Ausgabe 
15.8.1904 Zweites Blatt
 
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Nr. 190

Zweites Blatt

154. Jahrgang

Rotationsdruck und Verlag der Brühl'scheu Unwersitätsdruckerei. R. Lange, Gieße«.

Redaktion, Expedition ».Druckerei: Schickste.?.

Tel. Nr. 5L Telegr^-Adr. r An-eig« Greß«.

Erscheint tüglich mit Ausnahme des Sonntags.

Dietiiefiencr Kamlttenblatter- werden dem »Anzeiger viermal wöchentlich beigelegt. Der ^htsstkche Landwirt" erscheint monatlich einmal.

v H» » Montag 15. Anguft 1804

Gießener Anzeiger

Eeneral-Anzeiger, Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Giehen.

Dolitische Wochenschau.

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ch. Mgeordnetenhaus ent* von 18öl bis 1884 und von

iat er

steher-Stellvertreter Michelet und Stadtv. W. Gericke namens

Aer achtzigjS-riße K-Vrecht.

11 fl1

v. Seitens Provin- zral-Wahlkomitees der nattonalliberalen Partei der Provinz

Politische Tagesschau

Der russische Thronerbe.

efte in Petersburg audgcgn'beite Bulletin be­finden der Steifem t[t gut; die Temperatur ist, 36,9, der Puls 78. Das Befinden dos Neugeborenen

Hobrecht ist am 14. August 1824 zu Kobierczin in West­preußen geboren. Nachdem er die Schulbildung in Königs­berg erhalten, absolvierte er seine juristischen Studien in Königsberg, Leipzig und Halle, und trat 1844 in den Staatsdienst. 1846 ging er zur Verwaltung über. Während des Notstandes int Winter 184748 wurde er mit der Ver­waltung des Landvcttsamtes Rybnik (Oberschlesien) und dann bis Ende 1849 mit der des Landratsamtes Grottkau betraut. Nachdem er das folgende Jahrzehnt als Regier­ungsassessor tätig gewesen war, wurde er 1860 als Hilfs­arbeiter in das Ministerium Les Innern berufen. Er zeigte schon hier jene Unabhängigkeit der Gesinnung, die ihn in erster Linie stets ausgezeichnet hat. Auch fand er Gelegenheit, sich die parlamentarischen Sporen zu ver­dienen. Der junge Regiermtgskonrmissar wurde freilich im preuß. Landtage von der an Parlamentarische Einricht­ungen nur schwer sich gewöhnenden Rechten nicht so be­handelt, wie es dem neuen System und seiner Stellung ent­sprochen hätte, aber übertzeugungstreu und formgewandt

worden.

DieDeutsch- in einem Teil der Gerüchten en tgeg r n, 9tildtritteflcbanEru i

Ministers beließ, sondern ihn mit demWirklichen Heimen Rat" ab fand. Seither hat Hobrecht kern Amt mehr gesucht, keines bekleidet. Er widmete seine frühere Muße der Literatur, gemeinnützigen Bestrebungen und der Volks­vertretung. Ohne über die hinreißende Be-cvdsamkeit des Bvlkstribuuen zu verfügen, hat sich der Parlamentarier Hobrecht doch die Achtung aller Parteien erworben durch mannnhasten Charakter, vornehme Okfinnung, musterhafte Klarheit. Er gehört zu jenen dTationalliberalen, die daS Gefiihl für die Gemeininteressen dos GesamtliberaliSmns sich selbst bewahrt und bei arideren wach erhalten haben.

