Nr. 12
Zweites Blatt.
164. Jahrgang
Freitag 16. Januar 1904
Erschein. täglich mit Ausnahme des Sonntags.
% „Gietzc v $amilienbl3tter“ werden dem .Anzeige, oicrmal wöchentlich beigelcgt Der ^hessische Landwirt'' erscheint monatluh einntaL
Giehener Anzeiger
verantwortlich für den allgemeinen Dell: P. Wlttko; für den Anzeigenteil: H. Beck.
Rotationsdruck und Verlag der Brühl'scheu Umversuatsdruckerei (Prelsch Erben), Gießen.
General-Anzeiger, Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Eichen.
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Bekanntmachung.
Betr.: Feldbcreinigu^g in der Gemarkung Ruttershausen.
Ich bringe hiernrit zur öffentlichen Kenntnis, daß nach Beendigung sämtlicher Feldbereinigungsarbeiten gemäß Entschließung Großh. Ministeriums des Innern, Abteilung für Landwirtschaft, Handel und Gewerbe zu Nr. M. d. I. III. 23 vom 4. l. Mts. die Vollzugskommission für obige Feldbereinigung aufgelöst worden ist.
Friedberg, 7. Januar 1904.
Der Großherzogliche Feldbereinigungskommiffär. Spam er, Kreisamtmann.
H'arLüm.nfarisches.
Berlin, 14. Jan. Tie Budgetkommission des Reichstages genehmigte die Kapitel „Allgemeine Fonds" und „Zentralverwaliung der Kolonialverwaltung". Tie Forderung von 5000 Mk. als Beitrag zu den Kosten der Unterhaltung der kolonial chemisch en Abteilung des pharmazeutischen chemischen Jnsti- tuts in Dahlem wurde gestrichen. In der Abteilung: „Allgemeine Fonds" verlangt die Kommission Auskunft über den Begriff „Ko mmi s s iv n s ko st e n", unter dem 10000 Mk mehr gefordert werden. Kolonialdiretror Stübel weift aus die Notwendigkeit einer VermehrungdesPersonals hin zum Zwecke des Studiums der kolonialen Bestrebungen im Auslande, besonders in Paris und London. Tie Abgg. Arendt und S ü d e k u m sprechen sich gegen die Mehrsorderung aus. Muller-Fulda hält die Ausgabe für nützlich, wenn dadurch eine billigere Ver- wa ltungder Kolonien erreicht werde. England verwalte seine wotanien viel billiger. Tie letzte Behauptung bestreitet Kolonialdirektor Stübel. Kol-onialattachees in Paris und London seien erforderlich, um sich über die fremden Kolouialverwaltungeu zu informieren. Bei Kap. 2 der einmaligen Ausgaben des ordentlichen Etats wird die Position 8000 Mk. zur Erwerbung eines Grundstücks für eine Sommerwohnung des Gesandten in Th e heran mit allen gegen 11 Stimmen ab gelehnt. Tr. Müller-Sagan beantragt die vollständige Streichung des Titels „Kommissionsvosten". Tie Nationalliberaleu Tr. Paasche, Graf Ariola und Patzig schließen sich diesem Anträge an. Im Laufe der Debatte tadeln Tr. Paasche, Graf Oriola, Tr. Spahn und Frhr. v. Richthofen-Damsdors die Kolonialverwaltung wegen Verschleierung, da von den geforderten 35 000 Mk. nur ein geringer Teil für Kourmissionskosten, der größte Teil für Kolonialattachees verwendet werden solle. Singer und Bebel schließen sich diesen Ausführungen an. Kolonialdirektor Tr. St ü b e I führt aus, eine Verschleierung sei nicht beabsichtigt. Es handele sich nur um die kommissarische Entsendung von Attachees. Tie heutige Beratung sollte eben entscheiden, ob dre Kommissarien eine definitive Einrichtung werden sollten. Tie Kommission lehnt schließlich den ganzen Pvsum ,Lommissionskosten" einstimmig ab. Dre übrigen Posten des Kapitels 6 a, sowie Titel 1—9 des Kap. 2 (einmalige Ausgaben des ordentlichen Etats des Auswärtigen Auttes) werden bewilligt.
