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16.6.1904 Erstes Blatt
 
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Alnnik!!. ipork, 15. JMi. 5t Markus-Ge­ig für ihre Sonn' ^Vergnügung?' en. Dieser stlhr ^i mb fünfhundert & ach Locust Grove <°° t Gesellschaft W c «SZ :A>SV Xiibert®H' zu retten.

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war der Brand derart angewachfen, daß er nicht mehr be­wältigt hätte werden können. Solche Szenen, tote ste sich da entwickelten, habe ich nie gesehan und ich glaube, daß sie niemals jemand gesehen hat. Ich war am rückwärtigen Teile des Fahrzeuges mit meiner Frau und Tochter. Die Frauen jammerten, ihre Kinder im Arme an die Brust gepreßt. Manche Mütter hatten drei oder vier kleine Kinder bei sich. Unser Schicksal schien hoffnungslos, denn der Tod durch Feuer oder durch Wasser schienen die einzigen Aussichten. Plötzlich brach der Brand durch aufs Oberdeck und jetzt ereignete sich die furchtbarste Szene, denn nun wurden durch die gräßliche Hitze alte noch nicht um­gekommenen Menschen in einen Teil des Bootes zusammen­gedrängt. Manche wurden unter die ß e getrampelt. Ein Tttl der schweren Geländers gab unter dem Drucke nach und viele fielen dcnrn ins Wässer, während Dutzende anderer freiwillig hinäbfprangen. Jetzt konnten wir Boote, die sich nahten, sehen und eine schwache Hoffnung kam. Meine Frau, Tochter und ich wurden in diesem Augen­blicke über Bord gedrängt, und als ich wieder auftauchte, sah ich Hunderte im Wasser, die versuchten, sich oben zu halten Das gräßliche Jammergeschrei werde ich nie ver­gessen, das ich da hörte. Ich konnte nri.rh kaum über Wasser halten, sah mich aber nach meinen Angehörigen um, ohne sie finden zu können. Meine Kraft verließ mich bald, ich wurde ohnmächtig und erwachte erst wieder, als ich in einem Boote war.

General Slocum" war einer der größten Exkursions­dampfer im hiesigen Hafen und stets in Anspruch genommen. Die Mannfchaft bestand aus 23 Köpfen außer den Bedienste­ten im Restaurant. Der Dampfer war vor 13 Jahren m Brooklin gebaut, hatte 1284 Tons und war 263 Fuß lang. Eine Stunde nach Ausbruch des Brandes trieben die ersten Leichen auf ^orth Brother Island an. Manche der kleinen Umgekom. jnen hielten sich noch im Tode umarmt, sie waren augenscheinlich zusammen über Bord gesprungen. Rur wenige Kinder waren mit Rettungsgürteln versehen, aber diese hatten in den Strudeln von Hellgate, welche Untiefen als gefährlich bekannt sind, nichts genützt. Viele Personen sprangen erft ins Wasser, nachdem ihre Kleidung schon Feuer gefangen hatte. Manche sind im Kranken­wagen oder Hospital gestorben.

Polizeiinspektor Albertson erklärte, die Zahl der Toten schwanke zwischen 400 und 500. Es waren im ganzen 666 Zulaßkarten zur Exkursion verkauft worden, indessen waren sehr viele kleine Kinoer an Bord, für welche Karten nicht nötig waren. Drei Polizeiboote sind jetzt damit be­schäftigt, die Leichen auf dem Dampfer zu bergen. In­dessen werden wohl Taucher herangezogen werden müssen, da nur ein kleiner Teil des Wracks noch über die Wasser­fläche hinausragt.

Die Bundesbehörden haben eine Untersuchung ein- geleitet.

Nachmittags waren etwa fünfzig Boote auf der Suche nach Leichen; fast durchweg wurden solche kleiner Kinder geborgen. Es' ergab sich, daß manche Leichen unzweifelhaft gesunken sind, die erst nach Tagen an die Oberfläche kommen dürften. Ein Polizist ertrank, nachdem er zwölf Personen gerettet hatte. Die Polizeistationen und Leichenhäuser in der Nachbarschaft der Unglücksstätte sind umlagert von Tausenden, da dort die Toten vorläufig aufgebahrt wer­den. Immer neue Vermißte werden im Zentralpolizei- bureau gemeldet, sodaß die Liste derselben auf 500 ange­l' chwollen ist, abgesehen von den schon identifizierten Leichen.