Dem Jahrgang 1824 hat die national! ibera 1 e Partei außerordentlich viel zu verdanken. Er hat ihr Vier der hervorragendsten Führer geschickt. Fr. Hammacher, G. Planck, R. v. Bennigsen und last not least Arthur Hobrecht. R. v Bmnigsen wurde aus dieser Reihe gerisseti vor seinem 80. Gt'burtstage. Ein glückliches 65eschick hat den anderen drei längeres Leb'n geschenkt. Gestern vollendete der Das neue' Jüngste unter il/ncn, Hobrecht, tu seltener Geistes frische sagt - Das Bef sein 6a Lebensjahr. list 36L, der P

Die Bildung einer deut s ch e n M i t t e 1 st a n d s» 'artet ist gestern hier in einer vertraulichen Kvnserenz von Vertretern der in Deutschland bestehenden Handwerker organisationen und Mittelstandsverbin-nngen beschlossen

Ostasr. Ztg." tritt den vor einiger Zeit deutschen 'freffe verbreitet gewesenen daß c^wuvermur Graf Götzen sich not

Deutsches Reich.

Berlin, 14. Aug. Man meldet aus WilhelmS- höhe: Der Kaiser hörte gestern den Vortrag des Ver­treters des Auswärtigen Amts v. Tscknnchkv und Bögen- dorff. Heute vormittag loohnten der Kaiser und die Sxri- etin, sowie die kaiserliche Familie dem Gottesdienst in! der Schloßkapelle bei. Spater nahm der Kaiser die Meld­ung der russischen Offiziere, des Oberstleut- nants Tigrcrnow imd des Hauptmanns Skoznew, welch»' zur Erlernung der deutschen Sprache nach Kassel kommandiert sind, entgegen.

König Eduard v o n England hat anläßlich des Besuchs der deutschen Flotte in England eine stattliche Anzahl von Orden an höhere deutsckte Mmine-Offkzier^ verliehen.

eignis. Immer neue Scharen kamen hinzu; Vas diploma­tische Korps mit seinen Damen, soweit diese in Petersburg verweilen, der Petersburger Oberbürgermeister Lejanow usw. Den Festgottesdienst zelebrierte Metropolit Antonio persönlich Die Kirche war von Andächtigen überfüllt, bis in die entferntesten Säulengange stand die Menge ganz dicht zuscunmengedrückt. Petersburg blieb drei Tage, also bes und räuberischer Erpressung, Unterschlagung und Dieb- JUuminationen statt.

bet 23ebingimgcnzu vertrauen" klingt jedenfalls recht unbestimmt. Daß die Engländer entschlossen sind, in Tibet den .chrüischen Nmn« geachtet zu machen", läßt darauf schließen, daß sie nach-, w _____________,___

r «.r ? Einfluß zu heben bestrebt sitrd, rncht mit MN zwar von Oberbürgermeister Kirschner, Bürgermeister Dr.

derSelbstachtung" willen, wie der Staatssekretär sich ausdrückte, I Reicke namens des Magistrats und Stadtverortznetenvor- Änterefleu wkgrll, wie tu Dersi-u, wo Michelei uni, Si ' ---- "

A^ae^^-bStt bcstmE Ziele UN der ©tabtoerorbneteTtoerfammhmg.

-1 ÄÄ rl01 J a? rr < ^al-Wablkamitee« bn- nHnnnrTfF^ einigen Tagen in'Paris gefimtoi ist. Exzellenz Hobrecht durch den Vorsitzende^

mann und sympathischer Mensch dahingegangen. Lange Zeit galt -oaurat Wallbrecht und den Generalsekretär Flathmann eine et jenseits der Vogesen als derkommende Mann", per zu Adresse überreicht.

geeigneter Zeit hervortreten werde, um seiner harrende Auf- Hobrecht steht unter: seinen Freunden der entschiede- ^aben einer restlosen Lösung entgegenzuführen. Seinen Fähig- neren Linken vielleicht am nächsten. In ihm ist jener Geist, sääää? ä*ä; « htt?!-. O Ms

