Kandel und Verkehr. UolksMM
' Die Macht des KohleukoutorS. Daß das tmtuu Üohlv»
yndikat und das aus bemjelben hervorgegangme «hlmlonwr >en Zwischenhandel untergraben und artch den Konsumenien!chwe.
Sen Zwischenhandel untergraben und and) den Konsumenien!chwe. chadigen, d. h. das Produkt verteuern wird, haben wir schon Icnq
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d. Mainz, 13. April. Ein recht trauriges Ehe- d r a m a spielte sich in der heutigen Sitzung der Strafkammer ab. Die 4bjährige Ehesrau des hiesigen Stoufmannes Peter-
verschiedenen Stellen die Arbeiten höchst langsam vorwärts, zumal gar verschiedenartige Hindernisse ihnen hemmend entgegentreten. Wir wollen nur an den anfangs Januar ein- getretenen Erdrutsch bei Uckersdorf sowie die verschiedenen Tunnels und Bruckenanlagen erinnern. Dazu stößt man überall in den zu durchbrechenden Bergeshöhen auf mächtige Basalllager, welche durch fortgesetztes Sprengen entfernt werden müssen. Tagtäglich hört man daher mächtige Schüsse erdröhnen. Die Baum beiten sind nun auf allen 4 Losen der Teilstrecke Herüorn-Mademühlen ausgenommen, ebenso wird schon rüstig an verschiedenen Stationsgebäuden gearbeitet. In diesen Tagen sind wieder vermehrte Arbeitskräfte, meistens Italiener und Kroaten hier eingetroffen, aber auch vielen einheimischen Arbeitern gewährt der Bahnbau lohnende Beschäftigung. Sowohl in den verschiedenen ausgestellten Kantinen, welche jene fremden Arbeiter vorzugsweise beherbergen, wie auch in den kleinsten Westerwalddörfchen, die die Querbahn berührt, herrscht überall z. Zt. cui recht bewegtes Treiben. Ja in den Dörfchen sind selbst ganze Familien cmgewandert, sodaß auch gar manche Dorfschule einen oft unliebsamen Zuwachs erhalten hat.
Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Nachbarstaaten. Der Intendant des Frankfurter Schauspielhauses Herr Emil Claar feiert demnächst das Jubiläum seiner 25 jährigen Wirksamkeit in Frankfurt. Eine Aufführung des zweiten Teiles von , Faust" wird für den Jubiläumstag vorbereitet. — In Frankfurt ist der Direktor der deutschen Gold- und Silber - Scheide - Anstalt Andreae gestorben.
kuug auch aus den Magen. Hier, bitte. -- für flanji 85 Plg. - In allen «polten, -E Mineralwasserhandlungen zu haben.
Ilniversitäts-Nachrichlen.
— Nach den „Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Blättern" lassen übereinstimmende Ausstellungen dieZukunstderMathe- m a t ik ° S t u d i e r e n d e n in sehr wenig rosigem Lichte erscheinen. In einem Aussatz von Pros. Schönflies wird der Jah- resbedari an mathematiich-naturwissenschaftlichen Krallen in Preußen aus enva 1 zu gejcyiu,., was — ein junsjahriges Studium vorausgesetzt — e.ne noin.i .. .n<,nl)l von uuu Siudenten der exakten Fächer ergiebl, der .vainj eine Zahl von 1420 geyenübersteht. Es ist klar, du.- unici cmien Verhältnissen m den nächsten Jah- ren eine ganz ucöeimiu,; nevcriüllung eintreten muß.
Landwirtschaft.
Au§ Rheinhessen, 13. April. Ter hessische Landw^ chaftsrat beschloß tu seiner letzten Plenarsitzung die Aeranuaim-? einer L>a n d e s a u s st e 1 l u n g i ii R h e r
Frisch eiug-etrolien:
Ananas, Geflügel, holländ. Austern.
Carl Sctiwaab, HoidelikatesseuhanW Telephon 265. ' 324 Selter...?
