WMSr ßfr welch iilhodidkimersleiikürlui lot. gibt mir Seronlafiung, :uet SU empjehlen. Neu? äugen am 21. d. Mli an- , Ä 0'3391
de la Brousse aiarbutga: Straße 38, mich im Wajcheo uni gel» bestens empfohlen. Ar. Otto, Liebigsir. 63
>eugras -
äryuöerpa^ lAE^Neuenweg 16, ?Äüerteiä " jÄtiiitiitit
^lobte, 1033$
^12.3unil90l
lilfa z. i. 3m, _ dita^1 y^4en entt|uM
eteiligung
bis 40 Mitle an einem Eeschäst gesucht. Cfierten 3287 an die tzxped. d. Bl.
bis 3000 ebn kleine Ä gegeben werden. Räh. Job. tig. Pfaff.
Krankfurterftr. 62IL mlüuhem Rinsja^l« an aus prima HHchWhaus Bk 15000
Cfierten m. A. d. Zm- nt. 4923 a. d. Exp. ö.
w*
Samstag wurde ein slzDeitS A ,1 Wege z. Bahnhoi bin: infiniter Llraßevmom
abends °li < • aeÄ^
kk. 10000
«lafteL Haus aus 2 Iah« gürgschast u. 4'/, geju^ 03299 an die Exp. d. r.
1904, ereinr4'
irrt
M
M? »»**
Ws «*>
G. Atl-'A
J/ i-
Ci»^ ^ #
,rt *
.„wurden*etsebabitt 'Jiamen HannaMsch^ rinber wird gebeten, -
m D. ftüf
Nr. 137 Zweites Blatt.
154. Jahrgang
Dienstag 14. Junil804
Erscheint täglich mit Ausnahme des Sonntags.
Die ^Siebener KamilienblStter" werden dem ^Anzeiger viermal wöchentlich beigelegt. Der »lsisstjchn Laovwtrl" erscheint monatlich einmal.
Gießener Anzeiger
Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schea Unwersitätsdruckerei. R. Lange, Gießen.
Redaktion, Expedition ».Druckerei: Schulstr.f.
Tel. Nr. 5L Telegr.-Adr. r Anzeiger Gießen.
Seneral-Anzeiger, Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen.
Aie heutige Mummer umfaßt 8 Seiten.
AKS Stadt und Land.
Gießen, den 14. Juni 1904.
•* Bezirkssparkasse Gießen. Aus dem Rechenschaftsbericht über Einnahmen und Ausgaben der Kasse für daS Jahr 1903 ist zu entnehmen, daß die Gesamtsltmme der Einnahmen 4 273 747.77 Mk. beträgt, nach dem Voranschlag waren nur 3 746 596.84 Mk. vorgesehen. Dieser Einnahme steht eine Gesamtausgabe von 3 991 126.73 Mk. gegenüber (nach dem Voranschlag 3 746 596.84 Mk. Es bleibt also ein Rest von 282 621.04 Mk. Die Einlagen sind zwar hinter dem erwarteten Ergebnis um 184 954.86 Mk. zurückgeblieben, sie haben sich aber gegen das Jahr 1902, zu dessen Ende sie 10 636 260.77 Mk. betrugen, am Ende deS Jahres 1903 vermehrt auf 11 636 738.15 Mk., worunter 20 657.20 Mk. Neueinlagen zur Pfennigsparkaffe enthalten sind. Die Zahl der Einlagebücher in Gießen betrug 6630 mit zusammen 5 281039.06 Mk.; die Gesamteinlagen der Landgemeinden betrugen 4 474 073.20 Mk. Die Summe der auSgeliehenen Kapitalien beträgt 11 636 738.15 Mk. gegen 10 636 260.77 Mark im Vorjahr.
