Ausgabe 
14.11.1904 Zweites Blatt
 
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An

alle mchtsozialdemokratischen Wähler!

In letzter Stunde erscheinen die So^ialbcmofratctt mit einem Wahlvorschlag auf dem Plane unter Beigabe eines Flugblattes, das in gewohnter Weise unerfüllbare Versprechungen und eine Kritik überVeschlüssc-Maßnahmen der ^tadtvcrordneten- Versammlung" enthält, die nicht von Tatsachen entsprechen.

Man verlangt direkte und geheime Wahlen, die wir längst haben, mit Ausnahme der Bürgermeisterwahl, die erst in 9 Jahren in Betracht fomnit. Man verlangt eine Acnderung der Gerneindesteuergesetze, für die doch der Landtag, nicht der Genwinderat zuständig ist. Alles Gute, was die Herren Sozialdemokraten verlangen, haben sic den Progranuncn der liberalen Parteien entnommen. Sic hüten sich, zuzugeltehen, daß ihre weiteren Wünsche nicht auszuführen sind, wie das Beispiel von Offenbach zeigt, wo die sozialdemokratische Mehrheit sogar am Oktroi sesthielt. Eine unwahre Uebertreibung ist cs, die Stadtverwaltung zu beschuldigen, als treibe sie Luxus mit Bauten und Festen und als seien die 10 Pfennige, die ein Brausebad de§ Volksbades kostet, unerschwinglich für die Arbeiter. Verschwiegen wird die Herabsetzung der Preise der Wannenbäder für die Krankcnkasscn-Ntitglicdcr, ver­schwiegen, daß die opferwillige Beihilfe der Bürgerschaft allein die billigen Preise des Volks­bades und den bevorstehenden Theaterbau ermöglicht. Wenn die Herren Radikalen diese Opferwilligkeit dem Bürgertum zu verekeln wünschen, so wird ihnen das nicht gelingen. Wir hoffen, daß auch die Arbeiter auf solche Art des Stimmenfangs nicht hereinfallen werden.

Von den zur Wiederwahl stehenden und in allen Wahlvorschlägen zur Wieder­wahl empfohlenen, erprobten und sich um das Gemeinwohl hochverdient ge­machten 10 Stadtverordneten haben sie sage und schreibezweien" die Gnade erwiesen und für würdig befunden auf ihrem Wahlzettel zu figurieren (unseres

Erachtens nur als Dekoration). Und warum?,, Weil diese 10 Stadtverordnete zur besitzenden Klasse gehören!" Ja gehört denn Herr Krumm und Herr Orbig mit ihren eigenen Häusern und ihren gutgehenden Geschäften nicht auch zur besitzenden Klasse? Oder verteilen sie ihren Verdienst alljährlich unter die Genossen? um auf diese Weise zurnichtbesitzenden Klasse zu gehören? >

Einem Vertreter der Universität, einem Manne des ärztlichen Berufes, sowie allen von uns empfohlenen bürgerlichen Kandidaten wollen sie keinen Platz im Stadt­parlament einräumen! Der Partei, die selbst einem hochverdienten Gaffky die Ehrung und Anerkennung in der Stadtverordneten-Versammlung versagte, gebührt nicht die Bürgerkrone.

Mitbürger! Die vereinigten liberalen Parteien haben Euch wiederholt empfohlen den sozialdemokratischen Stadtverordneten Krumm wiederzuwählen! Nach diesen Vor­gängen wäre es wohl gerechtfertigt, ja fast ein Akt der Selbsterhaltung, ein Akt der Notwehr gegen den Schlag ins Gesicht, den die ganze Bürgerschaft als solchen em­pfinden muß, wenn man auch von der Wiederwahl des Stadtverordneten Krumm absehen würde. Trotzdem aber und trotz aller Anfeindungen haben die beiden liberalen Vereine ikicI) reiflicher Erwägung beschlossen, unseren Mitbürgern nach wie vor zu empfehlen, geschlossen an der bekannten Liste der vereinigten liberalen Parteien festzuhalten und bitten die Unterzeichneten, diesem Beispiel folgend, alle Wähler noch­mals dringend, an dem Vorschlag der beiden liberalen Vereine festhalten und jede Stimmenzersplitterung verhüten zu wollen.

yiiiUcr flllii Pilltkiril inii ans allen Wirken der Mt.

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Todes-Anzeige.

Verwandten, Freunden und Bekannten die traurige Mitteilung, daß gestern mittag 1 Uhr unsere gute Gtattht, Mutter, Schwester, Schwiegermutter und Großmutter Fl«« Rosa Stadler nach kurzent, aber schwerem Leiden sanft entschlafen ist.

Tie ticftraucrndcn Hinterbliebenen:

Familic Karl Ttadlcr.

Gießen (Wetzsteingasse 43), Grün berg, Cffcnbacb, Leipzig, den 14. November 1904. 06880

Tie Beerdigung findet Dienstag, den 15. Novbr., nachm. 4 Uhr, von der Kapelle des neuen Friedhofes aus statt.

V. Va i

Todes-Anzeige.

Gott dem Allmächtigen hat cs gefallen, unser liebes Kind gestern mittag IV, Uhr nach kurzem,

aber schwerem Leiden im 9. Lebensjahr 51t sich zu rufen.