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Mannes herbeigesührt werden können. Mildernd fielen dir greulichen Familienoerhällnisse, an denen der Ehemann die Schuld trage, in Betracht. ES wurde auf erne Geldstrafe von Ü0 Mark erkannt.
gesürchtel und dies auch wiederholl ausgesprochen. Die Situation stellt sich jedoch noch ungünstiger dar, als wir zuerst gedachl baiien. Der wg. Z." zufolge dürfen 20% der Zwischenhändler ouß gedrängt werden. Die Großhändler übersendm gegmwämg an die Zwischenhändler Preisofferten, deren Sätze um 15—20 ®fg. vto Zentner teurer sind, als bisher. Für eine mittlere hauMltun; bedeutet dies 15—20 Mk. pro Jahr zu Gunsten deS Syndikats uns Kontors. Diese Preiserhöhung gilt ledoch nur bis Augusi, ollbanr. sollen die Preise abermals in die Höhe gehen. Und banut Die alles recht schön und glatt durchgesührt werden kann, müßen I« die Kleinhändler den Großhändlern gegenüber verpssichten, unitr keinen Umständen syndikatSsreie Kohle zu veckausen. Äugkittn werden den Kleinhändlern jetzt die genauen Preise, zu welchem u verkaufen dürfen, vorgeschrieben, — angeblich tm 3nterelie Publikums. Es fehlt uns der Raum, wetter aus die ttiaiU rmzu- gehen. Auß allem geht hervor, daß der Zwischenhändler eine ganz miserablen Verdienst hat und der Konsument stellt eines lein notwendigsten Bedürfnisse in nicht zu fertigender Weise verteuert -- mit daS Syndikat sich den .angemessenen Reingewinn* sichern tm^
- Elektrizitätögesellschaft vorm. W. Lahmeyer n.u in Frankfurt a. M. Der Rat der Stadt Bautzen hat der chaft den Auftrag der Lieferung eines Elektrizitätswerkes er^-
viiittarten -LMLZZ F l'sche Unioersitäts-Vruckerei, 5chulltl°°
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Mysung rroch einmal vorzulegew. Der Antrag Schönberger ur Betreff einer Milch Verkaufs ordnuna, 5er gleichfalls zur Beratung kam, dürfte im Sinne des Antragstellers seine Erledigung finden. Das Gesuch des Wachtmeisters Krebs um Dienstentschädigungszulage wurde vom Ausschuß genehmigt. Eine längere DÄxttte entspann sich ferner noch über den Antrag Dr. David wegen Beseitigung der Vorschulen hezw. der Streichung der Staatsmittel dafür (6000—7000 Mark). Die endgiltige Beschlußfassung darüber wurde für die morgige Sitzung Vorbehalten. i H L,j । j_
Nom Odenwald, 11. April. Eine eigenartige patriotische Feier wurde am letzten Samstag in dunkler Nacht auf steiler BergeShöh droben auf dem höchsten Punkte des Katzenbuckels von schlichten Bewohnern unseres Gebirges veranstaltet. In langem Zuge bewegten sich die biederen Landleute nach dem Hochplateau, um inmitten der mächtig rauschenden Waldriesen ein riesiges Feuer zu Ehren des eisernen Kanzlers Bismarck zu entzünden. Bei kurzen, kraftvollen Ansprachen und Männergesang wickelte sich die einfache Feier stimmungsvoll ab. (N. H. Vbl.)
Mainz, 12. April. Im Dom wurde heute morgen eine etwa 40 Jahre alle Frau, die aus München sein soll, plötzlich irrsinnig. Sie wurde ins Hospital gebracht. — Der 36 Jahre alle Rangierer Buschmann, der mit einer Glocke vor einem abfahrenden Zuge die Warnungs-Signale geben sollte, setzte sich auf die Puffer, fiel herunter und wurde zermalmt. — Im Mainzer Hafen sind nach dem ,3)L Tgbl." hn abgelaufenen Jahr Waren im Gewicht von 1,186,729 Tonnen angekommen und 58,136 Tonnen abge- gangen. Im Wormser Hafen kamen 288,035 Tonnen an und gingen 28,768 Tonnen ab. Im Binger Hafen sind verladen worden 96,229 Tonnen ankommende und 77,408 Tonnen abgehende Waren und Lebensmittel. Im abgelaufenen Jahr sind im hiesigen Hafen 12,762 Schiffe angekommen und abgefahren, davon waren 8 016 Personen- dampfschiffe, 790 Schlepper, 1301 Güterdampfboote und 7 655 Segelschiffe. 6 719 fuhren unter hessischer, 3 736 unter preußischer, 1 120 unter niederländischer, 573 unter badischer, 411 unter belgischer, 201 unter bayerischer, 1 unter württem- bergischer und 1 unter elsaß-lothringischer Flagge.