** Allgem. Staatseisenbahnverein. Am Sonntag ging der zweite Teil deS diesjährigen SommerausflugeS des Allg. StaatseisenbahnvereinS, über dessen ersten Teil wir bereits berichteten, von statten. Die Beteiligung überbot diejenige vom vorletzten Sonntag noch um einige hundert Personen, so daß zwei schwer belastete Sonderzüge die Ausflügler ab 12 und 12.20 Uhr mittags nach Nidda beförderten. Nach Einlaufen des zweiten Zuges marschierte der Verein unter Vorantritt der Bauer'schen Musikkapelle durch die mit Ehrenpforten und Fahnen festlich geschmückten Straßen nach dem Festlokale der Kraft'schen Bierbrauerei. Vom besten Wetter begünstigt, verlief der Nachmittag in der fröhlichsten, angenehmsten Stimmung unter Konzertvorträgen und Tanz. Die gesamte Jugend der Stadt und umliegenden Ortschaften hatte sich eingefunden und das Leben auf dem Festplatze sowohl, als auch in den Straßen der Stadt glich mehr demjenigen eines allgemeinen Volksfestes als dem Besuch eines Vereins. Der Herr Bürgermeister und die Herren Stadträte beehrten den Verein im Festlokale mit ihrem Besuche. Die Bewirtung und Bedienung war ausgezeichnet, und alle Teilnehmer nahmen die Erinnerung mit, daß der diesjährige Ausflug an den beiden Sonntagen alle früheren in jeder Hinsicht übertroffen hat.
•* Uebung macht den Meister. In einem Dörfchen Heffen-NaffauS hörten, so schreibt man uns, die an einem abseits gelegenen Häuschen Vorübergehenden abendlich ein dumpfes Rufen. Stehen bleibend, meinten etliche, die mysteriösen Töne kämen aus dem Keller des kleinen Gebäudes. Beim mutigen Eindringen in den verdächtigen Ort, fanden sie den Bewohner deS kleinen Anwesens, welcher in einer Hand eine ausgehöhlte Dickwurz schwang und dröhnend ausrief: „Es wird hiermit bekannt gemacht, daß morgen die Stammwiesen gemäht werden dürfen!" Der eifrige Ausrufer bemerkte die Ankömmlinge erst, als diese durch ein schallendes Lachen ihre Anwesenheit kund taten. Nach seinem sonderbaren Tun gefragt, meinte er: „Häi eaS doch die Ortsdienerstelle ausgeschriwe; ich hun mich drum gemcld', aber ich war meines Unternehmes näit sicher, ean do üb ich mich als oweds im Schelle ean Ausruffe!-"
n. Laubach, 13. Juni. Zur Zeit sind Verhandlungen über die Frage im Gange, ob anstatt eines in Laubach notwendigen Neubaues des Gerichtsgebändes die Aufhebung des Amtsgerichts mehr im staatlichenJntereffe liegt. Wie diese Frage entschieden wird, läßt sich zur Zeit noch nicht sagen.
Darmstadt, 13.Juni. Gestern tagte in der „Traube" in Lindenfels unter dem Vorsitze des Ministerialrats Braun-Darmstadt die von nahezu 400 Mitgliedern auS allen Teilen des KlubgebietS besuchte Hauptversammlung des Odenwaldklubs. Die Versammlung wurde von den Herren Kreisrat Dr. Eckstein namens der Verwaltungsbehörde, Schloßhauptmann Baur-Schönberg namens 2r. Durchl. des Fürsten zu Erbach-Schönberg, Bürgermeister Schnellbächer namens der Stadt und Oberförster Heimburger namens der Sektion Lindenfels des Klubs begrüßt. Auf ein Huldigungstelegramm an den Allerhöchsten Protektor des Klubs,
Volltische Tagesschau.
Die neue Militarvorlage.
