrates anklagt. Ferner ver­langt der russische Gesandte volle Erklärung des Falles, Mckgabe des ^Resch-itelny" und schwere Besttafung des kommandierenden Offiziers. Die chinesische Regier­ung hat von der japanischen die Rückga be des schrtelny" verlangt.

Tie Wegnahme und das Abschleppm des russisthen Zerstörers R eschi t e ln y" durch die Japaner in dem neutralen chinesischen Hafen Tschifu in Anwesenheit des chinesischen Admirals ist eine überaus schwere Verletzung der Neuttalität von China. .Ter ganze Vorgang ist entweder der Ausdruck eines japanisch­chinesisches Einverständnisses oder der Mißbrauch der politisch-militärischen Schwäche Chinas durch Japan. Tas Verhalten Chinas als neutrale Macht gegenüber dem zurzeit im Nacksteil besindlichen Rußland bestätigt den Arg­wohn des Eiuverständniffes zwischen China und Japan. Wenn in Tschifu Clpnas Admiral sich der Verletzung der Neuttalität zum L>ck>aden Rußlands unter Begünstigung Japans schuldig ge­macht hat. so gibt dieser Vorgang die Gelegenheit, der Auffassung nack-zuforschen, welche die Politik Chinas in diesem Kriege be- 'timmt.

Die Vorteile, welche der japanisen Kriegsführung in der Mandschurei durch den Besitz von Niutsck^vang erwachs n, liegen in der Verwertimg des Hafens Jnkou als Flottenstützpunkt und als Hauptdepotplatz neben Takuschan im Osten, um Ersatz, Armee­material, Proviant usw. auf dem Liauho bis Hsinmiutmi uach- zusilhren, welches an diesem Strome nur 60 Km. westlich von Mukden entfernt liegt. Tiefer Ort ist auch die Endstation der efanesiseben Bahn über Schanheikwan, Tientsin nach Peking, und die nördlichste Staffel, gleickLam die Vorhut der 50 000 Mann tarfen chinesischen Armee, .welche mit reichlicher Artillerie an der chinesisch-mandsclmriscben Grenze entlang dieser Dahn die neu­trale Halttmg Chinas vertritt. Tie Ausnutzung der Lage von Niutschwang, des Liauho als Wasserstraße und sogar der Bahn bis Hsinmintun, um der dritten und zweiten japanischen Armee die Armeebedürfnisse nachzuführen, schließt schon ein stülscluoeigen' des Gewähren lassen znaumsten Japans durch China ein. Tie ge- heim'-n mititär;fiten Maßregeln d s Generals Mah, seine ruffen- eindliche Gesinnung die chinesische Truppenansammlnng im Rücken der Russen bei Liauiang bis nach Mulden hin weisen deutlich auf den Entschluß des Generals Mah hin, nur die mssende Gelegenheit abzuwarten, um sich den Japanern anzu< chließen.

vernichten Rußland wird uns dafür die Mandschurei nrrück- geben undKorea für sich nehmen. Sobald wir aber sehen, datz far Krieg für Rußland eine zchsimme Wendung nimmt so müssen wir an der Vertreibung der Russen aus der Mcm^ Murec nach Kräften Mitwirken. Japan wird unS für die Hilfeleistung mit der Mandschurei belohnen, was kümmern nnS die anderen Mächte, sie haben entweder anderwättS vollauf zu tun, sind neutral wie Deutschland oder nicht stark genug um etwas gegen uns in der Mandschurei zu unternehmen. Ich bitte Dich daher lieber Yungli" an ihn als Testaments­vollstrecker ist das Schreiben gerichtetbiete alles auf damit die Kaiserin-Witwe alle anderen Vorschläge verwerfe.' Äch 7tehe am Rande des Grabes und beschwöre Dich, diesen meinen diplomattschen Grundsätzen entsprechend zu handeln. Mein Kollege Duanschikai wird Dir bei der Ausführung deS Planes behilflich fein."

r ® eingetroffen, wie es der kluge, weiffchauende chine-

suche Staatsmann voraus erkannte. Aer zweite Fall, die Bv- drängniS Rußlands durch Japan, ist ein getreten. Jetzt ist Ls Lache der chinesischen Politik, den richtigen Zeitpunkt, nicht zu früh, nicht zu spät, abzupassen, um möglichst wirksam an bet Verdrängung der Russen aus der Mandschurei sich zu beteiligen. Unter ganz besonderer Beachtung .der Aufstellung der 50 000 Mann starken chinesischen Armee, entlang der Bahn bis Hsin­mintun im Rücken von Liaujang und Mukden, muß man die Lage der Russen unter General Kuropatkin hei Liaujang strate­gisch und taktisch betrachten, um die entscheidende Rolle zu erkennen, die China in der Mandschurei unter dem Vorgeben neutral zu sein" spielt.