Worms, 13. April. Das 50jährige Bestehen der hiesigen freiwilligen Feuerwehr soll festlich begangen werden. Zur Einleitung einer zweckentsprechenden Feier waren gestern abend auf ergangene Einladung im Festhause etwa 100 Herren erschienen. Branddirektor Hoffmann trug die geplante Veranstaltung in allgemeinen Zügen vor; danach sott am Samstag den 13. August Empfang auswärtiger Teilnehmer und Zapfenstreich stattfinden, dann die Ueberreichung von Diplomen an diejenigen Mitglieder der Feuerwehr, die 10 Jahre der Wehr angehören, erfolgen; am Sonntag den 14. August findet Tagesreveille, eine Augriffsubung, Festessen, Aufstellung des Jestzuges und Abmarsch nach dem Festplatz, wozu wahrscheinlich der Festplatz am Rhein bestimmt werden wird, statt; am Montag folgt die Schlußfeier mit Volksbelustigung. — Die Verpachtung von Grundstücken an Minderbemittelte, eine Idee, die der sozialen Fürsorge der Stadtverwaltung zuzuschreiben ist, rückt nun der Verwirklichung näher. Nach längeren Verhandlungen ist es gelungen, an der „Sauwiese" gegenüber dem „Wäldchen" ein Grundstück zu Versuchszwecken zu verwenden, an idem sestgestellt werden kann, ob in den fraglichen Kreisen überhaupt der Wunsch nach landwirtschaftlicher — Erholungs- — Tätig kett besteht. Das Grundstück wurde in 25 Parzellen zu je y* Morgen eingeteilt. Die Pachtbedingungen werden ungefähr folgende sein: die Hälfte der gepachteten Parzelle muß mit in hiesiger Gegend eingeführten Gemüsen bezw. Küchengewächsen bepflanzt werven; das Gelände muß stets in gutem Bau und in Ordnung gehalten werden; Weiterverpachtung ist untersagt; die Pacht ist jährlich von Martini zu Martini zahlbar; die Kündigungsftift ist sechswöchentlich. Ter Pachtpreis soll für Lose von i/4 Morgen 5 Mk., für solche von größerer oder geringerer Ausdehnung entsprechend mehr oder weniger betragen. Nicht rechtzeitige Pachtzahlung soll als Vertragsbruch gelten. Die Vorteile dieser Einrichtung sollen nicht nur städtischen, sondern auch anderen Arbeitern zu gute kommen. Die Vorlage wurde in der gestrigen Stadtverordnetensitzung angenommen.
(Worms. Ztg.)