Republik wieder standfest zu machen. Ist auch der Titel Retter eines selbständigen Bürgertums von Grund aus des Vaterlandes", den ihm bewundernde Anhänger aufnötigten, Snn?n gelernt, und er war von jeher eine geschlossene wohl etwas übertrieben, so hat sich der Verstorbene doch sicherlich' Persönlichkeit, die den Mut ihrer Meinung gegen jeder- anch durch die Schaffung des Vereinsgesetzes, .begründeten Anspruch mann hatte, auch gegen den mächtigsten Staatsmann seiner «mf die Dankbarkeit seines Landes erworben. Zeit. In der Verwaltung von rastloser Energie und von

e? Nuß 1 and und Japan wird eigenen Ideen, mit weitem Blick über die Bedürfnisse des ^dauern. Der letzte Vorstoß .der Augenblicks hinaus in die Zukunft schauend und der Ent- nt53n We E W-LunT. Mekn°Le N-Ll-n dt

über diese Vorgänge auf der See eingegangen sind, sind noch I unvergängliche Verdrenste ^lvvrben. Mr

zu unzureichend, als daß man den weiteren Fortgang mit einiger Jahre, wo er an.wten Hause die Geschäfte führte, Sicherheit feststeNen könnte. ' f-aNen Me wichtigsten Reformen rm Berliner Gemeindewesen,

In der Mandschurei gehen die Operationen planmäßigIbie Uebernahme der Straßen und Brücken, der Uebergang weiter. Im Osten und Nordosten scheint der japanische General zur Kanalisation, der Ausbau der Schulen und Kranken- Knroki seinen strategischen Aufmarsch, unbekümmert um das un- anftaltcn, heilsame Fortschritte auf den mannigfachsten Ge- S japanischen Südarmee, fortzusetzen Trotz bieten. UeberaN spürte man in dem feinsinnigen und doch

k ^rederlage der Russen bei dem dritten Sturmversuche auf1 - ** -" . . lt ... , - - - --1

ten _ Motienlingpaß hat sich Kuroki nicht zu einem entscheidenden Schlage gegen Liaujang verführen lassen. Seine Armee bat sich 071 Ziel herangeschoben, als dies vorläufig von M .hunen, ohne^ ernsten Widerstand gestattet wurde, uno dabei greift der lapanische rechte Flügel immer weiter nach Nordosten bat heute vielleicht bereits den nördlich des Flusses .Vunyo, an dem Mu8>en liegt, hinstreichenden Gebirgszug besetzt, cnü-k00 bort auch den Reserven in Mukden den Weg nach dem Norden verkeilen zu können. Ist das in der Tat Kurokis Msicht, und dies ist sehr wohl möglich, so toerden wir 7wch langer auf einen Entscheidungsangriff auf Liaujang warten mupen, nämlich so lange, bis der Riegel hinter Mukden aus­reichend stark geworden ist. Hält es aber .Äroki mcÄ für not­wendig, auch die in Mukden stehenden Truppen, die den Kern für eine neue russische Armee tri Iben könnten, mit in die all- Bernichttmg der russischen Feldarmee hineinzuziehen, so! durste dagegen der Schlag gegen Liaujang nur noch solange au] iich warten lassen, bis die augenbliMch nach unvermuteter Turre imeder eingettetene Fortsetzung der Regenperiode ein Ende findet. Tie Aussichten auf Erfolg in einer wahrscheinlich mehr-1 temgeu rthladri bei Liaujang liegen auf Seiten der Japaner. Man r-chnet. da,; diese etwa 200 000 Mann gegen 150000 Russen uiö Feld stellen können. Jedenfalls wird die Schlacht bei Liaujang eine der größten Schlachten der Neuzeit werden.

ist vollkommen befriedigend. Ein Tagesbefehl des Kaisers ernennt den Thronfolger Alexis zum E h e f d es 51. In­ländischen Leibgarderegiments, die fortan seinen Namen führen; er attachiert ihn allen Garde-Regb. mentern, deren Chef der Kaiser ist, ferner dem Ehevalier- Garderegiment, der Leibgarde, dem Kürassierregiment Kai­serin Maria Feodorowna, dem Leibgarde-Manenregiment Kaiserin Alexandra Feodorowna und dem 13. Eriwanschen Leibgarderegiment des Kaisers. Der Tagesbefehl ernennt' Kaiserin Alexandra zum Eh es des 15. Al ex an-. dra-Dragonerregiments.

