An
alle mchtsozialdemokratischen Wähler!
In letzter Stunde erscheinen die So^ialbcmofratctt mit einem Wahlvorschlag auf dem Plane unter Beigabe eines Flugblattes, das in gewohnter Weise unerfüllbare Versprechungen und eine Kritik über „Veschlüssc-Maßnahmen der ^tadtvcrordneten- Versammlung" enthält, die nicht von Tatsachen entsprechen.
Man verlangt direkte und geheime Wahlen, die wir längst haben, mit Ausnahme der Bürgermeisterwahl, die erst in 9 Jahren in Betracht fomnit. Man verlangt eine Acnderung der Gerneindesteuergesetze, für die doch der Landtag, nicht der Genwinderat zuständig ist. Alles Gute, was die Herren Sozialdemokraten verlangen, haben sic den Progranuncn der liberalen Parteien entnommen. Sic hüten sich, zuzugeltehen, daß ihre weiteren Wünsche nicht auszuführen sind, wie das Beispiel von Offenbach zeigt, wo die sozialdemokratische Mehrheit sogar am Oktroi sesthielt. Eine unwahre Uebertreibung ist cs, die Stadtverwaltung zu beschuldigen, als treibe sie Luxus mit Bauten und Festen und als seien die 10 Pfennige, die ein Brausebad de§ Volksbades kostet, unerschwinglich für die Arbeiter. Verschwiegen wird die Herabsetzung der Preise der Wannenbäder für die Krankcnkasscn-Ntitglicdcr, verschwiegen, daß die opferwillige Beihilfe der Bürgerschaft allein die billigen Preise des Volksbades und den bevorstehenden Theaterbau ermöglicht. Wenn die Herren Radikalen diese Opferwilligkeit dem Bürgertum zu verekeln wünschen, so wird ihnen das nicht gelingen. Wir hoffen, daß auch die Arbeiter auf solche Art des Stimmenfangs nicht hereinfallen werden.
Von den zur Wiederwahl stehenden und in allen Wahlvorschlägen zur Wiederwahl empfohlenen, erprobten und sich um das Gemeinwohl hochverdient gemachten 10 Stadtverordneten haben sie sage und schreibe „zweien" die Gnade erwiesen und für würdig befunden auf ihrem Wahlzettel zu figurieren (unseres
Erachtens nur als Dekoration). Und warum?,, Weil diese 10 Stadtverordnete zur besitzenden Klasse gehören!" Ja gehört denn Herr Krumm und Herr Orbig mit ihren eigenen Häusern und ihren gutgehenden Geschäften nicht auch zur besitzenden Klasse? Oder verteilen sie ihren Verdienst alljährlich unter die Genossen? um auf diese Weise zur „nichtbesitzenden Klasse zu gehören? >
Einem Vertreter der Universität, einem Manne des ärztlichen Berufes, sowie allen von uns empfohlenen bürgerlichen Kandidaten wollen sie keinen Platz im Stadtparlament einräumen! Der Partei, die selbst einem hochverdienten Gaffky die Ehrung und Anerkennung in der Stadtverordneten-Versammlung versagte, gebührt nicht die Bürgerkrone.
Mitbürger! Die vereinigten liberalen Parteien haben Euch wiederholt empfohlen den sozialdemokratischen Stadtverordneten Krumm wiederzuwählen! Nach diesen Vorgängen wäre es wohl gerechtfertigt, ja fast ein Akt der Selbsterhaltung, ein Akt der Notwehr gegen den Schlag ins Gesicht, den die ganze Bürgerschaft als solchen empfinden muß, wenn man auch von der Wiederwahl des Stadtverordneten Krumm absehen würde. — Trotzdem aber und trotz aller Anfeindungen haben die beiden liberalen Vereine ikicI) reiflicher Erwägung beschlossen, unseren Mitbürgern nach wie vor zu empfehlen, geschlossen an der bekannten Liste der vereinigten liberalen Parteien festzuhalten und bitten die Unterzeichneten, diesem Beispiel folgend, alle Wähler nochmals dringend, an dem Vorschlag der beiden liberalen Vereine festhalten und jede Stimmenzersplitterung verhüten zu wollen.
yiiiUcr flllii Pilltkiril inii ans allen Wirken der Mt.
5-
Todes-Anzeige.
Verwandten, Freunden und Bekannten die traurige Mitteilung, daß gestern mittag 1 Uhr unsere gute Gtattht, Mutter, Schwester, Schwiegermutter und Großmutter Fl«« Rosa Stadler nach kurzent, aber schwerem Leiden sanft entschlafen ist.
Tie ticftraucrndcn Hinterbliebenen:
Familic Karl Ttadlcr.
Gießen (Wetzsteingasse 43), Grün berg, Cffcnbacb, Leipzig, den 14. November 1904. 06880
Tie Beerdigung findet Dienstag, den 15. Novbr., nachm. 4 Uhr, von der Kapelle des neuen Friedhofes aus statt.
V. Va i
Todes-Anzeige.
Gott dem Allmächtigen hat cs gefallen, unser liebes Kind gestern mittag IV, Uhr nach kurzem,
aber schwerem Leiden im 9. Lebensjahr 51t sich zu rufen.
Um stille Teilnahme bitten: 8382
Tie trauernden Eltern Nikolaus Rausch und Frau.