Eine große Anzahl Verletzter wurde nach Pikers Island zebracht, indessen starben dort 53 unter den Händen der Aerzte. Ein Gang durch den deutschen Distrikt an der unteren Ostseite zeigte mir allenthalben tiefjte Trauer. Fast alle Geschäfte sind dort geschlossen.

Die gegenwärtige Zahl der Opfer in den Hospitälern beträgt 300. Mehrere Ueberlebende versichern, die Schnüre en den Rettungsgürteln seien verfault gewesen.

Polizeiinspektor Brooks erklärt, 80 Leichen befinden sich im der Leichenhalle von Massasoit, 37 in der Alekander Alvenue-Polizeistation, 51 in der Leichenhalle von Fidelity, 40 auf RiLr Island sowie 200 auf North Brothers Is­land. Es werden immer noch Leichen gefunden. Die letzte Schätzung der Umgekommenen beziffert sich auf sechs­hundert.

Aus Stadt und Aaud.

Gießen, den 16. Juni 1904.

* Personalien. Das Ehrenzeichen für Mitglieder freiwilliger Feuerwehren wurde verliehen durch Allerhöchste Entschließung S. K. H. des Großherzogs vom 28. Mai d. I. dem Mitgliede der freiwilligen Feuerwehr zu Alzey, Ludwig Hei merke, und dem Mitgliede der freiwilligen Feuerwehr zu Steinbach i. SD., Philipp Orth.

Polizeibericht. Nachdem in der Nacht vom Sonntag auf Montag Diebe einer außerhalb der Stadt ge­legenen Wirtschaft einen Besuch abstatteten, wurde in der verfloßenen Nacht in dem alleinstehenden Komptoir eines hiesigen Geschäfts eingebrochen. In beiden Fällen fiel den Dieben nur geringe Beute in die Hände. In der Nacht vom 14. auf 15. d. Mts. wurde in der Gaststube einer hiesigen Wirtschaft em Brand zu legen versucht. Verhaftet wurde gestern abend ein Dienstmädchen wegen Dieb st ah ls.

SWK. Darmstadt, 15. Juni. Die Zahl der evange­lischen Theologen des Großherzogtums, die in den letzten Jahren das Schulexamen bestanden haben, reicht nicht ams, um die vakanten Stellen zu besetzen. Das Ober- komsistorium ist deshalb genötigt gewesen, in verschiedenen Fällen Pfarrstellen nichthessischen Theologen zu übertragen. Namentlich treten wie auch schon bei dem großen Mangel an Theologen in den 80er Jahren gern Pfarrer aus der Rheinpfalz und Bayern in den Dienst der hessischen Landes­kirche über. Bei den Besoldungsverhältnisien der bayerischen evangelischen Geistlichen ist das weiter nicht merkwürdig.

Lorsch, 14. Juni. Dem Vernehmen nach hat der in her Mordsache Schneller hier verhaftete Rosenberger jeiine Beteiligung eingestanden und seine Genoßen ge- nonnnt, die sowohl an dein Einbruch, als auch an dem Mord beteiligt waren. Es sind dies Johannes Brückmann und Faikob Berg aus Bürstadt. Es wird eifrig nach ihnen ge- ialhndet.

Homburg v.'d. H., 15. Juni. In der vergangenen Macht wurde in der hiesigen Hof-Apotheke ein Ein­bau ch die bst ah l verübt. Der Kasscnschrank wurde mit Gewalt geöffnet und ihm etwa 800 Mk. entnommen. Von dem Tätern fehlt jede Spur.

Danöel und Derlrehr. Volkswirtschaft

Berliner Börse vom 15. Juni 1904.

(Mitgeteilt von der Bank für Handel und Industrie, Gießen.) Privat-Diskont 3/a Prozent.

Oest. Kredit .

Deutsche Bank

Darmstädter Bank Bochumer Guß . Harpener Bergbau

Tendenz:

Anfangs- u. Schlußkurse.