Zum Dankgottesdienst in der Kasanschen Kathedrale hatte sich die ganze Hofgesellschaft in der Kirche ver­sammelt. Sämtliche Minister, an ihrer Spitze der Präsi- oent des Ministerkornitees, v. Witte, waren erschtenen^ ebenso die hohe Generalität und Admiralität. In allen Gesichterii leuchtete heNe Freude über das glückliche eignis. Immer neue Scharen kamen hinz-u; das bip

tatkräfttgen, vielseittg gebildeten und auch literarisch schöpferischen Manne einen genialen Zug, bewunderte man die Verbindung einer regen Phantasie mit dem eindringen­den Verständnis für die Wirklichkeit und der organisatori­schen Begabung. Was Wunder, daß auch Fürst Biswarck auf ihn aufmerksanr wurde und in ihm einen wahlver­wandten Gehilfen zu finden hoffte! Aber wenn er in ihm einen willenlosen Handlarrger, ein geschicktes Werkzeug suchte, so hatte er sich getäuscht. Hobrecht wollte seine, nicht fremde Gedanken durchfilhren, und wenn der eiserne Kanz­ler bei den unartsbleiblich^n ^Frikttonen" seinem Tempera­ment die Zikgel schießen ließ, so setzte Hobrecht auf den groben Klotz einen groben Keil. Als der Bruch vollzogen war, grollte Fürst Msmarck dem geschiedenen Aiitarbeiter derart, daß er ihm rricht den Rang uni) Titel eines Staats-

Der russische Verkehrsminister Fürst Ehilkow sandte cm den Zaren folgenden Glückwunsch: Ich bin glücklich- Ew. Majestät zu melden, daß gleichgeittg mit dem Tauf­akte des Thronfolgers die Eröffnung der Traust baikalbahn erfolgen kann.

Am Sonntag wurde in der russischen Kirche zu Pari^ ein feierliches Tedeum abgehalten. Die Mitglieder der. russischen Botschaft, der russischen Kolonie, sowie Vertreter des Präsidenten Loubet und sonstige hochgestellte polittsche Persönlichkeiten wohnten der Feier bei.

König Peter von Serbien sandte an das Zaren- paar ein Telegramm, worin er in seinem und des Serben­volkes Namen, das dem- Zaren und dem Zarenhaus für zahllose Wohltaten immer dankbar sein wird, die heißesten Glückwünsche für das Gedeihen des Thronfolgers, dies«: Hoffnung des Slaventums", ausspricht.

England m Persien.