Unser Berliner parlamentarischer Mitarbeiter schreibt tmterm 13. Juni:
Die Ausarbeitung der neuen Militärvorlage wird dem Vernehmen nach nicht vor dem Herbst in Angriff genommen werden, sodaß der Reichstag voraussichtlich erst am Anfang nächsten Jahres sich mit ihr zu beschäftigen haben würde. Hierfür kommen zwei Gründe in Betracht. Einmal will man, wie es heißt, den Verlauf der diesjährigen Kaisermanöver aVwarten. Militärische Kreise glauben, daß b'en Manövern Situationen zu Grunde gelegt werden, die solchen aus dem russischjapanischen Kriege entsprechen. Daraus erklärt sich die in großem Maßstab vorgesehene Beteiligung der Marine am Manöver. An der mecklenburgischen Küste z. B. sollen Landungsoperationen in Szene gesetzt werden unter Verwendung vieler Tausende von Marinemannschaften. Die bei diesem Manöver gemachten Erfahrungen werden in der Militarvorlage ihren Niederschlag finden, in Verbindung mit den Berichten der auf den Kriegsschauplatz in Ostasieu entsandten deutschen Offiziere. Die Berichte werden im Crroßert Generalstab bearbeitet, gelangen dann an das Militärkabinett und von diesem erst ans Kriegsministerium, das seinerseits auf das gesamte Material sich stützt bei Ausarbeitung der Begründung der Militarvorlage. Alles das nimmt geraume Zeit in Anspruch, und dementsprechend langwierig wird sich auch die parlamentarische Behandlung gestalten. Ein zweiter Grund für die voraussichtlich spatere Einbringung des Gesetzes über die Neuregelung der Friedenspräsenzstärke läßt sich aus den Handelsverträgen herleiten. Die Regierung will diese Verträge tunlichst zusammen dem Reichstag zugehen lassen,' und sie dürfte Mert darauf legen, daß die ersten Lesungen vor Weih na chten zu Ende geführt werden. Dann muß natürlich jede andere Vorlage zurück- treten, selbst die Generaldebatte zum Etat würde m den Januar verlegt werden müssen. Aus dieser Skizzierung ergibt sich, daß Militärvorlage und Handelsverträge die nächste Session des Reichstags beherrschen werden und auf die Vorlegung anderer Gesetzentwürfe wohl verzichtet werden wird. Abgesehen natürlich von denen, die in der laufenden Session unerledigt bleiben und in die neue hinübergenommen werden, sofern Vertagung erfolgt. Ein Schluß der Session würde die unerledigten Vorlagen in der Versenkung verschwinden^lassen.
RohheitSverbrecheu.
Die Verübung der beiden rasch aufeinander folgenden Mordein Berlin gibt der „Tagesztg." Veranlassung, die schon oft erhobene Forderung nach Einführung der P r ü g e l st r a f e zu wiederholen. Der Reichskanzler werde sich ein wahrhaftes Verdienst erwerben, wenn er seinen großen Einfluß zu Gunsten einer wirklichen Reform unseres Strafwesens einsetzte. t „
Eine .wirkliche" Strafrechtsreform mit der Prugel-
Aeuisch-Afrika.
Westafrika.
W. T. B. meldet: Generalleutnant v. Trotha meldet unter dem 12. Juni: Ich bin am 11. Juni in Swa- kopmund eingetroffen. Nach einer Meldung des in Swakopmund befindlichen Majors v. Glasenapp soll der südlich vom Waterberg am Omurambowamatako vereinigte Feind vielleicht 6000 Gewehre stark sein. Ich bin am 13. Juni mittags in Okahandja.