.201.25

. 219.20 219.00

. 137.40 137.50

190.00

198.90

. 190.20

. 198.90 Ziemlich fest.

Berlin, 15. Juni. Die Blätter melden Zahlungs­schwierigkeiten der großen Berliner Baufirm a M. Z i egra> In einer Gläubigeroersnmmlung wurden die Passiva mit Mark 4 940 000, die Aktiva auf Akk. 5 284 000 angegeben. Aus zahlreichen Bauten, die die Firma gegenwärtig betreibt, ruhte die Arbeit heute größtenteils. DasBerliner Tageblatt" berichtet, daß der Inhaber der Firma der Schwager des Kommerzienrats Sanden ist. An der Insolvenz seien die Preußische Hypothekenaktienbank und die Neue Bodenaktiengesellschaft beteiligt.

Eingesandt.

(Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.)

Gießen, 16. Juni.

Dem Briefträger, der am Sonntag an den Herrn Ve» lasier des gestrigenEingesandt" den ein Geldstück enthaltenden gewöhnlichen Bries bestellt hat, ist worüber der mit den Ver­hältnissen nur einigermaßen vertraute Leser von vornherein wohl nicht im Zweifel gewesen sein wird weder vom Postamt noch von einem Beamten der unsinnige Auftrag erteilt worden, dem Empfänger Vorhaltungen zu machen oder ihm für den Wieder­holungsfall Bestrafung anzudrohen. Damit werben auch die von dein Herrn Einsender gezogenen lehrhaften Schlußfolgerungen hin­fällig^Kaiserliches Postam t 1.

Temperatur der Lahn und der Luft

am 16. Juni 1904.

Nach Reaumur gemessen mittags zwischen 12 und 1 Uhr.

Wasser 17°, Luft 18°.

Albert Rübsamen.

vermischte».

* Berlin, 15. Juni. Wie aus bester Quelle gemeldet wird, ist es heute mittag der Kriminalpolizei gelungen, den Mörder der n e u n j ä hri gen B erlin zuergreifen. DerMörder heißt Berger und wurde durch den Kriminalkommissar Woy- mann verhaftet. In welchem Zusammenhänge der noch in Haft befindliche Lenz mit dem ergriffenen Mörder steht, ist noch nicht festgestellt. Am Mittwoch nachmittag wurden am Hafen zu Plötzensee, von spielenden Knaben der Kovf und die Arme der kleinen Lueie Berlin gefunden. Die Teile sind ansckieinend nicht mit einem besottders scharfen Instrument, auch nicht mit besonderer Geschicklichkeit abgetrennt, sondern mit grober Gewalt ausgebrochen beziehungsweise abgerifien. Ober- und Unterarm eines jeden Armes sind intt Sänur zusammmg b nden Ter eine Arm ist nackt, der andere mit einem roten Tuchärmel bekleidet. Der Gesichtsausdruck des kleinen Köpfchens ist ruhig, nicht schmerz- oder schreckensentstellt, nur die Nase ist etwas eingefallen. Tie Teile waren wahrscheinlich in Zeitungspapier eingepackt, welches ebenfalls aufgefischt wurde.

* Berlin, 15. Juni. Amtlich wird gemeldet: Heute nach­mittag sind, vermutlich durch den Funkenauswurf von einem v o r b e ifa hre n d e n Ringbahnzug, die auf den eisenbahnseitigen Lagerplätzen neben dem Bahnhof Putlitzstraße und dem Güterbahnhofe Moabit lagernden neuen Eisenbahn­schwellen in Brand^gesetzt worden. Durch die schnelle Ent­wicklung des Feuers mußte der Verkehr auf den Ringbahn­gleisen zwischen Gesundbrunnen und Beusselstraße, sowie zwischen dem Lehrter Hauptbahnhof und Spandau vorübergehend ein­gestellt werden. Tie Züge wurden von Spandau über die Stadtbahn geleitet. Tie Reisenden vom Lehrter Bahnhof wurden über die Stadtbahn nach dem Westen und Norden befördert. Per­sonen wurden bei dem Großfeuer nicht verletzt. An Material wurden umfangreiche Schwellenstapel vernichtet.