Frankfurt, 13. April. Im Gewerkschaftshause tagte am Sonntag eine hessen-nassauische Provinzialkonferenz der sozialdemokratischen Partei die von 67 Genossen aus den Kreisen Frankfurt, Höchst, Hanau, Marburg, Wetzlar, Wiesbaden, Dillenburg - Herborn, Limburg, sowie den bayrischen Wahlkreisen Aschaffenburg und Lohr und dem hessischen Wahlkreis Friedberg besucht war. Zweck der Zusammenkunft war die Schaffung einer festeren Organisation für diese Wahlkreise. Der erste Purkt der Verhandlungen betraf die Organisation und Agitation in Hessen- Nassau. Dazu lag ein vom Genossen Vetters - Gießen auS- gearbeiteter Organisationsentwurf und eine vom Frankfurter ParteioertrauenSmann Meier ausgearbeitete Resolution vor. Nach eingehender Beratung wurde der Entwurf des Genossen Vetters angenommen. Er gipfelt darin, daß für den Regierungsbezirk Wiesbaden und für die ihm angrenzenden Wahlkreise ein Agitationsbezirk geschaffen wird, dem auch Aschaffenburg, Lohr und Friedberg sowie Marburg beitreten können. An die Spitze dieser Organisation wird ein Agitationskomitee von fünf Mitgliedern gestellt, das seinen Sitz in Frankfurt a. M. hat. Zur Beratung wichtiger Fragen kann dieses Komitee die Vorstände der Kreisorganisationen und die Kandidaten der einzelnen Wahlkreise hmzuziehen. Es hat alljährlich einen Parteitag für die Provinz einzuberufen. Dazu können Parteiorte im Bezirk bis zu drei Delegierte entsenden. Die Beschlüsse des Provinzialparleitages sind für die Genossen im Bezirk bindend. Jeder Wahlkreis hat pro Jahr und Kopf seiner organifierten Genossen 20 Pf. als Beitrag zur Bezirkskasse zu leisten. Die einzelnen Wahlkreise haben jährlich durch ihre Vertrauensleute kurze Berichte über die Patteioerhältnisse im Kreise an baS Agitationskomitee zu erstatten. In den geschäftsführenden Vorstand der neuen Organisation wurden gewählt: Gewerkschaftssekretär Hüttmann, 9lrbeiterfefretär Gräf, KonsumverelnSverwalter AlthauS, Gewerkschaftssekretär Dorschu und Parteisekretär Dittmann.
a. Bon der Dill, 13. April. Die Arbeiten an der feit vorigem Jahre im Bau begriffenen Westerwald - Querbahn wurden auch während der bisher sehr ungünstigen
vermischtes.
"Dortmund, 13. April. Amtlich wird gemeldet: Gegen 5 Uhr 80 Minuten vormittags überfuhr der Güterzug Nr. 8 905 beim Block Zinkhütte Km. 122,5 im Zinkhüttengleis das auf Halt stehende Signal und den Prellbock. Lokomotive und sechs Wagen sind entgleist. DaS Zinkhüttengleis und beide Halbgleise sind gesperrt. Schnellzug Nr. 6 ist über Courl bis Meppen, Expreßzug Nr. 12 über Unna geleitet. DaS Ganzgleis von Hamm bis Dortmund war um 7 Uhr wieder freu Die Züge fahren von bort zwischen Dortmund und Scharicharst eingleisig. Das GleiS von Dortmund bis Hamm ist voraussichtlich bis 9 Uhr wieder fahrbar. Materialschaden gering. Personen nicht verletzt.
" Aalesund, 13. Aprll. Die Kirche im Borgund, in der seinerzeit die durch daS Brandunglück betroffenen Bewohner von Aalesund untergebracht waren, ist heute Nacht von Dieben geplündert worden. In der Sakristei wurde Feuer angelegt. Die Kirche 6rannte gänzlich nieder. Von den zahlreichen Altettümern, die die aus dem 12. Jahrhundert stammende Kirche enthielt, ist nichts gerettet worden. Einzelne Wettgegenstände, wie der Altarkelch und ein Altarleuchter, wurden auf dem Felde gefunden.
" Eine Explosion auf einem Schlachtschiff. An der Küste Floridas ist auf dem Schlachtschiff „Missouri" ein Geschütz explodiert. Fünf Offiziere und neun Mann wurden getötet.