Die indische Regierurrg, das heißt der Prokonsul des Reiches, Lott» Curzon, .hat sich, ohne viel Aufhebens zu machen, zu einem neuem bedeutsamen Schritte entschieden Bekanntlich lag es in des Vizekönias Plan, ans seiner vielversprochenen Rundreise vor allem auch Persien zu besuchen. Eine vielleicht nicht zufällige Friktio-n ließ ihn wieder in See gehen, ohne dem eigentlichen Zwecke der Reise irähergekommen zu sein. Daß aber CurzonS Energie von dem altes Plane, gerade in Persien weiter zu kommen, abgelenkt war, tonnte nicht angenommen werden. Ist doch Persien in erster Linie das Studienfeld für den auf­strebenden StaotsmoTm gewesen, und gerade dieser Richtung seiner Arbeit verdankte er nicht zum wenigsten seiner Karriere, feine jetzige exzeptionelle Stellung. Man hat sich nun in Indien selM nach der Unterstützung solcher Mäne umgesehen. Persische Kmrf- leute zeigten ein reges Interesse an den Aussichten, welche von einer kommerziellen Entwicklung Südosb-Persiens urrzweiselhaft dar- geboten werden. Man gewann die Ueberzeugung, daß der neue russisch-persische Tarif lange nicht so verhängnisvoll auf den indischen Handel wirke, als man anzunehmen gneigt war, und daß die Kosten hauptsächlich vom persischen Konsumenten und nicht vom anglo-indischen Kaufmann getragen würden. Da jedoch die Sammlung ^weiteren Materials auf offiziellem Wege inoppor­tun erschien, wählte man den Weg einer Anregung zur Errtsendung einer kommerziellen Mission, welcher ein ganz anderer Cbarakter zukommt. Tie indische Regierung trat demgemäß mit ben an dieser Angelegenheit hauptsächlich beteiligten Handels­kammern in Verbindung, nämlich derjenigen in Bombay, der bengalischen und der von Ober-Indien. Anderttseits wird der englische Konsul in Kerman dem Unternehrnen in jeder Weise Beistand leisten. Tie Mission soll von Dender-Abbas gegen Ende September aufbrechen und sich zunächst nordwätts nach S a i d - abad und Bahramabad, dem Haupthandelszentrum für Baumwolle in dieser Provinz, wenden. Von bort wird sich die Mission nach Kerman begeben, um hier alle Fragen in Er­wägung zu ziehen, welche auf die Entwicklung des Handels M ganzen Gebietes von Einfluß sein tömrtnr Sodann soll e- süd­östlich nach Dam und Narmashin, einem tebcutrnben Platz an der Handelsstraße Bender-Mbas-Seistan, gehen. Durch den Gisbu-Paß wird man endlich den fernsten Bezirk, das fruchtbare Tal deS B am bu r f 1 uss e s, erreichen. Ter Rückweg wird, falls noch gemlgcnbc Zeit bleibt, über Knhak und das Kej-Tal nach Gwadur oder Pasni an der Mekranküste führen. Ein Blick auf bie Karte genügt, um die Bedeutung dieser Rundreise aufzullären. Solchen Missionen folgt der Handel und mi5 dem Handel ergibt sich der am stärkten, nämlich auf den Bottellen der Einwohner te* gründete Einfluß im Lande. Ist eine Stellung auf diese Weise erst systematisch gesichett, dann kann ein Bahnbau von anderer Seite, selbst wenn er noch möglich sein sollte, ein (?segenaewicht bieten.

In der inneren Politik des Reick>es war es in diesen Tagen ruhig. Daß die Prefle Heine Angelegenheiten zum Gegen­stand gmey Ausein.rudersetzungen machte, ist ein Zeugnis dafür Etwas Wichtiges gab es nicht. Herr v. Mirbach schweigt und viel neues kann man gegen ihn nicht Vorbringen. Tre ganze Angelegenheit wird ftr ihn nicht so ohne weiteres aus der Welt zu .schaffen sein, aber es liegt yit etwas schmerzlicher Humor darin, baß gerade die fommertiefe Stille in unserer inneren Politik die Mücke zu einem Elefanten machte und daß in der Sack)e mehr Staub aufgewirbelt wurde, als es zu irgend einer Zeit möglich gewesen wäre. Tas gereichte dem Oberhofmeister nicht zu seinem Besten. Dazu kommt ein anderes. Man fühlt den Pulsschlag sozialdemokratischer Blätter, vornan denVor- wätts" und merkt die Anstrengungen zur Vorbereitung zum Parteitag. Diese Presse bemächtigte sich desStoffes" und schlachtete ihn gründlich aus. Bedauerlich ist nur, daß andere Kreise hierauf zu viel eingehen, und erst in ben letzten Stunden haben wir es erleben muffen, daß in der Frankfurter An­gelegenheit des ostreichisch«n Sr^ialdemokraten P e r n e r st o r f e r, von der wir kuI berichteten, liberale und demokratische Blätter wußte er diese zu wahren. " " ~