Unbequeme Zuschauer.

ES Jft zu vermuten, fatS die militärischen Sachverständigeu, die zu Studienzwecken im ruffischen und im japanischen Hauph- Quartier sich befinden nur daS zu sehen und zu hören bekommen, waS sie sehen und hören sollen. Es scheint, daß Ruffeu wie Japaner auf der Hut find, siw in die Katten blicken zu lassen. Ter Geist des Mißttauens, des Horchens und Gebärdespähens geht in beiden Lagern um. .Tie Japaner sollen mit großer Höflicfa feit und Liebenswürdigkeit, unter einleuchtenden und nicht ein­leuchtenden Vorwänden unbequeme Beobachter vollständig fvm- halten, bis es nickts mehr zu beobachten gibt Bedenkt man noch, daß jede Briefzeile, jedes Tepeschenwott eine strenge Zensur zu passieren hat auf beiden Seiten der Kriegführenden, dann wird man die Situation der Kriegskorrespondenten und der mili- tärifefan Sachverständigen als sehr eingeengt, abhängig und un­befriedigend betrachten müssen.

Vielleicht hat die Entsendung faS Prinzen Friedrich Leopold von Preußen ins russische Hauptquartier, bte- jenige deS Prinzen Anton von Hohenzollern inS japanische Hauptquattier unter solchen Umständen noch einen tieferen Grund, als den der Repräsentation. ES ist wvfa möglich, daß auch die deutschen Militärs auf Schwie­rigkeiten gestoßen sind bei ihrer Aufgabe, die Erfahrungen dieses Krieges für die Entwickelung unserer Vetteidigung zu Wasser und zu Lande nritzbar zu machen, und daß die Äu- wesenheit zweier nach Namen und Rang hervorragenden Ver­treter des Reiches diese Schwierigkeiten beteiligen ober sülberir soll.

$tt Fufstaud in Aeulsch-SüdivestafriLa.

Heute vormittag erhielten wir folgendes Telegramm:

Berlin, 16. Aug. General v. Trotha meldet auS Hamakari vom 12. August: Der Angriff gegen die Hereros hat am 11. August früh mit vollem Erfolge begonnen. MühlenfelS warf den Feind nach sehr heftigem Kampf biSHamakari zurück und nahm den Ott. Die Abteilung Heyde yerblieb, starken feindlichen Kräften gegenüber, bis zur Nacht vom 12. August 15 Kilometer nordöstlich von Hamakari. v. E stör ff warf den bei Otjos ongombe befindlichen Feind westwärts zu­rück. Deimling vertrieb dieHereroS auf Omuver- olme und nahm abends die veffchanzte Station Water- berg. Der Feind erlitt schwere Verluste und wurde zersprengt. Im Rückmaffch nach allen Seiten begriffen, bewegt sich die Hauptmasse de§ Feindes ostwättS. Der Weg wird ihnen verlegt. Die Truppen kämpften mit höchster Bravour. Tot find 5 Offiziere und IS Mann, ver- wundet 5 Offiziere und 52 Mann.

Nach langen Tagen bangen Wartens ist endlich also eine Meldung au§ unserer südmestafrikanischen Kolonie da, die von einem entscheidenden Vorgehen unserer Tncppen gegen den so lange mißachteten und darum um so gefährlicheren Feind Kunde giebt. General v. Trotha hat die erste Zeit einer Anwesenheit im Hererolande, wie auS dieser kurzen Meldung hervorgeht, mit offenbar recht besonnenen und zweck­entsprechenden Vorbereitungen auSgefüllt und ist dann aus der ganzen Linie zu einem wohl berechneten Angriff vorgegangen, der die beiten Erfolge allenthalben gehabt hat. Freilich sind auf deutscher Seite bedeutende Verluste nicht auSgebtieben, aber der Sieg itt doch endlich unser, und der so lange in verwunderlichster Weise rrnterschätzte, gegenüber dem unS doch in jedem Falle viel weniger interessierenden russisch-japanischen Kriege in der öffentlichen Schätzung weit zurücktretendc süd­afrikanische Feldzug wird nun endlich wohl beginnen, die all­gemeine Aufmerksamkeit auf sich zu lenken, nachdem die

Farmer ihrem Kaiser ihr Leid geklagt haben und die ersten entscheidenden Schläge dort endlich gefallen sind. Die nächsten Tage werden unL wohl näheres von diesen Schlägen zu melden wissen. Bisher hat leider and) die offizielle Bericht­erstattung über diesen so wichtigen Feldzug sich als rtcht