* Das Schicksal der Frauenrechtlerin. Zu dem Selbstmorde der Frau Elise Schaaf in Ehurlotten- burg erfährt das ,,B. D." noch folgende Einzelheiten: In der Armen- und Waisenpflege Charlottenburgs entwickelte die Verstorbene feit Jahren eine rege und "erfolgreiche Tätigkeit, sodaß die Berliner bürgerliche Frauenbewegung, besonders der Verein „Frauenwohl" auf sie aufmerksam wurde. Nachdem Frau Schaaf in einer Berliner Frauenversammlung eine zündende Rede über die Waisenpflege gehalten hatte, wurde sie in eine Kommission gewählt, die jenes Gebiet bearbeiten sollte. Bald aber merkte man, daß Frau Schaaf höchst einfeilig und dabei rücksichtslos vorgehen wollte. Sie hatte einen wahren Heißhunger für eine Betätigung auf öffentlichem Gebiete und sobald ihren Ideen nicht sofort nachgegeben wurde, war sie aufgebracht. Sie vermischte Dinge mit der Frauenbewegung, die dieser völlig fern lagen. So suchte sie aus den Prozessen Gönc-i, Ziethen, Sternberg und anderen Kapital für ihre Bestrebungen zu schlagen. Dabei stellte sich bei ihr eine Art Verfolgungswahn ein. Schon kurz nach Beendigung des Sternberg-Prozesses äußerte sie wiederholt hu Bekannten, daß sie befürchte, von ihrem gedungenen Dienstmädchen mit Strichnin vergiftet zu werden, da sie tm Falle Sternberg das Rad erst ins Rollen gebracht habe. Schon früher war Frau Schaaf auf einige Zeit in einer Nervenheilanstalt untergebracht. Ihr Zustand spiegelte sich wider in der schon erwähnten Broschüre, die Jie vor zwei Jahren verfaßte, und die alle möglichen Anschuldigungen gegen die Polizei und die Stadtbehörden enthielt. Sie trägt den Titel: „Wie ich Frauenrechtlerin wurde". Als sie das Manuskript verschiedenen Abgeordneten zur Durchsicht Übersaydte, suchten diese die Drucklegung zu vereiteln unter dem Hinweise, daß die Veröffentlichung der Broschüre mindestens ein Dutzend Beleidigungsklagen gegen Die Verfasserin im Gefolge haben iverde. Gelegentlich der vorjährigen Reichstagswahl hiett Frau Schaaf in einer Versammlung eine Liede, die bei den Führern der bürgerlichen Frauenbewegung großes Beftemden erregte. Es wurde damals ausdrücklich von den Frauenrechtlerinnen energisch zurück gewiesen, daß Frau Schuuf etwa im Atomen der Frauenbewegung gesprochen habe. Rian sah ein, daß man mit ihr nicht weiter arbeiten könne, und entfernte sie auch aus der Kommission, in die sie gewählt war. Eine führende Rolle in der Frauenbewegung hat sie nie inne gehabt. In den letzten Jahren traten die Seltsamkeiten int Wesen der unglücklichen Frau immer klarer hervor. So erregte es auch in eingeweidten Kreisen Befremden, daß Frau Schaaf öffentlich gegen ihre eigene Familie loszog.
WitterungSverhältnisse rege betrieben. Jedoch schritten an! © t e d e tl t n g, "Simone gev. st tat, m oeiwrnvia —, ...... “ mann mit Töten bedroht zu haben. Die Ameiae
Grund der Ehescheidungsprozedur, die zur Zeit noch schweb 27. Dezember 1902 Halle ine Angeklagle, als ihr Ehemann dem Badezimmer in das Wohnzimmer treten wollte einen irhJr* Schuß aus einem Revolver abgegeben. Die Kugel brann -ture em. Die Angeklagte, die seit 1879 mit S. verheirat» & schildert die furchtbaren Leiden, die sie in ihrer Ehe burdmimlJ0 hatte. Seit 27 Fahren werde sie von ihrem Man?