Ausgabe 
14.11.1904 Erstes Blatt
 
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! Zur Stadtverordneten-Wahl!

Ein Inserat in der letzten Nummer des Gießener Anzeigers und der Gießener Neuesten Nachrichten behauptet, daß zwischen dem Vorstand des Freisinnigen Vereins und dem Vorstand des Nord-Ostvereins geheime Abmachungen stattgesunden hätten.

v Hierzu erklären wir hierdurch, daß diese Behauptung durchaus unwahr und völlig aus der Luft ge- |

griffen ist. Ebenso unwahr ist die Behauptung, dem Wahlvorschlage des Freisinnigen Vereins liege eine Düpierung |

desselben durch ein Mitglied des Nord-Ostvereins zu Grunde. Unser Vorschlag ist iu allen Tellen sachlich wohl über- I

legt und nicht von irgend einer Zustimmung der Bezirksvereine abhängig. Wir können angesichts der vielfachen ver- i

zweiselten Wahlmanöver der letzten Stunde nur auffordern:

Haltet fest |

an dem Vorschlag der verewigten liberalen Parteien! I

Der Vorstand des freisinnigen Vereins.

djen itjnc M- lden. eben- uud

sland ntbai Fall )imgl üadt- , vor- :r der

Stadtverordneten-Wahl

06893

Der Voranschlag-der Gemeinde Utphe pro 1905/06 liegt vom 16. November d. Zs/ ab acht Tage zur Eiilsicht der Interessenten auf Großh. Lürgerineisterei Utphe offen. 8385

Utphe, dell 14. Lltovenlber 1904.

Groph. Bnrgerineisterer Utphe.

Der Voranschlag der Gemeillde Trohe für 1905 Nj. liegt pom 15. November d. Js. an 8 Tage auf dem Bureau der unter­zeichneten Bürgermeisterin zur Eillsicht offell. 8378

Trohe, den 12. November 1904.

Großh. Bürgermeisterei Trohe.

S» m i d t.

S ch m i d t.

Schile ider.

jtandwcrH«!

Göthäfbknk!

Wen wühlen wir?

Männer, die nnter uns leben!

Die wissen, wo uns der Schuh drückt, die gerne für uns eintreten, wenn wir sachliche, gerechte Wünsche haben, und die als Gießener Söhne die Verhältnisse der Stadt kennen.

Seid alle an der Wahlurne und wählt:

August Gabriel Wilhelm Homberger Wilhelm Plank Hermann Eichenauer

Viele Handwerker uud Geschäftsleute.

Ar beiter, kleine Handwerker, Unterbeamte!

Nicht diejenigen, die sich auf ein bestinimtes Parteiprogramm verpflichten^ sind Eure Vertreter, Schlagwörter allein tun es nicht. Männer der Tat sucht Euch auv, die sich nicht hiilter einem Wall von Parteidüntel, Standcsbewußtsein, verschanzen, die miter Euch lebten und wirkten, ehe sie an eine Stadtverordneten-^tandidatur gedacht haben, und durch ihren Veruf und Lebenserfahrung befler wissen, wer den kleinen Leuten fehlt, und keineslveg erst von ihrem Piedeftal heruntersteigen, euch die Hände schütteln, wenn man Euch braucht zum wühlen.

Der freie, unbefangene Wähler aus unseren Kreisen wählt 06886

Zur Steuer der Wahrheit!

In der Samstagnummer des Gießener Anzeigers und der Gießener Neuesten Nachrichten hat ein Interessent eine mit viele freisinnige und nationalliberale Wähler" unterzeichnete Annonce erlassen, worin die Behauptungen aufgestellt werden, die Generalversammlung des Nordostvereins habe die geheimen Abmachungen nicht genehmigt, welche für die anderweite Auft stellung des Kandidaten Friedberger bestimmend und ausschlaggebend gewesen seien, uud es sei der freisinnige Verein durch das betreffende Vorstandsmitglied der Nordostler in unglaublicher Weise düpiert worden.

Diese beiden Behauptungen sind absolut unwahr. Es haben keinerlei geheime Abmachungen stattgefunden und ebensowenig kann davon die Rede sein, daß ein Vorstandsmitglied der Nordostler den freisinnigen Verein düpiert habe.

Der Vorstand des freisinnigen Vereins hat aus rein sachlichen Gründen den Herrn Max Friedberger auf seine Kandidatenliste gesetzt und dem anderen liberalen Verein präsentiert. Allerdings erklärte der Vorstand des Nordostvereins, daß er seiner Generalversammlung empfehlen werde, sich lediglich den Vorschlägen der beiden liberalen Parteien anzuschließen. Diesen seinen Beschluß hat der Vorstaud auch ausgeführt. Er ist in der Generalversammlung warm für seinen Antrag eingetreten, ist jedoch mit zweien der von den beiden liberalen Parteien empfohleuen Kandidaten zu seinem Bedauern nicht durchgedrtmgem

Wie man hiernach von einer Dupierung oder Irreleitung des freisinnigen Vereins durch ein Mitglied des Nordost­vereins sprechen kann, ist absolut unverständlich, und wir weisen den Versuch, in dieser Weise in letzter Stunde den Wahlkampf zu vergiften, um einer anderen Kandidatur aufzuhelfen, mit Entrüstung zurück.

Der Vorstand des Bezirksvereins Nordost.