Ausgabe 
16.2.1904 Zweites Blatt
 
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Dienstag 16, Aedrnar 1904

Nr. 39

Zweites Blatt

General-Anzeiger, Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Stehen

Jie heutige Kummer umfaßt 10 Seiten.

154* Jahrgang

Rotationsdruck und Verlag der Brühl'scheu

Universitätsdruckerei. R. Lange, Gießen

Redaktion, Expedition u.Druckerei: Schulstr.7.

Tel. Nr. 5L Telegr.-Adr.: Anzeiger Gieß«.

olgte.

Allgemein erklärten die Ober Hessen: so müssen unsere Lagerhäuser werden, dies Lagerhaus wird unseren An- sprächen vorläufig genügen. Tas Getreidelagerhaus üt Buchen hat vollkommenere Maschinen wie Schefflenz, dessen Einrichtungen schon heute veraltet erscheinen. Der Land­wirtschaftsbetrieb ist in Oberhessen zweifellos ein inten- iverer, die Milchproduktion weit bedeutender. Durch eia Getreidelagerhaus rn der Wetterau würden wett größere Massen von Getreide gehen und die Kosten für den Doppel­zentner weit geringer sein als bei diesem GetreidelagerhanS in Baden, dem infolge der wett geringeren Ergiebigkeit des Bodens verhältnismäßig geringere Getreidemengen zu- geführt werden können. In Buchen waren praktischerweise die Maschinen an den einen Giebel sich anlehnend angebracht. Die immer noch einige 40 Meter lange Halle kann unge­hindert oben und unten als Schüttboden benutzt werden. Man kann das Getteide durch den ganzen Bau führen von der Einschüttsdelle in den First des Hauses auf die Putz­maschine, von dieser auf den oberen Boden, von diesem durch den Raum desselben in den unteren Boden, durch diesen wieder dahin, wo es hergekommen war, in den Trichter und nun wieder auf die Putzmaschine. So könnten, wenn es notwendig erschiene, große Massen von Getreide durch die Maschine tagelang ruhelos in den Räumen des Gebäudes bewegt werden, eine Maßnahme, die sich bei feuch- tem Erntewetter als notwendig erweisen könnte, wenn nicht besondere Trockenapparate vorhanden sind. Sogenannt« Silos, Getreidetürme, in deren zylindrischen Räumen daS Getteide ausgestapett wird, kennen die badischen Getteide- lagerhäuser, die alle zu den kleinen ihrer Art gehören, nicht. Aufstapeln wollen auch wir das Getreide in den Lagerhäusern nicht. Es soll in ihnen ver­edelt und im gemeinsamen Verkauf den Kon­sumenten zugeführt werden. Wir wollen die hohen Spesen, die wir heute dem Getreide­händler ersetzen müssen, abschaffen und durch Maschinenkrast und durch gemeinsamen Verkauf billiger und besser unserGetreide an den Markt bringen. Spekulationen sollen im GetreidelagerhauZ nicht getrieben werden.

Run hatten wir in Schefflenz das kleinste und unboll* kominenste Getreidelagerhaus gesehen, in Buchen ein mehr als doppelt so großes mit stärkeren und vollkom­meneren Maschinen, und nun wollen wir noch ein ganz großes sehen, das Kornhaus in Väannheim, welches nicht allein Geleiseanschluß an der einen Sette hat, sondern mit seiner anderen Sette am Hafen liegt und Schiffe entlasten und belasten kann.

Unser Weg führte uns über Heidelberg zurück. Hier wollten wir die zweite Nacht auf badischem Boden ver­bringen. Im Perkeo in Heidelberg fand die Gesellschaft am Abend gedeckte Tische, und als die ersten Morgenstunden k>es dritten Reisetages mit Riesenschrttten anrückten und die Hähne in der Nähe Heidelbergs immer nachhaltiger krähten, da meinte einer aus der Reisegesellschaft, nun sei es aber Zett, wenn wir noch ein paar Stunden schlafen wollten.Ach was schlosen", erwiderte ein seßhafter Ober- hesse,schlofe könne mer daham." Wir haben aber doch noch ein paar Stunden geschlafen und noch brannten viele Lichter in der Stadt, da brachen die schon wieder auf, welche