Gießen (Kirchenplatz 2), den 14. Novbr. 1904.
Die Beerdigung findet Dienstag, den 15. Novbr., nachm. 31/, Uhr, von der Kapelle des neuen Friedhofes aus statt
Für die Beweise herzlicher Teilnahme bei unserem schweren Verluste sagt innigen Dank
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen
06862 Familie Römer.
Bekanntmachung.
Ter Voranschlag der Gemeinde Hausen für das Rechnungsjahr 1905 liegt vom Mittwoch, den 16. b. Mts. an acht Tage lang auf dem Bürgermeisterei-Bureau zur Einsicht der Interessen len offen. 8374
Hausen, den 12. November 1904.
Großh. Bürgermeisterei Hausen.
Muller.
IVord-Ost.1
W ahlMiresus im Aquarium, Walltorstr, 5. Erster Giehener Zmgmägazin empfiehlt seine tairuen-lackierte, cichen-polierte, Metall-, Transport- nnö Nindersarge zu billigsten Preisen. 8386
Georg Schmitt, .Wansgasse 27,
Ecke Bahnhofstraße.
Alle Soniifriutfreilfii Imftitt!
Haltet Euch, um Zersplitterung zu vermeiden.
an die politischen Wahlzettel.
vielt lllö’ikr m allen Mllrilrn.
BUamttmachung,
Bei der am 10. und 11. d. Mts. vorgenommenen Handelslammerwahl sind
im Wahlkreis Gießen-Stadt die Herren Kominerzienrat F. C. B. Koch, H. Schirmer, Konrnlerzienrat S. Heichelheim, W. Znrbuch und E. Balser, sämtlich aus Gießen, im Wahlkreis Gießcn-Land Herr L. Rinn 19er- Heuchclheim und
im Wahlkreis Grünberg Herr Georg Stammlcr- Grünbcrg
als Mitglieder der Großh. Handelskammer Gießen gewählt worden.
Es wird dies mit dem Anfügen bekannt gemacht, daß das Wahlpratokoll nebst Anlagen drei Tage lang, nänrlich sür Gießen-Stadt und Gießen-Land vom 15. bis einschl. 17. November, vormittags von 9—12 Uhr und nachmittags von 3—6 Uhr im Büreau der Firma 2(. Heichelheim, Gießen, Süd-Anlage 13 und
für Grünberg vom 15. bis einschl. 17. November auf der Großh. Bürgernieisterei Grünberg während der üblichen Geschäftsstunden
zur Einsicht der Wahlberechtigten offen liegt und Einwendungen gegen die Wahl oder die Gewählten binnen dieser drei Tage bei Vermeidung des Ausschlusses bei der unterzeichneten Handelskainmer vorzubringen sind. B 14/11 Gießen, den 12. November 1904.
Die Großherzogliche Handelskammer.
Der Vorsitzende: Der Syndikus:
Koch. Dr. Knipp er.
Versteigerung.
Dienstag den 15. d. MtS., nachm. .3 Uhr, versteigere ich Neustadt 55 dahier gegen Barzahlung:
ca. 30 Mille Zigarren, 235 Flaschen Südweme, Liköre und Kognak, 6 Handelswaagen, vier Dutzend Waagschalen, 1 Drehbank, 1 Billard, 1 Nähmaschine, 1 Stepplnaschine, 1L Dutzend Cchnallenstiefel, Plüsch- und andere Möbel aller Art, ein Faß Teckweiß, 1 Faß Fußboden- Ocker und 1 Fahrrad.
837h| Born, Gerichtsvollzieher.
Stickereien
sowie Neste werden billig nu§- verkauft. 8084
TeufelSlnstgärtchen 20.
3e!anntmad}imc
In das Handels - Register wurde heute bezüglich der Firma „Heinrich W. Rinn" zu Heuchelheim eingetragen: Der Sitz der Firma ist nach Gießen verlegt. 8375
Gießen, am 11. Novbr. 1904. Großherzogliches Amtsgericht.
Vögel
und Tiere werden billigst anö-
gcstopft bei 8015
A. Krehschmar, Kürschner, Marktplatz 22.
Wähler 1 aller Stadtteile!
Laßt Euch nicht beeinflussen von hochtönenden Anpreisungen, sondern wählt einen Mann, der Herz und Kopf auf dem rechten Fleck hat, der stets treu zur Bürgerschaft gehalten und das Rechte mit unerschrockenem Mut zu ver- leidigen weiß. Einen Mann, von dem wir überzeugt sind, daß er seine Gesinnnng nicht wechseln wird,
wählt den Gerbermeister Wilhelm Plank! Zur Stadtverordnctenlvahl
Als einziger Kandidat des Handwerks ist Herr lltatiu flirr, Schichtmeister aufgestellt. 06889
Da es nicht möglich gewesen, aus unserem Gewerbe einen Kandidaten in Vorschlag bringen zu können, so empfehlen wir unseren Mitgliedern, zur diesmaligen Wahl als Stadtverordneten Herrn
IHartin flirr, Schichtmeister, da er der Mann ist, dem wir unser Vertrauen schenken dürfen, daß er die Interessen unseres Gewerbes stets wahren wird.
Viele Mitglieder der Retzer-Kliimig.
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