B e r l i n, 14. Jan. Tem Reichstage ging ein schleuniger Antrag Auer und Genossen zu auf Einstellung des gegen den Abg. Goldstein beim Amtsgericht Krim-- mitfchau wegen Beleidigung des Geschäftsführers Föritz Schumann in Krimmitschau schwebenden Strafverfahrens während der Tauer der gegenwärtigen Session.
— Tem Reichstage ist der Gesetzentwurf betr. den Servistarif und die Klasseneinteilung der Orte zugegangen. Ter, Entwurf sicht vor, daß der Servistarif und dre Masseneinteilung ab 1. April 1904 bis zum 1. April 1913 gelten und dann alle zchn Jahre einer
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Feuilleton.
EinNibelungen-Denk mal. Man schreibt uns aus Wien: In amutiger Landschaft, nicht fern von der Hauptstadt Oesrerreichs, dort, wo die Erlauf in den rnäch.- tigen Donaustrom mündet, liegt das Städtchen Pech- larn, „die alte Bechelaren". Hrer haben vor Jahrhmrder- ten unsere AlMen jene Lreder gesungen, die heute noch unsere Seele bewegerr, hier klang das Lied in den mächtigen Akkorden von der Nibelunge Not. Wer immer diesen hehren Sang von deutscher Kraft, Liebe und Treue kennt, sucht gern die Stätten auf, wohin, Krimhild, die Stolze, aus ihrer Brautfahrt gezogen, lvo her Markgraf Rüdiger im Kreise der Seinen deutsche Gastfreundschaft geübt, wo zum letztenrnale sorglose Festeslust die Recken vom Rhein und der Donau umrauschie, bevor sie im Reiche Etzels ihren blutigen Untergang sanden. Fürwahr ein Volk, das seiner großen Vergangenheit eingedenk ist, sollte alle Er- innerungsßäiten gewaltiger Zeiten heilig halten — es muß deshalb auch dao Donautal zum Wanderziel aller Freunde deutscher Geschichte, deutschen Volks- und Schrifttums machen. Vor allem aber verdient die Heimat Rüdigers ein Denkmal, nicht allein ihres Helden, des „Vaters aller Tugend", sondern ein Nibelungen-Denkmal als herrliches Wahrzeichen deutscher Macht und Stärke, als stolzes Mal deutsther Geschichte und Dichtung. Auch Festspiele au der Donau sollen uns jene gewaltigen Zeiten näherrücken. Um das zu ermöglichen, wurde der Nibelungeu-Tentmal- und Volksschauspiel-Verein „Bechelaren" gegründet,,Hessen Ausschuß sich nun an alle deutschen Stanrmesgenossen — Männer und Frauen — mit der Einladung wendet, rnitzu- arbeiten bei diesem schönen Werke dadurch, daß sie Mi^ glieder des Vereins werden und ihm neue Freunde und Gönner gewinnen. Spenden für die Errichtung des Ni- belungen-Tenknlals nimmt die Union-Bank, Wien, I.,Renn- gasse 1, entgegen. Anmeldungen zum Beitritt bitten wir an die Geschäftsstelle des Vereins in Wien, VII. ' ü usttst- «ralle 74. richten.
allgemeinen Revision unterliegen sollen. Tie den einzelnen Servisklassen unterliegenden Stellen werden alljährlich durch das Etatsgesetz besttmmt. Ter Mehrbedarf im Gesamtbeträge von 2 181180 Mark tritt zu den entsprechenden Ausgabetiieln des Etats für 1904 hinzu. Tie Klasseneinteilung sieht u. a. für Worms und Homburg v. d. H. die Klasse 1, Nauheim und Höchst Klasse 2 vor. In Klasse 1 beträgt z. B der Wohnungsgeldzusckmß für höhere Beamte und Offiziere 660, in Klasse A 900 Mk., für mittlere Beamte in Klasse 1 432, in Klasse A 540 Mk.
Berlin, 14. Jan. Ter Senioren-Konvent des Reichstages hielt heute eine Sitzung ab. Es wurde beschlossen, am Samstag wegen Eröffnung des preußischen Landtages keine Sitzung abzuhatten. Alsdann machte der Präsident Gras Ballescrem darauf auftnerksam, daß durch die langen Reden bei den Interpellationen iüe Fertigstellung des Etats bis Ostern gefährdet sei. Von allen Parteien wurde versprochen, nach Mög- lichkett dafür zu sorgen, daß die Mitglieder sich kürzer faßten. Vor Erledigung der zwecken Etatsberatung soll kein Schwerinstag mehr stattsinden.