dern 20, uni) wieder erhielt ich die Antwort, es dürfen noch mehr kommen: wtt behalten sie alle. Und als ich zum brüten und vierten Male schrieb, es kommen 35, es kommen 40, da tönte es wieder zurück, nur her damit, wir bringen ie alle unter! Und wie wurden sie untergebracht. Alle hatten sich vor der Reise vor den katten Betten in der Fremde gefürchtet, und nun konnten sie sich mit Behagen in die wohldurchwärmten Betten legen, die die Oberscheff- lenzer Frauen vorsorglich den ganzen Tag über an den großen, heißen Kachelofen ausgebreitet hatten. Am ander« Morgen sah mau nur vergnügte Gesichter und einer wußte von seinem molligen Quartier noch mehr zu rühmen als der andere, und nur einige Unzufriedene gab es in Oberscheff­lenz selbst, das waren die, denen kein Oöerhesse zugeteitt war, die ihre Betten für die Gäste umsonst gewärmt hatten.

Am andern Morgen sahen wir das Getreidelagerhaus zum zweiten Male. Vom Verbände der Hess, landw. Ge­nossenschaften war ein Bücherrevisor den Ausflüglern bei- geordnet. Bercttwilligst hatte der Vorstand des betreibe* lager Hauses die Bücher diesem zur, Verfügung gestellt. Aus dem Ergebnis dieser Einsicht in die Bücher teile ich einige Zahlen mit. Die Bücher wurden außerdem in vorzüglicher Ordnung gesunden und machten dem tüchtigen Rechner alle Ehre. Das GetteidelagerhauS in Schefflenz ist 12 Meter breit und 25 «; lang. Das Haus hat gekostet Holz- bau 11000 fr. vve Maschinen mit 4pferd. Benzinmotor 9170 Mk., zusamt rund 20 500 Mk. An Kosten waren entstanden 1901: 1226,32 Mk., 1902: 2176 Mk., 1903: 2679 Mark (persönliche und sachliche und Zinsen nebst Benzin für die Krafterzeugung). Bei der Gründung waren 140 Mit­glieder vorhanden (1900). Ende 1903 aber über 300 Mit­glieder. Die Mitgliederliste ist geschlossen. Ehe weitere ouf- genommen werden könnten, müsse erst gebaur werden resp. oas Lagerhaus vergrößert werden. An Getreide können gelagert werden 5000 Ztg. und die nötigen Dünge- und öUtteraxttteL ES haben erhebliche Abschreibungen slattge- ,nnden; oas ^ageryaus stchr noch nut 12U0J All. zu Buche. Noch am Vormittag verabschiedeten wtt uns von den Oberschesflenzern mit herzlichen Tankesworten und setzten die Reise fort in der Richtung nach Würzburg, benutzten aber von der Statttn Seabach ab eine Nebenbahn, die uns zu dem Städtcyen Buchen brachte, an dessen Station ein erst vor drei sJ)tonaten eröffnetes Getteidelagerhaus, immer wieder mit Geleiseanschluß, liegt. Dasselbe ist ein Holz­bau. wieder 12 Nieter breit, aber 45 Meter lang. Der Benzinmotor hat 10 Pfevdettäfte, der ganze Bau mtt allen Maschinen und Vorrichtungen, Wegearuagen, Wasserleitung kostete rund 45000 Ml.; es können 10000 Ztt. Getteide gelagert ineroen und die erforderlichen Futter- und Dünge­mittel. Umgesekt wurden bis znm 3L Dezember rund 17 000. Zentner Getreide, da die Eröffnung erst im Spätherbst er-

Snmstag, den 13. d. M., vormittags 9 Uhr, sand unter A»rn Vorsitz von Provinzialdttettor Dr. Breidett eure Deutliche Sitzung be» Pr°vmMl°usschM°s ftatt Der erste Punkt der Tagesordnung bettaf die Besch w e r d e der Geschwister Agathe und Minna Körner zu toieften aesen einen Beschluß der Stabttter- orbnetentieifammtung. Dieser Verhandlung liegt folgender Sachverhalt zu Grun^. Die Geschwister Agathe und Minna Körner zu Gießen haben anfangs des Lahres 1903 ein Gesuch um Erlaubnis zur Erbauung eines -Wohn- bauses auf ihrem nördlich an das Samuel Roienbaumsche Anwesen angrenzenden, an der Westanlage in Gießen ge- leaeneu Bauplatz bei der Großh. BÜrgcnnersterm Gießen einaet-eicht Die Bauerlaubnls wurde durch Verfügung der ßsS Büraermeisterei vom 25. April 1903 versagt, ।pater ttdoch 'ert^lt Gleichzettlg mit dem vorerwähnten Baugesuch war »Mi den ÄeschwWrn Körner um die Erlaubnrs zur Ueberwölbuna des Schorgrabens vor dem fraglichen oau» vlan'naGwüucht worden. Letzteres Gesuch wurde von der « am 29. Juli 1903, mit der Begründung