Man schreibt uns aus Berlin, 13. Juni:
Die Frage der Entschädigung der südwestafrika- ttischen Ansiedler ist noch nicht abgetan. Die zur Geltendmachung der Ansiedler-Ansprüche in Berlin eingetroffene Farmer-Deputation zeigt sich überaus rührig und hat bereits das Interesse parlamentarischer Kreise auf sich gelenkt. Gleichwohl gibt sich die Deputation übertriebenen Hoffnungen hin, wenn sie ahiä der Anwesenheit von Zentrumsabgeordneten in der ersten Agitationsversammlung entnimmt, die ausschlaggebende Partei werde ihre bisherige Haltung dieser Frage gegenüber flugs ändern imb vielleicht gar die Initiative ergreifen, um den Ansiedlern zu ihrem Rechte zu verhelfen. Einen Rechtsanspruch der Geschädigten erkennt das Zentrum so wenig an wie die Regierung. Es handelt sich um eine m oralisch e Verpflichtung, die in ihrer materiellen Wirkung umfasiender gestaltet werden könnte. Zweckdienlich erscheint da aber kaum die Behauptung des Führers der Deputation, nur verfehlte Maßregeln des Gouvernements trügen die Schuld an dem Aufstande. Diese Auffassung teilt die Regierung bekanntlich nicht, und auch von anderen mit den Verhältnissen in Südwestafrika vertrauten Persönlichkeiten wird dem Verfahren der Händler bei der Eintreibung von Geldern zum mindesten ein Teil der Schuld zugeschrieben.
Ostafrika.
Brüssel, 13. Juni. Der in Antwerpen eingelaufene afrikanische Postdampfer brachte die Nachricht mit, daß Leutnant v. Eber st ein von der deutschostafrikanischen Schutztruppe an der Spitze von 9 0 Mann ein ton gonesisches Dorf am Rutschudu belegt habe und daß der belgische Hauptmann Eng mit vier weißen Offizieren und 300 Soldaten entgegenge- sandt werden solle. Die Gründe für diese Grenzüber> schreitung sind hier bis jetzt nicht bekannt.
Berlin, 13. Juni. Die „Nordd. Allg. Ztg." meldet: Nach vorläufiger Feststellung betrug der Außenhandel des Deutsch-Ostafrikanischen Schutzgebietes für 1903 in der Einfuhr 11188 000 Mk. (1902 8 858 000 Mk.), in der Ausfuhr 7 040 000 Mk. (1902 5 283000 Mk.). Der Außenhandel Ostafrikas hat mit diesen Ziffern den Handel aller früheren Jahre, soweit statistische Aufzeichnungen vorliegen (seit 1892), übertroffen.
strafe als Höhepunkt möchte wohl nur den Beifall weniger finden. Die Prügelstrafe, so haben wir bereits wiederholt an dieser Stelle geschrieben, übt nach unserer lleber- zeugung keinen bessernden Einfluß aus, sie wirkt nur verrohend. Man hat auch mit Recht geltend gemacht, daß die Verbrecher, bei denen die Prügelstrafe Anwendung finden soll, in ihrer Jugend meist so sehr an Mißhandlungen gewöhnt worden sind, daß der körperliche Schmerz wenig Schrecken für sie hat. Es erscheint ganz ausgeschlossen, daß Regierung und Reichstag für ein so barbarisches Mittel zu haben sein werden. Aber Die Frage ist wohl auszuwerfen/ ob nicht zu milde Gerichtsurteile bei Roheitsdelikten den Zweck der Strafe verfehlen? Eigentumsverbrechen, bei denen es sich vielleicht um Kleinigkeiten handelt, ziehen dem Rückfälligen Zuchthausstrafe zu; der Messerstecher, der einen Menschen zeitlebens siech und elend gemacht hat, oder Leute, die Kinder fast zum Tode gefoltert haben, kommen mit Gefängnisstrafe davon. Dre Polizei könnte auch n^ehr ihr Augenmerk richten auf die $ur Gewalttätigkeit neigenden Personen. Man sieht, wie die hervorragend organisierte Berliner Kriminalpolizei eine Menge von Triumphen feiert in der Aufspürung von allen möglichen kleineren, zum Teil „sensationellen" Fällen. Dagegen ist dort eine Reihe von Morden unaufgeklärt geblieben. Der Schutz des Eigentums, der Sittlichkeit usw. ist gewiß wertvoll. Höher steht am Ende doch die persönliche Sicherheit.