Braunschweig, 14. Jan. In dem dem Landtage zugegangenen Gesetzentwürfe, wonach den Gemeinden das Recht gegeben wird, Warenhäuser und Wanderlager zu einer besonderen Steuer heranzuziehen, wird bestimmt, daß die Steuer für Warenhäuser 2 Prozent, für Wanderlager 5 Prozent des Umsatzes nicht übersteigen darf. Das braunschweigische Vereins- und Versammlungsgesetz soll dahin geändert werden, daß auch weib liche gr o ßj äh- rige Personen an solchen Vereinen und Versammlungen teilnehmen dürfen, welche dem Zwecke der Nächstenliebe oder der Erziehung und des Unterrichtes weiblicher Personen dienen.
Braunschweig, 14. Jan. Bei dem gestrigen Festmahl im Schlosse anläßlich derEröffnnngdesLand- tags hielt der Prinzregent eine Ansprache, in der er auch die Negentschastsfrage berührte. Der Regent erinnerte an den in der jüngsten Tagung aus Vorschlag der Regierung gefaßten Beschluß zur Beseitigung eines Zweisels über die Auslegung des Regentschasts- gesetzes und fuhr fort: Der damalige Beschluß entsprang einer klaren, objektiven und sachlichen Beurteilung der staatsrechtlichen Verhältnisse des Herzogtums. Ich würde ungern darauf verzichtet habm, meine Anerkennung dafür auszusprechen, und ich bezlveifle nicht, daß der Sinn, oer damals im Interesse des Wohles und der Sicherheit der Verhältnisse des Herzogtums den Beschluß der Landes-Versammlung leitete, dieselbe auch in dieser Tagung erfüllen wird, in der besonders auch die Schwierigkellen, die aus der wenig günstigen Finanzlage erwachsen, zu überwinden sind.
München, 14. Jan. In der Kammer der Abgeordneten wurde heute gelegentlich der Beratung des Etats der Polizeidireklivn 'München die von Müller (Soz.) einer Kritik mtterzogene Beschlagnahme der letzten Zen- trumsnummer des „Simplicissim ns" weitererörtert. Lerno (Ztr.) betont, daß er seinerzeit nur das Kolportageverbot gefordert habe. Weite Kreist seien der Ansicht, daß gegen die Vergiftung unserer Jugend und gegen die Untergrabung der Autorität durch Witzblätter wie den „Simplicissttnus" etwas geschehen müsse. Minister Frhr. v. Feilitzsch hebt n. a hervor, daß die betreffende stummer des „Simplicissimus" von der Polizei Stuttgarts, wo das Blatt gedruckt werde, als Pflichtexemplar nach, München gesandt wurde, wo sich der Verlag des Blattes befinde. Bei der Beschlagnahme, welche das Gericht bestätigte, sei ganz korrekt verfahren worden. Mtt dem KolArtageverbot sei wenig zu erreichen. Eine Zensur nach den Wünschen der Sozialoemokraten sei unmöglich; denn der Zensor müsse die bestehenden Gesetze beobachten, und das wollten die Sozialdemokraten nicht. De in Hardt
— Ein Aufruf zur Mitarbeit behufs Ermittlung noch heute gebrauch lrcher deutscher Namensformen für Orte in fremden Sprachgebieten wird von einer Reihe angesehener Männer der Wissenschaft erlassen, so den Professoren Kirchhofs-Halle, Hasse-Leipzig, Koser-Chartottendurg, Dahn-Breslau, Fischer-Marburg, Lamprecht-Leipzig, v. Mahr-München, Ad. Wagner-Berlin In Bezug aus den Gebrauch deutscher Namenssormen für Orte in fremdsprachiger Umgebung stimmen die Forscher aller in Betracht kommenden Wissensgebiete überein: nur solche deutsche Ortsnamen haben für die Gegenwart Be- recAigung, die noch im Boiksmunde lebendig sind, d. h. die noch heute zum Sprachschätze einer