ahaeletm? daß die geplante Durchführung der Muhlga^

Äe Ueberwölbung des Schorgrabens wesentlich er- mürbe Dieser Auffassung ist die Stadtverordneten- ver^amrnlunq durch Beschluß vom 30. Juli 1903 beigetreten.

S)ie;cr B Anträge, der Kreisousscynß

WrnerttnetÄchlÜß vom 30. Juli 1903 auf- beit OtUd Überbrückung des Schorgrabens längs heben und ihn Westanlage gestatten, die Stadt auch iftSS ^schwerde verurteilen. Zur Begründung in die Kosten de ]up ^uge der Sache ganz ausge- f das Bmtterrain der Geschwister Korner

schlossen sm, d tz ^nenzua betroffen, dadurch berührt von dem neU'-n ^ Anlage der neuen Durchgangs- ober ^M"gendwie in Mitleidenschaft ziehen straße dav Wa -2 Körner liege eine An-

Von be» EN-hmcnden StrasenMg. ft-r Ächen n^ch leine BauflÄlrnie vorhanden se>, «eg, es

K-stchtigung von Ketreideragerhäuser» im vadlschin Unterland.

Schluß.

Am Abend war in dem geräumigen Saal eine größere Versammlung vereinigt. Die Oberhessen machten bunte ReilE mit den Blwensern und in i/tefce und Gegenrede erklärten uns die Badenser die Vorzüge und Mangel der Getreldetageryauser. Auch verttanlich von Mund zu Mund unterhielten sich die Einheimischen mit den Fremden, und diese Aussprache hat wohl besonders dazu beigettagen, daß die meisten, welche das GetteidelagerHauswesen mit großem Mißtrauen ansahen, mit ganz anderen Gesinnungen in ihre hessische Heimat zurückkehrten.

Es war jp:t geworden. Die Oberschefslenzer hatten es sich nicht nehmen ta,sen wollen, uns zu beherbergen. Ich hatte schon Wochssn vorher gesclZriebcu, es kommen lo Ober- hefkn, können die dorr untergebracht werden? Dann hatte ich wieder getrieben, es kommen nicht 15 Qberhessen, son-

bestehe also kein Anlaß, den Beschwerdeführerinnen das i zu verweigern, was allen übrigen Anliegern an der Bau- i flucht der Westanlage berettwilligst gestattet wurde. Der i Kreis ausschuß, welcher sich in seiner Sitzung vom 19. Sept. 1903 mit dieser Angelegenheit befaßte, erkannte zu Recht, daß der Beschluß der Stadtverordnetenversammlung zu Gießen vom 30. Juli 1903 aufzuheben und den Geschwistern Agathe und Minna Körner zu Gießen die Erlaubnis zur Ueberwölbung des Schorgrabens vor ihrem Bauplatz an der Westanlage zu Gießen unter den in ähnlichen Fallen von der Stadt gestellten Bedingungen zu erteilen sei.

Gegen dieses Urteil verfolgte die Stadt Gießen unterm 29. September 1903 Rekurs an den Provinzial-Ansschuß mit dem Anträge, unter Aufhebung der angefochtenen Ent­scheidung des Kreisausschusses vom 19. September 1903 die Beschwerde der Geschwister Körner gegen den Beschluß der Stadtverordnetenversammlung der Stadt Gießen vom 30. Juli 1903 abzuweisen, da der Kreisausschuß zur Entscheid­ung in dieser Sache nicht zuständig gewesen sei. Die angefochtene Entscheidung gehe irrtümlicherweise davon aus, daß die Städteordnung ein Recht zur Anfechtung eines Beschlusses bei Stadtverordnetenversammlung jedem ae- währe, dessen rechtliches Interesse durch einen solchen Be- chluß verletzt wird. In der heutigen Verhandlung des Provinzialausschusses begründeten die Vertreter der Par­teien die von chnen gesellten Anträge, worauf der Pro­vinzialausschuß nach geheimer Beratung beschloß, die Ent­scheidung auszusetzen und in einer der nächsten Sitzungen zu verkünden.