* Berlin, 15. Juni. Gestern abend vergiftete die Frau des Bierfahrers Grab sich und ihre beiden Kinder. Tie Frau und der ältere Knabe sind tot. Das jüngere Mädchen wurde durch Gegenmittel am Leben erhalten.

* Köln a. Rh., 15. Juni. Ein in Liblar beschäftigter junger Mann wurde gestern abend auf dem Heimwege nach Weilerswist kurz vor letzterem Orte von einem Unbekannten durch einen Revolverschuß niedergestreckt. Der Wegelagerer sprang hinzu, plünderte den tödlich Verletzten vollständig aus und überließ ihn seinem Schicksal. Der Ueberfallene wurde später aufgefunden und nach Köln ins Spital gebracht.

* Aachen, 15. Juni. Ein zum Gordon Bennett- Rennen fahrendes^ Aachener Automobil schlug bei Eschweiler um. Von sechs Insassen sind zwei schwer verletzt. Bei Montjoie stießen zwei Güterzüge zusammen. Ein Zugführer wurde erheblich verletzt. Der Materialschaden ist bedeutend.

Gelsenkirchen, 15. Juni. Zwei Burschen überfielen ohne jede Veranlassung eine Frau Kr a ft und töteten sie durch drei Messerstiche. Tie Mörder entkamen.

* Hannover, 15. Juni. In der Untersuchungssache be­treffend eine nächtliche Schlägerei in Hannover zwischen Berliner Herren und hamwverschen Schutzleuten ist auf Grund eines Haftbefehls des kgl. Amtsgerichts der meistbeteiligte an der Schlägerei der frühere Oberleutnant Freiherr v. Boden- haus en bei seiner Entlassung aus der Klinik durch den Kri­minalpolizei-Inspektor Homrighausen und den Kriminal-Inspektor Meyer in das hiesige Gerichtsgefängnis eingeliefett wor­den. Frhr. v. Bodenhausen wird der schweren Körperverletzung, Widerstand gegen die Staatsgewalt und Beamtenbeleidigung an­geklagt werden.

* Posen, 15. Juni. Behördlich wurde das Vorhandensein schwarzer Vockeu festgestellt. Tie Krankheit wurde von der Gattin eines hiesigen Arztes bei ihrer Rückkehr aus Russisch- Polen eingeschleppt. Umfassende Vorkehrungen wurden getroffen.

* München, 16. Juni. Wie dieReuest. Nachr." mitteilen, find die drei T ou ri st e n, welche in der vergangenen Woche im Ampezzo-Tale von italienischen Grenzwächtern wegen Zeichnens verhaftet wurden, alle drei aus München, nämlich Proviantamtassistent Ziegler, der Geheime Kalkulator im Kriegs­ministerium Gueth und der Ingenieur Mayer. Sie waren auf einer Ferienreise begriffen und führten einen Apparat zum Photographieren bei sich. Sie befinden sich noch in Haft.

* Bern, 15. Juni. Ter Geschäftsführer derSpar- kasse von Prunttut Schmieder ist verschwunden. Das Defizit der Kasse beträgt 40 000 bis 50000 Frs. Die Spar­kasse weigert sich, die Einlagen zurückzuzahlen. In der Be­völkerung herrscht große Erregung.

* Wien, 15.Juni. Aussehen erregt hier der Selbstmord des Dr. Josef K i r ch n e r , eines früher viel beschäftigten Advokaten, der sich gestern nachmittag aus dem Heuberg bei'Dornbach er­schossen hat.

* Glatz, 15. Juni. In Allgersdorf ist die der Witwe Gröger gehörige Besitzung völlig niedergebrannt. Während der Abwesenheit der Witwe kam ein Fremder in das Haus, der die neunjährige Tochter der Witwe auf den Heuboden lockte. Das Kind wurde in den Trümmern verkohlt aufgefunden. Der Fremde wurde als mutmaßlicher Brandstifter verhaftet.