/ brutalsten Weise mißhandelt; da habe sie sich von einem iLbeK Mann, her tm Geschäfte bei ihnen gelernt hat, einen «3er: kaufen lassen. Mit 6er Waffe und der Abgabe des Schuff^Ä? sie ihren 3)1 ann erschrecken und vor dessen Mißhandlunaen schützen wollen. Der Verteidiger, Dr. Loeb, stellt die SA die Angeklagte: .Sie sind sehr häufig von ihrem Mann^m,^ handelt worden, besonders mtt der Peitsche?- Die Anaeklaat- '" jahte dies weinend. Der Zeuge Kausmann Ferd. Hauvki ™ 4 /, Jahre bei Sieberling. Die Frau sei in den meisten SWn? ohne jeden Grund mißhandelt worden. Wenn sie sich i„ ■ 3immer zurückgezogen, dann habe der Ehemann die Ture g e trete n und die Frau blutig geschlagen. Er habe den Revoin^ ftir die Angeklagte mtt 25 Patronen gekauft, er habe sich a-2, daß es sich nur um em Schreckmittel handele. Die Frau Berg aus Heidesheim war 21/, Atonale bei der ftainilii» r k dienstet. Am 27. Dezember Hube die Angeklagte ihr aeiaaL fie eben geschossen habe, um ihrem Manne Angst zu machen sie endlich Ruhe erhalle. Die Angeklagte sei oft in ber robE Weise mißhandelt, gekratzt und ihr die Haare ausgerissen worb- Veranlassung habe oft gar keine bestanden. Tie Anaeklaate hT nach den 'Mißhandlungen öfters geblutet. Wenn sie sich LflÄ habe, hätte S. die Türen eingetreten. Der Zeuge ScbrnnkthrK eiegm. Friedberg erklärte, daß er mit der Familie beireurS fei, er habe öfters von dem S. und auch von seiner Frau aehnn daß die letztere in bestialischer Weise mißhandelt worden fei zwar, wie ihm beide dies erzählt, aus ganz nichtigen Grunds Er halte den S. für einen Gewaltsmenschen. Aach heir 27. Dezember sei S. zu ihm gekommen und habe enäbl/ daß seine Frau auf ihn geschossen habe, diese habe km darauf zu ihm gesagt: .Jeder Huiid wehrt sich, »Z er getreten wird, sie habe nicht auf ihn geschossen, sondern neben hinaus, um ihn zu erschrecken; vorher habe er auf der Treppe ohne jede Veranlassung mit der Faust in« GM, geschlagen. Verteidiger Dr. Loeb: „Hat sich S. seiner Tuen mX noch öfters gerühmtZeuge: .Ja, er hat erzähl! dap er seine Frau an den Haaren auf dem «oben herumschleife und mit der Hundspeitsche schlage. Der brutale Ehemann ist als Zeuge nicht erschieiieu, er ha, sich krankheitshalber entschuldigen lassen. Der Waffenhändler Mha M wurde als Sachverständiger vernommen; er hat die ftugei bit kleinen Kalibers war, aus dem Holz der Türe herausgenommen. Staatsanwalt Güngerich hall ben positiven Beweis, daß die Angeklagte ihren Mann töten wollte, nicht für erbracht, sie habe nur die Absicht gehabt, in ihrem Ehemanne Furcht zu erregen, war ihr auch gelungen sei. Die Angeklagte habe unter dem Einfluß M recht unglücklichen Familienlebens gestanden. Wie die Äeweir- ausnahme ergeben, habe der Ehemann gar keinen stichhaltig«-, Grund zu seinen rohen Mißhandlungen gehabt, deshalb beantrage er nur eine Geldstrafe von 250 Mk. Der Verteidiger, Dr. Loeb beantragt Freisprechung. Die Angeklagte habe nur die Absicht gt.' habt, ihren Mann zu erschrecken. Nur em kleines Bruchstrich fei heute aus dem Ehedrama oorgesühtt worden. Jahre hindurch sei die Frau in der brutalsten Weise mißhandelt worden, physiolog'fcb hätte jede Grundlage hierzu gefehll. Was die Frau getan hab-, sei nicht nur menschlich, sondern auch juristisch zu rechtfertigen. Das Gericht war der Ansicht, daß die Angeklagte, die ben idjroeren und ganz unbegreiflichen Atißhandlungen ihres Mannes ausgefey war, sich nur schützen wollte und ihm mit der Waffe Furcht einjagen. Allerdings hätte mit dem Gebrauch der Waffe der io) )6
Kreisblatt für den Kreis Gieren