Auf Anttag des Vertteters des Gesuchstellers wird die Verhandlung über dasGesuch des Hch Sack II. zu Heuchelheim um Erlaubnis zum Betrieb einer Gastwirtschaft" bis zur nächsten Sitzung ver­tagt. Es wird daher zum dritten Punkt bei Tagesordnung, Gesuch des Jakob Muth zu Gießen um Erlaubnis zum Betrieb einer Gastwirt­schaft betreffend, üb er gegangen. Jakob Muth hat um die Erteilung der Erlaubnis zum Betrieb einer Gastwirt­schaft mit Familienpension im Hause Frankfurter­straße 36 nachgesucht. Die Stadtverordneten - Ver- ammlung zu Gießen hat laut Beschluß vom 24. September 1903 die Bedürfnisfrage zu vorliegendem Gesuche verneint mit der Begründung, daß in der frag­lichen Gegend schon reichlich Wirtschaften vorhanden seien. Im selben Sinne hat fub das Großh. Polizeiamt Gießen geäußert. Der Kreisausscknß erachtete ebenfalls ein Be­dürfnis zur Errichtung einer wetteren Wirtschaft in der ge­nannten Gegend nickst für vorhanden, und wies deshalb in seiner Sitzung vom 31. Oktober 1903 das Gesuch zurück. Gegen diesen Beschluß verfolgte der Vertreter des Gesuch­stellers Rekurs an den Provinzialausschuß mtt dem An­rage, unter Aufhebung der Entscheidung des Kreisaus­schusses des Kreises Gießen vom 31. Oktober 1903 dem Gesuchsteller die Konzession zn erteilen. In der heutigen Verhandlung vor dem Provinzialausschuß sprachen sich die vernommenen Zeugen sämtlich für (Ärichtung einer besse­ren Gastwtttsckaft in der Frankfurtersttaße aus, auch ver­suchte der Vertreter des Gesuchstellers in längerer Aus­führung ein solck-es Bedürfnis nachzuweLsen. Ter Pro- vinzialausschuß hielt auf Grund der Beweisaufnahme den Nachweis eines vorhandenen Bedürfnisses zur Errichtung einer Familienpension für die Angehörigen der die Klinik besuchenden Patienten in Verbindung mit einer be seren Gastwirtschaft in dem Hause Frankfurter- sttaße 36 für erbracht und erkannte deshalb zu Recht, daß das Urteil des Kreisausschusses auszu­heben, und dem Gesuchsteller die nachgesuchte Kon­zession unter der Bedingung zu erteilen sei, daß er kein Musikwerk in seinem Lokale aufstellen dürfe.

Ten Schluß der Verhandlung bildete das Gesuch des Karl Pimper zu Kirtorf um Erlaubnis zum Betrieb einer Schankwirtschast. Pimper hat unterm 5. Juli 1903 vor der Großh. Bürgermeisterei Kirtor um diesbezügl. Erlaubnis nack)gesucht. Ter Gemeinderat bejahte in seiner Sitzung vom 13. Juli 1903 die Bedürfnis­frage, der Kreisausschuß des Kreises Alsfeld schloß sich dem Beschluß des Gemeinderats an und erteilte dem Gesuchsteller die nachgesuchte Konzession. Ter Vorsitzende des KreisaussckMsses verfolgte gegen dieses Erkenntnis tm öffentlichen Interesse Rekurs an den Provinzialausschuß, welcher in seiner heutigen Sitzung diesem stattgab, das Urteil des Kr e i s a u s schu s s e s auf hob, den Ge- suck'steller in die Kosten des Verfahrens und zur Zahlung einer Verhandlungsgebühr von 5 Mark an die Provinzial- fafie verurteilte. Obwohl sich Bürgermeister Wolf von Kirtorf für die Errichtung einer wetteren Wirtschaft aus­sprach, auch der Vertreter des Gesuchstellers ein Bedürfnis nachzuweisen versuchte, konnte der Provinzialausschuß nicht zu der Ueberzeugung gelangen, daß ein solches mit Rück­sicht. auf die bereits bestehenden acht Wirtschaften bei einer Einwohnerzahl von 851 Seelen vorhanden sei. Er erachtet vielmehr diese acht Wirtschaften für zu Viel. Hieran wurde die Sitzung geschlossen.