* Eine Fahrt im Automobil wird in derNeuen Zür. Ztg." nicht übel folgendermaßen geschildert: Kaum hat sich das Türchen hinter einem geschlossen, kaum beginnt der Wagen sich in Bewegimg zu setzen, und der Hochmutsteufel sitzt dir im Nacken und bläst dich auf wie ein Ochsenfrosch. Nur durch die Hauptstraßen fährst du, damit jeder dich erblicken kann, das Signalhorn läßt du brüllen, als gälte es Tote zu erwecken . . . schneller, bitte schneller, Herr Chauffeur! . . . und der Motor raft, die Staubwolken fliegen, bald hast du jenes Tempo erreicht, da der Polizist, so er dich erblickt, sich duckt, um mit jenem ominösen Griff nach der Seitentasche und dem Notizbuch deine blauweiße Nummer zu erspähen. Vergiß nie sie, die Nummer vorher etwas mit Oel zu befeuchten! und wäre er mit einem Horoskop bewaffnet, es ttrirrb: ihm die Lösung dieses Nummer­rätsels nie gelingen. Kurve rechts, jetzt links, hinüberge- worfen, zurückgesetzt, wir sind am Ziele, die Tonhalle nimmt uns auf. Am nächsten Tag eine kleine Spritztour nach Baden. Ratata, ratata, Zürich liegt hinter uns, ratata waren wir nicht noch eben in Altstetten? ratata, ratata, das war einmal, augenblicklich liegt Schlieren zwischen uns---

weiter, ratata, weiter Dieiikon grüßen wir souverän, vor­witzige Hühner rasen gegen die Scheunen, schmutzige .Kinder bilden Spalier---ratata, erschreckte Köpfe hier und dorten,

böse Blicke ab und zu .. . (bie sind stereotyp und gehören ins Bild, lächelt unser Führer) ratata, ratata, herrlich, herrlich, Heuduft überall, Leben überall, mitten in der Natur, mitten im Sonnenschein, ratata fo ein klägliches Tram da vorn und auch noch in Gelb . . . hallo, wir holen es . . . ratata, vorwärts, 300 Meter, 200 Meter, es erhöht die Geschwindig- keft wir auch heißa auf in den Kampf 100 Meter schon sehen wir das neidische Gesicht seines Kondukteurs 50 Meter, ratata hurra----da plötzlich Bruch

Pang tschtsch, ra. ta ta ta ta--aus

ganz aus Wenn wir den Kerl zwischen den Fingern gehabt hätten, der die Nägel erfunden hat, wehe ihm, er hätte fein neues Dutzend mehr geliefert. In Wetter Ferne zog das Tram dahin, Dutzende von Sportskollegen benzinten an uns vorüber, scheinbar fteundlich grüßend, im Innern rohlockend über unsere Liebenswürdigkeit, vor ihnen den Nagel auszuklauben". Wir kehrten ihnen stumm den Rücken und ar- beiteten, was das Zeug hielt; nach einer Stunde Verspätung kamen wir in Baden an, just als der letzte Forellenschwanz ab- 'erinert wurde.---

* Der belebte st e See der Erde ist derVierwald- tätter (See. Im Jahre 1903 beförderten die zwanzig großen Dampfer laut den statistischen Aufzeichnungen nicht weniger als 1529 000 Personen. Ter Verkehr hat also dort einen unge­ahnten Aufschwung genommen, seit . der erste Raddampfer am 20. September 1837 den See befuhr.

Gießener landwirtschaftlicher Wetterdienst.

Voraussichtliche Witterung in Hessen für Freitag, den 17. Juni 1904: Zeitweise heiter, etwas wärmer, im allgemeinen trocken, höchstens rm Norden stellenweise sehr geringer Regen.

Näheres durch die Gießener Wetterkarte.

Neueste Meldnngen.

Originaldrahtmeldungen des Gießener Anzeigers.

Berlin, 16. Juni. Zu dem großen Feuer in bet Puttlitzstraße toirb noch gemeldet: 6 Stunden dauerte der Kanrpf der Feuerwehr mit dem entfesselten Element. 18 Löschzüge waren zur Stelle, die aus 40 Schlauchleit­ungen den Brand bekämpften. 10 Dampfspritzen waren stundenlang in Tätigkett. Verschiedene Feuerwehrleute trugen Verletzungen davon, andere wurden durch die enorme Rauch en twickelung betäubt. Der Verkehr auf dem Ring- bahngeleife zwischen Gesundbrunnen und Beusselsttaße^ sowie Lehrter Bahnhof und Spandau war stundenlang unterbrochen. Die Abschätzung des Schadens ist vorläufig nicht möglich, doch dürfte sich eine sehr hohe Ziffer er­geben. Als Ursache des Schadenfeuers gilt llebertriagung von Lokomotivenfunken in das durch die Hitze ausgv- trocknete Lager.