deutschen Minderheit der Einwohner oder zu dem der deutschen Nachbarn jensetts der Sprachgrenze gehören. Alle,-Luchnamen", die in früheren Jahrhunderten gebräuchlich waren, jetzt aber verklungen sind, haben nur geschichtlichen Wert. Die Sckstvierigkeit liegt aber in der zuverlässigen Feststellung der Namensforrnen, die heute noch gebraucht werden, der Wissenschaft und damit der Allgemeinheit aber uubeEannt sind. Hier droht kostbares altes deutsches Sprachgut verloren zu gehen, das die Mundarten treulich bewahrt haben, das die Schriftsprache aie§ einfacher Unkenntnis aber nicht übernommen hat. So ist z. B. lroch heute im deutschen Elsaß Ranzig der gebräuchliche Name für N an eh, noch heute fährt die Postkutsche aus Graubünden ins Veltlin rächt nach Chiavenn a, sondern nach Elä- v e n, noch heute heißt Maros Vasarhelh bei den l'iebenbürger Sachsen Reumad't, noch heute kennt die deutsche Muttersprache der Balten kein Pskow, sondern wie zur Hansezeit nur ein Pleskau. Es ist die höchste Zett, uns sichere Kenntnis dieser heute noch lebendigen deutschen Nameiisformeil zu verschaffen, um sie als Beleg vergangener Kotonisationstätigkett unteres Voltcs oder lebhafter deutscher Kulturbeziehungen über die Grenzen unseres Sprachgebietes hinaus in der deutschen Schriftsprache zur Geltung zu bringen, aus der sie bisher vlel.ach nur verbannt waren, weil man sie für verklungen hcelt. Es wird an alle, die sich an Ort und Stelle verläßliche Kemrt- nis des GegennstandeS verschafften, die Bitte gerichtet.
(lib.) erklärt, die „Jugend" und der „Simplicissi- m u s" seien nach modernen Begriffen nicht u n moralisch Tie beschlagnahmte Nummer des „Simplicissimus" geißele jene Moral, die in Bayern vor hundert Jahren infolge der lange dauernden Herrschaft des Klerus herrschte. Wir wünschen nicht, sagt Rediter, daß jene Moral unter der Herrschaft des Ullramontanismus wieder neu etabliert werde.
Politische Tagesschau.
Verbrauch von Tabaksurrogateu.
Die Preissteigerungen der guten Tabaksorten haben besonders seit Ende der siebziger Jahre eine starke Zunahme des Verbrauchs von Tabaksurrogaten hervorgerufen. Ten gröbsten Fälschungen mit Surrogaten und den Gefahren für die menschliche Gesundheit, die einige Tabaksurrogate in sich schließen, hat das letzte Tabaksteuer-Gesetz entgegenzuarbeiten versucht, indem es die Verwendung von Tabaksurrogaten im allgemeinen ganz verbietet und nur besondere Ausnahmen ausdrücklich zuläßt. Es sind das: Kirschblätter, Melilothenblüten (Steinklee), eingesalzeneRosenblätter, Veilchen- wurzelpuloer, Vanilleroots, Brennesseln, Baldrianwurzeln und Altheeblätter. Melilothenblüten, Rosenblätter und Veilchenwurzelpuloer werden ausschließlich bei der Herstellung von Schnupftabak, Weichselkirschblätter und gewöhnliche Kirschblätter vorwiegend bei der Bereitung geringerer Rauchtabake als Zusatz verwendet.
Die Steuer von diesen Tabaksurrogaten beträgt 65 M. auf 100 Kilogramny und die Einnahmen aus ihr haben mit dem steigenden Verbrauch enorm zugenommen. So hat im Jahre 1880/81 diese Surrogatsteuer einen Ertrag von nur 15 365 M. geliefert, 1885/86 aber schon 22 597 M. 1890/91 27153 M., 1895/96 31 966 9)1., 1898/99 47 443 M., 1901 aber bann 60 635 M. und 1902, wofür eben die amtlichem Zahlen publiziert werden, 67 915 M.