Um stille Teilnahme bitten: 8382

Tie trauernden Eltern Nikolaus Rausch und Frau.

Gießen (Kirchenplatz 2), den 14. Novbr. 1904.

Die Beerdigung findet Dienstag, den 15. Novbr., nachm. 31/, Uhr, von der Kapelle des neuen Friedhofes aus statt

Für die Beweise herzlicher Teilnahme bei unserem schweren Verluste sagt innigen Dank

Im Namen der trauernden Hinterbliebenen

06862 Familie Römer.

Bekanntmachung.

Ter Voranschlag der Gemeinde Hausen für das Rechnungs­jahr 1905 liegt vom Mittwoch, den 16. b. Mts. an acht Tage lang auf dem Bürgermeisterei-Bureau zur Einsicht der Interessen len offen. 8374

Hausen, den 12. November 1904.

Großh. Bürgermeisterei Hausen.

Muller.

IVord-Ost.1

W ahlMiresus im Aquarium, Walltorstr, 5. Erster Giehener Zmgmägazin empfiehlt seine tairuen-lackierte, cichen-polierte, Metall-, Transport- nnö Nindersarge zu billigsten Preisen. 8386

Georg Schmitt, .Wansgasse 27,

Ecke Bahnhofstraße.

Alle Soniifriutfreilfii Imftitt!

Haltet Euch, um Zersplitterung zu vermeiden.

an die politischen Wahlzettel.

vielt lllöikr m allen Mllrilrn.

BUamttmachung,

Bei der am 10. und 11. d. Mts. vorgenommenen Handelslammerwahl sind

im Wahlkreis Gießen-Stadt die Herren Kominerzienrat F. C. B. Koch, H. Schirmer, Konrnlerzienrat S. Heichel­heim, W. Znrbuch und E. Balser, sämtlich aus Gießen, im Wahlkreis Gießcn-Land Herr L. Rinn 19er- Heuchclheim und

im Wahlkreis Grünberg Herr Georg Stammlcr- Grünbcrg

als Mitglieder der Großh. Handelskammer Gießen gewählt worden.

Es wird dies mit dem Anfügen bekannt gemacht, daß das Wahlpratokoll nebst Anlagen drei Tage lang, nänrlich sür Gießen-Stadt und Gießen-Land vom 15. bis einschl. 17. November, vormittags von 912 Uhr und nachmittags von 36 Uhr im Büreau der Firma 2(. Heichelheim, Gießen, Süd-Anlage 13 und

für Grünberg vom 15. bis einschl. 17. November auf der Großh. Bürgernieisterei Grünberg während der üblichen Geschäftsstunden

zur Einsicht der Wahlberechtigten offen liegt und Einwen­dungen gegen die Wahl oder die Gewählten binnen dieser drei Tage bei Vermeidung des Ausschlusses bei der unter­zeichneten Handelskainmer vorzubringen sind. B 14/11 Gießen, den 12. November 1904.

Die Großherzogliche Handelskammer.

Der Vorsitzende: Der Syndikus:

Koch. Dr. Knipp er.

Versteigerung.

Dienstag den 15. d. MtS., nachm. .3 Uhr, versteigere ich Neustadt 55 dahier gegen Bar­zahlung:

ca. 30 Mille Zigarren, 235 Flaschen Südweme, Liköre und Kognak, 6 Handelswaagen, vier Dutzend Waagschalen, 1 Dreh­bank, 1 Billard, 1 Nähmaschine, 1 Stepplnaschine, 1L Dutzend Cchnallenstiefel, Plüsch- und andere Möbel aller Art, ein Faß Teckweiß, 1 Faß Fußboden- Ocker und 1 Fahrrad.

837h| Born, Gerichtsvollzieher.

Stickereien

sowie Neste werden billig nu§- verkauft. 8084

TeufelSlnstgärtchen 20.

3e!anntmad}imc

In das Handels - Register wurde heute bezüglich der FirmaHeinrich W. Rinn" zu Heuchelheim eingetragen: Der Sitz der Firma ist nach Gießen verlegt. 8375

Gießen, am 11. Novbr. 1904. Großherzogliches Amtsgericht.

Vögel

und Tiere werden billigst anö-

gcstopft bei 8015

A. Krehschmar, Kürschner, Marktplatz 22.

Wähler 1 aller Stadtteile!

Laßt Euch nicht beeinflussen von hochtönenden An­preisungen, sondern wählt einen Mann, der Herz und Kopf auf dem rechten Fleck hat, der stets treu zur Bürgerschaft gehalten und das Rechte mit unerschrockenem Mut zu ver- leidigen weiß. Einen Mann, von dem wir überzeugt sind, daß er seine Gesinnnng nicht wechseln wird,

wählt den Gerbermeister Wilhelm Plank! Zur Stadtverordnctenlvahl

Als einziger Kandidat des Handwerks ist Herr lltatiu flirr, Schichtmeister aufgestellt. 06889

Da es nicht möglich gewesen, aus unserem Gewerbe einen Kandidaten in Vorschlag bringen zu können, so empfehlen wir unseren Mitgliedern, zur diesmaligen Wahl als Stadtverordneten Herrn

IHartin flirr, Schichtmeister, da er der Mann ist, dem wir unser Vertrauen schenken dürfen, daß er die Interessen unseres Gewerbes stets wahren wird.

Viele Mitglieder der Retzer-Kliimig.

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