ftimme"0 « ber in derVolks- Seine auch unter dem reaktionären Ministerium te*

sE stehm wi^ Sache I wiesene liberale Gesinnung war in erster Linie mitbe-

demGenossen" feierlichst Schleppträgerdienste zu leisten. Ebenso I n 1863 zum von Breslau

unpolittsch wurden andere Gegenstände von der bürgerlichen Presse ' ^ud seine hervorragende Begabung und

behandelt. praktische Lerstungsfahrgkett verartlaßten seine Bestätigung

Im Vordergrund der Aufmerksamkeit stehen jetzt die Arbeiter- ^vtz seines Liberalismus. Seine verdienstliche Tätigkeit in bettegungen, die im Reiche wie im Auslande allenthalben ent- Breslau lenkte die Aufmerksamkeit der maßgebenden Ver­standen sind. Tie große Aussperrung im Baugewerbe, liner Kreise auf Hobrecht, der 1872 zum Oberbürgermeister Sonett uud sich auf die größeren von Berlin gewählt wurde. Nicht ganz sechs Jahre hat bcJhtfwn er dann an der Spitze der kommunalen Verwaltung qc»

Elch seteeu MMuß ^to^e^ ^e^^AlufiKir IftanbeTL ^bc März 1878 fiel die Wahl des Fürsten Bis- bie Arbeiter eine Förderung ihrer Ähnverhältnisse marck aitf ihn zum Nachfolger des Finanzministers Camp-

A In ter auswätt-gen Politik hat es an Ereignissen in anderen jausen; Hobrecht nahm diesen dornenvollen Posten cm, aber Ländern auch in dieser Woche nicht gefeUt. Wie ein Himmelstrost rm Juli 1879 waren die Meinungsverschiedenheiten mag Rußland in ben gegenwärtigen schweren Zetten bie frfoifdten dem Reichskanzler und ihm fto' groß geworden^ Geburt eines Thronfolgers erschienen fein. Dieses daß Hobrecht aus seinem Ant und damtt auch, erst 55 Eignis hat eine polittsche Bedeutung. .Tas russische Volk, das Jahre alt, aus dem Staatsdienste ausfchied. Dafür trat ^OarP-^nLlTin Ausbleiben eines er m die parlamentarische Tättgkeit als ^geordneter ein.

mm B°rbcdcutung W Dberbüigermtifter hatte er semerMt bie Städte BreK.

groenüb-rfiebm. Und dies Z

russische Reich zurück. u * (un Herbst 1879) von dem Wahlkreise Preußisch-Stargard-

Während die Ruffen int ostosiatischen Krieg stets Mißerfolge Derent-Dirschau an das preuß. Abgeordnetenhaus ent* erlebten, hat ihr alter Widersacher England ohne große sandt. Im Reichstage hat er von 1881 bis 1884 und von Schwierigkeiten im Innern Asiens, eine neue Eroberung zu seinen Oktober 1886 bis 1890 ocu Wahlkreis Graudenz-Strasburg Die Expedition nach Tibet hat mit in Westpr. vertreten; in beiden Parlamenten schloß er ste sagenhaften und gehttrnnisvollen^Lhaffa, der der nationalliberalen Partei an. Zu seinem gestrigen Mr ö <?Lber P0 Geburtstage verlieh ihm Me Stadt Berlin ihr

U)cye £>taat5lerretar für Indien, Brodrtck, mit ferner letzten Dar- Ebrenbüraei-i'i»-^*- ö^rtnr^nrnm- hn« w- Tr

legung im Unterhaus alle Absichten England aufgedeckt hat, r^fT s"

ifl F-nfelhaft. Der englischen Regierung binsichtlich der Frage ^^/urL sett Julr 1901 auch

kra^---- --------" '* 1 ' - -- u ' Ehrenbürger der Stadt Berent. Der Ehrenbürgerbrre

wurde gestern mittag Herrn Hobrecht in Groß-Lichterfelde von Abordnungen der stäbttschon Behörden überreicht und