Bezeichnend ist, daß sich der Verbrauch vorwiegend auf einzelne ärmere Bezirke beschränkt. Der weitaus größte Betrag der erhobenen Surrogatsteuern entfällt auf Preußen: 1880/81 11323 M. 1898/99 33 065 M. und 1902 42 924 M. Dem Gewicht nach wurden in den Jahren 1901 und 1902 im Deutschen Reiche verwendet: Weichselkirschblätter 1902: 6142 Kg. (1901: 7017 Kg.), gewöhnliche Kirschblätter 40 264 Kg. (38 822), Melilothenblüten 25 058 (24 873), eingesalzene Rosenblätter 1267 (1154), Veilchenwurzelpulver 2015 (1802), Vanilleroots 26 710 (18 729), Brennesseln 2307 (820), Baldrianwurzeln 720 (55), Altheeblätter 50 (29). Eine besonders auffallende Zunahme zeigen also Brenneffeln und Baldrianwurzeln.
Heber die Bao-Genossenschaften, soweit sie vom Reiche unterstützt werden, ist dem Reichstage eine Uebersicht zugegangen. Die Diitgliederzahl beträgt unter 100 bei 1 Genossenschaft, von 101 bis 500 bei 22 Genossenschaften, von 501 bis 1000 bei 5 Genossenschaften, von 1001 bis 5000 bei 4 Genossenschaften, über 5000 bei 1 Genossenschaft. Von den seit 1900 begründeten Genossenschaften haben 7 mehr als 500 Mitglieder. Unter 100 Wohnungen sind erstellt worden bei 22 Darlehnsempsängern, zwischen 100 und 499 bei 9 Darlehensempfängern, zwischen 500 und 999 bei 3 Darlehnsempsängern, über 1000 bei 1 Darlehnsempfänger. Die Anzahl der Wohnungen, die im Durchschnitt auf ein Haus entfallen, schwankt zwischen 1 und 13. Sie ist, von wenigen Zunahmen abgesehen, in den größeren Otten natur-
ihre Beobachtungen dem Prof. Paul Langhans in Gotha mittetten zu Nwllen.
Richard Wagner- und Mozart-Festspiele in München. Mau schreibt uns aus München: In diesem Jahre werden im Prinzregenten-Theater zu München vom 12. August bis 11. September 20 Festaufführungen folgender Richard Wagyerfcher Werke stattfinden: „Ter Ring des Nibeluagen", „Tristan und Isolde", „Ter fliegende Hollander", „Die Meistersinger von Mmberg". Äußerbem werden dort im Kgl. Residenz-Theater und Kgl. Hof- und Nattonal-Theater vom 1. bis 11. August 10 Fest- aufsührungen Moza rischer Opern ftattfinden und zwar: „T-ie Zauberslote", „Figaros Hochzeit", Entführung aus dem Seratt", „Ton Giovanni" und „Cosi fan tuttc". Bei den Festaufsührungen wird das gesamte Künstlerpersonal des Münchener Hof- und Nationattheaters in Verein mit hervorragenden auswärtigen Gästen mitwirken. Die Oberleitung der Regie ruht in den Händen des Kgl. Intendanten Professors Ernst von Possatt. Tie musikalische Leitung ist den Herren Generalmusikoircktor Felix Mottl, Professor Arthur Nikischf-Leipzig und Hoskapellmeifter Franz Fischer übertragen.
Wie aus Hannover gemeldet wird, wurde den Offizieren, Unteroffizieren und Mannschaften der Garnison Hannover der Besuch von Beyerlein's „Zapfenstreich", der im Residenztheater zur Aufführung gelangt verboten.
Berlin, 14. Jan. Auf eine Einladung der ger* manischen Sektion deutscher Philologen und Schulmänner um Weiterführung des Grimm scheu Wörterbuches hat der R e icys k a n z l e r geantwortet: „Die Neichsregieruug verfolgt die Arbeiten am deutschen Wörterbuch mit lebhaftem Interesse und teilt durchaus den Wunsch, daß dieses nationale Werk bald zum Abschluß gelangen möge. Es sind vor kurzem Erwägungen darüber ein geleitet worden, welche Maßnaahmen zur Erreichung dieses Zieles zu ergreifen sein möchten. Hierbei sollen die Vorschläge der germanischei: Sektton als schätzbares. Material Verwertung finden."