Volitische Tagesschau.

Die Generalversammlung der Bundes der Landwirte (VflL den ArtikelTie Bauernwoche" im heutigen Morgen­blatte) hat gestern folgende Resolution angenom­men:

Tie 11. Generalversammlung des Bundes der Land­wirte erklärt, daß der Bund, entsprechend den Beschlüssen der 3. Generalversammlung vom 18. Februar 1896, nach wie Vor auf dem Standpunkt der Notwendigkett eines aus­reichenden Schutzes aller Produktttstände auf dem inländi­schen Markte steht. Auch die Zukunft der deutschen Jn- ousttie liegt nach unserer Meinung nicht in einem ge- sährdeten, durch schwere Opfer anderer Erwerbstände zu erkaufenden Export, sondern in erster Linie in der Stärk­ung des Jnlandsrnarktes, auf dem sie schon jetzt Vier Fünftel ihrer Produktion absetzt.

Nur durch eine Neuregelung unserer wirtschaftlichen Beziehungen zum Auslande unter Beseitigung der reinen Meistbegünstigungsverträge kann eine dauernde Gesundung unserer wtttschastlick)en und darntt unserer sozialen Verhättnisse herbeigeführt werden. Tie Fortdauer der jetzt gellenden Handelsverträge, deren unheilvolle Wirkung auf die deutsche Landwirtschaft all­gemein zugestanden wird, legt der deutschen Landwirtschaft fortgesetzt die schwersten Verluste auf; wtt halten deshalb ihre unverzügliche Kündigung für unbedingt notwen­dig. Ein weiteres Tlndauem der gegenwärtigen Verhältnisse hallen wir für unheilvoller für das deutsche Vaterland als einen etwaigen kurzen vertragslosen Zu st and, dem das Ausland bei seinem überwiegenden Interesse am deutschen Markte durch Entgegenkommen ein baldiges Ende bereiten würde."

Auch der Anttag des Grafen zu Reventlow-Wulfshagen zur Börsenreform wurde angenommen:Wir hallen eine Börsenreform für unannehmbar, wenn dieselbe nicht enthüll: a) Beibehaltung des Börsenregisters, b) Be­strafung des Abschlusses nicht zugelassener Börsengeschäfte für alle Betettigten, c) Teklarationszwany dahin, daß jeder SckMßschein registriert wttd, d) Verschärfung der staatlichen Beaufsichtigung, e) keine Herabsetzung der Stem­pelsteuer.

liebet die Fortschritte des Feldzuges in Südwest-Afrika der, nach den bisherigen Meldungen zu urteilen, in diesen Tagen mit voller Kraft beginnen muß, berichtet ein Kabel­telegramm aus Okahandja: _ ,,

Die Kompagnie Fischei ist mit zwei Geschützen und einem Maschinengewehr in Windhoek eingetroffen und alsbald auf Gobabis zum Anschluß an die Detachements ber Oberleutnants v. Winkler und Eggers abmarschttrt. In Okahandja sind vier Diaschinenkanonen von der Ab- teilunfl des Oberleutnants Mansholt mtt Ochsen bespannt worden. Ter Fuhrpark ist sertiggestellt. Das Gros unter Major v. Glasenapp ist jeden Moment zum Vormarsch ^^Nach einer Depesche des Oberleutnants Ziegler aus Okahandia sttrd die Farmen der Tamaraland-Jarmgesell- schast in Oka lang o bis auf ein massives Wohnhaus und fernerGamsberg" ganz ze rstörü Tas Vceh und die Ernte sind geraubt Frauen und Kinder reifen nach Deutschland. Die Tabakernte eines Jahres und tausende Stück Vieh sind verloren._________

Uvivjial-Ausschub der Dovmz Hberhessen.

Gießen, 15. Febr.

Erscheint täglich mit Ausnahme deS Sonntags. AZfr A AA xA X Afr

DieGietzener Zamiüenblätter" werden dem Sa ßlr E9g| Q M »| m

Anzeiger viermal wöchentlich beigelegt Der W? to te SpA KL, @ S jL S ELWJS

»hesßsche Landwirt" erscheint monackich cinmat eJK v