Homburg v. d. H^, 16. Juni. Der kaisarbiche Sonderzug ift pünttlich um 8 Uhr früh hier eiuge- troffen. Zürn Empfang war der Oberbürgermeister und Landratsamtsverweser Dr. Ritter v. Marx anwesend. Nach kurzer Begrüßung fuhren der Kaiser und die Kaiserin durch die überaus reich geschmückte Luisenftraße, von enter großen Menge lebhaft begrüßt, zum königlichen Schlöffe, woselbst das Frühstück eingenommen wird. Nach denn Frühstück begeben sich die Majestäten zur Saalburg. Zu dem Gefolge des Kaisers ist außer den Bereits bekannten Personen noch der Generaladjutant v. Scholl Hinzuge»' kommen. Prinz Friedrich Leopold trifft erst mit Bern fahr». planmäßigen Zuge um 10 Uhr hier ein.

Kaiserslautern, 16. Juni. DiePfälz. Presse^ meldet: Ein Großfeuer äscherte die Baumwollspinnerei in Speyer teilweise ein und richtete großen Schaden, namentlich an den Maschinen, an. 300 Arbeiter sind brotlo s.

Söul, 16. Juni. In der Nähe einer kleinen Jnfek drei Stunden von Shmwnoseki wurden gestern morgen 5 Uhr Schüsse gegen das amerikanische Handelsschiff Ohio" abgegeben, an dessen Bord sich der japanische Ge­sandte Hayaschi befand. Der Kapitän des Wladiwostok- Geschwaders, welches diese Insel passierte, scheint von der Anwesenheit des Gesandten gewußt zu haben.

Tokio, 16. Juni. Wie gestern hier eingelaufene Mel­dungen besagen, hat seit Samstag eine heftige Schlacht bei Funtschon stattgeftlnden. Die Russen haben tausend Mann verloren. Ihre sämtlichen Feldgeschütze wurden von den Japanern genommen. Die russischen Streitkräfte, 7000 Mann stark, haben darauf am Sonntag den Rückzug nach Norden angetreten. (Die Meldung ist nicht vertrauenswürdig.)

Tokio, 16. Juni. Ein große Schlacht am Motienpaß steht unmittelbar bevor. Die russischen Strett- kräfte werden geschätzt auf 14 000 Mann am Motienpaß, auf 30 000 bei Liaoyang und 13 000 zwischen Telissu und Kauschialing.

Tokio, 16. Juni. Drei russische Kriegsschiffe, die in der Straße von Tsuschima kämpften, vielleicht dem Wladi- wostock-Geschwader angehörend, wurden vom Admiral Kamimura aufgebracht.

Telephonischer Kursbericht

Frankfurt a. 58., 16. Juni.

372% Reicheanloihe . . 101.95 3% do. ... 90.15 3»/,% Koneols .... 102.00 3% do 90.25 31/o% Hessen .... 99.80 3l[t% Oberhessen . . .. 4% Oesterr. Goldrente . . 101.25 476% Oestorr. Silberrente 100.00 4% Ungar. Goldrente . . 99.65 4<>/g Italien. Rente , . . 102.40 4V2% Portugieser , . . 60.85

8°/ Portugiesen 60.25 1% C. Türken ..... Türkenlose 128.00 4% Griech. Monopol.-AnL 47.55 41/,% äussere Argentiner.

3% Mexikaner .... 26.30 4%% Chinesen .... 87.80 Electric. Sohuckert . . . 103.90 Nordd. Lloyd . . . . 100 00

Kreditaktien .... 201.20 Diskonto-Kommandit. . . 186.60 Darmstädter Bank . . 137.50

Dresdener Bank .... 150.10 Berliner Handelsgea. . . 151.75 Oesterr. Staatsbahn . . . 136.00 Lombarden .... 16.60 Gotthardbahn 192.20 Laurahütte 242.70 Bochum 189.60 Harpener . . ... 139J0

Tendenz: still.