S. K. H. den Großherzog, ging folgende Antwort eint Danke Ihnen und dem Verein herzlich für freundliche Grüße. Ernst Ludwig. Der Fürst zu Erbach-Schönberg sandte ein Begrüßungs-Telegramm; ebenso lief ein telegraphischer Glückwunsch de§ Erbgrasen zu Erbach-Schönberg ein. Der Klub zählt jetzt nahezu 6000 Mitglieder in 65 Sektionen, iff also letzthin wieder erheblich gewachsen. Die Hauptversammlung 1905 findet in Reinheim statt, der nächstjährige Ge- samtauSflug richtet sich nach Miltenberg, während Ziel deS diesjährigen Heidelberg, wo der Verband deutscher Touristen- Vereine im September tagt, ist. Größere Zuwendungen erhielten die Sektionen Heidelberg 500 Mk. (Weiße Stein- Turm) und Weinheim 400 Mk. (Hirschkopf-Turm). Der Zentral-Ausschuß wurde durch außerhalb Darmstadt wohnende, Mitglieder von 11 auf 17 verstärkt. — Ein sehr animiertes Esten zu säst 300 Gedecken im „Odenwald" schloß sich an.( Die ganze Tagung verlief ungemein befriedigend. (D. Ztg.)j
Köngernheim, 13. Juni, lieber die Zigeunerschlacht, die von so schlimmen Folgen begleitet war, macht' die „Worms. Ztg." noch folgende Mitteilungen: In ber letzten Woche machten sich Zigeuner in einem Wagenpark vom 7 Fuhrwerken in Stärke von 70 Köpfen in der Gegend zwischen' Wörrstadt, Nieder-Olm und Bodenheim sehr unliebsam be*- merkbar. Am Freitag abend kam die Bande in Undenheim an und wollte dort in der Nähe der Bahnstation lagern.] Da aber rückte nach 8 Uhr die Feuerwehr auS, worauf die? braune Gesellschaft gegen Köngernheim zu ReißauS nahm.' Aber auch dort hatten sich bereits eine große Anzahl Männer und Burschen versammelt, welche die Karawane zum Rückzug zwangen. Die Undenheimer ließen sich aber auch den erneuten Versuch zur Lagerung absolut nicht gefallen und fo; mußten die Zigeuner wieder den Weg gegen Köngernheim j antreten, wo sie wiederum unliebsam empfangen wurden. Sie: trieben nun ihre Pferde mit Gewalt an, worauf es 4 Wagen- gelang, in Köngernheim einzufahren, während 3 Wagen linte1, auf die Straße gegen Hahnheim zu abbogen. Beide Züge wurden von einer vielköpfigen Schar verfolgt. Die ersten 4 Wagen durchfuhren deshalb in raschem Tempo Köngernheim, Nierstein zu, während die nach Hahnheim zu fahrenden Wagen etwa 400 Schritte vom Orte entfernt ihren 93er». folgern mit Karabinern, Revolvern, Säbeln und Dolchen stand hielten. Zunächst gaben sie einige blinde Schüste ab. Als-! bald aber fiel der im Vordertreffen stehende 21jahrige Barbier Daniel Kraus zu Boden. Zwei Kugeln waren ihm in den Kopf gedrungen, und außerdem erhielt er noch je einen Schrotschuß in Brust und Rücken. Er war sofort be». sinnungSlos und kam noch nicht zu sich. Seine Verletzungen sind indessen lebensgefährlich. Der 24jährige ledige Joh/ Landua, ein Sohn des Polizeidieners, erhielt einen Schrots schuß ins Auge. Er wurde gestern in die Augenklinik nach Wiesbaden gebracht. Der 28jährige ledige Ludwig Landua] erhielt eine Schrottadung ins Kinn: der 32jährige ledige Joh. Kröhler erhielt einen Schuß in die Wange; der erft kürzlich in Köngernheim in Dienst getretene Knecht des Joh. Held bekam einen Schuß ins Bein und der 14jährige Joh.] Jung aus Udenheim einen solchen in die Wangen. Daß bei einem solchen Blutbad die Verfolger den Rückzug antraten, darf nicht Wunder nehmen. Aber auch die Zigeuner nahmen, als sie sahen, was sie angestellt hatten, Reißaus gegen Hahn-, heim zu. Ein Radfahrer aber eilte ihnen auf einem Seiten-! weg vor und die Fliehenden wurden in Hahnheim festgehalten.] Aber die männlichen Zigeuner waren verschwunden. Sofort wurden alle benachbarten Gendarmen per Draht herbei-, gerufen und es gelang gestern, alle festzunehmen. Die ganze Gesellschaft wurde nach dem benachbarten Selzen gebracht, wo die gerichtlichen Aufnahmen gestern gemacht wurden. Ein ganz junger Pußtasohn soll sich als Hauptschuldiger bekannt haben. Dieser wurde festgehalten, die übrigen freigelaffen. Nach Lage der Sache muß angenommen werden, daß d ie; Köngernheimer nicht klug gehandelt haben.
Aas Kordon-Wemrett-Kerrneu.
(Nachdruck verboten.)
S. u. H. Homburg v. d. H., 13. Juni. x
Seit Sonntag steht der ganze Taunus im Zeichen des Automobils. Schon in Frankfurt imb Wiesbaden macht sich ber: frembe Zubrang in einer beängstigenden Weise bemerkbar und in Homburg ist an ein Unterkommen für den gewöhnlichen Sterblichen nicht zu denken, da dort selbst den Journalisten, die sich' die Berichterstattung über das Gordon-Bennett-Rennen angelegen fein lassen und unter denen sich auch eine Unzahl englischer/: französischer und amerikanischer Zeitungsleute befinden, für ein, Zimmer mit zwei Betten 45 Mk. pro Tag verlangt toerben. Die Englänber haben deshalb die Wohnungsfrage in ebenso sinnreicher wie einfacher Weise dadurch erledigt, daß sie ihr Wigwam in Form eines Leinwandzeltes auf ihren Automobilen mitfMreri und tn diesen mitsamt ihrer Sguaw die Nächte unter freiem] Himmel verbringen werden. Die östreichisch-ungarischen, eng/ lischen, französischen, belgischen, amerikanischen, schweizerischen und italienischen Automobilisten kommen in besonderen Gesellschaftsfahrten nach Homburg, ebenso auch ber Berliner Automobilklub und die automobilistischen Vereinigungen von Hamburg/! München, Hannover und Breslau. Der ursprünglich erhofftes starke Zuzug von französischen Automobilisten ish bisher ausgebliebeu. Es scheint, daß die französische Automobilindustrie, die ursprünglich den Markt beherrsche und die- bis zuletzt den Anspruch erhoben hat, aus diesem Grunde bett dem Gordon-Bennett-Rennen mit einer größeren Anzahl von: Wagen, als den jedem Lande bewilligten drei beteiligt zu werden- durch die Ablehnung dieser Forderung verschnupft ist. Die meisten Besucher des Festes logieren in Frank-, furt, Friedberg, Oberursel und den verschiedenen Tannusdörsern, die an der Rennstrecke liegen. Insgesamt rechnet man für den Haupttag des Rennens, den Freitag, auf einen Besuch von ca. 40 000 Personen. Um diese Mensckenmasse von der Rennstrecke fernzuhallen, sind eigenartige Vorbereitungen getroffen, worden, die sich nur durch die Besonderheit des Falles er» klären und rechtfertigen lassen. Abgesehen davon daß das Betreten der Rennstrecke am 17. Juni überhaupt übermann miti


